Zu Ehren des 71.Jahrestages der DDR: Der Kommunist und Fernsehjournalist Karl Eduard von Schnitzler

Die DDR in der deutschen Geschichte

von Marta Rafael und Karl-Eduard von Schnitzler

Wir waren kürzlich aufgefordert, zwei Jubiläen zu begehen: Die Gründung der BRD und die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Jubiläum kommt von „jubilieren“ – oder umgekehrt. Worüber sollen wir jubilieren? Daß die DDR zugrunde ging? Darüber später. Die DDR ist so wenig „ehemalig“ wie das Kaiserreich oder die Weimarer Republik. Für sie gilt merkwürdigerweise kein „ehemalig“. Aber wir werden sehen. Sollten wir darüber jubeln, daß in der Adenauer-Regierung des ersten deutschen Nachkriegsstaates mehr Nazis saßen als in der ersten Hitler-Regierung vom Januar 1933? Daß die Konzerne, Monopole und Banken, die Hitler die Regierungsgewalt – nicht etwa die Macht! – in den Schoß gelegt hatten, weiterbestehen (offen oder getarnt) und neue Macht besitzen und ausüben – gleichgültig, ob die Kanzler Kohl oder Schröder heißen?

Geschichtliches

Die Deutsche und die Dresdner Bank, die Commerz- und Privatbank oder/und Krupp, Flick, Thyssen, AEG, Wintershall, Bosch, Portland, IG Farben, Norddeutscher Lloyd, Rheinmetall – sie alle und noch viele mehr und ihre Nachkommen haben Hitlers Krieg betrieben und an ihm verdient, haben die Hochrüstung in Gang gesetzt (schon vor Hitler!), den Krieg geführt, andere Völker ausgeplündert, Konzentrationslager installiert und an ihnen verdient wie am Holocoust – und nun haben sie ganze 5 Milliarden Mark im Angebot, die sie auch noch von der Steuer absetzen können, den Rest zur Summe von 10 Mrd. gibt der Staat, die Allgemeinheit, dazu – zu dem, was sie „Wiedergutmachung“ nennen. Sie sind wieder der Staat im Staate.

Die Faschisten in der BRD

Über all das jubilieren?? Oder über die Staatsoberhäupter? Heuss, der im März 1933 im Reichstag dem Ermächtigungsgesetz zustimmte – alle Gewalt für den Faschismus und gegen das Volk! Oder Heinrich Lübke, der für Himmler KZs baute! Oder Carstens, einst Verbindungsmann zwischen Ribbentrops Außenministerium und Goebbels Reichspropagandaministerium! Oder Weizsäcker, der in Hamburg das Gift Agent Orange entwickeln ließ, mit dem dann die amerikanischen Übermenschen in Vietnam Wälder und Kinder, Frauen, Männer, Alte und Junge, ja auch eigene Soldaten vergiften ließen! Alles Oberhäupter des Staates, den es nun zu bejubeln galt!? Oder 2.300 Namen von Bonner Staatsfunktionären – von Globke, Adenauers Schreibtischmörder an Juden, bis zu Kiesinger, v. Eckardt, Oberländer, Grebe und Fränkel oder 1.118 Namen von hohen Justizbeamten, Staatsanwälten und Blutrichtern, bei denen heutige Nachkommen gelernt haben, was „Recht“ ist (Völkerrecht und Strafrecht).

Hitlers Diplomaten im Westen

Bis zu den 520 Diplomaten, Botschaftern und Konsuln – eins im Dienste des Hitlerschen, nun des heutigen Auswärtigen Amts (warum sollten sie auch den Namen dieser Repressionsbehörde ändern)! 300 hohe und höchste Polizeischergen der Faschisten in der Bonner Polizei und im Amt für Verfassungsschutz (nun natürlich nach Berlin, ihrem alten Standort, zurückgekehrt)! 180 Admirale und Generale die Hitlers verbrecherischen Krieg führten, in die Bundeswehr überwechselten und dann ihren Nachwuchs ausbildeten! Allesamt mitverantwortlich für Hitler und Himmler, für Faschismus über Europa, für Kriege und Vernichtungslager. Kein Wunder, daß sie bei Antifaschismus ROT sehen und all ihren Haß aussondern….

Die „Mauer“ und die Grenzen in Europa

Mit der „Entfernung“ der Mauer ist es nicht getan – weder im italienischen San Carlo, noch in Berlin. Nicht nur der Name LENIN ist nicht aus der Geschichte zu entfernen, noch der Name des ersten deutschen Friedensstaates „DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK“. Wir wollten immer ein einheitliches antifaschistisches demokratisches Deutschland – wie Bertolt Brecht es beschrieben hat: Vor dem „die Völker nicht erbleichen“ und „nicht über und nicht unter anderen Völkern“, weil wir es „verbessern“ wollten. Das ist uns nicht gelungen. Heute steht das alte GROSSDEUTSCHLAND wieder, dem immer wieder der Schreckensschrei in Europa vorausging: die Deutschen kommen! Und es reicht wieder von Polen bis an die Grenzen Dänemarks, Hollands, Belgiens, Frankreichs, Österreichs und der Schweiz. Und da sind weder „Anmut“ noch „Verstand“ am Werk. Ist es nicht so: Erst mußte die Mauer weg – dann, zweitens – die Deutsche Demokratische Republik, damit – drittens – wieder eine deutsche Regierung Soldaten ins Ausland schicken und – zunächst in Jugoslawien – Krieg führen konnte? Alles unter tatkräftiger Hilfe deutscher Außenminister wie Genscher und Fischer, deutscher Innen- und Kriegsminister wie Kinkel und Scharping?

Die friedliebende Deutsche Demokratische Republik

Denn wir hatten – mit sowjetischer Hilfe – einen Staat geschaffen, der das Potsdamer Abkommen verwirklichte und aus den Ruinen des Hitlerreiches und der Banken und Monopole und deren Krieg einen Staat, der allen Völkern die Hand reichte und dafür angetreten war, daß nie mehr eine Mutter ihren Sohn beweint! Den ersten Staat auf deutschem Boden, der FRIEDEN zum Regierungsprogramm erhoben hat! Solange er existierte, durfte keine deutsche Regierung es wagen, das Wort KRIEG auch nur in den Mund zu nehmen – oder gar im Fernsehen! So lange es die Deutsche Demokratische Republik gab, gab es keinen Krieg von deutschem Boden aus! Das alles weist dieser Deutschen Demokratischen Republik einen hervorragenden, nicht auszulöschenden Platz in der deutschen Geschichte zu!

Das Beste aus Deutschland

„Die Deutsche Demokratische Republik war das Beste, was in der Geschichte den Deutschen, den Völkern Europas und der Welt aus Deutschland widerfahren ist!“ Mit diesem Satz begann ich 1993 mein Buch „Provokation“. Und man ließ sich provozieren! Von A bis Z, von ARD über BILD; SPIEGEL und STERN bis ZDF heulten sie auf, weil ich in Erinnerung zu rufen gewagt hatte, daß der erste Staatspräsident dieses verruchten Staates, Wilhelm Pieck, den Satz geprägt hatte, den Walter Ulbricht aufgriff und Erich Honecker zur innen- und außenpolitischen Maxime erhoben hatte: VON DEUTSCHEM BODEN DARF NIE WIEDER KRIEG AUSGEHEN! Eine „Aufarbeitung der Geschichte“ – wenn es denn offiziell so etwas gäbe – bräuchte die DDR nicht zu scheuen. Aber sie war nur ein deutscher Teilstaat. (gekürzt – Red.)

Quelle: Karl Eduard von Schnitzler und Marta Rafael: Ein Rückblick – Die DDR in der deutschen Geschichte.

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16 Antworten zu Zu Ehren des 71.Jahrestages der DDR: Der Kommunist und Fernsehjournalist Karl Eduard von Schnitzler

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Ach, was haben sie den Kled gehasst! Er war Kommentator, keiner, der Politik machte, sondern sie propagierte, für uns, für unser Land, und sein Schwarzer Kanal zeigte anhand von Eigenaussagen westdeutscher Medien den Westdeutschen Zusammenhänge auf, die ihnen die westlichen Medien mit ihren Bruchstückmeldungen verschwiegen. Kein Wunder, wie der Bewusstseinsstand heute ist, denn den Westdeutschen wurde er als Gottseibeiuns dargestellt. Soviel ich weiß, er hat die Beweise aufgezeigt, hat niemals gelogen – was ihm ja unterstellt wurde vom Westen. Sie haben ihn lächerlich machen wollen, ihn, diesen klugen, gebildeten Menschen, der hinter unserem Staat stand. Das war sein „Verbrechen“. Das hatten sehr viele Menschen in der DDR begriffen, und ich erinnere mich noch, wie lang die Schlange vor der Karl-Marx-Buchhandlung war, als er dort seine Memoiren vorstellte und signierte. Und wo sind all diese Menschen heute? So, wie sein obiger Beitrag ist, so war er, das war er, mit Leib und Seele. Dies kann ich aus persönlichen Begegnungen sagen. Entschuldigt, dass ich hier auch etwas zum Autor des Beitrags sage, ich halte es für nötig. Er fehlt uns heute sehr! Er hat sie durchschaut, all ihre Lügen, ihre Verbrechen, das können sie ihm nicht verzeihen. Auch sein obiger Beitrag beweist es in jeder Silbe, jeder Zeile. Wir müssen mit diesem Verlust leben, und ich denke, er steht noch immer hinter uns.

  2. Harry Popow schreibt:

    Herzlichen Dank lieber sascha313 für diesen aus der Taufe gehobenen „Rückblick“, Einen besseren und sehr menschlichen Text, vor allem so treffsicher in der politischen Aussage, kann man sich gar nicht denken. 1. Darf ich ihn im Blog veröffentlichen? 2. Ich plane ein Sachbuch zur Vereinnahmung der DDR mit wichtigen Beiträgen von verschiedenen Autoren, die in meinem Blog veröffentlicht wurden. Darf ich diesen Artikel von Schnitzler und Marta in diesem Fall ebenfalls übernehmen? Mit herzlichen Dankesgrüßen – Harry Popow

    • sascha313 schreibt:

      Aber klar darfst Du, Harry. Ich habe mir jetzt das Buch bestellt von Kled „Provokation“… Wenn man sich mal so umschaut auf youtube… woher kommt denn die widerliche Bezeichnung „Sudel-Ede“ – das ist RIAS-Dreck und Nazisprache!. Unser Kled ist ein wundervoller Mensch, eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er hat Großes geleistet in unserer DDR!

      • Harry56 schreibt:

        Hallo Sascha, mit „Sudel – Ede“ ist es so wie mit „Erich´s Lampenladen“, dem Palast der Republik, Erfindungen absolut kapitalshöriger BRD- „Journalisten“ – SCHMIERFINKEN !
        Über diesen Dreck dieses gekauften Gesindels lohnt es sich nicht zu erregen.

        Ruhige soz. Grüße !

      • sascha313 schreibt:

        Ich entsinne mich auch noch an die üblen gehässigen Reden, mit denen man Walter Ulbricht bedachte, wie „Spitzbart“, und an diese primitiven Witzeleien über seinen sächsischen Dialekt…

  3. Weber Johann schreibt:

    Sascha, wozu solche Reden führen können „Ich entsinne mich auch noch an die üblen gehässigen Reden, mit denen man Walter Ulbricht bedachte, wie „Spitzbart“, und an diese primitiven Witzeleien über seinen sächsischen Dialekt…“ hat Dieter Hallervorden dem „Tagesspiegel“ mitgeteilt. Hier ein Artikel auf „focus.de“:

    DDR-Regime
    Hallervorden plante Attentat

    Vielen ist Dieter Hallervorden nur als Komiker bekannt. Er hat aber auch eine ernste Seite: Er plante sehr dezidiert, den SED-Politiker Walter Ulbricht zu ermorden. Die Pläne reiften im Jahr 1958, wie der „Tagesspiegel“ vom Freitag berichtet. Student Hallervorden war aus Ost-Berlin in den Westen geflüchtet. Dort trat er einer Verbindung bei, um ein Zimmer zu bekommen. Etliche Mitglieder der Bruderschaft waren ebenfalls aus der DDR geflüchtet – unter ihnen auch Kurt Eberhard, mit dem sich Hallervorden anfreundete. Gemeinsam überlegten sie, wie man die Beseitigung des SED-Regimes unterstützen könnte.
    Zunächst ging es um Flugblätter und den Schmuggel verbotener Bücher.

    Dann wurde Walter Ulbricht, der verhasste Parteichef von Moskaus Gnaden, zum Ziel erkoren. Er sollte erschossen werden. Die Pläne waren recht präzise: Zwischen den Bahnhöfen Greifswalder Straße und Zentralviehhof wollten die Studenten ihr Attentat von der S-Bahn aus durchführen. Neben der Werner-Seelenbinder-Halle spielte Walter Ulbricht öfter Tennis. Hallervorden sollte die Waffe besorgen. Eine Freundin von Kurt Eberhard überzeugte die beiden schließlich, von ihrem Plan abzulassen. Heute beurteilt Hallervorden die Idee wohlwollend: „Das war ein Dumme-Jungs-Plan, mehr eigentlich nicht“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Seine weiteren Umsturzversuche im Osten beschränkten sich aufs Flugblätterverteilen.
    Ast – Freitag, 30.01.2009“
    https://www.focus.de/panorama/boulevard/ddr-regime-hallervorden-plante-attentat_aid_366241.html

    Zu welchem Denken, diese abscheuliche, menschenverachtende DDR-Hetze eines RIAS und dutzende Anderer führte, zeigt eine Kommentar zu diesem focus-Artikel:
    30.01.09, 12:32|Anonym
    Didi ist ein hochintelligenter sensibler Mensch…
    ..und es kann ihm keiner verübeln, dass er einmal so radikal dachte bzw. so handeln wollte. Er war von einem guten Ideal getrieben, so wie das für einige besondere Menschen in der Jugend gilt. Aber sie werden dann weiser und halten ihre Wut über Unmenschen, wie Ulbricht, zurück.“

    • sascha313 schreibt:

      Unfaßbar! Sowohl die zynisch-verharmlosende Bezeichnung dieses Hallervorden, seine Mordabsicht sei nur ein „dummer-Jungen-Streich“ gewesen, wie auch der Leserkommentar dieses „hochintelligent sensiblen“ Faschisten bezeugen, wie in einem von Nazis regierten Land die Menschen zu Mördern erzogen wurden. Nichts anderes geschah, als die 1933-45 von den Nazis erzogenen, entmenschten deutschen Okkupanten die Sowjetunion überfielen, als die entmenschten anglo-amerikanischen Bomberpiloten Dresden in Schutt und Asche legten, als die entmenschte USA-Soldateska Vietnam mit „Agent Orange“ vergifteten und als die entmenshcte USA-Söldner den Irak verwüsteten und mit Uranmunition verseuchten…. Es ist das absurde Denken einer vom Faschismus und dessen Zöglingen degenerierten Generation…

      • Weber Johann schreibt:

        Sascha, vielen Dank, dass Du an diese Verbrechen der Amerikaner erinnert hast. Wir dürfen auf keinen Fall die Verbrechen der Amerikaner am nordkoreanischen Volk vergessen. Südkorea mit den Amerikaner haben Nordkorea am 25.6.1950 überfallen.

        Lilly Wächter war Mitglied einer internationalen demokratischen Frauenföderation, die im Frühjahr 1951 Nordkorea besuchte. Als Lilly Wächter von dieser Reise zurück kam, berichtete sie auf Versammlungen über die Greueltaten der Amerikaner. Sie wurde gleich von Amerikaner verhaftet und angeklagt.
        Der DDR-Rechtsanwalt Friedrich Karl Kauf, er vertrat Lilly Wächter bei den Gerichtsverhandlungen, berichtet in seinem Buch „Ankläger – Auf der Anklagebank – 2. Folge“ von Friedrich Karl Kaul, Dietz Verlag Berlin 1953 über den Gerichtsverlauf.

        Im Februar 1951 gab der Minister für Kultur der Volksrepublik Korea auf der Tagung des Rates der Internationalen Demokratischen Frauenföderation in Berlin einen erschütternden Bericht von den Greueltaten, die amerikanische und sogenannte UN-Truppen in Korea an wehrlosen Frauen, Kindern und Greisen verübten. Dies war der Anlaß für die Reise nach Nordkorea.
        Ich zitiere hier einige Punkte. Die Berichterstattung dieser Verbrechen nehmen in diesem Buch über 30 Seiten ein:
        • Langsam rollen die Wagen der Delegation in die koreanische Stadt Sinuiju, die hart an der chinesischen Grenze liegt. Es ist die erste Stadt in Korea, die die Delegation aufsucht, und mühsam bahnen sich die Wagen ihren Weg durch ein riesiges Trümmerfeld: Das ist eine Stadt gewesen, die vor Beginn der Feindseligkeiten 126 000 Einwohner hatte! Erschüttert steht Lilly Wächter auf dem ehemaligen Marktplatz. Hier ist alles, aber auch alles zerstört. Der koreanische Behördenvertreter berichtet, daß es irgendwelche Kriegsindustrie hier nie gegeben habe; das hinderte die Amerikaner nicht, die Stadt durch Bombardierungen fast vollständig dem Erdboden gleichzumachen. Unter ihren schonungslosen Bombardements kamen Frauen und Kinder zu Tausenden ums Leben.
        • Doch schon geht es weiter. Das Ziel der nun beginnenden Fahrt ist Phoengjang, die Hauptstadt, der Volksrepublik Korea. Alle Städte und Dörfer an der 300 km langen Strecke sind durch Bombardierungen zerstört.
        • Interessiert treten die Delegierten, unter ihnen Lilly Wächter, heran, um mit dem einen der Bauern einige Worte zu wechseln. In diesem Augenblick erdröhnt die Luft von Motorengeräusch. Instinktiv werfen sich die Bauern zu Boden, drücken das Gesicht in die Furchen. Eine rauhe Hand reißt Lilly Wächter in einen Graben; zusammengeduckt wird sie Zeuge des schaurigen Schauspiels. Mit Maschinengewehrsalven versuchen die Amerikaner die Bestellung der Felder zu verhindern – und das viele hundert Kilometer hinter der Front, weitab von jedem militärischen Objekt.
        • Den Delegierten wurden Beweise für die Anwendung neuer, bis dahin unbekannter Vernichtungswaffen gezeigt, unter anderem wurde eine Bombe vorgelegt, die Napalmbombe, die nicht zersplittert, wenn sie auf den Boden aufschlägt oder sonst einen Widerstand berührt, sondern sich öffnet und eine Masse ausschleudert, die an allem, was sie erreicht, haftet und es in Brand setzt, sei es ein Haus oder ein Baum oder die Kleidung oder die Haut eines Menschen.
        • Beispiellos war, was die Bevölkerung Phoengjangs durch die Amerikaner zu erleiden hatte. Fräulein Kang Bok Sen sagte vor den Delegierten aus, daß die Amerikaner die Oper und die ihr benachbarten Häuser in ein Bordell für die amerikanische Armee verwandelt hatten. Mit Gewalt wurden alle auf der Straße angetroffenen Frauen und Mädchen ihm zugeführt.
        • Frau Kim San Ok, 37 Jahre alt, Mutter von vier Kindern, sagte aus, daß sie nach der Vernichtung ihres Hauses in das Dorf Song San evakuiert wurde. Dort sah sie die Leichen von 37 von den Amerikanern umgebrachten Personen, darunter die der Sekretärin der örtlichen Frauenorganisation, die sie nackt auf den Straßen herumführten und schließlich mit einem rotglühenden Eisen ermordeten, das sie ihr in die Scheide stießen. Ihr kleiner Junge wurde lebendig begraben.
        • Ein neunjähriges Kind, Pak Tschan Ek, berichtete, daß sein Vater getötet worden sei. Die Mutter und das Kind waren verhaftet und ins Gefängnis geworfen worden, und man teilte ihnen mit, daß sie hingerichtet werden würden. Unmittelbar vor der Hinrichtung wurden sie von der koreanischen Volksarmee befreit. Die Frau sagte aus, daß man irgendwelche Angaben von ihr verlangt habe; als sie die Angaben nicht machen konnte, wurde sie gefoltert: glühende Stricknadeln wurden ihr unter die Fingernägel getrieben. Die Narben davon waren noch sichtbar. – Als sie zur Folterung geführt wurde, hat sie gesehen, daß in einen Brunnen des Außenhofs lebende Menschen geworfen wurden. „Die Amerikaner sind wilde Tiere!“ rief die Frau aus. Das hinderte jedoch die Amerikaner nicht, das Feuer fortzusetzen, so daß insgesamt 275 Menschen ums Leben kamen.
        • Im Bezirk Schentschungmen wurden während der amerikanischen Besetzung vom 20. Oktober bis zum 7. November 1561 Zivilisten ermordet, 1384 Personen wurden erschossen, unter ihnen 452 Frauen und 354 Kinder im Alter bis zu acht Jahren. 57 Personen, darunter 15 Frauen, wurden erhängt. 50, darunter 20 Frauen, wurden lebend begraben und 35, darunter 10 Frauen, zu Tode geprügelt; weitere 55, darunter drei Frauen, wurden verbrannt. – Es genügte, dem Bauernverband oder einer anderen demokratischen Organisation, auch nur der Konsumgenossenschaft anzugehören oder Verwandte in diesen Organisationen zu haben, um von den Amerikanern gefoltert und umgebracht zu werden.

        Ergebnis: Lilly Wächter berichtete unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Korea auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf vor Vertretern der westdeutschen Presse und des Rundfunks über die entsetzlichen Feststellungen der Studienkommission. Doch damit ist es nicht getan. Versammlungen werden organisiert, in denen Lilly Wächter über die Schrecken des Krieges in Korea berichtet. Auf Geheiß der amerikanischen Besatzungsmacht tun die westdeutschen Behörden alles, um diese Versammlungen zu verhindern. In Rastatt, Düsseldorf, Sindelfingen, in Friedrichshafen und Nürnberg wird es Lilly Wächter verboten, zu sprechen. Fünfmal wird sie während dieser Zeit verhaftet, fünfmal muß sie auf die Proteste der deutschen Frauen und Mütter hin freigelassen werden. Am 30. Juni 1951 wird ihr schriftlich mitgeteilt, daß sie aus der SPD ausgeschlossen sei. Keine Begründung wird für diese Maßnahme gegeben.

        Lilly Wächter wurde zu 8 Monaten Gefängnis und 15.000 DM Strafe verurteilt. Zum Vergleich was diese 15.000 DM für Lilly Wächter bedeuteten, hier der Jahresbruttoverdienst 1951 von meinem Vater in der Alt-BRD, 1.500 DM.
        Wer sich über den Koreakrieg näher informieren will, dem empfehle ich dieses Buch von Friedrich Karl Kaul. Bei uns in der Alt-BRD wurde und wird bis heute über diese Verbrechen der Amerikaner an der nordkoreanischen Bevölkerung geschwiegen. Anders in der DDR. Die DDR-Zeitungen berichteten ausführlich darüber.

  4. Weber Johann schreibt:

    Hier ein Ausschnitt aus einer Befragungsrunde, in der sich Eduard v. Schnitzler mit Bravur den Anwürfen sogenannter DDR-Aufarbeiter gestellt hatte.

    Ich frage mich, hat sich seitdem etwas geändert an der Diffamierung vieler Menschen in der DDR?
    Nein. Ich zitiere nur eine Ines Geipel, in der Zwischenzeit auf dem Müllhaufen der Dopinggeschichte gelandet:

    „Ines Geipel – „Meine Generation hat den inneren Hitler in sich konserviert“
    Sie beschreiben die Generation Mauer als eine Generation, die den Glauben an die Reformierbarkeit des Systems verloren hatte. Wie sind aus ihren Mitgliedern AfD- oder Pegida-Anhänger geworden?

    Diese Generation ist wie in einem Käfig sozialisiert worden. Der äußere Einschluss entsprach einer inneren Verkapselung. Diese Generation hat den inneren Hitler in sich konserviert wie in einer Krypta.“
    https://www.cicero.de/innenpolitik/ines-geipel-ddr-nationalsozialismus-sed-diktatur-mauer-rechtsextremismus-afd/plus

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Johann, diese Sendung mit Schnitzler hatte ich mir damals ganz angesehen. Da saß eine Meute staatlich aufgehetzter, zu Dummköpfen Gemachter beisammen, um es „dem Schnitzler mal zu zeigen“. Es war auch für ihn nicht ganz leicht, so ganz allein, ohne seine Genossen, diesen Gemeinheiten entgegenzutreten. Der Schnösel von Moderator warf immer neue Funken ins Feuer, tat aber so, als wolle er den Haufen zur Ruhe bringen. Schnitzler hätte auf diese Show verzichten können, das tat er nicht, er hatte Mut, sich diesen Leuten entgegenzustellen. Es wäre vermutlich gegen seine kommunistische Ehre gegangen, zu kneifen und nicht hinzugehen. Ganz sicher wusste er, dass dort eine Inszenierung ablaufen würde. Kennst du einen bundesdeutschen Politiker, der sich solch einem aufgehetzten Haufen stellen würde? Ich nicht.

    In diesem Zusammenhang habe ich mal eine Frage: Wer ist Rolf Gössner, Rechtsanwalt und Publizist. Er hat kürzlich den Litten-Preis für seine Tätigkeit vom Verband deutscher Journalisten bekommen, die Junge Welt veröffentlicht heute seine Dankesrede, sehr sympathisch, sehr kämpferisch. Ist er Ost- oder Westdeutscher? Hast du eine Ahnung, bei welchem Anlass er publizistisch hervorgetreten ist? Mir ist sein Name nicht bekannt.

  6. Weber Johann schreibt:

    Hanna Fleiss, gern gebe ich Dir kurz über Rolf Gössner Auskunft. Rolf Gössner hat viele gute Bücher zu den in der Alt-BRD verfolgten Menschen, die sich für einen Friedensvertrag, Wiedervereinigung, gegen Remilitarisierung, gegen Atomtod usw. einsetzten, die verfolgt, angeklagt und in Gefängnisse gesperrt wurden.
    Er wurde über 30 Jahre vom Verfassungsschutz verfolgt. Ihm habe ich es zu verdanken, dass mir jetzt bekannt ist, dass im Oktober 1948 in Stuttgart Arbeiter (70.000) auf die Straße gingen weil sie Hunger hatten. Diese Demonstration wurde von den Amerikanern brutal niedergeschlagen. Panzer fuhren auf, Bajonette wurden gezückt, eine mehrtägige Ausgangssperre wurde verhängt, es gab viele Verhaftungen und noch vieles mehr. Wenn immer geschrieben wird (Propaganda) der Umsturzversuch am 17.6.1953 sei der erste Arbeiteraufstand nach dem Kriege gewesen, der lügt. Dieser echte Arbeiteraufstand in Stuttgart war der erste Aufstand nach dem zweiten Weltkrieg. Wurde als von den Kommunisten unterwandert diffamiert.
    Kleiner Wermutstropfen. Gössner schrieb auch über die DDR (meist in der jw). Tendiert aber oft zur Wessi-Meinung. Finde ich schade. Lesenswert jedoch seine Bücher, wenn jemand über die Zustände in der Alt-BRD sich informieren will.

  7. Rolf schreibt:

    Dass es 1948 diesen Aufstand gab, hatte ich mal gelesen. Gibt es dazu auch weitere Berichte oder ähnliche „Nachweise“?
    Rolf

  8. Rolf schreibt:

    Danke Sascha, da hatte ich wohl bei „DIR“ gelesen …
    Gut das es dich gibt!

    Rolf

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