Leidenschaftlich setzte er sich ein für den gesellschaftlichen Fortschritt, gegen Reaktion, Faschismus und Krieg. Seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert schrieb er satirische Verse für Kabaretts und zahlreiche linke Blätter. Erich Mühsam war ein Revolutionär. Beeindruckt vom Beispiel der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1917, stellte er sich konsequent auf die Seite der Kommunisten. Ja, seine Hoffnung ruhte auf Deutschland! Groß war die Hoffnung im März 1918, daß nach dem verlorenen Krieg und der Flucht des deutschen Kaisers auch in seinem Heimatland eine Revolution kommen würde. Und sie kam… Doch die Novemberrevolution in Deutschland – sie scheiterte! Erst nach der zweiten Niederlage des deutschen Imperialismus und der Befreiung Deutschlands vom Faschismus durch die Sowjetunion gelang es in der DDR, das Joch der kapitalistischen Ausbeutung abzuwerfen. Erich Mühsam jedoch war es nicht mehr vergönnt, das zu erleben – brutal wurde er am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS ermordet…

Quelle: Die Zeit trägt einen roten Stern, Deutsche Schriftsteller berichten über Revolution und Klassenkampf. Aufbau Verlag Berlin , 1958, S.53.
Das Beispiel lebt!
Das Beispiel lebt – für uns auch heute noch! Die Sowjetunion war für Erich Mühsam das Beispiel des ersten, von kapitalistischer Ausbeutung freien Landes. Und die sozialistische Deutsche Demokratische Republik war es für uns! In der DDR-Zeitschrift „Das Magazin“ (Heft 8/84) hat sein Freund und Leidensgefährte, der Maler und Grafiker Herbert Sandberg ihm ein Denkmal gesetzt:

Quelle: Das Magazin (Heft 8/1984), S.25-27.
Siehe auch:
Manfred Gebhardt: Die letzten Monate des Erich Mühsam
Алексей Викторов: Пытки народов мира. (russ.)
Der Revoluzzer – Erich Mühsam
War einmal ein Revoluzzer, Im Zivilstand Lampenputzer; Ging im Revoluzzerschritt Mit den Revoluzzern mit
Und er schrie: „Ich revolüzze!“ Und die Revoluzzermütze Schob er auf das linke Ohr, Kam sich höchst gefährlich vor
Doch die Revoluzzer schritten Mitten in der Straßen Mitten, Wo er sonsten unverdrutzt Alle Gaslaternen putzt
Sie vom Boden zu entfernen, rupfte man die Gaslaternen Aus dem Straßenpflaster aus, Zwecks des Barrikadenbaus
Aber unser Revoluzze Schrie: „Ich bin der Lampenputzer Dieses guten Leuchtelichts. Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen, Kann kein Bürger nichts mehr sehen, Laßt die Lampen stehn, ich bitt! Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!“
Doch die Revoluzzer lachten, Und die Gaslaternen krachten, Und der Lampenputzer schlich Fort und weinte bitterlich
Dann ist er zuhaus geblieben Und hat dort ein Buch geschrieben: Nämlich, wie man revoluzzt Und dabei doch Lampen putzt
Danke, ein immer noch aktuelles Gedicht!
Einfach herrlich, Danke Dir! So sehen sie auch aus, die 68er. Kommen aus gutbürgerlichen Familien, werfen Pflastersteine und wenn es blutet verkriechen die sich, schreiben Bücher oder vertreten als Anwalt diejenigen gegen die sie einst vorgaben gekämpft zu haben.
Lach 😉