Die Schändung der Weißen Rosen in Weimar…

…ein Bericht über den couragierten Einsatz der Rechtsanwältin Viviane Fischer, um wichtige Zeit-Dokumente vor der Vernichtung zu retten! Danke, Viviane, Dein mutiges und besonnenes Eingreifen hat sogar den Zugführer der bayrischen Polizeieinheit überzeugt, die zur „Absicherung der Reinigungsarbeiten“ abkommandiert war, während ein städtischer Angestellter und einige vermummte Hilfswillige in Weimar die auf den Stufen der Grundschule niedergelegten weißen Rosen, hunderte Kerzen, Briefe, Kinderzeichnungen, Kreuze und persönliche Mitteilungen an den mutigen Familienrichter und an den Gerichtspräsidenten in Müllsäcke stopften…

Mit dem Eingriff des  „grünen“ Thüringer Justiz-Ministers in die unabhängige Rechtssprechung eines Gerichts wurde eine „rote Linie“ überschritten. Ein Familienrichter im Amtsgericht Weimar hatte auf 176 Seiten ein mutiges Urteil gegen die Coronamaßnahmen gefällt, das durch drei gerichtsfeste Gutachten untermauert war. Anmaßenderweise hatte daraufhin der Thüringische Justizminister einen Polizeieinsatz in Weimar veranlaßt, bei dem die Diensträume und die Wohnung des Weimarer Richter durchsucht worden waren sowie das Mobiltelefon des Richters beschlagnahmt wurde. Hält man sich an des Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, so handelt es sich hier um einen eklatanten Rechtsbruch, einen Eingriff in die lt. Grundgesetz „unabhängige Gerichtsbarkeit“.

Man muß dabei feststellen, daß der Aufruf der „Querdenker“, an Gerichtsgebäuden Kränzen, Kerzen und weiße Rosen niederzulegen, in vielen Städten auf große Resonanz gestoßen ist. Die weißen Rosen sollen erinnern an die Geschwister Scholl, die mutig gegen den Faschismus kämpften und dafür von den Nazis ermordet wurden. Hier nun noch einige Bilder (screenshots) aus dem Videoreport:

Weimar1 Weimar2 Weimar3 Weimar4 Weimar5 Weimar6 Weimar7 Weimar8

screenshots: Video

Brief einer Mutter:

Sehr geehrter Richter Dettmar!
Mit Ihrem Urteil haben Sie ein kleines bisschen Vertrauen in dieses System wiedergegeben und die Hoffnung, dass unsere 16-jährige Tochter eventuell auch bald wieder den Unterricht „normal“ besuchen kann. Diese Durchsuchung bei Ihnen ist ein Schlag ins Gesicht unserer Tochter. Sie hat mit Depressionen zu kämpfen und äußerte letztens, dass ihr Jugend gestohlen wird. Sie sind wirklich ein Vorbild für Ihre Berufskollegen und wir hoffen, dass viele von denen sich ein Beispiel an Ihnen nehmen. Auch andere Berufsgruppen sollten alles tun, und langsam erkennen, was Demokratie wirklich bedeutet!
Unsere Hochachtung!


Kleiner Nachtrag:

Inzwischen wurde auch der Schänder der Weißen Rosen bekannt. Der Journalist Martin Lejeune schreibt auf seinem Blog: „Der Schänder der weißen Rosen, der Herr im dunklen Jacket und roten T-Shirt, heißt Michael Lemm. Er arbeitet in der Geschäftsstelle des DGB Thüringen (Büro Suhl). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften in Deutschland. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften mit rund sechs Millionen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Bundesrepublik Deutschland an. Lemm hat Erfahrungen als freigestelltes Betriebsratsmitglied bei der Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH, als stellvertretender Vorsitzender des DGB – Kreisverbandes Eisenach-Wartburgkreis und als Kreisvorstandsvorsitzender des Wartburgkreises bei der Partei ,Die Linke‘.“ (Quelle: https://www.martinlejeune.de/)

Ein aufrichtiges und gro6artiges Dankeschön an den Autor der Reportage, Martin Lejeune!


Veröffentlicht am 2. Mai 2021 von aa
Düsseldorfer Verwaltungsgerichtspräsident kritisiert Merkel scharf
Am 30.4. ist auf rp-online.de zu lesen:

»Düsseldorf. Die Bundes-Notbremse sei verfassungswidrig, sagt der Präsident des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts. Zudem greift er Angela Merkel an und stellt ihr Verhältnis zum Rechtsstaat in Frage. Der Präsident des Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat die sogenannte Bundes-Notbremse und Bundeskanzlerin Merkel scharf kritisiert. „Wenn die Bundeskanzlerin es als Mehrwert sieht, dass die Verwaltungsgerichte ausgeschaltet werden, dann frage ich mich, was für ein Verständnis von Rechtsstaat sie hat“, sagte Andreas Heusch beim Jahrespressegespräch des Düsseldorfer Verwaltungsgerichtes.

Merkel hatte am Dienstag im Gespräch mit Kulturschaffenden gesagt, dass das Bundesgesetz dafür sorgt, dass man für einzelne Regelungen nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht klagen kann – nicht mehr vor den einzelnen Verwaltungsgerichten. „Wir haben nicht mehr die unterschiedlichen Verwaltungsgerichts-Entscheidungen“, sagte Merkel.

„Gerade in den letzten Monaten hat sich die Bedeutung der Verwaltungsgerichte für den Rechtsstaat gezeigt“, sagte dagegen Heusch. Man habe immer mit Augenmaß entschieden. „Die sogenannte Bundes-Notbremse berührt die Grundfeste des Rechtsstaats“, so der Verwaltungspräsident…

[Auch] Nicola Haderlein, Vizepräsidentin des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts,… kritisierte die Bundes-Notbremse: „Sie ist eine Beschneidung des Rechtsweges. Die Verfassungswidrigkeit springe ins Auge“…«

Quelle: corodok.de


Oberlandesgericht Karlsruhe stützt Zuständigkeit des Weimarer Familienrichters

Wie die dem Corona-Ausschuß nahestehenden 2020News mitteilen, hat der 20. Zivilsenat – Senat für Familiensachen – des OLG Karlsruhe entschieden, dass bei dem Hinweis auf eine Kindeswohl-Gefährdung (§ 1666 BGB) in der Schule das Familiengericht und nicht das Verwaltungsgericht zuständig sei. Das Familiengericht habe nach pflichtgemäßem Ermessen sogleich Vorermittlungen einzuleiten und danach über die Eröffnung eines Verfahrens zu entscheiden. – Dies bedeutet, daß der Rechtsbeugungs-Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen den Familienrichter in Weimar, der nach einem entsprechenden Hinweis von Eltern seine Zuständigkeit geltend gemacht und schulische Corona-Maßnahmen aufgehoben hatte, jeder Grundlage entbehrt. (Quelle: fassadenkratzer.wordpress.com)

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26 Antworten zu Die Schändung der Weißen Rosen in Weimar…

  1. jauhuchanam राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו schreibt:

    Twitter und FB blockieren die Verbreitung dieses Videos — mal schauen, wann YT es löscht.

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Die „ordentlichen“ Deutschen. Und die freiwilligen Helfer sind auch dabei. „Es sieht aus wie Sau“, sagte der Wegräumer zu Frau Fischer, die die Dokumente retten wollte. die gestern von der Weimarer Bevölkerung dem Richter Dettmold zu Ehren zusammen mit weißen Rosen niedergelegt worden waren. Und er meinte die weißen Rosen und Lichter und vor allem die Schriftstücke, die auf der Kundgebung dem Richter Herrn Dettmar damit für sein Urteil gedankt haben. Was waren das für Leute, die unter Aufsicht der Polizei die Dokumentation der Bevölkerung abräumten, als handle es sich um Müll? Wer hat die Abräumung veranlasst? Das muss geklärt werden. Und die Viviane Fischer! Hat sie es doch geschafft, die Papiere zu retten! Die ganze Aktion hat für mich eine symbolische Bedeutung: Mit dem Abräumen sollten nicht nur die weißen Rosen und die Dankbriefe an den Richter weggeräumt werden, sondern die Mär der Bundesregierung zur Geltung bringen. Übrigens, gefragt, ob sie wissen, was sie da „säubern“, hatten die herbeigerufenen Stadtreiniger keine Ahnung. Wären sie so eifrig dabei gewesen, wenn sie es gewusst hätten?
    Und als die Wagenkolonne abgezogen war, legten Weimarer Bürger wieder weiße Rosen nieder
    Die ganze Abräum-Aktion war ein Amoklauf der thüringischen Justiz, wurde gesagt.

    .

  3. Rolf schreibt:

    Ganz normaler Kapitalismus!
    Dazu gehört auch Herr Brandner mit seinem AfD Autokorso und seinem Lob an unsere Polizei. https://www.youtube.com/watch?v=AraW4rZUzTE

    Rolf

  4. gunst01 schreibt:

    Die Bewegung der Weißen Rose stand unter dem Einfluss der Weißen Väter, Jesuitenmissionaren die auch in Afrika wirkten. Die weiße Rose ist ein Zeichen der Unschuld, doch sie steht auch in enger Verbindung zum Kreuz und der Erlösung durch das Leiden. Diese zeichenhafte Symbolik erfüllte sich natürlich bei den Geschwistern. Wer die kirchliche Symbolik aufgreift sollte auch wissen was sie bedeutet und wo sie hinführt.

  5. Rolf schreibt:

    Auch mal eine gute Nachricht:
    Beschluss aus Karlsruhe stützt Sensationsurteil aus Weimar, Rechtsbeugungsvorwurf ohne Grundlage
    https://2020news.de/beschluss-aus-karlsruhe-stuetzt-sensationsurteil-aus-weimar-rechtsbeugungsvorwurf-gegen-richter-ohne-grundlage/

    Rolf

  6. Weber Johann schreibt:

    Ohne Worte:

    „Schänder der weißen Rosen ist DGB-Gewerkschaftsfunktionär
    7.5.2021
    Recherche und Einordnung von Martin Lejeune
    Der Schänder der weißen Rosen, der Herr im dunklen Jacket und roten T-Shirt, heißt Michael Lemm. Er arbeitet in der Geschäftsstelle des DGB Thüringen (Büro Suhl). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften in Deutschland. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften mit rund sechs Millionen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Bundesrepublik Deutschland an. …….
    Ich frage Lemm, ob er uns seine Sicht der Dinge in einem Interview schildern wolle, warum er die Gedenkstätte vernichtete. Lemm sagt, er stehe für ein Interview nicht zur Verfügung. Am Telefon sagte er: “Bleiben Sie negativ!”….“
    https://2020news.de/schaender-der-weissen-rosen-ist-dgb-gewerkschaftsfunktionaer/

    • Armin Hoffmann schreibt:

      unglaublich, Lemm war Kreisvorstandsvorsitzender des Wartburgkreises bei „Die Linke“ … https://mediathek-al-thueringen.jimdo.com/lemm/

      • sascha313 schreibt:

        Da sieht man mal, wie Opportunismus entsteht! – Er entsteht durch Geld und Karriere im kapitalistischen Staat. Die Gewerkschaften in der BRD sind Teil dieses Systems. Eine „Mitbestimmung“ in den kapitalistischen Unternehmen ist so gut wie unmöglich. Gewerkschaften vertreten daher nur noch „pro forma“ die Interessen der Arbeiterklasse. Sie handeln bestenfalls Kompromisse aus, die meist faule Kompromisse sind. Arbeitskämpfe gibt es kaum noch, obwohl sich die Ausbeutung ständig verschärft. Und für die Gewerkschaftsbosse ist eine Führungsfunktion in der Gewerkschaft (bei „guter Führung“) das beste Sprungbrett in die Aufsichtsräte oder andere lukrative Posten der herrschenden Klasse.

        In der Volkskammer, dem Parlament der DDR waren 1954 bspw. 197 Abgeordnete aus der Arbeiterschaft vertreten, 23 kamen aus der Bauernschaft, 35 aus dem Handwerkerstand und nur sieben Abgeordnete aus Unternehmerkreisen. Von den 20 Ministern der DDR entstammten 10 aus der Arbeiterklasse. In der Bonner Regierung hingegen waren bereits damals von den 18 Ministern 13 Großkapitalisten, Bankiers und Großgrundbesitzer. Wer bestimmt also die Politik?

        Im heutigen Bundestag ist kein einziger Arbeiter mehr vertreten. Und alle Bundestagsabgeordneten haben erheblich höhere Einkünfte als ein Arbeiter. Sie sind größtenteils Lobbyisten der Industrie. Wessen Interessen sollten sie da auch vertreten? Und nicht ein einziger hat jemals zuvor gearbeitet. Sie alle sind von Beruf „Politiker“, auch wenn sie vielleicht irgendwann mal einen Beruf erlernt haben. Sie sind heute alle Lakaien des Kapitals, Lakaien der Bourgeoisie. Auch dieser Herr Lemm. Er hat sich benutzen lassen als Schänder der weißen Rosen. Schon die Geschwister Scholl kämpften gegen das ungerechte faschistische Regime. Die „Weiße Rose “ ist heute vor allem ein Symbol des Widerstands!

        Und daß dieser Ort vor der Schule eine Gedenkstätte ist (wenigstens zeitweilig!) bedarf wohl keine Rechtfertigung. Schon diese Bemerkung des Herrn Lemm: „Sieht aus wie Sau!“ bezeugt die Verachtung dieses bürgerlichen Lakaien gegenüber den betroffenen Eltern und deren Sorgen um das Wohl ihrer Kinder, sowie dem Mitgefühl Dutzender und Hunderter von Sympathisanten in der ganzen BRD.

  7. Weber Johann schreibt:

    Sascha313, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen mit den Worten „Die Gewerkschaften in der BRD sind Teil dieses Systems.“

    In der Zeitschrift „Clip“ vom März 1980 ist ein Artikel der die Rolle der Gewerkschaften in Bezug auf die Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz aufzeigt. Auf Seite 29:
    Hier einige Auszüge aus diesem sehr umfangreichen Artikel:

    „VERFASSUNGSSCHUTZMOSAIK – EINIGE STEINCHEN
    ZUR AKTIVITÄT DES VERFASSUNGSSCHUTZES
    IM BETRIEBLICHEN UND GEWERKSCHAFTLICHEN
    BEREICH

    Vorfälle in Bremen und überall in der Bundesrepublik

    Ein Artikel in der Illustrierten „Der Stern“ vom 19.7.1979 (Nr.30/1979) berichtet unter dem Stichwort Verfassungsschutz aus Bremen: „Unter dem Vorwand Kampf gegen den Linksextremismus werden seit über einem Jahrzehnt alle Kandidaten der Wahlen überprüft, auch wenn sie etwa der CDU nahestehen. Kontaktmann zu den Sicherheitsbeauftragten und Personalchefs der großen Firmen ist Oberinspektor Steel. Er sammelt die Listen mit allen Kandidatennamen ein, wenn auf der Krupp-Werft AG Weser, bei Siemens, bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken, bei der Vulkan-Werft, bei Radio Bremen, der Bremer Straßenbahn oder der Tageszeitung „Weser-Kurier“ der Betriebsrat gewählt wird. Die Namen werden dann zur Abteilung 5 „Registratur und Datenverarbeitung“ gegeben. Hier steht ein Eingabegerät des Verfassungsschutz-Computers „Nadis“. …
    Über jede Betriebsratswahl wird eine „S-Akte“ (Sachakte) angelegt. Taucht der Name eines Kandidaten zum zweitenmal auf, so wird für diesen eine „P-Akte“ (Personen-Akte) angelegt. Hier landen dann auch die Informationen, die dem Verfassungsschutz über V-Leute zugetragen werden. Liegen dem Amt über die Betriebsratskandidaten schon Erkenntnisse vor, so werden die Firmenleitungen darüber von Oberinspektor Steel vertraulich informiert.“ ….

    – Die Kieler Landesregierung bestätigte am 6.7.1978, daß der schleswig-holsteinische Verfassungsschutz in Betrieben „Erkenntnisse“ sammelt, wenn sich „Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche oder geheimdienstliche Tätigkeit ergeben“. Außerdem wird bekannt, daß, wie in Hamburg,so auch in Schleswig-Holstein der Verfassungsschutz Informationen an private Unternehmen weitergeleitet hat. ……..

    Der Verfassungsschutz arbeitet mit den Betriebsführungen, jedenfalls gelegentlich, zusammen; der Verfassungsschutz arbeitet mit den Gewerkschaftsführungen, jedenfalls gelegentlich, zusammen. Gemäß dem oben erwähnten „Unterrichtungserlaß“ muß er dies tun. Der Verfassungsschutz ist demgemäß auch des öfteren aktiv geworden, um Behörden und Betriebe vor einzelnen Bewerbern und Arbeitnehmern zu warnen.
    Daß die Zusammenarbeit in aller Regel selbstverständlich sein dürfte, wird in einer Verlautbarung der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) deutlich, die ihrerseits auch die
    Beamten des Verfassungsschutzes organisiert :
    „Für den Verfassungsschutz dürfte es ‚keine Freiräume und keine weißen Flecken‘ zur Erfüllung seines Gesetzesaufträges bei Überwachungen oder Observierungen geben. Das erklärte am Mittwoch das Mitglied des ÖTV- Hauptvorstandes, Albrecht Rothländer, der für den Fachbereich Verfassungsschutz zuständig ist, auf der Delegiertenkonferenz der Fachgruppe Verfassungsschutz in der Gewerkschaft ÖTV. Es sei selbstverständlich, daß auch Betriebsratsmitglieder vom Verfassungsschutz überwacht werden müßten, zumal verfassungswidrige Bestrebungen auch in diesen Bereich in Einzelfallen gefördert würden.“ …
    In der Bundesrepublik gehört es zur Selbstverständlichkeit, daß „Kommunisten“ oder unbestimmte „Extremisten“ von staatlichen Organen überall verfolgt werden. ….

    Trotz der erheblichen Kritik an den in Bremen bekannt gewordenen Fällen der Überprüfung von Betriebsräten, trotz der Unruhe in den Gewerkschaften wird auch von den Kritikern in aller Regel akzeptiert:
    Kommunisten müssen überall beobachtet und überprüft werden. Dafür ist fast jedes Mittel recht, auch die Ausdehnung staatlicher Sicherheit in die privaten Unternehmensbereiche. Daß überprüft werden muß, wenn sich’s um Kommunisten handelt, stellen auch die gewerkschaftlichen Kritiker in der Regel nicht in Frage.
    Die Kommunisten („Extremisten“)-Überprüfung wird zur Generalzuständigkeitsklausel des Verfassungsschutzes. …..

    Niemand scheint genau zu wissen, was der Verfassungsschutz tut oder nicht tut, wann er etwas tut und wie er im einzelnen verfährt ….

    Der Bundesinnenminister (und andere offizielle Vertreter) berufen sich auf den abzuwehrenden „Extremismus“ und die Kommunistische Partei und ihre angeblichen Gefahren als verlängerter Hebel-, vielmehr Spionagearm der DDR.
    „Direkte Kontakte der Verfassungsschutzbehörde zum Unternehmen“ sollten „vermieden“ werden. Offenkundig gilt dieses Vermeiden nicht strikt und außerdem gibt es auch eine Fülle „indirekter“ Wege.
    Wenn man, so formuliert der Bundesinnenminister schließlich, die Betriebsratswahlen aufgrund der gewerkschaftlichen Kritik nicht mehr als „Anknüpfungspunkt“ des Verfassungsschutzes nehmen solle, dann müßten eben mit den Gewerkschaften gemeinsam formulierte „andere Indikatoren“ gefunden werden, was die Tätigkeit der Extremisten in den Betrieben angeht“.
    Nichtwissen, antikommunistische, antiextremistische Generalklausel, Verharmlosung und Nonchalance vermischen sich in einer vielleicht selbst die Politiker verwirrenden Weise. In jedem Fall weiß kein Arbeitnehmer und Bürger mehr, wo und wie er wo „dran“ ist. Im Netz von Un- und Halbbestimmtheiten findet sich allenfalls noch der Verfassungsschutz zurecht. Bremen ist in dieser Hinsicht überall.“

    Klicke, um auf CILIP_005.pdf zuzugreifen

    Ein Skandal sondergleichen ist, dass der DGB die Terrororganisation „DGB-Ostbüro“ im Kampf gegen die Menschen in der DDR ins Leben gerufen hatte, finanziert aus Mitgliedsbeiträgen.

    Wie diese Terrororganisation in der DDR wütete, ist aus diesem Artikel ersichtlich:

    „Neues Deutschland“ vom 4.9.1954
    Spione des DGB-Ostbüros verurteilt Ostbüro Scharnowskis eine amerikanische Agentenzentrale
    Hauptangeklagter erhielt 12 Jahre Zuchthaus Ein fünf Mitglieder zählende Spionage- und Agentengruppe des DGB-Ostbüros wurde am Donnerstag nach zweitägiger Verhandlung vom Ersten Senat des Bezirksgerichts Halle verurteilt. Für ihre verbrecherische Tätigkeit erhielten nach Artikel 6 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Verbindung mit der Kontrollratsdirektive 38 der kaufmännische Angestellte Karl-Heinz Kayser 12 Jahre Zuchthaus, der Schlosser Paul Götter 9 Jahre Zuchthaus, der Elektroschweißer Helmut Stricksner 9 Jahre Zuchthaus, der Maler Paul Philipp 8 Jahre Zuchthaus und die Arbeiterin Emmy Kayser ebenfalls 8 Jahre Zuchthaus,
    Die Angeklagten betrieben im Auftrage ihrer Agentenzentrale in den Jahren 1952 bis 1954 fortgesetzt in mehreren volkseigenen Großbetrieben des Bezirkes Halle politische und wirtschaftliche Spionage.
    Mit der von ihnen gebildeten Untersrundorganisation waren sie bestrebt, die Macht der Arbeiter und Pauern in der Deutschen Demokratischen Republik zu stürzen und die kapitalistischen Verhältnisse wiederherzustellen. ….“

    Das diese Terrororganisation „DGB-Ostbüro“ auch beim Umsturzversuch am 17. Juni 1953 eine führende Rolle gespielt hatte, ist faktenbelegt.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, lieber Johann Weber, solche wertvollen Ergänzungen machen uns immer wieder deutlich, was auch Brecht schon sagte: „Die Wahrheit ist immer konkret!“

  8. Harry56 schreibt:

    Ach Leutchen, dieser westdeutsche, von den westlichen imperialistischen „Siegern“ 1948 LIZENZIERTE „DGB“, selbst Onkel Adi wäre mit dieser dem Kapital, den Reichen und Mächtigen, der NATO Schw..- lutschenden Organisation sehr zufrieden gewesen! Die heutigen teilweise so unzumutbaren Zustände in diesem Land, auch der DGB trägt dafür eine große Mitschuld, so wie einst der ADG vor 1933…

  9. Ulrike schreibt:

    Grundsätzlich ist dem zuzustimmen, was die Rolle der Gewerkschaften angeht. Nur ist nicht außer acht lassen, dass es für die alten Genossen nach 1945 eine Selbstverständlichkeit, war Mitglied in der Gewerkschaft zu sein. Insbesondere auch für die, die nicht in der DKP organisiert waren. Und den Parteimitgliedern war es neben der Parteiarbeit ein wichtiges Bindeglied unmittelbar zu den Kollegen. Die Genossen wussten, was an der Basis loswar, wenn sie in den Betrieben politische Arbeit machten. So hat man den Kontakt zu den Kollegen gehalten, Man blieb selbst dann in der Gewerkschaft, wenn einem die Rolle der Gewerkschaft im Kapitalismus und der unlösbare Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital bewusst war.

    Als mein Vater und andere Genossen aus der Gewerkschaft IG Bau Steine Erden ausgeschlossen werden sollten, da es einen Beschluss gab, dass die Kommunisten aus der Gewerkschaft heraus zu halten seien, war es nicht möglich, diesen Beschluss mit den Kollegen umzusetzen, da es über die Betriebe hinaus eine Welle der Solidarität gegeben hat. Wobei hervorzuheben ist, dass die aufrechten, linken Sozialdemokraten sich in vorbildlicher Weise schützend vor ihre Kollegen Kommunisten gestellt haben. Selbst dann noch, als sie von Funktionären und von der Firmenleitung bedroht wurden. Johann hat da sicher noch wichtiges Material.

    Der Vater hat nie den Kontakt zu den Kollegen verloren, da er eine lange Zeit als Kassierer unterwegs war und einen ganz engen Kontakt zu seinen Kollegen und Genossen hatte. Er wusste, wer krank ist und wer gestorben ist, und wußte welche Sorgen und Nöte in den Arbeiterfamilien aufs Gemüt drückten. Und die Freude war ihm anzusehen, wenn ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt hatte.
    Es ist eben nie nur schwarz oder weiß.

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Ulrike, bei dem, was Johann hier geschrieben hat, geht es doch nicht um die einfachen Gewerkschaftsmitglieder. Der Fisch stinkt am Kopf. Und dass der Verfassungsschutz die Gewerkschaft beobachtet hat, ergibt sich aus der Aufgabenstellung des DGB. Er sollte nie die Gewerkschaftsmitglieder vertreten, sondern war im Sinne des Unternehmers Bindeglied zwischen Regierungspolitik und den Gewerkschaftsmitgliedern, um durchzusetzen, dass die Arbeiter nicht aufmüpfig werden können. Stichwort Sozialpartnerschaft.

    Ich habe nach 1990 auch eine Begegnung mit der westdeutschen Gewerkschaft gehabt. Ich war arbeitslos und bekam 7 Monate kein Arbeitslosengeld, weil irgendwer im Amt meine Akte verschlampt hatte, wenn es nicht gar Absicht war. Ich war ja vom FDGB in den DGB übernommen worden und dachte nun, dort würde mir geholfen werden. Aber denkste! Nicht einen Finger haben die gekrümmt.

    Und dann kam der Krieg gegen Jugoslawien, der DGB (ich glaube, der Vorsitzende hieß Sommer) begrüßte diesen Krieg! Und da hatte ich die Schnauze voll. Nun musste die Gewerkschaft ohne mich auskommen, denn gegen diese korrupte, versippte Truppe war ja kein Ankommen. Das sind meine Erfahrungen mit der westdeutschen Gewerkschaft, ein Zerrbild von Gewerkschaft. Und da verwundert mich ein Lemm überhaupt nicht. Der weiß, wo der Barthel den Most holt.

    Wobei ich nicht anzweifle, dass sich die Arbeiter untereinander geholfen haben, gerade nach dem Krieg, wo noch so etwas wie ein Klassenbewusstsein in Rudimenten unter Arbeitern vorhanden war. Übrigens hat der FDGB mit einzelnen Gewerkschaften so etwas Ähnliches wie eine Zusammenarbeit gehabt, aber viel wird da nicht bei herausgekommen sein, denn die Gewerkschaften waren eindeutig antikommunistisch eingestellt.

    • Armin Hoffmann schreibt:

      Hallo Frau Fleiss, ich glaube, es geht doch um „die einfachen Gewerkschaftsmitglieder“, denn diese wählen und bezahlen ihre Gewerkschaftsbosse. Die Skandale um VW Puff- und Lustreisen, der Spruch „Gebauer, wo bleiben die Weiber?“ oder jüngst, die vier Jahre „freie Kost und Logis“ für einen Berliner Ex-Gewerkschaftler, der mit seinem Flatrate Bordell aufflog, beschreiben die korrupten Systemlinge, die von den Arbeitern gewählt werden. … auch ist zu lesen „Kriminalbeamte in Berlin warnen – Rot-Rot-Grün erschwert Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution“ … Was für ein widerlicher Sumpf! … Das „Glauben an die Massen“ fällt immer schwerer – doch lamentieren hilft nicht weiter! …

  11. Harry56 schreibt:

    Hallo liebe Genossin Hanna, du bringst in vielen Punkten alles zur Sprache. Dieser 1948 in „Westzonesien“ aus der Taufe gehobene DGB war in seinem Kern immer die Fortfürhrung des alten klassenverräterischen ADGB der Weimarer Republik, dem späteren an diesen Kollaborateuren anschließenden Haufen, Hitlers DAF (Deursche Arbeitsfront).

    Dass es in allen diesen Organisationen auch jede Menge ehrlicher, aber betrogener Mitglieder, Mitarbeiter gab, ändert nichts an der Tatsache, dass diese Verräterorganisationen des Kapitals immer auf der Seite der Herrschenden, der Imperialisten standen.

    Und dafür habe ich eine echte Zeitgenossin schon aus alten Zeiten anzuführen: ROSA LUXEMBURG! Sie erkannte die schändliche Rolle dieser angeblichen „Arbeiterorganisationen“ schon um 1917/1918 sehr deutlich, prangerte deren schändliches Treiben offen an. Wohl auch deshalb wurde sie unter anleitender Hetzte der kaiserlichen „Sozialdemokraten“ (Ebert, Scheidemann, Noske…) und ähnlicher „Gewerkschafter“ (DGB, IG Metall, Ver.di & Konsorten) – wie auch heute wieder – zusammen mit Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 ermordet.

    Dieses Pack unterstützt heute Lohndrückerei, endlose befristete Arbeitsverträge, faktische Rechtlosigkeit von Millionen nur befristeter Lohnknechte, Flutung des „Arbeitsmarktes“ mit Millionen herbeigerufener Lohndrücker alias „Flüchtlinge“ aus alles Herren Länder. Und die verlogene „Die Linke“ samt DGB brüllen nach noch mehr davon, mögen auch die Löhne fallen und fallen, die Mieten vielerorts unerträglich steigen und steigen, oft fast unerschwinglich…..

  12. Ulrike schreibt:

    Um es kurz zu machen:
    Bei einigen Kommentaren kommt mir die Galle hoch.
    Da wird hier Leuten abgesprochen, dass sie ein Teil ihres Wissens aus „erster Hand“ haben und sich das Recht auch heraus nehmen zu eigenen Schlüssen können. Ich werde mir den Mund von keinem verbieten lassen und stehe konkret zu dem was ich schreibe, nämlich dass wir in der Alt BRD keine Sekte waren. Die Arbeit hatte an der Basis zu sein. Wo denn auch sonst ? Immer ging und geht es um Bündnispartner. Mir erzählt keiner etwas über die Jahre wo die Kommunisten nach 1945 verfolgt, gedemütigt und erniedrigt worden sind. Und von oben herab zu reden kann für mich keine Bedeutung haben. Und immer werde ich aufstehen wenn es darum geht den heldenhaften Kampf meiner Genossen nach 1945 und auch später zu achten und zu ehren ! Und wenn man meinen Kommentar verstehen würde, dann wäre einem sicherlich aufgefallen, dass trotz des Wissens um die Bedeutung der Gewerkschaften im System es unbestritten war da hin zu gehen wo wir hingehören und wo unser Kampfplatz war: In den Betrieben, in den Schulen, auf den Straßen und Plätzen. Ohne die Arbeit in den Betrieben, auf den Straßen, in den Familien und auch in den gesellschaftlichen Institutionen wäre der Kontakt zur Basis verloren gegangen. Meine Arbeit in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat viele Kollegen zum Nachdenken angeregt. Was ich nicht akzeptieren werde, ist, dass man immer wieder versucht den kämpfenden Kommunisten in den Betrieben und auch GEWERKSCHAFTEN erklären zu wollen, dass das „falsch“ gewesen sei.
    Da wird den Arbeitern mal kurz abgesprochen, dass sie in der Alt BRD nicht „solidarisch“ miteinander waren…
    Was für eine unfassbare Behauptung. Tausende von Kommunisten sind in den Gewerkschaften verblieben, weil ihre Kollegen die keine Kommunisten waren sich vorbehaltlos für sie eingesetzt haben. Sie haben Überzeugungsarbeit geleistet und nicht wenige Kollegen haben sich den Kommunisten angeschlossen Ja, man kann sagen, dass es zu wenige Arbeiter waren, dennoch hatte das einen Wert, dass man solidarisch sich gezeigt hat. Und das werde ich immer erwähnen, weil auch das zur Geschichte gehört.
    Ich werde mich wohl wieder mehr auf das Lesen deiner herausragenden Artikel und Beiträge konzentrieren, lieber Sascha, für die ich sehr danke.

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Ulrike, hier hat niemand erklärt, dass es falsch gewesen sei, wenn sich die Gewerkschaftsmitglieder für ihre Interessen einsetzen, im Gegenteil. Ich zum Beispiel halte eine Gewerkschaft, die für ihre Mitglieder einsteht, für eine kämpferische Organisation der Arbeiter gegen die ausbeuterischen Verhältnisse in den kapitalistischen Betrieben. Das ist aber in den oberen Etagen der Gewerkschaften leider nicht die Realität gewesen. Den Gewerkschaften wurde die Sozialpartnerschaft verordnet, und viel zu oft haben die Gewerkschaftsmitglieder dadurch ihren Forderungen keinen Erfolg geben können. Davon dürftest du schon mal etwas gehört haben. Was Johann geschrieben hat, das ist völlig sowohl historisch als auch aktuell korrekt. Da hast du wahrscheinlich etwas überlesen oder in den falschen Hals gekriegt. Man kann sich natürlich seine Welt schönschreiben, das ist jedem überlassen, aber in diesem Blog ist das nicht nötig.

  14. Weber Johann schreibt:

    Bereits zu Beginn der Alt-BRD stand die rechte Gewerkschaftsführung auf der „anderen Seite“.

    „Neues Deutschland“ vom 24. Oktober 1950:

    Ein Dolchstoß der Gewerkschaftsbürokratie
    Schmutzige Waffenhilfe für McCloy und seine Statthalter

     Es wäre die Aufgabe der Führung des Westdeutschen Gewerkschaftsbundes, angesichts der neuen Ausplünderungspläne der McCloy und Adenauer den aktiven Widerstand der werktätigen Massen gegen diese Anschläge zu organisieren. Statt dessen aber fällt die rechte sozialdemokratische Führung den Massen in den Rücken Ausgerechnet in dieser Situation tritt die Führung des Westdeutschen Gewerkschafts-Bundes mit einem sogenannten „Weißbuch“ gegen die Kommunistische Partei Deutschlands an die Öffentlichkeit. In einem Moment also, wo es darauf ankommt alle Kräfte zum Kampf zusammenzufassen, ergreifen die rechten sozialdemokratischen Führer die „Initiative“, um die aktivsten Kräfte im Kampf der westdeutschen Werktätigen, nämlich die Kommunisten, niederzuschlagen.

    Mit gefälschten Dokumenten, mit Lügen und Verleumdungen bietet die reaktionäre Gewerkschaftsführung den „Hohen Kommissaren“ und der „Bundesregierung“ ihre schmutzige Waffenhilfe an. Dieses Verhalten entspricht durchaus der „Tradition“ dieser Leute. So schlugen sie sich 1914 in das Lager der Deutschen Kriegspartei; so halfen sie 1918 die Revolution im Keime zu ersticken; so waren sie am Vorabend des 1. Mai 1933 bereit, mit Hitler zu marschieren: und so helfen sie heute dem anglo-amerikanischen Imperialismus bei der Durchführung seiner Terror- und Unterdrückungspolitik in Westdeutschland. Das Neue in der Entwicklung der Boeckler, Schumacher und Co. besteht nur darin, daß sie heute in der vordersten Reihe der Kriegshetzer marschieren.

     Aber heute sind ihren Niederträchtigkeiten Grenzen gesetzt. Auch das verlogene „Weißbuch“ ist kein Mittel gegen Preissteigerungen und Lohnabbau. Es stillt auch nicht den Hunger der Arbeitslosen und rettet die Mittelschichten nicht vor dem drohenden Ruin. Dagegen hilft nur der entschlossene Widerstand aller Werktätigen. Überall, in den Betrieben und Gewerkschaftsversammlungen von ganz Westdeutschland muß zu dem Schanddokument der DGB-Führung Stellung genommen und gegen den Willen der Bürokratie, gestützt auf die jüngsten Streikerfahrungen,, rechtzeitig der Abwehrkampf gegen die Anschläge der Adenauer-Regierung organisiert werden. W. Fr. „

  15. tommmm schreibt:

    Ich finde, dass hier sehr schön herausgearbeitet wurde, welche Rolle die Gewerkschaften in der heutigen Zeit spielen und auch in der Vergangenheit in der BRD gespielt haben.

  16. Weber Johann schreibt:

    Es gab aber auch viele linke Gewerkschaftmitglieder, denen von den Adenauer-, Erhard und Kiesinger/Brandt-Regierungen unsägliches Leid zugefügt wurde.

    Nur ein Beispiel:

    „Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 24.4.1956
    „Ich saß drei Jahre in Einzelhaft“
    Wolfgang Seiffert: „Ich bin mit neuer Kampfentschlossenheit erfüllt“

    Wir hatten viel über Wolfgang Seiffert gehört; wir hatten sein Bild in der Zeitung gesehen und seine Stimme im Rundfunk gehört. Wir verbanden mit seinem Namen unwilikürlich die Worte „Terrorurteil“ — „Schandprozeß“ — „Kerkerhaft“. Was diese Worte für einen aktiven und vitalen Menschen bedeuten, wurde uns klar, als wir Wolfgang Seiffert auf einer Pressekonferenz des „Komitees Freiheit für Jupp Angenfort und Wolfgang Seiffert“ gegenübersaßen.

    „Ich saß drei Jahre in Einzelhaft. Ich habe nachgerechnet, daß ich während dieser Zeit etwa dreieinhalb Monate gesprochen habe, die übrige Zeit war ich stumm. In den ersten Wochen meiner Freiheit taten mir die Stimmbänder schon nach zehn Minuten Sprechen weh. Psychiater haben festgestellt, daß drei Jahre Einzelhaft in einem Menschen dauernde seelische Störungen hervorrufen. Manchmal hatte ich das Gefühl, als kämen die Wände auf mich zu. Ich bin froh über meine wiedergewonnene Freiheit“, betonte Wolfgang Seiffert, „aber ich bin auch mit neuer Kampfentschlossenheit erfüllt, wenn ich daran denke, daß Jupp Angenfort, widerrechtlich verurteilt, bis zum 4. Dezember 1958 hinter den Mauern des Zuchthauses Münster sitzen muß.
    Jupp arbeitet mit Mördern zusammen, wissen Sie, was das bedeutet?“ wandte er sich an uns, „ich habe es durchgemacht.“ Auf eine Zwischenfrage eingehend, antwortete er: „Ja, Briefe, auch wenn sie nur selten ins Zuchthaus gelangen, üben eine tiefe Wirkung auf den Häftling aus, es hat Zweck, sie zu schreiben, auch für die Angehörigen des Häftlings und für die Gerichte. Denn nur eine Protestflut kann den 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofes daran hindern, in den Prozessen gegen Pionierleiter und Gewerkschaftsfunktionäre, gegen Menschen, die das II. Deutsche Turn und Sportfest vorbereiten, ähnliche Terrorurteile zu verhängen“.“

    • tommmm schreibt:

      Johann, auch Ulrike hat ja ein Beispiel angeführt, dass es große Unterschiede zwischen den Zielen und moralischen Qualitäten der Gewerkschaftsbasis und der Gewerkschaftsführung gab und gibt. Da stellt sich die Frage ob die Gewerkschaften, so wie sie jetzt bestehen noch in der Lage sind, die Ziele der Proletarier zu verwirklichen?

      • Ulrike schreibt:

        ….deine Frage zur Rolle der heutigen Gewerkschaften hat mich nachdenklich werden lassen. Sei Tagen denke ich u.a. auch darüber nach. Lese nach und binde auch eigene Erfahrungen, sowohl beruflicher als auch familiärer Art mit ein, und erlaube mir zu eigenen Schlüssen zu kommen, ohne einen Anspruch auf „alles richtig“ erheben zu wollen. Wo soll ich anfangen ? Denn mir reichen Quellenangaben nicht aus, da ich mich grundsätzlich meines eigenen Verstandes bediene, und bereit bin Fehler zu machen und wenn nötig auch zu korrigieren.

        Nach 1945 eine zwingende Notwendigkeit die „Einheitsgewerkschaft“ einzufordern. Was uns einte, vor allem vor 1989/91 war der Zusammenschluss in einer gemeinsamen Organisation von Arbeitern, fortschrittlichen Christen, linken Sozialdemokraten und auch Anderen voranzukommen. Es ging jedoch sehr darum, dass Klassenbewusstsein der Arbeiter in jeder Hinsicht zu schärfen um die gemeinsamen Interessen erkennbar zu machen. Der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital ist unlösbar im Kapitalismus. Nichts desto trotz waren und sind die Gewerkschaften ein Teil der revolutionären Arbeiterbewegung bis heute geblieben. Die DDR als ein wichtiges Korrektiv alleine durch ihre Existenz hatte eine nicht zu unterschätzende Bedeutung bei den Klassenkämpfen der vergangenen Jahrzehnte.

        Nachdem die DDR und die Sowjetunion von den eigenen Leuten verraten und verkauft und von außen attackiert und bekämpft worden veränderten sich die Gewerkschaften zugunsten von Kapital, Politik und Wirtschaft. Sie brauchte die Interessen nicht mehr im Klassenkampf wahr zu nehmen, da es den ja offiziell nicht mehr zu geben hat. Man setzte auf angebliche Gemeinsamkeiten und dem Slogan, dass „wir alle in einem Boot sitzen“.
        Dass mag ja stimmen… Nur wer sitzt am Ruder bleibt als Frage bestehen….Die jämmerliche Führung war von jeher der Steigbügelhalter des Kapitals und ihre Bereitschaft den Klassenkampf zu kämpfen war immer mehr als gering. Also war der Kampf in den Gewerkschaften auch immer ein Kampf um die Macht- und Kräfteverhältnisse im System und in der Organisation. Da war es von einer immensen Wichtigkeit, dass Arbeiter und Angestellte in dieser Organisation sich zusammen schlossen, denn „Nur gemeinsam sind wir stark“ war ein lebendiger Ausruf auf vielen Demos.

        Vergessen darf man nicht, dass nach dem schmerzhaften Verlust der DDR genau die Kräfte, die die DDR im Inneren bekämpft hatten sich nun mit ihren Ansichten und Beweggründen in den Parteien und auch in den klassischen Arbeiterorganisationen plötzlich wieder fanden. Dass sie dazu beitragen den Geist der Reaktion in die Herzen und ins Hirn zu pflanzen zeigen einige Beispiele sehr deutlich. Sie mischen auf ekelerregende Weise bei der „Roten Hilfe“, beim „VVN-BdA, in den Gewerkschaften und in den Vereinen und wo immer möglich ist, mit. Dieses Gedankengut kommt der Führung der heutigen Gewerkschaften gut zu pass. Waren sie es doch, die die Kommunisten bis aufs Blut bekämpft haben, und ihnen die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft per Beschluss verbieten wollten.

        Wir hatten es nach 1989 auch ein Stück selber in der Hand all das was es galt zu verteidigen. Dass, was unsere Genossen und alle fortschrittlichen Kräfte im Faschismus mit ihrem Blut, ihrem Kampf Geist und dem unerschütterlichen Willen, dass all das erhalten und bewahrt werden muss erkämpft haben hat man der Reaktion auf dem Silbertablett serviert. Die Boshaftigkeit und an die vielen Gemeinheiten von allen Seiten kann ich mich gut erinnern. Die Reaktion hat es auf dem Silbertablett serviert bekommen, was man ihnen zuvor i Kampf abgetrotzt hat. Was für eine feige Bande in der Alt BRD….. Plötzlich war der Klassenkampf nicht nur „abgeschafft“, sondern „verboten“. Die Arbeiterklasse hat ihre historische Mission nicht erfüllt ! Aus die Maus.. Die Glitzer- und bunte Verpackungswelt des Systems mit ihren subtilen Verführungskünsten, ihren hohlen Versprechungen, ihren Lügen, ihrer Skrupellosigkeit und nicht zuletzt ihre Menschenverachtung haben sich vermeintlich durchgesetzt. Letztendlich geht der Kampf und auch der Klassenkampf weiter. Momentan zeigt sich vieles schwierig, doch die Widersprüche, die Verelendung und die Armut „per Gesetz“ wird so ist zu hoffen die Kräfte zum gemeinsamen Kampf aktivieren, denn die „Arbeiterklasse ist revolutionär, oder nichts!“ (Marx)

        Eine Momentaufnahme die vieles nicht berücksichtigen konnte, da mich der Einfluss der Leute, die die DDR bekämpft haben und ihr dreckiges Spiel getrieben haben in die von Haus aus sich in die alten gestandenen Arbeiter Organisationen eingeschlichen haben und so zum Zerfall und zum Spaltpilz werden konnten wieder einmal beschäftigt. Und was mich immer noch maßlos verärgert, dass selbst der VVN von diesen AAS Geiern unterlaufen werden konnte. So haben sie ihren Antikommunismus und ihre schleimige und klebrige Schleimspur bis ans Ende ihrer Tage hinterlassen. Und gestandene sich in der fortschrittlichen Geschichte entwickelten Organisationen, sowie im Kampf gegen den Faschismus sich mehr als bewährt haben wollen nicht gemerkt haben wen sie sich ins Bett geholt haben ?

        Es waren genau die, die die Führung der Gewerkschaft brauchten um die unliebsamen und aufmüpfigen Kräfte zu unterdrücken.
        Selbst August Bebel rückte beim „Mannheimer Abkommen“, beim SPD Parteitag 1906 von seinen elementaren Ansichten zur „Massenbewegung“ ab.
        Die ursprüngliche sozial demokratische Zukunftserwartung den Zusammenbruch des Kapitalismus wurde von den Gewerkschaften die zu einer Massenbewegung mit starken sozialen Erfolgen erkämpft wurden nicht mit getragen. „Eine ruhige Entwicklung wünschte sich der damalige Vorsitzende Carl Legien der Kommission der Gewerkschaften Deutschlands. Eingeknickt kann man das auch nennen.
        Die Verräter Partei sPD macht genauso weiter. Schmoren soll sie….

  17. Weber Johann schreibt:

    Aber auch die Gewerkschafter aus der DDR gerieten in die Fänge der Alt-BRD-Staatsmacht.
    Auch hier ein Beispiel:

    „Neues Deutschland“ vom 20.10.1966
    „147 Tage Einzelhaft
    Von Harry Schneider, ‚stellvertretender Vorsitzender des Gewerkschaftskomitees der VVB_ Haushalts- und Verpackungsglas Weißwasser

    Im Mai 1960 wurde ich gemeinsam: mit meinem Gewerkschaftskollegen Harry Sander von der westdeutschen Politischen Polizei verhaftet und ins Gefängnis Gelsenkirchen-Buer geworfen. Wir waren völlig legal eingereist.
    Einen Tag später wurden wir wie Schwerverbrecher verhört, untersucht und schließlich hinter Gitter gesetzt.
    147 Tage Einzelhoft kamen danach.
    Erst am 148. Tage sind wir endlich einem Richter vorgeführt worden – einem Richter des Bonner Unrechtsstaates, den Gesetz und Recht nicht kümmern, der dafür bezahlt wird, Gesinnung zu verfolgen. „Haftgrund“: „Staatsgefährdung” – damit war eine Einladung in die DDR gemeint, die wir dem Betriebsratsvorsitzenden einer Gelsenkirchener Chemiefabrik überbringen wollten.

    Das ruhmlose Ende der Bonner Justizschikane: Wir wurden dank dem Druck der DDR-Bevölkerung und auch, weil die Unrechtsrichter einfach nichts fanden, was die schwere Anklage erhärten konnte, „mangels Beweisen” freigesprochen. Noch heute schuldet mir der Polizeipräsident von Gelsenkirchen 100 Westmark und 110 Mark der Deutschen Notenbank, die mir die Büttel widerrechtlich abnahmen.

    Es war dringend notwendig; den Verfolgungen energisch entgegenzutreten. Ich stimme dem Gesetz zum Schutze der Staatsbürger- und Menschenrechte voll zu, das jetzt beschlossen wurde. Die Bonner „Alleinvertreter“ müssen wissen, wo Ihre Macht ein Ende hat.“

  18. Weber Johann schreibt:

    Ohne Kommentierung:

    „Berliner Zeitung“ vom 7.2.1962
    „Sadismus in Bonner Kerkern
    Schikanen und körperliche Mißhandlungen gegen politische Häftlinge

    Düsseldorf (ADN/BZ). Todesopfer, Erkrankungen und eine lange Liste von skandalösen Maßnahmen gegen die politischen Gefangenen stehen auf dem Schuldkonto der Adenauer-Justiz. Die Skala der Schikanen gegen die „Politischen“ reicht von außergewöhnlich langen Untersuchungshaftzeiten, Aufbürdung und rigorose Eintreibung der hohen Prozeßkosten, Haftverschärfung durch Einzelhaft, Arbeitsverbot, geringere Entlohnung über Verweigerung der eingegangenen Post bis zu körperlichen Mißhandlungen.

    Zu denjenigen, die in den westdeutschen Gefängnissen bleibende gesundheitliche Schäden erlitten, gehören u. a. Günter Hofmann, dem ein Wärter mit der Faust auf seine Hirnverletzung schlug. Wilhelm Severin, der zwei Tage lang mit gebrochenem Arm in der Zelle lag und dann in Handschellen dem Arzt vorgeführt wurde. Albert Stasch, der durch die brutale Behandlung Bewußtseins- und Gedächtnisstörungen erlitt. Alfons Byscewsky holte sich im Gefängnis eine akute Tbc und wurde zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Der Arbeiterfunktionär Karl Jungmann starb im Bochumer Gefängnis, weil ihm keine ärztliche Hilfe gewährt wurde.

    Wie eine Liste des Komitees zum Schutze der Menschenrechte bewies, saß Gustav Mauden 20 Monate in Untersuchungshaft. Erich Röhlck wartete 13 Monate in strenger Einzelhaft auf den Prozeß.

    Der vor kurzem stattgefundene Hungerstreik der politischen Gefangenen in Wolfenbüttel gegen diese schikanöse Behandlung hat der Forderung nach einer Amnestie in Westdeutschland erneuten Auftrieb gegeben. Die Freilassung der eingekerkerten Patrioten ist um so notwendiger, als die Behandlung der politischen Gefangenen jeglicher Menschenwürde und jeglichem Rechtsempfinden Hohn spricht.“

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