Hans Jörg Karrenbrock auf den 3. Lockdown 2021

Zensur der freien Meinungsäußerung
durch youtube:
https://youtu.be/qtmg3ZhnNEk
(Das hier verlinkte Video wurde von youtube gelöscht!)

…dem gibt es nichts hinzuzufügen! Dennoch: Ich ermuntere Sie zum 

Nachdenken über das Leben

…auch wenn wir die Welt nicht  aus einer religiösen Perspektive betrachten – die Achtung vor dem Leben, oder wie es Albert Schweitzer fomulierte die „Ehrfurcht vor dem Leben“, das ist etwas, was uns alle betrifft. „Wir sind keine dummen Schafe.“ sagt Hans Jörg Karrenbrock, „Sie – die Regierenden –  haben uns zu dienen und wir nicht Ihnen. Wir haben Sie nicht ermächtigt, uns zu entmündigen und wir werden das auch niemals tun.“

Karrenbrock ist ein professioneller Sprecher. Seine angenehme Stimme nimmt hier seine Zuhörer und Zuschauer mit zu Gedanken des Mutes und der Selbstbehauptung als Staatsbürger. Auch die Reaktion – oder Nicht-Reaktion – der Religionen auf den massiven Menschenrechts-Abbau während der Corona-Krise kommt zur Sprache. Selten wurden die Grenzen staatlicher Machtbefugnis so klar benannt. Und selten wurde durch die ständig neuen Meinungsäußerungen, durch die Erörterung medizinischer Themen mit einander widersprechenden und oft gegensätzlichen Meinungen so sehr am Westentlichen vorbeigeredet: „Wie geht es Dir? Bist Du glücklich mit Deinem Leben?“

Ja, es läßt sich nicht leugnen: Nicht erst seit gestern fühlen sich Menschen unterdrückt, bevormundet, eingeschüchtert und entmündigt. Daß dies heute in so krassem Maße zugenommen hat… ist das ein Zufall? Ist es der böse Wille einiger weniger?
…etwa der Eliten?

Ja – und wir müssen über unsere Gesellschaft reden. Wir müssen darüber reden, wie sie beschaffen ist, wer die Macht hat, wer uns sagen darf, was wir zun tun haben und was zu unterlassen. Doch nie darf man vergessen, daß es Gleichheit nicht gibt! Auch nicht vor dem Gesetz. Denn die Gesellschaft ist zutiefst gespalten. Und das nicht erst seit vorigem Jahr, seit der „Pandemie“. Gespalten ist die Gesellschaft schon Jahrhunderte. Es ist nunmal keine gottgegebene Ordnung, sondern eine menschengemachte Ordnung. Die Gesellschaft ist gespalten in Klassen. Die Reichen und Superreiche dort und das Volk hier. Wir müssen uns also darüber Gedanken machen, warum das so ist.

Doch lesen wir weiter:

Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik. Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis [Gebet für Altar und Haushalt] widerlegt ist. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein seiner selbst gefunden hat, wird nicht mehr geneigt sein, nur den Schein seiner selbst, nur den Unmenschen zu finden,
wo er seine Wirklichkeit sucht und suchen muß.

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewußtsein,
weil sie eine verkehrte Welt sind.

Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d’honneur |Ehrenpunkt|, ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt,
deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. …

Es fragt sich: Kann Deutschland zu einer Praxis à la hauteur des principes [die sich auf die Höhe der Prinzipien erhebt] gelangen, d.h. zu einer Revolution, die es nicht nur auf das offizielle Niveau der modernen Völker erhebt, sondern auf die menschliche Höhe, welche die nähere Zukunft dieser Völker sein wird?

Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem [am Menschen] demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen.

Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst. Der evidente Beweis für den Radikalismus der deutschen Theorie, also für ihre praktische Energie, ist ihr Ausgang von der entschiedenen positiven Aufhebung der Religion. Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

Quelle: Karl Marx „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ (MEW, Bd.1, S.378-391), geschrieben 1843.

Und noch etwas zum Nachdenken: Weltbevölkerung = 7.750.000.000 Menschen
Aber es gibt nur 2.208 Milliardäre – und Hunderttausende von Speichelleckern, Schönheits-Chirurgen, Amtsgerichtspräsidenten, Versicherungsmaklern, Börsen-Spekulanten, Aufsichtsratsvorsitzenden und anderen Anbetern des Kapitals, die sich am erarbeiteten und geraubten Reichtum der Völker die Hände wärmen, und denen es egal ist, wieviele von uns – den einfachen Menschen – durch ihre Lockdowns und „Impfungen“ über die Klinge springen. Wie lange wollen wir uns von denen noch regieren und bevormunden lassen?

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13 Antworten zu Hans Jörg Karrenbrock auf den 3. Lockdown 2021

  1. kleiner Tippfehler: Quelle: Karl Marx „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ (MEW, Bd.1, S.378-391), geschrieben 1943 —> 1843

    • sascha313 schreibt:

      Ah, danke! Das merkt man oft erst beim zweiten oder dritten Lesen. …um auch diejenigen anzusprechen, denen bisher noch nicht klar war, was Marx schon damals deutlich erkannt hatte!

  2. Ulrike schreibt:

    Vielen Dank !
    Brillant !

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Bei dieser Rede des Pfarrers Karrenbrock sehe ich eher die Protestaktion gegen das wirkliche Elend, weniger den Trost im Himmel. Er ist ja dafür auch gemaßregelt worden, was offenlegt, dass die Religion die Magd der Machthabenden sein soll und in der kapitalistischen Welt die Norm ist.. Pfarrer Karrenbrock benutzt sogar die frommen Worte, um die Lügen der Regierenden aufzudecken, und nimmt damit die Position des Kämpfers gegen das Elend ein. Dass er aber Pfarrer ist, leugnet er mit keiner Silbe. In diesem Fall stört mich die Religion nicht sehr, wie ich auch der Ansicht bin, wenn es um das Wohlergehen der Menschheit geht, um die Frage von Krieg und Frieden, kann ich diesen Pfarrer durchaus als Kampfgefährten ansehen. Diesem Pfarrer nehme ich ab, dass er meint, was er sagt. Es waren auch zwölf Bischöfe, die im vorigen Jahr einen Aufruf an die Gläubigen gesendet haben, der sie zum Widerstand gegen die Coronamaßnahmen des Kapitals aktivieren sollte. Dort wurde sehr deutlich ausgesprochen, worum es bei Corona wirklich geht. Ob auch diese Bischöfe gemaßregelt wurden, weiß ich nicht, ich habe nichts dazu gefunden, anzunehmen ist es aber.

    Natürlich weiß ich um die Verbrechen, die im Namen der Religion begangen worden sind, dass Gläubige in der Religion wie in einem Käfig gefangen sind, der sie daran hindert, selbst ihre Welt zu verändern, den Ausweg allein im Tod zu sehen, der alles Leid von ihnen abwirft. Wie jedes Ding hat auch die Religion ihre zwei Seiten: die destruktive und die produktive. Zu einer Verurteilung der Religion, obwohl sie für mich nicht in Frage kommt, kann ich mich aus diesem Grund und auch aus Gründen der Existenz solcher Gläubigen wie Pfarrer Karrenbrock nicht entschließen.

  4. Erfurt schreibt:

    Die Rede ist ein weiterer Beleg für die Rückständigkeit unserer Gesellschaftsordnung. Eine Gesellschaft unter dem Aspekt der Kirche oder unter dem Aspekt der Religion analysieren? Nein! Es gib nur einen Aspekt unter dem man eine Gesellschaft analysieren kann, das sind die Besitzverhältnisse bzw. der Klassencharakter!

    Freundschaft!

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Stefan, wer analysiert denn hier? Der Pfarrer teilt der Gemeinde mit, dass er vom Dienst suspendiert wurde und sich nun eine andere Tätigkeit suchen muss. Das hat mit Analyse überhaupt nichts zu tun. Eine Analyse des Corona-Regimes würde ich vom Bundestag erwarten. Der Kapitalismus aber analysiert sich selbst, genau so, wie Marx ihn beschrieben hat, obwohl er das Weltwirtschaftsforum noch nicht kannte, genauer gesagt: Der Kapitalismus entblößt sich im Corona-Geschehen.

    • Erfurt schreibt:

      Der Redner versucht sich an einer Analyse, hat er selbst gesagt! Nur halt unter religiösen und kirchlichen Aspekten und eben das ist ein Ausdruck von Rückständigkeit.

      Freundschaft!

      • Erfurt schreibt:

        Man kann auch sagen: Befangenheit. Irgendwie ist doch jeder in seiner eigenen Weltanschauung gefangen, ich bin da auch keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: Ich habe schon Bücher gelesen unter einem ganz bestimmten Aspekt. Das macht jeder Fachmann: Er nimmt sich ein Buch und sucht etwas ganz Bestimmtes.

        So hatte ich mal ein Buch über Kriege die im Alten Testament eine Rolle spielen. Ich nahm dieses Buch mit dem Vorsatz zur Hand, darin etwas Übersinnliches und vielleicht auch etwas Außerirdisches zu finden. Dieses Buch war jedoch so gut geschrieben, daß es derartigen Gedanken nicht die Geringste Chance gab.

        Der Sieg Davids gegen Goliath hat genauso wenig Mystisches an sich wie die Gründung der Stadt Jerusalem. Kann schon sein daß der Glaube an den Sieg eine klitzekleine Rolle spielt aber letztendlich entscheiden immer taktische Überlegungen sowie der Stand der technischen sowie geistig kulturellen Entwicklung. Was auch der entscheidende Faktor war beim Sieg der UdSSR über den Hitlerfaschismus im Großen Vaterländischen Krieg!

        Freundschaft!

      • sascha313 schreibt:

        Da stößt man immer wieder auf die entscheidende Frage: Woran erkennt man eigentlich, ob es sich um Wissenschaft handelt oder um – sagen wir mal – Esoterik oder um bürgerliche Apologetik?

        Denn wie kommt zum Beispiel ein bürgerlicher Wissenschaftler wie Prof.Michael Eisfeld, der offenbar noch nie etwas von Karl Marx oder Friedrich Engels gehört, geschweige denn gelesen hat, zu der Ansicht, der Kommunismus berufe sich auf „angebliche“ wissenschaftliche Erkenntnisse, um „politische Zwangsmaßnahmen zu legitimieren“. Dies seien, so meint Esfeld, abschreckende Beispiele.

        Ach nee, und was ist an den Zwangsmaßnahmen des Merkel-Regimes so ungewöhnlich? Ein Mensch mit einer halbwegs ausreichenden Allgemeinbildung wäre längst darauf gekommen, daß die historische Frage „wer – wen?“ eine Klassenfrage ist. Und er hätte erkannt, daß es ein Unterschied ist, ob ein paar Milliardäre mit Hilfe ihrer Lakaien ein ganzes Volk einsperren und ausplündern oder ob das Volk ein paar Milliardäre ihres geraubten Besitzes enteignet und einsperrt.

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, sie bleiben Gefangene ihres gewohnten antikommunistischen Denkens. Im Grunde können sie uns nur leid tun, ihnen fehlt die Vorstellungskraft, dass die Menschheit anders als auf die Weise, die sie kennen, zusammen leben können. Meist aber ist es Feigheit, das zu äußern, was woanders nicht auf Gegenliebe stößt. Man möchte bitteschön in seiner intellektuellen Unberührtheit bleiben, nicht mit Geheimdiensten zu tun haben (die natürlich sofort zur Stelle wären, und Beispiele, wie diese mit Kritikern umgehen, sie zum Schweigen bringen, haben wir doch zur Genüge). Für sie ist der Begriff Totalitarismus ein abstrakter, allgemeingültiger Begriff, und da kommt es nicht darauf an, wer warum wen unterdrückt, sondern darauf, dass die schäbige bürgerliche „Freiheit“ unterdrückt wird. Als Hannah Arendt den Totalitarismus erwähnte, meinte sie eindeutig den Faschismus, und dieser Begriff wird nun auch allem von bürgerlichen Intellektuellen übergestülpt, wovon man glaubt, es sei „totalitär“ – ohne die Frage zu stellen: Wer wen? Es wird nicht zu Ende gedacht. So gesehen ist vieles, was ernsthafte Kritiker der Gegenwart an Gedankengut entwickeln, schlicht ungenießbar. Die Andersdenkenden sind eben, wie Brecht treffend formulierte, Nichtdenkende, Nicht-zu-Ende-Denkende.

    Anthony Blinken, der Außenminister der Biden-Administration, hat vor der NATO eine Brandrede gehalten, die es in sich hat (siehe Antikrieg.com von heute). Auch er ein Nicht-zu-Ende-Denkender, denn wenn die NATO Russland angreift, ist das nicht nur das Ende Europas, sondern auch der USA. Da wird von „russischer Aggression“ geschwafelt, dass jedem normal fühlenden und denkenden Menschen die Kopfhaut zu Berge steht, dies als Begründung für einen Krieg gegen Russland und China. In ihrem Streben, die Welt zu beherrschen, beherrschen sie noch nicht einmal sich selbst.

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