Der Bischof und die große Lüge

viganoEin Massenmord, so befindet der italienische Erzbischof Monsignore Viganò gleich zu Anfang seines Artikels über den „Great Reset“ sei „Un précédent important“ – ein wichtiger Präzedenzfall. Der „Große Umbruch“, wie der massenmörderische Plan des Faschisten Klaus Schwab zur Vernichtung eines großen Teils der Weltbevölkerung in deutscher Übersetzung verharmlosend bezeichnet wird, sei ein solches Geschehen, wobei der Bischof zugleich auch Stalin, der ja nun wahrlich nichts mit alledem zu tun hat, kübelweise mit seinem Schmutz überschüttet.  Zimperlich geht der Kirchenmann nun gerade nicht mit Lüge und Wahrheit um – im Gegenteil: Jede Lüge ist ihm gerade recht, wenn sie nur gegen den Kommunismus gerichtet ist. Aber das dürfte dem gebildeten Leser ja nun nicht gerade neu sein.  Der Kommunismus war schon immer der Hauptfeind des Katholizismus, nicht wenige Morde an Kommunisten gehen auf das Konto der katholischen Kirche…

Angst vor Veränderung?

Offenbar ist der Erzbischof selbst ein solcher Präzedenzfall – unheilbar befallen von einer schlimmen Seuche: der Angst vor Veränderung. Jeglicher Volksaufstand in der Geschichte, jegliche revolutionäre Veränderung der – seiner Auffassung nach – „von Gott geschaffenen“ Ordnung scheint sein abgenutztes, religiöses Weltbild ins Wanken zu bringen und den Verstand mit einem undurchdringlichen Nebel zu umgeben. Daß er dabei völlig die Orientierung verloren hat, davon zeugt sein einleitender Generalangriff auf den nun längst seit fast 70 Jahren toten Stalin.

Wer im Glashaus sitzt…

Geschichtskenntnis scheint nicht gerade die Stärke der katholischen Curie zu sein – und wenn doch, dann eher die Geschichtsfälschung. Wenn selbst er die Lüge anprangert, müßte dem Herrn Erzbischof doch eine sehr lange Nase gewachsen sein. Nicht vergessen ist die Unterstützung des deutschen und des italienischen Faschimus durch die katholische Kirche bis über dessen Zerschlagung hinaus – erinnert sei hier nur an die Kommunisten-, Christen- und Judenverfolgungen durch die Nazis, denen der „Heilige Stuhl“ tatenlos zusah und die „Rattenlinie“, mit der der Vatikan den flüchtenden Nazi- und Kriegsverbrechern ein Entkommen vor ihrer gerechten Bestrafung sicherte. Das alles ist weithin bekannt.

Doch wie schreibt der Bischof:

precedent

Als Stalin 1932 beschloß, Millionen von Ukrainern im Holodomor-Völkermord auszulöschen, plante er eine Hungersnot als Mittel der Sozialtechnik, um Ackerland zu verstaatlichen und die Gewinne dann der Industrie zukommen zu lassen. Stalin schrieb: „Um die Kulaken als Klasse zu beseitigen, reicht die Politik der Begrenzung und Beseitigung isolierter Gruppen von Kulaken nicht aus; […] es ist notwendig, den Widerstand dieser Klasse durch einen offenen Kampf zu brechen und ihr die wirtschaftlichen Quellen ihrer Existenz und Entwicklung zu entziehen“ (Josef Stalin, Questioni di leninismo, Rom, 1945). Stalin beschlagnahmte dann Weizen, Rüben, Kartoffeln, Gemüse und alle Arten von Lebensmitteln; er verbot alle Formen des Handels – kommt Ihnen das bekannt vor? – und konfiszierten die finanziellen Mittel der Ukrainer. Kinder, die vom Lande flohen, wurden verhaftet und in Kolchosen und Waisenhäuser deportiert, wo sie an Unterernährung starben. Das Zentralkomitee verbietet die Vertreibung – eine Art ante litteram-Eingrenzung – und beschuldigt diejenigen, die das Massaker an den Ukrainern anprangern, Volksfeinde zu sein. Holodomor-Leugner – die den Begriff im eigentlichen Sinne verwenden – argumentieren, daß der Völkermord in der Sowjetukraine 1932–33 nie stattgefunden hat oder daß er ohne Vorsatz geschah. Die Zensur des Regimes trug dazu bei, eine Tragödie zu verbergen, die heute von vielen Ländern als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt wird und die, wenn man sie in Bezug auf ihre Methode und ihren Zweck analysiert, auch ein Beispiel für den Großen Reset war.

Jeder einzelne Satz ist eine Lüge!* Goebbels hätte es nicht besser ausdrücken können. Ist der Bischof nun ein Nazi? Nein, das ist er sicher nicht. Aber Antikommunismus und Faschismus sind zwei Seiten einer Münze. Denn nichts fürchten die Faschisten mehr als den Kommunismus. Schon Ernst Thälmann hatte gesagt: „Hitler – das bedeutet Krieg!“ Und er hatte recht behalten. Der deutsche Imperialismus hatte Hitler an die Macht gebracht, unterstützt von britischen und US-amerikanischen Imperialisten, wie dem Multimillionär Rockefeller, dem Zeitungsmagnaten Hearst und dem britischen Bankhaus Schroeder. Und die Kommunisten waren bekanntlich die ersten Opfer der faschistischen Mörderbanden. Daß aber immer wieder versucht wird, die faschistischen Massenmörder mit Stalin auf eine Stufe zu stellen, ist nichts anderes als eine Verharmlosung des Faschismus. Mit erfundenen und erlogenen „Opferzahlen“ wurde schon immer versucht, die Sowjetunion ins Unrecht zu setzen.

*Stalin sagte wörtlich: „Um das Kulakentum als Klasse zu verdrängen, muß man den Widerstand dieser Klasse in offenem Kampfe brechen und ihr die Quelle ihrer Existenz und Entwicklung in der Produktion (freie Bodennutzung, Produktionsmittel, Pacht, Recht auf Anwendungvon Lohnarbeit usw.) entziehen.“ – …und er sagte nichts von einer Ermordung der Kulaken! Das geschah auch nicht! (Quelle: Lenin, „Fragen des Leninismus“, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.359f.) Der Bischof hat folglich gelogen! Er nimmt es also auch mit den 19 Geboten nicht so genau.

Siehe: Geschichtslügen – Fundamente des Antistalinismus


Der „HOLODOMOR“ 1932/33 auf amerikanische Weise – und Die Lüge vom Hungermord in der Ukraine

In der amerikanischen Geschichte gibt es ein immer wieder verheimlichtes Verbrechen gegen das eigene Volk: Der große amerikanische Golodomor [1], in den Unglücksjahren 1932/33, in dessen Ergebnis in den USA vermutlich mehr als sieben Millionen Menschen ums Leben kamen. Um von diesem schrecklichen Ereignis abzulenken, und zugleich um die sowjetische Vergangenheit zu beschmutzen, erfanden USA-Ideologen die Geschichte vom „Holodomor“ in der Ukraine. Die ukrainischen Faschisten, darunter auch der derzeitige USA-Gauleiter in der Ukraine, Poroshenko, beziehen sich gerade jetzt sehr gerne auf die schwere Hungersnot der Jahre 1931-1932 in der Sowjetukraine. Sie werfen dabei der Sowjetunion mit der Hungerkatastrophe eine gezielte „Tötung durch Hunger“ an der ukrainischen Bevölkerung vor – also der Vorwurf einer gezielten „Genozidpolitik“ bzw. des „Völkermordes“. Diese Lüge richtet sich in erster Linie gegen den Sozialismus, dann aber auch gegen „die Russen“ und nicht zuletzt gegen Stalin. Weiterlesen →


Sollte der Bischof Stalin nicht dankbar sein?

Daß aber auch ein „Great Reset“ das Weltbild des Erzbischofs erschüttert, ist indes mehr als gerechtfertigt. Handelt es sich doch in aller Konsequenz um den Machterhalt einer korrupten und skrupellosen Minderheit, die sich als „Elite“ betrachtet und nunmehr schon seit Jahrhunderten auf Kosten der überwältigenden Mehrheit des Volkes schmarotzt, plündert und mordet. Und sie tut dies immer noch. Das verlangt kategorisch eine Veränderung! So sollte der Erzbischof dem Herrn Stalin gegenüber eigentlich nur dankbar sein, daß er nach der Beendigung einer jahrhundertelangen Unterdrückung und Ausblutung des russischen Volkes nicht nur das schändliche, räuberische Kulakentum beseitigt, die Not der Völker der Sowjetunion gelindert, die feindlichen Interventionskräfte besiegt und letztlich Europa in schmerzhaften und leidvollen Kämpfen aus der finstersten Nacht des Faschismus befreit hat. Es waren die Völker der Sowjetunion, die dieses Heldentum vollbracht haben, und nicht der katholische Klerus.

Gleichgültig gegenüber imperialistischen Verbrechen?

So scheinen dem Herrn Erzbischof die endlosen Verbrechen des USA-Imperialismus nur solange gleichgültig gewesen zu sein, wie sie die eigene Macht des Katholizismus nicht beeinträchtigten. Eine Änderung des Verhältnisse wird nur dann von Erfolg sein, wenn den Reichen und Superreichen ein für allemal ihre munter sprudelnden Profitquellen entzogen und in die Hände derjenigen gegeben werden, die schon immer den Reichtum produziert haben -. in die Hände des werktätigen Volkes. „Verschlemmen soll nicht der volle Bauch, was fleißige Hände erwarben.“ (Heine) – so hieß es in Mitteleuropa, genauer gesagt in der DDR und den anderen sozialistischen Staaten, bis zur Zerschlagung und Ausplünderung des Sozialismus, in dem es weder Krieg noch Faschismus, weder superreiche Oligarchen, weder AHA-Regeln, Inzidenzen, Lockdowns, prügelnde Polizisten, eingesprerrte Kinder und Senioren, noch als Verschwörungstheoretiker verunglimpfte Wissenschaftler gegeben hat. Es gibt viele ehrliche Christen – der Erzbischof gehört sicher nicht dazu!

Siehe auch: Nazistische Hetzartikel wieder aufgewärmt…

Dieser Beitrag wurde unter Faschismus, Gegen die Religion, Kapitalistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Der Bischof und die große Lüge

  1. Erfurt schreibt:

    In der Bürgerlichen Presse wird es niemals einen Zusammenhang geben zwischen Kapitalismus und Faschismus, zwischen Justiz und Staat, zwischen Staat und Privatkapital, zwischen Staat und Terrorismus, zwischen Staat und Faschismus usw.

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