Der Kapitalismus ist am Ende…

Ernst Wolff: Corona der Zusammenbruch des Systems:

kucz1_0001kucz1_0002

Soweit die Einschätzung von 1984.

Es ist dies der letzte Abschnitt aus einer Wirtschaftsanalsye des DDR-Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Dr. Jürgen Kuczynski, erschienen im Akademie-Verlag Berlin (DDR), 1984, Seite 201f. – Sicherlich gibt es Neueres, doch die Hoffnung, die aus diesem Artikel spricht, ist gescheitert! Seitdem sind 36 Jahre vergangen, ohne daß die Arbeiterklasse das Machtregime des Imperialismus beseitigen konnte.

Ernst Wolff: „Es sind schwierige Zeiten! … Wir leben in der Zeit eines orchestrierten, internationalen finanzfaschistischen Putsches!“


Hier ein Beitrag aus der „Roten Fahne“

Weltweit mißbrauchen Regierungen die Corona-Pandemie für Notstandsmaßnahmen

Es ist Ausdruck der verstärkten Rechtsentwicklung vieler Regierungen, wenn jetzt – wie in Deutschland – mit Notstandsmaßnahmen im Windschatten der Corona-Bekämpfung, demokratische Rechte und Freiheiten, Versammlungs- und Streikrecht aushebelt werden. Diese Maßnahmen wirken wiederum als Türöffner für die weitere Forcierung der Rechtsentwicklung.

Dabei haben Länder wie Südkorea, Taiwan oder Hongkong bewiesen, daß man die Corona-Pandemie ohne Ausgangssperren wirksam bekämpfen kann. So erklärte Kimm Woo-Joo, Infektiologe an der „Korea University“, dem Fachmagazin Science: „Wir glauben, Abriegelungen sind keine vernünftige Wahl.“ Daß die Neuinfektionen binnen drei Wochen von 900 am Tag auf nur noch etwa 70 zurückgingen, führt er darauf zurück, daß man „das weltweit ausgedehnteste und bestorganisierteste Testprogramm“ durchführe und sich bei der Isolierung auf Infizierte und ihre Kontakte konzentriere.

Ultrareaktionäre und Faschisten an der Spitze

Es waren Ultrareaktionäre und Faschisten wie Donald Trump (USA) oder Jair Bolsonaro (Brasilien), die über Wochen und Monate die Pandemie herunterspielten. Jetzt stehen sie an der Spitze solcher Notstandsmaßnahmen.Trump spielte die Pandemie erst als „Verschwörungs-Theorie“ herunter, um sich dann als oberster „Viren“-Bekämpfer aufzuspielen.

Jetzt will er die unter dem wachsenden öffentlichen Druck erlassenen Schließungen von Geschäften wieder lockern. Denn die „großartige“ USA-Wirtschaft dürfe auf keinen Fall leiden … Das zeigt, daß er vor allem die sich vertiefende Weltwirtschafts- und Finanzkrise eindämmen will, während ihm die Gesundheit der breiten Massen egal ist.

Arbeiterfeindlicher Charakter der Notstandsmaßnahmen

Die faschistische Tendenz – und teilweise die Gefahr des Faschismus – verstärken sich. In Indien hat Ministerpräsident Narendra Modi für 1,3 Milliarden Einwohner eine vollständige Ausgangssperre erlassen. In Ungarn verhängte der faschistoide Präsident Victor Orban das Kriegsrecht und brachte Ermächtigungsgesetze im Parlament ein. Er schickt bereits Militär in Betriebe, um dafür zu sorgen, dass die Produktion unter allen Umständen aufrechterhalten wird. Das zeigt den arbeiterfeindlichen Charakter der Maßnahmen.

Kriminalisierung, Ausgrenzung und Unterdrückung der Massen mit Notstandsmaßnahmen, Ausgangssperren, Versammlungsverbote gehören weltweit zum Repertoire der imperialistischen Länder. All das zielt darauf ab, Proteste, Kämpfe und Streiks zu unterdrücken sowie einer Revolutionierung der Massen vorzubeugen. Das ist das Gegenstück zu gigantischen Konjunkturprogrammen in vielen Ländern, die die Krise abschwächen und die Massen  besänftigen sollen.

Krise des Gesundheitswesens

Weltweit wurden Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen im Rahmen der Neuorganisation der Internationalen Produktion privatisiert und vollständig auf die Profitmaximierung ausgerichtet. In Frankreich greift die ICOR-Organisation UPML (Union Prolétarienne Marxiste-Léniniste) die Regierung an, die gegen den erbitterten Kampf der Beschäftigten 17.000 Betten abgebaut hat. In Peru hat die Regierung seit Jahren Streiks gegen die Aushöhlung des Gesundheitswesens bekämpft, feiert aber jetzt Ärzte und Pflegepersonal als „Helden“. Welch ein Zynismus der Herrschenden!

Quelle: Rote Fahne (MLPD)

Siehe: Gibt es einen Ausweg aus der Krise?

Dieser Beitrag wurde unter Für den Frieden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

35 Antworten zu Der Kapitalismus ist am Ende…

  1. Osti schreibt:

    In Fakt wird jetzt auch die Bourgeoisie gespalten! Also große Teile des Bürgertums gegen das Finanzkapital aufgebracht. Vielleicht ergibt sich daraus eine Chance !?

    VLG

    • Harry56 schreibt:

      Es sind doch wohl eher typische „wildgewordene“ Kleinbürger, Kleinkapitalisten, Kleingewerbetreibende, welche besonders in den unumgänglichen periodischen kapitalistischen Wirtschaftskrisen oft schwer gebeutelt werden und deshalb gegen das Finanzkapital, die „Banker“ fürchterlich wettern, aber ohne deren wirkliche Funktion im heutigen Spätkapitalismus(Imperialismus) auch nur annähernd zu begreifen.
      Diese Hobby – und Küchenökonomen, (sparsame) „Schwäbische-Hausfrau“ Anmahner tummeln sich in unendlichen angeblich „alternativen“ Medien, verbreiten ohne Ende den Unsinn, als ob der Kapitalismus jemals ohne Banken, Geld und Zinsen existieren, wirtschaften könnte.
      Das früheste Bürgertum auf der Welt kommt bekanntlich aus dem frühen Mittelalter, so ab dem 11./12. Jahrhundert, aus Nord-Italien.
      Dort wurde auch das früheste Bankwesen begründet, nicht umsonst heißen unsere „Geldhäuser“ noch heute BANKEN, ital. BANCA.
      Dies nur mal so nebenbei.

      Daher heute mal volle „Banken- freundliche“ Grüße (Natürlich nur mit Genehmigung des Blog-Betreibers! 🙂 …. ) an alle Verständigen hier!

      • Osti schreibt:

        Wahrscheinlich hast Du Recht Harry. Jetzt wurde sogar eine Anti-AKW-Demo in Münster genehmigt, nur damit man nicht sagen kann, es gäbe ein allgemeines Versammlungsverbot. Und Demonstranten die heute in FFM die Auflösung der Flüchtlingslager in Griechenland fordern um die alle nach Deutschland zu migrieren handeln nicht aus Nächstenliebe sondern eindeutig im Interesse des Kapitals.

  2. roprin schreibt:

    Wolff spricht das aus, was ich spontan zu Beginn von Corona auch zu Sascha sagte: Corona ist made in USA um die Weltwirtschaftskrise zu vertuschen. Der dicke Rattenschwanz kommt auf uns zu. – Aber der Kapitalismus am Ende? Nur die Gesichter, Akteure werden wechseln – und es geht weiter. Die Völker werden die Rechnung zahlen müssen.

    Oder wird man nun den Sozialismus auifbauen? Mit wem?

    • sascha313 schreibt:

      …eine „Hilfe“ von China zu erwarten ist ganz und gar illusorisch! Wenn Rußland damals 1917 auf die „Hilfe“ der deutschen Arbeiterklasse gewartet hätte, dann hätte es nie eine Oktoberrevolution gegeben!

      • Ich Selber erwarte von keiner Seite „Hilfe“. Ich habe lediglich gesagt, daß wie hier ohne die Hilfe Chinas noch lange keinen Sozialismus aufbauen werden können.
        Im übrigen kann die deutschen Arbeiterklasse von 1917 oder gar von heute überhaupt nicht mit der sozialistischen Volksrepublik China, in der eine kommunistische Partei das Sagen hat, verglichen werden, von der wenigstens erwartet werden darf, daß sie wie einst die UdSSR Hilfe im Befreiungskampf anbieten wird.

      • Weber Johann schreibt:

        Liebe Sascha. Du schreibst: „Wenn Rußland damals 1917 auf die „Hilfe“ der deutschen Arbeiterklasse gewartet hätte, dann hätte es nie eine Oktoberrevolution gegeben!“ – Danke, dass Du Deine Leser an die Rolle der deutschen Arbeiterklasse erinnerst.

        Das „Neues Deutschland“ berichtete am 12. Dezember 1948 von der Veranstaltung „Über die Russen und über uns“, die im November 1948 stattfand:

        „Die Diskussion im überfüllten Marmorsaal des Hauses der Kultur der Sowjetunion
         Ein solches Bild hatte der Marmorsaal im Haus der Kultur der Sowjetunion seit langem nicht gezeigt wie an diesem Freitagabend, als die Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion das drängende Problem unserer Tage zur Diskussion gestellt hatte: Rudolf Herrnstadt im „Neuen Deutschland“ (Nr. 270 vom 19. November 1948) und dann in der „Täglichen Rundschau“ erschienenen Beitrag „Über die Russen und über uns“. Bis in die Nebenräume und in die Gänge hinein füllten die Berliner, Männer, Frauen, Jugendliche, den Saal. Keinem von ihnen wurde der Abend zu lang, selbst nach fast vierstündiger Aussprache nicht, als die Uhr sich der 22 näherte.“

        Prof. Steiniger begrüßt Hauptmann Tregubow mit folgenden Worten:
        „Meine Damen und Herren! Ich darf Ihnen als nächsten Redner einen Repräsentanten der großen Nation ankündigen, in deren Hause wir hier zu Gast sind. Herr Hauptmann Tregubow wird zu uns sprechen; er liegt Wert auf die Feststellung, daß er als Mensch, als Angehöriger des sowjetischen Volkes, aber nicht in einer amtlichen Funktion und nicht in irgendwelchem Auftrag oder mit irgendwelcher Weisung das zu gedenkt. (Beifall)“

        Ein kurzer Auszug aus der Rede von Hauptmann Tregubow:

        „Wir verurteilen die hitlerische Machtergreifung nicht nur als eine Kampfansage an die deutsche Demokratie, sondern als eine Kampfansage an alle freien demokratischen Länder und vor allen Dingen an die fortschrittlichste Demokratie der Welt, an die Sowjetunion und ihre freien Völker.
        Meine Damen und Herren! Ich bin in der Sowjetarmee seit dem 22. Juni 1941 und weiß sehr gut, welche Gedanken die russischen Soldaten und Offizier am Tage des Überfalls hatten. Jeder von uns wußte daß der Hitlerismus alle demokratischen Kräfte Deutschlands zerschlug. Aber jeder von uns glaubte, daß die Arbeiter und Bauern Deutschlands doch nicht gegen die Macht der Arbeiter und Bauern Sowjetunion kämpfen werden. (sehr gut)

        Mich, den einfachen Soldaten der Roten Armee von 1941, haben die deutschen Arbeiter und Bauern sehr enttäuscht. Nehmen Sie mir das nicht übel! Sie haben mich gezwungen, vier Jahre hindurch ununterbrochen die Waffe nicht aus der Hand zu legen. Vier Jahr lang und noch dauerte der grausame Krieg, der durch den deutschen Hitlerismus entfesselt war. Vier Jahre lang floß das Blut von Millionen sowjetischer Menschen. Vier Jahre lang und noch heute weinten und beklagten Millionen russischer Frauen ihre Männer, Brüder und Kinder. Kein Land, welche von den Hitlerhorden überfallen wurde, hat so große Verluste gehabt wie meine Heimat und mein Volk. (Sehr richtig!)“

        Und heute! Wieder stehen Teile aus der Arbeiterklasse vor der russischen Grenze. Warum????

      • sascha313 schreibt:

        Danke Johann! Genau das ist der entscheidende Punkt; der „subjektive Faktor“. Denn die Idee wird (nur dann!) zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Und das deutsche Volk wurde seit 1933 (eigentlich schon viel, viel früher) von den kapitalistischern Medien beeinflußt und zur Unterwürfigkeit erzogen.

        Es gelang den Kommunisten nicht, die Deutschen von ihrem verhängnisvollen Feldzug gen Osten abzubringen. … und nun kommen wir wieder auf den deutschen Philosophen Immanuel Kant zurück, der versucht hatte, den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Erkenntnis und dann zwischen Erkenntnis und Handeln aufzuklären. Und er kam zu dem Schluß: Feigheit und Faulheit seien „die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen … dennoch zeilebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen“.

        Was ist das anderes als „Unmündigkeit“, wenn man mangels eigenen Wissens nicht in der Lage ist, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen? Und warum hatte Lenin in seiner Rede an die Jugendverbände so dringend dazu aufgefordert zu lernen! „Die Aufgabe besteht darin, zu lernen!“ (LW, Bd.31, S.272-290) Mit einem verdummten Volk kann man fast alles machen. Nur ein gebildetes Volk wird imstande sein, sich von Vormundschaft der kapitalistischen Mafia zu befreien!

    • Harry56 schreibt:

      Marx und Engels sagten immer, dass das Proletariat, das Proletariat als Speerspitze einer Umwälzung hin zum Sozialismus zuerst im eigenen Land mit der Bourgeoisie aufräumen muss, deren Macht stürzen.
      Dabei dachten sie natürlich, dass dies ziemlich zeitgleich in den wichtigsten und fortgeschrittensten kapitalistischen Ländern geschehen muss.
      Und daran hat sich bis heute nichts geändert, in jedem Land muss der Kampf zunächst im Inneren beginnen, zunächst ganz ohne eine „Hilfe“ von anderen Ländern.
      Haben dann diese Kämpfe erst mal richtig begonnen, werden sich die Kämpfenden der verschiedensten Länder natürlich ganz internationalistisch gegenseitig unterstützen, keine Frage, aber der Anfang muss erst mal in jedem Land zunächst allein gemacht werden.

      Soz. Gruß!

      • Harry56,

        Marx und Engels haben dies aus ihrer Zeit, in der sie lebten, so – wie du es (falsch) zitierst – vermutet; sie gingen sogar davon aus, daß sich die Revolution in den hoch entwickelten kapitalistischen Ländern zuerst stattfinden würde; Marx selber hatte es fast für ganz ausgeschlossen gehalten, daß von in einen so zurückgebliebenen Land wie dem Zarenreich eine „Weltrevolution“ ausgehen könnte.
        Dennoch haben weder Marx und Engels das als DOGMA betrachtet.

        Und schließlich hat Lenin den Marxismus weiterentwickelt und die theoretischen Grundlagen für eine erfolgreiche Revolution gelegt, die sich durch die Geschichte selbst – nämlich du die Große Oktoberrevolution – bestätigt hat.

        „dass das Proletariat, das Proletariat als Speerspitze eine Umwälzung hin zum Sozialismus zuerst im eigenen Land (durchführen) und mit der Bourgeoisie aufräumen, (also) deren Macht stürzen (muß)“, hat Lenin theoretisch und praktisch widerlegt. Er erkannte, daß das Proletariat dazu gar nicht fähig ist, ohne daß es von einer kommunistischen Arbeiterpartei GEFÜHRT wird.

        Zudem hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts — vor allem die Gewalt-Ergreifung des Faschismus in Deutschland, Italien, Spanien und Portugal — bewiesen, daß es vollkommen unmöglich gemacht werden kann, daß das Proletariat im eigenen Land ohne Hilfe von Außen weder eine Umwälzung hin zum Sozialismus noch eine Revolution durchführen kann, um mit der Bourgeoisie aufzuräumen und deren Gewaltherrschaft zu stürzen.

        Ohne Hilfe von Außen, sind alle sozialistischen Revolutionen nach 1917 überall auf der Welt gescheitert. Ja, selbst dort, wo sie von der UdSSR und den europäischen sozialistischen Ländern unterstützt wurden, sind sie – mit Ausnahme von China, DVR Korea und Kuba – untergegangen.

        Lenin lehrt, daß man keine Revolution machen kann.

        Dies gilt um so mehr, wenn es nicht mal eine das Proletariat lehrende und führende kommunistische Arbeiterpartei gibt. Und selbst „wenn die Zeit für eine Revolution gereift ist“ und es zu einer solchen kommen sollte, kann eine Revolution unter den jetzigen Verhältnissen nur scheitern, wenn sie nicht massiv von China gefördert und unterstützt wird.

  3. Osti schreibt:

    Erste Massen-Proteste in Berlin/Brandenburg!!! rbb hat das heute nachmittag berichtet. Ich finde das ist mal ne gute Nachricht gegen diesen ganzen Koronaschwindel!!!

    VLG

    • Osti schreibt:

      rbb24 am 4.4. in den 17 Uhr Nachrichten. Ich habe mir das gestern noch einmal angeschaut: Es sind nicht die ersten Proteste in Berlin! Vermutlich wird auch anderswo protestiert nur erfahren wir das nicht.

      Und habt ihr gesehen wie schnell die Linke Regierung in Thüringen das Bußgeldgesetz verabschiedet hat!? Da wissen wir doch Bescheid was da läuft!

      VLG

  4. Gabi Schön schreibt:

    https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/sofortige-aufhebung-aller-in-der-corona-krise-verfuegten-einschraenkungen-buergerlicher-freiheiten?name=&region=schwerin&country=2#petition-main
    Dr. Ansgar Klein (hier muss ich ja nicht erklären wer das ist) macht mobil gegen die Corona Einschränkungen. Auch wenn das nicht die Lösung des ursächlichen Problems darstellt, aber jeder Aktion zeigt, dass die Menschen sich dagegen wehren.

    • Osti schreibt:

      Die Maßnahmen sind unsinnig. Nehmen wir mal den 1.5m-Abstand, da wäre schonmal die Frage wie man den einhalten soll. Die nächste Frage ist, wie sich Viren tatsächlich ausbreiten und unter welchen Umständen die überhaupt krankheitserregend sind. Dazu möchte ich erneut auf Studien hinweisen die es bereits zu DDR-Zeiten gab und die ergaben daß Grippeviren hauptsächlich über den Vogelzug verbreitet werden. Nur das erklärt, warum die Grippe zeitgleich in ganz Deutschland auftritt (Okt/Nov und Feb/Mrz).

      Darüber hinaus sind Grippeviren auch dann erst pathogen (krankheitserregend) wenn sie in einer bestimmten Anzahl bzw. Konzentration vorliegen. D.h., daß die Anwesenheit von wenigen Viren noch lange keine Krankheit auslöst und somit ist es auch zweifelhaft ob ein Händedruck als Übertragungsmöglichkeit überhaupt in Frage kommt. Zweifelsfrei spielt bei einer Grippeerkrankung auch eine gewisse Disposition bzw.körperliche Verfassung eine Rolle.

      Des Weiteren sind Coronaviren, wie der Namen schon sagt, Begleitviren von Grippeviren, was auch Dr. Wodag kommunizierte. Das heißt, daß auch für den menschlichen Organismus Coronaviren keine Unbekannten sind. Wir Landeier vom Dorf sind mit den Hühnern aufgestanden und schliefen in unbeheizten Zimmern wo in manchen Wintern der Nachtopf gefroren war. Selten war einer von uns mal krank und noch seltener war es daß mal jemand wegen einer Grippe nicht in die Schule ging. Schulausfälle gab es wegen Grippe überhaupt gar keine, hierzu ist jedoch anzumerken daß die Grippezeit stets in die Winterferien fiel.

      Und allein schon die Antwort auf die Frage was hier in Wirklichkeit abläuft zeigt doch daß es hier überhaupt gar nicht um gesundheitliche Dinge geht! Im Übrigen ist die Grippewelle längst durch. Wenn es jetzt mal im Halse kratzt ist das eine Pollenallergie.

      • Osti,

        „Die Maßnahmen sind unsinnig. Nehmen wir mal den 1.5 m-Abstand, da wäre schon mal die Frage wie man den einhalten soll. Die nächste Frage ist, wie sich Viren tatsächlich ausbreiten und unter welchen Umständen die überhaupt krankheitserregend sind.“

        Ich muß davon ausgehen, daß du noch nie infizierte Menschen behandelt oder gepflegt hast oder wie tödlich es für einen Patienten, der operiert werden muß, ist, wenn ’solche‘ Maßnahmen nicht ergriffen werden. Vermutlich warst du auch noch nie in einem Gebiet, in dem eine Seuche gewütet hat und sich einfach nicht an die Regeln gehalten wird, um die Seuche zu verlangsamen und einzudämmen.

        „Des Weiteren sind Coronaviren, wie der Namen schon sagt, Begleit-Viren von Grippeviren, was auch Dr. Wodag kommunizierte.“

        Corona-Viren, auch wenn sie bei Menschen, die sich mit Grippeviren infiziert haben, angetroffen werden, sind deshalb keine „Begleit-Viren“. Das ist eine unwissenschaftliche Aussage. Die meisten Corona-Viren, die auch bei allen anderen Viren-Infektionen getestet werden, sind nicht pathogen.

        Bisher sind sieben pathogene Corona-Viren bekannt, unter anderem die SARS-CoV-2, die im Dezember 2019 in China erstmals nachgewiesen wurden und zu der jetzigen Pandemie geführt haben.
        ——–
        Aus wissenschaftlicher Sicht und zur Vermeidung einer hohen Anzahl von Toten sind die Einschränkungen aufgrund der Corona-Seuche gerechtfertigt. Ohne diese Maßnahmen hätten wir in Deutschland, in dem die an SARS-CoV-2 infizierten Menschen, die bisher an COVID-19 erkrankten, eine ähnliche Größenordnung aufweisen wie in Italien, Spanien oder Frankreich mittlerweile mehr Tote zu beklagen, als etwa in Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Italien oder im Verhältnis zur Population Belgiens, den Niederlanden, Schweiz oder Österreich.

        Nach den zur Verfügung gestellten Daten, wird der Höhepunkt der Corona Seuche am 8. Mai erreicht sein, weil dann die Bevölkerung in Deutschland zu 66 % mit SARS-CoV-2 „durchseucht“ sein wird, wie es die Wissenschaftler des RKI und der Charité prognostiziert hatten.

        Dies heißt, außer einer ganz kleinen Anzahl von Menschen, kann sich danach hier niemand weiter mit SARS-CoV-2 infizieren. Freilich ist damit die Seuche für an COVID-19 erkrankten Menschen noch nicht zu Ende, die sich zu diesem Zeitpunkt noch zwei bis vier Wochen in Behandlung befinden werden.

        Ich gehe davon aus, daß die Einschränkungen, die vorläufig bis zum 20. April gelten, bis zum 10. Mai verlängert werden und zum 11. Mai (fast) ganz aufgehoben werden. Für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden sie wohl oder übel noch etwas länger dauern.
        ——————————————

        Warum ich nicht in Panik gerate, aber die Seuche auch nicht verharmlose und mir in meinem Wolkenkuckucksheim irgendwelche Phantasie-Gespinste konstruiere:

        Ja, die Einschränkungen werden am 10. Mai 2020 hier in Deutschland beendet, weil es dann keinen Notwendigkeit mehr dazu gibt, sie aufrechtzuerhalten. (maximale Toleranz: +/- 5 Tage).

        Abstand zu halten, dient allein dazu, daß sich solche Viren nicht zu schnell ausbreiten.

        Ansonsten „kümmert“ es die Viren nicht, welchen Abstand wir von einander halten, denn:

        Im Körper eines infizierten Menschen können sich bis zu 100.000.000.000.000 (100 Billionen) Viren entwickeln. Abstand zu halten verzögert lediglich die Übertragung, kann sie jedoch nicht verhindern.

        Bei SARS-CoV-2 steckt ein Infizierter drei weitere Menschen an.
        — Dies scheint wissenschaftlich gesichert zu sein, da sich die Anzahl der dadurch an COVID-19 erkrankten Menschen (gilt ’nur‘ für Deutschland) alle fünf Tage verdoppelt. —

        Das eigentliche Problem scheint mir, ist, daß die Bevölkerung im allgemeinen vollkommen unaufgeklärt ist.

        Sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren, stellt für die meisten Menschen nämlich überhaupt gar keine Gefahr dar!
        => Die merken nicht einmal, daß sie sich damit infiziert haben.

        Dennoch stellen sie als Träger der Viren eben eine Gefahr für die Menschen dar, die über sie infiziert werden und dann an COVID-19 erkranken. Und das Risiko daran zu erkranken, ist einfach wesentlich höher als etwa bei einer Grippe, die für bestimmte Menschen auch sehr gefährlich ist!

        Hinzukommt, daß die Sterberate bei den Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, um ein Vielfaches höher ist, als zum Beispiel bei der Influenza (0,2 % bis 0,5 %).

        Stand vom 04.04.2020 um 24°° Uhr.
        Sterberate der an COVID-19 gestorbenen Menschen:

        Italien: 12,3 %; Großbritannien: 10 %; Niederlande: 10 %;
        Spanien: 9,5 %; Frankreich 8,4 %, Belgien: 7 %; Iran: 6,2 %; Schweiz: 3,25 %; USA: 2,7 %; New York: 2,1 %, Österreich: 1,6 %; Deutschland 1,5 %
        Zum Vergleich: WELT: 5,4 %; China 4 %

        Quellen für die Zahlenangaben:
        Institut Pasteur, Paris, Frankreich; JHU; RKI, Berlin, Deutschland; Centers for Disease Control and Prevention (CDC), USA;
        —————–
        Also genießt die freie Zeit, freut euch an dem intensiven Zusammensein mit euren Kindern/der Familie, dem Partner, der Partnerin.

        Bleibt gesund! Haltet die Ohren steif.💖

        Georg

  5. Eleonore Kraus schreibt:

    Bedauerlich ist, dass der Herr Wolff eine recht ordentliche Analyse hinlegt, aber keinerlei Alternativen anbietet. An der Stelle, wo es um die Wurst geht unterscheidet er sich nicht von Mausfeldt, Ganser und wie sie alle heißen. Klar ist dem klar, dass es kein „demokratisches Geldsystem“ im System geben kann. Er hat es selber ausreichend analysiert.

    • Harry56 schreibt:

      Werte Eleonore, dieser Typ, ein typischer sich selbst verkaufender System-Schwätzer, wie so viele dieser politisierenden Hausierer. Das Tor aufstoßen zum Sozialismus bei allen diesen Schwätzern, Pustekuchen!
      Trotz alledem, auch dir noch einen guten Sonntag!

      Soz. Gruß!

    • roprin schreibt:

      Was, liebe Eleonore, sollte Herr Wolff als Alternative anbieten? Es gibt keine Kraft in Deutschland, die das könnte. Wir haben keine kommunistische Partei. Alle ordnen sich dem Grundgesetz unter und fragen brav, ob und wann, wie lange und wie viele Menschen mal protestieren dürfen. Das Grundgesetz gehort geändert: Die Arbeiterklasse muß sich wieder das Recht auf Generalstreik nehmen und sich darauf besinnen, daß man dieses System zum Teufel jagen muß. Sie muß sich besinnen, daß es Solidarität gibt. Wirtschaft und Banken agieren längst international – das muß auch die Arbeiterklasse, wenn sie je Erfolg haben will.

      • Harry56 schreibt:

        roprin, es gibt in der BRD ein Parteiengesetz, welches klar regelt, nach welchen Maßstäben eine Partei gegründet, wirken, oder aber auch verboten werden kann.
        Alle Parteien müssen auf dem Boden des GG von 1949 stehen, die verfassungsmäßige Ordnung dieses jetzigen Staates BRD anerkennen.
        Da nun etwa die KPD, DKP, die MLPD, selbst die „faschistische“ NPD noch nicht verboten wurden, stehen sie offenbar alle voll auf dem Boden des GG, ebenso die „extremistische“ AfD !
        WAS sollen wir denn von solchen genehmigten „staatstreuen“ Parteien erwarten?

        „Staatstreue“ Grüße!

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Wir halten zusammen, liebe ropri.
        Bleib gesund und alles Gute, Eleonore

      • roprin schreibt:

        Ja, „Harry56“. Das wollte ich eigentlich mit meinem Beitrag auch ausdrücken.

  6. Pingback: Gibt es einen Ausweg aus der Krise? | Sascha's Welt

  7. Eleonore Kraus schreibt:

    Bill Gates ist einer der reichsten Männer der Welt, hat sich die WHO „gekauft“ und beeinflusst die Wissenschaft wo immer es ihm möglich ist. Da halte ich es mit Karl Marx: „An allem ist zu zweifeln.“
    Was von der Politik in diesem Land kommt stelle ich grundsätzlich in Frage. Warum sollte es jetzt anders sein ?

  8. Osti schreibt:

    Ja und noch etwas. Die kleine Stadt Neustadt am Rennweg war bis gestern komplett abgeriegelt. Eine kleine Stadt (ca. 1000 Einwohner!) im Thüringer Wald, also in einer Gegend die bei Weitem nicht so dicht besiedelt ist als etwas NRW! Und siehe da, in NRW wo es angeblich die meisten und die schlimmsten Fälle gab, wurde nicht ein Ort so abgeriegelt wie Neuhaus. Das stinkt doch zum Himmel!

    Nee Leute, hier gehts nicht um einen Virus. Hier gehts darum festzustellen wer mit wem Kontakt hat, hier gehts um Unterdrückung und insbesondere um Unterdrückung der neuen Bundesländer, das ist so offensichtlich, wer da noch an die Zahlen des RKI glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Es wird Zeit daß dieser ganze Schwindel auffliegt! MFG

    • sascha313 schreibt:

      Ein paar Gedanken dazu…
      1. Corona-Viren gab es schon immer – s. Kleine Enzyklopädie Gesundheit (DDR, 1984) (Folge. „leichte Atemwegserkankungen“)!
      2. Viren verändern sich im Laufe der Zeit (Dr. Wodarg hat absolut recht!)
      3. Wenn dieser neuartige Virus in den USA patentiert wurde und aus einem Bio-Labor der US-Army stammt und man mit solchen Viren tatsächlich schon 1979 auf einem Luftwaffenstützpunkt der USA-Army in der Nähe von Madrid experimentiert hat, dann ist äußerste Vorsicht geboten. Biowaffen sind immer lebensbedrohlich!
      4. Die Mortalitätsraten sind statistische Werte, die nur in Ausnahmefällen etwas über eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Krankheit aussagen. Natürlich können statistische Daten heute auch manipuliert sein! Sogar Todesfallzahlen werden gefälscht, wenn man damit die Maßnahmen begründen kann, die das Grundgesetz außer Kraft setzen. Erst nach ein paar Jahren wird man feststellen, wie sich das Verhältnis Zuwachs/Sterbefälle entwickelt hat. Es gibt weitaus schlimmere Krankheitserreger als einen „Corona-Virus“ (Ausnahmen siehe unter Pkt. 2; aber auch Tuberkulose, Hepatitis B und C sowie Erkrankungen an „Human immunodeficiency virus“ = HIV) und dann ist natürlich immer die Frage der Verbreitung.
      5. Mit einem nichtvalidierten Test kann man alles mögliche feststellen. Viren sind nur unter dem Elektronenmikroskop erkennbar. Die Polizei oder das Gesundheitsamt oder der Herr XYZ mit dem Fieberthermometer kann überhaupt nichts feststellen, was auf einen Virus hinweist. Der Validierungsprozeß ist keine Sache von 5 Tagen.
      6. Wenn Ordnungsstrafen oder Bußgelder verhängt werden, dann ist das eine zusätzliche Einnahmequelle für den Staatshaushalt. Ob eine Strafe von 2.500 Euro für eine „Neuaufnahme in eine Mutter-Kind-Klinik“ angemessen ist, darüber läßt sich streiten. Und wenn man Jugendliche, weil sie an einer Tankstelle zusammenstehen, mit 200 Euro Ordnungsgeld bestraft, so ist das eine unverhältnismäßige, fast mittelalterliche „Züchtigung“. So erzieht man Menschen zur Unterwürfigkeit…
      7. Und natürlich ist weder das Robert-Koch-Institut, noch die WHO eine „unabhängige“ oder gemeinnützige Einrichtung. Man muß hier doch die Frage stellen: Wer gibt denen eigentlich den Auftrag und welche Lobby steckt dahinter? (Dr. Wodarg hat absolut recht!). Und wenn ein Multimilliardär Pharmafirmen an einem „Medikament“ forschen läßt, so stehen eindeutig deren Profitinteressen dahinter (auch hier hat Dr. Wodarg recht!).
      8. In der DDR waren Impfungen eine Selbstverständlichkeit, aber alle Impfstoffe waren vielfach getestet, bevor sie genehmigt wurden. Und mit Impfstoffen und Medikamenten konnte in der DDR niemand Geld verdienen (heute verdienen die Pharmakonzerne Millardenbeträge an Medikamenten!) Zwangsimpfungen sind in erster Linie eine hochprofitable Angelegnheit; zudem sind sie höchst riskant!
      9. Als Verschwörungstheorien hat man in den Staatsmedien bisher immer diejenigen kritischen Meinungsäußerungen beschimpft, die nicht in das staatlich verordnete Meinungsbild paßten (Ganser, Mausfeld, Wodarg usw.). Die teilweise schon ins Bizarre gehenden Beschimpfungen gegen russische Medien (z.B. gegenüber RT Deutsch) sind von schon beinahe von „rassistisch“ zu nennendem Russenhaß durchzogen.
      10. Wenn z.B. Ärzte von der Staatsanwaltschaft vorgeladen werden, wie in Weißrußland und wie Schwerverbrecher behandelt werden, weil sie öffentlich Stellung nehmen und ihre Meinung sagen,dann ist das schon sehr bedenklich!
      11. Es droht eine Weltwirtschaftskrise; und das ist nicht mir irgendeinem Virus begründbar, sondern eine Folge der kapitalistischen Mißwirtschaft! Das Privateigentum an den Produktionsmitteln ist die Ursache für das Scheitern des Kapitalismus. Die imperialistischen Staaten sind untereinander völlig zerstritten, und sie machen einen Fehler nach dem anderen. Wer die Konzernmanager oder die Staatsschauspieler für ehrlich hält, der kann auch an den Osterhasen glauben. Die Milliardäre versuchen nur, ihre Gelder zu retten, um sie mit in ihre unterirdischen Bunker nehmen zu können, wenn die Welt untergeht. In Rußland wurde kürzlich am Flughafen Scheremetjewo eine Tonne Gold (!) entdeckt, die illegal nach England gebracht werden sollte.
      12. Im Kapitalismus steht nicht das Wohl des Menschen im Mittelpunkt, sondern der Profit! Das war aber schon immer so. Man sieht das schon daran, wenn ein Krankenhausdirektor 34 Stationen leerräumt, „Hunderte Patienten“ rausschmeißt, um sein Personal in Kurzarbeit schicken zu können, denn – es hat ja ein „Paradigmenwechsel“ stattgefunden: die leeren Betten werden inzwischen auch bezahlt. Menschlichkeit? Niente! – Ändern können wir im Moment daran recht wenig. Den Kapitalismus kann die Arbeiterklasse nur dann beseitigen, wenn sie von einer marxistisch-leninistischen Partei geführt wird. Allerdings werden sich Gleichgesinnte auch ohne eine solche „Partei“ zusammenfinden – und die Wahrheit wird sich schließlich doch durchsetzen…

      Hier sind die Hauptverursacher der Krise:

      (Die Weltbevölkerung umfaßte im November 2019 rund 7,75 Milliarden Menschen. Insgesamt gab es 2018 weltweit 2.208 Milliardäre.)

  9. Eleonore Kraus schreibt:

    Hallo Harry56,

    mit Interesse lese ich deine Kommentare und auf einen möchte ich hier insofern antworten, weder zur Belehrung, noch zum Besserwissen oder Alleswissen, denn beides bzw. alles drei ist eine Nabelschau und nicht wirklich wichtig, weil er auch mein Leben und das Leben meiner Familie, die untrennbar mit den Geschehnissen in damaliger Zeit verbunden gewesen ist betrifft.
    Mir liegt sehr am Herzen den erbitterten Kampf der Kommunisten in der jungen Republik nach 1945 nicht unter die Räder der Geschichte kommen zu lassen. Die KPD ist im August 1956 durch das Bundesverfassungsgericht verboten worden. Adenauer hat das mit allen Mitteln voran getrieben. !951 gab es bereits „Berufsverbote“ für Kommunisten. 1956 kam es zu Hausdurchsuchngen, auch bei uns zu Hause. Hunderttausenden von Strafverfahren, die von denen eingeleitet wurden, die die Kommunisten im Faschismus wie die Hunde gejagt haben. Bei den Gewerkschaften gab es Beschlüsse, dass die Kommunisten ausgeschlossen werden sollten. Linke Sozialdemokraten haben sich schützend vor die Genossen gestellt und es nicht zugelassen. Mein Vater blieb bis zu seinem Tod in der Gewerkschaft; er war der Überzeugung, dass wir dahin müssen, wo die Arbeiter sind und dass wir Bündnisse in unserem Kampf brauchen, insbesondere dann, wenn man unsere KPD wieder einmal verboten hat Johann hat noch genauer den Kampf der Kommunisten in der jungen Republik erforscht, aber was ich sagen will ist, dass Max Reiman in fast weiser Voraussicht im Parlametarischen Rat 1949 folgendes sprach: „Wir werden nicht unterschreiben, (GG), aber wir Kommunisten werden das GG gegen die verteidigen, die es heute unterschreiben.“
    Den Kommunisten hat man ihre politische Heimat genommen und das war eine Katastrophe nach 1945. Die DKP, ich war Jahrzehnte in der Partei, auch in Funktionen, gab es und gibt es nur, weil der M/L im Statut nicht festgeschrieben steht. Der nächste Knaller kam dann 1972 mit dem Radikalenerlass, den der „Friedensfürst“ Brandt unterschrieben hat und Tausende meiner Genossen in den Abgrund hat stürzen lassen. Erstklassig ausgebildete Pädagogen und Psychologen. Wir wussten, dass wir nur mit Wissen und einer guten Vermittlung punkten konnten wurden kaltgestellt. Gerichtsverfahren wegen zivilen Ungehorsams waren an der Tagesordnung.
    Wir haben einen Kampf gekämpft der mich heut noch fröhlich stimmt, denn niemand wurde alleine gelassen: Hand in Hand und solidarisch, bis zu den Berufsverboten und vor allem danach, die eine unglaubliche Härte darstellten, da die Existenzen der Genossen vernichtet worden sind. Mich hat es auch betroffen, etwas anders, weil man in der Zwischenzeit andere Mittel gelernt hat einzusetzen. „Überqualifiziert,“ Zeitverträge, lange Zeiten von Arbeitslosigkeit dazwischen, unterbezahlt und abserviert.
    Danke für die Aufmerksamkeit und bitte verstehe diesen Text als Information.

  10. Harry56 schreibt:

    Hallo Eleonore, vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
    Ich verstehe gut, dass viele echte Kommunisten, welche ihre Partei 1956 durch das absolut pro-kapitalistische Adenauer-Regime verloren haben, in der 1968 gegründeten DKP in gewisser Hinsicht wieder eine neue politische Heimat gefunden haben.
    In den 1970er und 1980er Jahren war die DKP sehr rührig, etwa in Großbetrieben tätig in Betriebsräten, teilweise auch in den Gewerkschaften. Sie betrieb viele Bücherläden, in denen man ein umfangreiches Angebot an sozialistischer Literatur erstehen konnte, aber, und das fand ich schon damals etwas merkwürdig, keine Stalin-Werke, Stalin war in diesen Buchläden „irgendwie“ tabu. Nur ein Zufall? Und heute streiten sie noch immer über J.W.Stalin, seine Rolle in der Geschichte des Sozialismus, für meinen Geschmack, rein, viel zu viel ideologisch.

    Was die später gegründete MLPD angeht, ein wirklich unterirdischer Verein, auch wenn sie durchaus gute Verdienste bei der Herausgabe sozialistischer Schriften erworben hat, etwa von Karl Liebknecht, Ernst Thälmann u.a….
    Und die 1990 noch in der DDR neu gegründete KPD angeht, so habe ich über sie nur wenig wissen. Und die KI…., gibt es die noch?
    Mir fällt immer wieder auf, dass sich in allen diesen Parteien bzw. Grüppchen neben ehrlichen Leuten auch viele schräge Gestalten tummeln, (ebenso wie etwa in der AfD und anderen pseudo-patriotischen Vereinen und Parteien!), vielleicht „U-Boote“?

    Wie dem auch nun sei, wir sollten immer, wo wir auf aufgeschlossene Menschen treffen, möglichst frei von aufdringlichen Ideologie-Gehabe, wirkliche Aufklärung betreiben, auf politische Schlagworte verzichten, die für die heutigen Verhältnisse verantwortlichen Träger und Mitmacher, also „Roß und Reiter“, klar benennen!
    Ja, auch der „Imperialismus“ tut „von sich aus“ ,als „System“, garnichts, er hat Träger und Profiteure, Helfershelfer aller Art, welche aus Eigennutz dieses System mit allen Mitteln betreiben, aufrechterhalten, verteidigen, beschönigen…, der „Imperialismus“ hat Namen und Gesichter, Adressen, Örtlichkeiten.
    Jede Gesellschaft, so Marx, Engels und Lenin, ist das PRODUKT des wechselseitigen Handelns der Menschen, welche in dieser ihr Leben führen!

    Soz.Gruß!

    • Eleonore Kraus schreibt:

      Danke, Harry56,

      um ehrlich zu sein kann ich deine auch ausführliche Antwort, worauf denn nun bezogen, nicht wirklich einordnen. Die Lebenswirklichkeit in der jeweiligen Zeit ist aus meiner Sicht eine ganz entscheidende Rolle bei den heutiger Bewertung des Gesterns in der Geschichte. Und nein, ich stimme dir nicht an dieser Stelle zu, wo du die DKP „rührig“ nennst und ihren/unseren Kampf damit abwertest. Das lasse ich bei aller berechtigten Kritik nicht zu , denn ich weiß um unsere Kämpfe und wieviele persönliche Opfer wir gebracht haben, dass muss ganz dringend einbezogen werden. Die Berufsverbote haben unendlich viel menschliches Leid in der Folge gebracht und meine Wertschätzung und meine Anerkennung ist grenzenlos ! Die Friedensbewegung, der „Krefelder Appell“ wurde von uns auf den Weg gebracht. Wir waren die Avantgarde und haben eine wirklich substantielle Arbeit geleistet, ob in den Stadtteilgebieten, ob in der Nachhilfe, ob bei der Nachbarschaftshilfe und vielem mehr waren wir an allererster Stelle zu sehen und wir waren keine Sektierer, sondern haben überall unsere roten Nasen reingesteckt; täglich im Alltag und im Leben der Menschen. Wir wussten wo geheiratet, wo ein neuer Mensch auf die Welt kam und haben auch den Schmerz mit ihnen geteilt, wenn gestorben wurde.
      Nun gut, dass mit Stalin ist ja nun ein alter Hut. Wenn ich in der DDR mit einer Delegation war und mich mit Literatur eingedeckt habe, war kein Stalin dabei, denn den habe ich in der DDR nicht finden können. Und noch was: Unsere Arbeit in den Betrieben, in den Schulen, in den Krankenhäusern war vorbildlich. In der Stadt wo ich wohne wurden Genossen in den Stadtrat gewählt und haben den gesellschaftlichen Fortschritt vorangetrieben. Völlig wurst, dass ich aus der DKP mit Grund ausgetreten bin und den habe ich an anderer Stelle begründet, jedoch lasse ich nichts über meine Genossen kommen, die an vielen Rädchen gedreht haben und ihre Spuren hinterlassen haben. Und darum geht es schließlich auch.
      Einen schönen Tag wünscht Eleonore

  11. Pingback: Profiteure der Angst | Sascha's Welt

  12. Harry56 schreibt:

    Weber Johann schreibt:
    8. April 2020 um 07:28 ……

    Die Gefühle und Gedanken dieses sowjetischen Hauptmannes über die Rolle der Deutschen, insbesondere der deutschen Arbeiterklasse von 1941 – 1945 aus dem Jahre 1948 sind auch noch heute gut nachvollziehbar! Aber warum?
    Es ist noch immer das gleiche Problem, das deutsche Besitzbürgertum,, die deutsche Bourgeoisie vermochte und vermag noch immer, die große Masse der mehrheitlich besitzlosen Bevölkerung dank ihrer ungeheuren wirtschaftlichen und damit auch politischen Macht in Unterwerfung, in Unmündigkeit, weitgehender politischer Unzurechnungsfähigkeit zu halten.

    Dass es den deutschen Kommunisten 1933 nicht gelang, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen den Faschismus zu mobilisieren, sollten wir ihnen keinesfalls zum Vorwurf machen, denn die Einpeitscher, Organisatoren des Hitlerfaschismus, Hintermänner, Auftraggeber, hatten, neben vielen ausländischen mächtigen Kapitalseignern auch in SPD und Gewerkschaften mächtige Handlanger, welche den Faschisten mit den Weg an die Regierungsgewalt ebneten, jeden wirksamen wirklichen Widerstand gegen den braunen Faschismus – vor und nach 1933! auf vielfältigste Weise vereitelten.
    Um es klar zu sagen, die deutsche SPD und die deutschen Gewerkschaften waren absolut mitverantwortlich, Wegbereiter (nicht die eigentlichen Organisatoren, klar!) für alle Tragödien und Verbrechen ab 1933!

    Hierzu, ganz klar, Ernst Busch, 1931:

    Und wie sieht es nun heute, nach 1945 aus? Alles nun „in Butter“? Natürlich nicht!
    Nach der Kapitulation im Mai 1945 fassten die deutschen Bourgeoisie und deren Anhang, die Stützen aus dem Adel und die vielen Staatsschergen des „Dritten Reiches“ sowie die erneuten Wegbereiter aus SPD und Gewerkschaften (ab 1948 der DGB) schnell den Plan, in dem ihr verbliebenen Rumpf-Deutschkland, den 3 Westzonen, unter dem Schutz der amerikanisch-britisch-französischen Bajonette, sich einen neuen Bourgeois-Staat zu erschaffen, natürlich unter der Prämisse der völligen politischen Unterwerfung unter den US-Imperialismus, dem neuen Weltführer des internationalen Kapitalismus. Das Stichwort hierfür hieß „Westbindung“.

    Die seit Juni 1948, dem Zeitpunkt der Einführung einer neuen Währung in den 3 Westzonen sowie in den Westsektoren von Berlin, anvisierte Spaltung Deutschlands, die 1949 erfolgte Gründung der westzonalen BRD, erfolgte ganz klar im Interesse der Klassenherrschaft der nun auf Westdeutschland zusammengestauchten deutschen Bourgeoisie und dem alten Adel.

    Dass in diesem neuen Bourgeoisie-Staatsgebilde BRD unzählige Staatsschergen aus dem „3.Reich“ erneut zahllose neue Betätigungsfelder fanden, sollte unter diesen Umständen daher niemanden verwundern, die „alten Faschisten“ verwandelten sich beinahe über Nacht in „westliche Demokratien“, in glühende Verehrer und Unterstützer von „Amerika“. Man tauschte blitzschnell Parteiabzeichen, Fahnen und Parolen, und fertig waren diese neuen „Demokraten“, Opportunisten wie eh und je.

    Die 1952 schnell erfolgte brüske Ablehnung der berühmten „Stalin-Note“ durch Adenauer, und die gesamte übrige Bonner Polit-Mischpoke (mit Ausnahme der KPD!) lag ganz auf der Linie der seit 1948 systematisch erfolgten Politik der Spaltung Deutschlands. Die deutsche Bourgeoisie und deren Anhang lag, in IHREM Klasseninteresse – versteht sich, völlig richtig mit Adenauers Spruch, seiner Antwort auf diese Note: „Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze halb!“ !

    Und die SPD und Gewerkschaften nach 1945? Welche „Lehren“ haben sie gezogen? Die gleichen „Lehren“, wie schon einmal 1933: Mitmachen, „Mitgestalten“, „Mitbestimmen“. Die verbliebenen deutschen Kommunisten sahen sich in diesem Bonner Staat sehr schnell, wie schon einmal in den Jahren 1932/33, einer EINHEITSFRONT aus Bourgeoisie, bürgerlichen Staatsapparat und einer verlogenen gekauften „Arbeiterpartei“ SPD und dem mit dieser verbandelten DGB-Vereinen, verlogenen „staatstragenden“ , ebenso gekauften Gewerkschaften, angeblichen „Klassenorganisationen der Arbeiterklasse“, gegenüber.

    Nach den einstigen „Tigern“ in Stalingrad, Kursk, Belgorod etc… stehen erneut heute, direkt an deren Grenzen, die „Leoparden“ der NATO-Bundeswehr den „Russen“ gegenüber, natürlich im jetzigen „zeitgemäßeren“ Jargon sind das „westliche“ Panzer, „demokratische“ Waffen…, „im Bündnis“.

    Und das in der BRD ausgenutzte, benutzte in- und ausländische Proletariat darf mit seiner Arbeitskraft, insbesondere horrenden Steuern, Abgaben aller Art wie einst schon nach 1933 für neue imperialistische Kriege geradestehen, muss dafür die Mittel bereitstellen, ebenso wie in allen anderen kapitalistischen (zumeist NATO)-Ländern.

    Es sind also letztlich keine Fragen irgendeiner imaginären „Demokratie“, keine Fragen blödsinniger, schwadronierender „Friedensforscher“ und „Konfliktforscher“, die hier und heute zur Debatte stehen, sondern es sind reine MACHTFRAGEN, nämlich: WER herrscht, WER regiert, und in wessen INTERESSE?

    Soz.Gruß!

  13. Weber Johann schreibt:

    Liebe Eleonore Kraus, vielen Dank für Deine Stellungsnahme zur KPD. Solche Stimmen brauchen wir. Die mit über 6 Milliarden Euros an Steuergelder gefütterten Erfüllungsgehilfen des DDR-Delegitimierungsauftrag von Bundeskanzler Kohl versuchen täglich, wenn nicht gleich stündlich, dieses menschenverachtende Vorgehen aller Alt-BRD-Parteien gegen die KPD unter der Decke zu halten. Das KPD-Verbot war verfassungswidrig. Das Grundgesetz wurde mit Füßen getreten.
    Wie schaffte es Adenauer das Grundgesetz auszuhebeln.

    Adenauer brauchte einen Bundesverfassungspräsidenten, den er bestimmte. Wie ging er da vor.
    Auszug aus dem Protokoll der Bundes-Kabinett-Sitzung vom 26.6.1951:
    „Der Bundesminister der Justiz berichtet über den Stand des Wahlverfahrens. Die Frage der Besetzung der Stelle des Präsidenten sei noch ungeklärt. Der Bundesminister der Finanzen wird noch einmal mit Höpker Aschoff sprechen. Zum Gespräch soll der Bundesminister der Justiz hinzugezogen werden. Es wird erwartet, daß dann die Wahl Höpker Aschoffs gesichert werden kann.“
    https://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0000/k/k1951k/kap1_2/kap2_49/para3_22.html

    In der Bundeskabinettsitzung vom 4.9.1951 hatte Adenauer seinen Bundesverfassungspräsidenten, Höpker-Aschoff bestimmt:
    „Der Bundesminister der Justiz berichtet über den Stand der Angelegenheit. Die Wahl des Ministers a. D. Höpker Aschoff zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts könne als gesichert angesehen werden. Der Bundeskanzler weist darauf hin, daß es dringend erwünscht sei, daß das Bundesverfassungsgericht noch in dieser Woche zusammentrete, um über die von dem Land Baden beantragte einstweilige Anordnung Beschluß zu fassen, da nach seinen Informationen sonst damit gerechnet werden müsse, daß die badische Regierung an der Abstimmung am 16.9.51 nicht mitwirken werde“
    https://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0000/k/k1951k/kap1_2/kap2_64/para3_11.html

    Am 23. November 1951 reichte Adenauer beim Bundesverfassungsgericht sein KPD-Verbot ein.

    In der Bundestagssitzung vom 19.3.1953 gab Bundeskanzler Adenauer bekannt, dass in der Alt-BRD die Kommunisten nicht mehr Angehörige der Opposition sind.

    Protokoll Deutscher Bundestag — 255. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 19. März 1953
    Der Herr Bundeskanzler wünscht zunächst das Wort. Bitte!
    „Dr. Adenauer, Bundeskanzler: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! […]
    Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, zu einigen der bisher von Angehörigen der Opposition — dazu rechne ich nicht mehr die Kommunisten —
    (Sehr gut! und Beifall bei den Regierungsparteien.)
    und zu den in Oppositionszeitungen gemachten Einwendungen gegen den Abschluß der Verträge Stellung nehmen. „
    [..]

    Klicke, um auf 01255.pdf zuzugreifen

    Bei der 2. Bundestagswahl kam die KPD nicht mehr in den Bundestag. Adenauer hatte sein Ziel erreicht. Es gab im Bundestag keine Opposition mehr.
    In der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 4. Oktober 1953 konnten die Menschen in der DDR lesen, wie Adenauer gleich Kontakt zu den mit Nazi vollgepfropften BHE(Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) aufnahm und keine Skrupel hatte, damit er seinen Kriegsverträge durch boxen konnte, gab er dieser Nazi-Partei BHE gleich 2 Ministerposten. Ich zitiere:
    „Bei der ersten und zweiten Lesung der Kriegsverträge hatte die BHE-Fraktion gegen die Verträge gestimmt. Kurz vor der dritten Lesung wurde Kraft daraufhin von Adenauer zu einer internen Unterredung geladen, in der ihm Adenauer zusicherte, daß der BHE bei einer Neubildung der Bonner Regierung zwei Ministersessel erhalten werde, wenn er von seiner „verneinenden Opposition“ zu einem „konstruktiven Ja“ übergehe. Der ehemalige SS-Hauptsturmführer Kraft hatte für dieses Versprechen Adenauers skrupellos die Meinung der ganzen BHE-Fraktion verkauft und bei der dritten Lesung den Kriegsvertragen zugestimmt.“

    Die Hetzjagd gegen Menschen in der Alt-BRD, die sich für einen Friedensvertrag, für eine Wiedervereinigung, für Frieden, gegen die Remilitarisierung usw. einsetzten, nahm Fahrt auf. Alle diese friedlichen Menschen wurden als Kommunisten diffamiert, verfolgt und viele gingen ins Gefängnis.
    Obwohl heute viele sagen, das KPD-Verbot von 1956 ist verfassungswidrig, hob bisher noch keine Bundesregierung dieses KPD-Verbot auf. Es schlummert im Hintergrund. Wer will, soll sich einmal die Frage stellen, warum wird dieses verfassungswidrige KPD-Verbot nicht aufgehoben?
    Und nochmals, die Bekanntgabe Adenauers 1953 im Bundestag, dass er die Kommunisten nicht mehr zur Opposition zählt, zeigt, das KPD-Verbot 1956 war für Adenauer nur noch „reine Formsache“.

  14. Eleonore Kraus schreibt:

    Da beißt die Maus keinen Faden ab. Auch hier werde ich nicht zulassen, dass den Kommunisten ihr Handeln, nämlich in der Gewerkschaft mitzuarbeiten, obwohl ihnen die Problematik bewusst gewesen ist, trotzdem war es für sie unerlässlich. Sträflich wäre es gewesen, wenn man sich dem ganz entzogen hätte. Viele SPD Mitglieder hatten einen ganz engen Kontakt zu den Kommunisten in den Betrieben und das war gut so.

    Der Vater hat eine Solidarität erhalten, die ihm Kraft gegeben hat, weiterzumachen, als man ihn wieder politisch verfolgte. Zu dieser Zeit war er gezeichnet von Faschismus, Konzentrationslager und Krieg. Und ich bin davon überzeugt, dass Kommunisten überall dabei sein müssen, und von überall dann das mitzunehmen, was für den weiteren Weg einen Sinn ergibt.

    Es wird doch wohl keiner ernsthaft in Frage stellen wollen, dass die Kommunisten, die den Faschismus und das Konzentrationslager ertragen mussten, und in der Folge das Verbot der KPD, mit all den Erniedrigungen und Verfolgungen (nur ohne die Todesstrafe), nicht laut darüber nachgedacht haben, was es bedeutet, dass sie in der Gewerkschaft waren. Die Rolle der Gewerkschaften im System war ihnen glasklar. Und nichts ist nur schwarz oder nur weiß.

    Ich war selber, mit all dem Hintergrundwissen, in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Ich fand und finde das richtig. Wenn man, wie viele Kommunisten, die ich in jungen Jahren kennengelernt habe, für den Kommunismus und für Stalin glüht, bleibe ich vertrauensvoll. Und ich weiß, dass die Frauen und Männer sich viel dabei gedacht hat, wenn sie diese Gratwanderung mitgemacht haben – gegen Widerstände, auch in der KPD. Und sie haben es dennoch für richtig, notwendig und wichtig angesehen. Die Gewerkschaften waren und sind Teil des Systems. Wer historisch denkt, der weiß das!

  15. Eleonore Kraus schreibt:

    Lieber Johann, dieser Frage gehe ich seit einigen Tagen verstärkt nach. Interessant, dass du nun die Frage stellst: „Warum wird dieses verfassungswidrige KPD Verbot nicht aufgehoben?“ – Ich denke folgendes: Es wird niemals aufgehoben, weil sie es wieder aus der Schublade holen, sobald sie es brauchen, auch unter möglicherweise verändernden gesellschaftlichen Bedingungen.

    Es wird der herrschenden Klasse im Kampf gegen eine erstarkende Arbeiterklasse irgendwann wieder nützlich sein. Deswegen halten sie es solange unter Verschluss. Zumal mit diesem Verbot für eine marxistisch-leninistische Partei (wie es die KPD ja war) generell die Schotten dicht gemacht wurden.
    Danke, lieber Johann und bleibe gesund.

  16. Lieber sascha313, liebe Genossinnen und Genossen,

    Zitat: „Es gelang den Kommunisten nicht, die Deutschen von ihrem verhängnisvollen Feldzug gen Osten abzubringen.“

    Wie hätte es den Kommunisten auch gelingen sollen, „die Deutschen von ihrem verhängnisvollen Feldzug gen Osten abzubringen“?
    Der Vorsitzende des ZK der KPD — Ernst Johannes Fritz Thälmann (* 16. April 1886 in Hamburg;
    † 18. August 1944 im KZ Buchenwald ERMORDET) — wurde von „eigenen Genossen“ = antikommunistischen Agenten, die vom Sicherheitsdienst der Partei nicht enttarnt wurden, den Nazis ans Messer geliefert.
    Danach wurden die kommunistischen Organisationen bis auf Dorf-Ebene von den Geheimdiensten und Spezialeinheiten des Militärbündnisses, welches den NAMEN ‚Deutsches Reich‘ FÜHRT und den Polizeien der verschiedenen deutschen Staaten, deren Leitung überwiegend in den Händen von Mitgliedern der SPD lag und dem paramilitärischen Geheimbund der SPD (*A) ausgeschaltet und liquidiert, indem die Führung der KPD auf allen Ebenen der Partei sofort ermordet oder verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt wurde.
    ———————————————————————————————-
    Zitat: „… und nun kommen wir wieder auf den deutschen Philosophen Immanuel Kant zurück, der versucht hatte, den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Erkenntnis und dann zwischen Erkenntnis und Handeln aufzuklären.
    Und er kam zu dem Schluß: Feigheit und Faulheit seien »die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen … dennoch zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen«.“

    Du weißt ja mittlerweile, daß ich auf diese Schrulle eines „Philosophen“ gar nicht gut zu sprechen bin. Nicht nur weil ich seine idealistische Philosophie verurteile, sondern vor allem, weil er der Begründer des Rassismus ist und seine absurden und kranken Gedanken, die Grundlage und Rechtfertigung der Politik der Ausrottung und Euthanasie der Nazis bildeten.

    (Ich muß hier darauf verzichten, all die Aussagen dieses Lumpen zu zitieren, weil sie einfach zu ungeheuerlich sind, um deinen Blog damit „zu vergiften“. Eines sei dennoch erlaubt: „Die Euthanasie des Judentums ist die reine moralische Religion“ — Prof. Dr. Immanuel Kant 1798, Philosoph, Der Streit der Fakultäten)

    Der Schluß:
    »Feigheit und Faulheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen … dennoch zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen«.
    ist ein Cum hoc ergo propter hoc (lateinisch für: ‚mit diesem, folglich deswegen‘)
    und bezeichnet den Fehlschluss der Scheinkausalität, bei dem das gemeinsame Auftreten von Ereignissen (Koinzidenz) oder die Korrelation zwischen Merkmalen —> ||| »Feigheit und Faulheit sind die Ursachen«. ||| ohne genauere Prüfung als Kausalzusammenhang aufgefasst wird. Eine Korrelation impliziert jedoch keine Kausalität (englisch: Correlation does not imply causation), auch wenn der Zusammenhang kausal scheinen mag (Scheinkorrelation). Ohne kausalen Zusammenhang erfolgt eine Zuordnung von Ursache und Wirkung WILLKÜRLICH ohne fundierte Begründung.

    Auf diesen Fehlschluss von Kant nach dem Muster cum hoc ergo propter hoc, der hier vorliegt, gibt es nur eine Antwort: cum hoc non est propter hoc (lateinisch: ‚Mit diesem ist nicht deswegen.‘).
    ————————————————

    Zitat: „Was ist das anderes als „Unmündigkeit“, wenn man mangels eigenen Wissens nicht in der Lage ist, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen? Und warum hatte Lenin in seiner Rede an die Jugendverbände so dringend dazu aufgefordert zu lernen! »Die Aufgabe besteht darin, zu lernen!« (LW, Bd.31, S.272-290)
    Mit einem verdummten Volk kann man fast alles machen. Nur ein gebildetes Volk wird imstande sein, sich von Vormundschaft der kapitalistischen Mafia zu befreien!“

    Ja! Es ist „Unmündigkeit“!
    Diese ist jedoch nicht „selbstverschuldet“, wie Kant behauptet hat! Denn der Mensch ist von Natur aus ein Säugetier und wird „unmündig“ geboren und bedarf daher der älteren Meschen, ihn zur Mündigkeit zu erziehen.
    Da jedoch die Gesellschaft — „das gesellschaftliche Sein“, wie Marx es nennt — selbst seit Jahrtausenden zu tiefst „unmündig“ gehalten wurde und daher weitestgehend „unmündig“ ist, ist die Ursache der „Unmündigkeit“ nicht »Feigheit und Faulheit«, sondern das gesellschaftliche Sein, welches nach Marx schließlich das Bewußtsein bestimmt!

    (*A) —> siehe Gustav Noske (SPD) und seine Mörderbande, die mit der Garde-Kavallerie-(Schützen-)Division — ein im Frühjahr 1918 gebildeter Großverband der Preußischen Armee, aus dem nach der Novemberrevolution eine Vielzahl von Freikorps hervorging eng zusammengearbeitet hat
    => Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 und anschließende Ermordung von mehr als 2.000 Kommunisten auf Befehl von Noske sowie Inhaftierung Tausender weiter Kommunisten in Konzentrationslager, deren Folter und teilweise Ermordung. Weitere Infos kann Hartmut Barth-Engelbart dazu liefern, dessen Vater einer Mörderbande von Noske angehörte.

    • sascha313 schreibt:

      Also, wenn ich diesen Kommentar hier so lese, juchauchanam, dann frage ich mich doch ernsthaft, wieso ich den überhaupt freigegeben habe. Es scheint heute allgemein üblich zu sein, daß jeder zu allem und jedem seine Meinung äußert – pluralistisch versteht sich, und ohne tiefere Sachkenntnis, und daß es keine Rolle mehr spielt, was richtig und was falsch ist. Jeder kann heute alles behaupten, was er für richtig hält, solange es dazu weder wissenschaftliche Quellen noch tiefgründigere Studien gibt.

      Bürgerliche „Weisheiten“ werden im Stile von Bekanntmachungen verbreitet, wikipedia und alle möglichen reaktionären und oft sogar hochbezahlten Schreiberlinge mit akademischen Titeln helfen fleißig mit. Glanzvolle fremdsprachliche Begriffe, Zitate und Versatzstücke aus dem Internet vervollkomnen die Parade. Und wer – wie heute nicht anders zu erwarten – ohne ein Mindestmaß an Grundbildung (man sehe sich heutige Schulabgänger an!), geschweige denn ohne ein marxistisch-leninistisches Grundlagenstudium, eine derartige Polemik liest, ist gewillt, alles für bare Münze zu nehmen und sich hochachtungsvoll zu verbeugen vor dem exorbitanten „Wissen“ des Schreibers solcher Kommentare – nicht ahnend, was das Internet alles noch an „Schätzen“ bereithält..

      Man muß sich schon die Mühe machen, sich mit dem Denken eines solchen bedeutenden Philosophen wie Immanuel Kant zu befassen, ehe man ihn als einen „Lumpen“ beschimpfen und ihm Dinge unterstellen kann, die ihm wesenfremd waren. Nicht ohne Grund gab es in der DDR zahlreiche Publikationen, die das Werk eines Immanuel Kant und die gesellschaftlichen Umstände jener Zeit auf Äußerste genau untersucht haben – und zwar aus marxistischer Sicht. Nicht ohne Grund haben sich Marx, Engels und Lenin auf Kant, Hegel, Feuerbach und andere Philosophen und Ökonomen ihrer Zeit und vorangegangener Epochen bezogen, das Wertvollste aus ihren Werken verwendet und damit die wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus-Leninismus bereichert und weiterentwickelt.

      Es gehört schon ein erhebliches Maß an Selbstgefälligkeit dazu, um alles das, was Generationen von marxistischen Wissenschaftlern (Historikern, Ökonomen, Philosophen usw.) erforscht und – sich Stück für Stück der Wahrheit nähernd – erkannt haben, mit einem Federstrich beiseite zu schieben und durch eigene „Erkenntnise“ zu ersetzen. Auf ein solches Niveau wollen wir uns hier nicht einlassen. Und darüber zu diskutieren – gerade auch, weil es mit dem o.a. Thema nur wenig zu tun hat – ist hier nicht der Ort! Der Weg zu einem proletarischen Klassenbewußtsein ist kein leichter Weg – er ist voller Hürden und Hindernisse. Und nur, wer sich auch an den Kämpfen der Klasse beteiligt und – völlig richtig! – wer lernt und studiert, der wird „dem Herrlichsten in der Welt – dem Kampf für die Befreiung der Menschheit“ (Ostrowski) damit einen Dienst erweisen.

Kommentare sind geschlossen.