Ein seltsamer „Fund“ und die Lügen der westlichen Presse

SandarmochVielleicht haben Sie gedacht, daß im Jahre 2020 – inmitten einer „Pandemie“ – die Praxis des westlichen Imperialismus, über alle seine Medien zu versuchen, die Sowjetunion im allgemeinen und J.W. Stalin im besonderen zu verleumden, nachgelassen hätte – doch weit gefehlt! Mit einigen Artikeln in der „New York Times„, von Reuters und von anderen Medien wurde über ein Massengrab berichtet, das vor 20 Jahren im Wald von Sandarmoch in der nordwestrussischen Region in Karelien gefunden wurde, das als allerneuester „Beweis“ für die Skrupellosigkeit Stalins herhalten muß.

Eine alte Geschichte wird neu aufgewärmt…

Dieser 20 Jahre alte Fund wird nun vom Westen als der neue „Wald von Katyn“ bezeichnet! Es ist ziemlich merkwürdig, ihn mit Katyn in Verbindung zu bringen, wenn man bedenkt, daß Ella Rule die Lügen über das Massaker von Katyn in diesem Land längst völlig entlarvt hat, obwohl Anfang der 90er Jahre die kapitalistischen Geschichtsfälscher in Rußland, um den Westen zu besänftigen und ihre sowjetischen Vorgänger anzugreifen, behauptet hatten, die Sowjets seien dafür verantwortlich gewesen.

Ermordete Sowjetsoldaten

Diesmal prüft dasselbe kapitalistische Rußland die Fakten, und ihre Militärhistorische Gesellschaft (MHG) sagt, daß neben Sowjetbürgern auch sowjetische Soldaten begraben wurden, die während des Zweiten Weltkriegs von der finnischen Armee hingerichtet worden waren. Der Westen ist nicht glücklich darüber, daß die Russen diesmal nicht mit ihren Behauptungen übereinstimmen und beschuldigt nun das kapitalistische Rußland, sowjetische „Verbrechen“ zu vertuschen.

Die zwielichtige Organisation „Memorial“

In einer weiteren absurden Wendung fand sich Juri Dmitrijew, einer der drei Personen, die im Namen der zwielichtigen, staatsfeindlichen Memorial-Gruppe die Entdeckung gemacht haben sollen, unter Anklage wegen Kinderpornographie. Er war zwei Jahre zuvor von ähnlichen Vorwürfen freigesprochen worden. Die westliche Presse behauptet natürlich, er sei reingelegt worden, aber wenn das der Fall ist, warum dann nicht auch die beiden anderen Entdecker, die noch auf freiem Fuß sind und die beide ebenfalls Mitglieder der Führung von Memorial sind?

Quelle: Red Youth

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23 Antworten zu Ein seltsamer „Fund“ und die Lügen der westlichen Presse

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Man darf gespannt sein, was sie aus diesem „Fund“ noch alles machen werden. Dass es sich um sowjetische Soldaten handelt, die von den Finnen erschossen wurden, wird wohl keine Rolle spielen. Schon dass auf Katyn hingewiesen wird, Katyn, dessen Legende schon mehrfach widerlegt wurde, lässt auf ein neues Propagandamärchen hoffen.

  2. Erfurt schreibt:

    Hetze gegen Russland! Bereits seit ein paar Tagen faseln die Propagandamedien von einem Giftmüllskandal an der Pazifik-Küste vor Kamtschatka. Angeblich werden seit den 70er Jahren auf dieser Halbinsel Pestizide gelagert, die nun, 50 Jahre später, ganz plötzlich ins Meer sickern. Natürlich können die Gifte sonstwoher kommen, wer weiß welcher Schurke da wieder Giftmüll auf hoher See verklappt oder seine Tanks „gereinigt“ hat. Und überhaupt ist es totaler Blödsinn, Pestizide ausgerechnet da lagern zu wollen wo sie gar nicht gebraucht wurden. Denn auf Kamtschatka dominiert die Rentierwirtschaft, da machen Pestizide überhaupt keinen Sinn.

    Aber diese novitschok-vergifteten Nawalniks können es einfach nicht lassen und Greenpeace macht bei diesem Schwindel noch mit.

    MFG

  3. Atomino schreibt:

    Das schlimme ist ja, dass es die Kriegstreiber kaum noch nötig haben, uns medial auf den nächsten Feldzug einzustimmen. Ihnen dürfte klar sein, dass künftige Kriege nicht mehr mit Millionenheeren an willigem Kanonenfutter ausgetragen werden. Stattdessen sorgen sie mit einem Mix aus Desinformation und medialem Fastfood dafür, dass kaum noch jemand durchblickt und die fortschrittlichen Kräfte in ihrer Zerstrittenheit lähmt, wer denn nun was aus welchem Grund und wofür / wogegen eigentlich. Der Kampf „unten gegen oben“ findet fast nur noch auf Blog-Ebene statt. Sauber kanalisiert … Die digitalisierte Revolution in der Sandbox. Via Twitter, WhatsApp & Co immer auf dem Laufenden gehalten.
    Wo sind wir da nur hineingeraten !?

    • sascha313 schreibt:

      Solange es ehrliche und anständige Menschen gibt, die denken, und die nicht alles glauben, was ihnen erzählt wird, gibt es die Hoffnung, daß der Verstand die Finsternis und den Faschismus besiegen wird.

      • Atomino schreibt:

        Alle ehrlichen und anständigen Menschen haben bei mir jederzeit freien Eintitt und ein Bierchen frei. Aber leider ist es irgendwie nie so einfach, *vorher* die Spreu vom Weizen zu trennen. Wurde schon mehrfach von Menschen enttäuscht, denen ich es nie zugetraut hätte. Alles irgendwie kannibalistisch, seit es kein gesellschaftliches Gegengewicht mehr gibt. Aber ja : beim Aufbau eines sozialistischen Staates wäre ich mit sowas von Engagement dabei !

      • Atomino schreibt:

        und danke für die doch irgenwie mutmachende Antwort. Für die Generation Smartphone vielleicht verstörend, aber mir macht es immernoch Gänsehaut :

  4. Ulrich Hartmut Schliz schreibt:

    Seit etlichen Jahren interessiere ich mich speziell für Meinungsbildung und Meinungsmanipulation im imperialistischen und allgemein reaktionären Spektrum. Speziell das Studium des kolossalen Anti-Stalinpopanz war für mich eine enorme Lehre, über das, wozu die Reaktion fähig ist – an Lügen und eklatanten Fälschungen. Da wird vor NICHTS ZURÜCKGESCHRECKT.

    Meine Überzeugung ist, daß die hemmungslose Diskriminierung Stalins und seiner Regierung nach wie vor das Herzstück der imperialistischen und reaktionären Meinungsmanipulation und des imperialistischen psychologischen Kriegs ist, das sie immer und auf jeden Fall bis zum letzten Atemzug verteidigen werden. Dieser Teil cder Propaganda ist der Eckstein. Fällt dieser – fällt die gesamte antkommunistische Narrative. Dieser Teil der kapitalistischen psychologichen Kriegführung ist denen heilig, heiliger am heiligsten. Es ist der Ring des Herrn. Einmal zerschmolzen fällt alles für sie auseinander.

    ________________________________

    • sascha313 schreibt:

      Hallo Ulrich, das mag international schon stimmen, verfängt aber vor allem bei denen, die nichts über Stalin wissen.

      Ähnlich ist es auch in der BRD mit den monströsen Lügen, die täglich über die DDR verbreitet werden. Da bekommt eine mittelmäßige, ehemalige DDR-Sportlerin einen Professorentitel und hohe Gratifikationen und Preise. Sie hält überall im Westen der BRD Vorträge vor Jugendlichen, daß sie in der DDR verfolgt und bespitzelt worden sei, daß ihr auf Anweisung der „Schtasi“ der ganze Bauch zerschnitten worden sei, daß sie zwangsweise gedopt worden sei, verbreitet überall die Lüge, es habe in der DDR ein „Staatsdoping“ gegeben – und seltsam: sie war bis zum Schluß in der SED, hat nach ihrer Bauch-Op. weitertrainiert und bat nach Aussage anderer Sportler ihren Trainer ausdrücklich um die kleinen „leistungsfördernden“ Pillen… Aber sportliche Erfolge kommen eben vom Fleiß und nicht durch Betrug! (Sie hat nicht eine einzige olympische Medaille und war keine Spitzensportlerin, wie man über sie schrieb!)

      So werden Legenden gestrickt, um die Jugend zu verblöden und in ihnen den Haß auf den Sozialismus zu generieren.

      • Thomas Artesa schreibt:

        Ja ja – und dabei geht es mal wieder gen Osten, vielleicht gar bis Wladiwostok. Erst marschierten sie nach Russland, weil der Zar nicht monarchisch genug war. Ja, ja, ja – dann störten sie sich am Sozialismus und anderen „verworrenen“ Ideologien. Heute ist es der konkurrierende Kapitalismus unter Putin. Tatsache ist jedenfalls – Russland im Allgemeinen und Sibirien im Besonderen sind einfach zu groß, um nur einem Land zu gehören, wie sich schon einmal Margaret Thatcher entblödete zu posaunen, als sie auf einem üblichen Wochenend-Besäufniss in die leere Gartentonne des Nachbarn kotzte.

    • Thomas Artesa schreibt:

      Lieber Ulrich – schön, dass Du nicht in dieser elenden Stalin-Hetze versinkst, wie so viele andere Armchair-Akrobaten Sicherlich kennst Du dann auch die Bücher von Michael Kubi, Ludo Martens oder Grover Furr und Domenico Losurdo bzw. andere Artikel und historische Aufklärung bei Offen-Siv,de – schönen Tag noch alter Kämpfer.

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, das kann ich nur bestätigen. Wenn ich zum Beispiel daran denke, was Losurdo über Stalin geschrieben hat und sich dann als Kommunist bezeichnet, kann ich nur den Kopf schütteln. Grover Furr dagegen hat in den sowjetischen Archiven geforscht und ist vertrauenswürdig, genauso vertrauenswürdig wie Kurt Gossweiler.

    Aber ich frag mal: Müssen es immer Kommunisten sein, damit sie glaubwürdig sind? Können denn nicht auch bürgerliche Autoren zu den gleichen Erkenntnissen kommen? Ich sehe ein, dass sie mit den grundlegenden Erkenntnissen und Objektivitäten der kommunistischen Weltanschauung ihre Schwierigkeiten haben werden, größtenteils sogar sich davon distanzieren werden, was aber nicht daran ändern muss, dass sie in Teilen zu den gleichen objektiven Erkenntnissen kommen. Während allerdings, und das muss man eingeschränkt sagen, sie eher ihre Erkenntnisse an Symptomen festmachen, statt auf den Grund der Dinge zu sehen und zu Einsichten gelangen, die ihre sonstigen Überzeugungen vom Kopf auf die Füße stellen.

    Ich verstehe, wenn es Bedenken gibt hinsichtlich unmarxistischer Überlegungen, denke aber, dass es Aufgabe jedes Kommunisten ist, die Massen einzubeziehen, sie von der Richtigkeit des Marxismus-Leninismus zu überzeugen, um in ihnen Klassenbewusstsein zu wecken und sie in die Lage zu versetzen, für ihre Interessen einzutreten. Sehe ich das richtig, Sascha?

    • sascha313 schreibt:

      Ich stehe da ganz auf deiner Seite. Es gibt viele bürgerliche Humanisten, die durchaus auch (zumindest zeitweilig) als Bündnispartner infrage kommen, Das muß man sich genauer anschauen, inwieweit so ein gemeinsamer Weg auch von Dauer sein kann. Jeglicher Antikommunismus allerdings schließt eine Partnerschaft vor vorhnherein aus.

    • Atomino schreibt:

      Ich habe jetzt nicht unbedingt alle möglichen Bücher zu Stalin gelesen, verstehe aber nicht, weshalb er unter Kommunisten sozusagen immernoch nur mit spitzen Fingern angefasst wird. Zu seiner Zeit hat er viel geleistet, wer weiß, wo die Wehrmacht gestanden hätte, wenn Jelzin, Gorbatschow oder ähnliche an der Spitze gestanden hätten. Und ich wüsste nicht, welchen Vorteil die Kommunisten hätten, wenn sie sich zu Stalin analog der Partei „Die Linke“ zur DDR verhielten.

      Der Vorwurf des Stalinismus wird im heutigen und zukünftigen Antikommunismus immer eine riesengroße Rolle spielen, auch wenn sich alle Kommunisten weltweit öffentlich von Stalin distanzieren und Besserung geloben würden. Stalin spaltet, auch heute noch, und bald 70 Jahre nach dessen Todestag. Wie kann er so eine große Rolle selbst noch für heutige Kämpfe spielen ?

      • sascha313 schreibt:

        Ich denke, Atomino, schon allein wenn man ein paar Sachen von Stalin gelesen hat (z.B, „Kurzer Lehrgang“) und ein paar Videos gesehen hat, dann versteht man, was für eine überragende Persönlichkeit er war. Nicht nur während der gesamten Regierungszeit wurde Stalin von hunderten Millionen Menschen auf der ganzen Welt verehrt und geliebt.

        Was danach geschah, ist auf nichts anderes zurückzuführen als auf die antikommunistische Verleumdungskampagne der Chruschtschowisten und die imperialistische „Marketingstrategie“, angezettelt durch die USA – eine Fortsetzung des Anti-Bolschewismus, ganz im Sinne der Nazis. Übrigens: In China ist allein schon der Besitz von Solzhenizyn-Büchern verboten und wird hart bestraft.

      • Erfurt schreibt:

        Stalin 1945: „Das Deutsche Volk ist nicht das Hitlervolk!“

        Und das sagt doch alles! Beispiellos setzte sich Stalin dafür ein, auf Deutschem Boden eine Demokratie zu errichten und die Kriegsverbrecher zu enteignen. Und dafür, daß das deutsche Volk erkennt, wer diese Kriegstreiber sind, wer sie finanziert, und worin der Faschismus verwurzelt ist. Was kann es Menschlicheres geben!?

        MFG

      • sascha313 schreibt:

        Danke. Dem ist nichts hinzuzufügen!

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Atomino, Sascha antwortet dir, ich will noch etwas hinzufügen: Unter Stalins Führung wurde der erste sozialistische Staat der Welt aufgebaut, ein Staat der Arbeiter und Bauern, der keinem Imperialisten der Welt gefallen konnte. Und wie sehr hatte die westliche Welt auf den Zusammenbruch gehofft! Und als sie Nazideutschland genügend Finanzen zur Verfügung gestellt hatten, um es aufzurüsten, ging es gegen die erst 23 Jahre alte Sowjetunion.

    Ich weiß nicht, ob du dich erinnern kannst, wie ungefähr die Bewusstseinslage der Deutschen nach 23 Jahren in der DDR war. Mit diesen Menschen schlug die Rote Armee unter Stalins Führung Nazideutschlands Aggression zurück – bis zum Reichstag „Dem deutschen Volke“. Und Stalin war klug genug, die Westmächte, die noch immer am Zusammenbruch der Sowjetunion interessiert waren, in diesen Kampf gegen Hitler-Deutschland einzubinden. Wie Sascha schrieb: Er wurde verehrt und geliebt, nicht nur von den vom Faschismus befreiten Völkern, sogar in weiten Teilen der USA (woher die meiste finanzielle Unterstützung für Nazideutschland kam) und Großbritannien mit seinem Sowjethasser Churchill.

    Und als Stalin starb, der kalte Krieg erreichte unvorstellbare Ausmaße, fragte sich die ganze fortschrittliche Welt: Wie geht es jetzt weiter mit der Sowjetunion? Ermessen kann man daran, welch Ansehen Stalin in der Welt hatte und wie verhasst er den imperialistischen Kriegstreibern des Westens war. An jenen 5. März 1953, Stalins Todestag, kann ich mich genau erinnern. Ich war in der 5. Klasse, und wir mussten zum Schulappell antreten, wo wir von Stalins Tod erfuhren. Ich versichere, es war echte Trauer, wir sahen Tränen in den Augen der Lehrer.

    In der 5. Klasse begann damals der Russisch-Unterricht, und die erste Lektion in unserem Russischbuch war ein Lebenslauf Stalins. Vielleicht denkst du jetzt, das war Personenkult? Nein, weit entfernt. Es gab keinen einzigen Staatsmann auf der Welt, der in den Augen der friedliebenden Menschen an seine Persönlichkeit heranreichte. Und dann stell dir die heutigen Giftzwerge vor, die an ihm herumbosteln, ihn zum Verbrecher machen zu wollen.

  7. Atomino schreibt:

    Hallo Hanna. Mir ging es eigentlich um die Rolle Stalins in heutigen Kämpfen, bzw. das wohldosiert wirkende Gift in gerade den Reihen jerer, die sich eine Gesellschaftsordnung *nach* dem Kapitalismus vorstellen können bzw. auch dafür kämpfen. Und da sorgt schon alleine der Name „Stalin“ für jede Menge Beißreflexe. Alleine schon auf den historischen Fotos von Potsdam erkennt man, dass Roosevelt und Churchill keiner Marionette gegenübersaßen. Geschenkt …. Ich frage mich nur, wie wir heute unsere Reihen schließen können, ohne dass jemand das S-Wort in den Mund nimmt und alles explosionsartig nur noch am herumstreiten ist.

    Und ja bzw. nein, von meinem Baujahr her bin ich da wohl zu jung, aber rückblickend würde ich selbstkritisch sagen, dass es bei uns in der DDR schon eine Art Personenkult gab. In meiner Schule war es ein beliebter „Jux“, während des Unterrichts mittels Trinkröhrchen und zerkautem Taschentuch das Bild des Genossen Staatsratsvorsitzenden, der ja überall hing, heimlich zu beschießen. Bin jetzt nicht unbedingt belustigt, aber damals war auch niemand dabei, der aus Überzeugung gesagt hätte: lasst den Scheiß ! “

    Der Staat hat so gut wie alles getan, um sozialistische Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen, aber nur mit Bevormundung lässt sich eben auch keine Überzeugung generieren. Unser größter Schatz wird es sein, beim nächsten Mal nicht die selben Fehler machen zu müssen.
    Für den Frieden.
    Für den Sozialismus.

    Atomino

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Atomino, Stalin lebt als Angstgespenst in den Köpfen der Antikommunisten weiter, er ist ein Symbol für das, was am meisten gehasst wird: Er ist Symbol des Kommunismus. Deshalb ist er für alle seine Gegner, seien es die Bourgeoisien der Welt, seien es revisionistische linke oder auch kommunistische Parteien, ein Feind. Ein Feind, der nicht vergehen will. Ich habe dir geschrieben, dass Stalin ein so starkes Ansehen nach dem Krieg in der Welt hatte wie kein anderer Politiker. Damit habe ich doch gesagt, dass er eine ganze Phalanx Feinde hatte.

      Heute ist uns zum Beispiel der Name Conquest geläufig, der phantastische Fabuleien über Stalins „Verbrechen“ in der ganzen Welt verbreitet hat. Wir wissen von Chruschtschows Lügen über Stalin (er war bei seinem USA-Aufenthalt auch mit Allen Dulles im Gespräch, dem damaligen CIA-Direktor, wo vermutlich die Vorgehensweise, Stalins Bild in der Welt zu zerstören, geplant wurde).

      Die gesamte westliche Welt arbeitete mit allen Kräften daran, Stalins Ansehen zu zerstören. Und du weißt auch, wieviele Kommunisten darauf reingefallen sind. Ja, Stalin hat auch Fehler gemacht, er hat am Vorabend des Krieges Jeschow keinen Einhalt geboten, der die besten Kommunisten in die Lager geschickt hat und vom dem, wie ernstzunehmende Historiker aus sowjetischen Archiven nachgewiesen haben, dass er, glaub ich, britischer und deutscher Agent war und seine Befehle von dort bekam. Grover Furr schreibt in seinem Buch „Chruschtschows Lügen“ darüber. Auf wen aber sollte sich Stalin verlassen, wenn nicht auf seinen Geheimdienstchef?

      Es war also nötig, das Symbol Stalin zu zerstören. Und das ist gelungen, seitdem zerstörten sich viele kommunistische Parteien zum Beispiel selbst. Und deshalb fällt in jeder Diskussion der Name Stalins und entzweit die, die eigentlich dasselbe wollen, falls sie noch nicht soweit vom Marxismus-Leninismus sich entfernt haben, dass sie ins andere Lager gewechselt sind. Was also zu tun ist, liegt auf der Hand.

      Du schreibst aber auch, dass es in der DDR „Personenkult“ gab, weil in deinem Klassenzimmer ein Bild Honeckers hing. Hättest du gern stattdessen den Gekreuzigten im Klassenzimmer gehabt? Frag ich mal ganz doof. Sicher kann man darüber diskutieren, ob es unbedingt Honecker sein musste, es hätte auch Walter Ulbrichts Foto sein können, oder die Wand hätte leer sein können.

      Nein, Atomino, mit Personenkult hatte das nun nichts zu tun. Vielleicht spielte für Honeckers Bild eine Rolle, dass so dokumentiert werden sollte, dass du und deine Klassenkameraden sich dessen bewusst sein sollten, dass sie Schüler einer Schule der DDR waren. Aber Genaues weiß ich auch nicht, um Personenkult aber handelte es sich ganz bestimmt nicht. Der wäre in der DDR auch gar nicht möglich gewesen, wenn du weißt, dass Chruschtschow in seiner Geheimrede besonders den Personenkult um Stalin (den er ja nicht selber gemacht hatte) verdammt hatte und ihn ihm angekreidet hatte.

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Hanna! Und @Atomino Du schreibst: „nur mit Bevormundung läßt sich eben auch keine Überzeugung generieren“ – das ist ein ziemlich unsinniges Argument! Haben Dich Deine Eltern „bevormundet“, wenn sie Dich gemahnt hatten, nicht einfach so über die Straße zu rennen, sondern erst mal zu schauen, ob frei ist? Hattest Du das Gefühl, daß Dich die Lehrer „bevormunden“ wollten? Hat Dich Dein Fahrschullehrer „bevormundet“, wenn er Dir beibringen wollte, daß man die Verkehrsregeln einhalten muß?

        Es werden heute den Kindern ganz viele Dummheiten eingeredet, und die Erwachsenen machen den Blödsinn auch noch mit. Fragt eine Kindergartentante: Was wollt Ihr denn heute spielen… oder sagt der Lehrer: „Heute wollen wir mal Demokratie üben – wir stimmen heute darüber ab, wer der Lehrer sein darf.“ Welche Einstellung hast Du selber zum Lernen?

        Überzeugungen kommen allein von der Erkenntnis, vom Wissen, vom Verständnis der Gesetzmäßigkeiten! Und nicht vom trotteligen „Wir probiern’s mal – wenn’s schief geht, hammer halt Pech gehabt!“

      • Atomino schreibt:

        Ja, Sascha & Hanna, ihr habt beide recht und gerade bei Hannas Beiträgen fühle ich mich absolut richtig hier. Und auch wohl. Das mit der Bevormundung muss ich wohl noch etwas konkretisieren, auch wenn es etwas ungelenk wird, da ich morgen wieder in die Frühschicht muss und schon ziemlich müde bin.
        Mit der Bevormundung meinte ich diese verbissene Suche nach neuen SED-Mitgliedern. Sprich : Du willst gerne zur Polizei ? Ohne SED-Mitgliedschaft siehts schlecht aus. Und Unteroffizierslaufbahn sollte es schon sein, als Grundwehrdienstleistender haste schlechte Karten … da wurde aus einem Mangel eine Art Verpflichtungsbereitschaft gemacht, ein trockener Vorgang, der mit Sicherheit auch viele Karrieristen anzog. Das waren dann die, welche 89/90 als erste publikumswirksam ihre Parteibücher zurückgaben oder gar verbrannten. Aus Scham, aus Wut, aus Enttäuschung, Profilierung, in der Hoffnung, nicht an den Pranger gestellt zu werden … : da gab es mit Sicherheit von jedem etwas.
        Aber so richtig aus Überzeugung wurden in den 80’er Jahren die wenigsten Kandidat der SED. Zumindest von denen, die ich kenne. Es war halt ein notwendiges Übel.
        An einer DDR 2.0 wäre ich stattdessen mit Überzeugung dabei, nachdem ich das eiskalte Wasser der Konterrevolution nach 30 Jahren „Befreiung“ mehr als satt habe. Damals wurde ich nur Kandidat, um meinen Berufswunsch näher zu kommen.
        Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ihr versteht, was ich meine.
        Nicht umsonst wird umso mehr Dreck ausgekübelt, je länger die DDR verblichen ist.

        Ein Gespenst geht rum in Europa …

        mit geisterhaften Grüßen
        Atomino

  8. Erfurt schreibt:

    @Atomino, ich kann Dich sehr gut verstehen. Das Dumme ist nur, daß das was wir an DDR-Kritik hier posten, auch von denen gelesen wird, die ständig an postmortalen Hetzparolen gegen die DDR herumbasteln und das dann auch in ihrem eigenen dreckigen Sinne verwenden, entartet und antikommunistisch.

    DDR 2.0: Da bin ich auch dabei aber sowas von!

    Euch allen ein schönes Wochenende 😉

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