„Die Leute haben keine Ahnung von Geschichte!“

black lives matterInteressanterweise trifft der neuerliche Beitrag von RT Deutsch genau den Kern der Sache. Er ist hochaktuell: „Die Leute haben keine Ahnung von Geschichte!“ – RT Deutsch schreibt: „Eingeschlagene Schaufenster, zerstörte Straßenzüge, attackierte Polizisten. Stuttgart erlebt eine neue Dimension von Jugendgewalt. Dabei läßt sich in Teilen auch eine Nachahmung der amerikanischen Rassenproteste beobachten.“ – Wo doch gerade Geschichtskenntnisse die Voraussetzung dafür sind, wenn man die Gegenwart verstehen will, um sich dann auch ein Bild von der Zukunft machen zu können…

RT Deutsch hat folgende Beobachtung gemacht:

„Während sich die deutsche Polizei zunehmend mit dem Vorwurf des strukturellen Rassismus konfrontiert sieht, scheint die mediale Verwunderung über „Allahu Akbar“-Rufe während der Eskalation auszubleiben. Wir leben in wilden Zeiten und sehen oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr – Zeit, ab und zu die Vogelperspektive einzunehmen: Was geschieht gegenwärtig?

Wenn wir aus der bisherigen Corona-Debatte eines gelernt haben, dann ist es, daß Zahlen und Statistiken keinen Wert haben, wenn man sie nicht richtig interpretieren kann. Über Richtig und Falsch streitet sich selbst die Fachwelt. Ein Kritikpunkt, der sich hartnäckig hält: Diese Debatte wird überhaupt nicht abgebildet.“

Quelle: Die Leute haben keine Ahnung von Geschichte. (RT) (gekürzt – screenshot: RT)

Warum ist genau die Geschichte so wichtig?

In der Pädagogischen Enzyklopädie  der DDR von 1963 wird folgender Zusammenhang zwischen der Gegenwart und der Geschichte erläutert:

Friedrich Weitendorf

GESCHICHTE IN DER SCHULE

Der Geschichtsunterricht in der zehnklassigen und in der erweiterten allgemein­bildenden polytechnischen Oberschule der DDR wird auf der Grundlage des dialektischen und historischen Materialismus erteilt. Er hat ausgewählte Ergebnisse der marxistischen Geschichtswissenschaft über die historische Entwicklung der menschlichen Gesell­schaft von den Anfängen bis zur Gegenwart zum Gegenstand.

Was ist das Ziel des Geschichtsunterrichts in der DDR?

Der Geschichtsunterricht verfolgt das Ziel, das Ceschichtsbewußtsein der deutschen Jugend zu entwickeln, indem er den Schülern ein wissenschaftliches Geschichtsbild, ein wahrhaft nationales Geschichtsbild vermittelt, das der nationalen Grundkonzep­tion der deutschen Arbeiterklasse entspricht. Der Geschichtsunterricht soll die Schüler befähigen, den Entwicklungsweg der menschlichen Gesellschaft, vor allem des deutschen Volkes, wissenschaftlich richtig zu erkennen und parteilich ein­zuschätzen, Lehren aus der Geschichte zu ziehen, dementsprechend die Gegenwart besser zu verstehen und als Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik und damit als Pioniere der deutschen Nation bewußt mitzugestalten.

Entwicklung des sozialistischen Bewußtseins

Der Geschichtsunterricht soll wesentlich dazu beitragen, das sozialistische Staats- und National­bewußtsein der deutschen Jugend zu entwickeln und ihr die historische Mission der Deutschen Demokratischen Republik bewußt zu machen, durch die umfassende Ver­wirklichung des Sozialismus in dem ersten deutschen Arbeiter-und-Bauern-Staat die feste Grundlage dafür zu schaffen, daß in ganz Deutschland die Arbeiterklasse die Führung übernimmt, die Monopolbourgeoisie auch in Westdeutschland entmachtet und die nationale Frage im Sinne des Friedens und des gesellschaftlichen Fortschritts gelöst wird (vgl. Programm der SED, VI. Parteitag).

Die Geschichte im Zusammenhang betrachtet

Dieser Zielsetzung entsprechend erhalten die Schüler im Geschichtsunterricht an ausgewählten Stoffen der Weltgeschichte und der nationalen Geschichte ein grund­legendes Tatsachenwissen aus der Geschichte der Urgemeinschaft, des Altertums, des Mittelalters, vor allem aber der Neuzeit und der neuesten Zeit sowie der Zeit­geschichte. Sie werden mit den wichtigsten Ereignissen und Erscheinungen der nationalen und der allgemeinen Geschichte bekannt gemacht und lernen den Beitrag des deutschen Volkes und der anderen Völker zum gesellschaftlichen und kulturel­len Fortschritt der Menschheit kennen.

Leistungen und Traditionen des deutschen Volkes

Sie werden zur Achtung der großen Leistun­gen der Volksmassen sowie der freiheitlichen und revolutionären Traditionen des deutschen Volkes und anderer Völker erzogen. An Hand ausgewählter Fakten ge­winnen sie in zunehmendem Maße Erkenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung, vor allem über die Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse sowie über die Rolle der Volksmassen und die Rolle der Ideen in der Geschichte.

Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung

So führt der Geschichtsunterricht die Schüler immer mehr zu der Einsicht, daß die Produzenten der materiellen Güter die Schöpfer und Gestalter der Geschichte sind und daß die Geschichte seit Auflösung der Urgemeinschaft eine Geschichte von Klassen und Klassenkämpfen ist. Die Schüler sehen weiter, daß in der antagonisti­schen Klassengesellschaft der Klassenkampf die wesentliche Triebkraft der gesell­schaftlichen Entwicklung ist. Sie erkennen aus der Geschichte, daß diese Entwick­lung gesetzmäßig zum Sturz der letzten Ausbeuterordnung, des Kapitalismus, und zum Sieg des Sozialismus-Kommunismus, der Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung und Krieg, führt und daß mit der Großen Sozialistischen Oktober­revolution, der entscheidenden Wende in der Geschichte der Menschheit, die Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus begonnen hat.

Die Welt von heute und ihre Gegensätze

Den Schülern wird an Hand der historischen Entwicklung erläutert, daß unsere Epoche charakterisiert ist durch den Kampf der beiden entgegengesetzten Gesellschaftssysteme, die sozia­listischen Revolutionen und nationalen Befreiungsrevolutionen, den Zusammenbruch des Imperialismus und die Liquidierung des Kolonialsystems und durch den Über­gang immer neuer Völker auf den Weg des Sozialismus. Das trägt bei ihnen zu der Überzeugung bei, daß das sozialistische Weltsystem und die Kräfte, die gegen den Imperialismus, für die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft kämpfen, den Hauptinhalt, die Hauptrichtung und die Hauptmerkmale der historischen Entwick­lung in der gegenwärtigen Epoche bestimmen, daß keine Bemühungen des Imperia­lismus dem gesellschaftlichen Fortschritt Einhalt gebieten können und daß dem Sozialismus-Kommunismus die Zukunft gehört.

Welche Rolle spielt die Arbeiterklasse?

Die Schüler werden mit der histori­schen Rolle der Arbeiterklasse und ihrer Partei bekannt gemacht und an Hand der Ereignisse der neuen und neuesten Geschichte für den Befreiungskampf der Arbei­terklasse und der mit ihr verbündeten Klassen und Schichten der werktätigen Be­völkerung begeistert. Durch diese Einsichten in die Gesetzmäßigkeit der gesell­schaftlichen Entwicklung lernen die Schüler die politischen Grundfragen unserer Epoche besser verstehen und die großen Perspektiven der Geschichte der Mensch­heit erkennen.

Die Bedeutung humanistischer Ideale

Der Geschichtsunterricht bringt den Schülern die großen Führer der Arbeiterklasse und Helden des Freiheitskampfes der Völker sowie bedeutende Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens nahe und schafft Vorbilder patriotischen Handelns, denen die Schüler nacheifern können. Er trägt auch wesentlich dazu bei, den Schülern die große humanistische Bedeutung der Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus-Kommunismus und deren Verwirklichung durch den Kampf der inter­nationalen Arbeiterklasse unter der Führung ihrer marxistisch-leninistischen Kampf­partei nahezubringen und sie im Geiste des proletarischen Internationalismus und des sozialistischen Patriotismus, zur Liebe zu unserem sozialistischen Vaterland und zur Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat zu erziehen.

Das Nationalbewußtsein

Der Geschichtsunterricht ist besonders geeignet, den Schülern eine Ant­wort auf die Frage zu geben, wer ein guter Deutscher ist, und ihnen die Notwendig­keit klarer politischer Entscheidungen für unsere sozialistische Gesellschaft und unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat und damit zum Wohle der deutschen Nation bewußt zu machen.

Was sind die Ursachen der Kriege?

Der Geschichtsunterricht hat weiterhin die Aufgabe, die Ursachen und das Wesen der Kriege zu erklären, vor allem der imperialistischen Kriege. Er macht die Schüler mit den Ursachen und den verheerenden Folgen der Raub- und Eroberungskriege im Leben der Völker bekannt und läßt sie diese Kriege von den gerechten Vertei­digungs- und Freiheitskriegen unterscheiden. Er führt sie zu der Erkenntnis, daß unter den Bedingungen der Existenz und wachsenden Stärke des sozialistischen Weltsystems und des Kampfes der Volksmassen in allen Ländern die reale Möglich­keit besteht, den Krieg als Mittel der Politik auszuschalten und die Prinzipien der friedlichen Koexistenz im Zusammenleben der Völker durchzusetzen.

Den Frieden verteidigen!

Unser Ge­schichtsunterricht erzieht die Kinder zur Friedensliebe und Völkerfreundschaft; aber auch zum Haß gegen die Feinde der Menschheit, die imperialistischen und militari­stischen Kriegstreiber. Er trägt dazu bei, die Bereitschaft zu wecken, den Frieden zu verteidigen und unser sozialistisches Vaterland und die Errungenschaften der Werk­tätigen vor den Anschlägen der imperialistischen Reaktion zu schützen.

Die Entwicklung der deutschen Geschichte seit 1900

In Verbindung mit der allgemeinen Geschichte lernen die Schüler die hauptsäch­lichen Entwicklungslinien der deutschen Geschichte, insbesondere die Entwicklung des Hauptwiderspruchs in Deutschland zwischen den Raub- und Eroberungsinter­essen der deutschen Imperialisten und Militaristen und den friedlichen nationalen Interessen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes kennen, die in den beiden unterschiedlichen Linien der Politik im Deutschland der letzten Jahre seit 1900 zum Ausdruck kommt.

Der Kampf um den Sozialismus

Sie erhalten gründliche Kenntnisse vom Kampf der deutschen Arbeiterklasse unter der Führung ihrer Partei um die Eroberung der politischen Macht und die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Sie erkennen, daß sich auch in Deutschland in Übereinstimmung mit dem Charakter unserer Epoche der Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus vollzieht und daß in diesem gesetz­mäßigen Prozeß die Arbeiterklasse die Führung der deutschen Nation übernimmt.

Welche Rolle spielt der Imperialismus?

Die volksfeindliche und antinationale Rolle des deutschen Imperialismus und Mi­litarismus wird eindringlich gekennzeichnet; den Schülern wird die Hauptschuld des deutschen Imperialismus und Militarismus an zwei Weltkriegen und die Gesetz­mäßigkeit seiner Niederlage bewußt. Zugleich werden die Schüler befähigt, sich mit der menschenfeindlichen und antinationalen Politik und der Ideologie des deutschen Militarismus und Faschismus parteilich auseinanderzusetzen, insbesondere auch mit den militaristisch-klerikalen und neofaschistischen Erscheinungen in Westdeutsch­land.

Welche Lehren können wir aus der Geschichte ziehen?

Sie ziehen aus der Geschichte die Lehre, daß der deutsche Imperialismus und Militarismus der Todfeind des deutschen Volkes und aller friedliebenden Menschen ist und deshalb mit der Wurzel ausgerottet werden muß, während die deutsche Arbeiterklasse unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei die nationalen Lebens­interessen des deutschen Volkes stets konsequent vertritt und zur Führung der Nation berufen ist.

Der Sieg der Sowjetunion am 8. Mai 1945

Die Schüler werden im Geschichtsunterricht zu der Erkenntnis geführt, da.fl mit der Zerschlagung der faschistischen Diktatur in Deutschland sowie mit der Vereini­gung der beiden Arbeiterparteien zur SED und mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik die entscheidende Wende in der Geschichte des deutschen Volkes eingetreten ist und für das ganze deutsche Volk der Weg zur nationalen Wiedergeburt in einem friedliebenden, demokratischen und sozialistischen Deutsch­land eröffnet wurde.

Eine entscheidende Wende in der deutschen Geschichte

Der Geschichtsunterricht macht den Schülern verständlich, daß diese entscheidende Wende in der deutschen Geschichte zugleich das Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei gegen die antinationale Politik der imperialistischen und militaristischen Kräfte ist.

Welche Bedeutung hatte die Gründung der DDR?

Die Schüler gelangen im Geschichtsunterricht zu der Überzeugung, daß in der Deutschen Demo­kratischen Republik die Lehren aus der Geschichte verwirklicht wurden und daß die Deutsche Demokratische Republik der historisch rechtmäßige deutsche Staat ist, der eine konsequente Politik zur Lösung der Lebensfrage der deutschen Nation verfolgt und die Zukunft der deutschen Nation verkörpert.

Welche Aufgaben hat der Geschichtsunterricht?

Im Zusammenhang mit der Vermittlung eines grundlegenden, sicheren und an­wendungsbereiten Tatsachenwissens wird der Entwicklung des historischen Den­kens der Schüler besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Hierbei handelt es sich vor allem um die Ausbildung einer Reihe von geistigen Fähigkeiten, die es den Schülern ermöglichen, historische Ereignisse und Erscheinungen in ihren Ursachen und Fol­gen, ihren konkreten historischen Bedingtheiten, dialektischen Wechselbeziehungen und Entwicklungszusammenhängen zu begreifen.

Zusammenhänge erkennen – richtig urteilen!

Auf diese Weise dringen sie mehr und mehr in das Wesen der historischen Erscheinungen, d.h. in die Gesetzmäßigkeit der historischen Entwicklung, ein. Die Herausbildung dieser Fähigkeiten erfordert, daß solche logischen Operationen, wie das Analysieren, Abstrahieren, Vergleichen, Verallgemeinern der historischen Tatsachen, das Einordnen der historischen Fakten in gesetzmäßige Zusammenhänge, das Aufdecken von Widersprüchen und deren Lösung, das Urteilen und Schlußfolgern, ständig geübt und den Schülern als wich­tige Denkformen bewußt gemacht werden.

Die dialektisch-materialistische Denkweise

Die Entwicklung des historischen Denkens trägt wesentlich dazu bei, daf sich die Jugend im Leben und in der Arbeit im Sozialismus richtig orientiert, daß sie das Wesen und die historische Bedeutung aktueller Ereignisse und Erscheinungen er­kennt und ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus dem eigenen Lebensbereich sinnvoll in das Geschichtsbild einordnet. Das historische Wissen und das auf seiner Grund­lage entwickelte historische Denken werden somit ein wichtiges Fundament für die politisch-weltanschauliche Bildung und die staatsbürgerlich-patriotische Erziehung der deutschen Jugend.

Liebe zur Arbeit und zum arbeitenden Menschen

Im Geschichtsunterricht ergeben sich außerdem viele Möglichkeiten, die Schüler zur Liebe zur Arbeit und zu den arbeitenden Menschen zu erziehen. Wenn es der Geschichtslehrer versteht, den Schülern die entsprechenden Themen über die großen ökonomischen und kulturellen Leistungen der Völker auch gefühlsmäßig nahezu­bringen, so trägt er dazu bei, bei ihnen Achtung und Bewunderung der durch kör­perliche und geistige Arbeit geschaffenen Werke und ihrer Schöpfer, der werktätigen Massen, zu wecken.


Anschaulichkeit des Unterrichts

Dafür stehen dem Lehrer reichhaltiges Anschauungsmaterial (Bilder, Lichtbilder, Filme) sowie wertvolle wissenschaftliche, populärwissenschaft­liche und belletristische Literatur zur Verfügung. Werden z.B. die Erbauer der Schöpfwerke am Nil, die deutschen Bauern, die im Mittelalter Wälder rodeten und Kulturland erschlossen, die Arbeiter, die den Reichtum der kapitalistischen Gesell­schaft hervorbrachten und die, von der kapitalistischen Ausbeutung befreit, im So­zialismus die größten kulturellen Leistungen in der Geschichte der Menschheit voll­bringen, in Gestalt typischer Vertreter ihrer Klasse den Schülern vor Augen geführt, so daß auch die Anstrengungen, der Fleiß und das schöpferische Denken der werk­tätigen Massen deutlich werden, so erhalten sie klare Vorstellungen und Kenntnisse und zugleich ein inneres Verhältnis zu den werktätigen Menschen.

Herausbildung von Überzeugungen

Wenn den Schü­lern an eindrucksvollen Tatsachen von freiheitlichen und revolutionären Kämpfen in Vergangenheit und Gegenwart nahegebracht wird, daß die werktätigen Menschen zugleich die Kämpfer für die Befreiung des Volkes von Ausbeutung und Unterdrückung, für den Frieden und den gesellschaftlichen Fortschritt sind, leistet der Ge­schichtsunterricht einen weiteren wertvollen Beitrag für die Herausbildung der Überzeugung, daß die Volksmassen die Schöpfer der Geschichte sind, daß die Mensch­heit ihre Kultur, ihre sozialen und politischen Errungenschaften der Arbeit und dem Kampf der werktätigen Massen aller Völker verdankt.

Einheit von Theorie und Praxis

Wenn auch der Gegenstand des Geschichtsunterrichts zum großen Teil weit von der Gegenwart und dem Lebens- und Erfahrungsbereich der Schüler entfernt liegt, so wird die Bildungs- und Erziehungsarbeit in diesem Fach stets in enger Verbin­dung mit der gesellschaftlichen Praxis, vor allem mit dem Unterrichtstag, in der so­zialistischen Jugendorganisation und unter Auswertung der politischen Erfahrun­gen der Schüler durchgeführt. So erhalten die Schüler am Unterrichtstag in der sozia­listischen Produktion unmittelbare Vorstellungen von solchen Erscheinungen und zusammenhängen, wie sozialistischer Wettbewerb, Planung, führende Rolle der Ar­beiterklasse und ihrer Partei.

Unmittelbare Verbindung zur Arbeiterklasse

Ganz abgesehen davon, daß durch die Auswertung die­ser Kenntnisse und Erfahrungen die Vorstellungs- und Begriffsbildung im Geschichts­unterricht erleichtert wird, ist die Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Unterrichsttag in der sozialistischen Produktion vor allem deshalb von Bedeutung, weil die Schüler im Geschichtsunterricht ihre aus der Produktionspraxis gewonnenen Erfahrungen über die sozialistischen Beziehungen der Menschen, über die Rolle der Produzenten materieller Güter beim Aufbau des Sozialismus mit ihren historischen Kenntnissen und Erkenntnissen vergleichen und ihre einzelnen Erfahrungen in die zusammenhänge der gesellschaftlichen Entwicklung einordnen können.

Der Gegensatz von Sozialismus und Kapitalismus

Dadurch tritt die sozialistische Gegenwart klarer hervor, und die Überlegenheit der soziali­stischen Produktion wird sichtbarer. Die Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion trägt auch dazu bei, den Schü­lern die neuen moralischen Qualitäten der werktätigen Menschen in unserer Repu­blik, z.B. die neue Einstellung zur Arbeit, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung, die aktive Mitarbeit bei der Leitung der sozialistischen Betriebe, das Verantwortungs­bewußtsein gegenüber dem Arbeiter-und-Bauern-Staat bewußt zu machen und ihnen somit wesentliche Unterschiede zwischen der sozialistischen und der bürgerlichen Moral vor Augen zu führen.


Der Aufbau des Geschichtsunterrichts

Da die Schüler jedoch erst im zehnten Schuljahr, nachdem sie bereits fünf Jahre Geschichtsunterricht gehabt haben, die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart systematisch analysieren, erhält die Aktualisierung des Geschichtsstoffes eine beson­dere Bedeutung, weil sie die Möglichkeit bietet, bereits in vorhergehenden Schul­jahren systematisch Verbindungen zwischen dem im Unterricht angeeigneten Ge­schichtswissen und dem durch Erfahrung gewonnenen Wissen von der Gegenwart herzustellen und die Schüler zu befähigen, die aktuellen Probleme mit Hilfe ihrer Geschichtskenntnisse besser zu verstehen und parteilich zu beurteilen.

Geschichte und Gegenwart

Hierbei han­delt es sich vor allem um zwei Arten von aktuellen Vergleichen, wobei sowohl die übereinstimmenden Merkmale als auch die Unterschiede zwischen dem historischen und dem aktuellen Geschehen herausgearbeitet werden können:

a) Vergleich zwischen historischen und aktuellen Erscheinungen: zum Beispiel Kolonialpolitik und Kapitalexport der imperialistischen Staaten vor dem ersten Welt­krieg und als sogenannte Hilfe für unterentwickelte Länder getarnter Neokolonialis­mus imperialistischer Staaten, insbesondere auch Westdeutschlands, in der Gegen­wart; zum Beispiel antinationale Politik Adenauers, des Exponenten des deutschen Imperialismus, 1923 als Führer der Separatistenbanden im Rheinland und heute als Bundeskanzler.
b) Aufdeckung von Beziehungen zwischen einer wesentlichen historischen Erschei­nung und ihren Auswirkungen in der Gegenwart bzw. zwischen einer historischen Gesetzmäßigkeit und ihrem Wirken inderGegenwart: zum Beispiel die Große Sozia­listische Oktoberrevolution und ihre welthistorische Bedeutung nach dem ersten Weltkrieg und heute; wesentliche historische Erscheinungen vor dem ersten Welt­krieg und in der Weimarer Republik zur Kennzeichnung der beiden Linien der Poli­tik und des Hauptwiderspruchs in Deutschland und die unterschiedliche Politik der beiden deutschen Staaten in der Gegenwart.

Heimatgeschichte erforschen

Eine weitere Form der Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Leben ist die Auswertung heimatgeschichtlichen Materials, vor allem über die großen freiheit­lichen und revolutionären Traditionen unseres Volkes. Die Einbeziehung der Hei­matgeschichte in den Geschichtsunterricht trägt dazu bei, daß das historische Gesche­hen für die Schüler lebensnaher wird, daß sie an die fortschrittlichen Traditionen im Heimatort und -kreis herangeführt und zur Pflege dieser Traditionen erzogen werden.

Die Jahrgangsstufen (5. – 10. Klasse)

Da die historische Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart von der fünf­ten bis zur zehnten Klasse in einem linear aufgebauten Geschichtslehrgang behan­delt wird, ist die Berücksichtigung der Altersbesonderheiten der Schüler von großer Bedeutung.

  • So wird die Geschichte der Urgemeinschaft, des Altertums und des Mit­telalters in den fünften und sechsten Klassen in Form von historischen Bildern be­handelt (Unterricht in Geschichtsbildern), wobei die episodenhafte Darstellung und die systematische Auswertung der historischen Fakten eine untrennbare Einheit bil­den. In diesen Schuljahren dominieren die Lehrererzählung und das Unterrichtsge­spräch, die es, gestützt auf reichhaltiges Anschauungsmaterial, am besten ermög­lichen, den Schülern klare historische Vorstellungen und sichere Geschichtskenntnisse sowie erste Einsichten in historische Entwicklungszusammenhänge zu vermitteln.
  • Von der siebenten Klasse an gewinnen mit der systematisch-chronologischen Behand­lung historischer Ereignisse und Prozesse der neuen und neuesten Geschichte der historische Vergleich, das chronologische Einordnen und das Lokalisieren der Fakten, das Aufdecken der historischen Kausalität, das Bewerten, Urteilen, Schlußfolgern so­wie die zunehmende Systematisierung und Anwendung des historischen Wissens, verbunden mit der Entwicklung entsprechender Fähigkeiten des historischen Den­kens, immer mehr an Bedeutung. Dementsprechend werden in diesen Schuljahren neben dem Lehrervortrag und dem Unterrichtsgespräch Methoden bevorzugt, die die Schüler zum selbständigen Analysieren des historischen Geschehens und zum An­wenden ihrer Geschichtskenntnisse auf die Untersuchung des weiteren historischen Geschehens und der Gegenwart veranlassen (Arbeit mit Quellen und Augenzeugen­berichten, mit Bildern, Statistiken, graphischen Darstellungen, Tabellen). Große Be­deutung hat auch der Besuch von Museen und Ausstellungen sowie nationalen Ge­denkstätten.
  • Im Unterricht in Zeitgeschichte (zehnte Klasse) gewinnen wie in der Staatsbürger­kunde solche Methoden an Bedeutung, die eine selbständige Auseinandersetzung der Schüler mit zeitgeschichtlichen und aktuellen Problemen fördern (Problemdiskussion, Schüleraufträge zur Untersuchung zeitgeschichtlicher und aktueller Fragen in der Praxis, Einbeziehung von Arbeiterveteranen und Funktionären unseres Staates und der Partei der Arbeiterklasse, von Aktivisten, Genossenschaftsbauern und anderen in den Unterricht, Auswertung von grundlegenden Dokumenten der Partei der Arbei­terklasse und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik bzw. der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken sowie Arbeit mit der sozialistischen Presse).
  • In der erweiterten Oberschule wird in den neunten und zehnten Klassen der in der zehnklassigen Oberschule begonnene erste Geschichtslehrgang zu Ende geführt. In methodischer Hinsicht entspricht der Unterricht in diesen beiden Klassenstufen dem der zehnklassigen Oberschule. In den elften und zwölften Klassen ist die Problematik spezifischer und allgemeiner historischer Gesetzmäßigkeiten auf der Grundlage ausgewählter Stoffe aus der allgemeinen und deutschen Geschichte als Gegenstand des Unterrichts vorgesehen.Dieser problemgeschichtliche Unterricht sieht vor, daß von bestimmten Problemstellungen ausgegangen und die Auswahl und Auswertung der historischen Ereignisse zielstrebig auf die Lösung des aufgewor­fenen Problems hin vorgenommen wird. In diesen Schuljahren tritt im Zusammen­hang mit der Erarbeitung der historischen Gesetzmäijigkeiten immer stärker die weltanschauliche und politische Problemstellung in den Vordergrund, so daß die Schüler bei enger Koordinierung von Geschichtsunterricht und Staatsbürgerkunde eine exakte wissenschaftliche Grundlage ihres politischen Wissens erhalten und die politisch-ideologischen Grundfragen unserer Epoche richtig verstehen.

Der Lehrplan Geschichte

Die verbindliche Grundlage für die Zielsetzung und den Inhalt des Geschichtsun­terrichts ist der Geschichtslehrplan für die zehnklassige allgemeinbildende polytech­nische Oberschule aus dem Jahre 1959 (ergänzt durch eine Direktive für die Klassen acht bis zehn aus dem Jahre 1963) und der Geschichtslehrplan für die zwölfklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule aus dem Jahre 1961 und 1963.

FRIEDRICH WEITENDORF

Quelle:
Pädagogische Enzyklopädie (2 Bde.), VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1963, Bd.1, S.350-358. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

pdfimage Friedrich Weitendorf – Geschichte in der Schule


Siehe auch:
Ljubow Pribytkowa: Aus den tragischen Lektionen der Geschichte lernen!“

Geschichte: Was ist wahr und was wurde gefälscht?

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Internationale Solidarität, Marxismus-Leninismus, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu „Die Leute haben keine Ahnung von Geschichte!“

  1. roprin schreibt:

    Schade, wo ist nun die historische Begründung von Stuttgart? – Ich denke, Stuttgart gehört in die Gegenwart bzw. neue Geschichte.

    • sascha313 schreibt:

      …eine Begründung kann man von denen (RT) nicht erwarten. Sie sind listig genug, um auf den Zusammenhang hinzuweisen, und klug genug, diese Chance nicht zu verspielen!

    • S. Erfurt schreibt:

      Wenn Du wissen willst, wer in Stuttgart randaliert hat, dann überlege Dir, wer davon profitiert! Es sind dieselben gut ausgerüsteten Truppen des [zensiert]sportvereins die auch in Hamburg das Schanzenviertel verwüstet haben und überall wo sich jemand gegen das System erhebt auf den Plan treten und für Randale sorgen, mit LKW in Manschenmassen fahren und Bomben hochgehen lassen.

      Das sind auch dieselben die Menschen auf offener Straße abknallen und Politiker mit einem gezielten Kopfschuss töten. Hört, hört heißt es dann, hier hat es einen Anschlag mit antisemitischem oder rassistischem Hintergrund gegeben. Es ist der kapitalistische Staat der diesen Terror hervorbringt und von diesem Terror profitiert!

      MFG

    • Harry56 schreibt:

      Interessant war mal wieder, wie flink Politiker und Polizeisprecher nach diesen Krawallen in Stuttgart alles zu beschönigen, zu verniedlichen, zu bagatellisieren suchten. Es sind die gleichen Leute, welche selbst bei kleinsten Gesetzesverstößen normaler kleiner Bürger gar nicht genug „Härte“ an den Tag legen können, selbst bei kleinsten nichtbezahlten Bußgeldern Leuten die Konten sperren, sie schließlich sogar in Gefängnisse bringen, darunter immer wieder Leute mit bereits über 80 Jahren.

      Wir können auch hier das gleiche Muster erkennen, im Staate BRD sind eben Vergehen, Gesetzeverstöße nicht bei allen gleich, es kommt immer auf bestimmte, streng definierte Tätergruppen an, definiert von der Politik und deren Hintermännern, Auftraggebern. Die bürgerliche Gleichheit vor dem Gesetz ist eine tolle Forderung, ein tolles Theater, dahinter aber wird Recht je nach bestimmten Bedürfnissen gebeugt wo es nur geht.
      Und so nun auch mal wieder in Stuttgart.

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Den obigen Beitrag, dem ja voll zuzustimmen ist, kann ich mit den Ereignissen in Stuttgart nicht zusammenbringen. Das waren doch überwiegend Menschen, denen die deutsche Geschichte überhaupt nicht bewusst ist. Sie wissen doch gar nichts von den Kämpfen der deutschen Arbeiterklasse, denen sind Begriffe wie Kapitalismus und Imperialismus böhmische Dörfer. Und das scheint mir auch der Grund zu sein, dass über die Krawalle in Stuttgart ziemlich begütigend hinweggegangen wird vom Staat – sie waren nicht gegen den Staat gerichtet, werden unter Jugendkrawalle verbucht. Und trotzdem, RT Deutsch hat sehr wohl die Rufe „Allahu Akbar“ vermerkt. Ich will ja nicht unken, aber ich denke, da wird noch einiges ins Haus stehen.

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