Wissenschaftlichkeit…

Wiss_Weltanschauung

Studiert beharrlich die marxistisch-leninistische Theorie!

Immer wieder stellt sich die Frage: „Ist eine Aussage oder die Darstellung eines Sachverhalts wahr und zutreffend, stimmt sie mit der Wirklichkeit überein, oder ist sie erdacht, erfunden, erlogen?“ – Nicht immer läßt sich diese Frage klar und eindeutig beantworten, da einerseits in vielen Wissenschaftsdisziplinen hochspezialisierte Fachleuten arbeiten, deren „Fach-Chinesisch“ oft nicht zu verstehen ist, andererseits aber die wissenschaftliche Allgemeinbildung der Masse der Bevölkerung im Kapitalismus sehr, sehr dürftig ist. Die Zeitungen, der Rundfunk und das Fernsehen, d.h. die bürgerlichen Massenmedien, verbreiten ausschließlich Informationen der herrschenden Klasse für das Volk. Deren Sprache ist ein äußerst brauchbares Mittel für die geistige Manipulierung der Menschen. Als einzige alternative Informationsquelle bleibt dann oft nur das Internet, aus dem sich manche überaus gewitzte Schlaumeier ihr ganzes Wissen herausholen, um damit den Rest der Menschheit zu belehren und zu bekehren. Was also ist Wissenschaftlichkeit? Und was ist Wissenschaft?

Karl Marx definierte kurz und bündig so: Wissenschaft ist „das Produkt der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung in ihrer abstrakten Quintessenz.“ [1] Zugleich aber existiert die Wissenschaft als ein sich entwickelndes System von Kenntnissen. Dieses System ist in bestimmter Weise organisiert und bildet eine relativ adäquate  Widerspiegelung von Eigenschaften, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten der objektiven Realität, d.h. der Natur und Gesellschaft, aber auch der subjektiven Realität, des Bewußtseins. Wissenschaft enthält im wesentlichen vier miteinander eng verbundene Elemente:

  1. empirische Kenntnisse, d.h. durch Erfahrung, Beobachtung und Experiment ermittelte Tatsachen und ihre Beschreibung;
  2. theoretisches Wissen über den betreffenden Objektbereich in Form von Gesetzesaussagen und weiteren theoretischen Aussagen sowei Hypothesen;
  3. Methoden und Verfahren, die von den Elementen der allgemeinen dialektischen Methode (→ Dialektik) über allgemeine Methoden vieler Wissenschaften bis zu den spezifischen Methoden der einzelnen Wissensgebiete reichen;
  4. philosophische Voraussetzungen und Schlußfolgerungen.

Damit ist eigentlich alles darüber gesagt, was man unter Wissenschaft versteht. Das übrige gehört in das Reich der Phantasie. Und – Meinungen sind nichts anderes als subjektive Schlußfolgerungen, die im einzelnen nicht einmal begründet werden müssen. Meinungen ändern sich je nach der individuellen Interessenlage und in Abhängigkeit von äußeren Einflüssen. Klar – Meinungen sind leicht beeinflußbar, sie sind manipulierbar. Und je weniger man weiß, desto leichter glaubt man, was einem gesagt wird. Unter kapitalistischen Verhältnissen sucht man Wissenschaftlichkeit oft vergebens. Da wird gelogen, betrogen und verheimlicht, da werden Falschmeldungen und Gerüchte verbreitet. Kurzum: Keine Maskerade ist billig genug, wenn es darum geht, das Volk zu verwirren.


LENIN sagte: „In der bürgerlichen Gesellschaft hat die Bourgeoisie die Masse der Werktätigen mit Hilfe der einen oder andereren, mehr oder weniger demokratischen Form regiert; regiert hat die Minderheit, haben die Besitzenden, die des kapitalistischen Eigentums teilhaftig sind, die das Bildungswesen und die Wissenschaft, die festeste und höchste Blüte der kapitalistischen Zivilisation, zu einem Werkzeug der Ausbeutung, zu einem Monopol gemacht haben, um die überwältigende Mehrheit der Menschen in Sklaverei zu halten.“ [2]


Im Imperialismus haben wir es also oft mit unwissenschaftlichen Aussagen und Erklärungen zu tun – mit Behauptungen, für die es keine Beweise gibt. Das heißt – wir werden, wenn es im Profitinteresse der herrschenden Klasse liegt, von Wissenschaftlern, die im Dienste des Imperialismus stehen, bewußt belogen und getäuscht. Die soziale Funktion der Wissenschaft im Kapitalismus und im Sozialismus ist total gegensätzlicher Natur:

Die soziale Funktion der Wissenschaft

Die soziale Funktion der Wissenschaft besteht darin, den Menschen durch die Er­kenntnis der Gesetzmäßigkeiten der objektiven Realität das ent­scheidende Mittel zu geben, ihre natürlichen und gesellschaftlichen Existenzbedingungen zu beherr­schen und damit die bewußte und rationelle Gestaltung ihres gesell­schaftlichen Lebensprozesses zu ermöglichen.

  • In der kapitalistischen Gesellschaft wird die soziale Funktion der Wissenschaft deformiert und entstellt, weil sie dem Profitinteresse des Kapitals untergeordnet und damit zum Werkzeug wird, die Ausbeutung der Werktätigen zu erhöhen und die überlebte antagonistische Klas­sengesellschaft länger am Leben zu erhalten.
  • Erst in der sozialistischen Gesell­schaft beginnt die Wissenschaft, ihre so­ziale Funktion voll zu entfalten, und zwar in drei Richtungen: Er­stens wird sie zu einer unmittel­baren Produktivkraft der Gesell­schaft; zweitens wird sie zum theo­retischen Instrument der bewußten Leitung und Planung des Gesell­schaftsprozesses, und drittens wird sie zu einem Mittel der Bildung und Erziehung allseitig entwickel­ter Individuen. In der Einheit die­ser Funktionen wird die Wissenschaft immer mehr zu einer entscheidenden Grundlage der gegenwärtigen und künftigen gesellschaftlichen Ent­wicklung.
[1] Karl Marx: Marx/Engels-Werke, Bd.26, S.367
[2] W.I. Lenin: Referat auf dem II. Gesamtrussischen Gewerkschaftskongreß (20. Januaer 1919). In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd.28, S. 423-440.
[3] Alfred Kosing: Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, Dietz Verlag Berlin, 1985, S.571.

Wissenschaft im Verlaufe der Geschichte

(Auszug aus dem Philosophischen Wörterbuch)

Große Erkenntnisse, die vor allem eine qualitative Entwicklung in der Geschichte der Wissenschaft einleiteten, wurden stets von der Klasse getragen und gefördert, die selbst an der Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse inter­essiert war, während die konservativen Klassen und ihre Ideologen sich gegen die revolutionierende Wissenschaft stellten. In diesen Auseinander­setzungen nahm der weltanschauliche Kampf einen dominierenden Platz ein.

Der Kampf um ein wissenschaftliches Weltbild

Die fundamentalen Lei­stungen von KOPERNIKUS, KEPLER, GALILEI auf dem Gebiet der Astronomie, der Physik und Mechanik, die Entwicklung des Experiments als Wissenschaftsmethodik und praktische Beweis­führung zum Beispiel rüttelten an den Grundfesten des Weltbildes der Feudalgesellschaft und ent­zogen den Vertretern des Klerus mit ihrem An­spruch auf göttliche Autorität die Vormachtstellung. Deshalb gingen die herrschenden Kräfte mit allen Mitteln des politischen und ökonomischen Zwangs gegen die Wissenschaft und ihre revolutionärsten Vertreter vor und schreckten auch vor Mord nicht zurück.

Angriff der reaktionären Kräfte

Bis in unsere Zeit ist die reaktionäre Phi­losophie dadurch gekennzeichnet, daß sie den Anspruch der Wissenschaft auf objektive Wahr­heit mit Skepsis beantwortet und die enge Be­ziehung von Wissenschaft und Weltanschauung durch ein idealistisches Weltbild und Subjektivis­mus ersetzt. Diese Haltung entspricht auch dem einseitigen und äußerst pragmatischen Verhältnis der Monopolbourgeoisie und ihres Staates zur Wissenschaft. Sie bringt die Grenzen der kapita­listischen Gesellschaft für die Entwicklung der Wissenschaft zum Ausdruck.

Wissenschaft im Imperialismus

Die imperialistische Bourgeoisie versucht, die Errungenschaften der Wissenschaften zur Er­höhung des Profits und zum Erhalt ihrer Klassen­herrschaft zu nutzen. Die Wissenschaft ist heute zu einem wichtigen Faktor der Konkurrenz zwi­schen den kapitalistischen Ländern geworden. Die Geschichte der Wissenschaft macht deutlich, daß die wissenschaftliche Erkenntnis ihre Nützlich­keit für die Menschheit nur praktizieren kann, wenn sie den Bedürfnissen des historischen Fortschritts entspricht und die Wissenschaft von den fortschritt­lichsten Kräften getragen ist.

FRAGE: Warum verhält sich die Wissenschaft im Imperialismus oft so verantwortungslos und menschenverachtend?

Eine wissenschaft­liche Erkenntnis, die den gesellschaftlichen Fort­schritt als objektive Gesetzmäßigkeit sowie die Einheit von Natur- und Gesellschaftswissenschaft begründet, wird von der herrschenden bürgerlichen Klasse und ihren Ideologen abgelehnt, weil sie den Untergang der kapitalistischen Gesellschaft und die kommunistische Zukunft deutlich macht. Die Geschichte der Wissenschaft lehrt, daß es zur Ver­antwortung der Wissenschaft gehört, gegen Reak­tion und antihumane Theorien zu kämpfen.

Quelle: Georg Klaus/Manfred Buhr: Philosophisches Wörterbuch (2 Bde.), VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1975, Bd.2, S.1312. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Die Wissenschaft ist ein Feind der bürgerlichen Ideologie, ihre Verbreitung in der Arbeiterklasse ist eine entscheidnde Voraussetzung dafür, das wissenschaftliche Denken zu entwickeln und sich damit von der geistigen Manipulierung zu befreien.


So – und nun zu „Corona“:

(Über den Mißbrauch der Wissenschaften)

Es gibt derzeit zweierlei Informationen – das eine sind die offiziellen Mitteilungen, Anweisungen und Verhaltensvorschriften des bürgerlichen Staates, die mit der Absicht verbunden sind, ein bestimmtes Verhalten der Bevölkerung zu bewirken. Um diese Maßnahmen und Vorschriften glaubwürdig erscheinen zu lassen, werden alle möglichen (oft sogar widersprüchliche) Begründungen gleich mitgeliefert. Nun muß man aber wissen: der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse!

Was sind die Ziele und Absichten?

Es handelt sich also in jedem Falle um Ziele und Absichten der herrschenden Monopolbourgeoisie. Und um nichts anderes! Offensichtlich geht es hier um „Einschüchterung“ und um eine „Disziplinierung“. Die herrschende Klasse will erreichen, daß die Bevölkerung sich – größtenteils freiwillig – den angewiesenen Maßnahmen unterwirft. Ob diese Maßnahmen zurecht bestehen oder nicht, steht nicht zur Debatte, ist aber ein anderes Thema…

Was ist der Vorwand?

Zur Maskierung dieser Ziele und Absichten wird ein Vorwand benutzt, der als Begründung plausibel erscheint und dem ein politischer Hintergrund nicht vorzuwerfen ist. Dieser Vorwand ist ein unsichtbarer, ein „biologischer“ – der Corona-Virus, dessen temporäres Auftreten zur „Pandemie“ aufgebauscht wurde. Somit können auch unpopuläre und auf normalem Wege nicht vermittelbare Einschränkungen der bürgerliche Freiheiten durchgesetzt werden, ohne daß dabei der Klassengegensatz zwischen der herrschenden und der lohnabhängigen Klasse wahrgenommen wird.

Gibt es diesen Corona-Virus wirklich?

Daran kann nach all den Ereignissen der letzten Wochen kein Zweifel bestehen. Ob er allerdings „künstlich erzeugt“ wurde und wie gefährlich er ist, ob es sich um einen genmanipulierten Virus handelt, der absichtlich in Umlauf gebracht wurde, oder um ein Zufallsergebnis, darüber kann nur spekuliert werden. Tatsache jedoch ist, daß es solche Versuche mit biologischen Waffen bereits gegeben hat, und daß es technisch durchaus im Bereich des Möglichen liegt, Viren zu militärischen Zwecken genetisch zu verändern. Überdies versprechen sich die Pharmakonzerne vom weltweiten Vertrieb ihrer Impfstoffe immens hohe Profite. (Ganz zu schweigen davon, daß Versuche mittels Zwangsimpfungen Einfluß auf  das menschliche Immunsystem bzw. auf die Geburtenrate zu nehmen, äußerst fragwürdig und moralisch verwerflich sind – auch das liegt im Bereich des Möglichen!)

Chemische und biologische Waffen: Erinnert sei hier nur an den Einsatz von Yperit durch die deutsche Reichswehr im 1. Weltkrieg, das Zyklon-B durch die Nazis in den faschistischen KZ, an das von den USA im Koreakrieg eingesetzte Giftgas, das ebenfalls von den USA im Vietnamkrieg „Entlaubungsmittel“ Agent Orange und die im Kosovo und im Irak wiederum von den USA verwendete Uranmunition – alles von der Genfer Konvention verbotene Kampfstoffe.

Wissenschaftlichkeit – und die Kompetenzfrage

In der DDR war es so: Regelmäßiges Überprüfen der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler durch den Lehrer war ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit in der sozialistischen Schule. In den Prüfungen legten Schüler und Lehrer Rechenschaft über die geleistete Arbeit ab und wiesen nach, wie sie ihren gesellschaftlichen Auftrag erfüllt hatten, den im Lehrplan festgelegten Stoff umfassend und tiefgründig zu erarbeiten. (s. Päd.Enzyklopädie)

Im Kapitalismus hingegen führt das Bildungsprivileg der herrschenden Klasse dazu, daß Dillettanten, Amateur-„Wissenschaftler“ und vielerlei selbsternannte „Experten“ wie Unkraut aus dem Boden sprießen und mit ihren „Weisheiten“ und „Forschungsergebnissen“ die Boulevardblätter und die Kommentarspalten der Blogs im Internet überschwemmen. Ernstzunehmende wissenschaftliche Ergebnisse sind da eher die Ausnahme.

Wissenschaftliche Kompetenz ist vor allem das Ergebnis eines langjährigen systematischen Bildungsweges, des konzentrierten Studiums in dem gewählten Fachgebiet sowie umfangreiche praktische Erfahrung in der eigenen Arbeit. Geniale Einzelgänger, die alles das im Selbststudium bewältigen und sich keinen Prüfungen zu unterwerfen haben, die aber dennoch über umfassende und fundierte Kenntisse und Erfahrungen in einem oder mehreren Fachgebieten verfügen, sind sehr, sehr selten.

Es ist klar, daß das kollektive Lernen in der Gemeinschaft, die allseitige Unterstützung durch Staat und Gesellschaft (Lehrer, Schule, Universität, Betrieb usw.) und ein ungestörtes und von finanziellen Zwängen freies Studium – so wie es in der DDR üblich war – zu erheblich besseren Ergebnissen führt, als ein Bildungsweg, der – wie im Kapitalismus – durch Sprunghaftigkeit und sporadisches Handeln gekennzeichnet ist sowie ständig von  existentiellen Sorgen unterbrochen wird.


Wissenschaftlichkeit  im Sozialismus

Im Sozialismus hatte die Wissenschaftlichkeit bereits in der Schule einen festen Platz im Unterricht. Darüber schreibt der Arbeitersohn und promovierte Pädagoge Prof. Dr. Helmut Klein. Professor Klein war langjähriger Rektor der Humboldt-Universität in der Hauptstadt der DDR, Berlin, und Professor für Didaktik.

Helmut Klein

ZUR WISSENSCHAFTLICHKEIT DES UNTERRICHTS
IN DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK

Ein Wesensmerkmal des Lebens und Handelns der Menschen in allen Bereichen der sozialistischen Gesellschaft besteht darin, daß es von wissenschaftlichen Erkennt­nissen und wissenschaftlich begründeten Grundsätzen bestimmt wird.

Warum wurde in der DDR der Marxismus unterrichtet?

Im Marxismus-­Leninismus besitzen wir das wissenschaftlich begründete, objektiv wahre Instru­ment, die Grundlage, um die Realität zu erkennen und auch alle Probleme der ge­sellschaftlichen Entwicklung zu bewältigen. Nirgendwo im sozialistischen Leben treffen wir auf metaphysische Begründungen. Sittliche Normen zum Beispiel, die in der Vergangenheit vielfach religiös motiviert waren, hat der Marxismus als objek­tive Bedürfnisse des Zusammenlebens der Menschen unter bestimmten gesellschaftlichen Verhältnissen erkannt und bewiesen.

Welche Aufgabe hatte die Schule in der DDR?

In der sozialistischen Gesellschaft werden alle Menschen befähigt, mitzuarbeiten, mitzuplanen und mitzuregieren. Die allgemeinbildende polytechnische Oberschule bereitet sie darauf vor: Sie eignen sich umfangreiches Wissen und Können an und werden im Sinne der Weltanschauung der Arbeiterklasse erzogen. Das ist nur mög­lich, wenn die Wissenschaftlichkeit – als Grundzug des sozialistischen Lebens – auch ein Grundsatz des gesamten Unterrichts ist.

Was besagt das Prinzip der Wissenschaftlichkeit?

In diesem Sinne bedeutet das didaktische Prinzip der Wissenschaftlichkeit vor allem folgendes: Alles, was im Unterricht gelehrt wird, muß objektiv wahr sein. Alle Begründungen und Beweisführungen im Unterricht müssen wissenschaftlich einwandfrei sein. Erst in der sozialistischen Gesellschaft sind alle Voraussetzungen gegeben und be­steht auch die Notwendigkeit, die Wissenschaftlichkeit des Unterrichts allseitig zu verwirklichen.

Wie hält man es mit der Wissenschaftlichkeit in der BRD?

In den Schulen kapitalistischer Länder muß sie notwendigerweise verletzt werden. Besonders deutlich wird das am Beispiel des Schulwesens in West­deutschland. Dort werden den Schülern – besonders in Geschichte, Sozialkunde, Deutsch, Erdkunde – zum Teil objektiv falsche Dinge und Schlußfolgerungen ge­lehrt, etwa über den Faschismus in Deutschland, über die Freiheitsbewegung in den afro-asiatischen Staaten, über die sozialistischen Länder, aber auch über den west­deutschen Staat selbst, dessen Klassencharakter ebenso negiert wird wie die Aus­beutung. Auch die immer stärkere religiöse Durchdringung des Unterrichts, beson­ders an den westdeutschen Volksschulen, führt zu groben Unwissenschaftlichkeiten (s. Westdeutschland, Schulentwicklung).

DDR: Der Lehrer ist der Wissenschaft verpflichtet

In der sozialistischen Schule ist der Lehrer nur der Wissenschaft verpflichtet, und hierin liegt seine echte Freiheit, für deren Verwirklichung viele hervorragende Päd­agogen der Vergangenheit eingetreten sind. Erst in der sozialistischen Gesellschaft besteht die Möglichkeit hierzu. Der Wissenschaft verpflichtet zu sein bedeutet zu­gleich, für das Wahre und Gute Partei zu ergreifen. Wissenschaftlichkeit des Unter­richts ist unvereinbar mit jeder Form des unverbindlichen Objektivismus und for­dert, daf der Lehrer parteilich ist und auch seine Schüler zur Parteilichkeit erzieht.

Die Verbindung von Theorie und Praxis

Das Prinzip der Wissenschaftlichkeit bedeutet, die Erkenntnisse im Unterricht wissenschaftlich zu begründen, die Einheit von Theorie und Praxis zu verwirklichen. So kommt es auch im Unterrichtstag in der Produktion darauf an, den Schülern technische, naturwissenschaftliche oder politisch-ökonomische Grundlagen ihrer Tätigkeit bewußt zu machen, wozu eine enge Verbindung zwischen Unterrichts­tag in der Produktion und dem Unterricht der übrigen Fächer notwendig ist.

Ist die Wissenschaft nicht zu kompliziert für die Schule?

Ein besonderes didaktisches Problem ist das Verhältnis zwischen dem Prinzip der Wissenschaftlichkeit und dem der Faßlichkeit. Man wird nicht in jedem Fall die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaften im Unterricht lehren können. Manches wird man nur vereinfacht darstellen oder elementar behandeln. Auch in diesen Fällen darf man nicht gegen die Wissenschaftlichkeit verstoßen, nichts in einer Weise erläutern, die später eine Korrektur notwendig machen würde. Ergänzungen und intensivere Behandlung in höheren Klassen sind natürlich möglich und häufig auch notwendig.

Wissenschaftliches Denken und sozialistische Moral 

Besonders wichtig ist der wissenschaftliche Unterricht für die poli­tisch-moralische und weltan­schauliche Bildung und Erziehung der Schüler. Im Prozeß des Überzeu­gens und Gewöhnens ist es beispielsweise notwendig, die Forderungen an das sittliche Verhalten der Schüler wissenschaftlich zu begründen. Das braucht nicht unbedingt sofort zu geschehen, wenn die betreffende Forderung zum erstenmal an die Schüler gestellt wird. Zeitpunkt und Art der Begründung hän­gen unter anderem vom Alter der Schüler und vom Entwicklungsstand des Kollek­tivs ab. Ferner kommt es darauf an, bestimmte wissenschaftliche Erkenntnisse zu Überzeugungen zu entwickeln und ihre Bedeutung für die marxistische Weltan­schauung bewußt zu machen.

Das Prinzip der Wissenschaftlichkeit

Das Prinzip der Wissenschaftlichkeit verlangt schließlich, die Schüler selbst plan­mäßig zum wissenschaftlich begründeten Handeln anzuleiten. So muß man ihnen im Unterricht Gelegenheit geben, sich weitgehend selbständig mit Problemen ausein­anderzusetzen (s. Selbsttätigkeit). Stets sind sie anzuhalten, nach dem „Warum“ und „Wieso“ zu fragen, selbst Beweisgründe zu suchen oder in Experimen­ten und Beobachtungen Hypothesen zu überprüfen.

Die Einheit von Denken und Handeln

m Unterricht und auch in außer­unterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften kann die schöpferische Phantasie angeregt und können spezielle wissenschaftliche, technische oder künstlerische Neigungen entwickelt werden. Es kommt letztlich darauf an, jenes Merkmal einer sozialisti­schen Lern- und Arbeitshaltung der Schüler herauszubilden und zu festigen, das man als die Einheit von praktisch-umgestaltendem und theoretisch-wissenschaftlich durchdringendem Tun bezeichnen kann.

HELMUT KLEIN

Quelle: Pädagogische Enzyklopädie (2 Bde.), VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1963, S.1951-1053.
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5 Antworten zu Wissenschaftlichkeit…

  1. S. Erfurt schreibt:

    Und wieder ein wichtiges Thema, danke Sascha!

    Von mir nun ein trauriges Beispiel dafür, wie Forschung unter sozialistischen bzw. kapitalistischen Bedingungen betrieben wird: Die Explosion in der Taiga, damit befasse ich mich seit Ende der 60er Jahre und habe dazu viele Informationen zusammengetragen.

    Die Explosion war in Jahr 1908, also im Zaristischen Russland. Die ganze Welt hat sich nicht dafür interessiert! Erst 1927 in der UdSSR wurde unter dem Geologen Leonid Kulik eine Expedition gestartet. Kulik starb etwa 10 Jahre später in einem Deutschen KZ an den Folgen der Haft.

    Der russische Atomphysiker Felix Siegel griff das Thema auf. Die Liste der sowjetischen Forscher ist lang, sehr lang. Es ist der Verdienst sowjetischer Forscher, insbesondere des Physikers Solotov, den Explosionsmechanismus restlos aufzuklären, nicht jedoch die Herkunft.

    Die „Forschung“ westlicher „Wissenschaftler“ hingegen beschränkt sich darauf, irgendwelche unhaltbaren Hypothesen aufzustellen und die bisherigen Forschungsergebnisse sowjetischer Wissenschaftler zu ignorieren. Auch die zahlreichen Zeugenaussagen von denen es weit über Tausende gibt (!) werden von den westlichen Wissenschaftlern vehement ignoriert genauso wie die Fakten die zweifelsfrei feststehen.

    https://rolfrost.de/tunguska (mit Buchempfehlung Felix Siegel)

    Die Fakten der Explosion sowie den ganzen Verlauf der Forschung von 1927 bis 1975 findet der Leser in Buch von Felix Siegel. Und die wichtigsten Fakten auf meinen Seiten (mit Forum).

    PS: Wissenschaft und Forschung sind nicht nur Angelegenheiten der Wissenschaftler sondern natürliche Bedürfnisse eines jedes Menschen!

  2. Toby schreibt:

    Wie stehen Kommunisten eigentlich zum Klimawandel? Denn Wissenschaftler in rechten Kreisen sind ja der Ansicht, dass der Klimawandel nicht vom Menschen gemacht sei – so wie es beispielsweise die AfD behauptet.

    Im Artikel gibt es einen kleinen Fehler. Die Reichswehr gab es im 1. Weltkrieg noch nicht. Da war nur vom Deutschen Heer die Rede. Die Reichswehr gab es erst in der Weimarer Republik und wurde dann von Hitlers Wehrmacht abgelöst.

    MFG

    • S. Erfurt schreibt:

      Wie stehen Kommunisten eigentlich zum Klimawandel? Die eigentliche Frage ist doch die, wer unsere Umwelt systematisch zerstört. Und da haben wir Kommunisten eine klare Antwort: Es sind private Unternehmer die das aufgrund ihrer schier unendlichen Profitgier tun! Und sehen Sie, diese Antwort liefert gleichzeitig auch die Lösung, also was man tun muss zur Rettung unseres Planeten: Den Kapitalismus beseitigen!

      Und anlässlich der gestrigen Preisverleihung, dotiert mit einer Million Dollar, an das Freitagsgretchen wissen wir auch, wer hinter den Fridays-For-Future Demos steckt. Denen ist jedes Mittel recht, von sich selbst als Verursacher von Umweltzerstörung und Klimawandel, den es zweifelsfrei gibt, abzulenken.

      Kommunisten reden Klartext!

      • sascha313 schreibt:

        Danke, S. Erfurt!

      • Toby schreibt:

        Gut wird endlich Zeit, dass dieses kapitalistische System beseitigt wird! Von der Friday-For-Future Bewegung halte ich auch nicht viel. Selbst meine besten Cousins halten nichts von dieser Bewegung, die einseitig nach Umweltschutz schreit, aber nicht den Kapitalismus bekämpft, der schließlich auch für die Umweltverschmutzung verantwortlich ist. Habe auch heute wieder die hässliche Seite des Kapitalismus zu spüren bekommen!

        Schönen Abend allerseits

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