Freiheit! Freiheit? …oder was???

Am 1.8.2020 in Berlin. Eine unüberschaubare Masse von Menschen – Zehntausende aus alles Teilen der BRD waren nach Berlin gekommen, um zu demonstrieren: Schluß mit dem Wahnsinn der „Lockdown“-Maßnahmen! Schluß mit der Coronapanik und Angstmache! Schon im Vorfeld hatte es über alle möglichen Kanäle Informationen und Aufrufe gegeben, sich der Demonstration anzuschließen. Doch die Staatsmedien hatten davor gewarnt, es seien alles nur „Coronaleugner“, „Rechtsextremisten“, „Esoteriker“, „Pegida-Anhänger“ und „Verschwörungstheoretiker“. Und es gab sogar beleidigende Äußerungen wie „Covidioten“. Zahlreiche Mitschnitte der Demonstration erschienen im Internet. RT Deutsch war fast 8 Stunden mit der Kamera dabei. Wie oft hörte man Sprechchöre, die da riefen „Nazis raus“ und „Freiheit“, Plakate mit „Merkel muß weg“, „Stop – Es reicht!“ und „Pandemie beenden!“ wurden mitgeführt. Kein einziger mit Mundschutz… bis dann die Polizei die Demonstration beendete. Die Polizisten hatten offenbar die Anweisung, Mundschutz zu tragen. Und immer wieder Freiheit, Freiheit – einige kamen sogar mit dem Grundgesetz daher. Was soll man dazu sagen? 

200801 Berlin

Was ist eigentlich der vielstrapazierte Begriff der Freiheit? Es wird der herrschenden Klasse nicht so sehr gefallen haben, daß in Berlin ausgerechnet diejenigen für ihre Freiheit demonstrieren, die bisher geglaubt hatten – und denen man nun schon seit Jahrzehnten weiszumachen versucht, daß die BRD eines der freiesten Länder der Welt sei. Schon seit Wochen wird genau diese Freiheit restriktiv eingeschränkt durch Außerkraftsetzung sämtlicher Bürgerrechte, Ausgehverbote, Versammlungverbote und die strikte Anweisung in der Öffentlichkeit in Geschäften und Verkehrsmitteln „Mund- und Nasebedeckung“ zu tragen… Man fragt sich, was geschieht hier eigentlich?

Sehr oft fiel an diesem Tag auch das Wort: Es ist Faschismus !


„Freie“ Geistessklaven

Manipulierung ist darauf angelegt, dem Menschen seine aktiven Denkfunktionen, eine seiner Wesenskräfte, zu rauben, ihn zur bloßen geistigen Konsumpflicht, zum Verbraucher von Nachrichten, Stereotypen und Leitbildern zu degradieren. Auf diese Weise werden die Volksmassen im staatsmonopolistischen Kapitalismus enthumanisiert, ihre sittlichen Werte werden zerstört.

…fremdgesteuert

An die Stelle des humanistischen, aktiven geistigen Ausdrucks ihrer Lebensweise treten die moralische Korruption und die sogenannte Außenlenkung als eine neue Form der Zerstörung des Gewissens. Banalitäten und Vulgaritäten, Horror und Sex werden als das einzig Erstrebenswerte offeriert, damit sich der entmündigte Mensch in seiner geistigen Leere nicht beunruhigt oder langweilt.

…ein geistig kastriertes Volk

Durch die Manipulation haben die Monopole die Macht, ,,die übrigen zu einem Heer von Geistessklaven zu erniedrigen; Sklaven, deren Un­freiheit darin besteht, daß sie sich frei wähnen und in diesem Wahn eben dirigieren lassen“ [34]. Die Monopole brauchen „ein geistig kastrier­tes Volk“ [35].

Zerstörung der Persönlichkeit

Als zweites wesentliches Merkmal können wir hervorheben: Manipu­lierung bedeutet, das Volk geistig zu deformieren, ihm alle notwendigen, aktiven, schöpferischen geistigen Fähigkeiten und Tätigkeiten zu rauben, bedeutet Denk- und Gefühlsregelung, die jedes sinnvolle Leben ausschließt. Ohne daß sich der einzelne Mensch noch in eine unbeeinflußbare Sphäre zurückziehen kann, wird sein Ich, seine Persönlichkeit, systematisch zerstört…


Objekt einer fremden Macht

Mit der Manipulierung wird schließlich das Volk vollständig zum Objekt des Machtstrebens der Monopole verurteilt. Nicht mehr nur in der öko­nomischen und politischen Sphäre ist der Mensch Objekt der Ausbeu­tung und Unterdrückung. Nunmehr ist er auch in seinem Denken und Fühlen wie niemals zuvor Objekt einer ihm fremden Macht. Ihm wird somit jede Möglichkeit auf Wahrnehmung seiner persönlichen Integri­tät, Subjekt des Geschehens zu sein, abgesprochen.

…angepaßt

Nicht zufällig nimmt die Kategorie „Anpassung“ eine zentrale Stelle in der gegen­wärtigen bürgerlichen Philosophie, Soziologie, Psychologie, in Ver­haltens- und Motivforschung ein. Es geht um die Formung des voll an die staatsmonopolkapitalistischen Verhältnisse der Westdeutschlands an­gepaßten Bundesbürgers.

…das geprägte Volk

Das Ziel ist erreicht, ,,wenn die prägende Matrize als gewünschte Matrize empfunden wird“ [36]. Nicht nur, daß das Monopolkapital „prägende Matrize“, Subjekt ist, das geprägte Volk, das Objekt, soll auch noch in der Illusion leben, Subjekt zu sein, dem alle Macht im Staate gehört.

Keine freie Entscheidung

Der arbeitende Mensch im staatsmonopo­listischen Kapitalismus lebt nicht mehr sein, sondern ein ihm vorgeschriebenes Leben. Er glaubt, frei zu entscheiden, wenn sein Denken längst in bestimmten Modellen vorbestimmt ist. Die Manipulierung macht ihn geistig zum reibungslos funktionierenden Rädchen im Ge­triebe des staatsmonopolistischen Kapitalismus.


Was ist die Folge?

Kein sinnerfülltes Leben: Der durch die Bewußtseinsmanipulierung entmachtete und gesteuerte Mensch findet weder in der Arbeit noch in der Freizeit, weder in der Produktion noch in der Konsumtion Sinnerfüllung seines Lebens. Er hat nur die Chance, als Objekt perfekter zu werden. Ein Mensch, der gewohnt ist, sich manipulieren zu lassen, ist leicht für antihumane und aggressive Zwecke einzusetzen.

Enthumanisisierung: Immer wenn Menschen vom Subjekt zum Objekt degradiert werden, drohen Mißbrauch, Enthumanisierung und Konfektionierung. Das Menschenbild des staatsmonopolistischen Kapitalismus ist gekennzeichnet durch Zerstörung des Subjekts, der Persönlichkeit und Individualität, durch Anbetung eines willenlosen uniformierten Einheits- oder Massenmenschen, durch einen „sozial ge­zähmten Menschen“ in der „formierten Gesellschaft“ und einen aggres­siven, militanten Antikommunisten in seiner Haltung zur Deutschen Demokratischen Republik und zu den anderer sozialistischen Staaten.

Völlige Uniformierung des Geistes: Als drittes wesentliches Merkmal können wir hervorheben: Manipu­lierung bedeutet die völlige Uniformierung des Geistes, die Degradierung des ganzen Menschen zum Objekt der Monopole, der völlig ausgeschlossen ist von Planung und Leitung, von Mitbestimmung und Mitdenken. Sk–m.a.cht die arbeitenden Menschen zu „außengelenkten“ Objekten.

[34] B. Philberth: Schuld und Ohnmacht im Verhalten in Diktaturterror und in der
atomaren Weltbedrohung. In: Information oder Herrschen die Souffleure?, S.82.
[35] E. Kuby: Das Volk ist seine Presse wert. Ebenda, S. 92.
[36] G. Anders: Die Antiquiertheit des Menschen, S. 171.

Quelle: Manipulation. Dietz verlag Berlin, 1968, S.40-42.


Die Inszenierung

Dieser vorstehende Text, der unverändert übernommen wurde, ist ein Zitat aus einer marxistischen Analyse aus dem Jahre 1968. Bemerkenswert ist, daß das 100%ig für die heutige Zeit zutrifft! – Zahlreiche „Beweise“ wurden zur Begründung dieser staatlichen Maßnahmen herangezogen. Einer unglaubwürdiger als der andere, als sich nämlich herausstellte, daß viele ernstzunehmende Persönlichkeiten (Ärzte, Virologen, Mikrobiologen, Epidemiologen usw.) das Gegenteil von dem erklärten, was von der Regierung und in den Staatsmedien behauptet wurde. Der bürgerliche Staat reagierte gereizt. Statistiken wurden falsch interpretiert, falsche Todeszahlen verbreitet. Anderslautende Meinungen wurden unterdrückt, lächerlich gemacht und als Falschmeldungen diffamiert. Hohe Strafen wurden verhängt, Videos von Kritikern gelöscht. Die Situation spitzte sich zu.

Den Corona-Virus gab es zwar, allerdings ist er längst nicht so gemeingefährlich, wie behauptet wurde. Er ist kein „Killervirus“, der Hunderttausende Menschen auf der Welt einfach umbringt. Zur Panik gab es also gar keinen Grund. Die „Pandemie“ war geplant – es war eine Inszenierung! Und was noch viel schlimmer ist: im Hintergrund steht eine katastrophale, nie dagewesene Weltwirtschaftskrise, die sich gerade durch diese Inszenierung nur noch verschärft hat. Die „Pandemie“ schien der herrschenden Klasse eine „geeignete Maßnahme“ zu sein, um diese Krise zu verschleiern und hinter diesem Nebelvorhang die Ausplünderung der gesamten Volksmassen zu erhöhen.

…und die Freiheit?

„Nicht in der geträumten Unabhängigkeit von den Naturgesetzen liegt die Freiheit, sondern in der Erkenntnis dieser Gesetze, und in der damit gegebenen Möglichkeit, sie planmäßig zu bestimmten Zwecken wirken zu lassen.“ (Lenin,Werke, Bd.38, S.153)

(…und damit sind ausdrücklich auch die Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft gemeint! Der Kapitalismus mit seiner Ausbeutung der Mehrheit durch eine Minderheit ist das Problem!)

Siehe auch: Wer sind die Feinde der Freiheit?


Und eine Schlußfolgerung, die DDR betreffend:

Hiermit wird wiederum eine Seite der Manipulierung sichtbar, die im völligen Gegensatz zur sozialistischen Bewußtseinsbildung und Bewußtseinslenkung steht. Durch die erzieherische und bewußtseins­bildende Tätigkeit der marxistisch-leninistischen Partei und des soziali­stischen Staates werden gerade die Denkfunktionen und sittlichen Ge­fühle der Menschen entwickelt. ,,Denken ist die erste Bürgerpflicht“, so lautete ein Prinzip der sozialistischen Bewußtseinsbildung in der Deut­schen Demokratischen Republik, weil die Gestaltung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus nicht mit einem „Heer von Geistessklaven“ verwirklicht werden kann, sondern nur mit selbst­bewußten, aktiven und schöpferisch mitleitenden, mitplanenden und mitregierenden Menschen.

Diese Menschen leben nicht in der geistigen Leere, lassen sich nicht vom Unwesentlichen treiben. Sie denken ans Morgen, haben eine Vorstellung von ihrer Zukunft und können somit heute sinnvoll leben. Damit solche geistig und sittlich reifen Persönlich­keiten sich entwickeln können, wurde u.a. in der Deutschen Demokra­tischen Republik das Bildungsmonopol gebrochen und das einheitliche sozialistische Bildungssystem eingeführt.

Quelle: Manipulation, ebd. S.40f.

Sozialismus – einen anderen Weg gibt es nicht!

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9 Antworten zu Freiheit! Freiheit? …oder was???

  1. S. Erfurt schreibt:

    Die Überzeugung, daß die Pandemiemaßnahmen richtig sind wackelt. Wir dürfen nicht alles glauben was uns vorgespielt wird. Menschen die vor der Kamera sagen, sie fänden Mundschutz und Abstandsregeln gut, sind auch nur das Resultat von Schnittpraktiken zu einem Drehbuch welches vom Finanzkapital diktiert wurde. Da wird vor dem Baden in natürlichen Gewässern gewarnt und triumphierend jede Wasserleiche als Beweis vorgelegt, daß Baden in Baggerseen und Rhein tödlich gefährlich ist. Natürlich ist es das, aber daß hierzulande unglaublich viele Menschen gar nicht schwimmen können weil es das System gar nicht hergibt, wird bei solchen Filmberichten natürlich geflissentlich verschwiegen.

    Nichtschwimmer gibt es hierzulande genausoviele wie Analphabeten! Da frage ich mich manchmal was die ungezählten Verbotsschilder sollen wo draufsteht, was man auf Spielplätzen, Wald und Wiesen bei Strafe nicht tun darf. Aber Papierkörbe gibt es auf denen in 13 Sprachen draufsteht, daß es sich um einen Papierkorb handelt!

    Und von Reisefreiheit kann heute schon gar keine Rede mehr sein, dank Corona. Das begreifen sogar diejenigen die das Grundgesetz ganz toll finden und denen die mit dem Wattestäbchen am Flughafen auf die Rückkehrer warten den Vogel zeigen. Wie war das doch nochmal mit den Wattestäbchen, die solls doch seit einem Jahr gar nicht mehr geben wegen der Umweltverschmutzung!

    Und ja, gegen Coronapandemien kann man tatsächlich was tun: Den Kapitalismus abschaffen! Damit wir endlich wieder richtig durchatmen können!

    Schönen Sonntag!

    • sascha313 schreibt:

      Danke, S.Erfurt! Das begreifen inzwischen sogar Beamte: Als eine Amtsleiterin sich „erdreistete“ auf ihrem FB-account die Panikmache zu kritisieren und die Menschen dazu aufrief, sie sollten doch ihr Leben leben, Spaß an ihrer Arbeit haben und das Leben feiern, wurde sie von so einem finsteren, angepaßten Zeitungsschreiberling aufs Übelste beschimpft und beleidigt. So ist das in diesem Staat! Wer die Macht hat, der hat das „letzte Wort“… (Er hätte es gern… Doch die Wahrheit wird sich durchsetzen – auch gegen den Willen der Bourgeoisie!)

      Allerdings – der bemerkenswerteste Satz in diesem Zusammenhang kam übrigens von einer Seite, von der man es absolut nicht erwartet hätte: Das derzeitige System sei nicht kaputt; vielmehr „tut [es] genau das, was es soll“. Der Kapitalismus könne nicht länger „repariert“ werden; man brauche „ein neues System“. (Siehe: GFP, 29.7.2020) Das letzte Wort hat die unterdrückte Arbeiterklasse – das einfache, werktätige Volk.

      Und so uneinheitlich, unklar und verwirrend solche Demonstrationen auch sein mögen – sie haben einen Vorteil: Sie zeigen den Demonstrie-renden, daß man um politische Änderungen kämpfen muß. Umso mehr ist es jetzt notwendig, diesen Protesten eine klare, antikapitalistische Richtung zu geben und zu erklären, daß es um die Abschaffung des Kapitalismus (!) geht und nicht um irgendwelche Freiheiten oder „Reparaturen“, und schon gar nicht um irgendeine Krankheit, deren Gefährlichkeit ja bezweifelt werden kann. Auch 1905 demonstrierte das unterdrückte Volk in Rußland zunächst mit Ikonen und Heiligenbilder gegen die Unterdrücker…)

  2. roprin schreibt:

    Trotzdem wurde der Demonstrationszug angehalten und es wurde lange beraten, was passieren soll. Warum? – diese Demonstranten hielten den vorgegebenen Mindestabstand nicht ein und trugen keine Masken.

  3. marie schreibt:

    Warum auch immer, mir gelingt das Liken Deiner Beiträge nicht, also schreibe ich mein Danke direkt auf. Danke auch dafür, dass Du (mir), wenn auch nur einen virtuellen, aber einen Platz gibst, an dem ich mich im Kreis von Menschen sicher/geborgen fühle – ganz ähnlich damals in der Parteigruppe.

    Mein Klassenstandpunkt ist ein Anker in meinem Leben – und anders als die Menschen der Nachbarschaft staune ich nicht über das aktuelle Weltgeschehen, sondern finde nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems lediglich theoretisches Wissen in der Praxis bestätigt. Gesellschaftliche Prozesse verlaufen halt ebenso gesetzmäßig wie chemische Reaktionen.

    Ich erkenne gleich den hier schreibenden Menschen, dass die Krise(n) des Kapitalismus, welcher bizarren Vertuschungsmechanismen sich das Kapital auch bedienen mag, letztlich zu dessen Sturz durch die proletarische Revolutionen führen wird/muss. Jedoch/Und/Aber:

    „Die proletarische Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl. K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 473.

    Revolutionen werden nicht von einer Partei gemacht, sondern vom ganzen Volk. K. Marx, MEW 34, 514.

    … Die Emanzipation der Arbeiterklasse (muss) durch die Arbeiterklasse selbst erobert werden … K. Marx, Gründungserklärung der IAA, MEW 16, 14.“

    (zitiert von https://marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_r/revolution.html)
    ——————————————————————————————————————-

    Saschas Artikel, zu dem ich hier kommentiere, beschäftigt sich mit dem Freiheitsbegriff, es wird auch zum „Letzten Wort der Machthabenden“ etwas gesagt und zum „Denken als erste Bürgerpflicht im Rahmen der Bewusstseinsbildung in der DDR“, aber es geht auch um das „geprägte Volk“ – und bei dieser Bezeichnung wird mir unbehaglich, denn auch wir wollten unser Volk prägen.

    Nochmals betone ich hier meinen proletarischen Klassenstandpunkt. Ich weiß, dass/warum wir die Grenze in Berlin 1961 schließen mussten und ich weiß auch, dass und warum Westfernsehen verboten war. Ich weiß, dass in der DDR das Volk Eigentum der Produktionsmittel war (und nicht nur dieser), dass das Staatswesen der DDR logisch NUR dazu da war, um die Interessen des Volkes zu wahren – und nicht die des Kapitals, wie es in der BRD Fall ist.

    Ich habe dieses Wissen bereits als Agitator im FDJ-Studienjahr verbreitet, ich war als Abgeordnete tätig und habe als Ökonom in volkseigenen Betrieben und im Planungsorgan gearbeitet. Meinen persönlichen Werdegang leite ich deswegen her, weil ich mein politisches und praktisches Wissen hier in Kommentare nicht als unzureichend bewertet sehen möchte.

    In dem Jahr zwischen Konterrevolution und der rechtswidrigen Annexion der DDR durch die BRD saß ich als Vertreterin der Partei der Arbeiterklasse an Runden Tischen und kämpfte gemeinsam mit den verbliebenen organisierten Genossen für den Erhalt unseres Heimatlandes, eben wegen meinem Bewusstsein darüber, dass die Machtfrage entscheidend ist für Krieg oder Frieden auf der Welt.

    Aber, und nun komme ich zum Kern meiner Frage, meines Anligens, meines Widerspruchs: Die allermeisten Menschen, mit denen ich zu tun hatte, fühlten sich durch die Grenzicherungs- und Reisebeschränkungsmaßnahmen in ihrer persönlichen Freiheit so sehr eingeschränkt, dass sie meines Erachtens (!) auch deswegen ihren Staat aufgaben, somit ihr gesamtes Volkseigentum verschenkten und letztlich der Konterrevolution zum Sieg verhalfen.

    Es ist fatal, dass die Mehrzahl der heute etwa ab 50jährigen Menschen, die in der DDR beruflich tätig waren, unser Arbeitsgesetzbuch kannten sowie die sozialpolitischen Maßnahmen, die immer dem Ziel von mehr persönlicher Freizeit und Entfaltungsmöglichkeit verpflichtet waren, unsere soziale Sicherheit, die heute/hier unvorstellbar ist – und schon ausreichen müsste, das aktuelle System abzuwählen, die also all die Vorzüge des Sozialismus persönlich kennengelernt haben und dennoch nicht für den Sturz des Kapitalismus und die Errichtug des Sozialismus kämpfen.

    Das Einschränken persönlicher Freiheiten durch Planungsmechanismen und solche der Machterhaltung wurden/werden offenbar schwerwiegender wahrgenommen als die komplette Unfreiheit des Individuums im kapitalistischen Wirtschaftssystem, das von seinem erwirtschaftlichen Mehrwert lediglich den Brosamen zugeteilt bekommt, damit es am Leben bleibt und dem Kapital für seine Verwertungsinteressen weiter zur Verfügung steht.
    __________________________________________________________________________

    Die Recherche zu meinem erinnerten Wissen, dass nur eine weltweite Revolution langfristig erfolgreich sein kann, endet an folgender Stelle und ich würde mich sehr freuen, wenn Du, lieber Sascha, dies mit Deinem Wissen, Deinem Fokus und Deinen Möglichkeiten mal zum Thema machen würdest.

    [gekürzt! – Admin.]

    Danke.

    • S. Erfurt schreibt:

      Es war nicht das Volk was die DDR zu Fall brachte! Vielmehr waren das eine Handvoll Schurken die in den Ministerien, insbesondere im MfS den Führungswechsel, der von langer Hand geplant war, vollzogen haben. Das MfS, was im Verteidigungsfall die Führung aller volkseigenen Betriebe sowie der Energieversorgung einschließlich der Streitkräfte NVA, Kampfgruppen und Bereitschaftspolizei übernommen hätte, spielte beim Sturz der DDR die entscheidende Rolle und hat sich noch zu DDR-Zeiten (!) danach von selbst aufgelöst.

      Es gibt eine Menge Propagandafilme, die ein angebliches Chaos in den bewaffneten Organen, speziell in den Grenztruppen zeichnen. Auch das ist Propaganda, denn es gab nämlich gar kein Chaos. Daß kein einziger Schuß fiel, ist dem Umstand zu verdanken, daß die NVA niemals die Waffen auf das eigene Volk gerichtet hätten! Und schon von daher waren die Grenzsicherunganlagen eben nicht gegen das eigene Volk gerichtet wie der Westen ständig behauptet.

      Viele Grüße von einem Zeitzeugen

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