Juden in der Sowjetunion – Ein Bericht von Joseph Schapiro.

Sputnik 12-81Viele Jahre erschien in der DDR die Zeitschrift „Sputnik“, ein illustriertes, schön gestaltetes Heftchen, in dem über Sitten und Gebräuche der Völker der Sowjetunion, über die landschaftlichen Schönheiten, über das bunte und vielfältige Leben im Sozialismus und über interessante Begebenheiten und Themen aus Wissenschaft, Sport und Kultur berichtet wurde. Der „Sputnik“ war sehr beliebt in der DDR, weil man sich wohl nirgends so ausführlich über Land und Leute informieren konnte, wie in dieser Zeitschrift. Allerdings vollzog sich auch im „Sputnik“ nach 1980 immer deutlicher eine krasse Wendung in Bezug auf die Zeit als Joseph Stalin noch lebte. Immer mehr erschienen nun auch im „Sputnik“ verleumderische Artikel über Stalin und die Mitglieder des Politbüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion jener Jahre, und sie vergifteten mehr und mehr den Eindruck, den man eigentlich vom Sozialismus hätte haben sollen. Aber das ist ein anderes Thema. Der nachfolgende Beitrag handelt von den Juden in der UdSSR – und es gibt nicht den geringsten Grund, an der Aufrichtigkeit dieses Artikels zu zweifeln…

Joseph SCHAPIRO

SOWJETBÜRGER, DIE DIE THORA LESEN

Von den zwei Millionen in der UdSSR lebenden Juden bekennen sich ungefähr 60.000 zum jüdischen Glauben.

Der Judaismus wird recht häu­fig als die jüdische Religion bezeichnet. Das ist nicht ganz korrekt: Unter den gläubigen Ju­den gibt es auch Baptisten, Sie­benten-Tages-Adventisten und Zeugen Jehovas. Andererseits bekennen sich auch Angehörige nichtjüdischer ethnischer Grup­pen zum Judaismus. In der UdSSR sind das beispielsweise die zu den Turkvölkern gehören­den Karaimen.

Im zaristischen Rußland, wo die russisch-orthodoxe Kirche als Staatskirche dominierte, wurden die sozialen Rechte der Angehö­rigen des mosaischen Glaubens in vieler Hinsicht eingeschränkt: in bezug auf den Wohnort, auf die Bekleidung von Staatsämtern sowie auf die Zulassung zum Hochschulstudium.

Judenprogrome im zaristischen Rußland

Die zentralen und örtlichen Be­hörden sahen durch die Finger, wenn es zu Judenpogromen kam, ja mitunter provozierten sie selbst welche. Andererseits hiel­ten sie es für opportun, das Pre­stige der jüdischen Geistlichkeit zu unterstützen. Die Rabbiner wurden in ihrer gesellschaftli­chen Stellung den Kaufleuten der ersten Gilde, daß heißt der Spitzenschicht der Bourgeoisie, gleichgestellt, und mit ihrer Hilfe konnten die gläubigen Juden zu Gehorsam gezwungen werden.

Allerdings waren nicht alle Ju­den in Rußland gläubig. Anton Tschechow, ein sehr subtiler Beobachter und höchste Detail­treue wahrender Schriftsteller, ließ in einer seiner Erzählungen einen Juden folgende Worte sa­gen: „Wenn die Zivilisation erst die Juden berührt, so wird vom Judaismus keine Spur mehr übrigbleiben. Haben Sie be­merkt, daß alle jungen Juden be­reits Atheisten sind?“

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Gottesdienst in der Moskauer Choral-Synagoge zum Laubhüttenfest

Die Zivilisation für ganz Rußland, nicht nur für seine jüdische Bevölkerung, brachte die Oktoberrevolution 1917. Mit dem Sieg dieser Revolution wur­den die bis dahin unterdrück­ten, „zweitrangigen“ Nationen gleichberechtigt. Antisemitismus wurde nunmehr laut sowjeti­schem Gesetz strafrechtlich ver­folgt.

Jüdisches Leben in der Sowjetunion

Die Juden erhielten nach der Revolution ebenso wie die an­deren nationalen Minderheiten auch einige zeitweilige Vergün­stigungen. In den 20er Jahren, als es in Sowjetrußland noch Arbeitslose gab, reservierten die Ar­beitsämter eine bestimmte Zahl von Arbeitsplätzen für jüdische Bewerber. Auch bei der Aufnah­me an Lehranstalten genossen junge Leute aus den einst nur Ju­den zugewiesenen Krähwinkeln bestimmte Privilegien.

Natürlich löste das einen Zu­strom junger Juden in alle Berei­che des gesellschaftlichen Le­bens aus, die ihnen bis dahin ver­schlossen waren. Dieses Aufflam­men der sozialen Aktivität wirkte sich zwangsläufig auf den Anteil der Gläubigen unter der jüdi­schen Bevölkerung aus.

WER IM GEBETBUCH ZU BLÄTTERN VERSTEHT

Sputnik 12-81_2In der Sowjetunion werden die Gläubigen nicht registriert, kein Fragebogen will etwas über das Glaubensbekenntnis wissen, und so enthält auch kein offizielles Dokument entsprechende Anga­ben. Über die ungefähre Zahl der Gläubigen unter der jüdi­schen Bevölkerung läßt sich nur anhand der Zahl der Synagogen­besucher urteilen.

In Nowosibirsk, wo 11.000 Ju­den leben, finden sich an den größten jüdischen Feiertagen rund 200 Gläubige in der Synago­ge ein. In Kuibyschew, einer großen Industriestadt an der Wolga, besuchen 3 Prozent der jüdischen Bevölkerung die Bet­stunden der Judaisten. In Leningrad sind es rund 1,5 Prozent.

Natürlich gehen nicht alle Gläubigen in die Synagoge. Und nicht alle, die sich dort zeigen, sind wirklich Gläubige. Einige wissen nicht einmal, wie man richtig im Gebetbuch zu blättern hat. Andere kommen ihren eige­nen Worten nach nur, um ihre verstorbenen Eltern zu ehren, die regelmäßig die Synagoge besuchten. Für wieder andere ist die Synagoge ein Ort, wo man Bekannte trifft.

Das aus dem Griechischen stammende Wort Synagoge bedeutet ja ursprüng­lich Versammlung. Der geringe Prozentsatz Gläubigen ist nicht etwa nur für die Juden kennzeichnend. Der Glau­be an überirdische Kräfte ist überall zurückgegangen. Außer­dem gibt es in der Stadt überhaupt weitaus weniger Gläubige als auf dem Land, und 98 Prozent der Juden in der So­wjetunion sind Städter,

Unterschiedliche jüdischen Gemeinden in der UdSSR

Es gibt drei ethnische Gruppen in der UdSSR, die wesentlich mehr Angehörige des mosa­ischen Glaubens aufweisen als im Landesdurchschnitt. Das sind die georgischen Juden, die mit­telasiatischen Juden von Bucha­ra und die sogenannten Bergju­den. Insgesamt zählen diese eth­nischen Gruppen rund 100.000 Angehörige. In Tbilissi gibt es ebensoviel Juden wie in Kuiby­schew, aber zehnmal soviel Syn­agogengänger.

Wenn wir berücksichtigen, daß der Prozentsatz der Gläubigen unter den Juden in Trans­kaukasien und Asien mit etwa 20 Prozent relativ hoch liegt, so kön­nen wir sagen, daß es gegenwär­tig in der UdSSR rund 60.000 konsequente Anhänger des Ju­daismus gibt.

DIE PROBLEME DER SYNAGOGE

In der Sowjetunion ist jegliche Propagierung nationaler oder re­ligiöser Ausschließlichkeit ver­boten. Das Dekret über die Trennung von Kirche und Staat sowie von Schule und Kirche aus dem Jahr 1918 legt eindeutig fest:

Das Wirken der Kirchen, Moscheen, Synagogen und Gebets­häuser hat sich auf die geistliche Sphäre zu beschränken. Für die wirtschaftlichen und die organisatorischen Belange ei­ner Synagoge ist eine sogenannte Zwanzigergruppe verantwort­lich: mindestens 20 Bürger, die einen entsprechenden Antrag beim Exekutivkomitee des Stadt­bezirkssowjets eingereicht haben und freiwillig die moralische und materielle Haftung für die Tätig­keit der Synagoge übernommen haben.

Die „Zwanzigergruppe“ wählt ein Vollzugsorgan, das sich aus dem Vorsitzenden, seinem Stell­vertreter und dem Kassenverwal­ter zusammensetzt, sowie eine dreiköpfige Revisionskommis­sion. Das Vollzugsorgan stellt – auf der Grundlage eines Arbeits­vertrags – die Geistlichen (Rabbi­ner, Kantor und Hilfspersonal) ein. Die Höhe des Verdienstes des geistlichen Personals wird in keiner Weise vom Staat begrenzt. Sie hängt von den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde ab. Die Einkünfte der Synagoge stammen ebenso wie die Ein­künfte der russisch-orthodoxen und jeder anderen Kirche aus den freiwilligen Spenden der Gläubigen, aus dem Entgelt für bestimmte Kulthandlungen so­wie aus dem Verkauf von Kultge­genständen (zu einem über ihrem Wert liegenden Preis).

Jüdische Traditionen und Spezialitäten

Viele Synagogen verfügen über Matzebäckereien, die ins­gesamt jährlich 600 bis 700 Ton­nen Matze herstellen. Das ist we­sentlich mehr, als die 60.000 gläu­bigen Juden verbrauchen können. Doch das ungesäuerte Pas­sahbrot wird auch von jüdi­schen Familien gern gekauft, in denen es überhaupt keine Gläu­bigen gibt. Für sie ist die Matze eben einfach eine jüdische Spe­zialität.

Sputnik 12-81_3Gegenwärtig gibt es in der Sowjetunion rund 200 jüdische Glaubensgemeinschaften. Etwa die Hälfte davon sind kleine Gruppen von 10, 20 oder 30 Gläu­bigen, die sich von Fall zu Fall versammeln, um gemeinsam reli­giöse Schriften zu lesen und zu kommentieren. Die Zahl der Syn­agogen – es sind 93 – ist schon lange unverändert, während die Zahl der genannten kleinen Gruppen ständig wechselt: Die ei­nen zerfallen, andere entstehen neu. Die Moskauer Choral-Syn­agoge hat eine Schule (Jeschi­bot), an der Rabbiner, Kantoren, Schlächter für koscheres Fleisch und Thora-Rezitatoren ausgebildet werden. Die Stipen­dien dieser Schüler liegen zwei­ bis dreimal so hoch wie bei den Studenten staatlicher Lehranstal­ten, zudem haben sie die Kost frei und erhalten einen Mietzu­schuß. Gegenwärtig werden hier zehn Personen ausgebildet. Drei künftige Rabbiner sind zum Praktikum in Budapest.

EIN RABBINER UND EINFACH EIN JUDE HABEN DAS WORT

Die ausländische Propaganda versucht häufig, zwischen die Ju­den in der UdSSR, besonders die gläubigen Juden, und die gesam­te übrige sowjetische Gesell­schaft einen Keil zu treiben.

Doch warum sollten sich eigent­lich die Juden anders zu ihrerh Land verhalten als die übrigen Völker der Sowjetunion? Hat doch gerade die Sowjetmacht meine Stammesgenossen, die im früheren Rußland den am mei­sten unterdrückten und entrech­teten Gesellschaftsschichten an­gehörten, frei aufatmen lassen. Der sowjetische Jude liebt sein Vaterland ebensosehr wie der amerikanische das seine. Warum sollte es in dieser Hinsicht einen Unterschied geben?

Wer sind die Zionisten?

Als eine Gruppe jüdischer Rowdys in New York wieder ein­mal eine unverschämte Aus­schreitung gegen sowjetische Di­plomaten unternahm (wobei die­se Gruppe angeblich gegen die „Unterdrückung“ der Juden in der UdSSR protestierte), ver­faßten die gläubigen Juden der Gemeinde von Shitomir eine Protestresolution, in der es unter anderem hieß: „Nichts ist uns teurer als der Frieden auf Erden. Ein Friedensgebet. steht an den Wänden unserer Synagoge. Die Zionisten sind grundsätzliche Feinde des Friedens und können deshalb nicht mit unserer Sym­pathie rechnen. Solche Verteidi­ger brauchen wir nicht.“

Auf einer Konferenz von jüdi­schen Geistlichen und Vertretern jüdischer Gemeinden in der Sowjetunion erklärte der Ober­rabbiner der Moskauer Choral­Synagoge, Jehuda Leib Lewin:

„Schlichte Menschen können nicht begreifen, warum die Zioni­sten so gehässig gegen die So­wjetunion zu Felde ziehen. Hat doch gerade das Sowjetland Millionen Juden vor der Vernich­tung durch die faschistischen Be­stien gerettet. überdies war die UdSSR der erste Staat in der Welt, der den Antisemitismus geächtet hat. Wäre es den Zioni­sten tatsächlich um die Interes­sen der Juden zu tun, so müßten sie sich zutiefst vor die­sem Staat verneigen. Sie aber hassen ihn. Warum eigentlich?

Nun, aus einem einfachen Grunde: Die Zionisten müssen entweder eingestehen, daß der Antisemitismus keineswegs ewig ist, sondern von der Gesell­schaftsordnung abhängt (und dann wären sie mit ihrer ganzen Theorie am Ende), oder sie müssen eben um jeden Preis in den sozialistischen Ländern Antise­mitismus ausfindig machen.

Man will uns sowjetischen Ju­den davon überzeugen, daß un­sere wahre Heimat in Israel liegt, im selben Israel, das allem Anschein nach beschlossen hat, ewig Krieg gegen alle seine Nachbarn zu führen. Bedeutet aber die Heimat nur Apfelsinen unter ständig blauem Himmel? Die Heimat, das sind für uns die Gräber unserer Ahnen bis ins siebte Glied, das sind die Schwie­rigkeiten, die wir zusammen mit unserem Land durchgemacht ha­ben, das sind die Erinnerungen an Freud und Leid, das ist die hier in unserer sowjetischen Hei­mat gesicherte Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.“

Ich, ein sowjetischer Jude und Kommunist, bin in dieser Bezie­hung voll und ganz mit den Wor­ten des weisen Rabbiners einver­standen. ♠

Joseph SCHAPIRO


Aus der Zeitschrift NAUKA I RELIGIJA, F o t o s: Juri RYBTSCHINSKI und APN

Quelle: „Sputnik“, Digest der sowjetischen Presse, Heft 12, Dezember 1981, S.68-73.


Zur Geschichte der russischen Juden

In der politische Reaktion der 1880er und der beginnenden 1890er Jahre spielten in Rußland ein waffenklirrender Großmachtchauvinismus und ein brutaler Nationalismus eine ganz besondere Rolle. Die mit großer Grausamkeit und Konsequenz durchgeführte Verfolgung der Juden, Polen, Finnen und Mohammedaner und die ständige Hetze gegen sie waren für das Regime Alexanders III. ebenso wie für das seines Sohnes Nikolaus II. charakteristisch. Im April 1881 kam es zum erstenmal in der russischen Geschichte des 19. Jahrhunderts zu Judenprogromen; sie fanden gewöhnlich unter Duldung der zaristischen Behörden, des öfteren sogar mit ihrer Unterstützung statt. [1]

Die Konterrevolution im Vormarsch. Nach der Niederlage des Dezemberaufstands im Jahre 1905gingen die Kräfte der Zarenregierung mit Unterstützung des Bürgertums zum Angriff über. In 39 Gouvernements und Gebieten wurde der Kriegszustand erklärt. … Die Banden und die Schwarzhunderter der Monarchistenverbände machten gemeinsame Sache mit den zaristischen Straftrupps. Wieder ging eine Welle von Judenprogromen über Rußland hin. Die Kapitalisten verfügten über Aussperrungen und setzten dadurch Zehntausende von Arbeitern auf die Straße. [2]

[1] Große Sowjet-Enzyklopädie (2 Bde.), Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin, 1952, Bd.I, S.562.
[2] ebd. S.623.

In der Sowjetunion gab es im Fernen Osten ein Jüdisches Autonomes Gebiet:

Evrejskaja-avtonomnaja-oblast

Das jüdische autonome Gebiet mit der Hauptstadt Birobidshan

Jüdische AO_UdSSR

Quelle: UdSSR Handbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.789.

Und hier noch ein Propaganda-Film aus Anlaß von 75 Jahren Jüdisches Autonomes Gebiet. Geschichte, Landwirtschaft, Industrie, jüdisches Leben, Kultur usw. Nicht zu vergessen – auch dort herrscht Kapitalismus! Das Gebiet hat fast etwa die Größe wie die Schweiz:

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6 Antworten zu Juden in der Sowjetunion – Ein Bericht von Joseph Schapiro.

  1. S. Erfurt schreibt:

    Die Juden erhielten nach der Revolution ebenso wie die an­deren nationalen Minderheiten auch einige zeitweilige Vergün­stigungen.

    Diese Aussage bedarf einer Erklärung. Dieser Satz passt nämlich sehr gut zur heutigen Propaganda, welche die Juden als ein Volk bzw. als eine Nation darstellt. Gab es jemals ein jüdisches Volk oder gar eine jüdische Nation? Gerade diese Frage ist doch die Grundfrage des Zionismus, weil sich daraus Ansprüche auf bestimmte geografische Gebiete ergeben! Und genau darin basiert die Verschleierungstaktik sowohl der Hitlerschen als auch der heutigen Propaganda. Die Begriffe Nation und Religion werden verwässert, in Wirklichkeit jedoch stecken Interessen kapitalistischer Unternehmer hinter den Ansprüchen auf Palästinensische Staatsgebiete und nicht etwa eine nationale Minderheit!

    MFG

    • „Gab es jemals ein jüdisches Volk oder gar eine jüdische Nation?“

      Da sollten die Rabbiner dieser Religion gefragt werden. Nach deren Lehre gibt es „Juden“, wie wir die Menschen mosaischen Glaubens nennen, aber kein jüdisches Volk oder gar eine jüdische Nation. Bedeutende jüdische Rabbiner, wie etwa Felix Goldmann (geboren 16. April 1882 in London; gestorben 7. Oktober 1934 in Leipzig), haben das als „völkischen Rassismus“ und „chauvinistischen Nationalismus“ bekämpft. (*A)

      (*A) N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“
      Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

  2. S. Erfurt schreibt:

    „In der Sowjetunion ist jegliche Propagierung nationaler oder re­ligiöser Ausschließlichkeit ver­boten. Das Dekret über die Trennung von Kirche und Staat…“

    Richtig. Zionismus und Sozialismus sind unvereinbar! Warum aber wurde in der UdSSR eine jüdische Oblast gegründet? Das widerspricht doch der sozialistischen Idee und darauf gibt mir der Artikel leider keine Antwort. MFG

    • Wieso widerspricht die Gründung eines jüdischen Oblast der sozialistischen Idee? Und wieso eigentlich „Idee“?

    • sascha313 schreibt:

      Nun gut, der Artikel wurde um 1980 geschrieben. Die Frage ist doch: Wie stehen die Kommunisten zur Religion? In einer Unterredung mit einer Delegation amerikanischer Arbeiter am 9. September 1927 geht Stalin auf eine Frage (die 11.) dazu ein:

      „Die Partei kann den Trägern religiöser Vorurteile, der reaktionären Geistlichkeit, die das Bewußtsein der werktätigen Massen vergiftet, nicht neutral gegenüberstehen. … Die antireligiöse Propaganda ist das Mittel, mit dem die Liquidierung der reaktionären Geistlichkeit zu Ende geführt wird.“ (SW, Bd,10, S.116.) Und Stalin verteidigte die Wissenschaftlichkeit. In den Erläuterungen dazu heißt es:

      Vom 10. bis zum 21. Juli 1925 fand im Staate Tennessee (USA) ein Gerichtsprozeß statt, der weithin bekannt wurde. Der Lehrer John Scopes, der gerichtlich belangt wurde, weil er im College Darwins Evolutionstheorie gelehrt hatte, wurde von amerikanischen reaktionären Dunkelmännern der Verletzung der Gesetze des Staates für schuldig erkannt und zu einer Geldstrafe verurteilt. (ebd., S. 334) – Dergleichen gibt es auch heute noch!

      Die Folge dessen war: Es wurden immer mehr Menschen, die sich in der UdSSR von der Religion abwendeten. – Offensichtlich hatte auch der Wunsch bestanden, man möge doch den Juden eine gewisse „konstitutionelle“ Eigenständigkeit geben?!

      • Auggie Wren schreibt:

        (gelöscht! – Admin.) Nazis, antikommunistische Provokateure und Forentrolle sind hier nicht erwünscht!

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