Die verhinderten deutschen „Welteroberer“ – und die Lügen der Geschichtsrevisionisten und -fälscher gestern und heute…

Welteroberer1Sie waren, um ihrer gerechten Strafe zu entgehen, nach 1945 in den Westen geflüchtet, diese führenden Nazis, die „Schreibtischtäter“, Mörder und Kriegsverbrecher, diese blutigen Juristen und SS-Schlägertypen, die fanatischsten Anhänger der Ideen des „Nationalsozialismus“ (ein Wort, das von der ersten bis zur letzten Silbe eine Lüge ist). Und sie wußten, daß ihnen dort keine Strafe droht, wo auch schon ihresgleichen zu finden war – in den westlichen Besatzungszonen… Liest man heute mit einigem Abstand das irrwitzige, dummfreche Gerede dieser verhinderten deutschen „Welteroberer“, kurz nach der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschlands, und die anmaßende Vorstellung, man könne in einem zweiten Revanchefeldzug die „verlorenen Ostgebiete“ wieder zurückerobern, so zeugt dieses Geschwätz schon von einer tiefen psychotischen Wahrnehmungsstörung. Doch nein – es war und ist stets ernst gemeint! Und darin besteht die Gefahr! Der deutsche Imperialismus hatte in räuberischer Manier halb Europa zerstört und ausgeplündert, hatte heimtückisch und wortbrüchig die Sowjetunion überfallen, eine Blutspur von 27 Millionen Toten hinterlassen, und nun erdreisteten sich diese Unbelehrbaren erneut zum Kriege zu provozieren.

Im „Weißbuch über die aggressive Politk der Regierung der deutschen Bundesrepublik“ heißt es:

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Im folgenden Abschnitt lesen wir, welche Forderungen erhoben wurden:

Der wiedererstandene deutsche Imperialismus hatte sich während der Adenauerzeit darauf vorbereitet, das durch den Sieg der Antihitlerkoalition im zweiten Weltkrieg ent­standene Kräfteverhältnis in Europa gewaltsam zu seinen Gunsten zu verändern. Nach seiner Niederlage ging er systematisch daran, von seiner wiedergewonnenen Basis erneut die sattsam bekannte imperialistische „Großdeutschland“-Konzeption auf die Tagesordnung zu setzen.

Die Bundesrepublik war der einzige europäische Staat, dessen Regierung territoriale Forderungen erhob. Sie bedrohte damit ständig die Sicherheit anderer europäischer Staaten und verhinderte die Schaffung einer Atmo­sphäre der friedlichen Verständigung zwischen allen europäischen Völ­kern. Die revanchistische Forderung der deutschen Imperialisten nach einer Revision der Grenzen bedrohte den Frieden und die Sicherheit in ganz Europa!

Deutscher Revanchismus:
Wiederherstellung der Grenzen von 1937

Als ersten Schritt auf dem Wege zur Verwirklichung der neuen „Groß­deutschland-Pläne“ forderten die deutschen Imperialisten, als deren Wort­führer die Adenauer-Regierung auftrat, die Wiederherstellung der Gren­zen Deutschlands nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 und damit die Beseitigung der im Potsdamer Abkommen festgelegten deutsch-polnischen Grenze an der Oder und Neiße und die Annektierung der polnischen Westgebiete. Bereits am 9. Oktober 1951 forderte der heutige Bonner Außenminister von Brentano in Gießen:

„Oberstes Ziel jeder deutschen Politik, auch der unsrigen, ist die Wiedervereinigung … in Freiheit und im Rahmen der Grenzen von 1937.“
(Gießener Freie Presse, 11. Oktober 1951)

1953 gab das Bonner Innenministerium folgende Bekanntmachung heraus:

„Kartographische Gesamtdarstellungen von Deutschland sollen das deutsche Gebiet in seinen Grenzen von 1937 zeigen … Aushängende Karten oder kartographische Darstellungen von Deutschland, die es nicht in seinen Grenzen von 1937 wiedergeben und die nicht als Teildarstellungen besonders ·kenntlich gemacht sind, sind aus allen Diensträumen mit Publikumsverkehr zurückzuziehen.“
(Gemeinsames Ministerialblatt, Bundesminister des Innern, Nr. 35, 16. Dezember 1953)

Der Bonner Verkehrsminister Seebohm erließ die Anweisung,

„die Gasträume der Raststätten soweit möglich in der Eigenart der ostdeutschen Gebiete auszustatten und sie beispielsweise als ,schle­sische Stube‘ oder ähnlich zu bezeichnen. Ebenso sollen gute Bilder ost­deutscher Städte aufgehängt werden. Ferner sollen im Mittelstreifen der· Autobahnen vor der Zonengrenze Schilder mit Entfernungshin­weisen auf die an den früheren Autobahnen gelegenen ostdeutschen Städte Danzig, Königsberg, Breslau, Gleiwitz und Beuthen aufgestellt werden.“
(,,Die Welt“, Hamburg, 23. Dezember 1953)

Forderung: Annexion der polnischen Westgebiete

In der Folgezeit erhob die Bundesregierung immer wieder die Forderung auf Annexion der polnischen Westgebiete. Am 21. Oktober 1954 erklärte Adenauer vor dem Bundestag:

„…Die Bundesregierung hat bei verschiedenen Anlässen unmißver­ständlich erklärt, daß sie die Oder-Neiße-Linie nicht als Staatsgrenze anerkennt und daß sie sich mit … der einseitig vorgenommenen Trennung der deutschen Ostgebiete nicht abfinden kann. Sie betrach­tet diese Gebiete als deutsches Staatsgebiet.“
(Protokolle des Bundestages, Bonn, Sitzung am 21. Oktober 1954, S.1501)

Kiesinger: „Schlesien gehört uns allen!“

Das prominente Mitglied der Adenauer-CDU, der CDU-Bundestagsab­geordnete Kiesinger, rief auf einem „Schlesiertreffen“ am 24. Juni 1955 in Hannover aus:

„Die Heimkehr von Schlesien sei nicht nur ein Anliegen der Schlesier, sondern aller Deutschen. Schlesien gehört uns allen und wird uns weiterhin allen gehören.“

Bereits 1953 entwickelte Adenauer den berüchtigten Plan,

„die deutschen Ostgebiete als deutsch-polnisches Kondominium zu verwalten oder den Vereinten Nationen zu unterstellen.“
(„Nürnberger Nachrichten“, 9. September 1953)

Adenauers Traum von der Besetzung Polens

In einem Fernsehinterview mit der amerikanischen Rundfunkgesellschaft Columbia Broadcasting System erklärte Adenauer im September 1957,

„eines Tages werde das ganze Gebiet jenseits von Oder-Neiße innerhalb der Montanunion und des Gemeinsamen Marktes stehen müs­sen, und die jetzt bestehenden Grenzen würden immer mehr an Be­deutung verlieren.“
(dpa, 22. September 1957)


Die deutsche „Europäisierung“

Was sich hinter diesem „Europäisierungs“-Gerede verbirgt, das enthüllte bereits im Jahre 1953 der berüchtigte „Ost“-Experte Hitlers und Aden­auers, P. H. Seraphim, in der Schrift „Industriekombinat Oberschlesien“. Dort heißt es:

„Die gesamtdeutsche Wirtschaft kann ebensowenig wie auf die agra­rischen Überschüsse des deutschen Ostens, auf dieses bergbauliche und industrielle Potential, auf die Dauer verzichten. Dabei kann die Frage, in welcher Form es künftig der deutschen Wirtschaft wieder nutzbar gemacht werden kann, in diesem Zusammenhang außer Be­tracht bleiben. Unzweifelhaft ist aber, daß die deutsche Wirtschaft, auf die Dauer gesehen, sei es auch in einem größeren europäischen Rahmen, über diese Wirtschaftskräfte mitdisponieren wird …

Montanunion und Schumanplan sind bekanntlich nicht selbstzweck­liche Organisationen, sondern nur der Beginn einer Zusammenfas­sungsbewegung, deren Endziel die ökonomische Integration Europas oder jedenfalls des europäischen Kontinents ist. Es ist also vordring­lich wichtig, daß dieses Endziel nicht von vornherein dadurch unmög­lich gemacht wird, daß ein wichtiger Teil der europäischen Montan­erzeugung aus Europa desintegriert und zu einem ostmitteleuropäisch­sowjetischen Wirtschaftsblock zusammengefaßt wird …

Wenn man die Kohlen- und Kokserzeugung Polens und der CSR mit dem Westen verbunden denkt, so wäre die Kohlenförderung um etwa 10 Prozent, die Kokserzeugung sogar um 35 Prozent größer als die der Sowjetunion. Die Roheisenerzeugung wäre über 60 Prozent, die Rohstahlerzeugung fast 40 Prozent, die Walzwerkerzeugung um mehr als 34 Prozent größer als die der UdSSR.“
(P. H. Seraphim: Industrie-Kombinat Oberschlesien, Köln-­Braunsfeld, 1963, S. 99-101)


Die freche Ignorierung der Oder-Neiße-Grenze

Am 2. Mai 1956 erklärte v. Brentano im Südwestfunk:

„Ich habe sehr eindeutig erklärt, und ich wiederhole es heute: Es gibt keine deutsche Bundesregierung, weder heute noch morgen, die die Oder-Neiße-Linie als Grenze anerkennen kann.“
(,,Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung“, Bonn, 4. Mai 1956).

Auch Brentano fordert: Grenzen von 1937 !

In einer außenpolitischen Regierungserklärung vor dem Bundestag am 28. Juni 1956 bestand von Brentano erneut auf die Grenzen von 1937. Er führte aus, die Bundesregierung habe immer wieder darauf hingewiesen,

„daß das Deutsche Reich in seinen Grenzen von 1937 fortbesteht und daß einseitige Entscheidungen, die in den Jahren nach dem völligen Zusammenbruch getroffen wurden, … nicht anerkannt werden.“
(Protokolle des Bundestages, Bonn, Sitzung am 28. Juni 1956, S. 8425)

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Dreiste Gebietsforderungen: „Deutsche Ostgebiete…“

Bezeichnend ist eine Notiz in der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 5. Januar 1957, in der es heißt:

,,In der Bundesrepublik ist Einverständnis darüber erzielt worden, daß die deutschen Ostgebiete unter fremder Verwaltung im amtlichen Sprachgebrauch künftig die Bezeichnung ,Deutsche Reichsgebiete in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 unter vorläufiger polnischer bzw. sowjetischer Verwaltung‘ führen sollen. Als Kurzform soll die Be­zeichnung ,Ostgebiete des Deutschen Reiches (Stand 31. Dezember 1937) zur Zeit unter fremder Verwaltung‘ gelten.“

Plumpe Tarnung aggressiver Pläne: „…auf friedlichem Wege“

Um ihre imperialistischen Pläne gegenüber der Volksrepublik Polen zu tarnen, sprechen die deutschen Imperialisten heute davon, daß ihre An­sprüche auf polnisches Gebiet nur auf „friedlichem“ Wege, durch „fried­liche Verständigung“, ohne Gewalt geregelt werden sollen. So erklärte Adenauer auf einer Pressekonferenz in Berlin am 12. Oktober 1956 heuchlerisch:

,,Auch zu Polen müßten gutnachbarliche Beziehungen geschaffen wer­den. Sei erst einmal ein derartiges gutnachbarliches Verhältnis her­gestellt, dann könne man mit einem freien Polen (d.h. einem Polen, in dem wieder die Monopolherren und Gutsbesitzer herrschen – d.V.) auch über die Oder-Neiße-Linie nach den Geboten der Menschlichkeit und unter Anerkennung des Heimatrechtes verhandeln.“
(,,Der Kurier“, Westberlin, 13./14. Oktober 1956)

Das heuchlerische Gerede von einer „europäischen“ Regelung

Eine andere Variante der Tarnung der aggressiven Ziele gegenüber der Volksrepublik Polen ist das Gerede von der „europäischen“ Regelung der Grenzfrage, von einer Einbeziehung Polens in die „europäische Inte­gration“, womit die deutschen Imperialisten nichts anderes ausdrücken, als ihr Ziel, ganz Polen ihrer Herrschaft zu unterwerfen.
(,,Der Mittag“, Düsseldorf, 25./26. Juni 1955)

Zurück zum Kaiserreich…

Die deutschen Imperialisten begnügen sich keineswegs mit der Forderung nach Wiederherstellung der Grenzen von 1937. Ganz offen proklamieren sie ihre darüber hinausgehenden weitgesteckten imperialistischen Ziele. Bereits an anderer Stelle wurde auf die Erklärung des Bonner Ministers Seebohm aus dem Jahre 1951 verwiesen, der sich dagegen verwahrte,

„daß man jetzt soviel von den Grenzen von 1937 spricht, die die Grenzen von Versailles waren, die in Deutschland nicht anerkannt wurden.“

Sudetendeutsche Eroberungspläne

Am 25. Mai 1958 erklärte Lodgman von Auen auf einem „Sudetendeut­sehen Treffen“ in Stuttgart:

„Heute spricht man von den Grenzen von 1937 – und vielleicht mor­gen von den Grenzen von 1945, wenn sich nicht endlich das traditions­bewußte Deutschtum gegen diese würdelose Geschichtsklitterung wendet.“
(,,Frankfurter Allgemeine“, 27. Mai 1958)

Der Russenhaß der alten Nazis

Die deutschen Imperialisten erheben offen die Forderung nach Annexion des Sudetengebietes. Staatssekretär Thedieck vom Bonner Ministerium für sogenannte gesamtdeutsche Fragen erklärte schon 1952:

„…der sudetendeutsche Raum … erweist sich als entscheidend in der europäischen Politik. Denn wie anders wäre die kräfteverzehrende Spannung zwischen Ost und West zu erklären, wenn nicht durch die Tatsache, daß das Herzstück Europas, Böhmen, Mähren und Schlesien, überschwemmt worden ist von der asiatischen Flut, die das organisa­torische Bindeglied zwischen Ost und West htnwegspülte und so gründlich austilgte, daß heute Europa und Asien mitten im Herzen unseres Kontinentes zusammenstoßen … Alles das hat die Bundesregierung bedacht, als sie sich entschloß, einen Beitrag zur europäischen Verteidigung zu leisten.“
(„Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundes­regierung“, 6. Juni 1952)

Die Aggressionsgelüste des westdeutschen Verkehrsminister

Im folgenden eine kurze Auswahl typischer Äußerungen der Interessen­vertreter des deutschen Imperialismus, die die Aggressionsgelüste gegen die Tschechoslowakische Republik kennzeichnen. Besonders aktiv erweist sich dabei der Bonner Verkehrsminister Seebohm, was auf Grund seiner früheren Tätigkeit als Interessenvertreter des deutschen Monopol­kapitals in Schlesien und im Sudetengebiet nicht verwunderlich ist.
1952 erklärte Seebohm:

„Das Sudetenland gehört uns mit dem Recht der Erstgeburt.“ („Frankfurter Rundschau“, 15. August 1952)

Der Minister Seebohm kann nicht vergessen…

An eine Ausstellungsleitung schrieb er:

„Ich muß Ihnen … sagen, daß ich auf tiefste enttäuscht bin, daß Sie sich bei der Darstellung auf die Gebiete beschränkt haben, die nach dem Versailler Vertrag zum Deutschen Reich gehören … , daß Sie aber sowohl Ost-Oberschlesien wie auch die deutschen Gebiete von Posen und Westpreußen – daß Sie vor allen Dingen das ganze Sude­tenland außerhalb des Kartenbereiches gelassen haben, hat mich sehr überrascht und gerade als Heimatvertriebenen, der von außerhalb der Grenzen von 1937 stammt, verbittert. Man kann nach meiner Auffas­fassung nicht unter dem Motto: ,Was wir nicht vergessen dürfen‘ und ,Bildkarte vom deutschen Osten‘ all das leugnen, was deutsch war, deutsch ist und deutsch bleiben wird, auch wenn es nicht zur deut­schen Staatlichkeit zwischen 1919 und 1938 gehört hat.“
(„Der Spiegel“, Hamburg, 19. November 1952)

…auch Bundesminister Kraft will Grenzen von 1937

Der ehemalige Bundesminister Kraft nannte die Forderung der Wieder­herstellung der Grenzen von 1937

„gedankenlos, weil sie die Abschreibung des Sudetenlandes, Westpreu­ßens, Danzigs und des Memelgebietes bedeute.“
(„Frankfurter Allgemeine“, 5. Juni 1953)

Eine „Volk ohne Raum“?

Lodgman von Auen, der aufs engste mit den herrschenden Kreisen der Bundesrepublik verbunden ist, schrieb im Heft 12/1953 der Zeitschrift „Außenpolitik“ auf S. 773, der Komplex der deutschen Ostforderungen und der deutschen Ostpolitik teile sich in zwei deutlich voneinander unterscheidbare Richtungen,

„eine nach Nordosten und eine nach Südosten. Bei der ersten Richtung handelt es sich um die schlesisch-preußische Komponente, bei der zweiten um die sudetendeutsch-österreichische … 1945 ist vom tschechischen Staat deutsches … Staatsgebiet besetzt oder annektiert worden … Eine freie gesamtdeutsche Regierung hat demnach nicht nur an den tschechischen Staat einen Entschädi­gungsanspruch, sondern auch das Recht, über die … Festsetzung der Grenzen … erneut zu verhandeln.“

Der deutsche Revanchismus und Chauvisinismus

Seit Jahren dienen die „Sudetendeutschen Tage“ und ähnliche „Land­mannschafts-Tage“ als Brutstätten des Revanchismus und Chauvinismus. Auf dem „Sudetendeutschen Tag“ 1957 in Stuttgart erklärte Lodgman von Auen bei seiner Eröffnung:

„Es werde einmal die Stunde kommen, in der die Bundesrepublik vor die Frage der Neuordnung Europas und nicht nur Westeuropas ge­stellt sein werde. Das deutsche Volk dürfe den Glauben nicht aufgeben, daß es ,als Volk der Mitte eine historische Mission zu erfüllen‘ habe.“
(ADN, 8. Juni 1957)

Deutscher Okkupantentraum: Prag – „eine deutsche Stadt“

Der baden-württembergische Minister Fiedler sprach die Ziele des deutschen Imperialismus unverblümt aus, als er in Stuttgart sagte,

,,Prag sei seit eh und je eine Stadt des Deutschen Reiches gewesen“.
(„Frankfurter Rundschau“, 11. Juni 1957)

Sudetendeutsche: „Vom Kommunismus befreit…“?

In einem Kommentar des Bonner „General-Anzeigers“ vom 11. Juni 1957 heißt es zum Treffen der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“:

„Von einer vom Kommunismus befreiten Tschechoslowakei erwarten die Sudetendeutschen eine Aufwertung des Münchener Abkommens, durch das im Herbst 1938 das Sudetenland an Deutschland gekommen ist. Die Grenzen von 1937 sind also für die Sudetendeutschen nicht maßgebend …“

Die alten Nazis in Schlüsselstellungen

Ein bezeichnendes Licht auf das revanchistische Wirken gerade der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ brachten Berichte der westdeut­schen „Flüchlingsstimme“, die „Neues Deutschland“ am 15. Oktober 1957 veröffentlichte. Von der in Frankfurt/M. erscheinenden „Flüchtlings­stimme“ wurde der Nachweis erbracht, daß die großen und verantwort­lichen Nazis aus dem Sudetengebiet, darunter Staatssekretäre, Kreis­leiter, Gaurichter, HJ-Gebietsführer und NS-Reichstagsabgeordnete, heute in hohen Staats-, Partei-, Presse- und Verbandsschlüsselstellungen der Bundesrepublik sitzen.

Henlein-Faschisten: „Wir kommen wieder!“

Auf diese Enthüllungen antworteten die Hen­lein-Faschisten, die sich in einer sogenanten „Reichstreuen Bewegung“ innerhalb der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ zusammengeschlos­sen haben, in einem anonymen Schreiben in provokatorischer Weise:

„Jawohl! Heute kann man es schon offen aussprechen: Wir kommen nicht nur wieder, wir sind schon da! In aller Entschlossenheit sind wir angetreten, um den deutschen Osten wiederzugewinnen.“

Die „reichstreuen“ Nazis

In dem anonymen Schreiben verlangen die Faschisten, die „reichstreue Henlein-Bewegung“ positiv zu beurteilen. Niemand könne bestreiten,

„daß ohne die Auswertung der Erfahrungen und das entschiedene Mitwirken von Persönlichkeiten dieser Bewegung an keine Wieder­herstellung der großdeutschen Grenzen überhaupt zu denken ist“.

Sie geben den Ton an…

Die „Flüchtlingsstimme“ wies nach, daß in der Bundesführung der „Sude­tendeutschen Landsmannschaft“

,,Leute wie der ehemalige Senator der Henlein-Partei, Gau-Arbeits­führer a. D. Anton Pfrogner, Oberst a.D. Gertier und Direktor a.D. Emil Breuer, der ehemalige Ortsgruppenleiter der NSDAP in der Gauhauptstadt Reichenberg, den Ton angeben.“

Gesuchte Kriegsverbrecher

Weiter enthüllte das Blatt, daß die „Sudetendeutsche Zeitung“, das Organ der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“, aus Kreisen um die „Abendländische Aktion“ finanziert wird.

„Vor noch nicht allzu langer Zeit war der Verlagsdirektor des Blattes ein gewisser Frank Dibak. Hinter diesem Namen verbarg sich der als Kriegsverbrecher gesuchte ehemalige Staatssekretär in der Slowakei und Henlein-Abgeordnete Dipl.-Ing. Franz Karmasin.“

Die amerikanischen Auftragsgeber

Die in Westdeutschland erscheinende Zeitung „Die Andere Zeitung“ ver­öffentlichte am 11. Juni 1957 eine Meldung, die ein bezeichnendes Licht auf das Treiben der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ wirft. Es hieß dort:

„Der sudetendeutsche Revanchismus treibt im Moment wieder viele Blüten. Unter der Führung ihres ,Sprechers‘ sind einige Dutzend un­verbesserlicher Henlein-Funktionäre dabei, die ehemaligen Bewohner der deutschen Gebiete der Vorkriegs-CSR mit Haut und Haar einem Projekt zu verkaufen, das vor einigen Tagen in Baltimore öffentlich verkündet wurde. In dieser amerikanischen Stadt hat der amerika­nische Geheimdienst-Generalmajor a. D. Charles A. Willoughby – der beste politische Freund des Dr. Rudolf Lodgmann von Auen – eine große Rede gehalten.“

USA-Beatzungsmacht rüstet zum Angriff

Generalmajor Willoughby forderte ganz offen, die amerikanische Regierung solle endlich die seit 1951 Jahr für Jahr verplanten 100 Mil­lionen Dollar freigeben, die zur Aufstellung paramilitärischer Ver­triebenendivisionen in Westeuropa bereitgestellt werden. Willoughby sagte wörtlich:

„Es gibt 9 bis 12 Millionen Vertriebene in Westeuropa … Auch be­scheidene 5 Prozent würden 450.000 bis 600.000 Mann ergeben. Falls die Divisionen aus 5.000 bis 6.000 Mann bestehen, dann haben wir hier 90 bis 100 Divisionen, die die sinkende Kraft der NATO unterstützen können .. .“

Quelle:
Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.): „Weißbuch über die aggressive Politik der Deutschen Bundesrepublik“ (1959, S.71-78. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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Die Lügen der heutigen Geschichtsrevisionisten

…und einige kurze Antworten.

Lüge Nr. 1: „Es gilt als sicher, daß dieser deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt, der von den damaligen Außenministern Deutschlands und Rußlands, Joachim von Ribbentrop und Wjatscheslaw Molotow, am 24. August 1939 in Moskau unterzeichnet wurde, Hitler den Weg zum Überfall auf Polen und zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eröffnet hatte.“

  1. Es war kein Pakt, sondern ein Vertrag. Diese Begriffsfälschung stammt von den Nazis!
  2. Der Überfall auf Polen war Bestandteil der aggressiven Politik Hitler-Deutschlands, das bereits Österreich einverleibt und die Tschechoslowakei überfallen hatte, Der Nichtangriffsvertrag ermöglichte es der UdSSR knapp 2 Jahre Zeit zu gewinnen, um die Landesverteidigung auszubauen.

Lüge Nr. 2: „Was aber von der sowjetischen und jetzt von der russischen Seite gerne verschwiegen wird: Der Hitler-Stalin Pakt enthielt ein Geheimprotokoll, in dem die Aufteilung Polens und Osteuropas, sowie der neue Grenzverlauf zwischen Deutschland und der Sowjetunion festgelegt wurde.“

  1. Das Geheimprotokoll war niemals „verschwiegen“ worden, es wurde aber deshalb geheimgehalten, um die von Curzon vorgeschlagene Grenzziehung unabhängig vom Nichtangriffsvertrag zu regulieren.
  2. Es handelte sich nicht um eine Aufteilung Polens, sondern um die rechtmäßige Rückkehr der Weißrussen zur russischen Nation, der von den Deutschen und den Polen besetzten Gebiete der Ukraine, Weißrußlands und der Esten, Letten und Litauer zur UdSSR. Dazu gab es Volksabstimmungen und die Bitten der jeweiligen gewählten Volksvertreter um Aufnahme in die sozialistische Gemeinschaft der Sowjetunion..

Lüge Nr. 3: Eine Historiker-Kommission aus Litauen und Rußland habe klar gezeigt, daß das geheime Protokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt völkerrechtswidrig gewesen sei. Sowohl die Sowjetunion als auch Deutschland hätten bei der Bestimmung von Schicksalen der kleinen Länder auf Gewalt gesetzt und fremde Territorien aufgeteilt.

  1. Weder der Nichtangriffsvertrag, noch das geheime Zusatzprotokoll waren „völkerrechtswidrig“, denn die mehrfache Teilung Polens und die deutsche Besatzung der „Ostgebiete“ (wozu Teile Polens gezählt wurden) war nicht von der Sowjetunion vorgenommen worden, sondern vom Deutschen Reich.
  2. Nicht die Sowjetunion hat auf Gewalt gesetzt, sondern ausschließlich das faschistische Deutschland, das sich damit in Übereinstimmung mit den imperialistische Mächten der USA, Großbritanniens und Frankreich sah. Das erste Dekret der Sowjetunion war das Dekret über den Frieden, wobei durch die UdSSR erhebliche Territorialverluste durch den Brester Raubfrieden hingenommen werden mußten.

Lüge Nr. 4: EU-Parlamentarier nannten „Hitler-Stalin Pakt“ als den unmittelbaren Grund des Ausbruchs des 2. Weltkrieges.

  1. Die Erklärung der EU zu den Gründen des Ausbruchs des 2. Weltkriegs ist historisch falsch und verlogen und überdies auch nicht unumstritten. Sie setzt den deutschen Faschismus mit der sozialistischen Sowjetunion auf eine Stufe und relativiert damit die Aggressivität des Hitlerfaschismus und das menschenverachtende System der Nazibarbarei.
  2. Wenn Putin hier eine Richtigstellung aufgrund der historischen Wahrheit fordert, so ist das ganz im Interesse der Völker der ehemaligen UdSSR, die die größten Opfer bei der Zerschlagung das deutschen Faschismus gebracht haben. Mehr als die Hälfte der Opfer des 2. Weltkriegs waren Bürger der UdSSR (27 Millionen Tote).
  3. Das Ziel dieser Geschichtsfälschung ist die Relativierung der faschistischen Verbrechen während der Nazizeit, die Rehabilitierung der deutschen Wehrmacht, der Gestapo, der SS und SA und die Verschleierung der Komplizenschaft der westlichen imperialistischen Staaten mit dem deutschen Faschismus.
  4. Natürlich ist der Gedanke Putins einer angeblich möglichen „freundschaftlichen Zusammenarbeit“ zwischen der Sowjetunion und den USA – also zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung – nicht neu. Diese Standpunkt vertraten auch die Antikommunisten Chruschtschow und Gorbatschow. Sozialismus und Kapitalismus sind „unvereinbar wie Feuer und Wasser“ (Honecker).

Siehe auch:

Was ist Faschismus?

 

 

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8 Antworten zu Die verhinderten deutschen „Welteroberer“ – und die Lügen der Geschichtsrevisionisten und -fälscher gestern und heute…

  1. Die von dir zitierten „politischen“ – genauer imperialistischen – Forderungen, sind vom Bundesverfassungsgericht für die BRD zum „Recht“ geworden:

    Das Bundesverfassungsgericht stellte am 31. Juli 1973 bei der Überprüfung des Grundlagenvertrags mit der DDR fest (2 BvF 1/73; BVerfGE 36, 1 [6]):

    „Das Grundgesetz – nicht nur eine These der Völkerrechtslehre und der Staatsrechtslehre! – geht davon aus, daß das Deutsche Reich [was lediglich der NAME des 1871 gegründeten Militär-Bündnisses ‚Ewiger Bund‘ „deutscher“ Fürsten, also den ewigen Vasallen des Papstes, ist] den Zusammenbruch 1945 überdauert hat und weder mit der Kapitulation noch durch Ausübung fremder Staatsgewalt in Deutschland durch die alliierten Okkupationsmächte noch später untergegangen ist; das ergibt sich aus der Präambel, aus Art. 16, Art. 23, Art. 116 und Art. 146 GG.
    Das entspricht auch der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, an der der Senat festhält.
    Das Deutsche Reich — [also das 1871 von „deutscher“ Fürsten, also den ewigen Vasallen des Papstes, gegründete Militär-Bündnisses ‚Ewiger Bund‘] — existiert fort (BVerfGE 2, 266 [277]; 3, 288 [319 f.]; 5, 85 [126]; 6, 309 [336, 363]), besitzt nach wie vor Rechtsfähigkeit, ist allerdings als Gesamtstaat — [der nie vorlag, denn es war ja ein Militär-Bündnis „deutscher“ Fürsten, also den ewigen Vasallen des Papstes,] — mangels Organisation, insbesondere mangels institutionalisierter Organe selbst nicht handlungsfähig.
    Im Grundgesetz ist auch die Auffassung vom gesamtdeutschen (*A) Staatsvolk und von der gesamtdeutschen Staatsgewalt „verankert“ (BVerfGE 2, 266 [277]). Verantwortung für „Deutschland als Ganzes“ tragen – auch – die vier Mächte (BVerfGE 1, 351 [362 f., 367]).
    Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist also nicht „Rechtsnachfolger“ des Deutschen Reiches, sondern als Staat [der sie nicht ist] identisch mit dem Staat „Deutsches Reich“ [der keiner ist, weil das ja ein von „deutschen“ Fürsten, also den ewigen Vasallen des Papstes, gegründeter Militär-BUND ist] – in Bezug auf seine räumliche Ausdehnung allerdings „teilidentisch“, so daß insoweit die Identität keine Ausschließlichkeit beansprucht. […] Sie beschränkt staatsrechtlich ihre Hoheitsgewalt auf den „Geltungsbereich (*B) des Grundgesetzes“.
    Die Bundesrepublik […] fühlt sich aber auch verantwortlich für das ganze Deutschland […]. !!!
    Die Deutsche Demokratische Republik gehört zu Deutschland !!! [das ist der völkerrechtlich 1849 gegründete Staat – das Originäre staatliche Völkerrechtssubjekt der deutschen Völker und deutschen Länder !!!] und kann im Verhältnis zur Bundesrepublik Deutschland nicht als Ausland angesehen werden.“

    Anmerkungen:

    Also, die BRD ist Verwalterin eines Teils des Deutschen Reiches! [also einem Teil des von „deutschen“ Fürsten, also den ewigen Vasallen des Papstes, gegründeter Militär-BUNDES!] (Ein Teil Deutschlands wurde neu organisiert)

    Aus diesem „Urteil“ ergibt sich denknotwendig, also von der Logik des Völkerrechts her, dass die DDR ein Staat ist. Aus der Verfassung dieses Staates DDR, ergibt sich nun weiter, dass

    Die Verfassung der DDR – nicht nur eine These der Völkerrechtslehre und der Staatsrechtslehre! – ist und davon ausgeht, daß die DDR den Zusammenbruch 1989 überdauert hat und weder mit der „Erklärung der Volkskammer „‚zum Beitrittsgebiet des GG FÜR die BRD“‘

    noch durch Ausübung fremder, völkerrechtlich ILLEGALER Gewalt DER durch die Ratifizierung des Staatsvertrages „“Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland“‚ (2+4-Vertrag“), der am 15. März 1991 in Kraft Getreten ist, AUFgelösten BRD in Deutschland

    noch durch die alliierten Okkupationsmächte

    noch später untergegangen ist; dies ergibt sich sogar auch aus der Präambel, aus Art. 16, Art. 23, Art. 116 und Art. 146 des GG für die BRD selbst!!!

    Anmerkungen:
    (*A) gesamtdeutschen = lese: in den Grenzen von 1937
    (*B) Geltungsbereich = lese: in den Grenzen von 1937

    • S. Erfurt schreibt:

      Daß die Macht vom Volke ausgeht laut Grundgesetz der BRD kann schon deswegen gar nicht sein, weil das Volk der BRD gar nicht im Besitz der Produktionsmittel ist.

      In der DDR hingegen manifestierte sich der Besitz an Produktionsmitteln in Gestalt der Volkseigenen Betriebe die, bis auf die Genossenschaften (LPG, PGH, ZGE), den größeren Anteil der produktiven Besitztümer bildeten. Nur so konnte die Macht auch vom Volke bzw. der Arbeiterklasse ausgehen und den Genossenschaften die sozialistische Planwirtschaft diktieren.

      MFG

  2. Weber Johann schreibt:

    Liebe sascha, vielen Dank für diese so wichtige Auflistung von Fakten und Gefahren, denen die Menschen in der DDR zu jeder Minute ausgesetzt waren. Um Adenauers Ziel, die Grenzen von 1937 Wirklichkeit werden zu lassen, wäre die DDR ein grauenhafter Kriegsschauplatz geworden. Das ein ungeheures Blutvergießen von Adenauers „Brüdern und Schwestern“ die Folge gewesen wäre, spielte keine Rolle. Dass dieser Horror für die Bevölkerung in der DDR nicht zum Tragen kam, ist vor allem der sowjetischen Besatzungsmacht und den Sicherheitsorganen der DDR zu verdanken. Werden deshalb diese Sicherheitsorgane der DDR nun schon seit 30 Jahren gehasst, verfolgt und was es sonst noch für Schikanen gibt? Wer eine „saubere“ Aufarbeitung unserer gemeinsamen deutschen Geschichte betreiben will, der darf an diesen wichtigen Fakten von sascha nicht vorbeigehen. Hier noch einige Quellen:

    1) CDU-Fraktionssitzung 6. September 1950:
    „Auf die Gefahr eines russischen Angriffs eingehend, meinte er, daß der Angriff in diesem Jahr nicht mehr erfolgen werde. Maßgeblich sei augenblicklich noch die Übermacht der Amerikaner in der Atomwaffe. Es gelte jetzt das Stadium der absoluten Hilflosigkeit, in dem wir uns befinden, noch in diesem Winter zu überwinden. [..]

    Dr. Gerstenmaier ging in längeren, von der Fraktion mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen insbesondere auf den Punkt des Versagens der inneren Abwehrbereitschaft gegen Osten ein. Er wandte sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Haltung gewisser evangelischer Kreise, die auch beim Evangelischen Kirchentag in Essen zutage getreten sei.“
    https://fraktionsprotokolle.de/handle/4630

    2) „Der Kalte Krieg polarisiert. Bundeskanzler Konrad Adenauer schreibt 1952: „Was östlich von Werra und Elbe liegt, sind Deutschlands unerlöste Provinzen. Daher heißt die Aufgabe nicht Wiedervereinigung, sondern Befreiung … Das Wort Wiedervereinigung sollte endlich verschwinden, es hat schon zuviel Unheil angerichtet. ,Befreiung’ sei die Parole!“ (Rheinischer Merkur vom 20. Juni 1952)
    http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/108

    3) Die österreichische Zeitung „Der Neue Mahnruf“ Nr. 5 von 1954 schreibt:

    Bonn bereitet Revanchekrieg vor
    Unter diesem Titel hat der „Ausschuß für deutsche Einheit“ ein zirka 120. Seiten starkes Buch herausgegeben, in welchem durch Dokumente in Wort und Bild Tatsachen über die Wiedergeburt des deutschen Militarismus im Adenauer-Staat (Westdeutschland) wiedergegeben werden, die in geradezu aufregender Weise die von Westdeutschland neuerlich drohende Gefahr des wiedererstandenen deutschen Militarismus und der Revanchepolitik aufzeigen.
    Es ist ganz ausgeschlossen, auch nur auszugsweise. die wichtigsten Kapitel dieses Buches – und die bedeutsamsten Dokumente wiederzugeben, da auf jeder einzelnen Seite derartige unfaßbare und leider bei uns auch sehr unbekannte Tatsachen wiedergegeben sind, so daß wir uns darauf einstellen müssen, einzelne Teilkapitel zu behandeln. [..]

    Am 31. Mai 1952 sagte Herr Thedieck, Staatssekretär des westdeutschen Ministers Kaiser auf dem „Sudetendeutschen Tag“ in Stuttgart: „Der sudetendeutsche Raum erweist sich als entscheidend in der europäischen Fontik. Denn wie anders wäre die kräfteverzehrende Spannung – zwischen Ost und West zu erklären, wenn nicht durch die Tatsache, daß das Herzstück Europas, Böhmen, Mähren und Schlesien, überschwemmt worden ist von einer asiatischen Flut die das organische Bindeglied zwischen Osten und Westen hinweggespült hat so daß heute Europa und Asien im Herzen unseres Kontinents zusammen stoßen… Alles das hat die Bundesregierung (Bonner Regierung; die Redation) bedacht, als sie sich entschloß, einen Beitrag zur europäischen Verteidigung zu leisten.“ (Die EVG-Verträge abzuschließen, die Red.)[..]
    Auf einer Kundgebung in Rudesheim am 9. August ‚1952 wagte dieser Seebohm zu erklären: „Europäische Kultur ist nur dort, wo deutsche Menschen wohnen.“[..]

    Das sind also nur einige wenige Auszüge aus Reden von Ministern der Bonner Regierung. Deutlicher können wohl nicht mehr die wahren Absichten und Pläne dieser westdeutschen Regierung dargelegt werden, wie dies von Mitgliedern dieser Regierung selbst geschieht. Sie zeigen die Revancheabsichten, die nur durch Entfesselung eines Revanchekrieges verwirklicht werden können.[..]

    Diese kleine Auslese aus Reden von Bonner Ministern zeigt die Größe dieser Gefahr. Denn hinter diesen Reden stehen jene, die die Wiederaufrüstung, Westdeutschlands unter der Führung der ehemaligen Hitier-Generäle betreiben und deren Revanchegelüste schüren.
    Gegen diese größte Gefahr für unser Land müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, damit sie nicht zur Wirklichkeit wird.“
    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dnm&datum=1954&page=31&size=45&qid=7O19LKP0G3WWAMZ5REGRUHO1JOIKVT

    Sehr wichtig ist auch die Erkenntnis, dass in der SBZ und in der DDR noch Viele auf „den Tag X“ warteten. Otto Grotewohl hat dies klar angesprochen. Und dieser Bodensatz, der DDR feindlich gesinnten Leute, bestand bis zu den Aktivitäten, die zu der sogenannten Wiedervereinigung führten. Darüber schweigen diese Erfüllungsgehilfen des DDR-Delegitimierungsauftrag bzw. sorgen mit Einsatz von Steuergelder, dass diese Fakten nicht an die Oberfläche kommen.

    Ich zitierte aus der Broschüre „Die Nationale Front – eine Antwort auf die Zerreißung Deutschlands, von Otto Grotewohl 1948/1949:

    […] Die Wähler der Delegierten zum 3. Deutschen Volkskongreß haben ihre Ja-Stimmen nicht nur für die Einheit Deutschlands schlechthin, sondern für die deutsche Einheit auf der Grundlage einer demokratischen Politik abgegeben. Die 8 Millionen Ja-Stimmen sehen in einer antifaschistisch-demokratischen Entwicklung die Basis, auf der sich die friedlichen Kräfte unseres Volkes voll entwickeln können und von der aus keinem anderen Volke die Gefahr droht, daß die einheitliche Kraft des deutschen Volkes erneut für aggressive Zwecke mißbraucht wird.

    Wenn 4 Millionen Wähler der sowjetischen Besatzungszone die Wahl der Volkskongreß-Delegierten ablehnten, dann zeigt diese Stimmenzahl lediglich, daß die vom Nazismus hergekommene Primitivität des politischen Denkens noch nicht überwunden ist und ferner, daß die Bemühungen der Agenten des anglo-amerikanischen Monopolkapitals, aus den Schwierigkeiten und Nöten unserer Zeit Kapital zu schlagen, noch nicht ohne Erfolg geblieben sind.

    Die Wahlergebnisse zeigten, daß die Nein-Stimmen überwiegend aus dem Lager der bürgerlichen Mittelschichten stammen. Es sind jene Kräfte, die früher Hitler hemmungslos nachliefen und heute die Blockpolitik als Tarnung benutzen, um eine doppelzüngige Politik zu betreiben. Es gibt auch einige Politiker, die nach außen hin den Volkskongreß propagieren, während sie im Schutze des Vertrauens zersetzende Arbeit leisten zu können glauben. [..]

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Das Schönste aber ist, dass jetzt bei unseren Obrigkeiten ein Jammern und Klagen ausbricht darüber, dass Trump angedroht hat, ein paar US-Soldaten aus der BRD zurückzuholen. Die Ärmsten, unsere Volksvertreter, nun müssen sie ganz allein gegen den bösen Feind, der überall auf sie lauert, antreten. Auf der einen Seite wollen sie sich von der Vormundschaft der USA freimachen, aber wenn die mal ernst machen, fühlt sich die Bundesregierung ganz allein auf der Welt, ohne ihren Babysitter aus Amerika.

    • S. Erfurt schreibt:

      Da kannste mal sehen was das für Schauspieler sind. Im Übrigen hat mir gerade ein Offizier der ehemaligen NVA erzählt, daß während der Ausbildung amerikanischer Truppen an russischer Waffentechnik Schwarze und Weiße getrennt wurden (auch bei der Unterbringung). Das war im Jahr 1990!

      Und nochwas hat er erzählt: Im Standort- und Wachdienst der Bundeswehr gibt es viele tödliche Unfälle. Das liegt daran, daß zu diesem Dienst an Waffen mit scharfer Munition Soldaten eingeteilt werden die waffentechnisch noch gar keine Ausbildung hatten.

      Zu meiner Zeit bei der NVA gab es in 3 Jahren in einem ganzen Regiment nicht einen einzigen Unfall mit Personenschaden und Schusswaffen!

      MFG

  4. Weber Johann schreibt:

    Jauhuchanam schreibt:
    „Die von dir zitierten „politischen“ – genauer imperialistischen – Forderungen, sind vom Bundesverfassungsgericht für die BRD zum „Recht“ geworden:“

    Ich bin ein juristischer Laie. Aber eines steht für mich fest. Wir hatten in der Alt-BRD ein Verfassungsgericht, obwohl wir keine Verfassung hatten. Wir hatten ein Grundgesetz, dass ohne Beteiligung der Alt-BRD-Bevölkerung zu Stande kam.

    Anders in der DDR, hier wurde die gesamte Bevölkerung an der Entwicklung ihrer Verfassung mit eingebunden. Wie es halt so in einem Rechtsstaat üblich ist. Hier in Kurzform die Schritte bis die Verfassung in der DDR ihre Gültigkeit hatte.

    Am 19. März begründet Otto Grotewohl den überarbeiteten Verfassungsentwurf. Die demokratische Öffentlichkeit hat den am 22. Oktober 1948 vom Volksrat zur freien Diskussion gestellten Verfassungsentwurf in Versammlungen aller Art, in der Presse, im Rundfunk, durch direkte Zuschriften an das Sekretariat des Volksrates, in Form von Resolutionen, Abänderungs- und Ergänzungsvorschlägen eingehend beraten. Es fanden etwa 9.000 Versammlungen statt, in denen der Entwurf diskutiert wurde. Über 15.000 Resolutionen und 503 Abänderungsvorschläge gingen dem Volksrat zu. Der Verfassungsausschuß beriet am 16. Februar und 2. März, ein von ihm eingesetzter Unterausschuß am 27. Februar, die Ergebnisse der Volksdiskussion. Auf Grund der Abänderungsvorschläge werden insgesamt 52 Artikel des Entwurfs zum Teil wesentlich verbessert.
    Der Volksrat überweist die Verfassung zur Bestätigung an den Dritten Deutschen Volkskongreß.

    Unter der Losung des Kampfes gegen die Spaltung Deutschlands, für die demokratische Einheit und für einen Friedensvertrag wurden die Delegierten am 15./16. Mai 1949 zum Dritten Deutschen Volkskongreß gewählt.
    Von Westdeutschland und Westberlin aus gesteuert, nutzen reaktionäre Kräfte die Legalität demokratischer Parteien für ihren organisierten Kampf gegen die demokratische Ordnung und zur Irreführung der Wähler. Mitglieder der CDU und der LDPD verteilen Flugblätter antidemokratischen Inhalts und unterstützen die feindliche Propaganda gegen die Wahlen. Obwohl die Wahlen in den Westzonen und in Westberlin verboten worden sind, beteiligen sich dennoch auch westdeutsche Bürger an der Wahl.

    Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik tritt in Kraft. Am 7. Oktober 1949 beschließt die Provisorische Volkskammer durch Gesetz, daß die unter Beteiligung des gesamten deutschen Volkes geschaffene, vom Deutschen Volksrat am 19. März 1949 beschlossene und vom Dritten Deutschen Volkskongreß am 30. Mai 1949 bestätigte Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft tritt.
    Provisorischen Volkskammer bei Ihrer Konstituierung:

    SED 96 Abgeordnete
    LDPD 46 Abgeordnete
    CDU 46 Abgeordnete
    NDPD 17 Abgeordnete
    DBD 15 Abgeordnete
    FDGB 30 Abgeordnete
    SPD/Berlin 5 Abgeordnete
    FDJ 10 Abgeordnete
    VdgB 5 Abgeordnete
    DFD 11 Abgeordnete
    KB 34 Abgeordnete
    KG 5 Abgeordnete
    VVN 10 Abgeordnete

    Die Menschen in der DDR schrieben folgenden Artikel in ihrer Verfassung: Die Grundrechte sind deutlich gegen die Feinde der Demokratie gerichtet. So bestimmt Artikel 6: „…Boykotthetze gegen demokratische Einrichtungen und Organisationen, Mordhetze gegen demokratische Politiker, Bekundung von Glaubens-, Rassen-, Völkerhaß, militaristische Propaganda sowie Kriegshetze und alle sonstigen Handlungen, die sich gegen die Gleichberechtigung richten, sind Verbrechen im Sinne des Strafgesetzbuches .. .“
    Entnommen aus „Vom Werden unseres Staates 1945-1955“ Staatsverlag der DDR Berlin 1966

    Dieser Artikel war der Grund warum die vom Volk der DDR erstellte Verfassung von allen Alt-BRD-Regierungen 40 Jahre lang bekämpft wurde. Stichworte „keine freien Wahlen“.

    Bayern wollte einen gleichen Weg gehen, Beteiligung des Bayer. Volkes. Die Militärgouverneuren zwangen die Bayer. Abgeordneten die geplante Volksbefragung in Bayern nicht durchzuführen.
    Die bayerischen Abgeordneten des Parlamentarischen Rats, die dem Grundgesetz zugestimmt haben, hätten die bayerische Verfassung gebrochen, erklärte der Landesvorsitzende der Bayernpartei, Dr. Baumgartner. Die Mehrheit des bayerischen Volkes werde das Grundgesetz niemals anerkennen. Die Verabschiedung durch den Parlamentarischen Rat sei eine „unerhörte Vergewaltigung Bayerns“.
    Auf Grund der Besprechungen mit den Militärgouverneuren am 12. Mai 1949 in Frankfurt wurde von Dr. Ehard die ursprünglich gegebene Empfehlung fallen gelassen, in Bayern einen Volksentscheid über das Grundgesetz entscheiden zu lassen.

    Ein Beispiel. In der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ stand am 3.5.1949:
    „In München wurde in Anwesenheit des bayerischen Kultusministers Dr. Hundhammer ein Aufruf veröffentlicht, in dem es heißt: „Bayern, Euer Staat ist in Gefahr. [..]
    Dr. Hundhammer erklärte, die CSU werde in jedem Fall eine Volksabstimmung über die westdeutsche Verfassung durchführen.“

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