Der Putschversuch in Belorussija: Jede farbige „Revolution“ beginnt mit friedlichen Protesten…

So war es in der DDR, so war es in der Ukraine und so wird es versucht in Belorussija. Doch dieses Land hat einen willensstarken Präsidenten, ist eine wirtschaftlich leistungsfähige Republik mit einem gut ausgebauten Sozialsystem und einer verschwindend geringen Arbeitslosigkeit.

rawrebaMINSK, 25. August (BelTA) – Jede farbige ,Revolution‘ beginnt ausschließlich mit friedlichen Protesten. Diese Meinung sprach der bekannte ukrainische Journalist und Publizist Maxim Rawreba in der Fernsehsendung „Markow. Nichts Persönliches“ aus.

„Jede ,Farbrevolution‘ beginnt ausschließlich mit friedlichen Protesten, Niederknien vor Schutzschildern der Miliz (Polizei), Vorspielen verschiedener Klavier-Ouvertüren direkt auf dem Majdan, mit freiem Gebäck, Bonbons, belegten Broten usw. Danach entsteht eine Zeltstadt, die sich zu Barrikaden verwandelt. Barrikaden werden später zu Blockposten. Belarussen müssen darüber nachdenken, wohin sie geführt werden“, sagte Maxim Rawreba.

Ihm zufolge würden sich die Ereignisse in Belarus von denen in der Ukraine nicht unterscheiden. „Das ist ein Majdan, eine Farbrevolution, die in einer Katastrophe resultieren könnte. Ich habe schlechte Nachrichten für diejenigen, die protestieren. Die Teilnehmer der Proteste sind wie Kanonenfutter. Arbeiter verlieren ihre Werke, Agrarier ihre Territorien, weil das Land verkauft wird. Belarussische Wälder sind ein Leckerbissen für den Westen. Holz wird nach Europa ausgeführt. Niemand wird sich um die Bevölkerung kümmern“, betonte der Journalist.

Maxim Rawreba umriß die Situation für die Protestierenden. „Man büßt niedrige Wohnungsmieten, Sozialleistungen ein, die Lukaschenko für die Bevölkerung einführte. Unentgeltliche medizinische Versorgung verschwindet. Preise steigen an und beginnt natürlich eine Hyperinflation. Das wird in gewissem Maße alle Teilnehmer des Prozesses beeinflussen. Ich hoffe auf eine andere Entwicklung. Belarus hat einen willensstarken Präsidenten. Er weiß genau, was er macht“, fügte der Journalist hinzu.

Quelle: Belta (Danke an die Alternative Presseschau vom 25.9.2020)

Siehe auch: Die große Verschwörung: Es gab keinen Zusammenbruch der DDR – sondern es war eine Konterrevolution!


Konterrevolution: Klassenkampf reaktionärer Klassen und Schich­ten gegen den revolutionären Fort­schritt und den Kampf fortschrittli­cher Klassen und Schichten. Ziel der Konterrevolution ist es, die Er­rungenschaften einer Revolution rückgängig zu machen, revolutio­näre Bewegungen und antiimperia­listische Regierungskoalitionen zu zerschlagen, um die alten Besitz­und Machtverhältnisse wiederher­zustellen. Heute ist sie vor allem darauf gerichtet, eine »Erosion« des Sozialismus zu erreichen. Die Formen und Methoden sind äußerst vielfältig: Organisation von Wirtschaftssabotage, Provozierung von Streiks, Sabotageakte, Auslö­sung ernster Versorgungsschwie­rigkeiten, Ausbreitung von Anar­chie (wie das in der VR Polen 1980 und 1981 und in Chile 1972 und 1973 betrieben wurde), reaktionäre Verschwörungen, Aufstände, Put­sche und Revolten, individueller und Massenterror, Entfesselung von Bürgerkriegen. Zur Erreichung ihrer Ziele wirken die innere und die äußere Reaktion eng zusam­men. Die ideologische Aggressivi­tät vor allem über Diversionssen­der und die Einmischung des Impe­rialismus in die inneren Angelegen­heiten anderer Länder haben im Zusammenhang mit dem Konfrontationskurs zu Beginn der 1980er Jahre beträchtlich zugenommen. Deshalb ist stete konsequente Auseinandersetzung mit antisozialistischen und antikommunistischen Parolen (wie der Menschenrechtsdemagogie), mit Theoren über einen „demokratischen Sozialismus“ oder einen politischen und ideologischen „Pluralismus“ sowie anderen konterrevolutionären Bestrebungen unabdingbar für die Verteidigung der revolutionären Errungeschaften und der internationalen Sicherheit.

Quelle: Lexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S.125f.


Wer sich eine eigene Meinung über dieses Land bilden will, der kann sich hier informieren:

BelTA – Das Informationsportal über Belorussija (auf Deutsch)

https://deu.belta.by/

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6 Antworten zu Der Putschversuch in Belorussija: Jede farbige „Revolution“ beginnt mit friedlichen Protesten…

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Ja, das ist mir auch sofort in den Kopf gekommen: Das war doch bei uns in der DDR nicht anders!
    Die Forderungen nach einem perfekten Sozialismus war nichts als die Forderung, den Kapitalismus einzuführen. Das konnte man nicht sagen, weil niemand außer den Feinden der DDR es wollte. Aber in Weißrussland haben die Feinde bereits ihr Programm veröffentlicht, das frappierend dem Programm des ukrainischen Maidan entspricht (siehe Linke Zeitung). Unverhüllt werden dort kapitalistische Verhältnisse gefordert. Man kann nur hoffen, dass die weißrussischen Arbeiter dieses Programm als eines ihrer Feinde durchschaut haben.

    Ich habe neulich gelesen, dass es in den USA Firmen gibt, die Handlungsanweisungen für Aufstände, Tumulte und Regime-changes verkaufen, richtige Drehbücher. Und nach einem dieser Drehbücher ist jetzt in Weißrussland ein Umsturz angezettelt worden, die Ukraine war der Probefall. Und es hat geklappt. Und nun glauben sie, die könnten dasselbe in Grün noch einmal inszenieren. Ich wünsche der weißrussischen Bevölkerung einen klaren Kopf, dass die Menschen wissen, was sie verlieren können und dafür bekommen. Wir ehemaligen DDR-Bürger könnten ihnen da einiges erzählen.

  2. roprin schreibt:

    Bei allem ist nicht zu vergessen: auch Belorussija ist ein kapitalistisches Land. In den aktuellen Nachrichten wurde gerade über das vorhandene Kapital berichtet. Also kann es sich nicht um eine Konterrevolution handeln – die war einige Jahre zuvor….
    Hier geht es offensichtlich um enormen Konkurrenzkampf – die stärkeren Westmächte wollen sich Belorussija einverleiben. Durch seine geografische Lage sind amerikanische Begehrlichkeiten vorhanden, um Russland an seinen westlichen Grenzen besser militärisch bedrohen zu können. Und genau das ist es andererseits was Putin mit Lukaschenko verbindet – eine Zweckgemeinschaft.

  3. S. Erfurt schreibt:

    Oh danke für den Link zu deren Seiten! Kommen sich Merkel und Konsorten nicht komisch vor angesichts ihrer Lügen die sie ständig über Belarus verbreiten!?

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      …die Merkel u.Co. bekommen ja Rußland ein bißchen Gegenwind, doch die Nazis in Litauen und Lettland (und ein paar Dumme, die sich zu einer Menschenkette zusammentrommeln lassen) sowie die herrschende polnische Mafia halten zu den weiß-rot-weißen Putschisten

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