Eklat beim Gedenken an die Ermordung Ernst Thälmanns in Stralsund. Bundestagsabgeordete der Partei „DIE LINKE“ erteilt Kommunisten einen Platzverweis.

Thaelmann StralsundAm 18. August 1944 wurde der Reichstagsabgeordnete der Kommunistischen Partei Deutschland, unser Genosse Ernst Thälmann, heimtückisch und hinterrücks von den Faschisten im KZ Buchenwald ermordet. Dieser feige Mord war nur noch die Folge einer langjährigen, fanatischen Kommunistenverfolgung, mit der die Nazis jeden Widerstand gegen den Faschismus im Keime zu ersticken versuchten. Ernst Thälmann hatte gewarnt: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Und wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“ Und so geschah es auch. Mit diesem Krieg suchte die deutsche Monopolbourgeoisie sich aus den Zwängen der Erpressung durch den USA-Imperialismus zu lösen, indem sie nun wiederum selbst andere Länder überfiel und ausplünderte. Dieser vom deutschen Faschismus angezettelte Krieg forderte mehr als 70 Millionen Todesopfer. Von einer Genossin aus Stralsund erhielten wir einen Bericht über eine Kundgebung zum Gedenken an die Ermordung Ernst Thälmanns.

Kundgebugen in der BRD

Zahlreich waren die Kundgebungen anläßich des 76. Jahrestages der Ermordung des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands – Ernst Thälmann. Kundgebungen fanden vor der Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg-Eppendorf (vor dem ehemaligen Wohnhaus Ernst Thälmanns) statt, vor dem Berliner Ernst Thälmann Denkmal und in Ziegenhals, wo am 7. Februar 1933 eine illegale Tagung des ZK der KPD stattfand, auf der Ernst Thälmann letztmalig sprach und zur Einheitsfront gegen den Faschismus aufrief. Weitere Kundgebungen fanden u.a. in Chemnitz, Rostock, Dresden, Frankfurt/Oder, Halle, statt. Auch vor dem Stralsunder Ernst-Thälmann-Denkmals wurden zahlreiche Blumen niedergelegt.

Eine Fahne der Kommunistischen Partei Deutschlands…

Zu einer Kundgebung vor dem Denkmal hatte die Partei „DIE LINKE“ aufgerufen. Es kamen Vertreter verschiedener Parteien und Organisationen. Unter ihnen war auch eine Vertreterin des Freundeskreises „Ernst Thälmann e.V., Ziegenhals – Berlin“ und ein Vertreter aus Hamburg – ein Mitglied des Kuratoriums der Gedenkstätte „Ernst Thälmann“. Er brachte speziell zu diesem Anlaß eine historische Fahne der KPD aus der Zeit vor 1956 (also vor dem Verbot der KPD in Westdeutschland) mit. Diese, in der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte sorgsam verwahrte Fahne, trug die Aufschrift: „Kommunistische Partei Deutschland, L.O. (Landesorganisation) Hamburg, Langenhorn“. Langenhorn ist ein Stadtteil von Hamburg mit großem, opferreichem, kommunistischen Widerstand gegen die Nazibarbarei.

KPD-Fahne weg! Kommunisten unerwünscht!

Als beide zu Beginn der Kundgebung die Fahne vor dem Denkmal Ernst Thälmanns hochhielten, wurden sie von der Bundestagsabgeordneten der Partei „DIE LINKE“, Frau Kerstin Kassner, und ihre Mitarbeiterin, Olga Fot, aufgefordert, diese Fahne nicht im Hintergrund der Rednerin zu zeigen – sie, die Veranstalter, wollten kein Bild von sich mit dieser Fahne. Sie „wollen auch Leute von SPD, Parteilose etc. ansprechen“ und da sei die Fahne mit dem Schriftzug KPD fehl am Platze! Nicht nur uns verschlug es die Sprache. Auf unseren Protest hin mit dem Hinweis, daß wir zu dem Denkmal anläßlich des 76. Jahrestag der heimtückischen Ermordung des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands hier seien, erteilte man uns kurzerhand lautstark einen Platzverweis.

Ist die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei eine Antikommunistin?

Welches Problem hatten/haben die beiden Personen mit dieser historischen KPD-Fahne, mit dem Schriftzug, mit dem Inhalt, den diese Fahne ausdrückt? Wie ist dieses Vorgehen der Bundestagsabgeordneten der Partei „DIE LINKE“, Frau Kassner, zu deuten? Wie ist es erklärbar, daß Leute, die Ernst Thälmann und die Kommunisten nicht mögen, sich am Ernst-Thälmann-Denkmal zu einer Kundgebung einfinden – aus Gründen der Selbstdarstellung oder zum Zwecke einer geschichtsrevisionistischen Polemik? Seit vielen Jahren arbeiten die Genossen der Ernst-Thälmann-Gedenkstätten mit Vertreter der Partei „DIE LINKE“ vertrauensvoll zusammen. Sie unterstützen uns und wir unterstützen sie – sowohl in Berlin, als auch in Hamburg und anderen Städten des Landes.

Solidarität?

Auf diesem Weg möchten wir hervorheben, daß wir die bisher gute Zusammenarbeit mit der Partei „DIE LINKE“ zu schätzen wissen. Mitglieder dieser Partei haben bereits mehrfach bei den Kundgebungen in Ziegenhals/bei Berlin gesprochen (nachzulesen in den „Ziegenhalser Reden“ des „Freundeskreises Ernst Thälmann e.V., Ziegenhals – Berlin“). Darunter so prominente Vertreter wie Ellen Brombacher, Dr. Heinz Marohn und Prof. Dr. Michael Benjamin. Bestätigung darin fanden wir auch darin, daß im Anschluß an die genannte Veranstaltung Mitglieder der Partei „DIE LINKE“ auf uns zukamen und ihr Befremden über dieses unwürdige Verhalten dieser beiden Personen zum Ausdruck brachten. Dafür, liebe Genossinnen und Genossen der PdL, möchten wir uns noch einmal bedanken. Wenn Sozialdemokraten und Parteilose an einer Fahne der Partei Ernst Thälmanns Anstoß nehmen sollten, dann haben sie wahrlich nichts aus dem Kampf gegen Faschismus und Krieg gelernt. Niemals hätten wir an einer Fahne der SPD bzw. der Partei „DIE LINKE“ zum Gedenktag für Ernst Thälmann Anstoß genommen. Im Gegenteil: Wir wären aufrichtig darüber erfreut gewesen und hätten diesen Genossen die Hand gereicht.

August 2020

Anmerkung: Die 41-jährige Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Kassner, Frau Olga Fot, ist – ihren Angaben im Internet zufolge – zu entnehmen, daß sie seit dem 1.9.2019 Mitglied der Partei „DIE LINKE“ ist. Weiterhin ist teilt sie mit, sie sei im Jahr 1979 in der „Russischen Föderation“ geboren. Diese Erklärung ist jedoch unrichtig, da es dieses Staatengebilde erst seit 1992, nach der Zerschlagung der Sowjetunion gibt. Geboren ist sie demnach in der sozialistischen Sowjetunion!

(Beitrag bearbeitet nach einer Mitteilung von C.Silbermann! – Red.)


Siehe auch:
Die KPD im Klassenkampf und die Rolle Ernst Thälmanns
Пушкин. Памятник Эрнсту Тельману.
Wer war Ernst Thälmann?
Ernst Thälmann: Lehren aus dem Hamburger Aufstand

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12 Antworten zu Eklat beim Gedenken an die Ermordung Ernst Thälmanns in Stralsund. Bundestagsabgeordete der Partei „DIE LINKE“ erteilt Kommunisten einen Platzverweis.

  1. roprin schreibt:

    Die Partei „Die Linke“ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie sich demnächst mit der SPD zusammentut. Denn bald wird sie argen Mitgliederschwund verzeichnen. Warum eigentlich hat diese Partei so eine Berührungsangst mit Kommunisten? Diese Partei ist nicht „links“, wie sie sich den Anschein geben will, um Wählerstimmen einzufangen, nein, diese Partei ist link!

  2. S. Erfurt schreibt:

    In vielen Ortschaften meiner Heimat Thüringen gab es Ehrenhaine zu Ehren Ernst Thälmanns und dessen Vermächtnis. Den Ehrenhain in Erfurt Gispersleben gibt es noch, wenn auch mehrfach geschändet. In Blankenhain, da wurde das Relief bereits entfernt und die Schrift unleserlich gemacht. Das sind jetzt nur zwei Beispiele. Und natürlich ist da nirgendwo eine Die Linke welche diesen Frevel hätte verhindern können. Die Linke im Thüringer Landtag interessiert sich eher um das Verhökern von Immobilien an Neubürger und den Bau einer Moschee in Erfurt Marbach.

    MFG

  3. Harry56 schreibt:

    Und worüber wundert ihr euch eigentlich noch immer bei dieser BRD System- Partei „Die Linke“? Wollt ihr alle eigentlich nie mehr aufwachen, nur noch in reiner Ideologie-Seuche baden? 😦

    • sascha313 schreibt:

      Ich persönlich halte die „Zusammenarbeit“ mit dieser Partei für unnütz, ja für schädlich! Es gibt nur zwei Ideologien: die bürgerliche oder die sozialistische! Wer sich mit der Bourgeoisie abgibt, braucht sich über solche „Platzverweise“ nicht zu wundern!

  4. Elisabeth Sukowski pfohlmann schreibt:

    Die Genossen der Dkp kämpfen seit 1968 gegen Rechte Dummheit. Die Genossen der Linken erst seit 1989 in Form von PDS,WASG, darum last ihnen Zeit. Ich hoffte auch einmal auf diese Partei doch wer nun glaubt das die PARTEI die Linke von ihren Genossen aus der SED gelernt hat täuscht gewaltig.

    Viele Starben und die anderen wurden Rausgeeckelt oder gingen freiwillig, fragt doch einmal warum gibt es eine Kommunistische Plattform in einer wirklichen linken Partei währe das nicht nötig. Ich denke wer das überdenkt sollte in Seiner Partei Schulungen betreiben Gemeint ist Die Linke.

    Vor dem Thälmann Denkmal die Kpd Fahne zu verbieten ist einfach nur dumm. Unabhängig davon das man diese Fahne nicht verbieten kann , weder
    1923,1933 ,1956, noch 1989.
    L.Suko

    • sascha313 schreibt:

      Liebe Elisabeth S.-Pf., der Kampf gegen die Dummheit ist schon immer schwer gewesen Lesen Sie mal Scholochow „Der stille Don“ Bd.3, (1952), da erfahren Sie: es war z.B. um 1920 nicht nur schwer, sondern extrem lebensgefährlich. Doch darum geht es nicht. Kommunisten haben immer sehr, sehr viel riskiert im Kampf um den Menschheitsfortschritt. Aber man muß auch klug sein!

      Und es wäre wohl zuviel verlangt, wenn man erwarten würde, die Vertreter der Partei „Die Linke“ hätten von den Kommunisten der DDR etwas „lernen können“. Nein, sie wollten es nicht! Einige von denen, die sich heute hinstellen und sagen, sie hätten alles besser gemacht, haben in Wahrheit in der DDR nicht einen Finger krumm gemacht, um „alles besser“ zu machen. Sie haben die Vorteile genutzt und sich bedeckt gehalten. Wer von denen es geschafft hat, in den Bundestag zu kommen, der hat ausgesorgt bis an sein Lebensende. Ebensowenig, wie von diesen Konjunkturrittern und Karrieristen, hätte man auch von einem Prof.Dühring oder einem Bernstein oder Kautsky nicht erwarten können, daß diese sich hätten belehren lassen. Sie wollten es nicht.

      Auch die Faschisten wollten es nicht. Am Ende sind sie nach dem Westen abgehauen bzw. untergetaucht, weil sie wußten, daß sie eines Tages in der DDR für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen würden. Und sie wurden bestraft bzw. sogar hingerichtet! Diskutieren konnte man mit denen nicht.

    • Harry56 schreibt:

      Werte Elisabeth, es geht bei diesen „Linken“, Jägern nach Parlamentsmandaten oder sonstigen angenehmen Staatspöstchen keinesfalls um Lernen, Lernen aus der Geschichte, Lehren ziehen aus der Geschichte, gar Dummheit, sondern letztlich nur um Geld, komfortables möglichst lohnarbeitsbefreites Leben.
      Deshalb alle diese „Linken“ – vormals die gleiche Beobachtung bei den „Grünen“ – nach dem „Angekommen- sein“ so absolut staatstriefend!

      Soz.Gruß!

  5. dlfhörer schreibt:

    Die Angabe Russische Föderation als Geburtsland ist nicht falsch. Genauso trifft auch UdSSR zu. Rußland war innerhalb der UdSSR die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik.

    • sascha313 schreibt:

      Nein, die Aussage ist korrekt, eine „Russische Föderation“ gab es 1979 noch nicht. Alle Bürger der UdSSR hatten einen einheitlichen Paß.
      Links der Paß der UdSSR – rechts der Paß der „Russischen Föderation“

    • Harry56 schreibt:

      Nehmen wir an, 2 Leute wurden 1980 geboren und müssen heute ein Formular ausfüllen, worin auch das Geburtsland anzugeben ist. Thomas wurde in Hamburg geboren, Kerstin in Stralsund. Was müssen nun beiden in das Feld Geburtsort/Geburtsland korrekterweise eingeben? Nun, Thomas ganz sicher Hamburg, BRD, und Kerstin doch Stralsund, DDR!

      Natürlich könnten beide auch den Ort und „Deutschland“ eintragen, doch gab es damals, 1980 (!), einen einheitlichen deutschen Staat? (Nein, es gab ihn nicht. Es gab zwei souveräne deutsche Staaten, die DDR und die BRD – Einfügung Red.)

      Andererseits, eine sehr alte Oma, Gertrude, wurde um 1940 in Königsberg geboren, diese Gertrude könnte ganz selbstverständlich, Königsberg, Deutschland (oder auch „Deutsches Reich“), eintragen, denn damals gab es einen einheitlichen deutschen Staat, ein einheitliches „Reich“, zu dem auch ganz selbstverständlich Königsberg gehörte!
      Alles verstanden?

  6. dlfhörer schreibt:

    Die Einstellung dieser Frau läßt tief blicken. Sowohl auf diese Frau selbst, als auch auf die immer weiter in Richtung rechter Sozialdemokratie gehende Entwicklung der PDL.

    • sascha313 schreibt:

      …der Ansicht bin ich auch! Deshalb auch meine ablehnede Haltung zur Zusammenarbeit mit dieser Partei. Im Einzelfall wird man natürlich auch immer wieder mit Gleichgesinnten darüber reden müssen, egal wo sie sich zugehörig fühlen.

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