A. Warum sind die USA immer noch eine Hochburg des Faschismus? – B. Die zukünftige Gesellschaft (Stalin)

Mahnruf Sez 1984 Seite 4Immer noch gibt es in den USA Kinder und Kindeskinder jener Nazi- und Kriegsverbrecher, die auf der Flucht vor der siegreichen Roten Armee im Westen Unterschlupf fanden, die versuchten in die USA zu gelangen, wo sie hofften, ihrer gerechten Strafe entgehen zu können. Der amerikanische Rechtsanwalt,  Schriftsteller und Universitätsprofessor Allan A. Ryan jun. schrieb in seinem Buch „Quiet neighbors“ (1984) über Nazi- und Kriegsverbrecher in den USA. Er stellt ironisch fest, daß die USA unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg nicht am so sehr am Holocust oder an der Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern festhalten wollten, weil wegen des Kalten Krieges eine neu formulierte Einwanderungs-politik betrieben wurde. Die Times berichtet, daß es dadurch für ehemalige Nazis und ihre Komplizen leichter geworden war, legal in die USA einzuwandern als für Überlebende der faschistischen Massenmorde. Ryan kam zu dem Schluß, daß die Amerikaner nachdem sie einige Opfer gebracht hatten, um sich am Sieg über Hitlerdeutschland zu beteiligen, glücklich gewesen seien, die Augen davor zu schließen, daß Hitlers Schergen ihre Nachbarn wurden. Das Buch handelt nicht nur, wie Ryan behauptet, von ehemaligen Nazis und ihren Komplizen, sondern es ist virl mehr noch ein Buch über die Machenschaften der Geheimdienste der USA, die den Faschisten Asyl verschafften. Der Faschismus ist in den USA auch heute noch weit verbreitet, und er dehnt sich mittlerweile aus über die ganze Welt. Wehret dieser braunen Brut!

Der gewöhnliche Faschismus … in den USA

Fasch1Permanente Kriege im Ausland, imperiale Ambitionen, totale Überwachung, brutale Unterdrückung von Protestdemonstrationen, geheime Gefängnisse und Folter. Warum haben die USA immer die faschistischen und halbfaschistischen Regimes, die blutigsten Diktatoren des zwanzigsten Jahrhunderts, unterstützt? Warum haben sie Hitler gefeiert, Mussolini und Franco unterstützt, das Regime der „Schwarzen Obristen“ in Griechenland gegründet, einen faschistischen Putsch in Kiew durchgeführt? Gibt es in dieser „vorbildlichen Demokratie“ selbst eine Verwandtschaft zum Faschismus?

DER NAZIMUS UND AMERIKA

Es kursiert die Meinung, daß der Faschismus in Italien und Deutschland entstanden sei, und in den USA, einer „Hochburg der Demokratie“, immer verurteilt worden wäre. Aber das ist keineswegs der Fall. Eines der wichtigsten Elemente der faschistischen Doktrin — der Rassismus, durchdrang das gesamte öffentliche Gewebe der USA, lange bevor es von Hitler übernommen wurde. Afroamerikaner konnten Bürgerrechte erst gegen Ende der 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts erhalten. Die Ureinwohner Amerikas, die Indianer, haben sie bis jetzt nicht.

Das antisemitische Erbe eines Autokönigs

Hitlers Antisemitismus (von dem sein „theoretisches“ Werk „Mein Kampf“ durchdrungen ist) wurde von dem amerikanischen Industriellen Henry Ford übernommen. Der „Führer“ selbst sprach von dem „tiefgreifenden Eindruck“, das dessen Buch „Die Aktivitäten der Juden in den USA“, das 1920 von dem amerikanischen Industriellen veröffentlicht wurde, in ihm hinterlassen habe. Darin wird behauptet, daß die „größte Bedrohung für die Welt“ von „jüdischen Finanziers“ ausgehe. Außerdem wird die „Herrenrasse“ — ein weiteres integrales Element der faschistischen Ideologie in jeder Hinsicht gelobt:

„Die Gründerväter unserer Nation waren Vertreter der angelsächsischen keltischen Rasse; sie kamen aus Europa mit einer Zivilisation in ihrem Blut; sie erreichten Alaska im Norden und Kalifornien im Westen; Sie wurden durch ihr schöpferisches Genie zur herrschenden Rasse; die Auserwählten von oben durch ihre Exklusivität, sie sind dazu bestimmt, die Welt selbst zu beherrschen.“

(Es ist nicht zu übersehen, daß dies fast identisch ist mit den Wortenb über die „amerikanische Exklusivität“ und das „Recht, die Welt zu beherrschen“!)

Der Welteroberer und sein Vorbild

Beim Nürnberger Prozeß sagte der Anführer der Hitlerjugend B. von Schirach, er habe seine antisemitischen Ansichten wie andere Führer der Nazis aus dem Buch von H.Ford gelernt. In 1938 erhielt der Amerikaner die höchste Auszeichnung von Hitler-Deutschland – den Orden des Großen Kreuzes. Das Porträt dieses amerikanischen Industriellen hing immer an prominenter Stelle in Hitlers Büro.

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UNTERSTÜTZUNG FÜR HITLER

Die mächtigsten amerikanischen Banker haben den europäischen Faschismus großgezogen und unterstützt. Sie waren die Hauptsponsoren des Faschismus in Italien, des Nazismus in Deutschland und des Putsches von General Franco in Spanien. Unter ihnen sind John Rockefeller, Andrew Mellon (Banker, US-Finanzminister), der Dupont-Clan, die Führung der „National City Bank“, die Direktoren der Unternehmen „General Motors“, „Standard Oil“, „Alcoa“, „Ford Motors“, ITT und „General Electric“, Allen Dulles (Direktor des Rates für Außenpolitik, der spätere Direktor der CIA), Prescott Bush (Banker, der Vater des künftigen Präsidenten G.Bush Senior), William R.Hearst (Zeitungsmagnat, der Gründer der „Yellow Press“), Joseph Kennedy (Chef einer Investmentgesellschaft, der Vater von Präsident John F.Kennedy).

Kapitalexport aus den USA

Hilfe gab es nicht nur in Form von Geld, sondern auch durch die direkte Zusammenarbeit der Unternehmen. So besaß die deutsche I.G. Farben in den USA eine Reihe ihrer Filialen („Bayer Co.“, „General Aniline Works“, „Agfa“, „Winthrop Chemical Company“) sowie durch Verbindungen mit solchen Riesen wie „Standard Oil“, „DuPont“, „Alcoa“ und „Dow Chemical“.

Die amerikanische Herrenrasse

Der Chef des weltberühmten Unternehmens IBM, T. Watson, hielt seine Sympathien in Bezug auf die Faschisten nicht verborgen. Das Unternehmen lieferte die neuesten Rechenmaschinen nach Deutschland, die eine vollständige statistische Basis für die Erfassung „rassistisch minderwertiger Bürger“ ermöglichten und den Faschisten die Umsetzung der Holocaust-Pläne erheblich erleichterten. Watson wurde auch mit dem faschistischen Adler-Orden ausgezeichnet. Im Wesentlichen erhielt Deutschland durch sie alles, was für den schnellen Aufbau militärischer Kapazitäten notwendig war, einschließlich direkter Geldinvestitionen.

Hitler als „Werkzeug“ der Wall Street

Im Jahre 1940 veröffentlichte der Vizepräsident von General Motors, G.Howard, das Buch „Amerika und die neue Weltordnung“ (eine der ersten Erscheinungen dieses heute in der Presse so verbreiteten Begriffs!), in dem er die breiteste Unterstützung für die Nazis forderte. Nicht wenig Lärm verursachte auch, daß er offen zugab, daß die Hauptrolle bei der Entfesselung eines Krieges nicht Hitler zukommt, sondern den USA! Hitler, so schreibt er, sei nur ein „Werkzeug“ in den Händen der USA-Banker gewesen.
Es ist offensichtlich, daß der deutsche Faschismus ohne die allseitige Unterstützung von Seiten der amerikanischen Banker niemals hätte an die Macht kommen, und eine so mächtige Kriegsmaschine für den Zweiten Weltkrieg bauen können.

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WEM NUTZT DER KRIEG…

Bis zur Kriegserklärung der amerikanischen Regierung an Deutschland und der Verabschiedung des Gesetzes „Über das Verbot des Handels mit dem Feinde“ unterstützten amerikanische Banker offen die faschistischen Regimes in Europa. Viele Banken und Konzerne behielten aber auch während des Krieges „Geschäftsbeziehungen“ zum Dritten Reich. „Ford“ und „General Motors“ lieferten den Faschisten Lastwagen, militärische Ausrüstung und überwiesen Geld durch die amerikanischen Niederlassungen der „I.G. Farben“. „Standard Oil“ lieferte den Faschisten Brennstoff, „US Steel“ und „Alcoa“ — Metall und Metallprodukte. Banken vergaben heimlich Kredite in Milliardenhöhe.

Die Senatskommission der USA räumte 1974 ein:

„Die Großen Drei (Big Three – die drei großen amerikanischen Automobilunternehmen) haben sich zu einem der wichtigsten Faktoren bei der Vorbereitung des Krieges und bei seiner Führung entwickelt. In Deutschland sorgten ,General Motors‘ und ,Ford‘ für den Löwenanteil der Nazi-Kriegsvorbereitungen. Die Werke von ,General Motors‘ in Deutschland produzierten Tausende Flugzeug-Triebwerke für die Luftwaffe. Die Filialen von ,Ford‘ stellten gepanzerte Truppentransporter und Lastwagen für die Wehrmacht her. ( … ) Nach dem Ausbruch des Krieges 1939 stellten alle Werke der Großen Drei in Deutschland ihre Produktion auf Rüstungsproduktion um — auf Flugzeuge und Militärtransporter. Ihre Unternehmen stellten 90% der Kettentransportfahrzeuge und 70% der Lastwagen zur Verfügung und bildeten die Grundlage für den militärischen Transporte der Wehrmacht.“

Der Profit steht über allem!

Auffällig ist, daß die Autofirmen nach Kriegsende von der US-Regierung Entschädigung (!) für Schäden forderte, die ihren deutschen Niederlassungen durch Bombardements der amerikanischen Luftfahrt entstanden waren. Und die US-Regierung zahlte unter anderem Geld an Ford für die bei US-Bombardements zerstörte LKW-Produktionsanlage in Köln.

Über diesen Akt des direkten Verrats während des Krieges haben amerikanische Senatoren nur phlegmatisch bemerkt:

„Natürlich kann die Lieferung an zwei Konfliktparteien durch gewöhnliche Geschäftspraktiken erklärt werden, wie das Sponsern von zwei politischen Parteien während der Wahlen. Wenn die Nazis gewonnen hätten, wären diese Unternehmen sofort ,makellos‘ nazistisch geworden; und nach Hitlers Niederlage wurden sie sofort zu ,hundertprozentigen‘ amerikanischen Unternehmen. Auf jeden Fall würden sie über Wasser bleiben und ihren Aktionären gute Gewinne bescheren.“

Was könnte absurder und zynischer sein als diesee Eingeständnis der amerikanischen Gesetzgeber! Während die amerikanischen Soldaten Blut auf den Schlachtfeldern vergossen, bereicherten sich amerikanische Unternehmen und Banken durch militärische Lieferungen an die Nazis!

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DER FASCHISTISCHE PUTSCH IN AMERIKA

Zugunsten des faschistischen Regimes äußerten sich in den USA nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Organisationen. Im September 1931 beschloß die amerikanische Legion (eine ultrarechte Organisation ehemaliger Soldaten) auf ihrem Kongreß, daß die Krise nicht „schnell und effektiv durch bestehende politische Methoden gelöst werden kann“. Im Mittleren Westen entstand die Terrororganisation „Black Legion“, deren Zentrum sich im Bundesstaat Michigan befand. Die „Schwarze Legion“, genannt nach der Uniform, die ihre Mitglieder trugen – ein schwarzer Kittel mit einem Schädel und gekreuzten Knochen und einer Kapuze, die das Gesicht bedeckte, war eine typische faschistische Organisation.

Die faschistische „Schwarze Legion“

Die „Schwarze Legion“ war nach militärischem Vorbild aufgebaut. Ihre Mitglieder wurden in territoriale „Divisionen“ aufgenommen, die von einem „Oberst“ befehligt wurden. Die Aktivitäten der Legion wurden streng geheim gehalten. Bei einer äußerst düsteren Einweihungszeremonie in Legionäre wurde jedem eine großkalibrige Kugel mit der Warnung überreicht, daß er eine andere bekommen würde, wenn er nicht schweigt. Seit 1933 wurden die Staaten Michigan, Indiana, Ohio zum Schauplatz blutiger Aktivitäten der „Schwarzen Legion“, die in engem Kontakt mit Unternehmern den Terror gegen aktive Gewerkschafter und demokratisch gesinnte Menschen einsetzte. Mitte der 30er-Jahre töteten Legionäre mehrere Dutzend Menschen, um vor allem Vertreter der Arbeiterbewegung einzuschüchtern.

Präsident Roosevelt und sein „neuer Kurs“

Im Januar 1932 zog ein neuer Senator, Hugh Long, aus Louisiana ins Capitol ein. Es begann die kurze, aber lautstarke Karriere eines Mannes, der eine faschistische Diktatur erschaffen wollte. Vor seiner Wahl zum Senat war Long Gouverneur von Louisiana, wo er einen mächtigen politischen Apparat schuf, der ihm persönlich unterstand. Der Wahlkampf 1932 zur Präsidentenwahl fand unter äußerst angespannten Umständen statt. Die Demokratische Partei nominierte ihren Kandidaten Franklin D. Roosevelt, der einen „neuen Kurs“ („New Deal“) für das Land versprach.

Die „Rettung“ des Kapitalismus vor der Krise

Roosevelt war ein überzeugter Verteidiger des kapitalistischen Systems, und seine ganze Politik war auf dem Weg, es zu stärken. Mit dem „neuen Kurs“ nutzte er weitestgehend die Methoden des sozialen Manövrierens, indem er versuchte, die Lage der Arbeitnehmer zu erleichtern, aber nicht durch die Schwächung der Rolle des monopolistischen Kapitals. Im Gegenteil, der „neue Kurs“ trug zur Stärkung der Rolle des staatlich-monopolistischen Kapitalismus in der Wirtschaft und dem politischen Leben des Landes bei. Der rechte Flügel der USA-Regierungskreise war unzufrieden mit dem sozialen Manöver der Roosevelt-Regierung, bei dem manchmal erhebliche Zugeständnisse an die Werktätigen gemacht wurden. Ständig existierte eine Opposition zum „neuen Kurs“, und in ihren Reihen gab es verschiedene faschistische Organisationen, deren Zahl allmählich auf 700 anwuchs.

Die Kapitalisten und der Faschismus

Einen Tag nachdem in Deutschland die Nazis an die Macht gekommen waren – am 31.Januar 1933 – gründete W.Pelley in den USA die Organisation „Silberhemden“ („Silver Shirts“). Er erklärte, sein Ziel sei es, Amerika zu retten, „so wie Mussolini und seine Schwarzhemden Italien retteten und Hitler mit seinen Braunhemden zur Rettung Deutschlands führten“. Die „Silberhemden“ wurden zu einer der aktivsten faschistischen Organisationen in den USA.

Ein faschistischer Pfaffe

In die gleiche Richtung wie auch H.Long strebte ein anderer faschistischer Demagoge mit seinen Bemühungen – der katholische Priester von Detroit, Ch.Coughlin. Seine Tätigkeit begann in den Jahren der Krise und erreichte ihren Höhepunkt in der Mitte der 30er Jahre. Die Predigten des „heiligen Vaters“, die im Radio aus seiner Kirche im Bundesstaat Michigan übertragen wurden, wurden nach minimalen Schätzungen von 3,5 Millionen Menschen gehört. Coughlin beschimpfte die Wall Street, die Intellektuellen und die Juden, stellte sich offen auf der Seite der faschistischen Mächte und versuchte, die Amerikaner mit Empathie für die globale Strategie des deutschen Faschismus und die Methoden der Umsetzung seines Programms zu gewinnen. Laut dem Justizminister in der Regierung Roosevelt, F.Biddle, haben sich Coughlin und „seine Kämpfer von der Christlichen Front und der Christlichen Aktivisten an die Taktik des wütenden Antisemitismus gehalten, der von den Braunhemden Hitlers und der SA gepredigt wurde“.

Faschismus in den USA – Ein Schrecken ohne Ende

Anfang September 1935 kam H.Long in politischen Angelegenheiten nach Louisiana. Er hielt eine Reihe von Versammlungen ab, und ging am Abend des 8.September zum Gouverneur des Staates. In einem Flur des Foyers des Gouverneurspalastes kam es unter bislang ungeklärten Umständen zu einer Schießerei, bei der Long getötet wurde. Die Bewegung der Long-Anhänger hat sich nach seiner Ermordung tatsächlich aufgelöst. Obwohl die faschistischen Organisationen der USA ihre Tätigkeit nicht eingestellt haben, hat bei weitem nicht einer ihrer Führer eine solche Popularität genossen wie Long. Nach mehreren Morden wurden elf von ihnen zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Strafverfolgung hat natürlich nicht alle Schuldigen erreicht, sie diente aber den sich ausbreitenden Faschisten als eine gewisse Warnung.

Veröffentlicht: 11.10.2018
Autor: Arthur Widny

Quelle:
Заметки на манжетах (Übersetzung: Florian Geißler/ Kommunisten-Online)

Siehe auch:
Nazismus in den USA (russ.)
Американский фашизм. Истоки. (russ.)
10 исторических фактов о нацистском движении в Америке


Eine Erklärung der USA von 1776

USA-erklärung

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sie leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen die auf solche Grundsätze gegründet und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket. Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zei her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstossung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und den Gegenstand unabläßig richtet, einen Anschlag an den Tag legt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihr Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen. (Erklärung durch die Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika, 1776)


Warum ist die USA als imperialistischer Staat zum Untergang verurteilt?

UNTERREDUNG MIT DEM
ENGLISCHEN SCHRIFTSTELLER H. G. WELLS
23. Juli 1934

Stalin: Die Vereinigten Staaten verfolgen ein anderes Ziel als wir in der UdSSR. Das Ziel,
das die Amerikaner verfolgen, hat sich aus den ökonomischen Problemen, aus der Wirtschaftskrise ergeben. Die Amerikaner möchten mit privatkapitalistischen Maßnahmen und ohne Änderung der ökonomischen Basis einen Weg aus der Krise finden. Sie versuchen den Schaden, die Verluste, die aus dem bestehenden Wirtschaftssystem erwachsen sind, auf ein Minimum zu beschränken.

Bei uns dagegen ist, wie Sie wissen, die alte ökonomische Basis beseitigt und an ihrer Stelle eine völlig andere, eine neue ökonomische Basis geschaffen worden. Selbst wenn die Amerikaner, auf die Sie anspielen, ihr Ziel teilweise erreichen, d. h., wenn es ihnen gelingt, diese Verluste auf ein Minimum zu beschränken, werden sie nicht die Wurzeln der dem kapitalistischen System innewohnenden Anarchie beseitigen.

Sie schützen das Wirtschaftssystem, das zwangsläufig, das unausweichlich Anarchie der Produktion hervorbringt. Es geht ihnen also nicht um eine Reorganisation der Gesellschaft, nicht darum, das alte Gesellschaftssystem, aus dem Anarchie und Krisen entstehen, abzuschaffen, sondern höchstens um die Eindämmung bestimmter Nachteile, um die Eindämmung bestimmter Auswüchse. Subjektiv sind diese Amerikaner vielleicht der Meinung, daß sie die Gesellschaft reorganisieren; objektiv jedoch schützen sie die bestehende Basis der Gesellschaft. Deshalb wird es objektiv keine Reorganisation der Gesellschaft geben. Und genauso wenig eine Planwirtschaft.

Was ist Planwirtschaft? Sehen wir uns einige ihrer Eigenschaften an! Planwirtschaft zielt darauf ab, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Nehmen wir an, dass es unter Beibehaltung des kapitalistischen Systems möglich wäre, die Arbeitslosigkeit auf ein bestimmtes Minimum zu beschränken. Mit Sicherheit würde aber kein Kapitalist die völlige Abschaffung der Arbeitslosigkeit gutheißen, die Abschaffung der Reservearmee von Arbeitslosen, die Druck auf den Arbeitsmarkt ausüben soll und ein Reservoir von billigen Arbeitskräften bildet. Da haben Sie einen der Widersprüche in der „Planwirtschaft“ der bürgerlichen Gesellschaft.

Weiter! Planwirtschaft bedeutet Ankurbelung der Produktion in jenen Industriezweigen, deren Güter für die Masse des Volkes besonders wichtig sind. Aber Sie wissen, dass die Ausweitung der Produktion im Kapitalismus sich nach ganz anderen Regeln vollzieht, daß das Kapital in diejenigen Wirtschaftsbranchen fließt, in denen die Profitrate am höchsten ist. Sie werden niemals einen Kapitalisten dazu bringen, daß er sich selbst Verluste zufügt und sich mit einer niedrigeren Profitrate zufrieden gibt, um die Bedürfnisse des Volkes zu erfüllen. Ohne daß die Kapitalisten verschwinden, ohne daß das Prinzip des Privateigentums an den Produktionsmitteln aufgehoben wird, ist es unmöglich, eine Planwirtschaft aufzubauen.

Quelle: J.Stalin, Werke Bd.14, S.10-11. Dortmund, 1976.


Stalin: Die zukünftige Gesellschaft

Stalin - Arbeiterdelegation

J. Stalin: „Unterredung mit der ersten amerikanischen Arbeiterdelegation“, Carl Hoym Nachf., o.D. Hamburg – Berlin, S.48-49.

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6 Antworten zu A. Warum sind die USA immer noch eine Hochburg des Faschismus? – B. Die zukünftige Gesellschaft (Stalin)

  1. Hinweis.
    Es handelt sich bei dem Foto nicht um die VERFASSUNG der USA von 1776, sondern um die UNABHÄGIGKEITSERKLÄRUNG der dreizehn Staaten von Amerika, welche Kolonien des Königreichs Großbritanniens waren. Die Verfassung der USA wurde erst elf Jahre später verabschiedet.

  2. tommmm schreibt:

    Dazu kann ich Juri Korolkow: „Geheime Verschlusssache“ empfehlen.

  3. Erfurt schreibt:

    Ryan kam zu dem Schluß, daß die Amerikaner nachdem sie einige Opfer gebracht hatten, um sich am Sieg über Hitlerdeutschland zu beteiligen…

    Das ist ja schon vom Ansatz her falsch. Welche Opfer sollen denn das gewesen sein!? Und welcher Sieg denn!? Wo doch die USA selbst den Auftrag zum 2. Weltkrieg an Deutschland vergaben! Mit dem Ziel der Gündung des Staates Israel um die Vormachtstellung der USA im Nahen Osten zu sichern. DAS war der Deal, vorfinanziert mit Krediten aus USA! Und gerne gewährte man dafür ein paar Tausend (!) Kriegsverbechern Unterschlupf auf Gund und Boden wofür man schon die Ureinwohner ausrottete um Platz für diese schrägen Halunken zu schaffen.

    MCMXLV

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