Befehl aus Brüssel: Sowjetisches Denkmal für den Befreier Prags Marschall Iwan Konjew abreißen!

Denkmal KonewIn einem verbrecherischen Piratenakt haben die Behörden des Prager Stadtbezirks 6 das sowjetische Denkmal für den Befreier der Stadt Prag vom Faschismus abgerissen. Das Denkmal für den Marschall der Sowjetunion Iwan Konew wurde Ende der 1970er – Anfang der 1980er Jahre auf Initiative der Stadtverwaltung in Prag errichtet. Es wurde auf Kosten der einheimischen Einwohner aus Dankbarkeit dafür gebaut, daß der Heerführer befohlen hatte, während der Befreiung der Stadt von den Nazis im Mai 1945 keine schwere Artillerie einzusetzen, um die Gebäude der Stadt zu erhalten. Im September 2019 hatten nun die Behörden des Bezirks Prag-6 beschlossen, in dem sich das Denkmal befand, es zu verlegen oder an private Eigentümer zu übergeben. Am 3. April wurde das Konew-Denkmal vom Sockel entfernt.

Eine Schande für das Land!

Der Sprecher des tschechischen Präsidenten Milos Zeman, Jiří Ovčáček, bezeichnete den Abriß des Denkmals als eine Schande für das Land. Ovčáček wies darauf hin, daß der Marschall das Vernichtungslager Auschwitz und die Tschechoslowakei von den deutschen Nazis befreit habe. Die russische Botschaft drückte ihrerseits dem tschechischen Außenministerium entschiedenen Protest aus.

Der Befehl kam aus Brüssel

Eine weitere Abscheulichkeit der Geschichtsfälschung. Die vom Parlament der Europäischen Union per Entschließung vom 19. September 2019 erklärte Fälschung der Geschichte bot Nationalisten und antisozialistischen Hassern die Rechtfertigung, das Prager Denkmal für den Marschall der Sowjetunion Iwan Konjew zu beseitigen, um es der Öffentlichkeit zu entziehen.

Die Inszenierung

Von „Unbekannten“ wurde das Denkmal des sowjetischen Heerführers im Großen Vaterländischen gegen die faschistischen Okkupanten mehrfach beschmiert und besudelt. Marschall Konjew war Oberbefehlshaber der 1. Ukrainischen Front, die u. a. bei der Befreiung des KZ Auschwitz, bei der ersten Begegnung sowjetischer und US-amerikanischer Soldaten an der Elbe bei Torgau und der Befreiung Prags am 9.Mai 1945, kämpfte. Ihr Ziel: die Vernichtung der Hitlerwehrmacht auf deutschem und tschechischem Boden,.

Schändung des sowjetischen Ehrenmals

Schaendung KonewDas Besprühen des Denkmals mit roter Farbe am 21./ 22. August 2019 veranlaßte Stadtbezirksbürgermeister Ondřej Kolař zur „dauerhaften Lösung“. Am 3. April 2020 wurde das Denkmal in einer Nacht- und Nebel-Aktion vom Stadtmanagement „abgebaut“ und in ein „Museum“ verbracht. Der Stadtbezirksbürgermeister ließ sich den Piratenakt von den Stadtbezirksräten Prag 6, von den Abgeordneten der Christlich Demokratischen Union (KDU-ČSL), der Demokratischen Bürgerpartei (ODS), „Unabhängigen“ (STAN) und Christdemokraten (TOP 09) absegnen.

US-Army ignorierte Hilferuf aus Prag

Am 5. Mai 1945 besetzten Prager Bürger das Rathaus und Radio Prag und gaben von dort das Signal zum Aufstand gegen die faschistischen Okkupanten. Ein tschechoslowakischer Nationalrat übernahm erste Machtfunktionen. Am 6. Mai kamen Abteilungen der tschechoslowakischen Partisanenarmee zu Hilfe. Auf Barrikaden wurde gegen Wehrmachtsverbände gekämpft, die sich am 8. Mai in Richtung Plzen zu den US-amerikanischen Einheiten absetzten. Die US-Army stand in Plzen (70 km vor Prag) und hatte einen Hilferuf des Nationalrates nicht beantwortet.

Grausamer Aufmarsch der Waffen-SS

Am 7. Mai hatten noch starke, mit Panzern und schweren Waffen ausgerüstete Waffen-SS-Verbände bei Prag einen grausamen Gegenangriff gestartet. Der Aufstand drohte in einem Blutbad für die Prager Bürger zu enden. Die Sowjetarmee erreichte am 8. Mai Dresden. Marschall Konjew führte Einheiten der 1. Ukrainischen Front, u. a. im Eilmarsch über das Erzgebirge nach Prag („Prager Operation“). Die SS-Verbände und Einheiten der Wehrmacht wurden zur Kapitulation gezwungen und Prag somit am 9. Mai von den faschistischen Okkupanten befreit.

Vorgeschichte der antisowjetischen Inszenierung in Prag 6

Am 19. September 2019 verabschiedete das Parlament der Europäischen Union eine Entschließung unter der Bezeichnung „Zur Bedeutung des europäischen Ge-schichtsbewusstseins für die Zukunft Europas“. In diesem werden Ursachen, Verantwortung, Verlauf und Folgen des 2. Weltkrieges einer Neubewertung im Sinne der Verharmlosung des Faschismus und der Diffamierung der Befreiungstat der Sowjetarmee und der Sowjetvölker unterzogen. Zugleich wird die aggressive Politik von NATO und EU gegen Russland gerechtfertigt.

Neofaschistische Reaktion in Prag

Die schwarze Reaktion, getarnt als bürgerliche Demokratie, beansprucht die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart vor dem 75. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus und verschweigt die antikommunistische Zielsetzung des Kalten Krieges der imperialistischen Hauptmächte 1945 – 1990 und dessen Neuauflage seit 1990 durch NATO und EU.

In der geschichtsrevisionsitischen EU-Entschließung heißt es unter Drittens:

„Das Europäische Parlament … erinnert daran, dass das nationalsozialistische und das kommunistische Regime Massenmorde, Völkermord und Deportationen durchführten und im 20. Jahrhun-dert einen in der Geschichte der Menschheit nie da-gewesenen Verlust an Menschenleben und Freiheit verursachten …; verurteilt in aller Schärfe die Akte der Aggression, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die massenhaften Menschenrechtsverletzungen, die von den Nationalsozialisten, Kommunisten und anderen totalitären Regimen begangen wurden.“
Zitat:
„Das Europäische Parlament… fordert 8. alle Mitgliedstaaten auf, den 23. August sowohl unionsweit als auch auf nationaler Ebene als den europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer totalitärer Regime zu begehen und das Bewusstsein der jüngeren Generation für diese Problematik zu schärfen, indem die Geschichte der totalitären Regime und die Untersuchung ihrer Folgen in die Lehrpläne und die Schulbücher aller Schulen in der EU aufgenommen werden…“
Zitat:
„18. Das Europäische Parlament weist darauf hin, dass es im öffentlichen Raum einiger Mitgliedstaaten (z. B. in Parks, auf Plätzen oder in Straßen) noch immer Denkmäler und Gedenkstätten gibt, die totalitäre Regime verherrlichen, was der Verfälschung historischer Tatsachen über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Zweiten Weltkrieges Tür und Tor öffnet.“
—————————————-

Protest-Note

des Revolutionären Freundschaftsbundes e.V.
an den Bürgermeister des Stadtbezirkes Prag 6,

12. April 2020

Protest gegen den Piratenakt der Verbannung des Denkmals für Sowjetmarschall Konjew aus der Öffentlichkeit

Herr Bürgermeister Mgr. Ondřej Kolař,
wir, Nachkommen der Kämpfer des antifaschistischen Widerstandes in Deutschland, erheben unseren Protest gegen die Entehrung der Befrei-ungstat der Sowjetarmee, die mit den Alliierten Armeen und Partisanenverbänden Europas, als Hauptkraft und mit größten Menschenopfern den Sieg über die grausame faschistische Diktatur und stärkste Militärmacht erkämpfte.

Sie und eine Mehrheit der Stadträte von Prag 6 setzten in der Zeit des Wiedererstarkens nationalistischer, rassistischer und faschistischer Kräfte ein verhängnisvolles Signal. Anstatt die Täter für die Beschädigung und Besudelung des Denkmals zu ermitteln und der gesetzlichen Strafe zuzuführen, zeigten sie an, den Willen der Schuldigen zu erfüllen.

Es ist nicht zu übersehen, dass mit diesem antisowjetischen Piratenakt auch das Andenken an die im Mai 1945 im Kampf gegen die faschistischen Okkupanten gefallenen tschechoslowaki-schen Aufständischen Prags entehrt wird. Mehr als 11 000 sowjetische Soldaten verloren ihr Leben, um das von Wehrmacht und Waffen-SS gegen die Prager Bevölkerung gerichtete Blutbad zu beenden.

Die in der Neuzeit vermehrt verbreiteten Geschichtsfälschungen über die angebliche sowjetische Mitverantwortung für den 2. Weltkrieg (Beschluß des Parlamentes der Europäischen Union vom 19. September 2019) weisen wir zurück wie alle in diesem Sinne veranlassten Zerstörungen von Denkmälern und Gedenkstät-ten zur Erinnerung an die Opfer im Kampf zur Niederringung der faschistischen deutschen Diktatur und Beendung der Okkupation.

Wir unterstützen die zahlreichen Proteste tschechischer Patrioten und ihre Forderungen:

  • Restaurierung und Wiederaufstellung des Denkmals für Marschall Konjew am bisherigen Standort.
  • Bitte um Entschuldigung an die Menschen der Sowjetunion, die ihre Vorfahren im Kampf gegen den deutschen Faschismus verloren haben – in einer öffentlichen Note an die Staatsduma der Russischen Föderation.

Der bekannte Schwur der befreiten Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald bleibt zu erfüllen:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Das ist unsere Erwartung an Sie und die Stadträte von Prag 6. Bitte, handeln Sie.
gez. Gerd Hommel

Revolutionärer Freundschaftsbund e. V.,
Deutsche und tschechische Sektion


Der sowjetische Marschall Iwan Konjew

Konew in Prag

Konewtext


Siehe auch:
Der Weg des deutschen Imperialismus in den Krieg 1939-1945 (Die schamlose Lüge und Geschichtsfälschung der EU)

Nachtrag vom 6.5.2020: Der nazifreundliche Bürgermeister des Bezirks Prag-6, Ondřej Kolář, auf dessen Initiative das Marschall-Konew-Denkmal abgebaut wurde, zeigt ein Verhalten wie ein faschistischer Gauleiter. Er hat sich in einem offenen Brief an die Präsidentin der Europäischen Komission, Ursula von den Leyen, über Rußland beschwert.

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16 Antworten zu Befehl aus Brüssel: Sowjetisches Denkmal für den Befreier Prags Marschall Iwan Konjew abreißen!

  1. Weber Johann schreibt:

    Trotz Befehl aus Brüssel, haben die Tschechen alles vergessen!
    Hier eine kleine Pressemeldung vom „Neues Österreich“ 12. Mai 1945:

    „Letzte Kämpfe in der Tschechoslowakei London, 11. Mai 1945
    In der Tschechoslowakei wird an drei Stellen noch immer gekämpft. Deutsche Truppen unter Befehl von Generalfeldmarschall Schörner und Generaloberst Böhler haben die Bedingungen der vom Oberkommando der Wehrmacht unterzeichneten Kapitulation verletzt. Sie haben es abgelehnt, die Waffen zu strecken und versucht, sich bewaffnet nach Westen zurückzuziehen. Die Russen haben die Verfolgung dieser Verbände aufgenommen und etwa 65.000 Mann zur Kapitulation gezwungen.

    Aus Prag wird die endgültige Besetzung durch russische Truppen und tschechische Freiheitskämpfer gemeldet. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe kamen noch 5000 Tschechen ums Leben.“

    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nos&datum=19450512&seite=1&zoom=33

  2. Johann Weber schreibt:

    Hallo tommmmmmm, vielen Dank für den link.
    Es ist immer wieder erstaunlich wie jeder sein, vom Antikommunismus befreites Geschichtswissen, bei sascha erweitern kann.

    Ich habe den link-Artikel gelesen. Der Artikel spornte mich an auf der Internetseite von „gedankenzurzeit“ zu suchen. Ich wurde wieder fündig.

    Auf dieser Internetseite ist ein Artikel „1918, Interventionskriege gegen die Sowjetunion, Die Verteidigung von Zarisyn – Alexej Tolstoi, „Brot, Die Verteidigung von Zarisyn „, Berlin 1953“.
    Dieser Artikel sprach mich sofort an. Das Buch gleich gesucht, schwer zu finden. Aber ich fand dieses Buch. Preis 1 Euro. Wenn ich mir vorstelle, täglich kaufen Millionen für 1 Euro die Bild und in einem Antiquariat liegt ein Buch für 1 Euro mit einem Inhalt, das mein Geschichtswissen zur Konterrevolution 1918/1921 in der Sowjetunion sehr bereichern wird.

    In diesem Artikel über Tolstoi‘s Buch stehen folgende Worte „Die von Trotzki eingesetzten „Sowjets“ sabotieren die Revolution und glänzen nur durch revolutionäres Vokabular.“ Mir war als würde ich vom Blitz getroffen. Sofort stand bei mir die Querverbindung zu den sogenannten „Moskauer Säuberungen“ in den Jahren 1936/1937.

    • tommmm schreibt:

      Lieber Johann,

      der Vergleich Buch gegen „Bild“ zeigt wirklich plastisch, wie weit sich diese Gesellschaft von den Freuden des Lebens und von der Kultur im allgemeinen entfernt haben, wenn beides gleich „wertvoll“ sein soll.

      Ps. Wenn Sascha hier ein Buch empfielt, versuche ich immer schneller zu sein als du. 🙂

  3. Osti schreibt:

    Truppen der US-Army unterstützten im Januar 1945 die faschistische Wehrmacht bei der Umbettung Hindenburgs und weiterer preußischer „Kriegshelden“ von Tannenberg (Ostpreußen) nach Marburg, danach wurde das Tanneberg-Monument gesprengt. Zur gleichen Zeit hetzte die Waffen-SS Kinder die mit 16 Jahren zu deutschen Soldaten rekrutiert wurden auf amerikanische Soldaten!

    Unweit von Erfurt gibt es mitten im Wald die Gedenkstätte „Sieben Gräber“. Wir sind da oft mit dem Fahrrad hingefahren und trafen auch auf Angehörige die Ende der 80er die Gedenkstätte pflegten. Eine Frau sagte damals: „Es waren noch Kinder und sie wurden einfach so erschossen von ihren eigenen Kameraden!“

    Im Thüringer Wald gibt es noch mehr solche grausigen Orte die auf alten Wanderkarten noch als Soldatengräber vermerkt sind. Und auch in Erfurt-Gispersleben neben dem Kraftwerk (am ehemaligen Friedhof) gab es eine solche Stätte. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, mit dem Abriss des Kraftwerks wurden auch die Gedenktafeln entfernt.

    • Weber Johann schreibt:

      Hallo Osti,
      kannst Du einem Wessi mehr Info zu der Gedenkstätte „Sieben Gräber“ geben? Ich würde mich freuen. Nichts darf vergessen werden.

      • Osti schreibt:

        Klaro 😉
        https://de.wikipedia.org/wiki/Fahner_H%C3%B6he
        (Fahner Höhe)

        Anfahrt am besten über Gotha nach Eschenbergen. Von Eschenbergen ist es nur ein kleiner Weg zu Fuß (20 min) auf die Fahnerhöhe, der Gedenkstein ist nicht zu verfehlen. – Im Wiki steht natürlich Müll zum Hergang dieser Geschichte. Ich kannte noch Zeitzeugen die haben was ganz anderes erzählt, nämlich daß die jungen Soldaten nicht aufgrund irgendwelcher Kampfhandlungen starben, sondern von der Waffen-SS erschossen wurden.

        Das Kuriose dabei ist, daß es gar nicht 7 Tote gab sondern nur 6, also daß einer der Sieben das Massaker überlebt hatte. Das heißt, daß einer der 7 Namen jemanden benennt der gar nicht zu diesem Kommando gehörte. Zweifelsfrei jedoch wurde überliefert, daß dieses Kommando einen Hinterhalt legen sollte gegen eine Einheit der Alliierten.

        Daß die Alliierten ausgerechnet über die Fahnerhöhe in Richtung Erfurt, Gotha oder Bad Langensalza vorrücken sollten, klingt ebenfalls unglaubwürdig, denn da gibt es direkte und kürzere Wege am Abtsberg vorbei. Ein Hinterhalt mitten im Wald hat überhaupt keinen Sinn! Strategisch wichtig war dieser Höhenzug erst nach 1945 als Standort zur Luftraumüberwachung durch sowjetische Truppen, die bis 1990 auf der Fahnerschen Höhe stationiert waren.
        Schönen Sonntag.

      • Osti schreibt:

        Außer den Sieben Gräbern auf der Fahnerschen Höhe gibt es noch mehr Soldatengräber im Thüringer Wald. Bei Tambach-Dietharz wurden im April 1945 18 junge Soldaten der Jahrgänge 1928 und 1929 im Wald durch Genickschuss getötet. Diese Art von Hinrichtung ist die Handschrift der SS. Bei Tambach-Dietharz gab es mehrere Gräber die z.T. nach 1990 eingeebnet aber dann durch Angehörige wiederhergestellt wurden.

        Und auch um Gehlberg/Oberhof stehen Kreuze im Wald, z.B. im Aschbachsgrund und an den „Zwei Wiesen“ am Wanderweg Elgersburg/Schmücke. Strategisch war diese Gegend für die Alliierten völlig uninteressant außer dem Schneekopf wo die Wehrmacht eine Funkstation hatte.

        Ich werd‘ mal meine alten DDR-Wanderkarten durchsehen, da sind sehr viele Soldatengräber eingezeichnet.

        MFG

  4. Ines schreibt:

    So viele Milliarden für antisozialistische/ antikommunistische Propaganda, die totale Veränderung der Geschichte, man könnte meinen sie fürchten sich…. Ines

    • Harry56 schreibt:

      Zumeist Betrug, und wenn das nicht mehr hilf, Gewalt, das waren schon immer die Hauptunterdrückungsmethoden herrschender Klassen. Die Bourgeoisie setzt diese Tradition nur fort, muss sie fortsetzen, denn wie soll sie sonst die Masse der Bevölkerung beherrschen und ausbeuten?
      Auch hier alles Machtfragen.

      Soz.Gruß!

  5. Weber Johann schreibt:

    Ich habe heute dieses Buch von Alexej Tolstoi „Der Leidensweg – Trüber Morgen“ erhalten. Habe schnell drüber gelesen. Ich fing vom Ende des Buches an. Ich kam nicht weit. Warum? Hier die letzten Worte aus diesem Buch:

    „… „Wo ist Lenin?“ fragte Katja, aufmerksam von der Höhe des fünften Ranges hinabblickend. Roschtschin, der ihre magere Hand hielt, ohne sie aus der seinen zu lassen, antwortete ebenfalls flüsternd:

    „Der dort, im schwarzen Mantel, siehst du, er notiert sich rasch etwas, hat den Kopf gehoben, wirft den Zettel über den Tisch… Das ist er… Und der am Tischende – der Hagere mit dem schwarzen Schnurrbart -, das ist Stalin, der Denikin geschlagen hat…“

    Der Vortragende fuhr fort:

    „Dort, wo in der tausendjährigen Stille Rußlands Millionen Zentner Torf verborgen liegen, dort, wo ein Wasserfall in die Tiefe stürzt oder ein gewaltiger Fluß seine Fluten dahinwälzt errichten wir Kraftwerke — wirkliche Leuchttürme vergesellschafteter Arbeit. Rußland hat sich für immer vom Joch der Ausbeuter befreit, unsere Aufgabe ist, es mit dem unverlöschlichen Widerschein des elektrischen Lichtmeers zu erhellen.
    Der einstige Fluch der Arbeit muß zum Glück der Arbeit werden.“

    Er hob den Stock, zeigte auf die künftigen Energiezentren und zog auf der Karte Kreise, in denen die zukünftige neue Zivilisation entstehen würde, und wie Sterne strahlten im Dunkel der riesigen Bühne grell die Punkte auf. Um die Karte für wenige Augenblicke so zu beleuchten, hatte man die gesamte Energie des Moskauer Kraftwerks konzentrieren müssen selbst im Kreml, in den Arbeitszimmern der Volkskommissare, waren alle Glühbirnen ausgedreht worden, mit Ausnahme einer einzigen sechzehnkerzigen.

    Die Menschen im Zuschauerraum, die in den Taschen ihrer Soldatenmäntel und der von Kugeln durchlöcherten Halbpelze eine Handvoll Hafer hatten, der heute statt Brot ausgegeben worden war, lauschten atemlos den Worten von den schwindelerregenden, aber real durchführbaren Perspektiven der Revolution, die den Weg zu schöpferischer Arbeit antrat…

    Telegin sagte leise zu Dascha:

    „Ein vortrefflicher Vortrag. Ich kenne diesen Ingenieur Krshishanowskij gut. Ist erst der Krieg zu Ende, dann kehre ich ins Werk zurück. Ich habe auch verschiedene Pläne… Dascha, ich habe schreckliche Lust, wieder zu arbeiten… Wenn sie uns eine solche elektrische Basis geben, wer weiß, was man da alles anfangen kann… Weiß der Kuckuck, welche Schätze wir besitzen! Macht sich dieser Koloß erst an die Arbeit, was ist uns dann Amerika! – Wir sind reicher… Laß uns zusammen in den Ural fahren…“

    Und Dascha antwortete:

    „Wir werden in einem ganz, ganz sauberen holzgezimmerten Haus leben, mit Harztropfen an den Wänden und mit großen Fenstern… Am Wintermorgen wird der Kamin lodern… .“

    Roschtschin flüsterte Katja ins Ohr: „Begreifst du, welchen Sinn all unsere Mühen, das vergossene Blut, alle unbekannten und verschwiegenen Qualen erhalten… .
    Die Welt wird von uns für das Gute umgestaltet werden…
    Alle in diesem Saal sind bereit, ihr Leben dafür hinzugeben …
    Das ist keine Phantasie — sie werden dir ihre Narben und die blauen Flecken von den Kugeln zeigen… Und das – in meiner Heimat, und das — ist Rußland…

    „Der Würfel ist gefallen!“ sprach der Mann an der Karte, auf den Stock wie auf eine Lanze gestützt. „Wir kämpfen auf den Barrikaden für unser und das Recht der Welt, ein für allemal der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende zu machen.““

    Die letzte Zeichenfolge in diesem Buch ist: „22. Juni 1941“

    • sascha313 schreibt:

      Danke, lieber Johann – es ist bewegend und beeindruckend, wenn man das liest. Wer das nicht erlebt hat, wer das nicht selber kennt und wer nicht versucht, das zu verstehen, der ist wirklich arm dran!
      Und man kann hoffen: Die Russen haben das nicht vergessen!!!

  6. Weber Johann schreibt:

    Lieber Osti, vielen Dank für Deine Bemühungen, die bei mir sehr großes Interessen geweckt haben.

    Folgende Schilderungen stechen ins Auge:

    – Wir sind da oft mit dem Fahrrad hingefahren und trafen auch auf Angehörige die Ende der 80er die Gedenkstätte pflegten.
    – Im Thüringer Wald gibt es noch mehr solche grausigen Orte die auf alten Wanderkarten noch als Soldatengräber vermerkt sind. Und auch in Erfurt-Gispersleben neben dem Kraftwerk (am ehemaligen Friedhof) gab es eine solche Stätte. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, mit dem Abriss des Kraftwerks wurden auch die Gedenktafeln entfernt.
    – Bei Tambach-Dietharz wurden im April 1945 18 junge Soldaten der Jahrgänge 1928 und 1929 im Wald durch Genickschuss getötet. Diese Art von Hinrichtung ist die Handschrift der SS. Bei Tambach-Dietharz gab es mehrere Gräber die z.T. nach 1990 eingeebnet aber dann durch Angehörige wiederhergestellt wurden.
    – Und auch um Gehlberg/Oberhof stehen Kreuze im Wald, z.B. im Aschbachsgrund und an den „Zwei Wiesen“ am Wanderweg Elgersburg/Schmücke.

    Das waren alles Morde von Deutschen begangen an Deutschen, z.T. noch Jugendliche. Eine staatliche Förderung für eine Erinnerung an diese Mordgemetzel dürfte in den letzten 30 Jahren auf gleich NULL gegangen sein. Ich kann mich auch täuschen. Deine Worte brachten mich auf diese Vermutung.
    Wenn ich daran denke, wie viele Milliarden Euro an Steuergelder der Staat in den letzten 30 Jahren an diese Erfüllungsgehilfen des Delegitimierungsauftrags von Bundeskanzler Kohl gezahlt hat, damit sogenannte „Erinnerungsstätten DDR-Diktatur“ errichtet werden, dann kommt mir das ……….

    • S. Erfurt schreibt:

      Hallo lieber Johann,

      in der Tat wurden diese Gräber nur von Angehörigen gepflegt. Und einmal, bei einer sportlichen Übung im Thüringer Wald bei Tambach Dietharz, standen wir mit unserem Klassenlehrer an einem dieser Gräber wo er uns erklärte was da passiert ist. Ansonsten sind wir auch viel durch den Thüringer Wald gewandert, von meinem Vater der den Thüringer Wald über alles liebte, und von meinen Wanderkarten kenne ich das alles. Einen weiteren Zeitzeugen, Jahrg. 1929 trafen wir letztes Jahr…

      Viele Grüße und schönes Wochenende!

      PS: Wir hatten auch das Fach Heimatkunde.

  7. Weber Johann schreibt:

    Haben die Menschen in der Tschechei den alles vergessen?
    Hier eine Schilderung von Jan Drda in seinem Büchlein „Die Stumme Barrikade“ Verlag Volk und Welt Berlin, 1951.

    Slawa Mach, der Spanienkämpfer ist auf dem Weg zum Prager Bahnhof. Hier ein Auszug aus dieser Geschichte von Jahn Drda:

    „Heute, am 28. Oktober 1939, kennt Slawa alle Mittel und Wege, um zu seinen Kameraden zu gelangen abends um neun Uhr fährt sein Zug. Lebe wohl, Prag! Vielleicht komme ich einmal wieder… In seinen Gedanken schon losgelöst von dieser Stadt, besteigt Slawa mit einem kleinen Koffer in der Hand auf dem Hradschiner Platz die Straßenbahn. … Da beugt sich der Schaffner, bei dem er geistesabwesend die Karte löst, zu ihm nieder: „Haben Sie kein rot-blau-weißes Bändchen?‘ Verneinend schüttelt Slawa den Kopf. Erst jetzt bemerkt er die Bändchen in den Knopflöchern seiner Nachbarn, an den Mantelaufschlägen der Frauen und an den Mützen von jungen Arbeitern. Die Stadt feiert stumm und halsstarrig den Nationalfeiertag!

    Eine junge Frau steht auf und kommt auf ihn zu. Aus ihrer Handtasche nimmt sie ein Bändchen mit den Nationalfarben und fragt, Slawa aus dunklen Augen anblickend: „Darf ich?“ Dabei neigt sie sich zu ihm, um das Band an seinem Rock zu befestigen….. Oberhalb des Klarov, an derselben Stelle, an der Slawa vor Jahren, als er eben zum Studium nach Prag gekommen war, lange gestanden hat, um beglückt die Stadt zu betrachten, ist ein fernes Dröhnen zu vernehmen…. Ein seltsames Brausen erfüllt die Luft, als zitterten die Mauern in ihren Grundfesten, als dröhne es im Gestein und in der Erde, als eröffneten weit hinter Bergen Kanonen ihr Feuer. Noch kann niemand erraten, woher dieses Brausen kommt, aber schon wenige Minuten später, einige Haltestellen hinter der Brücke, sind sie mitten drin. ….Die Wagen der Straßenbahn stehn mitten in dem Menschenstrom wie Felsen.

    „Alle guten Tschechen kommen mit!“ ruft eine Stimme ins Innere des Wagens. Die Insassen stehen sofort auf, als hätten sie nur auf diese Aufforderung gewartet, und steigen hinaus in die Dunkelheit. Slawa springt auf und ist sich bewußt, daß er in diesem Augenblick seinen eigenen Willen, den klaren, auf ein Ziel gerichteten Blick verliert. Er ist eingeschlossen in das magnetische Feld der Menge. Aber nicht nur körperlicher Druck, auch wilder Haß und Trotz treiben ihn vorwärts. … Slawa und die Menschen um ihn herum wissen nicht, was dort vorgeht; sie sehen nichts, aber die Fühler ihrer Sinne sind weit vorgestreckt, bis zu den vordersten Reihen. Jeder einzelne empfindet selbst die kleinsten Bewegungen der Menge wie elektrische Stromstöße….

    „Es wird geschossen! Sie schießen auf uns!“

    Slawa denkt nicht daran, daß er als Soldat gelernt hat, sofort in Deckung zu gehen, wenn geschossen wird. Aufgerichtet wie ein Fahnenträger, drängt er sich durch die Menge, stößt die Unentschlossenen und die Zurückweichenden beiseite, um dorthin zu gelangen, wo geschossen wird. … Jetzt heißt es: Vorwärts stürmen, die Menschen mitreißen, gleichgültig, wie viele von ihnen es das Leben kosten wird! Es gelingt ihm, bis zur Spitze der Menschenmasse vorzudringen. Vor ihm ist ein leerer Raum, vierzig Schritt weiter steht eine Abteilung SS. Mit Revolvern gehen sie gegen die Volksmenge vor. Die Kugeln prasseln auf das Straßenpflaster. Entsetzensschreie verwundeter Frauen gellen auf. Männer, die Hände verzweifelt leer, beugen sich nieder und versuchen Steine aus dem Pflaster zu reißen; mit den bloßen Fingern scharren sie fieberhaft die Erde aus den schmalen Spältchen zwischen den Granitwürfeln.

    „Tod dem Faschismus!” rufen sie, während sie selbst den Tod aus faschistischen Händen empfangen. Und Slawa Mach, der in der ersten Reihe derer steht, die fallen müssen, der wehrlos den Revolverkugeln ausgeliefert ist, schluchzt in unermeßlichem Glück: Nicht in der Fremde, nicht in einem fernen Land, nein, hier auf dieser Linie, gezeichnet von den ersten Toten, ist seine dritte Front! Durch die Herzen der Menschen, durch die Herzen der Lebenden und der Toten geht diese Grenze — und die Front unserer verschworenen Herzen werden sie nicht durchbrechen!

    No pasaran!“

  8. Weber Johann schreibt:

    Sollen diese Vorgänge vergessen werden?

    Entnommen aus dem Band 6 „Deutschland im zweiten Weltkrieg“ Akademie Verlag Berlin 1985:

    Die Offensive der Sowjetstreitkräfte
    Am 6. Mai gegen 4 Uhr wurde der sowjetische Generalstab vom Leiter der tschechoslowakischen Militärmission in Moskau über den Ausbruch des Prager Aufstands informiert. In der Nacht hatte der Prager Rundfunk wiederholt gesendet: „Bitte der Stadt Prag an alle Alliierten. Die Deutschen greifen Prag von allen Seiten mit Panzern, Artillerie und Infanterie an. Prag braucht dringend Hilfe. Schickt Flugzeuge, Panzer und Waffen.

    „Helft, helft, helft uns schnell!“ Um 5 Uhr wurde ein Funkspruch in russischer Sprache abgesetzt: „An die Sowjetunion, 4. Ukrainische Front … Bitten um sofortige Unterstützung durch Fallschirmjäger.“ Der Hilferuf wurde auch von der Militärmission in Moskau dringend unterstützt. Daraufhin wurde vorfristig die Offensive eröffnet. Um 12 Uhr begannen die Vorausabteilungen mehrerer Armeen den Angriff, und gegen 14 Uhr schlugen die Hauptkräfte der 1. Ukrainischen Front entsprechend den Operationsplänen los.

    Am Morgen des 7. Mai begann die 2. Ukrainische Front ihre Offensive aus dem Raum von Brünn. Auch die 4. Ukrainische Front griff in die Operation ein, mußte aber zunächst zwei Tage lang hart um die Befreiung von Olmütz, das am 8. Mai fiel, kämpfen. Dann erreichte auch ihre bewegliche Gruppe wie die der anderen Fronten ein hohes Angriffstempo, Die verschiedenen Stoßkeile splitterten die Kräfte der Heeresgruppe Mitte auf und näherten sich in Eilmärschen Prag. Am Abend des 8. Mai waren sie bis auf eine Entfernung von 80 bis 120 Kilometern an die tschechoslowakische Hauptstadt herangekommen. Soldaten der 1. Ukrainischen Front befreiten das KZ Theresienstadt (Terezin). […]

    In den Morgenstunden des 9. Mai drangen die ersten sowjetischen Panzer der 3. und 4. Gardepanzerarmee in Prag ein, die die letzten 80 Kilometer im Nachtmarsch bewältigt hatten. Die faschistischen Widerstandsnester in Prag wurden nach heftigen Straßenkämpfen unter tatkräftiger Mithilfe der Aufständischen vernichtet. Bis 10 Uhr war die Hauptstadt vollständig befreit. Gegen 13 Uhr trafen Verbände der 6. Gardepanzerarmee der 2. Ukrainischen Front in den südöstlichen Stadtbezirken ein, um 18 Uhr die beweglichen Gruppen der 4. Ukrainischen Front von Osten, die innerhalb von 24 Stunden rund 200 Kilometer zurückgelegt hatten. Die Rückzugswege für die Heeresgruppe Mitte waren damit an vielen Stellen gesperrt, und der Einschließungsring wurde in den kommenden Tagen immer enger gezogen.

    Die 1. und 2. Ukrainische Front setzten den Vormarsch bis zur Trennlinie mit der amerikanischen 3. Armee fort. Dies führte zur Gefangennahme des Gros der Verbände der Heeresgruppe am 10. und 11. Mai. Über 50 Divisionen wurden vernichtet, 860.000 Soldaten und Offiziere gefangengenommen, darunter 60 Generale. Erbeutet wurden 9.500 Geschütze und Granatwerfer, 1.800 Panzer und Selbstfahrlafetten, 1.100 Flugzeuge, 18.400 Maschinengewehre, 312.200 Gewehre und Maschinenpistolen und weiteres Kriegsgerät.

    Nur ein Teil der eingeschlossenen Soldaten konnte zu den amerikanischen Einheiten flüchten. Auch nach der Kapitulation versuchten sich Wehrmachtformationen mit Waffengewalt den Weg nach Westen zu bahnen. Es gab Luftkämpfe mit deutschen Jägern bis zum 11. und noch am 18. Mai ein Gefecht mit Soldaten der 16. Panzerdivision bei Tabor, die von Sowjetsoldaten überwältigt wurden. Über 140.000 sowjetische Soldaten und Offiziere gaben ihr Leben im Kampf für die Befreiung der Tschechoslowakei.

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