Aufstehen!

aufstehenAuch wenn man manchmal den Eindruck hat, daß wir uns zur Zeit auf der Welt in einem riesigen Irrenhaus befinden, wo hundert Menschen hundert verschiedene Meinungen haben, wo sogar Wissenschaftler völlig unsinnige Thesen verbreiten, Beamte ihrer Willkür freien Lauf lassen dürfen, wo Finanzspekulanten und politische Hasardeure den Rachen nicht voll genug bekommen können, so besteht doch kein Zweifel daran, daß ein besseres Wissen und ein besseres Verständnis der Zusammenhänge dazu führen, daß Menschen sich nicht mehr – wie bisher – manipulieren und einschüchtern lassen, sondern eines Tages aufstehen. Wissen ist Macht! Hier nun einige marxistische Gedanken über die Zusammenhänge in der heutigen Welt…

Der universelle Zusammenhang

In der marxistischen Philosophie ist die These vom universellen Zusammenhang der Dinge und Erscheinungen der materiellen Welt unmittelbar mit der Erkenntnis der materiellen Einheit der Welt verknüpft. Wenn die quali­tative Mannigfaltigkeit der Welt zugleich deren materielle Einheit bedeutet, wenn die Einheit der Welt in ihrer Materialität besteht, so müssen alle Dinge und Erscheinungen der Welt in einem, durch ihr gemeinsames materielles Wesen vermittelten Zusammenhang stehen.

Die Welt ist kein Chaos…

Die qualitative Mannigfaltigkeit der Welt kann demzufolge kein ungeordnetes Chaos voneinander unabhängiger Materieformen sein, von denen jede für sich, nach eigenen Prinzipien und Gesetzen, existiert, sondern muß als zusammenhängendes Ganzes vorgestellt werden, in dem die einzelnen Struktur-, Bewegungs- und Entwick­lungsformen der Materie nicht losgelöst voneinander existieren, sondern im Zusammenhang miteinander stehen, sich gegenseitig bedingen.

Es gibt immer eine materielle Ursache!

Der universelle Zusammenhang der Dinge und Erscheinungen muß dar­über hinaus selbst materiellen Charakter tragen. Das ergibt sich aus der materiellen Einheit der Welt und der Be­wegung als der Daseinsweise der Materie. Mit dieser Betonung des materiellen Charakters des universellen Zu­sammenhangs steht der dialektische Materialismus im Gegensatz zur idea­listischen Auffassung. Die These vom universellen Zusammenhang aller Dinge und Erscheinun­gen darf nun freilich nicht so aufgefaßt werden, als stünde jede Erscheinung der materiellen Welt mit jeder anderen in einem unmittelbaren Wirkungszusammenhang. Wollten wir den universellen Zu­sammenhang so verstehen, so würde dies zu ähnlich absurden Konsequenzen führen, als wenn wir uns die Welt als ein ungeordnetes Chaos vorstellten.

Die Welt ist beherrschbar und veränderbar!

Eine zielstrebige, auf die zweckmäßige Veränderung seiner natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt gerichtete Tätigkeit des Menschen wäre damit ge­nauso unmöglich, als wenn die Welt ein völlig zusammenhangloses Chaos bildete. Nun zeigt aber die gesellschaftliche Praxis der Menschen, daß es sehr wohl möglich ist, die Natur und die Gesellschaft den Interessen und Zwecken des Menschen gemäß zu verändern, daß es in der Welt relativ stabile Dinge und Systeme gibt und daß eine bestimmte Veränderung in einem Land sich durchaus nicht auf den Zustand der gesamten Welt auswirken muß.

Der Wirkungszusammenhang

Wenn die marxistische Philosophie also den universellen Zusammenhang aller Dinge und Erscheinungen der materiellen Welt behauptet, so nicht in dem Sinne, daß alle Dinge und Erscheinungen in einem direkten, unmittelbaren Zusammenhang oder gar Wirkungszusammenhang stünden. Für die gesetzmäßige Ordnung der materiellen Welt ist entscheidend, daß zwischen den Dingen, Prozessen usw. solche Zusammenhänge bestehen, die eine Einwirkung der einen auf die an­deren, eine Abhängigkeit, ein Bedingtsein der einen durch die anderen ge­währleisten.

Welche Bedeutung haben die jeweiligen Bedingungen?

Eine (objektiv-reale) Bedingung ist ein Sachverhalt, von dessen Existenz die Existenz eines anderen Sachverhalts in irgendeiner Weise abhängt. Eine Bedingung heißt notwendig, wenn ohne ihre Realisierung die Exi­stenz des durch sie Bedingten unmöglich ist. Ist die notwendige Bedingung also nicht gegeben, so existiert auch der durch sie bedingte Sachverhalt nicht. Umgekehrt bedeutet die Realisierung einer notwendigen Bedingung noch nicht, daß auch der durch sie bedingte Sachverhalt wirklich besteht.

Von der Möglichkeit zur Wirklichkeit

Ist die notwendige Bedingung realisiert, so wird die Existenz des Bedingten mög­lich; zur Wirklichkeit wird es allerdings erst dann, wenn alle seine notwendi­gen Bedingungen realisiert sind. Und umgekehrt – existiert das Bedingte, so muß zwangsläufig auch jede seiner notwendigen Bedingungen realisiert sein.


Wie können Ziele verwirklicht werden?

Die Menschen können Ziele, die sie sich in ihrer Tätigkeit setzen, um so besser realisieren, je genauer sie die Voraussetzungen kennen die dafür not­wendig gegeben sein müssen. Sie konzentrieren dann ihre Anstrengungen zu­nächst darauf, alle Bedingungen zu schaffen, die notwendig sind, damit das angestrebte Resultat erzielt wird bzw. das gewünschte Ereignis eintritt. Die Widersprüche des Kapitalismus sind nur lösbar durch eine soziale Revolution.

Quelle:
Alfred Kosing (et alt.): Marxistische Philosophie. Lehrbuch. Dietz Verlag, Berlin, 1967, S.207-213. (bearbeitet)

Wie kommt es zur sozialen Revolution?

Revolution

Derartige Situationen reifen unabhängig vom Wunsch und Willen politischer Gruppen und Parteien heran. Es handelt sich also um objektive Bedingungen, ohne die eine siegreiche Revolution im allgemeinen nicht möglich ist. Wenn jedoch derartige Situationen herangereift sind, dann erlangt der subjektive Faktor größte Bedeutung und entscheidet über das Zustandekommen einer Revolution und deren Schicksal. Wie die Geschichte überhaupt, so ist auch die Revolution das Werk menschlichen Handelns,  das Werk aktiv handelnder Individuen. Revolutionäre Klassen müssen daher ein möglichst klares Bewußtsein ihrer geschichtlichen Aufgabe beseitzen, über selbständige stabile Organsiationen verfügen und nach einem einheitlichen Plan zielstrebig vorgehen.


Doch zurück zur Gegenwart. Dazu folgende Fragen:

  • Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der derzeitigen Corona-Krise und der Weltwirtschafts- und Finanzkrise?
  • Wer steckt hinter den Maßnahmen der Regierung?
  • Ist die bürgerliche Demokratie noch zu retten?
  • Welche Ursachen haben eigentlich die Krisen?
  • Warum führen alle Versuche, den Kapitalismus zu stabilisieren, in eine Sackgasse?
  • Was ist notwendig,  um den Kapitalismus zu beseitigen?
  • Wie kann man dieses Ziel erreichen?

Kapitalismus_Kopf_im_Sand

Lenin sagte einmal 1898: „Wir (Komunisten) sind ein Tropfen im Ozean.“ Doch was ist 1917 daraus geworden! Und welche wunderbaren, mutigen Menschen hat der Kommunismus hervorgebracht!

Siehe: Gedanken eines Kommunisten nach der Niederlage 1989.


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8 Antworten zu Aufstehen!

  1. Atomino schreibt:

    In dieses Bild hätte auch noch ganz gut gepasst “ Schaffung künstlicher Bedürfnisse, um über die Unfähigkeit oder den Unwillen hinwegzutäuschen, die grundlegendsten Bedürfnisse für alle zu erfüllen. “ Also Wohnung, Nahrung, Kultur, Bildung usw.
    Wer dieses in zwei oder drei Worte fasst, hat ’ne Bratwurst und ein Bier frei !

    Bei dieser ganzen Digitalisierungsorgie mit der unendlichen Flut an „App’s für alle und jede“ werden wir in Windeseile jegliche Persönlichkeit und jeglichen freien Willen verlieren. Ich sehe es an meinen Kindern : Als ich diesen Sommer mit ihnen spontan zelten ging, war das größte Problem nicht, dass wir das Essen vergessen hatten. Nein, es gab keinen Empfang ! So etwas wie Entspannung kam dann auch garnicht erst auf.

    Diese Smartphones versklaven die Menschen mittlerweile derart raffiniert und perfide, wie es kein einzelner Bezos, Gates oder andere je könnten. Dahinter stehen Denkfabriken mit Millardenbudgets. Wenn die Menschheit wirklich irgendwann wieder ein eigenes Bewusstsein entwickeln sollte, wo wer steht und wer wen wie beherrscht, wird sie meiner Meinung nach nicht umhinkommen, das Ladekabel zu verbrennen.

    Denn wo vor ein paar Jahren noch aufwendige Kampagnen in Radie oder Fernsehen nötig waren, um eine relevante „Stimmung im Volk“ zu erzeugen, genügen heute zwei oder drei viral gegangene Videos, Memes oder was auch immer. Jeder einzelne bekommt zu hören oder zu lesen, was ihn persönlich triggert und schon sind alle mit sich selbst und den jeweils „anderen“ beschäftigt.

    Dystopie ? Schon seit Jahren Realität !

    Kapitalismuskritik in der Generation „Avakin Life“ ? Wieso denn, ist doch alles in bester Ordnung …. wie da je wieder rauskommen ?

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Warte erst mal den Winter ab, Atomino. In Australien und Neuseeland ist jetzt Winter. Dort müssen sie sogar auf der Straße mit Maske herumlaufen. Und wie ich meine Zeitgenossen kenne, freuen sich schon einige darüber, weil sie vielleicht glauben, die Maske wird warmhalten. Anzunehmen, dass unsere Obrigkeiten da schon gewisse Vorstellungen auch für uns erwägen.

    Worüber ich mich wundere, ist, dass ich nirgends bisher Proteste gelesen oder gehört habe gegen das, was Bankkaufmann Spahn in seiner Sammelwut mit unseren Patientendaten anstellt. Der schmeißt unsere Daten der Gesundheitsindustrie direkt in den Rachen, und wir DÜRFEN dagegen nicht Einspruch erheben – laut Spahnscher Verordnung. Ich wüsste gar nichts davon, wenn ich nicht hin und wieder die Beiträge von Britta Engel gelesen hätte auf Telepolis. Das gehört alles zur sogenannten Digitalisierung. Und der oberste Datenschutzbeauftragte Kelber hat „nichts einzuwenden“. Ich hätte gern mal die Adresse dieses Herrn, der seine dicken Diäten ohne Gegenleistung einsteckt. Von den Ärzten kommt auch kein Protest. Und wenn Merkel gesagt hat, Daten sind das Gold der Zukunft, dann sollten wir sehr hellhörig werden und alle unsere Personalien in Panzerschränken verstecken und den Schlüssel wegwerfen, dass er nicht mehr auffindbar ist.

  3. Erfurt schreibt:

    Ist ja der Hammer: Auf Rubikon wird dazu angehalten, sich mit den Rechten zusammenzutun:
    https://www.rubikon.news/artikel/alle-zusammen

    Wir sind eins. Wir sind ein Volk, eine Familie. Wir wollen Freiheit und Frieden. Dafür gehen wir auf die Straße. Dort treffen wir unsere Brüder und Schwestern in bunten Farben. Steht da. Jaja, das kommt uns doch schon sehr bekannt vor, Brüdern und Schwestern. Nee, Leute, mir ist das zu bunt. Und mit Verbrechern rede ich nicht!

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      Da kann man nur davor warnen, genauso wie vor der AfD. Dieser Trend nach Rechts, zu mehr Verschärfungen und mehr bourgeoiser Diktatur, ist brandgefährlich. Aber es ist auch eine Folge der DDR-Verleumdung!

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Sie gehen ja auch davon aus, dass sie nicht links und nicht rechts sind. Diese allgemeine Menschheitsverbrüderung stößt mich ab, Seit wann verbrüdere ich mich denn mit meinen Feinden? Aber das Problem ist, es gibt bei den Querdenkern neben ganz vernünftigen Menschen zu viele sogenannte Psychologen, die die ganze Welt, egal, ob Freund oder Feind, als „eine Menschheit“ ansehen, und dann stellen sie sich vor, jeder Krieg fällt aus. Das geht in Richtung Gorbatschows „einer großen Menschenfamilie“, und wohin wir damit gekommen sind, wissen wir. Außerdem unterstützt es die Diffamierung der Querdenker. Solange es Ausbeutung von Menschen gibt, so lange sind Ausbeuter Feinde der Menschheit. Gut, Stefan, dass du Rubikon aufmerksam gelesen hast, ich überfliege Rubikon mit wenigen Ausnahmen eigentlich immer nur, da ist mir das durchgerutscht. Auch Rubikon ist eben eine bürgerliche Veranstaltung.

    • sascha313 schreibt:

      Es ist auch manchmal seltsam, wenn man von ansonsten vernünftigen Leuten dann solche dummen Bemerkungen hört: „Wir wollen ja keinen Totalitarismus!“ oder „Zwei Diktaturen hatten wir schon!“ – da fragt man sich, was wissen die überhaupt von der Geschichte?

    • Erfurt schreibt:

      Danke Hanna. Deutschland ist ein Irrenhaus! Der Irrweg der Deutschen Nation ist erst zuende wenn sich diese Nation nicht mehr von Irren anführen lässt!

      LG, Stefan

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