Es gibt Ereignisse, die wir niemals vergessen werden…

Я-Ватник-разное-либеральный-фашизм-США-1288045Hier wird berichtet über Geschehnisse, die sich vor über 75 Jahren ereignet haben, die aber in unmittelbarem Zusammenhang zu dem stehen, was wir heute erleben und was uns in allernächster Zeit bevorsteht, wenn … ja, wenn wir es nicht verhindern! Alles, was in den Jahren zwischen 1939 und 1945 in der Sowjetunion geschah, ist so grausam, daß Sie nach den ersten 5 Minuten nicht weiterlesen wollen. Doch es sind nüchterne, ungeschönte, unzensierte Tatsachen. Diese Tatsachen sind das Ergebnis einer historischen Entwicklung, die unter gleichen Bedingungen in dieser oder jener Form jederzeit wiederholbar ist. Diese Verbrechen und all diese Grausamkeiten hat der Kapitalismus hervorgebracht. Und er wird sie wieder hervorbringen! Daran besteht nicht der geringste Zweifel!

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht
aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar
vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.“ (Karl Marx „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“. In: MEW, Bd.18, S.115.[1])

Nach einer kurzen Episode von knapp 40 Jahren Frieden, nach einer kurzen Zeit des Sozialismus leben wir heute numehr schon über 30 Jahre wieder im KAPITALISMUS. Und allgemeine Lage ist für den Kapitalismus nicht besser geworden, sondern weitaus schlimmer. 1928-1929 gab es eine Weltwirtschaftskrise. Doch die jetzt bevorstehende Krise stellt alles in den Schatten, was bisher vorstellbar war.

Noch einmal deutlich: In der DDR und in den anderen sozialistischen Ländern gab es nicht ein einziges solcher Verbrechen, wie die hier geschilderten. Doch was damals während der faschistischen Diktatur geschah, das kann sich – in dieser oder jener Form – unter gleichen Bedingungen immer wieder ereignen…


Die Naziverbrechen in der Ukraine

von Dr. Oleg Nasarow

Historiker, Kolumnist der „Literaturnaja Gaseta“

Propaganda kann die politische Untauglichkeit
einer Regierung nicht auf ewig verbergen.

Am 9. Mai 2014 sprach das Oberhaupt der Region Cherson, Jurij Odartschenko, bei einer Kundgebung zum Tag des Sieges eine Parole aus, die zuerst der „Führer“ des Dritten Reiches, Adolf Hitler, herausgegeben hatte: „Befreiung des Volkes vom kommunistischen Joch und von der Tyrannei Stalins“. Die Erklärung des Oberhauptes einer der Regionen der Ukraine, die tatsächlich eines der wichtigsten Postulate der Goebbels-Propaganda war, zeigte der Welt einmal mehr, was für ein Gesindel in der Ukraine an die Macht kam.

Seit dem Staatsstreich in der Ukraine waren gerade einmal dreieinhalb Monate vergangen, und die Banditen um Jazenjuk, Turtschinow und Poroschenko haben bereits genug getan, um den Menschen, die nicht die Fähigkeit verloren haben, die Geschehnisse kritisch zu betrachten, begreiflich zu machen, daß die Menschen in der Ukraine von den derzeitigen Machthabern in Kiew und ihren Anhängern in den Regionen nichts Gutes zu erwarten haben.

Keine Propaganda kann ihre Untauglichkeit, das Land und seine Wirtschaft effektiv zu regieren, für immer vertuschen. Die Ukraine stürzt in einen Abgrund, und die Szenarien der Proteste und Ausschreitungen der hungernden Bevölkerung werden von einer Reihe von Politikern und Experten als durchaus real angesehen. Vor diesem Hintergrund hat Odartschenkos Erklärung die Situation in der ukrainischen Gesellschaft weiter verschärft.

Hitlers Pläne für die Ukraine

Der 73. Jahrestag des Beginns des Großen Vaterländischen Krieges rückt näher, und es ist nicht auszuschließen, daß wir am 22. Juni von ukrainischen Politikern neue Enthüllungen über die „Befreiungsmission“ Deutschlands in der Ukraine hören werden. Deshalb ist es an der Zeit, daran zu erinnern, welche Pläne die Nazibonzen tatsächlich gegen die Ukraine und ihre Bevölkerung hatten, und darüber zu berichten, wie sich ihre praktische Umsetzung für die Ukrainer ausgewirkt hat.

Zunächst schrieb Hitler am Vorabend des Einmarsches in die Sowjetunion einen Brief an seinen italienischen Kollegen Benito Mussolini. Darin verheimlichte der „Führer“ vor dem Duce nicht den Grund für sein Interesse an der Ukraine:

„Was den Kampf im Osten betrifft, Duce, so wird er auf jeden Fall schwer sein. Aber ich zweifle nicht eine Sekunde lang an einem großen Erfolg. Zunächst einmal hoffe ich, daß wir dadurch für lange Zeit eine gemeinsame Ernährungsgrundlage in der Ukraine sicherstellen können. Sie wird uns als Lieferant für diejenigen Ressourcen dienen, die wir in der Zukunft möglicherweise benötigen.“

So wurde die Ukraine von den Invasoren als Kolonie gebraucht. Und was die Zukunft der Ukrainer selbst betrifft, die angeblich von Hitler befreit werden sollten, so wurde auch diesbezüglich eine ganz unverhohlene Äußerung des „Führers“ festgehalten:

„Wenn wir das Großdeutsche Reich schaffen wollen, müssen wir vor allem die slawischen Völker – Russen, Polen, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Ukrainer, Weißrussen – verdrängen und ausrotten. Es gibt keinen Grund, dies nicht zu tun.“

Vernichtet werden sollten erstens all jene Vertreter der slawischen Völker, die sich das für sie vorbereitete Schicksal nicht gefallen lassen würden, und zweitens die Alten, Kinder, Kranken und Behinderten. Allen anderen stand bevor, um am Leben zu bleiben, bevor, is zum Ende ihrer Tage, Sklaven des Dritten Reiches zu werden oder zu den Nazis zu gehen, um als Polizisten oder Angehörige von Strafkommando zu dienen. Es wäre ja mal interessant zu erfahren, welche Wahl Odartschenko treffen würde, wenn er unter die Nazi-Okkupation geraten würde.

Wurde die Ukraine durch die Nazis „befreit“?

All jene Bürger der Ukraine, die in Hitler einen Befreier sehen, sollten sich fragen, wie er mit der Frage der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine umgegangen ist. Am 16. Juli 1941 wurde bei einem Treffen mit Hitler beschlossen, die ukrainische SSR zu zerstückeln. Infolgedessen wurden die Regionen Lwow (Lemberg), Drogobitsch, Stanislawl und Ternopil, ein Teil des Distrikts Galizien und die Regionen Wolyn (Wolhynien) und Rowen – Teil des Reichskommissariats der Ukraine. Die Region Tschernowzy, die südlichen Bezirke von Winniza und die westlichen Bezirke der Region Nikolajew wurden an Rumänien übergeben. Die Deutschen waren an der Meinung der Ukrainer selbst ebenso desinteressiert, wie heute Amerikaner und Europäer daran desinteressiert sind. Im allgemeinen hielten sie es für unnötig, die Ukrainer zu fragen.

Der heiße Sommer 1941

Die Beschreibung der blutigen Kämpfe, die sich 1941 auf dem Gebiet der Sowjet-Ukraine abspielten, ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Es sei nur angemerkt, daß die Truppen der sowjetischen Südwestfront dem Feind empfindliche Schläge versetzten und ihn lange Zeit am Vormarsch auf Kiew hinderten. Die Garnison des Bunkers №131, die aus 11 jungen Kämpfern unter der Führung des 19-jährigen Leutnants Wassilij Jakunin bestand, ist für immer in die Geschichte eingegangen. Vier Tage lang hielten sie den Angriffen der vielfach überlegenen feindlichen Streitkräfte in der Nähe des Dorfes Kremenischtsche bei Kiew stand und weigerten sich, sich zu ergeben, da sie umzingelt waren. Hitleriten zerstörten den Bunker mit Panzern und Flammenwerfern.

Die toten Helden waren so alt wie jene, die heute Gardeschleifen „Koloradobänder“ nennen und bis zum Erbrechen schreien: „Wer nicht springt, ist ein Moskal!“, „Moskalaken – ans Messer!“ und den Bandera-Ruf „Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!“

Wer waren die wahren Helden der Ukraine?

Die Helden des Bunkers № 131, die ganz andere Worte sagten, gaben ihr Leben und verteidigten ihr Heimatland gegen den Feind. Sie und viele andere, bekannte und unbekannte Helden brachten den Blitzkrieg letztlich zum Scheitern, es war der erste Schritt zum Großen Sieg.

Es ist unmöglich, nicht mit dem moldawischen Historiker und Politologen Sergej Nasarija übereinzustimmen, der feststellte:

„Die Nazis hatten sehr bald erkannt, daß ihnen die verlorene Zeit, die sie für die Operation in Kiew aufgewendet hatten, nicht zurückgegeben wird. So wurde der besagte Verlust erzwungen und hing nicht vom Willen dieses oder jenes politischen oder militärischen Führers ab. Solange die sowjetischen Armeen Kiew hielten, solange es eine Kluft zwischen den Armeegruppen „Mitte“ und „Süden“ gab und die Flanken der zentralen Gruppe in Richtung Smolensk-Moskau bedroht waren, konnte die deutsche Armee weder im Süden – in Richtung Donbass und Krim – und erst recht nicht in Richtung Moskau weiter zum Angriff übergehen.“

Wie verhielten sich die Bürger der Sowjetunion?

Einen großen Beitrag zum Scheitern des Blitzkrieges leisten auch die friedlichen Bürger der sowjetischen Ukraine. 1941 taten sie alles, um ihre Städte zu schützen, und im Falle der Unmöglichkeit, sie zu verteidigen, versuchten sie, alles Erdenkliche zu evakuieren. Konstantin Gruschewa, der Zweite Sekretär des Dnjepropetrowsker Gebietskomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine, erinnert sich:

„Der Kampf um Dnepropetrowsk dauerte vom 20. bis 25. August… Eingehüllt in Qualm, von Flammen umgeben, kämpfte Dnepropetrowsk bis zuletzt. Am Kampf beteiligten sich nicht nur die Soldaten. Auch die Bevölkerung kämpfte mit. Die Arbeiter des Dnepropetrowsker Werkes für metallurgische Ausrüstung vervollständigten gerade an diesen Tagen, bereits unter Beschuß des Gegners, die Bewaffnung des Panzerzuges, der direkt von der Werkstatt an die Frontlinie ging. Nicht einen einzigen Tag lang wurde in den halbzerstörten Werkhallen, wo Flammenwerfer hergestellt wurden, die Arbeit unterbrochen. Zur gleichen Zeit wurden zudem immer noch Panzer repariert, die in den Kämpfen um die Stadt beschädigt worden waren. Trotz des Beschusses gelang es den Matrosen der Flußschiffahrt, alle Dampf- und Motorboote zum Samara-Fluß zu bringen, dort die Antriebseinheiten der Schiffe zu demontieren und diese Einheiten ins tiefe Hinterland zu schicken. Die Eisenbahner reparierten unter Bomben, Granaten und Kugeln das rollende Inventar und die kaputten Gleise und sorgten dafür, daß die letzten Züge mit Menschen und Fabrikanlagen in den Osten des Landes geschickt werden konnten. Das medizinische Personal verließ nicht die Krankenhäuser und Hospitäler, in denen es noch Verletzte und Kranke gab. Telefonistinnen verließen nicht das Gebäude der unter Artilleriefeuer stehenden Telefonstation, und die Telegrafisten blieben in den Räumen des Telegrafenamtes.“

Ein schreckliches Ereignis…

Und dieses Bild war typisch für jene harte Zeit. Leider war auch das typisch, was dann geschah, als die „Befreier“ auftauchten. Unweit von Dnepropetrowsk waren Einwohner dabei, Gräben auszuheben, als plötzlich deutsche Kradfahrer auftauchten. Die Studentin der Dnjepropetrowsker Theaterfachschule Fruma Itzkowitsch erinnert sich:

„Wir, zwei Mädchen, waren von mehreren Kradfahrern umgeben. Sie packten uns, wir wehrten uns, und sie schlugen uns mit den Gewehrkolben, schlugen uns auf die Brust, haben mir Kopf und Gesicht schwer verletzt. Dann fingen sie an, Spaß daran zu haben. Wir liefen davon, aber sie rasten hinter uns her, holten uns ein und schlugen uns zu Boden. Ich hatte lange Haare, sie packten mich an den Zöpfen und fuhren los. Ich mußte mitlaufen. Ich konnte aber nicht so schnell laufen und bin hingefallen, ich wurde mitgeschleift und erneut geschlagen…“

Das Mädchen kam erst am Abend wieder zu Bewußtsein – geschlagen, blutig, in zerrissener Kleidung. Um sie herum lagen die Leichen ihrer vergewaltigten und ermordeten Freundinnen. Mit großer Mühe kehrte sie in die Stadt zurück, fand aber ihr Zuhause nicht – anstelle dessen klaffte ein Granattrichter. Als sie zum Haus ihrer Tante kam, konnte sie sie nicht mehr lebend vorfinden. Es stellte sich heraus, daß ihre Tante Rosa von den Nazis erhängt und ihre Zwillingstöchter erschossen worden waren. So war „ein Tag im Leben der Fruma Itzkowitsch“.

Die verlogenen Memoiren der Nazi-Kanaillen

Auf den Seiten der Memoirenliteratur der nazistische Kriegsherren, die von einigen russischen und ukrainischen Historikern und Publizisten gerne in letzter Instanz als Wahrheit bezeichnet werden, gibt es solche Fakten nicht. Was von dem Geschreibe der besiegten hitleristischen Kriegsherren zu halten ist, kann man den Memoiren des Generals Eberhard von Mackensen entnehmen, dessen Truppen Dnjepropetrowsk eingenommen hatten. Viele Jahre nach Kriegsende, als Informationen über die Verbrechen der Nazis bereits allgemein bekannt waren, fuhr diese hitleristische Kanaille fort zu lügen: „Die Zivilbevölkerung der Stadt verhielt sich ganz ruhig, ja sie war sogar froh über die Befreiung vom Bolschewismus.“ Es stellt sich doch die Frage, ob die Erinnerungen von Mackensen nicht ein Schreibtischbuch des derzeitigen Oberhaupts des Chersoner Gebiets sind.

Die faschistischen deutschen Massenmörder

In der Zwischenzeit begannen die Nazis und ihre ukrainischen Handlanger sofort damit, das besetzte Gebiet der Sowjet-Ukraine von seiner Bevölkerung zu säubern.
Im Bericht des Kommandeurs des 528. Infanterieregiments Major Rösler lesen wir:

„Ende Juli 1941 war das 528. Infanterieregiment … auf dem Weg vom Westen nach Shitomir, wo es zur Erholung stationiert werden sollte. Als ich am Tag der Stationierung zusammen mit meinem Hauptquartier zum Standort meines Hauptquartiers kam, hörten wir unweit von uns Gewehrsalven, die in bestimmten Abständen aufeinander erfolgten, und nach einer Weile hörten wir auch Schüsse aus einer Pistole. Ich beschloß, herauszufinden, was das war… Als wir schließlich die Böschung hinaufkletterten, bot sich unseren Augen ein schreckliches, herzzerreißendes Bild. In der Ecke wurde ein etwa 7-8 Meter langes und 4 Meter breites Loch gegraben, und auf einer Seite des Lochs befanden sich Erdschichten. Diese Erde und die gesamte Wand der Grube waren vollständig mit Blutströmen befleckt. Die ganze Grube war voller Leichen von Männern und Frauen aller Altersgruppen. Es gab so viele Leichen, daß es unmöglich war, die Tiefe der Grube zu festzustellen. Hinter dem Wall befand sich eine Polizeimannschaft unter Führung eines Polizeioffiziers. Auf den Uniformen der Polizisten waren Blutspuren… Das Bild war so unheimlich, daß ich es bis heute nicht vergessen kann“.

Nicht weniger entsetzlich war es am 2. Mai 2014 in Odessa, als junge ukrainische Mädchen mit einem Lächeln „Molotow-Cocktails“ zubereiteten und ukrainische Jungs diese mit einem Lächeln auf ihre Mitbürger warfen.


Die Vernichtung von Kommunisten, Juden, Kriegsgefangenen und Zivilisten

Kiew wurde am 19. September 1941 von den Truppen Hitlers erobert, und zehn Tage später begann der Albtraum von Babi Yar. Er dauerte genau zwei Jahre (in der Regel fanden dienstags und samstags Erschießungen statt) und forderte mehr als 100.000 Tote. Sie alle wurden von den Nazis und ihren ukrainischen Komplizen von ihrem persönlichen Besitz und dann vom Leben „befreit“.

Eines der vielen KZ für sowjetische Kriegsgefangene

Am Stadtrand von Kiew wurde das Lager Darniza errichtet. Der Schriftsteller Anatoli Kusnezow beschrieb, was dort mit den Kriegsgefangenen geschah:

„Sie haben den ganzen Boden umgepflügt und alles gegessen, was sie konnten. Am fünften oder sechsten Tag nagten sie an ihren Gürteln und Schuhen. Am achten oder neunten Tag waren einige von ihnen gestorben, und die anderen waren wie Wahnsinnige. Am zwölften Tag waren nur noch wenige übrig, Wahnsinnige mit trüben Augen, sie kauten an ihren Nägeln, suchten nach Läusen in ihren Hemden und steckten sie in den Mund. Versuche von Einheimischen, den Kriegsgefangenen Lebensmittel zu geben, wurden durch die Maschinenpistolen der Wachen verhindert. Um die Qualen zu beenden, bat die Rotarmisten darum, sie zu erschießen.“


Junge Ukrainer wissen nichts darüber, was in den Lagern von Gogol (im Gebiet von Poltawa) geschah, und viele wollen es auch gar nicht wissen.

Ein Zeuge sagt aus:

D.M. Belichenko, ein ehemaliger Gefangener, der nach dem Krieg in Grosny lebte, wußte aus erster Hand darüber Bescheid:

„In den Gogolewski-Lagern gab es einen Panzerabwehrgraben, in dem Feuer entzündet wurden, die Kriegsgefangene wurden in den Graben getrieben und es wurden Hunde auf sie losgelassen. Hunde trieben die Kriegsgefangenen ins Feuer. Deutsche Faschisten standen auf dem Panzerabwehrgraben und lachten. …Sie warfen Handgranaten in die Menge, die von den Hunden gebissen worden waren. Im Herbst regnete es, die Kriegsgefangenen liefen naß und erschöpft herum, jeden Tag starben Hunderte von Menschen.“

Major Alexaschenko berichtet…

Hier ist ein Fragment aus der Zeugenaussage des ehemaligen Kriegsgefangenen Major Alexaschenko, der in das Lager der Stadt Slawuta (Kamenez-Podolsker Gebiet) gebracht worden war:

„Die Nahrung, die wir erhielten, bestand aus 250-300 Gramm Brot, fast zur Hälfte mit Holzspänen vermischt. Darüber hinaus wurde uns eine sogenannte ,Balance‘ gegeben – eine Suppe aus rohen Kartoffeln, Buchweizenschalen und verfaultem Gemüse. Der Geruch, den dieses ,Balance‘ verbreitete, war wie von einer Abfallgrube. Aber trotz des schrecklichen Essens waren die Menschen so hungrig, daß sie sich auf dieses ,Balance‘ stürzten und sie schluckten, ohne sie zu kauen.“

Jeden Tag starben Menschen an den Folgen dieser Nahrung.

„Es gab Fälle, in denen die Toten von den noch nicht Toten verzehrt wurden“, erinnert sich Alexaschenko. – Solche Fälle waren keine Seltenheit. Als ich selbst an Typhus erkrankt war, legten sie mich auf eine Bahre und wollten mich zu den Toten bringen, aber ich kam rechtzeitig zur Besinnung und fing an zu schreien, daraufhin brachten sie mich zurück.“

Weitere Augenzeugen berichteten…

Geben wir hier auch noch die Zeugenaussage des Arztes der Artemowsker Kriegsgefangenen-Lazaretts von Stalinsk (im heutigen Donezker Gebiet), Alexander Kamyschew, wieder:

„Die Überbelegung des Lazaretts war so hoch, daß Kriegsgefangene auf dem nackten Zementboden liegen mußten, eng aneinandergepreßt. Einmal wurde ihnen Stroh gegeben, das aber bald verfaulte, und als die Patienten sich mit der Bitte an die Verwaltung des ,Lazaretts‘ wandten, ihnen Stroh zu geben, auf dem sie liegen konnten, erwiderte der Oberstabsarzt Thiemer: ,Das Stroh wird für die Pferde gebraucht.‘“

Im Artemowsker „Kriegsgefangen-Lazarett“, das ein Ort der Vernichtung sowjetischer Kriegsgefangener war, wurden absichtlich Infektionskrankheiten verbreitet. Patienten mit Typhus, Ruhr, Schwer- und Leichtverletzten wurden in derselben Baracke untergebracht. Die Zeit war kurz genug, damit sich alle infizieren und sterben konnten. Die Zahl der Typhus- und Ruhrpatienten in einer Gemeinschaftsunterkunft betrug bis zu 600 Menschen, während unter normalen Bedingungen hätten nicht mehr als 200 Personen untergebracht werden können.


Unvorstellbare Grausamkeit der deutschen Faschisten

Auch in der Westukraine gab es nazistische Konzentrationslager. Zum Beispiel starben in den Außenbezirken von Lwow im Konzentrationslager von Janowskij während des Krieges 300.000 Menschen, im KZ Lytschakowskij – 200.000 Menschen.

Für die Vernichtung von Zivilisten wurde häufig eine solche Erfindung der zivilisierten Europäer wie das Gasauto verwendet. Man nannte es eine „Seelenzange“. Bei dem Prozeß, der vom 15. bis 18. Dezember 1943 in Charkow stattfand, sagte der Angeklagte Obergefreiter Rezlaw Reinhard:

„Wenn es darum ging, die Frauen in den Wagen zu bringen, waren das die gruseligsten Bilder. Ausnahmslos alle Frauen, ganz zu schweigen von den Kindern, weinten, fielen auf die Knie und bettelten um Gnade. Das Weinen der Frauen vermischte sich mit dem Weinen der Kinder, die zu uns kamen, zu den direkten Teilnehmern und Vollstreckern dieser Gräueltaten, die um Gnade baten. Doch als Reaktion darauf erhielten sie Tritte, Schläge mit Gewehrkolben und Pistolengriffen. In solchen Fällen habe ich zusammen mit anderen Beamten der GFP (Geheime Feldpolizei) und des SD (Sicherheitsdienst) den Frauen die Arme verdreht und sie in das Auto geschoben.

Die Situation mit Kindern war sogar noch einfacher. Sie wurden mit den Händen gepackt und oft mit den Beinen und wie eine Schaukel in die Karosserie des Autos geworfen. Solche Aktionen hatten Flüche an die Adresse der Deutschen zur Folge, und der Hof war von herzzerreißenden Schreien erfüllt, bei denen um Hilfe und Gnade gebeten wurde. Ich erinnere mich an eine solche Tatsache, als eine Frau, vor deren Augen ein SD-Offizier ihr Kind in den Wagen warf, den Offizier angriff, ihm die Hände ins Gesicht fasste und ihn blutig kratzte. In den meisten Fällen wurde mit den ungehorsamen Gefangenen einfach umgegangen: Sie wurden sofort erschossen und dann ins Auto geworfen.“


Deutscher Raubüberfall auf die Sowjet-Ukraine

Nach den Plänen Hitlers wurde die „befreite“ Ukraine während der deutschen Besatzung in eine Kolonie des Dritten Reiches verwandelt. Die „Außerordentliche Staatliche Kommission zur Feststellung und Untersuchung der Verbrechen der deutschen Nazi-Invasoren und ihrer Komplizen und des von ihnen verursachten Schadens an Bürgern, Kolchosen, öffentlichen Organisationen, staatlichen Unternehmen und Institutionen der UdSSR“ (ASK) ermittelte den der ukrainischen SSR zugefügten Schaden in Höhe von 285 Milliarden Rubel. Sogar der Schaden, der in der RSFSR verursacht wurde, war nach Schätzungen der ASK geringer – 249 Milliarden Rubel.

Die Daten zu den einzelnen Gebieten, die von der ASK vorgelegt werden, sind erschütternd:

„Im Gebiet Kamenez-Podolsk haben die deutschen Invasoren… 176 Tausend Rinder, 235 Tausend Schweine, 158 Tausend Schafe und Ziegen, 687 Tausend unterschiedliche Vogelarten, 198 Tausend Pferde geschlachtet oder entführt, 142 Tausend Tonnen Getreide und Mehl wurden den Kolchosenbauern abgenommen … In der Region Shitomir nahmen die Besatzer in 1920 Kolchosen über 240 Tausend Stück Vieh, 195 Tausend Pferde, 200 Tausend Schweine, 230 Tausend Schafe und Ziegen, 460 Tausend Stück verschiedene Vögel, 55 Tausend Tonnen Getreide mit, zerstörten und vernichteten über 20.000 Kolchos-Gebäude.“

Verbrannte Erde – unbewohnbares Land…

In allen anderen Regionen der Sowjet-Ukraine war das Bild ähnlich. Es konnte nicht anders sein. Beim Rückzug der deutschen Truppen aus dem Gebiet der Ukraine forderte der Reichsführer SS Heinrich Himmler kategorisch von seinen Untergebenen:

„Es muß sichergestellt werden, daß beim Rückzug aus den Regionen der Ukraine kein Mensch, kein Vieh, kein Zentner Getreide, und nicht ein Gleis bestehen bleibt; daß kein Haus und kein Bergwerk über viele Jahre verschont bleibt; daß kein Brunnen intakt bleibt. Der Feind muß ein wirklich total verbranntes und zerstörtes Land vorfinden.“

Niemand ist vergessen – Nichts ist vergessen!

Leider wurde diese Vorstellung Himmlers realisiert, wenn auch nicht in vollem Umfang. Und doch waren die schwersten Verluste, die die Ukraine während des Großen Vaterländischen Krieges erlitt, nicht materiell, sondern menschlich. Am 30. Dezember 1945 sandte Nikolaj Schwernik an Joseph Stalin und Georgi Malenkow einen Bericht über die Arbeit des ASK. In der Rubrik „Die Gräueltaten der Nazis in der Ukraine“ finden sich auch solche Fakten:

„Im November 1941 nahmen die Deutschen in Charkow 1250 alte Männer, Jugendliche und Frauen mit Kleinkindern als Geiseln. Die Verhafteten wurden gefoltert und gequält, und 250 von ihnen wurden von Balkons der Häuser herab und an Bäumen aufgehängt. In Rowno und im Gebiet Rowno folterten und ermordeten die Hitleristen 175.000 Menschen. In Dnepropetrowsk wurden auf Befehl von Major Wilhelm von Mulde, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, von Feldkommandant Oberst von Alberti, und Stadtkommandant Major von Hedemann, am 13. und 14. Oktober 1941 in Dnepropetrowsk auf dem Gebiet einer Forstbaumschule gegenüber des Transportinstituts 11.000 sowjetische Zivilisten erschossen oder lebendig in eine tiefe Schlucht geworfen. In der Stadt Osipenko des Saporosher Gebiets verkündete der Gebitsk-Kommissar Belet am 11. September 1943 im Radio: „Anläßlich der Verlegung der Front befehle ich, das Gebiet Berdjansk zu evakuieren. Wer am 13. September in der Region gefunden wird, wird nach deutschem Militärrecht zum Tode verurteilt.“ In diesen Tagen wurden in der Stadt selbst und in ihren Außenbezirken mindestens 4.000 Menschen von den Deutschen erschossen oder verbrannt … Insgesamt haben Hitlers Banditen auf dem Territorium der Sowjet-Ukraine 3.178.084 friedliche Sowjetbürger gefoltert, erschossen, gehängt und verbrannt“.

Daher kann weder ein Odartschenko, ein Turchynow oder ein Poroschenko die Wahrheit über diesen Krieg vertuschen.

Oleg Nasarow,
Doktor der Geschichte


Warum schreiben wir das alles? Warum berichten wir hier über Dinge, die heute kaum noch Erwähnung finden? Der Faschismus in Deutschland war kein Zufall und auch keine Naturerscheinung. Er hätte verhindert werden können. Ebenso hätte auch die Zerstörung des Sozialismus verhindert werden können. Alles was Menschen tun oder nicht tun, hängt davon ab, wie genau sie die Folgen ihrer Tuns begreifen. Wer die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus nicht kennt und nicht versteht, der wird auch nicht imstande sein, die katastrophalen Folgen, die aus seiner Entwicklung hervorgehen, zu verhindern.

Krisen sind ein Merkmal und eine unvermeidliche Begleiterscheinung des Kapitalismus. Doch verhinderbar sind sie nicht. Ändern daran kann man nur etwas, wenn der Kapitalismus beseitigt wird. Und immer geht es dabei um die Frage der Macht und um das Privateigentum an den Produktionsmitteln. Die jetzige Weltwirtschaftskrise und der daraus hervorgehende Faschismus wird nicht zu verhindern sein. Außer wenn die Macht der Bourgeoisie gebrochen wird und das Privateigentum dieser Klasse ein für allemal beseitigt wird. Und das geht nicht mit Singen und Beten, sondern nur mit der vereinten Kraft der Arbeiterklasse unter der Führung einer kommunistischen Partei.

Siehe auch:
Kurt Gossweiler: War der Untergang des Sozialismus unvermeidlich?
Kurt Gossweiler: Ist der Kommunismus erledigt?

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11 Antworten zu Es gibt Ereignisse, die wir niemals vergessen werden…

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Mein Sohn hatte mich das mal gefragt: „Glaubst du, dass es nach all den Verbrechen noch mal einen Faschismus geben kann?“ Ich sagte: „Nicht auszuschließen, aber der wird schlimmer als der, der für dich nur in den Büchern steht.“ Und ich denke, was mit uns geplant wird, können wir uns nicht vorstellen, genauso wie die Menschen es sich nicht vorstellen konnten damals, 33, was dann Wirklichkeit wurde. Und ich glaube auch, dass sich kein Ukrainer vorstellen konnte, dass eines Tages es einen Krieg zwischen Ukrainern geben könnte, auch wenn die Ukraine ethnisch in zwei Regionen gespalten war. Wo kommen nur all die Faschisten in der Ukraine her, wo haben sie sich so lange verbergen können, ohne dass sie bemerkt wurden?

    Ein bisschen weiß ich was von der Ukraine, aber die Frage ist, hat die Sowjetmacht nicht auch ihr Denken verändern können? Offensichtlich nicht, wenn ein Herr O. heute faschistisches Gedankengut äußern kann, ohne dass er Proteste erntet. Der ukrainische Faschismus kann sich nur halten, solange die USA an ihm festhalten, um ihn gegen Russland zu nutzen, weiß ich, trotzdem – dass er gerade in der Ukraine, die so entsetzlich unter dem deutschen Faschismus gelitten hat, geschieht, ist das noch erklärlich?

    Die Menschen vergessen zu schnell, schon die nächste Generation versteht die Eltern-Generation nicht mehr. Als Donnerstag voriger Woche die Sirenen heulen sollten, wusste ich sofort: Sie bereiten sich auf den Krieg vor, das Gerede von Überschwemmungen und sonstigen Katastrophen ist vorgeschoben. Und plötzlich standen die Bilder meiner frühestens Kindheit mir wieder vor den Augen, und ich kriegte eine Gänsehaut und glaubte wieder Fliegeralarm zu hören. Zum Glück war bei uns nichts zu hören, weil die Sirenen auf den Dächern abgebaut waren. Wollen wir hoffen, Anfang in den Binsen, Ende in den Binsen. Für jene, die schon wieder Krieg vorbereiten.

    • Weber Johann schreibt:

      Hallo Hanna Fleiss, ich lese gerade das Buch „Das tönende Erz – Deutsche Propaganda gegen die Rote Armee im zweiten Weltkrieg“, Ortwin Buchbender, Seewald Verlag Stuttgart 1978

      Ich zitiere:
      „Der begeisterte Empfang, den die Bevölkerung im Baltikum und in der Ukraine den deutschen Truppen bereitete, war ein eindrucksvoller Beweis für die Tatsache, daß nach offizieller Schätzung etwa 75 Prozent der Balten und Ukrainer?” die deutsche Wehrmacht »aufrichtig als Befreier« begrüßten. Das erste Plakat, das von dem damaligen Generalreferat Ostraum des Propagandaministeriums in einer Massenauflage gedruckt und für die besetzten Ostgebiete ausgeliefert wurde, zeigte ein Großporträt Adolf Hitlers mit der verheißungsvollen Unterschrift »Adolf Hitler der Befreier«. An diese klingende Parole glaubte die Bevölkerung im Baltikum und in der Ukraine besonders deshalb, weil diese Gebiete unter der sowjetischen Herrschaft stark gelitten hatten.

      Allerdings fanden die »ersten Flitterwochen der Befreiung« mit ihren jubelnden Menschenmengen und Freudenfeiern schon bald ein jähes Ende. In dem Augenblick, in dem große Teile der besetzten Gebiete unter deutsche Zivilverwaltung und damit in den Einflußbereich der Reichskommissare Ostland und Ukraine gerieten, lernte die dortige Zivilbevölkerung sehr schnell den grauen und deprimierenden Alltag der deutschen Besatzungspolitik kennen.“

      Erinnern wir uns an die Lage in der DDR. War da nicht eine sehr große Zahl von diesen Faschisten im Untergrund, die nur darauf warteten ihr Gemetzel gegen die Bolschewiken wieder fortführen zu können? Mit dem 17. Juni 1953 sahen diese Faschisten ihre Stunde gekommen. Sie krochen aus ihren „Löchern“ und begannen mit dem Morden. Nur das schnelle Eingreifen der sowjetischen Besatzungsarmee konnte ein fürchterliches Blutbad an der DDR-Bevölkerung verhindern.

  2. Weber Johann schreibt:

    Hallo Sascha, vielen Dank, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast. Ich führe einige Beispiele auf, es dürften 0,01% aller Greueltaten sein, die Vertreter des deutschen Volkes zu verantworten haben. Leider viel Text, aber ich gehe davon aus, diese Verbrechen dürften nicht vielen bekannt sein.

    1) „Laut Bericht des Obergruppenführers SS über die Durchführung des Unternehmens „Sumpffieber“ zur Vernichtung von Partisanen und friedlichen Einwohnern Belorußlands Riga 2. 9. – 3. 9.1942.
    Durch mot. Gend.-Streife und eine Komplett. Schutzm. Batl. 15 im Gefecht 70 Banditen erschossen. Bei der Durchführung dieser Aktion wurden nachstehende aufgeführte Erfolge erzielt a) 49 Bandenlager, Bunker und Stützpunkte sowie mehrere in dem Sumpfgebieten gelegene Ortschaften, die als Unterschlupforte dienten, ausgeräuchert und zerstört. b) 389 bewaffnete Banditen im Kampf erschossen, 1274 Verdächtige abgeurteilt und erschossen, 8350 Juden exekutiert, c) 1217 Personen evakuiert…“

    2) Aus der „Österreichischen Zeitung“ vom 26.4.1946 steht:
    „Er ist ein starker Gegner der Einheitsfront. In der „Sächsischen Volkszeitung“ wurde vor kurzem ein Brief des ehemaligen Dachauer Häftlings Heinrich Bogulow veröffentlicht. Er berichtete, daß Schumacher (Anmerkung: 1. SPD-Vorsitzender nach 1945) auch im Lager seinen Kampf gegen die Einheitsfront fortgesetzt hat. Als eine Gruppe von Russen, die in Dachau gefangengehalten wurde flüchten wollte, wurden alle -— zweiundneunzig Mann — von der Lagerwache erschossen. Der Verfasser spielt darauf an, daß Schuhmacher der Vernaderer war. (Übersetzung des Wortes „vernadern“ aus dem Österreichisches Wörterbuch: vernadern bedeutet, verraten, anschwärzen, verläumden.)

    3) Generalleutnant der Ingenieurtruppen Karbyschew. Man warf ihn ins Gefängnis, dann überführte man ihn ins Lager Mauthausen. In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1945 führte man ihn in die frostige Nacht hinaus und begoß ihn mit kaltem Wasser. Den vereisten Leichnam verbrannten die Deutschen im Krematorium des Lagers.

    4) Entnommen aus dem Buch „Die Gehilfen“ von Barbara Just-Dahlmann und Helmut Just, Athenäum-Verlag Frankfurt/Main 1988:
    • In einem anderen Fall hat ein Zeuge berichtet, daß man zehn Kinder nackt auf einen Tisch stellte und durch sie hindurchschoß, weil es dem Schützen gefiel, einmal auszuprobieren, wie weit sei­ne Kugel traf.
    • In einem weiteren Fall wurde ein Kind getötet, indem es an einem Arm gehalten und ihm mit dem Fuß so lange auf den Hals getreten wurde, bis es tot war. Im Koblenz-Prozeß war die Rede davon, daß Säuglinge bei den Erschießungen in die Luft geworfen und in dem Blutrausch in der Luft abgeschossen wurden wie Tontauben.
    • Oder in einem anderen Fall wurde ein Krankenhaus geräumt, indem die Kinder aus der Kinderabteilung vom dritten Stock aus dem Fenster auf unten wartende Lastwagen hinuntergeworfen wurden, während das übrige Personal und die Kranken in den Betten erschossen wurden.
    • In einem anderen Beispiel, das von dem politischen Oberstaats­anwalt von Hamburg, Dr. Koch, stammt … , wurde ein Kranken­haus zugemauert, d. h. mit Brettern vernagelt, und dann mit dem gesamten Personal, mit Schwestern und Kranken angezündet. Wer sich zu retten versuchte, wurde von außen erschossen.

    5) Entnommen aus dem Buch „Der Nürnberger Prozess“ ausgewählt und eingeleitet von Prof. Dr. P.A. Steiniger, Rütten & Loening Berlin, 1960
    • Die Menschen wurden an den Beinen angefaßt und auseinandergerissen; Kinder im Alter von einem Monat bis zu drei Jahren wurden in Fässern, die mit Wasser gefüllt waren, ertränkt. Manche Menschen wurden auch an Pfähle gebunden und standen da, bis sie an Sonnenstich zugrunde gingen..,
    • „…Der Kommandant des Janovskylagers, Obersturmführer Willhaus, pflegte des Sportes wegen und zur Unterhaltung seiner Frau und Tochter regelmäßig mit einem automatischen Gewehr von dem Balkon seines Amtszimmers auf die in den Werkstätten beschäftigten Häftlinge zu schießen. Manchmal reichte er sein Gewehr auch seiner Frau, die ebenfalls schoß. Manchmal gab Willhaus, um seine neunjährige Tochter zu amüsieren, den Auftrag, zwei bis vierjährige Kinder in die Luft zu schleudern, während er auf sie schoß. Seine Tochter applaudierte und rief: ‚Papa, mach das noch einmal!‘ Und er tat es noch einmal.
    • In diesem Lager wurden Häftlinge ohne jeden Vorwand vernichtet, oft wegen einer Wette. Die Zeugin Kirschner teilte der Untersuchungskommission mit, daß Wepke, ein Gestapokommissar, in Gegenwart anderer Lagerhenker damit prahlte, daß er einen Knaben mit einem Axthieb in 2 Teile spalten könne. Man glaubte ihm nicht, daher fing er einen zehnjährigen Knaben auf der Straße, zwang ihn in die Knie, forderte ihn auf, sein Gesicht in den Händen zu verbergen, führte einen Schlag zur Probe aus, brachte das Haupt des Kindes in die passende Lage und spaltete den Knaben mit einem einzigen Schlag in zwei Hälften. Die Hitleristen beglückwünschten Wepke herzlichst und schüttelten ihm die Hand…

    6) Der Lager-Offizier Brodersen machte am 10. Januar 1943 folgende Meldung:
    Betr. : Kannibalismus im Zivillager
    Am 7. Januar 42 früh lieferte der Heizer des Hauses Nr. 21 bei der Lagerführung das Eßgeschirr eines Zivilisten ab mit dem Bemerken, es enthalte Menschenfleisch. Als ich darauf sofort die Leichen der in den letzten 24 Stunden Verstorbenen besichtigte, ergab sich folgendes grausiges Bild:
    Vier Leichen, die in einem Nebenraum des Zivil-Revieres gelegen hatten, waren während der Nacht angeschnitten worden, und zwar fehlten bei der Leiche 1: Beide Unterarme, bei Nr. 2: ein Arm und ein Bein, bei Nr. 3: das Muskelfleisch von Armen und Oberschenkeln, und schließlich waren bei Nr. 4 sogar Herz, Lunge, Magen, Nieren und Leber entfernt. Als Grund der Untaten gaben der Student und weitere Mittäter Hunger an. Nach Eintreffen des A.O. und des S.D. und nochmaliger Vernehmung wurden die sieben Übeltäter, die alle ihre Tat zugaben, vom S.D. am 8.1.42 zwölf Uhr vor versammeltem Lager durch den Strang hingerichtet. Nachdem sie 24 Stunden als abschreckendes Beispiel für die Lagerinsassen am Galgen gehangen hatten, ließ ich die Leichen entfernen und beerdigen.

    • sascha313 schreibt:

      Damke, lieber Johann. Ich gehe immer davon aus, daß auch die Kommentare sehr aufmerksam gelesen werden, weil hier doch sehr offen diskutiert wird, und die sonst, in anderen beliebigen Blogs vorkommenden unqualifizierten Bermerkungen wegfallen. Das isr kein guter Stil! Wenn ich jemandem gegenübersitze, läßt sich eine ungeschickte Bemerkung leicht korrigieren…

    • roprin schreibt:

      Woher stammen diese Texte? Sind die aus Vernehmungsprotokollen des Nürnberger Prozesses? Wenigsten ein paar von den Tätern wurden verurteilt. Die „großen“ Nazigrößen haben sich ja in die USA abgesetzt und durften unbehelligt weiterleben.
      Manche hat man „pro forma“ mit 90 Jahren noch angeklagt und dann für verhandlungsunfähig erklärt. Und immer wieder geschieht alles „im Namen des Volkes“, während das Volk nichts zu melden hat.
      Die Vorstellung, daß alles wieder auflebt und ein Bill Gates heute die Weltbevölkerung um ein paar hundert Millionen Menschen reduzieren will und alle Regierungen diese Durchführung brav organisieren… nein, da fehlt mir die Vorstellungskraft.

      • Weber Johann schreibt:

        Roprin, hier die fehlenden Quellen:

        zu 1) „Verbrecherische Ziele – verbrecherische Mittel“ Verlag für fremdsprachige Literatur Moskau 1963. Erschienen in der DDR.

        Zu 2) der Artikel ist aus einer österreichischen Zeitung, die sich „Österreichische Zeitung“ nannte, vom 26.4.1946

        zu 3) „Generalleutnant der Ingenieurtruppen Karbyschew..“ ist aus der Gedenktafel, die in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen angebracht ist. Als ich im Oktober 2019 vor dieser Gedenktafel stand und erschüttert war von diesem grauenhaften Verbrechen, standen zwei Frauen neben mir, die weinten.

        Zu 6) „Der Lager-Offizier Brodersen machte am 10. Januar 1943 folgende Meldung….“, ist aus dem Buch „Das tönende Herz – Deutsche Propaganda gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg“ von Ortwin Buchbender, Seewald Verlag Stuttgart 1978.

        Bei den anderen Punkten sind die Quellen angegeben.

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Johann, mit dem Unterschied, dass die DDR nicht ganz vier Jahre alt war, aber die Sowjetunion nun doch einige Jahre mehr. Und die Erfahrung mit dem Nazi-Faschismus müsste ja einigen nun doch einiges gesagt haben. Wobei ich annehme, dass eine ganze Menge ukrainischer Faschisten aus dem Ausland kam, besonders aus der BRD und dem Baltikum.

    Mir geht das ja schon so mit den Russland-Deutschen: „heim ins Reich“, stramme CDU-Wähler, brrh! Da werden auch so einige Leute dabei sein, die im Krieg ganz gerne mit den deutschen Besatzern kollaboriert hätten. Stalin kann ich voll verstehen, dass er sie hinter den Ural verpflanzte, und die BRD hat jetzt ein paar Tausend antikommunistische Märtyrer mehr.

    Nun halte mich keiner für eine Rassistin. Zumal ich mit meiner russlanddeutschen Nachbarin eine Kostprobe des Antikommunismus in Reinkultur erlebe. So schwankt man zwischen Liebe zu den sowjetischen Befreiern und dem heim ins Reich geflüchteten Abschaum. Aber so geht es mir ja auch mit den deutschen Antikommunisten, also alles eine Soße.

  4. Weber Johann schreibt:

    Roprin, es geht nicht darum, dass „Wenigsten ein paar von den Tätern wurden verurteilt.“

    Wir dürfen nicht vergessen, dass 3 bis 4 Millionen Vertreter des deutschen Volkes fielen am 22.6.1941 in die Sowjetunion ein und hatten nur ein Ziel, die Ausrottung des sowjetischen Volkes. Die Vertreter des deutschen Volkes metzelten vom Neugeboren bis zum 105-jähren Greisen alles nieder, denen sie habhaft werden konnten. 27 Millionen sowjetische Menschen, darunter Millionen Kinder, Millionen Frauen, die zum Teil vergewaltigt und dann erschossen wurden, alte Menschen u.a. Das sowjetische Volk verdankte es Stalin, dass die Vertreter des deutschen Volkes das Abschlachten der sowjetischen Menschen nicht vollenden konnten.
    So sieht das Morden, die Verwüstung aus, die die Vertreter des deutschen Volkes in der Sowjetunion zu verantworten haben:

    Verluste der UDSSR 1941-1945:
    27 Millionen Tote
    26 Millionen Verwundete
    25 Millionen Obdachlose
    Materielle Zerstörungen
    1710 Städte
    32 000 Industriebetriebe
    98 000 Kolchosen
    70 000 Dörfer
    65 000 km Eisenbahnstrecke
    1 876 Sowchosen

    Stalin ist es zu verdanken, dass die gesamte Berliner Bevölkerung, weite Teile in der sowjetischen besetzten Zone nicht verhungerten. Niemand weiß, wie viele Menschen in der Sowjetunion 1945 verhungern mussten, nur weil Stalin Lebensmittel, die für sein Volk überlebenswichtig waren, in das Land sandte, dass erst kurze Zeit vorher, die sowjetische Bevölkerung vernichten wollte.
    Eine Quelle:

    Entnommen aus dem Buch „Zusammenbruch und Aufbau Berlins 1945/46“ von Josef Orlopp (SPD), Dietz Verlag Berlin 1947
    „Ende April und Anfang Mai ist dem Sowjetkommando eine Reihe von Meldungen von den Soldaten und Offizieren der Roten Armee zugegangen über die schwere Lebensmittellage der Bevölkerung der Stadt Berlin. In ihren Briefen und Meldungen berichteten die Soldaten und Offiziere, daß die Bevölkerung in zerstörten Häusern, in Kellern und Luftschutzbunkern wohnt ohne Licht, Wasser und Lebensmittel und Hunger leidet. Überall betteln Kinder, Frauen und Greise von Rotarmisten Brot, sammeln sich in großen Scharen vor den Feldküchen und Kantinen der Armee.
    Diese Zustände in Deutschland veranlassen unser Kommando, Maßnahmen zur Besserung der Lebensmittellage der Deutschen zu ergreifen.
    Meiner Auffassung nach hätte die russische Besatzungsmacht Berlin nur wenige Tage seinem Schicksal zu überlassen brauchen und die Bevölkerung wäre vor Hunger umgekommen.
    In dieser größten Not halfen uns die Vertreter des Sowjetvolkes, das von Hitler im Jahre 1941 hinterhältig überfallen wurde. Sie übten keine Rache, sondern halfen mit allen Mitteln, die ihnen selbst zur Verfügung standen. Am Abend des 6. Mai 1945 rollten die Militärautos durch die Straßen Berlins und die Besatzungstruppen selbst belieferten die Lebensmittelgeschäfte.“

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