Machtkämpfe im bürgerlichen Staat – ein Ergebnis…

MachtIn einem bürgerlichen Staat, wo es keine proletarische Partei gibt, der die Arbeiterklasse folgen kann, und in dem die Arbeiterklasse selbst nicht organisiert ist, sondern gespalten, wird sie immer ein blindes Werkzeug im bürgerlichen Machtkampf bleiben. Die Bourgeoisie wird im Kampf um ihren Machterhalt stets alle verfügbaren Propagandamittel und immenses Kapital einsetzen, um die verschiedenen Schichten der Gesellschaft auf ihre Seite zu ziehen.

Die verborgenen Triebkräfte

Jede Seite, jede Partei, präsentiert ihre „überzeugenden“ Argumente, geleitet vom heutigen Augenblick und von sichtbaren Vorteilen, wodurch sie sich als Opposition von der derzeitigen Regierung unterscheidet. Doch bei der Analyse der Szenarien zur Machtergreifung übersieht man oft, unabhängig davon, wer an die Macht kommt, den objektiven Prozeß, d.h. die verborgenen Triebkräfte dieses Machtkampfes, die Klassenverhältnisse.

Wen sollte man unterstützen oder auch nicht?

Die derzeitigen Machtkämpfe werden die kapitalistischen Verhältnisse nicht verändern. Vielmehr sind es die herrschenden Machtverhältnisse, wonach sich der gegenwärtige Kampf um die Macht zu richten hat. Wer also diese oder jene bürgerlichen Kreise oder Parteien in ihrem Kampf um die Macht unterstützt, der wendet sich ab von Materialismus und stellt sich damit auf die Seite der reaktionären Kräfte, die nichts anderes im Sinn haben, als den bestehenden Zustand zu erhalten.

…was den heutigen Machthabern nützt

Wenn die Ausplünderung des Volkes für die kapitalistischen Machthaber unter den roten Fahnen und sowjetischen Symbolen profitabler ist, dann bekommt das Volk diese Symbole und Fahnen! Wenn das aber nicht ausreicht, werden für die zunehmende Ausräuberung des Volkes die roten Fahnen durch schwarze ersetzt und die Symbole des sowjetischen Sieges durch das Hakenkreuz. Dies geschah 2014 in der Ukraine, beim sogenannten Majdan. Und es war nicht der Majdan, der die faschistische Macht zum Leben erweckte, wie viele Leute denken, sondern gerade die Not des Imperialismus in der Ära der allgemeinen Krise des Kapitalismus, die mithilfe des Majdan die Faschisten im Lande an die Macht brachte.

Der Druck nimmt zu!

Genau dieser Vorgang des „Anziehens der Daumenschrauben“ findet jetzt in Weißrußland statt. Und es spielt dabei überhaupt keine Rolle, unter welchen Fahnen und in welcher Weise nach außen hin, die Opposition gegen die Behörden protestiert. Wichtig ist vielmehr, daß von nun an, unabhängig davon, wer an die Macht kommt, sich „die Schrauben zu drehen“ beginnen, und sich die Fahnen und Symbole entsprechend den Forderungen des sich verschlechternden Kapitals ändern.

Störende Elemente werden beseitigt…

Das Unverständnis des objektiven Verlaufs der Entwicklung des Kapitalismus in seiner Fäulnisphase, in der es immer schwieriger wird, das Tempo der Ausraubung der Arbeiter aufrechtzuerhalten, führt zu der Idee, diese bürgerliche Macht, die den Arbeitern einige „Freiheiten“ erlaubt, zu unterstützen, wofür sie im Gegenzug dazu bereit sind, einige „Übeltäter“ oder feindliche Kräfte zu beseitigen.

So – oder so!

Genau darum geht es, daß die gegenwärtige Regierung, unabhängig von ihren Erklärungen gezwungen ist, eine Politik zu verfolgen, zu der sie die Interessen des Kapital nötigen. Wie dumm werden diejenigen aussehen, die zur Unterstützung der bestehenden Macht aufrufen oder sich für die Unterstützung der Opposition einsetzen, wenn sich herausstellt, daß sowohl die derzeitige Macht als auch die Opposition in ihrer Politik trotz der Unterschiede in der Rhetorik zum gleichen Ergebnis führen. Doch das ist ein objektiver Prozeß.

Schlußfolgerung

Darum gibt es so viele politische bürgerliche Parteien, die angeblich Oppositionsparteien sind, um am Ende das gleiche Ergebnis zu erzielen – die beste Unterdrückung der Arbeiter. Deshalb sagen wir Bolschewiki, daß es für keine der bürgerlichen Parteien in ihrem Kampf um die Macht Unterstützung geben darf.

Quelle: „Bolschewistskoje Snamja“ Nr.3/2020 (Übersetzung: Florian Geißler – Kommunisten-Online)

Klassenkampf

pdfimage Der Machtkampf und das Ergebnis

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Eine Antwort zu Machtkämpfe im bürgerlichen Staat – ein Ergebnis…

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Sicher, Lukaschenko wird nicht so können, wie er will. Er weiß, wenn er zurücktritt, haben andere die Macht. Jetzt versucht er zu retten, was zu retten ist. Aber es ist fraglich, ob Russland es zulässt, dass in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ein zweiter Staat nach dem Muster der faschistischen Ukraine entsteht. Oder wird sich Russland dem Westen in der Frage Weißrussland dem Westen annähern? Ich kann und will das nicht glauben. Aber egal, was geschieht, die belorussische Arbeiterklasse wird ausgeplündert werden bis aufs Hemd. Unter Lukaschenko hatte sie eine gewisse Schonfrist vor dem Kapitalismus, obwohl auch Weißrussland bereits kapitalistische Strukturen aufwies. Doch eines steht fest: Verlierer ist in dem weißrussischen Drama in jedem Fall die Arbeiterklasse. Und wie es aussieht, wartet sie lediglich ab, was geschieht. Aber hat sie eine Chance im Hasard-Spiel der Großen? Denn dass es Russland und der Westen sind, auf die es ankommt, ist abzusehen. Setzt sich der Westen durch, ist der Plan perfekt – Russland von Europa abgetrennt und ein neuer „Eiserner Vorhang“ entsprechend dem alten Pilsudski-Plan vom Baltikum bis ans Schwarze Meer wird Wirklichkeit. Aber ich setze auf Russland, dass Putin weiß, was es bedeutet, wenn Weißrussland dem Westen in die Hände fällt, und alles tun wird, dies zu verhindern.

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