WIE DIE MENSCHLICHE GESELLSCHAFT SICH IN KLASSEN SPALTETE UND WIE DER STAAT ENTSTAND

Staat-KlassenGerade heute ist es von außerordentlich großer Bedeutung, daß die Menschen, die heute demonstrieren, verstehen, warum sie das tun, und was sie eigentlich damit bewirken können. Die Polizei hat die Aufgabe, sämtliche Proteste, die sich „gegen die Regierung“ richten, zu unterbinden. Das wird auch deutlich gesagt. Genau die gleiche Aufgabe haben auch die Gerichte. Warum sagt die Polizei das? Und warum handeln die Gerichte auch danach? Es gibt im Kapitalismus keine Gewaltenteilung! Denn der Staat mit allen seinen Institutionen, der Polizei, den Medien und Gerichten, ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse, der Bourgoisie (d.h. das Machtinstrument der Millionäre ond Milliardäre, der Beamten und Lakaien). Es ist also der Klassenauftrag, den der kapitalistische Staat seinen bewaffneten Schutz- und Sicherheitsorganen, den Massenmedien, seinen Geheimdiensten und Gerichten übertragen hat. Doch blicken wir zurück in die Geschichte. Wie sind eigentlich die Klassen entstanden? Und wie kam es dazu, daß ein Staat gebildet wurde?

Die menschliche Gesellschaft

ZEHNTAUSENDE, ja Hunderttausende von Jahren hatte die Menschheit in einem Zustand gelebt, in dem es weder Arme noch Reiche, weder Unfreie noch Freie gab. Wir kennen in dieser Periode weder Unterdrückte noch Unterdrücker, weder Ausgebeutete noch Ausbeuter. Mit der Entstehung des Privateigen­tums an den Produktionsmitteln wurde ein neuer Abschnitt in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft eingeleitet.
Es begann eine Periode in der Entwicklung der Geschichte der Menschheit, die im Vergleich zur Urgemeinschaft kurz ist; sie umfaßt nur einige tausend Jahre.

Wodurch ist dies Periode charakterisiert?

Diese Periode wird dadurch cha­rakterisiert, daß die menschliche Gesellschaft in sich feindlich gegenüberstehende Klassen aufge­spalten ist. In der gesamten Klassengesellschaft werden die zum Leben notwendigen Güter von Menschen erzeugt, die sich in Abhängig­keit von einer Handvoll Menschen befinden, die wir die herrschende Klasse nennen; diese sind im Besitz aller Produktionsmittel und eignen sich die Früchte der Arbeit der großen Masse der Werktätigen an, ohne selbst aktiv am Produk­tionsprozeß teilzunehmen.

Drei Formen: Sklaverei – Feudalismus – Kapitalismus.

Nach der Form der Abhängigkeit, in der sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung befindet, unterschei­den wir drei Formen der Klassenherrschaft, drei Formen der Ausbeutung und Unterdrückung, drei Formen der Unfreiheit der Masse der Werk­tätigen. Wir unterscheiden aber auch drei von­einander grundsätzlich verschiedene Formen des Staates und drei qualitativ verschiedene Formen der Ideologien.

Wie soll die Zukunft der Menschheit sein?

Es sind dies drei Hauptetappen in der Ent­wicklung der menschlichen Gesellschaft, die in der Regel der Gesellschaftsordnung voraus­gehen, die frei ist von der Ausbeutung des Men­schen durch den Menschen; ihr gehört die Zu­kunft der ganzen Menschheit. Es ist dies die Gesellschaftsordnung, in der „das Herz so frei dem Menschen schlägt“ und der Traum aller ehr­lichen und guten Menschen aller Zeiten erfüllt ist; in ihr wird das Hoffen jener Menschen ver­wirklicht, die ihre ganze Kraft um die Befreiung der Menschheit einsetzten, die ihr Leben dafür hingaben.


Die Epoche der Sklavenhalterordnung

Die erste, ungefähr 4000 bis 5000 Jahre zählende Periode, die erste sozialökonomische Formation in der Klassengesellschaft, ist die Epoche der Sklavenhalterordnung; sie nimmt mit der Grün­dung der ersten Staaten im Vorderen Orient ihren Anfang und endet mit dem Untergang des Weströmischen Reiches; sie umfaßt somit die Zeit von ungefähr 2000 vor unserer Zeitrech­nung bis zum Jahre 476 unserer Zeitrechnung. ln dieser Periode wird die Masse der zum Leben notwendigen Güter durch Sklaven erzeugt. Die Sklavenhalter bilden die herrschende Klasse.

Die herrschende Klasse

In dieser Epoche dienen Politik, Wissenschaft, Kunst, Literatur und Religion den Interessen der Sklavenhalter und werden durch diese beziehungsweise in deren Auftrag und für diese entwickelt. Am Beginn dieser Periode steht dabei die Herausbildung des Staates, des Macht- und Unterdrückungsapparates der herrschenden Klasse zur Aufrechterhaltung ihrer Klassenherrschaft zur Niederhaltung der überwiegenden Masse der Bevölkerung mit allen Mitteln der Gewalt und der „friedlichen“ Beeinflussung. In dieser Periode finden wir die härteste, bru­talste und unmenschlichste Form der Unter­drückung, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen: die Sklaverei.

ZuechtigungHier gehört nicht nur das Ergebnis der Arbeit, das Produkt, dem Besitzer der Produktionsmittel, sondern auch der Produzent selbst ist Eigentum seines Herrn; er ist diesem auf Gedeih und Verderb, auf Gnade und Ungnade, auf Leben und Tod ausgeliefert. Der Sklavenhalter kann mit „seinem“ Sklaven nach Belieben verfahren; er ist sein Eigentum, über das er verfügen kann, wie er will und wie er Lust hat. Der Sklave ist nur eine „Sache“, wie es im Gesetz formuliert ist, das die Sklavenhal­ter zum Schutz ihrer Rechte und Privilegien ge­schaffen haben. Der Sklave ist nicht mehr als ein Gerät; er ist, wie es ein römischer Schrift­steller treffend charakterisierte, ein Werkzeug, allerdings ein „sprechendes“, im Gegensatz zum „brüllenden“ – dem Tier – und dem „stum­men“ – der Hacke, dem Pflug, dem Beil, dem Webstuhl oder anderen Produktionsinstrumen­ten.

Welche Rechte hat die herrschende Klasse?

Diesen „seinen“ Sklaven erwirbt der Skla­venhalter durch Menschenraub, durch Kauf oder Tausch, als Kriegsbeute oder infolge Verschul­dung; er kann ihn nach Belieben und Gutdünken, ohne irgend jemandem Rechenschaft ab­legen zu müssen, ohne irgend jemandem verant­wortlich zu sein, weiterverkaufen, mißhandeln, ja sogar töten. Der Sklavenhalter kaufte sich seine Sklaven auf eigens dafür eingerichteten Sklavenmärkten, die es in allen größeren Städten gab, wohin die Ware Mensch von Sklavenhänd­lern gebracht wurde. Diese „machten“ entweder auf eigene Faust Sklaven – durch Menschen­raub – oder waren selbständige Unternehmer, Kaufleute in dieser „Sache“. Oft waren es auch Beamte des Staates, die die Erobererheere be­gleiteten, um gleich an Ort und Stelle die Kriegs­gefangenen zu übernehmen.

Wie hoch ist der Preis der Sklaven?

Der Preis der Sklaven richtete sich nach Ange­bot und Nachfrage. Je größer zum Beispiel die Anzahl der Kriegsgefangenen, die als Sklaven verkauft wurden, desto geringer der Einzelpreis dieser bedauernswerten Wesen, die zwar da, Antlitz und die Gestalt eines Menschen hatten, jedoch nicht als Menschen angesehen und ge­achtet wurden. Der Sklave verlor Heimat. Familie und Freiheit. Von der Peitsche der Sklavenaufseher angetrieben, mußte er unter den unmenschlichsten Bedingungen so lange schwerste Arbeit leisten, bis er vor Erschöpfung zusammenbrach und ihn der Tod von seinen Leiden erlöste. Dann wurde er durch einen an­deren Sklaven ersetzt, der dasselbe Los zu er­dulden hatte. Der Preis des Sklaven richtete sich auch nach seinen Fähigkeiten und Verwendungs­möglichkeiten. Der geschäftstüchtige Sklaven­händler vermerkte den Preis auf einem Täfelchen oder Schildchen, das er dem Sklaven umhängte. um Kauflustige anzulocken.

Unsägliches Leid und Rechtlosigkeit der Sklaven

Welch unermeßliches Leid, welche Ströme von Tränen, wieviel unsägliches Elend spielte sich auf diesen Sklavenmärkten ab. Die Feder sträubt sich, das furchtbare Elend der Sklaven zu beschreiben. Der Sklave ist eine „Sache“, ohne jeden Rechts­anspruch und ohne jeden Rechtsschutz; er ist ein Wesen, das der Sklavenhalter als ein Ding ansieht, das zwischen ihm und dem Tier steht; er ist gerade gut genug, um jede beliebige Arbeit zu verrichten, von der schwersten bis zur leichtesten. Die Sklaven gehörten entweder Einzelpersonen – einzelnen Sklavenhaltern – oder dem Macht- und Unterdrückungsinstrument der Klasse der Sklavenhalter – dem Sklavenhalterstaat.

Wie funktioniert der Unterdrückungsapparat?

Wenn man bedenkt, daß die herrschende Klasse alles tut, um Verbündete, Mithelfer, Handlan­ger, Büttel, Schergen zu gewinnen, dann wird es nicht verwundern, daß Teile dieses Zwangs- und Unterdrückungsapparates aus Sklaven be­standen. Diese wurden durch ein relativ besseres Einkommen, durch einen um ein weniges höhe­ren Lebensstandard, durch Überlassung kleiner Rechte und durch Verleihung einer geringen Macht korrumpiert. Um dieser geringen Vor­teile willen verrieten diese Menschen dann ihre Klasse, kannten keine Solidarität der Unter­drückten, zu denen sie, trotz ihrer „gehobenen“ Stellung in letzter Konsequenz doch gehörten; sie waren willfährige Werkzeuge in den Händen der herrschenden Klasse und halfen, die Masse der Werktätigen zu unterdrücken. Aber die Schuld lag nicht bei ihnen allein. Es war keine angeborene Schlechtigkeit oder Minderwertig­keit, die sie zu diesem Handeln verführte. Die wahren Schuldigen sind die herrschenden Klas­sen, die sich zu allen Zeiten solcher Methoden bedienten, um ihre Herrschaft zu stützen und aufrechtzuerhalten; sie fanden aus begreiflichen Gründen immer wieder willfährige Werkzeuge. Und diese Taktik schlagen die herrschenden Klassen heute noch ein, um ihre imperialisti­schen, volksfeindlichen Ziele zu verwirklichen. In der auf Sklaverei beruhenden Gesellschafts­ordnung bekleideten Sklaven verschiedene nie­dere öffentliche Ämter. So übten sie die Funk­tionen von Gehilfen der Polizeibehörden, von Sklaven- und Gefangenenaufsehern, von Hen­kern, von Vorarbeitern usw. aus. Doch das war nur ein kleiner Teil, den man als eine Art „Sklavenaristokratie“ bezeichnen könnte.

Welche Aufgaben fielen den Sklaven zu?

SklavenarbeitDie Masse, die überwältigende Mehrheit der Sklaven aber war „sprechendes Arbeitstier“. Gehörten die Sklaven dem Staat, dann wurden sie meist bei öffentlichen Arbeiten eingesetzt, im Vorderen Orient zum Beispiel bei der künst­lichen Bewässerung, indem sie Schöpf- und Pumpwerke bedienten. Daneben gab es noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten, so beim Straßenbau, beim Bau von öffentlichen Ge­bäuden, Wasserleitungen, Theatern und Regie­rungsgebäuden. Besonders traurig war das Los der Sklaven, die in Bergwerken oder Stein­brüchen arbeiten mußten. Unter den unmensch­lichsten Bedingungen, bei größter Hitze, ohne die geringsten Arbeitsschutzmittel schürften sie Edelmetalle, Eisenerz und Schwefel, um nur einige wichtige Produktionszweige des antiken Bergbaus zu nennen.

Eine besondere Kategorie der Sklaven im Römi­schen Reich waren die Gladiatoren. Man zwang sie, zur Belustigung und Unterhaltung des Pu­blikums im Zirkus gegeneinander oder mit wil­den Tieren zu kämpfen; ehe man sie zur Schlacht­bank führte, wurden sie in besonderen Schulen ausgebildet. Dann gab es sogenannte Feld- oder Gutssklaven, die in der Landwirtschaft schwerste Arbeit lei­sten mußten. Außerdem gab es die sogenannten Haussklaven; sie übten alle Berufe aus, die man sich nur denken kann; sie waren Köche, Mas­seure, Friseure, Schreiber, Lehrer, Musiker oder Tänzer; sie waren die geschicktesten Hand­werker, wie Schuster, Schneider, Schmiede, We­ber, Färber, Steinmetze, Maurer. Sie waren aber auch Baumeister und Architekten, die Bauwerke schufen, deren Überreste uns, die wir die Tech­nik zu meistern gelernt haben, in Erstaunen und Bewunderung versetzen,

Hatten die Sklaven schon ein Klassenbewußtsein?

Wie unterschiedlich war das Los dieser Sklaven, wie unterschiedlich daher ihr Bewußtsein, wie verschieden ihre Einstellung zu ihrem Herrn! Das muß man beachten, wenn man die hero­ischen Kämpfe verfolgt, die von den Sklaven gegen ihre Unterdrücker geführt wurden.

War es nicht fast unmöglich, alle diese Unter­drückten, diese Ärmsten der Armen, zu einigen, sie zu einem machtvollen Strom zu vereinigen, der die Ausbeuter hin weggerissen hätte? Die Sklaven sprachen nicht nur verschiedene Spra­chen; sie stammten nicht nur aus allen Teilen der damals bekannten Welt; sie hatten nicht nur verschiedene Hautfarben, sie waren vor allem verschiedenen Graden und Formen der Ausbeutung unterworfen. Das ist ein sehr ent­scheidender Faktor für den Grad ihres Bewußt­seins. Während das Leben der einen fast unerträglich war, hatten andere einen mehr oder weniger ,,guten“ Herrn; sie erhielten zeitweise ausrei­chende Nahrung, wurden mitunter, vor allem dann, wenn sie unentbehrlich waren, mehr oder weniger gut behandelt.

Die meisten Sklaven mußten sich zeitlebens unter der Peitsche des Sklavenhalters ducken, und manche waren lebens­länglich an den Ruderbänken festgeschmiedet, um tagaus, tagein die Ruder im Takt zu bewegen. Es gab nur wenige, die die Sklaven über ihre Lage aufklären, ihnen die Notwendigkeit des gemeinsamen und organisierten Kampfes hätten zeigen können.

Konnten sich die Sklaven aus ihrem Joch befreien?

Was wäre aber eingetreten, wenn sich die Sklaven allesamt befreit hätten? Ihre bis­ierigen Sklavenhalter wären dann zu Sklaven geworden. Das wäre zwar ein Akt der Gerech­tigkeit gewesen; die auf Sklaverei beruhende Ge­sellschaftsordnung wäre jedoch dadurch nicht aufgehoben worden. Es war eben unter den damaligen Bedingungen nicht möglich, eine klas­senlose Gesellschaft zu schaffen, in der die Aus­beutung des Menschen durch den Menschen aufgehoben ist. Damit soll aber nicht behauptet werden, daß die Kämpfe der Sklaven um ihre Befreiung keinen Zweck hatten; es waren ge­rechte Kriege, die unsere Sympathie finden, un­sere begeisterte Anteilnahme erwecken müssen, weil es Kämpfe waren, die gegen Ausbeutung und Unterdrückung geführt wurden von den ,,Verdammten dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt“.


Die Herrschaftsmethoden

Und was taten die Sklavenhalter nicht alles, um ihre Herrschaft über die unterdrückte Mehr­heit aufrechtzuerhalten! Sie wandten nicht nur alle Mittel der Gewalt und des blutigsten Terrors an, sondern bedienten sich auch ausgeklügelter, raffinierter Methoden. Es sind dies Methoden, die in der gesamten Klassengesellschaft ange­wandt wurden und noch heute angewendet werden, um die Herrschaft einer kleinen, ausbeu­tenden Minderheit über die ausgebeutete Mehr­heit sicherzustellen, zu festigen, zu garantieren.

Welche Herrschaftsmethoden gibt es?

Da sind zunächst die Institutionen, die der ideo­logischen Beeinflussung der Massen dienen. Sind es unter den Bedingungen des Kapitalis­mus vor allem Schule, Presse, Theater, Kino und Rundfunk, durch die die herrschende Klasse versucht, das Bewußtsein der unterdrückten Massen systematisch zu umnebeln und zu verdummen, so war es unter den Bedingungen der Sklaverei (und auch des Feudalismus) in der Hauptsache die Religion, die diese Rolle übernahm. Im Auftrage der Sklavenhalter verkündeten die selbst sklavenhaltenden Priester den Unterdrückten, daß die bestehende Ordnung ewig und unab­änderlich sei, daß der bestehende Staat die Interessen aller schütze und vertrete, daß der Herrscher von den Göttern abstamme und wie diese verehrt werden müsse. Diese Auffassungen, diese Lehren und diese Taktik der herrschenden Klasse finden wir in allen Sklavenhalterstaaten, sowohl in denen des Vorderen Orients, Griechen­lands und Roms als auch in den übrigen Ländem Asiens, Afrikas oder Amerikas.

Die Religion als Mittel der Klassenherrschaft

Es galt zum Beispiel der Pharao in Ägypten genau so als der Nachkomme des Sonnengottes wie der Inka in Südamerika; beide beanspruchten für ihre Person göttliche Verehrung. Und die römi­schen Kaiser verpflanzten aus demselben Grund und mit der gleichen Absicht den Kult des syri­schen Sonnengottes nach Rom und vereinigten ihn später mit dem persischen Mithraskult. Die griechischen Könige leiteten ebenso ihre Abkunft von den· olympischen Göttern ab wie Augustus und seine Nachfolger. Der „Sohn des Himmels“ – der Kaiser von China – verlangte ebenso gött­liche Verehrung wie der Mikado in Japan. Und so war es etwa nicht nur in den sogenannten polytheistischen (viele Götter verehrenden) Reli­gionen.

Eine „gottgegebene“ Staatsordnung

Auch die Priester der monotheistischen (einen Gott verehrenden) Religionen verkünde­ten ähnliche Lehren. So versprachen die Evan­gelien den „Mühseligen und Beladenen“, den unterdrückten Massen, Trost, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Sättigung und Kleidung im Jenseits. Sie verpflichteten die Untertanen zum Gehorsam gegen die Obrigkeit; sie lehrten, daß diese von Gott komme und daß dem Kaiser gegeben werden müsse, was des Kaisers sei, auch wenn dieser Kaiser ein Sklavenhalter war. Zweifelsohne sind die hohen ethischen Forderungen, die das Christentum erhob, ein Fortschritt in der Geschichte der Menschheit, und bestimmt hat das Christentum zur kulturel­len Entwicklung der Menschheit beigetragen; es hat jedoch von Anfang an einen Standpunkt bezogen, der den revolutionären Kampf der Massen um die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ablehnte.
Das jüdische Volk erhoffte seine Befreiung von der römischen Fremdherrschaft durch den Mes­sias; dies lehrten die Priester, ohne jedoch eine soziale Befreiung der Ärmsten der Armen zu fordern. Davon war keine Rede, konnte auch keine sein, denn die Priester waren ja selbst Sklavenhalter und standen im Dienst einer skla­venhaltenden Oberschicht. Und wenn sogenannte Propheten auftraten, die die soziale Frage in den Vordergrund ihrer Betrachtungen stellten, dann wutden sie verfolgt, verleumdet, getötet.

Dominus et Deus = Herr und Gott

DominusWenn die römischen Kaiser für sich göttliche Verehrung forderten und den offiziellen Titel Dominus et Deus (Herr und Gott) annahmen, so taten sie dies aus denselben Motiven wie die orientalischen Vorbilder; sie forderten ebenso wie diese den Kniefall als Begrüßung und an­dere Ehrungen, die sahst nur den Göttern zu­gestanden wurden. Den Massen die Existenz die­ser Götter glaubhaft zu machen, einen Kult zu entwickeln, der Auge und Ohr, Herz und Hirn benebeln, einfangen und fesseln sollte, war Auf­gabe der Priester. Der Despotismus, das heißt die uneingeschränkte Herrschaft des im Sinne und Interesse der reichen Sklavenhalter regie­renden Staatsoberhauptes stützte sich nicht nur auf bewaffnete Formationen – ein mächtiges Heer, eine Beamtenbürokratie, eine Polizei samt ihren „sachlichen Anhängseln“, Gefängnissen und Zwangsanstalten aller Art –, sondern auch auf diese von den Priestern verkündete Lehre.

Die Ideologie der herrschenden Klasse

Die Existenz von Göttern und die Abstammung des Herrschers von diesen Göttern bildeten das Kernstück der Ideologie der Sklavenhalter­gesellschaft, einen wesentlichen Bestandteil der Religion. Auch nach der staatlichen Anerkennung des Christentums und seiner späteren Einführung als der allein gültigen Staatsreligion blieb eine ähnliche Auffassung bestehen. Der Kaiser Kon­stantin, der erste römische Kaiser, der sich offi.­ziell zum Christentum bekannte, galt als der „Mann Gottes“. Ein kaiserliches Edikt sprach das in aller Deutlichkeit aus:

„Meinen Dienst hat die Gottheit als geeignet für die. Erfüllung ihres Willens ausersehen … daß ich meine … innersten Gedanken dem großen Gott schulde, ist mein unerschütter­licher Glaube.“

Die „Reichsbürger“-Ideologie

wilhelm2Und wie lange hat sich diese Auffassung erhal­ten! Hat sich doch noch zu Beginn des 20. Jahr­hunderts der letzte regierende Hohenzoller „Herrscher von Gottes Gnaden“ genannt. Es ist dies ein Überrest einer alten Ideologie, einer alten Auffassung. Sie nahm ihren Anfang mit dem Entstehen der Klassengesellschaft; sie hatte in den verschiedenen sozialökonomischen For­mationen, in der Sklavenhalterordnung, im Feu­dalismus und im Kapitalismus, ihre spezifischen Besonderheiten und wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende. Es wandelte sich jedoch nur die Form, der Inhalt blieb stets der gleiche. Dieser Inhalt läßt sich auf einen sehr einfachen Nenner bringen und lautet: Heilig­keit und Unantastbarkeit des Besitzes der herr­schenden Klasse, Aufrechterhaltung ihrer Vor­rechte, ewiges Bestehenbleiben der bestehenden Gesellschaftsordnung; jeder ein Lump, ein Ver­räter, ein „Untermensch“, ein Gottloser (solcher „Ehrentitel“ gibt es noch viele), der es wagen sollte, an dieser Lehre zu zweifeln, der sich unter­stehen wollte, diese Zustände und diese „Ord­nung“ zu bedrohen.


Zwei-Klassen-Gesellschaft

Sklaven und Sklavenhalter sind die beiden ant­agonistischen Hauptklassen in der ersten sozialökonomischen Formation der Klassengesell­schaft: Die auf der Ausbeutung von Sklaven be­ruhende Wirtschafr bildet die sogenannte Basis, die „ökonomische Struktur der Gesellschaft“. Diese Basis hat ihren eigenen, ihr entsprechen­den Überbau, worunter wir bestimmte Ideen, die politischen, juristischen, religiösen, künstleri­schen Anschauungen sowie die ihnen entspre­chenden Institutionen zu verstehen haben. Sie alle werden von der Basis ins Leben gerufen und tragen ebenso wie die Basis Klassencharak­ter. Es wurde bereits am Beispiel des Staates und der religiösen Verbrämung der Sklavenhalter­ideologie gezeigt, welche gewaltige Rolle die Ideen und die ihnen entsprechenden Institutio­nen bei der Festigung und Verteidigung derbe­stehenden Produktionsverhältnisse spielen. Es wurde bereits an Hand einiger historischer Fak­ten gezeigt, wie der Überbau aktiv der Basis dient und ihr hilft, sich zu festigen und zu be­haupten.

Gibt es noch andere Gruppen oder Schichten?

Es wäre aber falsch, anzunehmen, daß es neben den beiden bisher genannten Hauptklassen -· den Sklaven und den Sklavenhaltern – keine anderen Gruppen oder Schichten von Menschen in dieser durch die Sklavenausbeutung charakterisierten Gesellschaftsformation gegeben hätte. Sicher be­stand die große, ja die überwiegende Mehrzahl der Ausgebeuteten aus Sklaven. Das schließt je­doch nicht aus, daß von den Sklavenhaltern auch Menschen ausgebeutet wurden, die nicht wie eine „Sache“ behandelt werden durften, die man nicht ungestraft mißhandeln oder töten konnte.

Die freigelassenen Sklaven…

Es gab Menschen, die bestimmte gesetzlich fest­gelegte Rechte hatten, von denen der Sklave ein­fach ausgeschlossen war. Diese Rechte erhielt dieser nicht einmal dann, wenn er – was gelegent­lich vorkam – freigelassen wurde. Durch den Akt der Freilassung wurde der Sklave noch lange nicht ein völlig freier Mensch, sondern befand sich immer noch in einer gewissen Abhängig­keit von seinem früheren Herrn, der nunmehr zu seinem Patron (Schutzherrn) wurde. Der Freigelassene war diesem „Achtung und Gehorsam“ schuldig und befand sich meist in wirtschaftlicher Abhängigkeit von seinem früheren Sklavenhal­ter. Die Abhängigkeit zeigte sich unter anderem auch darin, daß, er den Namen seines früheren Herrn annahm.

Jene Gruppe von Menschen, die keine Sklaven waren, nennt man die „freien Armen“. Es waren dies meist Mittel-, Klein- oder Kleinstbauern und dann vor allem die Handwerker in den Städten und dörflichen Gemeinden. Sie besaßen manchmal nur einen, oft überhaupt keinen Skla­ven, konnten einen solchen jedoch jederzeit er­werben. Selbstverständlich bildete das dazu er­forderliche Geld die notwendige Voraussetzung. Außerdem mußte eine Beschäftigungsmöglich­keit für ihn vorhanden sein, damit er ernährt werden konnte.

Eine dauernde, festgefügte Ordnung…

Der Sklavenhalter mußte in der Lage sein, ,,seinen“ Sklaven dauernd beschäfti­gen zu können. Dies war in einzelnen Zweigen der Landwirtschaft, die sich auf eine bestimmte Frucht spezialisiert hatten, jedoch nicht immer möglich, da der Anbau und die Ernte nur einen bestimmten Teil des Jahres in Anspruch nahmen. Für den Rest des Jahres mußte für den Sklaven eine andere Beschäftigung gefunden werden, da sonst die Ausbeutung des Sklaven nicht mehr rentabel gewesen wäre.

Der freie Lohnarbeiter im Kapitalismus

Dadurch unterscheidet sich der antike Sklave vom modernen Lohnarbei­ter, der unter den Bedingungen des Kapitalismus ausgebeutet wird. Der Kapitalist kauft die Ar­beitskraft des „freien“ Lohnarbeiters für eine bestimmte Zeit und kann den Lohnarbeiter nur innerhalb eines begrenzten Zeitraums ausbeuten, nämlich in der Zeit, für die er ihn bezahlt. Er kann ihn aber auch jederzeit auf die Straße setzen, wenn er ihn nicht mehr braucht. Der Sklavenhalter ist in einer anderen Lage; er kann, ja muß sogar den Sklaven dauernd beschäftigen und ihn zeitlebens und nicht nur in einer be­stimmten Anzahl von Stunden ausbeuten.

Die Gesellschaft veränderte sich…

Selbst­verständlich kann der Sklavenhalter den Sklaven, wenn er ihn nicht mehr braucht, weiterverkau­fen, ihn töten oder verhungern lassen. Das ist jedoch nur in einer Zeit möglich, wo der Sklave billig ist und er ohne weiteres und ohne großen Kostenaufwand ersetzt werden kann. Die Sklavenarbeit ist nur in einer bestimmten Phase der Entwicklung der menschlichen Ge­sellschaft lohnend; genau so, wie sie nur in einer gewissen Zeit der Entwicklung im Ver­gleich zur vorausgegangenen Urgemeinschaft ein. Fortschritt ist. Wenn man von Fortschritt spricht, so darf man in diesem Zusammenhang nicht das bereits geschilderte traurige Los der Sklaven vor Augen haben, sondern muß daran denken, daß durch die Sklavenarbeit die Pro­duktivkräfte weiterentwickelt wurden.


Die Fesseln der Sklavenhalterordnung

Gewisse Zweige der Landwirtschaft, der Viehzucht und des Handwerks erreichten eine Blüte, die unter den Bedingungen der Urgemeinschaft nicht mög­lich gewesen wäre. Je weiter aber die Wissen­schaft und Technik fortschritten, je komplizier­ter die Maschinen und Apparate wurden, die der Sklave nicht bedienen konnte und wollte, desto mehr erwies sich die auf Sklavenarbeit beruhende Wirtschaft als Hemmschuh der Entwicklung.

Eine Steigerung der Arbeitsproduktivität war nur durch die Verwendung immer größerer Massen von Sklaven möglich. Als dann der Zu­strom neuer, billiger Arbeitskräfte aufhörte und der Sklave einfach nicht zu ersetzen bzw. sein Ersatz mit größten Schwierigkeiten verb un­den war, mußte die auf Sklaverei beruhende Produktionsweise in eine ausweglose Sackgasse geraten. Die Widersprüche konnten einfach nicht mehr im Rahmen der bestehenden Ordnung ge­löst werden. Die Liquidierung der bestehenden Produktionsverhältnisse war zu einer Notwendig­keit geworden.

Wir können die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in der auf Sklaverei beruhenden Ge­sellschaftsformation an zahlreichen Beispielen aus der Geschichte Mesopotamiens, Ägyptens und anderer Länder und Völker des Vorderen Orients, so zum Beispiel der Hethiter, Phönizier, Juden, sowie aus der Geschichte Griechenlands und Roms studieren.

Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung

An Hand eines umfangreichen schriftlichen Quellenmaterials, das uns neben archäologischen Funden zur Verfügung steht, können wir die historischen Vorgänge und Erscheinungen in ihrem Zusammenhang und in ihrer wechsel­seitigen Bedingtheit studieren. Wir können den gesetzmäßigen Ablauf der Geschichte im Sinne eines Entwicklungsprozesses vom Niederen zum Höheren betrachten. Wir können außerdem genau feststellen, daß der gesellschaftliche Ent­wicklungsprozeß als eine Einheit von zwei Pha­sen, von Evolution und Revolution, verläuft.


Wer macht die Geschichte?

Wir können erkennen, daß die Menschen ihre Geschichte selbst machen, daß sie dabei aber an gewisse objektiv bestehende Gesetze gebunden sind, die außerhalb ihres Bewußtseins existieren. Wir sehen aber auch, daß diese Gesetze wiederum nur durch das Wirken der Menschen wirksam werden. Schließlich können wir die Trieb­kräfte des gesellschaftlichen Entwicklungspro­zesses, den „Kampf der Gegensätze“, den Kampf zwischen Altern und Neuem, den Kampf zwi­schen Unterdrückern und Unterdrückten, klar sehen, und wir gewinnen die Erkenntnis, daß die Geschichte der Klassengesellschaft eine Ge­schichte von Klassenkämpfen ist.

Zeitvergleich

Wir können aber auch feststellen, daß innerhalb der Basis ein und derselben sozialökonomischen Formation strukturelle Veränderungen vor sich gehen, ohne daß sich der Gesamtcharakter der Klassenstruktur verändert. So besteht zum Bei­spiel zwischen der patriarchalischen Sklaverei und der orientalischen Tempelsklaverei einer­seits und der antiken Massensklaverei in der grie­chischen Polis und im römischen Imperium mit den verschiedenen Verwendungsformen und -möglichkeiten anderseits ein struktureller, aber kein qualitativer Unterschied. Diese Verän­derung vollzieht sich jedoch nur innerhalb derselben Produktionsweise, im Rahmen der Sklavenhaltergesellschaft.

Zeitvergleich

Entsprechend diesen Veränderungen in der Basis gehen auch im Überbau Veränderungen vor sich. So entspricht der patriarchalischen Sklaverei der Zustand der sich auflösenden urgemeinschaftlichen Ordnung und des sich allmählich herausbildenden Staates, der keines­wegs schon mit den ersten Sklaven entsteht, sondern das Produkt und die Außerung der Unversöhnlichkeit der Klassengegensätze ist.

,,Der Staat entsteht dort, dann und insofern, wo, wann und inwiefern die Klassengegensätze objektiv nicht versöhnt werden können.“ (14)


Der Staat – Machtinstrument der herrschenden Klasse

StaatSklavEr ist, wie bereits ausgeführt, das Macht- und Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse zur Niederhaltung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung mit Hilfe eines mäch­tigen Unterdrückungs- und Zwangsapparates, der jeweils der Basis entspricht. So entspricht der orientalischen Tempelwirtschaft als staatlicher Überbau zunächst ein Staat, an dessen Spitze Priesterfürsten stehen. Aus diesem Staat ent­wickelt sich später die orientalische Sklaven­halterdespotie, die typische Staatsform der Länder des Vorderen Orients in dieser Periode.

Der auf der Massensklaverei beruhenden Wirt­schaft in den griechischen Stadtstaaten ent­spricht die athenische Sklavenhalterdemokratie. Ihre Besonderheiten sind auf den ausgedehnten Handel und die daraus entstehende soziale Diffe­renzierung – die Entstehung einer kleinen Kauf­mannsschicht und freier Handwerker – zurück­zuführen. Die spartanische Sklavenhalter­aristokratie schuf sich einen Sklavenhalterstaat besonderen Typus. Dem allmählichen Übergang zur Massensklaverei mit seiner Latifundienwirt­schaft, der Verwendung von Sklaven in Berg­werken, im Straßenbau, in Werkstätten entspricht der allmähliche Übergang der römischen Sklavenhalterrepublik zur Militärdiktatur im Interesse der reichen Sklavenhalter, um die auf­ständischen Sklaven niederhalten zu können.

Wie wurde die Sklaverei überwunden?

Dem zunehmenden Verfall der auf Sklaverei be­ruhenden Wirtschaft im römischen Imperium im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung entspricht eine ständig wachsende Konzentra­tion der Macht in den Händen der Kaiser, die im Interesse der reichen Sklavenhalter und mit deren Einverständnis regieren. Gelegentliche Differenzen zwischen Kaiser und Senat – dem obersten Organ der reichen Sklavenhalter – sind der Ausdruck des Ringens um die obersten Funktionen im Staat, sind ein Kampf innerhalb der herrschenden Klasse der Sklavenhalter um das Primat, um die Macht im Staat.

Eine soziale Revolution…

Schließlich beseitigt die „Revolution der Sklaven“ die Skla­venhalter und hebt die Sklaverei als Form der Ausbeutung der Werktätigen auf. An die Stelle der einen Ausbeuter treten jedoch andere Aus­beuter und Unterdrücker, genau so, wie vorher ein Sklavenhalterstaat den anderen ablöste bzw. unterwarf. Aber nicht nur die Staatsformen wan­deln sich mit der Basis, sondern auch die übri­gen politischen Anschauungen und Theorien.

Dazu kommen noch philosophische, religiöse und andere Ideen, denen wiederum bestimmte Institutionen und Organisationen entsprechen. Die Geschichte des Altertums ist die Geschichte der Sklavenhaltergesellschaft. Lassen wir an uns die wichtigsten Ereignisse und Erscheinungen, die bekanntesten Persönlichkeiten, die kulturel­len Leistungen dieser Epoche vorüberziehen.

Quelle:
Weltall-Erde-Mensch. Ein Sammelwerk zur Entwicklungsgeschichte von Natur und Gesellschaft. Verlag Neues Leben (DDR), 1954, S.275-283.


Moderne Lohnsklaverei

moderne Sklaven

 

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7 Antworten zu WIE DIE MENSCHLICHE GESELLSCHAFT SICH IN KLASSEN SPALTETE UND WIE DER STAAT ENTSTAND

  1. Ulrike schreibt:

    Vielen Dank und ich bin beeindruckt von der Klarheit und der gelungenen Gestaltung des Textes.
    Während des Lesens ging mir „Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staates“ von F. Engels durch den Kopf.
    Das war eines der ersten Werke beim Studium des M/L.

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Als ich mir den ganzen Müll des Herrn Schwab in seinem Buch „Covid 19 – Der Große Reset“ durchgelesen hatte, war mir klar, dass es hier nicht um die Zukunft der Menschheit geht, sondern um das Zurück zur Sklaverei, diesmal in „modernem“, digitalen Gewand. So hätten die Herrschaften es gern!

    Schade, dass ich das nicht mehr erleben werde. Ich hätte so gern noch die weltweite Revolution erlebt. Schwab hat den Satz von Marx vergessen, dass sich die Geschichte nur als Farce wiederholt. Und jetzt bin ich ganz sicher, dass dieser „Große Reset“ unter Sang und Klang scheitern wird. Niemals begibt sich die Menschheit in eine Entwicklungsstufe zurück, die sie lange hinter sich gelassen hat. Es kann zeitweilige Rückschritte geben, aber niemals für ewig! Aber es ist natürlich bezeichnend für dieses Banditenpack um Rockefeller und Co., was sie sich so vorstellen, wie ihre Welt aussehen sollte: die verewigte Klassenherrschaft. Der Herr Schwab hat da einfach daneben geträumt.

  3. roprin schreibt:

    Friedrich Engels schrieb es im „Ursprung der Familie“: Der Mensch, der als erster sagte „Das ist meins“ ist schuld am Besitzstreben.

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    roprin, mir ist wie Rousseau, der diesen Satz (oder wenigstens so ähnlich) geschrieben hat. Engels hat zwar eine ganze Menge guter Sachen geschrieben, aber den „Gesellschaftsvertrag“ meines Wissens nicht.

  5. Erfurt schreibt:

    Sklavenhalterei heute vorbei? Weit gefehlt! Hier in Deutschland gibt es Bauern die behandeln ihre Arbeiter wie Leibeigene. Sogar die Geschäftsführer müssen mit auf den Acker, solche Fälle gibt es auch. Offiziell heißt es dann, daß Lohnarbeiter die Arbeit ja gerne machen und extra deswegen vom Balkan hierherkommen. Und daß man ja die Produkte nicht mehr bezahlen kann wenn Landarbeiter einen Lohn bekämen welche dem tatsächlichen Wert der Arbeit entsprechen würde.

    Natürlich wissen wir, daß derartige Begründungen faustdicke Lügen sind. Denn in Wirklichkeit haben Bauern mit dem Preis den wir für Lebensmittel bezahlen gar nichts mehr zu tun, es ist denen ganz egal welchen Preis wir letztendlich für Milch und Kartoffeln bezahlen.

    Und macht Euch bloß keine Gedanken um die vielen Silvesterknaller die wg. Lockdown dieses Jahr nicht verkauft werden dürfen. Genau wie mit Lebensmitteln haben die Produzenten ihre Profite längst in der Tasche noch bevor der ganze Mist in die Läden kommt.

    Schönen Sonntag!

  6. Roter Jäger schreibt:

    Hanna hat vollkommen Recht ,wenn sie auf Jean Rousseau verweist.Denn der sagte:Derjenige der als erster ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen:dieses Stück Land gehört mir,und er Leute fand,die einfältig genug waren ihm zu glauben,sei der eigentliche Gründer der herrschaftsförmig organisierten Gesellschaft mit dem ihr eigentümlichen Verbrechen und Kriegen ihr wesenseigener Not und Elend.

  7. Thomas Artesa schreibt:

    Das grundlegende Problem in der heutigen Zeit ist immer noch, dass es auch weiterhin solche Wirtschaftsinterpreten und von sich überzeugte Kandidaten des freien Marktes und der freien Ausplünderung des Menschen durch den Menschen gibt wie diesen US-Professor und libertären Kopfverdreher: Thomas DiLorenzo. In seinem viel zitierten und hofierten Buch: Das Problem mit dem Sozialismus (The Problem with Sozialism) – werden gleich alle Standardplattheiten und kleinbürgerlichen Anschuldigungen gegen die sozialistische Alternative und Gesetzmäßigkeit für die Menschheit in den Dreck gezogen und bewusst völlig falsch dargelegt. Frage hier: Warum wird gerade das Buch von mir genannt? Es handelt sich hierbei um eine typisch US-amerikanische Sichtweise auf die Welt, verfasst von einem Typen, der sich gerne als libertärer Freigeist sieht, aber nicht verstehen will, dass er selbst ein gefangenes Kryptokapitalisten-Schwein ist. Wie üblich kommt auch Stalin wieder auf die Anklagebank – Despotie, Gulag, Untergang der Sowjetunion, Planwirtschaft ist eben nur zum Scheitern verurteilt, Bonzentum der Kommunistischen Partei und das Volk lebt nur im Elend. Da hat eben dieser gute Mann nicht die Geschichte der Sowjetunion studiert oder gar verstanden mit Krieg, Bürgerkrieg, Entente-Intervention, Sanktionen, Diversantentum etc. Also nur: Bla, bla, bla…! Dann werden ehemalige kolonisierte Staaten beschrieben wie eben auch ganz Afrika. Alle sind da selber schuld, dass sie nach ihrem berechtigten Freiheitskampf den sozialistischen Weg eingeschlagen haben. Will sagen – sie hätten ja gleich zum IWF und der Weltbank gehen sollen in den 60er Jahren und ihre Bodenschätze an den Börsen von London, New York und Tokio verschenken sollen. Aber nein – sie wollten ja sozialistisch und dazu noch frei sein. Die Sowjetunion war da halt nur der letzte Sargnagel auf dem Weg in den Abgrund. Ha, ha, ha … nichts hat dieser Kopfverdreher und Steigbügelhalter des CfR, der Bilderberger und bezahlte Hilfsschüler der Raubtierimperialisten verstanden. Die Frankfurter Schule zitiert dieser Wendehals noch nebenbei, wo doch alle wissen, dass das auch nur ein Debattier-Club von Caféhaus-Seibelköpfen war, die schon nach Erich Mühsam halt nur Revoluzzer sein wollten und zu billigen Lampenputzer verkommen sind – also Fabianische Sozialisten im faschistischen Sinne mit dem kapitalistischen Paten oder Familienoberhaupt an der Spitze zum Wohle des Volkes! Halt trotzkistische Wühlmäuse. Zum Schluss haut er noch eins drauf auf Venezuela – Kuba ja sowieso – und gießt auch gleich seinen eitrigen Lungenauswurf auf alle Staaten der ALBA. Hugo Chávez oder jetzt Nicolas Maduro sind nur korrupte Abzocker, die sich nicht freiwillig den Sanktionen, der ständigen Kriegsbedrohung oder dem Diktat der westlichen Finanzbarbarei beugen wollen. Wie gesagt: Solche giftigen Schöngeister, Dauerflöten auf dem Bahnhofsklo für Züge, die nur in die Sackgasse fahren und grünlackierte Lakaien des Finanzkapitals, Interpreten einer einbalsamierten Welt des freien Marktes, des freien und grenzenlosen Kapitalismus à la US-Globalismus haben aber auch gar nichts begriffen und bleiben am Ende eben nur die Totengräber des absterbenden Kapitalismus. Man könnte nur noch kotzen, wenn man solche Hypokriten sieht, die in ihrer retrograden Methamorphose vom schillernden Schmetterling wieder hin zur schleimigen Raupe verludern. Es lebe der angelsächsische PIraten- Kapitalismus!!! Frei im Geiste, frei in der Dauerberieselung der ewigen und drögen Lüge, frei im modernen Globalismus oder besser interpretiert:
    Es handelt sich hierbei um die moderne Form der heuchlerischen Verschleierung des kapitalistischen Ausbeutersystems oder das schlimmste Unwort des Jahrzehnts (Globalismus)! Korrekte Definition im Sinne des Dialektischen Materialismus: Ein Prozess der Konzentration zur Steuerung der Produktivkräfte der Menschheit. (Monopolisierung der Produktionsmittel und bewusste Manipulation der menschlichen Werte im Dienste des „Deep State“ bzw. der betrügerischen Finanzmafia): Imperialismus !
    Zur Durchsetzung der Interessen des Imperialismus (Oligarchen, Bourgeoisie etc,) bleibt diesem am Ende nur die Gewalt: Staatsmacht – vereinnahmt und gekauft, Polizeigewalt, kleinbürgerliche Diktatur bis zum offenen und direkten Faschismus als letzter Ausweg! Und dabei sind eben solche Falschmünzer und Kommunisten- bzw. Sozialistenhasser wie dieser Armchair-Professor und Sonnenanbeter in seiner geliehenen Hängematte die besten Stiefelknechte. Schön akademisch und gelehrt … bla, bla, bla!

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