Die richtige Antwort

Lesebuch3Es sind zwei kleine, kurze Geschichten aus dem Leben der DDR. Sie sind aus einem Schulbuch für Kinder der 3. Klasse, und sie wurden geschrieben, um die Kinder auf das Leben in unserem Land vorzubereiten. Wer die DDR kennt und noch erleben durfte, der weiß, daß es überall in unserer sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik so oder ähnlich abgelaufen ist. Nun kann man vielleicht sagen: „So wurden schon die Kinder in der DDR ideologisch beeinflußt!“ Ja, das ist richtig: So wurden unsere Kinder erzogen: Im Geiste des Friedens und des Sozialismus, im Sinne von Kameradschaft und gegenseitigen Unterstützung. Und Ideologie – das ist ein System klassenbedingter Anschauungen, Ideen und Begriffe. Da bei uns die Arbeiterklasse (und nicht irgendwelche Milliardäre!) die Macht hatten, haben auch Arbeiter und Bauern gemeinsam mit den Ingenieuren, Wissenschaftlern und Künstlern, d.h. mit den Erwachsenen ebenso wie mit den Kindern darüber beraten, was zu tun sei. Das ist Demokratie! Denn Demokratie ist die Herrschaft des Volkes.

Die richtige Antwort

Als der Briefträger Richard Kölling heute zum Bürgermeister kommt, fragt er: „Was soll ich denn mit diesem Brief hier anfangen? Ich weiß nicht, wem ich ihn bringen soll!“
„Gib ihn einmal her!“ sagt der Bürgermeister und liest laut die An­schrift: „An die Bauern von Klein-Ringsdorf.“ Nach kurzem Überlegen fährt er dann fort. „Den Brief hat niemand aus unserer Republik an uns geschrieben!“

„Nein, er kommt aus Westdeutschland, das sieht man schon an der Briefmarke“, sagt Richard. „Von dem Grafen ist er, dem früher hier das Land gehört hat.“
Der Bürgermeister dreht den Brief um. Mit großen Buchstaben steht dort der Absender: „Graf von Podelwitz, Zur Zeit Köln am Rhein“.

Am nächsten Abend haben sich die Bauern von Klein-Ringsdorf zur Dorfversammlung im Kulturhaus eingefunden. Nur Großmutter Freese konnte nicht kommen. Sie ist krank. Der Bürgermeister liest allen vor, was der Graf aus Westdeutschland geschrieben hat:

„Bauern!
Ich habe erfahren, daß Ihr auf meinem Gut eine LPG untergebracht habt und daß Ihr die Schloßmauer abreißen und die Steine für einen neuen Kuhstall verwenden wollt. Das verbiete ich! An meinem Besitz darf nichts verändert werden! Wenn ich zurückkomme, werden alle schwer bestraft, die das doch getan haben sollten!
Graf von Podelwitz“

Die Bauern haben aufmerksam zugehört. Ganz still ist es im Saal ge­worden. Da ruft Lisa Mewes: „Was bildet sich der von Podelwitz denn ein.“ Dann reden alle erregt durcheinander: „Dem gehört hier gar nichts mehr!“ – „Der Leuteschinder hat uns keine Vorschriften zu machen!“

Der Bürgermeister hebt die Hand: „Ruhe! Was wollen wir tun?“ Heinrich Butt meldet sich zu Wort. Er war früher Knecht bei dem Grafen und kannte weder Feierabend noch Sonntag. Selne Wohnung war ein Verschlag im Pferdestall. Als Junge hatte er oft die Reitpeitsche des Grafen zu spüren bekommen.

Heinrich Butt sagt: „Dieser Brief und die Drohungen des Grafen be­weisen wieder einmal, daß wir richtig gehandelt haben, als wir sagten: ,Gemeinsam geht es besser!‘ und uns zur Genossenschaft zusammen­schlossen!“

Mähdrescher

Dann spricht Erwin Dreher. Er ist neunzehn Jahre alt und seit drei Monaten Soldat der Nationalen Volksarmee: „Was will denn dieser Graf? Ich werde es euch sagen: Krieg will er! Den Boden will er uns weg­nehmen! Das wird ihm aber nicht gelingen! Was wir geschaffen haben, werden wir auch verteidigen!“

Die Bauern schreiben einen Antwortbrief. Er ist sehr kurz:

„Herr Graf! Bleiben Sie, wo Sie sind! Das Land hier gehört uns. Wir bestimmen, was mit dem Schloß geschieht. Wir wissen auch, was wir zu tun haben, damit Sie nicht wiederkommen!
Die Bauern der LPG ,Neuer Weg‘“

Den Brief unterschreiben alle Anwesenden. Zu Großmutter Freese wird er ans Bett gebracht. Sie hat es nicht vergessen, daß ihr erstes Kind ster­ben mußte, weil der Graf damals das Dach ihrer Kate nicht hatte decken lassen. Das Kleine war krank und hatte den kalten Winter nicht über­standen. Auch Großmutter Freese setzt ihren Namen unter die Antwort.

Das war einige Jahre nach der Gründung der Deutschen Demokrati­schen Republik.Heute gehören die Bauern von Klein-Ringsdorf schon seit längerer Zeit einer Kooperationsgemeinschaft an. Und wenn einmal ältere Genossen auf den Brief des Grafen zu sprechen kommen, brechen alle in lautes Gelächter aus.

Doch noch immer haben die ehemaligen Fabrikbesitzer und Gutsherren in Westdeutschland ihre Pläne nicht aufgegeben. Sie reden auch heute noch davon, gewaltsam in unser Land einzudringen, ihre alte Macht wie­derherzustellen und sich die Früchte unserer Arbeit anzueignen. Das aber wird ihnen nicht gelingen. Dafür sorgen die Werktätigen in unserer Repu­blik im Bündnis mit allen friedliebenden Menschen der Welt. Dafür stehen auch die Soldaten unserer Nationalen Volksarmee mit den Armeen unserer sozialistischen Bruderländer auf Wacht.

Autorenkollektiv


Gemeinsam geht es besser!

Als Dietmar und Udo nach dem Unterricht am Büro des Rates der Ge­meinde vorüberkommen, bittet sie der Bürgermeister, Herr Wolf, die fol­gende Mitteilung am schwarzen Brett anzuheften:

„Der Rat der Gemeinde hat für Sonnabend, den 14. Januar, eine öffentliche Gemeindevertretersitzung einberufen.
Tagesordnung:
1. Begründung zum Volkswirtschaftsplan und zum Haushaltsplan (Bürger­meister Wolf)
2. Aussprache
3. Beschlußfassung
Beginn: 16.00 Uhr Tagungsort: Kulturraum der LPG
Alle Einwohner sind herzlich eingeladen.“

„Weißt du, was auf der Sitzung beraten wird?“ fragt Udo. Dietmar schüttelt den Kopf. „Nein, aber du hast doch genört, daß Herr Wolf meinte, es sei auch für uns wichtig. Wir können ja morgen Fräulein Kienitz danach fragen.“

So kommt es, daß die Kinder bereits am nächsten Tag von den wichti­gen Aufgaben der Gemeindevertreter erfahren. Fräulein Kienitz, ihre Lehrerin, kann ihnen alles besonders gut erklären. Sie ist selbst schon seit einigen Jahren Mitglied der Gemeindevertretung. Die Schüler stellen viele Fragen, und Petra hat einen guten Einfall: „Wir sind doch auch Einwohner“, meint sie und schlägt vor, die Klasse 3 solle an der Sitzung der Gemeindevertreter teilnehmen.

Und so beschließen sie, daß Doris, Petra und Udo die Versammlung besuchen, sich alles genau anhören und dann darüber berichten werden.

Am Sonnabend finden sich die drei „Delegierten“ in Begleitung von Petras Mutter im Kulturraum der LPG ein. Viele Einwohner des Dorfes sind zu der wichtigen Beratung gekommen. Der Versammlungsleiter be­grüßt die Anwesenden und eröffnet die Sitzung. Dann erteilt er Herrn Wolf das Wort zur Begründung des Volkswirtschaftsplanes.

Der Redner erläutert den Zuhörern in klaren Worten: „Der Dorfplan, der hier beraten wird, ist ein Teil des großen Planes unserer Republik, an dem alle Werktätigen unseres Landes Anteil haben und der zum Wohle aller verwirklicht wird.“ Dann zählt er auf, was in diesem Jahr im Dorf vorgesehen ist, um das Leben der Menschen noch leichter und schö­ner zu gestalten, um Mängel abzustellen und Schäden zu beseitigen.

Petra schreibt in ein Notizheft, was ihnen am wichtigsten zu sein scheint und worüber sie am Montag mit Fräulein Kienitz sprechen wollen:

    • Die LPG wird mehr Getreide anbauen als bisher.
    • Das Sprechzimmer des Arztes bekommt einen neuen Ofen.
    • Für den Kindergarten werden neue Möbel angeschafft.
    • Das Schulgebäude wird neu verputzt.
    • Um den Schulgarten wird ein Zaun gebaut.
    • Die Waldstraße erhält eine moderne Beleuchtung.

Anschließend spricht der. Bürgermeister über den Haushaltsplan des Dorfes. Die Kinder sind erstaunt, als sie hören, daß ein großer Teil des zur Verfügung stehenden Geldes für die Schule und für den Kindergarten ausgegeben werden soll. Der letzte Satz der Ausführungen wird vom Bei­fall der Anwesenden begleitet: „Wenn alle mitarbeiten, dann stärken wir unsere Republik!“

Nun folgt die Aussprache. Daran beteiligen sich nicht nur die Ge­meindevertreter, sondern auch viele Einwohner des Dorfes. Der Maurer Paul Lehmann berichtet, daß er sich mit zweien seiner Kol­legen zu einer Feierabendbrigade zusammengeschlossen hat und daß sie sich verpflichten, das Schulhaus abzuputzen. Das Geld, das auf diese Weise gespart wird, wollen sie der Schule für die Feriengestaltung zur Verfügung stellen.

Frau Riemer, die Elternbeiratsvorsitzende, schlägt den Eltern vor, den Zaun, von dem der Bürgermeister gesprochen hat, im NAW zu bauen. Genosse Leser, der Abschnittsbevollmächtigte der Volkspolizei, fordert, einige der Verkehrsschilder im Dorf zu erneuern.

Mit besonders großem Interesse folgen die Anwesenden den Worten des LPG-Vorsitzenden, Herrn Hönow. Er erläutert, welche Anstrengungen die Genossenschaftsbauern unternehmen, und sagt: „Wir haben mit den Nachbargenossenschaften eine Kooperationsgemeinschaft gebildet. Da­durch wird unsere Arbeit leichter, und wir können mehr produzieren.“

Dann ergreift Frau Fischer, die Zootechnikerin, das Wort: „Ich freue mich jeden Tag, wenn ich an dem kleinen sauberen Vorgarten der Genossenschaftsbäuerin Haupt vorbeigehe. Wir sollten im Dorf einen Wett­bewerb veranstalten und die schönsten Gärten zum Tag der Republik mit Preisen auszeichnen.“ Dieser Vorschlag findet allgemeine Zustimmung.

Auch Fräulein Kienitz beteiligt sich an der Aussprache: „Wir haben gehört, wieviel Geld unsere Gemeinde in diesem Jahr für die Klnder aus­gibt, und auch wir wollen dazu beitragen, daß unser Dorf noch schöner wird. Wir werden den Wiesenweg zu beiden Seiten mit Obstbäumen be­pflanzen. Diese Arbeit können die Schüler der oberen Klassen über­nehmen. Die Kinder der Unterstufe wollen, gemeinsam mit der Erzieherin, an der Autobushaltestelle Blumenbeete anlegen, die sie dann auch selbst pflegen werden.“

Bürgermeister Wolf hat sich alle Vorschläge und Hinweise aufgeschrie­ben. Zum Schluß der Versammlung trägt er sie den Anwesenden noch ein­mal vor. Dann wird der Volkswirtschaftsplan für das. Dorf einstimmig von den Gemeindevertretern beschlossen.

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon überlegt, was ihr tun könnt?

Heinz Stief

Quelle: Lesebuch, Klasse 3, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1974, S.37-41. Illustrationen: Gerhard Preuß.
NAW: Nationales Aufbauwerk. Die Nationale Front des demokratischen Deutschland, der DDR, stellte eine breite Volksbewegung dar. Ihr Kern war der demokratische Block. Außerdem arbeiteten in ihr viele Menschen mit, die keiner Partei oder Organisation angehörten. Die Nationale Front enstand als gesamtdeutsche patriotische Bewegung. Ihr Wirken in Westdeutschland wurde jedoch durch Willkür und Terror der Adenauer-Regierung eingeengt und schließlich ganz verboten. In der DDR hatte sich die Nationale Front  zu einer sozialistischen Volksbewegung entwickelt. Dazu gehörte auch das Nationale Aufbauwerk (NAW). Durch die Beteiligung am Nationalen Aufbauwerk hat die Bevölkerung in den Jahren nach 1950 große Leistungen bei der Werterhaltung von Häusern, der Pflege und Erhaltung der Grünanlagen, ja sogar beim Bau von Schwimmbädern geleistet. Die Nationale Front war keine Organisation mit eingetragenen Mitgliedern. Ihre Arbeit finanzierte sie durch Spenden aus der Bevölkerung. (Quelle: DDR 300 Fragen – 300 Antworten. Verlag Die Wirtschaft, Berlin, 1964, S.21 uns 227.)

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46 Antworten zu Die richtige Antwort

  1. roprin schreibt:

    „Das aber wird ihnen nicht gelingen. Dafür sorgen die Werktätigen in unserer Repu­blik im Bündnis mit allen friedliebenden Menschen der Welt. Dafür stehen auch die Soldaten unserer Nationalen Volksarmee mit den Armeen unserer sozialistischen Bruderländer auf Wacht.“

    Und es ist ihnen doch gelungen… niemand sorgte dafür, unsere DDR zu schützen…
    Wie erklären wir das unseren Kindern?

    • sascha313 schreibt:

      Tja, leider! Diese Frage ist aber eigentlich schon beantwortet.
      Kurt Gossweiler. „War der Untergang der DDR unvermeidlich?“
      Und was wir unseren Kindern damals erklärt haben, war ja nicht falsch. Nur die Umstände hatten sich geändert. Denn wie Lenin warnend sagte: „Man darf nicht vergessen, daß man zugrunde gehen kann unter Verhältnissen, wo die Schwierigkeiten zwar groß sind, der Untergang aber nicht im allergeringsten zwangsläufig ist.“ (W.I. Lenin: Notizen eines Publizisten, Werke Bd. 33, S. 194.)

    • roprin: „Wie erklären wir das unseren Kindern?“

      Also, mein Sohn (18) hat mir (58) das so erklärt:
      „Wenn ihr halt zugelassen habt, daß eure Partei von Innen her zerstört werden konnte und ihr euch nicht um unsere Generation gekümmert habt, musste eure Partei untergehen … das hat doch schon Sun Tzu in „Die Kunst des Krieges“ über den Bestand oder den Untergang einer Armee erklärt.“

      • roprin schreibt:

        Unsere Partei wurde von außen zerstört. Verräter wurden rekrutiert, das Politbüro gespalten, Honecker krank gemacht – und wer tat das? – Gorbatschow und Putin! Und die Menschen rannten dem Konsum hinterher, nicht dem selbstbewußten Leben.

      • roprin: „Unsere Partei wurde von außen zerstört. Verräter wurden rekrutiert, das Politbüro gespalten, Honecker krank gemacht – und wer tat das? – Gorbatschow und Putin! Und die Menschen rannten dem Konsum hinterher, nicht dem selbstbewußten Leben.“

        Sieh es mir nach! Ich wurde westlich, christlich und idealistisch in der „BRD“ abgerichtet und dressiert! Ich weiß nicht, wo oder in welcher Gesellschaft du erzogen wurdest!

        Mein Sohn (18) hat es einfach RICHTIG analysiert!
        Deine Partei wurde von INNEN zerstört!!!

        (gelöscht! – Admin! ) persönl. Beleidigungen verletzen die Nettikette

        Unsere Partei KANN von AUßEN niemals zerstört werden!!!
        Das IST vollkommen unmöglich!!!

      • S. Erfurt schreibt:

        Dein Sohn hat das vollkommen richtig erkannt. Die SED Ende der 80er glich einem Apfel dessen Kern von innen her faulte. Und ich sag’s auch gerne noch einmal: Es gab zuwenig Gossweilers und auch zuwenig Karl Eduard von Schnitzlers. MFG

      • sascha313 schreibt:

        Wodurch ließe sich denn erklären, daß die Partei „von innen her faulte“. Wenn man diese These weiterdenkt, so kommt man doch unweigerlich zu einem Nihilismus, der potentiell jeder Organisation, jeder Partei und jeder Gemeinschaft die Fähigkeit abspricht, sich zu entwickeln und zu regenerieren. Ähnliches wird ja auch von den Propagandisten einer weltweiten Impfkampagne behauptet:

        „Wir werden sieben Milliarden Menschen impfen. (…) Die Menschen denken, sie hätten eine Wahl, aber sie haben keine Wahl. (…) An die gesamte Welt: Wir werden erst wieder zur Normalität zurückkehren, wenn wir die Bevölkerung geimpft haben.“ So äußerte sich z.B. Bill Gates gegenüber der Financial Times im April 2020.

        Eine solche mechanistische Denkweise hieße: Jeder Mensch ist potentiell ein Risikofaktor, ein Krankheitsverbreiter, ein Infektionsherd, wenn „wir“ nicht dafür sorgen, daß er geimpft, gereinigt, geläutert, desinfiziert wird. Mit dieser Denkweise ließ sich auch rechtfertigen, daß die Behinderten, Kranken und körperlich schwächeren Menschen „aus dem gesunden Volkskörper“ entfernt werden. Eine solche Konklusion wäre fatal und erinnert an finsterste Zeiten.

        Sie widerspricht im übrigen auch völlig dem, was Kurt Gossweiler zum Untergang des Sozialismus dargelegt hat. (Siehe: Kurt Gossweiler: War der Untergang des Sozialismus unvermeidlich?) Nein, die SED war nicht von innen her verfault, sondern sie wurde von außen zerstört, und mit Hilfe von Leuten, die sich insgeheim längst vom Marxismus-Leninismus verabschiedet hatten. Andernfalls würde man auch dem Sozialismus seine Lebensfähigkeit absprechen. Und das ist tatsächlich eine trotzkistische Fehleinschätzung!

    • S. Erfurt schreibt:

      Indem wir den Mechanismus der zur Zerstörung der DDR geführt hat, restlos aufklären, können und müssen wir das auch genauso unseren Kindern erklären. MFG

  2. roprin schreibt:

    Nein, Sascha, das ist nicht mit „Tja leider“ abgetan.

  3. S. Erfurt schreibt:

    Die Geschichten unserer Lesebücher haben wir praktisch selbst erlebt. Ich würde sogar sagen, wir haben sie selbst geschrieben. Zu obenstehender Geschichte war das auf jeden Fall die richtige Antwort, kurz und knapp. Man hätte evntl. dazuschreiben sollen, daß die Enteignung ein Beschluss der Alliierten war dem alle Alliierten, also auch der Präsident der USA, das britische Imperium und auch Frankreich zugestimmt haben.

    Heute sind diese Grafen wieder da uns zerstören unsere Heimat, unsere Natur und verpesten unsere Luft. Wir als Kinder hatten Vertrauen in unseren Staat, daß genau das nie passieren wird!

    MFG

  4. Ulrike schreibt:

    ….dem würde ich nicht zustimmen wollen, dass die SED einem „verfaulten Apfel von innen glich“.
    Allerdings kann ich es nicht einmal begründen…… Das ist mir einfach zu undifferenziert und bietet viel Raum für Spekulationen. Bitte bringe doch etwas konkretes mit dem sich was anfangen lässt. Und historisch denke ich ist diese Erkenntnis so nicht einzuordnen . Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass man alle zur Verfügung stehenden Aspekte des jeweiligen Themas berücksichtigt, untersucht und beleuchtet eh man zu einer Bewertung kommen kann.

    • S. Erfurt schreibt:

      Lies Gossweiler. MFG

      • Ulrike schreibt:

        Was ist das für eine dumme Antwort ! Gossweiler lese ich schon solange, so dass ich das hier nicht ausführen muss. Das erübrigt sich von selbst.

      • S. Erfurt schreibt:

        Das Ministerium für Staatsicherheit hat sich von selbst aufgelöst und zwar in einer Zeit als es die DDR noch gab! Diese Auflösung erfolgte von Innen heraus, fast unbemerkt und war zu dem Zeitpunkt als Krenz Staatschef wurde (Oktober 1989) in vollem Gange. Die Kollegen dieses Ministeriums gingen in die volkseigenen Betriebe und zum Zoll. Führende Mitarbeiter (von denen ich auch Einige persönlich kannte) gründeten private Dienstleistungsunternehmen, Reinigungsfirmen und Steuerkanzleien. In Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt gab es etwa 300 dieser Steuerkanzleien die man schon am Firmenschild als solche erkennen konnte: Name & Partner, Name & Name hießen die und hatten ihre Kanzleien meist in alten Villen von Bautzen bis Suhl.

        Konkret genug!? MFG

      • sascha313 schreibt:

        Zum Tode von Rolf Vellay schrieb Kurt Gossweiler: „Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, am 22. Dezember des vergangenen Jahres (2001), hat die Krankheit einen Genossen aus unseren Reihen gerissen, – Rolf Vellay – , auf den in vollem Maße die Worte Bert Brechts zutreffen: ,Die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.‘ … Das war die Zeit, als etliche von meinen Historiker-Kollegen und Genossen, die bisher gar nicht genug ihre Treue zur kommunistischen Sache und zur Deutschen Demokratischen Republik beteuern konnten, überraschend schnell entdeckten, dass jene ,demokratischen Sozialisten‘ Recht hatten, die erklärten, der DDR brauche man keine Träne nachweinen, und die selbst das infame Wort Gysis nicht störte, erst jetzt, nach dem Untergang der DDR, sei Sozialismus zu machen überhaupt erst möglich geworden. Solche bemühten sich – gewöhnlich durchaus erfolgreich – um das ,Ankommen in der BRD‘ und einige von ihnen statteten und statten ihren Dank für die neu gewonnene Freiheit in zahlreichen Artikeln, – manche sogar in Büchern – ab, in denen sie auf ihre Weise den Kinkel-Auftrag zur Delegitimierung der DDR erfüllen; in der Gysi- und Zimmer-Terminologie heißt das: ,Abrechnung und völliger Bruch mit der SED-Vergangenheit‘ “

        Und irgendwo las ich dann auch von Kurt Gossweiler den Satz, man dürfe eine Sache nicht von ihrem Ende her beurteilen. Was ich damit sagen will: Die Frage, warum sich das MfS angeblich „von selber aufgelöst“ habe, ist doch damit nicht beantwortet, daß zahlreiche Genossen des MfS sich schnellstens „in die Produktion (den Handel, die Vertretertätigkeit usw.) abgemeldet“ haben. Es war doch vorherzusehen, daß nach dem Sieg der Konterrevolution eine Hexenjagd beginnen würde…

  5. sascha313 schreibt:

    Was war der Untergang der DDR anders als eine Abweichung von den Prinzipien des sozialistischen Aufbaus? Völlig zurecht stellt Kurt Gossweiler die Frage: „Ist es denn eigentlich so außergewöhnlich und beispiellos, daß Leute, die als Revolutionäre und Marxisten begonnen haben, als Revisionisten und Antimarxisten endeten?“ Daß mit Chruschtschow ein Antikommunist an die Spitze der Partei gelangte, war keineswegs zwangsläufig; der Untergang des Sozialismus hätte allerdings schon viel früher erfolgen können, wenn die Partei sich nicht von Trotzki, Bucharin und Kamenjew getrennt, und sich damit von einer falschen, schädlichen Politik, einer Abweichung vom Marxismus distanziert hätte. Davor hatte ja Lenin auch gewarnt.

    Wurde die Abweichung, die Täuschung „zugelassen“? Nein, sie wurde lange Zeit nicht erkannt (oder nur von wenigen erkannt). Und das ist etwas gänzlich anderes. Haben wir uns zuwenig um die Jugend gekümmert? Nein. Das beweist eigentlich auch schon dieses Lesebuch. Ein Prinzip unserer Partei war: „Der Jugend Vertrauen und Verantwortung!“ Wohl nirgendwo auf der Welt hatte die Jugend solche hervorragenden Möglichkeiten, wie in der DDR! Oder auch in der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern. Also beide Prämissen sind falsch!

    • roprin schreibt:

      Mit welchem Recht eigentlich wird hier gefordert, daß eine komm. Partei perfekt sein muß? Wurde der Sozialismus nicht von Menschen aufgebaut, die so etwas wie Führung eines Staates mit allem was dazugehört noch nie zuvor getan hatten? Niemand hatte eine „Gebrauchsanleitung“ zur Hand. Und niemand konnte anderen Menschen ins Gehirn schauen. Aber was am Ende geschaffen wurde, das konnte sich sehen lassen! – International! – Ja und genau das war es, weshalb der Sozialismus zerstört werden mußte, weil er zu gut war und die Westmächte Angst bekamen. Er wurde mit allen Mitteln zerstört – mit Sanktionen, mit dem Zwang, viel Geld in Rüstung zu stecken, das lieber für die Bevölkerung ausgegeben werden sollte.
      Seid Ihr, die Ihr da bemängelt, selbst perfekt und gänzlich ohne Fehler?
      In der DDR wurde viel vollbracht, für und mit den Menschen; auch mit Fehlern und deren Korrekturen. Ich habe mich wohlgefühlt in meiner Heimat und ich vermisse sie schmerzlichst!

      • Ulrike schreibt:

        Liebe roprin,
        da stimme ich dir sehr zu. Verliere ja nicht den Mut. Bleib Tapfer und aufrecht. Rotfront !
        Auch ich habe Momente der Trauer, wenn ich an all die Besuche in der DDR zurückdenke. An die Literatur, die mich begleitet hat und mir Kraft und Zuversicht gibt – bis heute.

  6. S. Erfurt schreibt:

    Hier gibts wohl ein Verständnisproblem bezüglich der Begriffe innen/außen. Hat sich Chruschtschow etwa von außen her kommend sofort an die Spitze der Partei gesetzt!? Nein! Andererseits, wenn Gossweiler schreibt, daß ein solches Eindringen derjenigen die auf Taubenfüßen kamen, nicht rechtzeitig festgestellt wurde, ist das Ergebnis ja dennoch dasselbe, nämlich daß die Zerstörung von innen heraus erfolgte. Und denen die danach von außen über die DDR herfielen, Tür und Tor öffnete.

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      Ja, kann sein – ein Verständigungsproblem. Man muß das klar herausarbeiten. Da gibt es z.B. Anzeichen, daß die Biografie von Chruschtschow, die zu seiner Zeit verbreitet wurde, von ihm selbst gefälscht wurde. Er war nicht der, der er zu sein vorgab, hatte sich sozusagen (von außen) eingeschlichen in die Partei, hatte in der Ukraine auch blutige Hände (!) wie auch Jeschow und Ejche, war an Morden und Hinrichtungen beteiligt. Außerdem kamen später „von außen“ auch die Einflüsse seines USA-Besuchs. Solange der Kapitalismus existiert, wird es immer Einflüsse „von außen“ geben, genauso wie es auf der anderen Seite immer Menschen geben wird, die sich auch unter kapitalistischen Verhältnissen nicht ihr kommunistisches Bewußtsein durch die Verlockungen des Kapitals abkaufen lassen. Es ist eben eine dialektische Wechselwirkung zwischen äußeren Einflüssen und dem (inneren) durch die Umstände geprägten Charakter eines Menschen.

      • S. Erfurt schreibt:

        Lieber Sascha, liebe Mitstreiter,
        wir sollten uns darüber im Klaren sein, daß es nur möglich ist in Deutschland den Sozialismus wiederaufzubauen, wenn die Vorgänge die zu dessen Vernichtung geführt haben, restlos geklärt sind. Dazu gehört auch, daß man den Meinungen und Ansichten Anderer mit einem gewissen Respekt entgegentritt und nicht mit Beleidigungen. Aussagen wie „Was ist das für eine dumme Antwort!“ sind da ganz bestimmt nicht hilfreich.

        MFG

      • sascha313 schreibt:

        Das sehe ich genauso. Gerade im Internet (ohne persönlichen Kontakt) führen solche Bemerkungen immer zu Störungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn man unter Freunden, wo man sich kennt, mal so etwas sagt, ist das was anderes…

      • Ulrike schreibt:

        Dem ist zuzustimmen. Ohne die materialistische Dialektik kann man gesellschaftliche und historische Prozesse als „einseitig“ erkennen. Eine Korrektur kann ja immer vorgenommen. Die ist ja Teil der Bewegung des Lernens.

  7. Ulrike schreibt:

    Zu S. Erfurt,
    dann sollte man das selber einhalten, was man von den Anderen erwartet. Hinweise als SEINE eigene Antwort so weiterzugeben, ist genauso wenig hilfreich. Es hat was von Arroganz und da reagiere ich allergisch. Jeder hat hier das Recht, auch Positionen einzunehmen, die der eigenen Erkenntnis und Entwicklung entspricht, und da braucht es keine „Hinweise“ ohne eine sinnvolle Erklärung zu dem Hinweis. Und auf Dr. Kurt Gossweiler hinzuweisen, ohne dass du mich kennst um zu zeigen, was du für ein was auch immer bist halte ich für völlig überflüssig.

    • tommmm schreibt:

      Das hatte ich mir auch gedacht. Es war doch eine sehr schnöde Belehrung, anstatt einer Antwort. Ok, man weiß nicht wie es im realen Leben rüberkommen wäre (schriftlich ist es alles etwas schwieriger, da die Mimik hinter der Coronamaske fehlt 🙂 ), aber dann hinterher noch pikiert zu sein ist auch nicht gerade zielführend.

      • Ulrike schreibt:

        Da stimme ich dir sehr gerne zu !
        Es ist sicherlich nicht so ganz einfach, sich trotz der Mühe, die ich mir gebe, sich klar auszudrücken. Das es auch so ankommt, wie man es erarbeitet hat. Zumal ja jeder seine Geschichte und sein „Lebenspäckchen“ mitbringt. Danke für die freundliche Antwort.

  8. Harry56 schreibt:

    Und so war die Lage im Oktober 1989. Möge sich jeder selbst Gedanken machen, was damals hätte getan werden müssen, und nicht nur von den Verantwortlichen der DDR!

    Hier:https://www.youtube.com/watch?v=sGTukd1thgk

    • S. Erfurt schreibt:

      Danke Harry! Die Entscheidung zur Ausweisung der Personen die sich in der Botschaft in Prag aufhielten, war also eine Entscheidung die zwischen den Regierungen der DDR und der CSSR getroffen wurde und nicht etwa in Bonn!

      MFG

  9. S. Erfurt schreibt:

    Noch ein paar Worte zur Spontanauflösung des MfS. Da gibt es außer mir natürlich noch weitere Zeitzeugen die dasselbe berichten könnten. Nun, Sascha, die Gründung privater Unternehmen als Ergebnis der Auflösung eines ganzen Ministerium, erfolgte noch zu DDR-Zeiten in Verbindung mit diesem teuflischen Plan und war damit nicht etwa die Folge einer (bis heute) inszenierten Hexenjagd sondern ging dem ja voraus! Über das gesamte DDR-Gebiet gesehen entstanden auf Grund dieser wundervollen Verwandlung über 500 (!) einzelne Privatunternehmen die sich bedingungslos in den Dienst des neuen Staatsapparates stellten, als Steuerkanzleien und Buchhaltungsdienstleister (Datev).

    Im übrigen hätte man ja gerade von diesem Ministerium zu dieser Zeit, insbesondere im Jahr 1989 etwas ganz anderes erwarten müssen!

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      …was schon Ende der 1970er/ Anfang der 1980er Jahre in der Sowjetunion geschah, das vollzog sich in vergleichbarer Weise Ende der 1980er Jahre auch in der noch-DDR. Ich kenne einen Betriebsdirektor aus dem Bauwesen, der hat (sage und schreibe!) bei einem großen westdeutschen Bauunternehmer nach 1989 als Kraftfahrer (!) angefangen und diesem Mann sämtliche Geheimnisse des Bauwesens der DDR verraten. Und der Mann war ein guter, aufrichtiger Genosse! Woher dieser Sinneswandel, fragt man sich da! Den Betrieb als erster verlassen und zum Klassenfeind übergelaufen, gut verdient, eine schöne Rente erhalten… mittlerweile dürfte er tot sein…

    • sascha313 schreibt:

      Was hätte man denn von diesem Ministerium für Staatssicherheit erwarten können? …daß die Grenze wieder „dichtgemacht“ wird, daß sich die Genossen des MfS hinter den Panzertüren ihrer Festung verschanzen und „bis zum letzten Blutstropfen“ ihre geheime Bastion verteidigen? Das „Vorspiel“ von Ungarn 1956 dürfte doch gereicht haben, um zu wissen, was dieses faschistische Gesindel mit den Kommunisten macht?! Oder?

      Nein, Das sind Abenteuermärchen, die aus dem Bilderbuch von 007, oder woher auch immer, stammen könnten. Und bitte – woher kommt denn die Angabe, daß „500 (!) einzelne Privatunternehmen“ entstanden seien. Was ist da die Quelle? Es war wohl für einige die beste Lösung, wenn 1990 auf dem Gelände des Fuhrparks des MfS eine Autowerkstatt eröffnet wurde, wenngleich ein hochqualifizierter Major des MfS als Kochtopfvertreter für AMD sehr unterfordert gewesen sein dürfte…

      Und wenn wir schon einen Bericht erwarten, woher sollte der denn kommen? Aus Bonn etwa, vom BND? Oder aus dem Büro des Herrn Kinkel? Hat man jemals aus den westlichen Quellen die Wahrheit gehört? Wie das funktioniert, und wie „fake news“ produziert werden, wie falsche Gutachten erstellt werden und Expertenmeinungen oder Augenzeugen-Berichte zustande kommen, sehen wir doch jetzt am deutlichsten an der „Corona-Krise“. Schlimm genug für einen sozialistischen Geheimdienst, wenn plötzlich 90.000 Mitarbeiter des MfS (das sind 5,3 pro 1.000 Einwohner) und ihre Familien ohne Arbeit dastehen.

      Es ist wohl ein weltweit ein bisher einzigartiger Vorgang, daß ein Geheimdienst quasi über Nacht zur Auflösung gezwungen wurde. Und diese Auflösung war nicht etwa die Idee des Genossen Mielke (dem man vor seinem Auftritt vor der Volkskammer wohl was in den Tee getan hatte), auch nicht die des Herrn „Genossen“ Wolf, oder dieses zwielichtigen „Staatsratsvorsitzenden“ ad interim Krenz. Nein, die Veranlassung, oder sagen wir besser: der Befehl dazu! kam nunmal nicht aus der Hauptstadt der DDR, sondern sowohl aus Moskau als auch aus Washington und Bonn. Und die haben sich gefreut, daß sie nun ihre Nato weiter nach Osten, an die russische Grenze, vormarschieren lassen können.

      Eine ziemlich konkrete Darstellung dazu kann man hier lesen: https://www.mfs-insider.de/SachbuchPDF/Ende.pdf

      • S. Erfurt schreibt:

        Ich habe für diese Unternehmen Anfang der 90er die IT gemacht, das sollte hier als Quellenangabe genügen. Wichtig ist doch, anhand dieser Informationen die Du von mir aus erster Hand bekommst, die richtigen Schlüsse zu ziehen!

        Dein Artikel https://sascha313.wordpress.com/2019/11/05/an-einem-tag-im-september-geheime-planungen-fuer-den-tag-x/ bestätigt ja meine Aussage, nämlich daß die Konterrevolution auf der Ebene der Ministerien stattgefunden hat! Siehe Abschnitt

        1. Sofortprogramm der Besatzungsstrategen:

        Bis hin zu Details war in dem „Programm“ festgelegt, was bei einem erfolgreichen Verlauf des „Tages X“ zu tun war. So sollten zum Beispiel das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR, das Ministerium für Handel und Versorgung der DDR, das Ministerium für Lebensmittel­industrie der DDR, das Staatssekretariat für Erfassung und Aufkauf der DDR, die Deutsche Bauernbank, die Vereini­gung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) sowie alle Handelszentralen, die Deutsche Akademie der Landwirt­schaftswissenschaften und die landwirtschaftlichen Fach­schulen dem Bundesministerium für Ernährung, Land­wirtschaft und Forsten unterstellt werden.

        Und genau das ist ja passiert!

        MFG

      • sascha313 schreibt:

        Allerdings! Diese Pläne lagen ja schon seit 1950 auf Eis. Und es ist schon klar, daß man zuerst die Schlüsselstellungen mit gekauften Agenten besetzen muß. Das ist nunmal die „Arbeit“ der Geheimdienste. Keinem steht es auf der Stirn geschrieben, ob er nicht eines Tages doch zum Verräter wird… In solche Einrichtungen und Ministerien einzudrinngen, ist den Westmächten eben doch gelungen! Das beschreibt ja auch Genossin Gabriele Gast sehr genau. Sie war als Kundschafterin für das MfS tätig…

      • S. Erfurt schreibt:

        Niebling und Schwanitz, na da schreiben ja die Richtigen. Lach. Übergänge in die Produktion und zum Zoll fanden zwar statt aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ich erinnere mich an einen Ministerratsbeschluß der 80er, nachdem sämtliche VEB’s die strategisch wichtig waren, von Seiten des MfS zu führen sind. Wie z.B. das VEB Kombinat Mikroelektronik wo der Einsatz von Führungskräften aufgrund dieses Ministerratsbeschluß bereits mit dem Studium der entsprechenden Fachrichtungen begann. Einige von denen waren meine Kommilitonen die aus ihrer MfS-Zugehörigkeit kein Geheimnis machten und einer von denen war später mein Vorgesetzter.

        Niebling: Die Losung »Stasi in die Produktion« erwies sich als pure Heuchelei. Das ist richtig. Daß jedoch die Produktion 1989 längstens in den Händen der „Stasi“ lag, darüber schweigen Niebling und Schwanitz und sie wissen sicher auch warum.

        MFG

      • S. Erfurt schreibt:

        Die Konterrevolutionäre wussten also, aufgrund der Beschlüsse des Ministerrates, daß dem MfS eine Schlüsselrolle bei der ganzen Wirtschaftsführung zukam. Von daher genügte es den Angreifern, sich des MfS zu bemächtigen um die DDR zu Fall zu bringen.
        Sascha, das sind Überlegungen erster Ordnung, die Beschlüsse des Ministerrates sind sicher auch dokumentiert. Ob es taktisch klug war, die Führung der Volkswirtschaft in die Hände eines Organs zu legen was konspirativ arbeitet, sei dahingestellt. Darüber dürfen sich die Fachmänner streiten.

        Ich wünsche allen Mitlesern ein schönes Wochenende!

      • sascha313 schreibt:

        Naja, das ist schon sehr konspirativ. In erster Linie waren die Ggeneraldirektoren und Betriebsleiter alles Ingenieure, Diplomingenieurer, diplomierte und promovierte Fachleute, und nicht vom MfS ausgebildete Leute. Daß sie aber eng mit dem MfS zusammenarbeitete, versteht sich von selbst.

        Die Leitung lag daher in erster Linie immer in den Händen der Fachleute, die sich selbst nicht selten mit den Genossen der BL und des RdB auseinanderzusetzen hatten, wenn es um Fragen der Planerfüllung usw. ging. Ich kann mich noch erinnern an die Beratungen bei Günter Mittag, die eher einer Befehlsausgabe ähnelten. (Ich war selber nicht dabei, aber es sprach sich sowas natürlich herum.)

  10. S. Erfurt schreibt:

    Eine ähnliche Geschichte in unseren Lesebüchern schrieben die Großeltern meine Mitschüler. Die Geschichte spielt in Mechelroda, einem Thüringer Dorf: Als Kinder kletterten die Protagonisten über die Schloßmauer und prompt hetzte der Gutsherr, als er sie bemerkte seine Jagdhunde auf die beiden Kinder die es bis auf ein paar zerissene Hosen und kaputte Schuhe gerade noch zurück schafften. Diese Geschichte hat mich damals sehr beeindruckt, schließlich bin ich später, also in der DDR der 60er Jahre in diesem Dorf zur Schule gegangen. Da ward aus dem einstigen Gutshaus ein Altersheim geworden und es gab herzliche Begegnungen mit denen die einst dem Gutsherren dienten und nun umsorgt und im Frieden dort ihren Lebensabend verbrachten. Vom Schloß aus war die Sicht frei hinüber zum Ettersberg mit dem Glockenturm und der Zahl MCMXLV zur Mahnung…

    MFG

  11. eger schreibt:

    Ich könnte-wöllte über die Ursachen (nicht nur eine) des Siegs über die DDR auch längere Abhandlungen schreiben. um es sehr kurz zu fassen: innere und äußere Ursache, wobei die Moskowiter für mich überwiegen. und die des Westwelt-Pops, den wir aktuell ja gerade wieder in Minsk und in Belarus wirken sehen, auf den wir in der DDR letztlich keine Antwort gefunden haben – die „Rattenfänger von Hameln“-Methode. die Kinderklein werden mit dem Flötentönen des Pops verzaubert und ihren Eltern und Aufgaben abspenstig gemacht.

    Entsprechende Analysen hat es in den 1970er und 1980er bei uns gegeben, zutreffende und irreführende (z.B. Bisky), originelle, geniale Köpfe gar an der Spitze fehlten – soweit es für uns Bürger zu sehen war. Die massenweise Abwerbung der Köpfe nahm zu und zu und zu. Nur ein geringerer Teil war daran zu erkennen, daß sie die DDR verließen.

    Grund meiner Wortmeldung sind einige Kritiken: bitte mal über „Untergang“ bzgl. der DDR nachdenken. die DDR wurde besiegt und vernichtet. „Untergang“ läßt sprachlich handelnde Subjekte/Kräfte verschwinden. Schiffe gehen unter von wegen Naturgewalten. mit diesem „Sprech“ suggerieren die derzeitigen braunen Sieger der Geschichte die Unausweichlichkeit. und tun so, als hätten sie nichts damit zu tun und habe es nur „innere“ Gründe und eben die Naturgewalten gegeben.

    Der Marxismus ist keine Selbstmörder-Ideologie. Was hätten ehrliche SED-Genossen denn tun sollen nach dem Herbst 1989? Jeder auf sich selbst gestellt? Welche Partei hätte ihnen sagen können, wie sie sich verhalten sollen? Welcher Sender? In ihrer konkreten Situation. Die, die Kinder hatten, wußten zudem besser als die meisten, daß die Besatzer die Kinder als Geiseln nahmen und deren Zukunft vom Geld abhängig machten, daß die Eltern für die Ausbildung aufbringen konnten.

    Wenn die Rolle der Partei, wie sie Marx, Lenin, Stalin, Thälmann, Ulbricht usw. sie immer wieder formuliert haben, und auch in den 1980ern noch theoretisch formuliert und behauptet worden war, so mußte der Wegfall dieser „Partei neuen Typus“, wie er von Gysi & co. schon Ende 89er erklärt wurde, entsprechend verheerende Wirkung haben. Wenn Einheit stark macht, dann wirkt Vereinzelung entsprechend vernichtend, tödlich.

    Von diesen „divide et impera“-Diskursen, vor allem in Richtung MfS-Offiziere halte ich gar nichts. Im TV haben sie höchste Ex-Offziere gezeigt, die Zeitungen ausgetragen haben. ich kenne einen mittleren, der vor 2 Jahren in Rente gegangen ist, der sich über 20 Jahre lang mit irgendwelchem Finanzberaterzeugs durchgeschlagen hat. ansonsten selbstverständlich strafberentet. Offiziere – egal aus welchem Bereich – hatten, wenn sie keine technische Ausbildung mit Hochschulabschluß hatten, weit weniger Möglichkeiten als ein x-beliebiger Klempner oder Kraftfahrer.

    Die DDR wurde m.E. lange vor dem 89er Herbst verloren. Wie fast immer, sehe ich es analog zu Sascha: durch Waffeneinsatz des MfS die DDR im Frühjahr oder Sommer 1990 doch noch zu retten, ist Blödsinn, phantastisch. Der Sozialismus-Kommunismus hat viele Vorteile, aber auch wesentliche Nachteile gegenüber dem Faschismus-Imperialismus: die können konterrevoluzzen, indem sie ein paar 10.000 Revolutionäre umbringen. der Sozialismus-Kommunismus kann umgekehrt nicht einfach wesentliche Teile unzufriedener, geistig Übergelaufener töten. Und sich damit habilitieren. geht nicht. Wir müssen die Köpfe gewinnen: mit Logik, Vernunft, Humanismus. Wenn wir sie verloren haben, haben wir alles verloren. die haben Geld, und wir haben den Humanismus. Das ist die Krux!

    Und derzeit sind die Deutschen so verblödet wie wohl kein anderes Volk. auch wenn die Amis schon immer so ungebildet waren, wie Trump sie derzeit repräsentiert. Ich mache das fest an der wohl falschestens, idiotischsten, hinterhältigsten Herrschaftssprache der Welt. Von wegen „ehemalige DDR“. „der letzte Diktator Europas“, „die Flüchtlinge nach Europa holen“ (von Lesbos – wo liegt Lesbos? – in Europa?), „Arbeitgeber“ – „Arbeitnehmer“ usw.

    Mit diesem Herrschaftsquatsch kann keine andere imperiale Macht konkurrieren. und also mit keiner annähernd so verblödeten Bevölkerung. Und mit falschen Wörtern lassen sich letztlich auch nur falsche Antworten finden auf die Fragen nach der DDR. und nach der Zukunft – falsche Wörter als Teil der dementsprechenden Ideologie.

    • sascha313 schreibt:

      Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme!

      …nur kurz dazu das:
      Richtig – man muß über jedes verwendete Wort genau nachdenken… aber ein untergehendes Schiff kann auch von einem feindlichen Torpedo getroffen worden sein… und das trifft – bildlich gesprochen – auf die DDR ja eher zu, als die Metapher von der „Naturkatastrophe“

      (P.S. – habe die durchgehende Kleinschreibung – den Lesegewohnheiten folgend – mal „DDR-dudengerecht“ korrigiert)

      • tommmm schreibt:

        Lieber Sascha,
        mir gefällt es, dass du diese wertvollen Gedanken der DDR-Rechtschreibung angepaßt hast.
        Leider ist seit dem Fall der DDR auch ein ständiger Verfall der Kultur zu beobachten. Ich meine damit das ständige Beschmieren aller Flächen mit Grafittis, Bücher an deren Inhalt und Satzbau man erkennt, das Kunst zu Ware verkommen ist, das Umschreiben der Geschichte und die dazugehörige Umgestaltung der Museen, die exorbitanten Preiserhöhungen für den Besuch kultureller Einrichtungen, die Beseitigung vieler Kunstwerke der DDR unter dem Deckmantel der Bekämpfung von SED-Staatskunst und auch die Verhunzung der deutschen Sprache insbesondere durch die Anwendung der „sozialen Medien“.
        Daher ist es wohl wichtig, auch in dieser Hinsicht nicht nachzulassen.

      • sascha313 schreibt:

        Es ist bestimmt keine Mißachtung der Schreibers jener Zeilen, wenn hier die jahrzehntelang bewährte Rechtschreibung der DDR bevorzugt wird. Auch Kurt Gossweiler hatte sich auf die „Bertelsmannsche“ Orthographie umgestellt, aber wahrscheinlich nur, weil der Computer es ihm so korrigierte…

  12. Weber Johann schreibt:

    Ich, ein Wessi kann mich an der Diskussion zum „Innenleben“ der DDR nicht beteiligen. Mein Schwerpunkt ist, welche Feinde hatte die DDR von außen und wie agierten diese Feinde, die nur ein Ziel vom 7.10.1949 bis Ende 1989 hatten, die DDR aufzulösen. Dieser Punkt kommt mir zu kurz.

    Ich denke nur an die dutzenden Trojanischen Pferden, die großen Schaden in der DDR angerichtet haben.
    Nur ein Beispiel.
    Die beiden christlichen Kirchen in der DDR waren eine der gefährlichsten Gegner der DDR. Ich zitiere:
    CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 11. April 1990
    „Wende in der DDR auch durch Vorarbeit der Kirchen
    Natho: Irrtum im Blick auf Dauer des Sozialismus
    Berlin (NZ/idea). Der Präsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Eberhard Natho (Dessau), hat einen „fundamentalen Irrtum“ in den DDR-Kirchen im Blick auf den Sozialismus eingestanden. Man habe geglaubt, „lebenslänglich“ unter diesem Gesellschaftssystem existieren zu müssen, sagte er auf der Jahrestagung der Evangelistenkonferenz der DDR in Woltersdorf bei Berlin. Die in den siebziger Jahren aufgekommene Selbstbezeichnung „Kirche im Sozialismus“ war nach Nathos Darstellung eine „Ausweichformel“, um eine Anerkennung der DDR zu umgehen. Die Wende im letzten November konnte sich, so der Kirchenpräsident, nicht nur auf Oppositionsgruppen, sondern auch auf eine zwanzigjährige Vorarbeit der Kirchen stützen. Jetzt wünscht er sich eine Ruhepause, besonders im Blick auf die wachsenden Vorwürfe gegen Verantwortliche, mit dem Staatssicherheitsdienst zusammengearbeitet zu haben.“

    Wie schon x-mal bewiesen, beginnt jeder Umsturz mit dem Ruf nach „freien Wahlen“, die Wahlen „wurden gefälscht. Der Startschuss für den Umsturz in der DDR waren die Kommunalwahlen im Mai 1989. Egal was bei diesen Wahlen herausgekommen wäre, es wären immer „gefälschte Wahlen“ geblieben. Ich zitiere aus Mfs-Unterlagen, die aufzeigen, das Mfs hatte mit „Störungen“ gerechnet, und trotzdem waren diese Kommunalwahlen der Beginn des Umsturzes.

    Ich zitiere aus dem Befehl Nr. 6/89, „Politisch-operative Sicherung der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen zu den Kreistagen, Stadtverordnetenversammlungen, Stadtbezirksversammlungen und Gemeindevertretungen sowie von Veranstaltungen anläßlich des 1. und 8. Mai 1989“:

    – Einleitung geeigneter politisch-operativer Maßnahmen zur konsequenten Verhinderung des Aufstellens und Betätigens von feindlich-negativen bzw. politisch unzuverlässigen Personen als Wahlkandidaten und entsprechende Abstimmung mit den 1. Sekretären der Bezirksleitungen und Kreisleitungen der SED sowie Einflußnahme auf ausreichenden Einsatz gesellschaftlicher Kräfte am Wahltag zur Vorhinderung von Provokationen und anderen feindlich-negativen Handlungen sowie zur Sicherung eines störungsfreien Wahlablaufes (einschließlich Stimmenauszählung);

    – Gewährleistung der ständigen Informationsbeziehungen zu den 1. Sekretären der Bezirks- und Kreisleitungen der SED über feindlich-negative Handlungen, Vorkommnisse und Erscheinungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahlen;
    – politisch-operative Sicherung der in Vorbereitung der Kommunalwahlen stattfindenden Wahlveranstaltungen, insbesondere in den Wahlkreisen, in denen von feindlich-negativen Kräften ausgehende Gefährdungen der politischen Zielstellung der Veranstaltungen zu erwarten sind;
    – Kontrolle möglicher Aktivitäten von in der DDR akkreditierten ausländischen Korrespondenten und bevorrechteten Personen, insbesondere aus der BRD und aus Westberlin, zur Verhinderung ihres feindlich-negativen Wirksamwerdens in Abstimmung mit dem Leiter der Hauptabteilung II;

    – Sicherstellung aller bei der Durchführung der Kommunalwahlen anfallenden gefälschten oder mit feindlich-negativen bzw. provokatorischen Texten/Symbolen versehenen Wahldokumente und Einleitung der dazu erforderlichen politisch-operativen Maßnahmen;
    – politisch-operative Einflußnahme auf die Gewährleistung einer hohen Sicherheit und Ordnung in den Einrichtungen des Strafvollzuges;

    – rechtzeitige Aufklärung von feindlich-negativen Aktivitäten, insbesondere schriftlicher und mündlicher Aufrufe zu nicht genehmigten Demonstrationen, Störabsichten und anderen Provokationen von feindlich-negativen Personenkreisen und Personen, insbesondere Kräften des politischen Untergrundes sowie Personen, die hartnäckig ihre ständige Ausreise aus der DDR erzwingen wollen; es sind unter Nutzung aller politisch-operativen und rechtlichen Möglichkeiten geeignete Maßnahmen zur Verhinderung solcher Störabsichten einzuleiten, einschließlich wirksamer Kontrollmaßnahmen in den Heimatorten und zur Verhinderung eventueller Anreisen in die Hauptstadt der DDR, Berlin;
    https://www.stasi-mediathek.de/medien/befehl-689-zur-politisch-operativen-sicherung-der-vorbereitung-und-durchfuehrung-der-kommunalwahlen-im-mai-1989/blatt/1/

    Ein Blick zurück, zu den 1. Volkskammerwahlen am 15.10.1950. Ich zitiere aus dem Buch „Geschichte der Deutschen Volkspolizei 1945-1961“, VEB-Verlag der Wissenschaften Berlin 1979:

    „Er vollzog sich im erbitterten Kampf gegen reaktionäre Kräfte, die sich der progressiven Entwicklung widersetzten. Diese Kräfte begannen mit einer zügellosen Hetze gegen den deutschen Friedensstaat und seine führenden Persönlichkeiten, die vor allem darauf gerichtet war, den demokratischen Charakter der Wahlen in Frage zu stellen. Sie richteten auch ihre Angriffe gegen die fortschrittlichen Mitglieder und Funktionäre in der CDU und der LDPD, die sich an der Seite der SED für den weiteren Ausbau der neuen Staats- und Gesellschaftsordnung einsetzten.
    Darüber hinaus versandten sie Morddrohungen an Kandidaten für die Volksvertretungen, verübten Anschläge auf ihr Leben und versuchten, die Bevölkerung durch Terrorakte an der Ausübung ihres Wahlrechts zu hindern.
    So wurden in Borna bei Leipzig allein in einer Nacht auf 13 Neubauernhöfen Ställe in Brand gesteckt.
    Die Volkswahlen bedurften deshalb eines besonderen Schutzes durch die Volkspolizei.
    Mit der Friedenswacht leisteten die VP-Angehörigen ihren spezifischen Beitrag zum Wahlerfolg der demokratischen Kräfte. So konnten die Angehörigen der Schutzpolizei während des Zeitraums der Vorbereitung der Volkswahlen 79 Spione und 379 Provokateure festnehmen.“

    • S. Erfurt schreibt:

      Danke Johann, schön daß Du den Befehl 6/89 verlinkt hast. Dieser als VVS (Vertrauliche Verschlußsache) gekennzeichnete Befehl stellt keine Besonderheit dar. Die Kräfte des MfS haben jede Veranstaltung wie Wahlen, 1.Mai-Demonstrationen und auch Volksfeste (wie z.B. die alljährliche Mühlhäuser Kirmes) abgesichert und eben dafür wurden Befehle erteilt und dokumentiert.

      Was die Kirche betrifft, ja, der Begriff Trojanisches Pferd ist zutreffend. Mir ist ein Fall bekannt, da hatte Pychopharmaka einer Darmstädter Firma, in einem Schokoladenweihnachtsmann versteckt, sogar den Weg bis zur Weihnachtsfeier im örtlichen Kinderheim geschafft und dieser Weg ging über die Kirche, die für solche Spenden besonders empfänglich war.

      Viele Grüße, ein Zeitzeuge 😉

      • S. Erfurt schreibt:

        PS: Die Dokumentation aller im MfS erteilten Befehle erfolgte auf die gleiche Art und Weise und nach denselben Prinzipien wie in der NVA und das zeugt von einer ordentlichen Arbeit auch in diesen Ministerium. Im Gegensatz dazu stellt der Westen das MfS ja immer so dar, als hätten die willkürlich und machtbesessen gehandelt. MFG

  13. Weber Johann schreibt:

    Hallo S. Erfurt vielen Dank für die Ergänzungen zur Arbeit des Mfs.
    Weiter hast Du mich mit dem Beispiel, dass Psychopharmaka dieser Darmstädter Firma in einem Schokoladenweihnachtsmann versteckt waren, neugierig gemacht.

    Mich beschäftigen jetzt folgende Fragen:
    Waren da Psychopharmaka-Tabletten in diesem Schoko-Nikolaus?
    War dieser präparierte Schoko-Nikolaus in diesem Kinderheim ein „Irrläufer“?
    Wenn ja, für welche „Empfänger“ waren diese Schoko-Nikoläuse bestimmt?
    War es Sabotage von der Alt-BRD, mit der Absicht, Menschen in der DDR abhängig zu machen?
    Welche Rolle spielten die Kirchen in der DDR im Zusammenhang mit diesen Psychopharmaka?

    Bei uns in der Alt-BRD waren diese Psychopharmaka auf der „Tagesordnung“.
    Schon am 7. Juni 1977 wies das „Neue Deutschland“ auf folgende dramatische Entwicklung in der Alt-BRD hin:
    „BRD-Mediziner: Menschliche Tragödien bei Schülern durch schwierige soziale Lage
     München (ADN . In jetzt publizierten Untersuchungen wird von BRD-Medizinern nachgewiesen, daß die schwierige soziale Lage zahlreicher Familien in der BRD ein wesentlicher Grund für das versagen vieler Jugendlicher in den Schulen ist.
     Die in München erscheinende Ärztezeitung „Praxis-Kurier“ schreibt: „Es scheint jedoch, als ob nicht allein die erhöhten Anforderungen, sondern auch der schlechte gesundheitliche und seelische Zustand vieler Jugendlicher Gründe für das versagen in der Schule sind.
     Bei 500 Schülerselbstmorden und 15 000 Selbstmordversuchen in der BRD wird darauf verwiesen, daß sie nicht allein mit der Schule zusammenhingen. „Auch familiäre, seelische und religiöse Probleme führen zu typischen Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten. “ Daneben, so hebt die Zeitschrift hervor, steige der verbrauch von Psychopharmaka unter Jugendlichen in „erschreckendem Maße“. 27 Prozent der Zwölfjährigen sowie 42 Prozent aller 14jährigen trinken mindestens dreimal wöchentlich Alkohol.“

    oder die „Berliner Zeitung“ vom 12.8.1978:
    „BRD: Jedes fünfte Kind mit Tabletten „beruhigt“
     München. ADN/BZ
     In der BRD erhält nahezu jedes fünfte Kind unter zehn Jahren von seinen Eltern Schlaf-, Beruhigungs- oder Konzentrationsmittel verabreicht. Sieben Prozent der Kinder unter zehn Jahren erhalten diese „Drogen“ sogar regelmäßig. Zu dieser Feststellung gelangte eine Münchener Spezialistenkommission. Zumeist handelte es sich um Psychopharmaka.“

    • S. Erfurt schreibt:

      Danke für Dein Interesse Johann. Zur Weihnachtsmanngeschichte nur soviel: Es war kein Einzelfall und die Zielgruppe waren Kinder im Vorschulalter. Weitere Details kann ich beim Besten Willen nicht mehr aufbringen, die ganze Geschichte liegt mindestens 50 Jahre zurück. Was die Spenden im Allgemeinen betrifft, weiß ich von einer Mitschülerin deren Elternhaus ein Pfarrhaus war, daß da öfter mal Spenden-Pakete aus dem Westen ankamen und die Pfarreien sich um die Verteilung kümmerten. Da ging es auch um Schuhe und Textilien.

      Viele Grüße!

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