Potsdam: Der Sozialismus und seine Kultur

Postkarte PotsdamPotsdam gehörte zu den schönsten Städten der DDR. Am 14. April 1945, wenige Tage vor dem Ende des zweiten Weltkriegs waren Potsdam, und vor allem auch Sanssouci, von US-amerikanischen und britischen Bombengeschwadern sinnlos zerstört worden. Und endlich wurden nun auch die adligen Großgrundbesitzer, die Fürsten und Junker enteignet und davongejagt, und Sanssouci und Cäcilienhof gingen in Volkseigentum über. In unserem sozialistischen Staat wurde Potsdam von den Arbeitern und Restauratoren der DDR in alter Schönheit wiederhergestellt und entwickelte sich zu einer wahrhaften Perle des Havellands. Die rekonstruierten historischen Gebäude und Anlagen wetteiferten  mit den neuen sozialistischen Magistralen um die Gunst der jährlich mehr als zwei Millionen in- und ausländischen Touristen.

Während des faschistisch-deutschen Überfalls auf die Sowjetunion und am Beispiel Dresdens hatten die Menschen sehen können, wie wenig es den westlichen imperialistischen Kriegsmächten bedeutete, kostbare, jahrhundertealte Kunstschätze in anderen Länder in Schutt und Asche zu legen. In einem sehr schönen Bildband der DDR aus dem Jahre 1974 präsentieren uns der Fotograf Klaus B. Beyer und ein Autorenkollektiv der staatlichen Abteilung „Schlösser und Gärten von Potsdam-Sanssouci“ unter Leitung von Hans-Joachim Giersberg die Schönheiten unserer sozialistischen Heimat: 

Sanssouci_0002 Sanssouci_0003 Sanssouci_007 Sanssouci_0005 Sanssouci_0004

In ihrer Einleitung schreiben die Autoren:

Die Gartenanlagen und Baudenkmäler Potsdams sind Jahr für Jahr das Ziel vieler Tausender Besucher aus dem In- und Ausland. Auch im Potsdam der Gegenwart, einer sich entwickelnden Stadt der Wissenschaft, Bildung und Kunst, sind die Parke Sanssouci, Neuer Garten und Babelsberg mit ihren Schlössern und Museen Hauptanziehungspunkte.

Im Park Sanssouci, dem dieser Bildband gewidmet ist, haben Bau­meister, Maler, Bildhauer und Gartengestalter des 18. und 19. Jahr­hunderts gewirkt und ein großartiges, weltbekannt gewordenes Ensemble geschaffen, in dem sich Bauwerke und Natur, Innenraum und Kunsthandwerk zu einem Gesamtkunstwerk vereinigen, das ein beredtes Zeugnis künstlerischen Schöpfertums und progressiver Ideen vergangener Jahrhunderte ist. Befreit von den Traditionen des reaktionären Preußentums, dessen Hochburg die Stadt einst war, erschließen sich uns die großen Leistungen der hervorragen­den Architekten Knobelsdorff, Schinkel und Persius, der Bildhauer Glume, Ebenhech, Benckert und Heymüller, der Brüder Hoppen­haupt, des Gartengestalters Lenne und vieler anderer Künstler und Handwerker in ihrer wahren Bedeutung.

Es ist dem umsichtigen Handeln der Sowjetarmee am Ende des zweiten Weltkrieges zu verdanken, daß wir und unsere Gäste aus aller Welt den Park mit seinen Kunstwerken bewundern können. Während die faschistischen deutschen Truppen viele Kulturgüter, wie die Schloß- und Parkanlage von Peterhof bei Leningrad, sinn­los vernichteten, schützte das sowjetische Kommando im April 1945 den Park Sanssouci und seine Kunstschätze vor der Zerstö­rung. Heute kündet davon eine im Schloß Sanssouci aufgestellte Büste des ersten Kommandanten von Sanssouci und späteren Ehrenbürgers der Stadt Potsdam, Jewgenij Fjodorowitsch Lud­schuweit, dessen Haltung sich in den Worten offenbart: „Ich tat nur meine Pflicht, so wie es jeder Soldat der sowjetischen Armee getan hätte.“

Die sozialistische Gesellschaft pflegt und bewahrt das kulturelle Erbe der Schlösser und Gärten von Sanssouci. In den letzten Jah­ren hat eine umfangreiche Sanierung und Restaurierung der Schlösser und Gartenanlagen begonnen – es ist die erste umfas­sende Instandsetzung in der Geschichte Sanssoucis –, für die die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik jährlich be­deutende Mittel zur Verfügung stellt. Erfahrene Wissenschaftler, Restauratoren und Bauhandwerker sind bemüht, die Kunstwerke in alter Schönheit wiederherzustellen und sie für das kulturelle Leben einer neuen menschlichen Gemeinschaft zu erschließen.

Quelle: Sanssouci. Schlösser – Gärten – Kunstwerke. Potsdam-Sanccouci 1974, S.5
Dieser Beitrag wurde unter Meine Heimat DDR, Sozialistische Wirklichkeit, Was ist Sozialismus? veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Potsdam: Der Sozialismus und seine Kultur

  1. Ossi schreibt:

    1945: Das Preußische Junkertum als unmittelbarer Wegbereiter und Auftraggeber Adolf Hitlers sollte lt. der auf Schloß Cecilienhof gefassten Beschlüsse, dem Potsdamer Abkommen enteignet werden. Diesem Beschluss haben alle westlichen Alliierten zugestimmt! Umgesetzt wurde dieser Beschluss jedoch nur in der SBZ.

    Und heute: Das Rad der Geschichte wurde zurückgedreht. Die DDR wurde geschlachtet, das Volk der DDR wurde enteignet und das Volkseigentum ging zurück an diejenigen die beide Weltkriege vom Zaune brachen und den Tod von Millionen Menschen zu verantworten haben als Kapitalanlage in die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, wozu auch Schloß Cecilienhof gehört. Der reaktionäre Staat BRD hat es ermöglicht.

    • Günter Weihrauch schreibt:

      Sehr interessant zu lesen. Ich habe das erste Mal am 13.August als die Grenze dicht gemacht wurde abends am 12.August im Park während meiner Schulferien genächtigt. War damals schon sehr beeindruckend im Schloss. Schon bewundernswert was in der DDR alles geschaffen wurde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s