Ein faschistisches KZ der USA in Guantánamo

GuantanamoDas völkerrechtswidrig annektierte, auf Kuba befindliche US-Gefangenenlager Guantánamo gilt seit 2002 als eines der zentralen Symbole für die zahlreichen illegalen Haft- und Folterpraktiken der USA. So prangern UN-Expertenkommissionen regelmäßig die in Guantánamo praktizierten Folterungen und Völkerrechtsbrüche an, ebenso Amnesty International und das Internationale Rote Kreuz. Unter anderem wurden auch jahrelang 22 chinesische Uiguren in dem US-Gefangenenlager in Isolationshaft gehalten, obwohl es keinerlei konkreten Tatverdacht gegen sie gab.

In einem Untersuchungsbericht des bekannten spanischen Untersuchungsrichters Baltasar Garzón werden Details über die „unter Autorität des US-amerikanischen Militärpersonals“ verübte Folter innerhalb des US-Sonderlagers genannt. Dazu gehörten unter anderem:

  • Schläge auf die Hoden
  • unterirdische Haft in totaler Dunkelheit über Wochen hinweg
  • Nahrungs- und Schlafentzug
  • Bedrohung durch Injektionen von Zysten des Hundebandwurms
  • Beschmieren von Gefangenen mit Exkrementen
  • Waterboarding
  • Anketten von Häftlingen in fetaler Position

Diese Folterpraktiken werden auch durch einen Bericht des US-Verteidigungs-ministeriums bestätigt. Vor diesem Hintergrund wurde das Auswärtige Amt regelmäßig auf der Bundespressekonferenz angefragt, welche Haltung denn die Bundesregierung zu dem US-Gefangenenlager einnehme. Über Monate hinweg wurde einer konkreten Antwort mit folgendem schon zum Klassiker geronnenen Satz ausgewichen: „Unsere Haltung ist ja bekannt.“ –

Jeder Versuch, jede Bitte, diese Aussage doch zu präzisieren, wurde stets abgelehnt. So auch auf der aktuellen Bundespressekonferenz am 20. Juli, als der freie Journalist und Podcaster Tilo Jung die Frage erneut aufbrachte. Doch, oh Wunder: Zunächst entzog sich das Auswärtige Amt erneut mit Verweis auf „Auch Ihnen ist unsere Haltung ja bekannt“ einer konkreten Antwort. Als RT-Redakteur Florian Warweg dann jedoch erneut insistierte und darauf verwies, dass es kein Umgang sein könne, bei journalistischen Nachfragen auf jahrealte Protokolle zu verweisen, änderte der Sprecher des AA plötzlich seine Haltung und verkündete:

Ich will jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich vor dieser Frage drücke. Deswegen sage ich gern noch mal: Aus unserer Sicht stellt das Lager Guantánamo wichtige Prinzipien der Menschlichkeit, des Rechtsstaats und der Menschenrechte infrage.

Quelle: RT Deutsch

Siehe auch:
Die Kriegsverbrechen der USA und die bröckelnden Fundamente der alten Weltordnung
Der Verbrecherstaat USA: Über 1,5 Millionen Opfer des Terrors der USA in Lateinamerika seit 1945

Dieser Beitrag wurde unter Faschismus, Kapitalistische Wirklichkeit, Kriminelle Gewalt, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Ein faschistisches KZ der USA in Guantánamo

  1. gunst01 schreibt:

    Für den Fake 9/11 war dieses Lager notwendig, Es sollte die Gefahr demonstrieren, um so den Menschen den Blick auf den Fake 9/11 zu verstellen.

    • sascha313 schreibt:

      Die Manöver, mit denen die herrschende Klasse von ihren Verbrechen ablenkt, sind vielfältig! (auch die angebliche „Corona-Pandemie“ ist ein solches Ablenkungsmanöver, um von den Krieges, der katastrophalen kapitalistischen Mißwirtschaft, den Umweltskandalen, der weitweiten Armut, dem Finandesaster usw. usf.abzulenken.)

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Die Bundespressekonferenzen sind ein peinliches Schmierentheater. Ich habe mir anfangs mehrere solcher Vorstellungen angesehen und festgestellt, dass nicht eine einzige Frage von Journalisten wirklich beantwortet wurde, sondern im Grunde wurde den Journalisten lediglich mitgeteilt, dass sich Herr Seibert zu dieser Frage, und es gab eine ganze Reihe von Fragen, nicht äußern kann – oder darf. Und dieses Schmierentheater spiegelt sich selbstverständlich in unseren Sudelmedien wider, die noch dem letzten Leser die „Wahrheit“ verkünden, und nichts als die Wahrheit. Dass sie zu den unmenschlichen Machenschaften des großen Bruders „unserer freiheitlichen Demokratie“ zum Beispiel in Guantanamo keine Meinung haben dürfen, dass sie sich hüten werden, auch nur den Ansatz einer Kritik zu äußern – ist es unter diesen Umständen verwunderlich? Das sind so die Lücken, die die Journalisten dann mit viel Phantasie ausfüllen dürfen, natürlich im Namen von Freiheit, Demokratie, und menschlichem Anstand.

    Was aber die gefangenen Uiguren in Guantanamo angeht, da muss ich denn doch staunen.
    Das sind doch die tapferen Freiheitskrieger für Rechtsstaat, Freiheit und Demokratie, die gegen die „mörderische chinesische kommunistische Diktatur“ ihr Leben riskiert haben? Wohl leider am falschen Platz? Das müsste eigentlich dem „Wertewesten“ gar nicht gefallen. Aber der sagt sich, was unser großer Bruder tut, ist wohlgetan. Amen.

  3. Weber Johann schreibt:

    Rtdeutsch schreibt:
    „Aus unserer Sicht stellt das Lager Guantánamo wichtige Prinzipien der Menschlichkeit, des Rechtsstaats und der Menschenrechte infrage.“

    Warum „infrage“. Da gibt es kein „infrage“ stellen. Das Lager Guantanamo sind Verbrechen gegen die Menschenrechte, haben mit Rechtsstaat nicht im geringsten etwas zu tun. Immer diese „Verharmlosung“, noch dazu von Rtdeutsch. Warum??

    Aber dank Rtdeutsch gibt es auch solche Meldungen, die die Denkweise der Führungsschichten in den USA aufzeigen:
    „Wir putschen, gegen wen immer wir wollen“: Elon Musk erntet Twitter-Sturm für Bolivien-Kommentar
    https://deutsch.rt.com/international/104877-wir-putschen-wenn-immer-wir/

    Ich möchte auf den DEFA-Dreiteiler „der Adjutant“ hinweisen. Dieser Film ist eine Blaupause, wie die Amerikaner mit Unterstützung seiner Vasallen vorgingen um ihnen ungenehme Regierungen aus dem Amt zu jagen. Nur die Umsturzversuche am 17.6.1953, der Umsturzversuch in Ungarn 1956 und der sogenannte „Prager Frühling“ 1968 waren für die Amerikaner und seiner Helfershelfer nicht erfolgreich:


    Hier noch eine Hintergrundinfo:
    Die Ost-CDU-Zeitung vom 26.9.1963 berichtet:
    „Präsident Bosch gestürzt
    Staatsstreich in der Dominikanischen Republik
    Santo Domingo (NZ/ADN). Der Präsident der Dominikanischen Republik, Juan Bosch, sowie sein gesamtes Kabinett sind am Mittwoch durch einen Staatsstreich des Militärs gestürzt worden. Die Führer des Staatsstreichs sollen die Generale Antonio Imbert und Luis Amiama sein, die bereits früher Regierungs-Wechsel herbeiführten. Wie Radio Santo Domingo meldete, hat die Armee die Macht übernommen. Die Lage in der Hauptstadt sei ruhig,
    Ein Kommunique, das die Unterschriften des Verteidigungsministers und der Stabschefs von Heer, Marine und Luftwaffe trägt, gab die Auflösung des Parlaments und das Verbot der „kommunistisch ausgerichteten Parteien“ bekannt. Als Vorwand für den Putsch wird in dem Kommunique die Regierung Bosch als „prokommunistisch“ bezeichnet, Die Polizei hat das Gebäude der fortschrittlichen Partei „Revolutionäre Bewegung des 14. Juni“ umzingelt.„

  4. Don_A schreibt:

    „Ein faschistisches KZ der USA in Guantánamo“
    autsch, das tut weh, in Guantánamo gibt es kein KZ, sondern nur in der widerrechtlich von den Gringos besetzten Bucht von Guantánamo. Guantánamo ist eine Stadt im freien Kuba und steht nicht unter der Fuchtel der USA! Ich hatte die Gelegenheit dort über 6 Monate zu leben und zu arbeiten…im freien Kuba!

  5. Johann Weber schreibt:

    Hier einige kurze Artikel aus DDR-Zeitungen:

    „Berliner Zeitung“ vom 27.10.1960
    Neue USA-Drohung gegen Kuba
    New York / Havanna (ADN/EB). Die souveränen Rechte Kubas auf sein Territorium mißachtend, erklärte USA-Kriegsminister Gates in Miami Beach, der amerikanische Stützpunkt Guantanamo werde auf keinen Fall aufgegeben Falls es zu einem „Zwischenfall“ komme, „weiß der Befehlshaber, was zu tun ist. Wir haben für alle Fälle Pläne für jeden Raum der Erde.“

    Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 24.10.1961
    Mord in Guantanamo
    Havanna (ADN). 15 000 Bewohner der kubanischen Stadt Guantanamo demonstrierten dieser Tage gegen die Ermordung eines kubanischen Arbeiters auf dem in der Nähe der Stadt gelegenen USA-Stützpunkt. Der kubanische Arbeiter Lopez war am 30. September von Mitarbeitern des amerikanischen Geheimdienstes CIA festgenommen worden. Wie festgestellt wurde, ist er an den Folgen von Folterungen gestorben.“

    Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 28.8.1962
    Westdeutsches Geschütz beschoß Havanna
    Bonn unterstützt kubanische Konterrevolutionäre — Enthüllungen des „Daily Express“
    London (ADN). Die kubanischen Konterrevolutionäre erhalten direkte Unterstützung von Bonn. Der verbrecherische Feuerüberfall am Wochenende auf Havanna wurde mit westdeutschen Waffen verübt. Diese aufsehenerregenden Tatsachen gehen aus einem Bericht des Londoner „Daily Express“ aus Miami (USA-Staat Florida), dem Zentrum der kubanischen Konterrevolutionäre, hervor. Jose Basulto, einer der Verbrecher, die an dem nächtlichen Feuerüberfall auf Havanna teilgenommen haben, sagte einem Korrespondenten des „Daily Express“: „Wir haben ein westdeutsches Geschütz benutzt.“ Erst am Sonnabend war bekannt geworden, daß ein westdeutsches Kriegsschiff sich bereits im Sommer 1959 sechs Wochen lang im USA-Flottenstützpunkt auf Kuba, Guantanamo, aufgehalten hat.“

    „Neues Deutschland“ vom 28.1.1963
    Mord an Kindern
    Havanna (ADN). Einen Mord an zwei kubanischen Kindern — einem elfjährigen Mädchen und einem 13jährlgen Jungen hat eine Bande von Konterrevolutionären in dem Ort Bolodron in der Provinz Matenzas begangen. Die Mörder gaben mehrere Feuerstöße aus Schnellfeuergewehren auf ein Bauernhaus ab, wobei auch zwei Kinder im Alter von acht und 16 Jahren schwer verletzt wurden. Auch die Mutter der vier Kinder, die Bäuerin Nicolasa Diaz, erlitt Verletzungen.
    Die kubanischen Sicherheitsorgane haben in der Provinz Oriente zwei Spionageringe ausgehoben, die von Guantanamo beziehungsweise direkt von Miami aus gelenkt worden waren. Mehrere Spione konnten dingfest gemacht werden. Große Mengen Waffen,- Spionagematerial und Sabotagepläne wurden sichergestellt.“

    „Berliner Zeitung“ vom 20.3.1969
    Westdeutsche Zerstörer provozieren in Kuba
    Havanna. ADN/BZ
    Als eine Provokation wird der bevorstehende Aufenthalt zweier westdeutscher Zerstörer im USA- Flottenstützpunkt Guantanamo an der Südküste der kubanischen Provinz Oriente vom kubanischen Rundfunk gewertet. Es handelt sich dabei um die mit Raketen ausgerüsteten Kriegsschiffe „Luetgens“ und „Rommel“, die sich Ende März im Karibischen Meer an gemeinsamen Manövern mit amerikanischen Flottenverbänden beteiligen werden.“

      • Don_A schreibt:

        und in den Medien wird es immer so dargestellt, als ob die SU den Schwanz eingezogen hätte, nein, zuerst mussten die USA ihre Raketen aus der Türkei abziehen und dann wurde die sowjetische Raketenstationierung in Kuba gestoppt.
        Und trotzden zum Trotze, die SU hatte danach immer noch eine gewisse Militärpräsenz in Kube. Z. Bsp. gab es einen U-Bott Stützpunkt in der Bucht von Cienfuegos….

  6. Don_A schreibt:

    muss heißen U – Boot….pardon

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