Der Brand in der Bibliothek von Alexandria

Library_AlexandriaWir kennen alle die Geschichte der Bibliothek von Alexandria, dem riesigen Fundus an antiken Texten, der im Jahre 48 v.u.Z. von Cäsar niedergebrannt wurde. Obwohl das Ereignis selbst nicht genau dokumentiert ist, ist doch die Sache für uns heute sehr aufschlußreich und von großer Bedeutung. Denken wir nur an den Brand der berühmten sowjetischen Bibliothek des Instituts für wissenschaftliche Information der Gesellschaftswissenschaften am 30. Januar 2015  in Moskau. Diese Bibliothek wurde kurz nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im Jahre 1918 gegründet. Sie umfaßte bis vor kurz zuvor noch 14,2 Millionen Bücher, oder denken wir an größte Büchervernichtung in der deutschen Geschichte nach der Zerstörung des Sozialismus in der DDR. Genauso geschieht das heute, nur eben auf wesentlich unauffälligere Weise, wenn Videos und Texte im Internet „zensiert“ – also gelöscht, und wenn Fälschungen verbreitet werden…

Die größte deutsche Büchervernichtung

Die 1946 gegründete Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft (LKG) hatte 1989 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Mark der DDR erreicht und sie beschäftigte 1.200 Mitarbeiter. Der Bestand der LKG umfaßte 1991 mehr als zehn Millionen Bücher und Broschüren aus alle Bereichen der Weltliteratur. Nicht zuletzt erinnern wir uns auch an die faschistische Bücherverbrennung 1933, mit der die Nazis glaubten, den Widerstand gegen den Faschismus brechen zu können. Immer waren Bücherverbrennungen ein Versuch der herrschenden Klasse, den gesellschaftlichen Fortschritt aufzuhalten und die Menschen ideologisch zu manipulieren.

„This video is no longer available…“

LoeschungGenauso verhält es sich mit den Büchervernichtungen und Löschungen (der Zensur) von kapitalismuskritischen und antifaschistischen Webseiten und Videos im Internet. Diese digitalen „Bücherverbrennungen“, die die heutige „Bibliothek von Alexandria“ bedrohen, finden heimlich statt. In einer Rede, die James Corbett am 13. September 2020 auf der „AE911 Truth Justice Rising“-Konferenz gehalten hat, verbindet er die Punkte aus dieser alten Geschichte mit der heutigen Internetzensur und skizziert, was wir tun können, um das Feuer zu bekämpfen, das unsere wichtigsten Informationen bedroht. (siehe Video.)

The american provider „youtube“ says:
youtube_says

Der amerikanische Video-Provider „youtube“ erklärt uns:

„Wir werden damit beginnen, Empfehlungen für „grenzwertige“ Inhalte zu löschen, darunter auch solche Inhalte, die die Nutzer auf schädliche Art und Weise desinformieren können, wie z.B. Videos, die für ein gefälschtes Wundermittel gegen eine schwere Krankheit werben, oder die behaupten, die Erde sei flach, oder eklatant falsche Behauptungen über historische Ereignisse wie 9/11 aufstellen.“

Was ist denn „grenzwertig“?

Geht es hier etwa um die Überwindung der Unwissenheit, die Beseitigung von Dunkelmännertum und Esoterik? Nein. Es geht diesem Video-Informationsgiganten nicht darum, die Menschheit zu bilden, sie allseitig zu informieren, ihr die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu vermitteln, ihr zun helfen, die Welt besser zu verstehen, sie vor „fake news“ und vor Dummheiten zu bewahren (etwa, daß die Erde eine Scheibe sei oder daß Wunderheilungen zum Erfolg geführt hätten). Begonnen wurde mit der Zensur durch youtube schon lange…

Worum geht es diesen Meinungsmacher-Giganten?

Es geht diesen Medien-Konzernen wie „youtube“, ebenso wie „wikipedia“, „Free Europa“, „Radio Liberty“ und solchen Einrichtungen wie der „Bundeszentrale für politische Bildung“ sowie den bürgerlichen Zeitungen und Zeitschriften nicht um Bildung, nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, nicht um wichtige Lehren aus der Geschichte – nein, es geht nicht darum, Geschichtskenntnisse zu vermitteln, sondern es geht um die Verbreitung bürgerlicher, antikommunistischer Propaganda, es geht um Gehirnwäsche, Geschichtsfälschung und um eine fortschrittsfeindliche Ideologie.

Geht es denen um die Wahrheit?

Nein. Denen geht es nicht um die Wahrheit, sondern um die Manipulierung der gesamten Menschheit. Es geht um die Auslöschung jeglicher fortschrittlicher, revolutionärer Gedanken. Es geht um die Beseitigung der wissenschaftlichen Weltanschauung des Marxismus-Leninismus. Das ist übrigens keine neue Idee der Bourgeoisie! Es war schon immer Ziel und Aufgabe der Massenmedien des Großkapitals. Die Verblödung in den Schulen, durch die Medien und die Politiker hat erheblich zugenommen!

Und was wird heute verbrannt?

burning_information

Informationen, die heute noch im Internet vorhanden sind, Video, Dokumentarfilme. Filme und berichte über das Leben im Sozialismus, über den Alltag in unserer sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik werden gefälscht und durch „fake news“ – durch gefälschte Berichte und Lügenmärchen ersetzt. Eines Tages werden sie spurlos verschwunden sein, diese Dokumentationen, die den Imperialismus anklagen, die über die Verbrechen des USA-Imperialismus in Vietnam, in Korea im Irak in Bosnien usw. usf. berichten, und niemand ist mehr in der Lage, zu verstehen, worum es dabei ging, und warum gerade diese Nachricht so wichtig gewesen wäre, wenn man das Wesen das heutigen Faschismus verstehen will…

Was wurde bereits beseitigt?

Früher hat man Bücher verbrannt, Archive vernichtet und gestohlen (wie das DDR-Archiv über die Nazi- und Kriegsverbrechen, die sog. Rosenholz-Dateien, das Archiv der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und andere), allgemeinbildende Bibliotheken der DDR, Gewerkschafts-, Betriebs-, Gemeinde- und Krankenhausbibliothken der DDR „aufgelöst“ und die Bücher auf den Müll geworfen – nach der Konterrevolution 1990 wurden Videos, Filme und andere historische Zeitdokumete aus der Zeit des Sozialismus vernichtet. Damit nur ja niemand sich mehr an diese wertvollen und beweiskräftigen Zeitzeugnisse erinnert und auf den Gedanken kommt, daß es zum Kapitalismus schon längst eine lebensfähige Alternative gegeben hat: den Sozialismus!

Hier nun der Beitrag aus dem Corbett Report (in Englisch):

Doch was können wir dagegen tun?

Wir können, jeder für sich, alles Wertvolle, Aufhebenswerte, Dokumentarische, egal ob Filme, Bücher oder oder Dokumentationen aus der DDR, aus der Sowjetunion, sammeln, aufbewahren und an unsere Kinder weitergeben. Jeder kann sich die Texte aus diesem Blog herunterladen und weiterverbeiten. Marxistische Ideen lassen sich nicht verbieten und auch nicht töten!

Der Marxismus ist unbesiegbar, weil er wahr ist!

Siehe: L.Pribytkowa: Die Wahrheit kann man nicht erschlagen!

Dieser Beitrag wurde unter Freiheit der Andersdenkenden, Internationale Solidarität, Kapitalistische Wirklichkeit, Lügenpresse, Marxismus-Leninismus, Massenmanipulation veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Der Brand in der Bibliothek von Alexandria

  1. tommmm schreibt:

    Vergesse nicht das e-Buch. Auch sind Bücherverbrennungen (Löschungen oder Umschreibungen) problemlos möglich.

  2. Hanna Fleisss schreibt:

    Ich war jahrzehntelang in der Bibliothek wie zu Hause, seit meiner Kindheit (wo ich Bücher gelesen hatte, die ich, wie ich heute weiß, nur zur Hälfte verstanden hatte). Nach 1990 musste ich mich umstellen. Ich suchte für einen Text, den ich schreiben wollte, Dramen von Sophokles. Schon als ich die Bibliothek betrat und die Titel der ausgestellten Bücher las, war mir klar, dass mein Bücherwunsch hier etwas Exotisches war. Und richtig: Die Bibliothekarin, die mir neu war, sagte,
    dass sie Bücher von Sophokles nicht führen. Sie sagte nicht „nicht mehr“, so als ob ich den Sophokles heutzutage höchstens noch beim Altpapierhändler finden würde. Ich ging dann durch die Bibliothek und suchte nach DDR-Literatur. Ich fand tatsächlich ein paar Bücher in einem Regal, ganz unten, und zwar von solchen DDR-Autoren, von denen ich auch in der DDR nichts lesen wollte und die heute als Beispiele für DDR-Literatur gehandelt werden. Ansonsten, obwohl alle Regale mit Büchern vollgepackt waren, fand ich nur Buntes, Banales, Triviales, Gedichte gar nicht,
    Bestseller – nichts, was ich als Literatur bezeichnen würde.
    Ich machte dann die Erfahrung, wenn ich DDR-Literatur kaufen wollte, musste ich in Westberliner Buchhandlungen mit Archiv stöbern, wo man heute mitunter tatsächlich noch einige DDR-Bücher findet, wenn auch nicht von den Schriftstellern, die als „kommunistisch belastet“ gelten.

    Mein Sohn, der 1990 noch in Dresden studierte, erzählte mir, dass er dort Mülllcontainer voll DDR-Büchern, Schallplatten (z. B. von Ernst Busch) und sogar wissenschaftliche Zeitschriften gesehen hat. Ein paar Bücher und Schallplatten hat er für mich gerettet.

    Mit dem bekannten DDR-Schriftsteller Wolfgang Schreyer kam ich über das Internet in Kontakt, und er war sehr pessimistisch, was jetzt Literatur angeht. Heute schreibt er selbst nur Krimis und so, irgendwie muss er sich ja über Wasser halten. In einer winzigen Meldung erfuhr ich dann,
    dass er gestorben ist. Ich hatte ihn leider nicht gefragt, wie er zur Rede von Ronald M. Schernikau auf dem letzten DDR-Schriftstellerkongress stand. Das war schade, denn so hätte ich vielleicht erfahren können, was dort abgelaufen war, als Schernikau ausgepfiffen wurde. Vor Jahren gab es eine Doku, in der Schernikau als weltfremder Spinner vorgestellt wurde. Dass Schernikau die Wahrheit gesagt hatte, hat auch Wolfgang Schreyer bitter erfahren müssen.

  3. S. Erfurt schreibt:

    Fürchterlich und grausam waren die Massaker der portugiesischen und spanischen Konquistadoren in Mittelamerika. Diego de Landa war Bischof von Yucatán und missionierte die indigenen Maya. Bekannt ist er dafür, dass er alle greifbaren Manuskripte in der Maya-Schrift und damit wertvolle Dokumente zur Geschichte und Kultur der Maya verbrennen ließ.

    Das Ziel bestand darin, die gesamte Kultur der Maya zu vernichten! Und die Missionierung war in Wirklichkeit ein Abschlachten was man sich grausamer nicht vorzustellen vermag. Außer ein paar handschriftliche Aufzeichnungen des Bishop Landa sind von den Schriften der Maya das übriggeblieben was man heute unter dem Dresdner, Madrider und Pariser Codex versteht, wobei die damit verbundenen Städtenamen darauf hinweisen wo diese Schriftenrollen heute aufbewahrt werden.

    Bishop Landa wurde dafür von seinen eigenen Auftraggebern, der spanischen Aristokratie verleugnet und sogar zum Tode verurteilt, was ihn zur Flucht zurück nach Mexiko veranlasste. Dort wieder angekommen, vervollständigte er seine handschriftlichen Aufzeichnungen und versuchte zu retten was zu retten war.

    Quelle: J.E.S. Thompson (Maya Hieroglyphic Writing, University Of Oklahoma Press, Norman 1960)

    • sascha313 schreibt:

      Was mich immer wieder irirritiert – wie können Menschen nur so fanatisch sein?

      • S. Erfurt schreibt:

        Na wir wissen doch was dahintersteckt. Aber ist schon interressant, Bishop Landa, einst fanatischer Vertreter der Spanischen Konquistadoren unter dem Kreuz von Jesus Kristus, kehrte, als er merkte daß er keine Unterstüztung mehr bekam, seinem Land den Rücken zu und versuchte sich an einer Art von Wiedergutmachung beim Volk der Maya. Am Ende wurde er sogar von den Maya verehrt, bis heute!

        Schönen Sonntag 😉

    • S. Erfurt schreibt:

      Die Vernichtung einer Kultur ist nicht nur auf Bücher beschränkt. Die vier Kasperköpfe in den Granit des Mount Rushmore einzumeißeln war genauso ein Akt wie eine Bücherverbrennung, denn dieser Berg war den Indianern heilig. Ebenso die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan (Afghanistan) und solche Beispiele lassen sich beliebig fortführen. Zerstörung und Demütigung, das ist die Sprache des Kapitals!

      • sascha313 schreibt:

        In dem Lehrbuch für Studium und Praxis „Neurologie und Psychiatrie“ (Lpz. 1974) beschreiben die Professoren Lemke und Rennert zahlreiche Denkstörungen (u.a. inkohärentes Denken, Verwirrtheit, katathymisches Denken usw.), die auf eine Dysfunktionalität der Hirnrinde zurückzuführen sind:

        „Das Denken zeigt sich abhängig von Antrieb, Wille, Bewußtsein und vor allem vom Gedächtnis und Intelligenz … Die Kranken klagen, daß ihnen nichts einfällt, bleiben auf ein Thema eingestellt, kommen sich wegen ihrer Gedankenleere ,verblödet‘ vor, leiden auch, weil sie einen quälenden Gedanken nicht loswerden.“ (S.304f.)

        Da wir wissen, daß das Bewußtsein immer bestimmt wird vom gesellschaftlichen Sein, ist auch klar, daß materielle Ursachen, also bestimmte Lebensumstände, soziale Strukturen und physischer Druck, sich immer nachhaltig auf das Bewußtsein auswirken, damit wird erklärlich, daß auch der soziale Status das Denken sowohl beeinträchtigen wie stimulieren kann.

        So nimmt es nicht wunder, wenn bürgerliche Demagogen (oder vielleicht muß man sogar sagen: „psychisch Kranke“) davon reden, wie gefährlich es sei, daß der Kommunismus angeblich Harmlosigkeit und Hoffnung der Menschen ausnutze und sie verführe. ihm in seinen Gedankengebäuden zu folgen… Demagogie war schon immer ein Mittel der sterbenden Klasse, ihre Herrschaft zu sichern.

        Ihr war schon immer jedes Mittel recht ist, um die Menschen zu manipulieren, zu verwirren, ihnen die Erkenntnis der Wirklichkeit zu vernebeln, sei es durch Bücherverbrennung oder durch die Errichtung von in Stein gemeißelter bürgerlicher Denkmale zur „Verewigung“ der kapitalistischen Verhältnisse. – Aufhalten läßt sich der Fortschritt nicht.

      • S. Erfurt schreibt:

        PS: Wenn man ein Volk vernichten will muss man dessen Kultur zerstören.

        Jetzt frag mich bitte keiner von wem dieser Ausspruch kommt, das ist auch unwichtig, denn genauso handeln die. MFG

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