Warum war die DDR der erste und bisher einzige menschenfreundliche Staat in der deutschen Geschichte?

Berlin 1945Wer sich heute von den „Querdenkern“ und anderen bürgerlichen Demokraten darüber wundert, daß bürgerliche Rechte und Freiheiten in der BRD so handstreichartig beseitigt werden und die ach so schöne, heile Welt der Bundesrepublik durch einen „Lockdown“ nach dem anderen in Trümmer gelegt wird, wer sich über die unverschämten und verlogenen Ansagen des Merkel-Regimes (Kniebeugen und Händewaschen) empört und – völlig zurecht – dagegen auflehnt, der sollte sich einmal über die Anfänge dieses Desasters in der heutigen BRD informieren. Nach 1945 waren von den Siegern der Geschichte, der ruhmreichen Sowjetunion, die Deutschland und Europa von dem braunen Terror des Nazismus befreit hatten, alle Weichen gestellt worden, um das deutsche Volk in eine friedliche und menschenwürdige Zukunft zu führen. Daß dies nur in einem Teil Deutschlands gelang, in der Deutschen Demokratischen Republik, und auch nur für einen historisch kurzen Zeitraum, war vor allem der sowjetischen Besatzungsmacht zu verdanken, die der kriminellen Energie des USA-Imperialismus über 40 Jahre lang wirksam einen Riegel vorschob…

Die demokratische Umgestaltung

Unterstützt von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland, haben die antifaschistischen Kräfte in Ostdeutschland eine umfassende demokratische Umgestaltung vollzogen. Im Herbst 1945 wurde auf Initiative der KPD mit der Durchführung der demokratischen Boden­reform begonnen. Die erfolgreiche Durchführung der Bodenreform be­endete die jahrhundertealte Herrschaft der junkerlichen Großgrund­besitzer, die von jeher eine Stütze der Reaktion und des Militarismus waren. Von großer Bedeutung für die Umgestaltung der deutschen Wirtschaft auf einer friedlichen demokratischen Grundlage war die in der sowjetischen Besatzungszone durchgeführte Entmilitarisierung der Industrie, die Be­seitigung der Monopole und Beschlagnahme des Besitzes der Nazi- und Kriegsverbrecher, zu denen alle Großkapitalisten gehörten, die Hitlers ver­brecherische Pläne finanziert und unterstützt hatten.

Was geschah mit dem enteigneten Vermögen?

Die enteigneten Ver­mögenswerte wurden den Organen der Selbstverwaltung und damit dem deutschen Volke übergeben. Durch diese Maßnahmen wurde in den wich­tigsten Wirtschaftszweigen ein starker volkseigener Sektor geschaffen. Die demokratische Umgestaltung förderte das Ansteigen der Industrieproduk­tion. Im Interesse der Werktätigen wurden der achtstündige Arbeitstag, gleicher Lohn fiir gleiche Arbeit und andere demokratische Gesetze ein­geführt. Bereits im Jahre 1947 war die Arbeitslosigkeit völlig beseitigt. Gleichzeitig mit den Reformen auf dem Gebiet der Wirtschaft wurde die Entnazifizierung erfolgreich durchgeführt. Im Frühjahr 1946 wurde das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule angenommen.

Die Spaltung der Arbeiterklasse wurde überwunden

Von gewaltiger Bedeutung für das politische Leben in Deutschland war die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien, der Kommunistischen und der Sozialdemokratischen Partei, zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 21. und 22. April 1946. Diese Vereinigung wurde auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus vollzogen. Die Schaffung der SED bedeutete einen Umschwung in der Arbeiterbewegung Deutschlands und bildete ein festes Fundament für die endgültige Überwindung der Spal­tung der Arbeiterklasse im Lande, die durch die verräterische Politik der rechten Sozialdemokraten hervorgerufen worden war. Die Gründung der SED verstärkte die führende Rolle der Partei der Arbeiterklasse beim demokratischen Aufbau Ostdeutschlands sowie deren Einfluß unter den werktätigen Massen. Die von der Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone gewählten Landtage arbeiteten 1946 demokratische Verfassungen für die Länder aus. Mit Unterstützung der sowjetischen Militärbehörden erstarkten die Kräfte der deutschen Demokratie in der sowjetischen Besatzungszone.

Die Imperialisten torpedierten die deutsche Einheit

Die Imperialisten der Vereinigten Staaten von Amerika, Englands und Frankreichs ließen unter Verletzung des Potsdamer Abkommens in ihren Besatzungszonen die deutschen Monopole, die die Inspiratoren und Initia­torcn der Hitleraggression gewesen waren, unangetastet. Die anglo­amerikanischen und französischen Imperialisten ließen auch den Groß­grundbesitz bestehen. Die Kommissionen zur Entnazifizierung der westlichen Zonen Deutschlands waren durchsetzt mit faschistischen Elementen und wurden zu Kommissionen der Rehabilitierung faschistischer Ver­brecher. Führende Nazis wurden von den amerikanischen Imperialisten amnestiert. Das hatte eine verstärkte Zersetzungstätigkeit der nazistischen Elemente zur unmittelbaren Folge.

Was geschah in den westlichen Besatzungszonen?

Die westlichen Besatzungsmächte ver­folgen die Anhänger der demokratischen antifaschistischen Bewegung und stützen sich in ihrer Politik auf die westdeutsche Reaktion, die sich um die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD) Westdeutschlands konzentriert. Die USA, England und Frankreich verboten in ihren Besatzungszonen die Gründung und Tätig­keit der SED und unterstützten mit allen Mitteln die von Schumacher geführten rechten Sozialdemokraten, die Schuld an der Spaltung der Arbeiterbewegung in Westdeutschland tragen. In den westdeutschen Ländern wurden antidemokratische Verfassungen angenommen, die von föderalistischen Bestrebungen durchsetzt sind.

Die Abtrennung von Ruhr- und Saargebiet

Um die Spaltung Deutschlands· voranzutreiben, nahm die britische Militärverwaltung, ohne den Kontrollrat davon in Kenntnis zu setzen, im Dezember 1945 alle Kohlengruben und im August 1946 die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet unter ihre Verwaltung. Die Sowjetunion forderte wiederholt eine Viermächtekontrolle über die Industrie des Ruhr­gebietes, um das Ruhrgebiet aus einem Kriegsarsenal in eine Quelle des Wohlstandes der europäischen Völker und an erster Stelle des deutschen Volkes zu verwandeln. Im Dezember 1946 trennte die französische Militär­verwaltung durch einseitige Handlungen das Saargebiet von Deutschland los und gliederte es faktisch im März 1950 Frankreich an.

Die Spaltung Deutschlands durch die Westmächte

Am 2. Dezember 1946 wurde das anglo-amerikanische Abkommen über die Bildung der ver­einigten amerikanisch-britischen Zone, der sog. Bizone, unterzeichnet, der später, im Jahre 1948, auch die französische Zone angeschlossen wurde. Auf diese Weise wurden die westlichen Gebiete Deutschlands vom übrigen Deutschland losgetrennt. Damit begannen die herrschenden Kreise der USA und Englands offen eine Politik der Spaltung Deutschlands zu betreiben. Das Abkommen über den Zusammenschluß der westlichen Besatzungszonen erleichterte es den amerikanischen Monopolisten, die deutsche Wirtschaft unter ihren beherrschenden Einfluß zu bringen.

Die Sowjetunion protestierte dagegen…

Auf der Moskauer Tagung des Außenministerrates im Jahre 1947, wie auch auf den vorhergehenden Tagungen, trat der Außenminister der UdSSR, Molotow, konsequent gegen die durch die anglo-ameri­kanischen Imperialisten betriebene Spaltung Deutschlands auf, wobei er betonte, daß die Spaltung den Grundinteressen des deutschen Volkes widerspricht. Molotow unterbreitete folgende Vorschläge der sowjetischen Delegation:

„1. Die politische Struktur Deutschlands muß demokratischen Charakter tragen … 2. Als ersten Schritt zur Bildung einer provisorischen deutschen Regierung, gemäß dem Beschluß der Potsdamer Konferenz, deutsche Zentralverwaltungen für Finanzen, Industrie, Verkehrswesen, Post- und Fernmeldewesen und Außenhandel zu schaffen“. [2]

Wiedererstarken des Imperialismus im Westen

Trotz nach­drücklicher Forderung der UdSSR, ein einheitliches, demokratisches, fried­liebendes Deutschland zu schaffen, setzten die Westmächte ihre Separatmaßnahmen zur politischen und wirtschaftlichen Spaltung des Landes fort. Im Mai 1947 schlossen die anglo-amerikanischen Besatzungsmächte ein Abkommen über die Bildung eines deutschen Zweizonen-Wirtschaftsrates und nahrnen, in engem Kontakt mit den Anhängern einer deutschen Revanchepolitik, Kurs auf die Schaffung eines reaktionären westdeutschen Staates.

Demokratische Kräfte fordern die Einheit Deutschlands

Die Politik der anglo-amerikanischen Imperialisten in Westdeutschland rief den energischen Widerstand der demokratischen Kräfte hervor. Der II. Parteitag der SED vom 20. bis 24. September 1947 nahm eine Resolution iihcr den Kampf um die Demokratie und Einheit Deutschlands an. Das im November 1947 angenommene Manifest der SED forderte die Durch­führung eines Volksentscheids über die Frage der Einheit Deutschlands, die Schaffung von zentralen gesamtdeutschen Verwaltungsorganen, die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und den Abschluß eines Friedens­vcrtragcs, der dem deutschen Volke einen gebührenden Platz unter den Völkern der Welt sichert.

Der erste deutsche Volkskongreß

Anfang Dezember 1947 fand unter der Losung: „Für Einheit und gerechten Frieden“ der erste Deutsche Volkskongreß statt. Auf dem Kongreß waren 2.215 Delegierte, darunter die Vertreter einiger westdeutscher Länder, anwesend. Das vom Kongreß angenommene Manifest rief die Deutschen auf, die Sache der Herstellung der Einheit Deutschlands selbst in die Hand zu nehmen….

(An dieser Stelle beenden wir den Auszug aus dem Bericht über die ersten Jahre vor dem Beginn des Neuaufbaus in der DDR und der Gründung einer undemokratischen und menschenverachtenden bürgerlichen Diktatur im Westen Deutschlands.)

Quelle: Jürgen Kuczynski/Wolfgang Steinitz (Hrsg.) Deutschland. Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin, 1953, S.178-181.


Berlin – Hauptstadt der DDR (1970)

Berlin-ca-1970-vom-Leninplatz-Richtung-Alexanderplatz

Siehe auch:
Leben in der DDR – Lebensweise und Familie

pdfimage  Die DDR in der deutschen Geschichte

Dieser Beitrag wurde unter Demokratie, Für den Frieden, Geschichte, Meine Heimat DDR, Sozialistische Wirklichkeit, Was ist Sozialismus? veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Warum war die DDR der erste und bisher einzige menschenfreundliche Staat in der deutschen Geschichte?

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, die Westdeutschen wurden bereits in den Schulen über das Wesen der BRD getäuscht. Sie kannten die DDR nicht, sie haben sie nur aus westdeutscher Sicht von außen erlebt. Und da wurde natürlich darauf geachtet, alle Handlungen der USA, die zur Spaltung Deutschlands führten, überhaupt die gesamte Nachkriegszeit in einem rosigen Licht darzustellen. Und ich bin sicher, diese Lügen sind so fest in ihnen verankert, dass es eine Glaubensfrage geworden ist. Das merken wir doch eigentlich bei jedem Beitrag Westdeutscher, selbst dann, wenn sie ansonsten eine sehr progressive Haltung einnehmen, der Hieb gegen die DDR oder den Sozialismus fehlt nie. Wenn sie sich wirklich mit der Darstellung ost- und westdeutscher Geschichte von DDR-Historikern beschäftigen würden, wäre das wie ein Schlag ins Gesicht für sie, und nur die wenigsten würden begreifen, dass ihnen ihr bisheriges Weltbild zusammengebrochen ist. Die meisten würden die DDR-Darstellungen für Lügen, für Propaganda halten. Zumal ja die Lügen nach 1990 in verstärktem Maße weiterverbreitet wurden. Und es gibt genügend sogenannte Augenzeugen und „Opfer“, die ein Übriges tun, die Westdeutschen davon zu überzeugen, dass die BRD der bessere Teil Deutschlands war. Die Querdenker können sich zum Beispiel gar nicht vorstellen, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen basierte. Sie nehmen die Illusionen des Gedruckten, den Schein, für die einstige Wirklichkeit, wobei sie ihr politisches Unwissen überhaupt nicht in Betracht ziehen. Sowieso, die DDR ist für sie vorbei und kein Thema mehr, mit dem man sich beschäftigen muss, es sei denn, man vergleicht westliche Ungeheuerlichkeiten mit den westlichen Propagandamärchen über die DDR. Mit Sozialismus haben sie nicht im geringsten etwas im Sinn, ihre Welt ist immer eine bürgerliche, incl.Kapitalismus.

  2. Harry Popow schreibt:

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Wer aus machtpolitischen Gründen – wie die große Koalition in der BRD – mit vollen Rohren seit Jahr und Tag gegen die DDR hetzt und keiner sich traut, Wertvolles aus der einzigartigen Geschichte der DDR zu schöpfen und daran anzuknüpfen, der hat auch keine Chance, die Zukunft friedlich zu gestalten. Ganz im Gegenteil. Jeder tue. was er kann, um gegen Geschichtsfälscher aufzustehen, und wenn es Lebensberichte sind, die ehrlich und kritisch aus dem Leben in der DDR berichten. Als Berglehrling im Zwickauer Kohlenrevier, als Offizier der NVA und Reporter habe ich gute Erinnerungen gespeichert und bin sehr glücklich darüber, eine zwar widerspruchsvolle aber sehr geistvolle und privat glückliche Zeit erlebt zu haben.. Harry Popow

    • sascha313 schreibt:

      Danke Harry, diese Erinnerungen als DDR-Bürger begleiten uns nun schon ein ganzes Leben lang. Und das betrifft – na, sagen wir mal – 98% der in der DDR aufgewachsnenen Menschen. Den Rest können wir vergessen.

      Heute kann man erst recht ermessen, welches Glück wir hatten, die schönste und wunderbarste Zeit unseres Lebens in der DDR zu verbringen… (Und daß nicht alles immer wunderbar war, muß man nicht erwähnen, wir haben auch vieles falsch angepackt, das ist wahr!)
      Das sollten wir (vor allem wir, die wir noch dazu imstande sind!) der Jugend vermitteln.

  3. Erfurt schreibt:

    Die Amerikaner in Weimar und Umgebung hatten nichts Eiligeres zu tun, als dafür zu sorgen daß sämtliche Ämter mit nazitreuen Halunken besetzt bleiben bzw. neu besetzt wurden. Das änderte sich, als im Juli Thüringen zur Sowjetischen Besatzungszone erklärt wurde und die SMAD (Sowjetische Militäradministration) für Führung übernahm. Unter der SMAD begann das Aufspüren der NSDAP-Kriegsverbecher die im einstigen KZ Buchenwald interniert wurden um jeden Fall im Einzelnen und im Besonderen prüfen zu können. Auch mein Vater wurde interniert, erzählte mir Erika, Jahrgang 1934. In seinem Fall ging es darum zu prüfen, ob er sich als Gastwirt mit der Unterbringung von Ostarbeitern eines Kriegsverbrechen schuldig gemacht hat. Der Vater überlebte das Internierungslager, leider haben wir über diese Zeit viel zu wenig geredet.

    Danke Erika, gest. am 12.12.2020 in Weimar

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Erfurt, … ja leider merkt man das heute zu spät, daß man mit den Älteren viel öfter über diese Zeit und ihre Erlebnisse hätte reden sollen. Aber vielleicht hätten wir es damals auch noch nicht so verstanden, wie wir es heute verstehen und einzuordnen wissen….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s