Der Bund der Kommunisten

Karl_MarxEs gibt wohl niemanden auf der Welt, der bereit wäre, ungefragt jeden Monat auf die Hälfte seines Lohnes zu verzichten, ohne die Aussicht, auch nur einen Bruchteil davon zurückzuerhalten. So selbstverständlich, wie uns das erscheint, ist es nicht. Nehmen wir ein Beispiel: Wer an der Tankstelle für 50 Euro Benzin getankt hat, dem wurden ungefragt weit mehr als die Hälfte davon an Steuern einbehalten. Nun gut – werden Sie sagen: Steuern müssen sein! Doch was macht der Staat mit unseren Steuergeldern? Das sollten wir uns fragen! Denn wir bekommen schließlich unseren Lohn, und auch darauf zahlen wir Steuern. Doch das ist noch nicht alles. Vor über 150 Jahren, im Jahre 1867, schrieb Karl Marx: „Der Arbeiter produziert nicht für sich, sondern für das Kapital.  … Er muß Mehrwert produzieren. Nur der Arbeiter ist produktiv, der Mehrwert für den Kapitalisten produziert oder zur Selbstverwertung des Kapital dient. … Produktiver Arbeiter zu sein, ist daher kein Glück, sondern ein Pech.“ [Karl Marx – Das Kapital, Bd. 1, S. 532]  Das hatten die Arbeiter schon damals begriffen, und sie werden es auch heute begreifen. Wie satt und glücklich könnten wir alle leben, wenn es diese zweifache Ausbeutung nicht gäbe! Hier nun die Geschichte des Bundes der Kommunisten. Die Situation nach 1848/1849 ähnelt in einigen Punkten durchaus unserer heutigen.

Kapitalismus – das ist Lohnsklaverei, Ausbeutung und Unterdrückung der riesigen Mehrheit durch eine winzige Minderheit. Solange es den Kapitalismus gibt, wird es keine Freiheit geben. Der Staat bestimmt, was Recht und Gesetz ist, und er bestimmt auch, was mit unserem Geld geschieht. Denn der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse. Und die herrschende Klasse – sind die Kapitalisten. Es ist eben nicht das Volk, der angebliche „Souverän“, und auch nicht das Parlament, und erst recht nicht der Wähler. Tatsache ist: Die Kommunisten haben die Welt verändert, indem sie den Kapitalismus abschafften, der die Wurzel allen Übels ist. Mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution begann tatsächlich eine neue Epoche. Niemand kann das besser beurteilen, als die Völker der Sowjetunion. Für sie und später auch für viele andere Völker auf unserem Planeten endete die grausamste Epoche der Menschheit – das größte Übel aller Zeiten.


Ein Blick zurück in die Geschichte

Maxim Gorki, der bedeutende sowjetische Schriftsteller schrieb in seiner Geschichte „Die alte Isergil“: „Ihr solltet euch die alte Zeit aufmerksam betrachten, da würdet ihr alle Rätsel lösen.“
(Maxim Gorki: Die Geschichte mit dem Silberschloß. Frühe Erzählungen. Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1975, S.95.)

Der Produktionsaufschwung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den kapitalistischen Ländern und die Verbesserung der Verkehrverhältnisse hatten zu einem raschen Aufschwung des internationalen Handels geführt. Infolgedessen verschärften sich auch die Klassengegensätze. Die Reichen wurden immer reicher und die Armen immer ärmer. Streiks und Aufstände nahmen zu. Der unversöhnliche Gegensatz zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie wurde für die Arbeiter vor allem auf ökonomischem Gebiet immer sichtbarer. Die Revolution von 1848/1849 war eine Folge der Unzufriedenheit des Volkes.

Die Auswanderer

Nach der Niederlage der Revolution begann eine Periode düsterer politischer Reaktion. Zehn Jahre lang ging eine immer stärkere Welle des Terrors über die demokratische Bewegung hinweg. Die Unter­drückung von Vereinen, die Verbote von Zeitungen, die Verhaftungen von aufrechten Patrioten erreichten schließlich ein solches Ausmaß, daß fast jedes politische Leben erstarb. Wirtschaftliche Not und die drückende Atmosphäre der reaktionären politischen Zustände trieben Hunderttausende in die Fremde, vor allem nach Nordamerika.

Die deutsche Arbeiterklasse

Die Arbeiter hatten in der Revolution in der vordersten Reihe ge­kämpft und die größten Opfer gebracht. Jetzt wurden sie am härte­sten verfolgt. Zu vielen Hunderten mußten sie als politische Flücht­linge im Ausland – in der Schweiz, in England und in Amerika – Zuflucht suchen. Meist fristeten sie hier unter den schwersten Bedin­gungen ihr Leben. Auch Karl Marx und Friedrich Engels wurden wie­der aus ihrem Vaterland vertrieben. Sie gingen bald nach England, wo sie bis an ihr Lebensende blieben.

Die demokratische Bewegung

Die Zeit von 1849 bis 1851/1852 war dadurch gekennzeichnet, daß Fürsten und Adel ihre Herrschaft wieder festigten und ausbauten. Die Stellung der Reaktion war zunächst noch nicht in jeder Hinsicht gesichert. Von der Bourgeoisie hatte sie zwar wenig zu befürchten, denn diese Klasse erstrebte auch jetzt noch ein Bündnis mit den Jun­kern, obwohl diese mit ihren Unterdrückungsmaßnahmen auch vor der liberalen Bewegung nicht haltmachten.

Hoffnungen auf eine erneute Revolution

Die demokratische Be­wegung jedoch war trotz der Niederlage noch nicht völlig zum Er­liegen gebracht. Sie lebte in der Hoffnung, daß man den revolutio­nären Kampf bald wieder aufnehmen könne, und suchte sich darauf vorzubereiten. Auch die junkerliche Reaktion selbst fürchtete ein Wiederaufleben der Revolution. Unter den reaktionären Regierungen herrschte keineswegs Einhelligkeit: Preußen und Österreich standen sich mißtrauisch, ja feindselig gegenüber, da beide Mächte nach der Vorherrschaft in Deutschland strebten. Unter diesen Bedingungen setzte der Bund der Kommunisten sei­nen Kampf fort. Es galt, die vom Feind gerissenen Lücken zu schlie­ßen und die Reihen zu festigen. Vor allem aber mußten die Lehren aus der Revolution gezogen werden.

Die Zentralbehörde des „Bundes der Kommunisten“

Bereits Ende 1849 wurde unter der Leitung von Karl Marx und Friedrich Engels in London eine neue Zentralbehörde des Bundes gebildet. Ihr gehörten außerdem Heinrich Bauer, Johann Georg Ecca­rius, Karl Pfänder, Karl Schapper – dieser traf allerdings erst später aus Deutschland ein –, August Willich und andere an. Die neue Zen­tralbehörde begann sofort mit der Reorganisierung des Bundes. Die Mitglieder mußten nun wieder im geheimen wirken, denn jede revo­lutionäre Organisation wurde rücksichtslos unterdrückt. Im Frühjahr 1850 wurde Heinrich Bauer nach Deutschland entsandt, wo er mit großem Erfolg arbeitete und – wie Friedrich Engels betonte – „die teils lässig gewordnen, teils auf eigne Rechnung operierenden ehe­maligen Bundesglieder wieder in die aktive Organisation“ [1] brachte.

Die Erfahrungen der Revolution von 1848

Im März und im Juni 1850 richtete die Zentralbehörde zwei An­sprachen an die Mitglieder des Bundes. In diesen Rundschreiben legten Karl Marx und Friedrich Engels wichtige Schlußfolgerungen aus den Erfahrungen der Revolution dar und entwickelten die politische Linie, die den Kommunisten unter den neuen Bedingungen die Rich­tung gab. Die Lehren, die Karl Marx und Friedrich Engels aus der Revolu­tion von 1848/1849 und ihren Ergebnissen zogen, hatten für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus grund­legende Bedeutung.

Die Theorie von Marx und Engels hatte sich bestätigt

Alle Parteien waren mit ihren Theorien und Pro­grammen durch die Revolution einer geschichtlichen Prüfung unter­zogen worden. Einzig die Partei der Kommunisten unter Führung von Karl Marx und Friedrich Engels hatte diese Prüfung mit Ehren be­standen. Nur sie erwies sich als fähig, die richtigen Lehren zu ziehen. Mit Genugtuung konnten Karl Marx und Friedrich Engels feststellen, daß sich ihre Theorie in der Praxis der Revolution vollauf bewährt hatte. Gleichzeitig bot die Revolution einen reichen Schatz an Er­fahrungen, die theoretisch verallgemeinert werden mußten.

Kommunisten und der revolutionäre Massenkampf

Anschaulich schildert W. I. Lenin, wie sehr die Revolution von 1848/1849 und ihre Erfahrungen das Handeln und Denken von Karl Marx und Friedrich Engels bestimmten:

„In der Tätigkeit von Marx und Engels selbst tritt die Periode ihrer Beteiligung am revolutionären Massenkampf 1848/1849 als zentraler Punkt hervor. Von diesem Punkte gehen sie aus bei der Beurteilung der Geschicke der Arbeiter­bewegung und der Demokratie der verschiedenen Länder. Zu diesem Punkt kehren sie stets zurück, um das innere Wesen der verschiedenen Klassen und ihrer Tendenzen in klarster und reinster Form zu be­stimmen. Vom Standpunkt der damaligen, revolutionären Epoche beurteilen sie stets die späteren, weniger bedeutenden politischen Ge­bilde, Organisationen, politischen Aufgaben und politischen Kon­flikte.“ [2]

Die wissenschaftliche Lehre vom Kommunismus

Die Lehren aus der Revolution zogen Karl Marx und Friedrich Engels in den Ansprachen der Zentralbehörde an den Bund und in einer Reihe anderer grundlegender Arbeiten. Einen Teil dieser Ar­beiten veröffentlichten sie in der Monatsschrift „Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue“, die sie im Jahre 1850 als Parteiorgan herausgaben. In Werken wie „Die Klassenkämpfe in Frankreich“, „Die deutsche Reichsverfassungskampagne“, „Der acht­zehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ und „Revolution und Konterrevolution“ legten Karl Marx und Friedrich Engels die Lehren dar, die sich aus den neuen Erfahrungen ergaben. Besonders in der Staats­frage und bei der Herausarbeitung der Rolle der Partei und ihrer Verbündeten entwickelten sie den wissenschaftlichen Kommunismus weiter.

Was ist der Sinn und Zweck des bürgerlichen Staates?

Am Beispiel der französischen Republik, die so viele vergebliche Hoffnungen erweckt hatte, deckte Karl Marx das Wesen des bürger­lichen Staates auf. In der Junischlacht zerriß, wie Marx hervorhob, der „Schleier, der die Republik verhüllte“ [3]. Die bürgerliche Republik entlarvte sich „als der Staat, dessen eingestandener Zweck ist, die Herrschaft des Kapitals, die Sklaverei der Arbeit zu verewigen“ [4], Karl Marx und Friedrich Engels zeigten, daß man im Rahmen der bür­gerlichen Republik unmöglich die Ausbeutung der Arbeiterklasse beseitigen kann. Die Erreichung dieses Ziels setzte voraus: „Sturz der Bourgeoisie! Diktatur der Arbeiterklasse!“ [5]

Warum ist „Diktatur des Proletariats“ notwendig?

Der Begriff „Diktatur des Proletariats“, dessen Inhalt bereits im Manifest der Kommunistischen Partei“ umrissen ist, wurde nun zu einem festen Bestandteil der Staatstheorie des wissenschaftlichen Kommunismus. Karl Marx und Friedrich Engels charakterisierten die Klassendiktatur des Proletariats als notwendige Durchgangsperiode „zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Ab­schaffung sämtlicher gesellschaftlichen Beziehungen, die diesen Pro­duktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen“ [6]

Was war das große Verdienst von Karl Marx?

Die große Bedeutung der hier ausgesprochenen Erkenntnis wird von Karl Marx selbst in einem Brief unterstrichen, den er 1852 an seinen Kampfgefährten Joseph Weydemeyer richtete:

„Was mich nun betrifft, so gebührt mir nicht das Verdienst, weder die Existenz der Klassen in der modernen Gesellschaft noch ihren Kampf unter sich entdeckt zu haben … Was ich neu tat, war 1. nachzuweisen, daß die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklunsphasen der Produktion gebunden ist; 2. daß der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats führt; 3. daß diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.“ [7]

Die Staatsmaschinerie zerbrechen!

Karl Marx bereicherte die Staatslehre in seinem Werk „Der acht’­zehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ noch durch eine weitere grundlegende Erkenntnis: Die bürgerlichen Revolutionen hatten den alten Staatsapparat nur übernommen und ausgebaut. Die Arbeiter­klasse dagegen hat, wie Marx es später in einem Brief zusammen­fassend formulierte, die Aufgabe, „nicht mehr wie bisher die büro­kratisch-militärische Maschinerie aus einer Hand in die andre zu übertragen, sondern sie zu zerbrechen“ [8]. Sie muß sich ihren eigenen Staatsapparat schaffen, um ihre Macht zu errichten und den Sozialismus aufbauen zu können.

Eine wichtige Frage: Das Bündnis mit den Bauern

Die Erfahrungen der Revolution veranlaßten Karl Marx und Fried­rich Engels, sich eingehend mit der Bündnisfrage zu beschäftigen und die Rolle der bäuerlichen und kleinbürgerlichen Schichten, die von der Bourgeoisie schmählich im Stich gelassen worden waren, zu untersuchen. Sie zeigten, daß die Arbeiterklasse dazu berufen war, die Führung dieser Schichten zu übernehmen. Karl Marx hob hervor, daß die Interessen der Bauern sich nicht mehr „im Einklange, sondern im Gegensatze mit den Interessen der Bourgeoisie, mit dem Kapital“ [9] befanden. In seiner Arbeit über den deutschen Bauernkrieg legte Friedrich Engels dar, welche gewaltigen revolutionären Potenzen in der Bauernschaft vorhanden waren, daß dem Kampf dieser Klasse jedoch kein Erfolg beschieden war, wenn die führende Kraft fehlte.

Ohne ein Bündnis mit den Bauern kein Sieg !

Andererseits gehörte es auch zu den Lehren der Revolution, ins­besondere der Junischlacht, daß die Arbeiterklasse nicht den Sieg erringen kann, wenn sie auf sich allein gestellt ist. Erst mit dem Über­gang der Bauern auf die Seite der revolutionären Bewegung, so er­klärte Karl Marx, „erhält die proletarische Revolution das Chor, ohne das ihr Sologesang in allen Bauernnationen zum Sterbelied wird“ [10]. Gerade im Hinblick auf Deutschland hat Marx betont, daß die Aus­sichten einer revolutionären Erhebung entscheidend von der. Möglichkeit abhingen, „die proletarische Revolution durch eine Art zweite Auflage des Bauernkrieges zu unterstützen“ [11].

Wie muß die Arbeiterbewegung auftreten?

Einen wichtigen Platz nahm bei der Auswertung der Erfahrungen der Revolution die weitere Ausarbeitung der Lehre von der Partei ein. Es ging vor allem darum, sich von der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Bewegung klar abzugrenzen und die Selbständigkeit der Arbei­terklasse unter Führung ihrer revolutionären Partei zu sichern. Die „Selbständigkeit der Arbeiter“, so stellte im März 1850 die Zentral­behörde in ihrer Ansprache an den Bund fest, „muß hergestellt wer­den“ [12]. Die Arbeiterbewegung, hieß es weiter, muß „möglichst orga­nisiert, möglichst einstimmig und möglichst selbständig auftreten…, wenn sie nicht wieder wie 1848 von der Bourgeoisie exploitiert und ins Schlepptau genommen werden soll“ [13]. Daher kam es darauf an, „neben den offiziellen Demokraten eine selbständige geheime und öffentliche Organisation der Arpeiterpartei herzustellen“ [14]. Eine solche klare Scheidung war auch unerläßlich für eine fruchtbare Zusammen­arbeit mit allen demokratischen Kräften im Kampf gegen den gemein­samen Feind, gegen die in Deutschland herrschende Reaktion.

Die Revolution muß zu Ende geführt werden !

Die Aufgabe der Arbeiterpartei bestand, wie Kad Marx und Friedrich Engels in der März-Ansprache hervorhoben, darin, für den vollständigen Sieg der bürgerlich-demokratischen Umwälzung zu kämpfen. Vor allem mußten die Kommunisten allen Versuchen entgegentreten, sogleich nach den ersten Erfolgen die Revolution zu beenden. Dabei entwickelten Marx und Engels die ersten, im Kommunistischen Manifest formulierten Gedanken vom Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen in die sozialistische Revolution weiter. Die Leninsche Lehre von der sozialistischen Revolution knüpfte an diese Gedanken an.

Kommunisten vertreten die richtige Auffassung

Die Lehren und Schlußfolgerungen, die Marx und Engels aus den Erfahrungen der. Revolution zogen, bildeten die Grundlage für die Tätigkeit des Bundes der Kommunisten, In der Entwicklung des Bundes war mit seiner Reorganisation eine neue Stufe erreicht. Obwohl seine Mitgliederzahl gegenüber der Zeit vor der Revolution nicht aIIzusehr gewachsen war, beeinflußte er nun schon breitere Schichten der Arbeiterklasse. In dieser Entwicklung wurde vor allem deutlich, daß die Arbeiter an den revolutionären Bewegungen einen so starken An­teil genommen hatten. Sie hatten in dieser Zeit reiche Erfahrungen sammeln und erkennen können, daß die Kommunisten die richtige Auffassung vertraten. Dadurch war während der Revolution die Auto­rität der Kommunisten gestiegen.

Arbeitervereine und Gewerkschaften

Die Arbeiter, die während der Revolution die entschlossensten Kämpfer für die Interessen der Nation gestellt hatten, leisteten nun auch den hartnäckigsten Widerstand gegen die Unterdrückungspolitik der reaktionären Regierungen. Die ausgesprochen politischen Vereine der Arbeiter waren sofort nach dem Siege der Konterrevolution unter­drückt worden. Aber jene Arbeitervereine, die sich vorwiegend mit den unmittelbaren wirtschaftlichen Interessen beschäftigten, und eben­so die gewerkschaftlichen Organisationen konnten vielerorts zunächst noch fortbestehen. Auch die Arbeiterverbrüderung suchte von Leipzig aus den organisatorischen Zusammenhang aufrechtzuerhalten. Aber alle noch bestehenden Organisationen der Arbeiter wurden scharf überwacht.

Der politische Widerstand wächst

Die Regierungen wiegten sich anfangs in der Hoffnung, daß die Arbeiter bei einer Orientierung auf ökonomische Fragen sich vom politischen Kampf zurückziehen würden. Tatsächlich gab es die Ten­denz, sich unter dem politischen Druck der Reaktion auf die Organi­sierung von Unterstützungskassen und dergleichen zu beschränken. Jedoch war der politische Sinn, der in der Revolution so stark geweckt worden war, in den Arbeitervereinen und ähnlichen Organisationen immer noch lebendig und wurde durch die rücksichtslosen Verfolgungen oft noch weiter geschärft. So hatte der Bund der Kommunisten ein viel breiteres Wirkungsfeld als vor der Revolution. Seine Mitglieder ver­standen es sehr gut, die illegale mit der legalen oder zumindest halb­legalen Arbeit zu verbinden.

Die getarnte politische Arbeit der Kommunisten

Dem Einfluß der Kommunisten auf die noch bestehenden Arbeiter­organisationen schenkte die Zentralbehörde große Aufmerksamkeit. In ihrer Ansprache an den Bund vom März 1850 stellte sie allen Mit­gliedern die Aufgabe, jede „Bundesgemeinde“, das heißt Gruppe, „zum Mittelpunkt und Kern von Arbeitervereinen zu machen, in denen die Stellung und Interessen des Proletariats unabhängig von bürger­lichen Einflüssen diskutiert werden“ [15]. Entsprechend dieser Richtlinie gelang es den Bundesmitgliedern in vielen Arbeitervereinen, die natürlich ihre politischen Bestrebungen tarnen mußten, mit Erfolg zu wirken.

In einigen Städten wie zum Beispiel in Hamburg, Mainz, Nürnberg und Schwerin lag die Leitung des Arbeitervereins in den Händen von Bundesmitgliedern. Auch auf Tagelöhner- und Bauern­vereine konnten sie Einfluß gewinnen. Ebenso konnten sie in gewerk­schaftlichen Organisationen fester Fuß fassen. So spielten sie in einem der ersten und bedeutendsten Fachverbände, im Zigarrenarbeiterver­band, eine beachtliche Rolle. Ferner wurden einflußreiche Mitglieder der Arbeiterverbrüderung für den Bund gewonnen. Auch wenn es sich hier oft nicht um politisch-ideologisch klare Köpfe handelte, so wurde doch der Einflußbereich des Bundes der Kommunisten nicht unerheb­lich vergrößert, denn in den Arbeitervereinen, die sich der Arbeiter­verbrüderung angeschlossen hatten, gab es viele revolutionär gesinnte Arbeiter.

Mitarbeit in anderen demokratischen Organisationen

Als im Februar 1850 in Leipzig ein von der Leitung der Arbeiterverbrüderung einberufener Kongreß zusammentrat, befand sich unter den Delegierten eine Reihe von Mitgliedern des Bundes der Kommunisten. Die Arbeiter waren aber nicht nur in den Arbeitervereinen organi­siert, sondern stellten mitunter einen großen Teil der Mitgliedschaft in anderen demokratischen Organisationen, vor allem in Turnvereinen. Auch hier gelang es Bundesmitgliedern, in einigen Fällen Einfluß zu gewinnen. So lag zum Beispiel in Bonn, Göttingen und Leipzig sogar die Leitung des Turnvereins faktisch in ihren Händen.

Revolution – erst „im Gefolge einer neuen Krise“

Im Sommer 1850 kamen Karl Marx und Friedrich Engels bei einer gründlichen Analyse der ökonomischen und politischen Verhältnisse zu der Erkenntnis, daß angesichts des inzwischen eingetretenen wirt­schaftlichen Aufschwungs in der nächsten Zeit „von einer wirklichen Revolution keine Rede sein“ konnte und daß eine neue Revolution erst „im Gefolge einer neuen Krisis“ möglich war. [16]

Die Revoluzzer-Fraktion

Eine solche nüchterne, auf die Methoden des historischen Materialismus gegründete Einschät­zung objektiver Tatsachen stieß bei einigen Mitgliedern der Zentral­behörde auf Unverständnis. Es bildete sich eine gegen Karl Marx und Friedrich Engels gerichtete Fraktion, die auf kleinbürgerliche Positio­nen abglitt. An ihrer Spitze standen August Willich, der ohnehin in starkem Maße kleinbürgerlichen Einflüssen zugänglich war, aber auch ein so alter Kommunist wie Karl Schapper, der später wieder auf den rechten Weg zurückfand. Diese Fraktion war der Meinung, daß eine Revolution unmittelbar bevorstehe und daß die Kommunisten in dieser Revolution sofort zur Macht gelangen würden.

Die Arbeiter erst „zur politischen Herrschaft zu befähigen“

In den Auseinandersetzungen machte Karl Marx klar, daß man sich bei der Festlegung der politischen Linie nicht von subjektiven Wün­schen leiten lassen darf, sondern von den objektiven Bedingungen aus­gehen muß. Auf einer Sitzung der Zentralbehörde am 15. September 1850 erklärte er: „An die Stelle der kritischen Anschauung setzt die Minorität eine dogmatische, an die Stelle der materialistischen eine idealistische. Statt der wirklichen Verhältnisse wird ihr der bloße Wille zum Triebrad der Revolution.“ [17] Die Fraktion verharrte jedoch bei ihrer scheinradikalen und putschistischen Auffassung und meinte, die Arbeiterklasse müsse sofort zur Herrschaft kommen, Karl Marx hielt ihr entgegen, daß das deutsche Proletariat noch viel zuwenig ent­wickelt sei. Es bedürfe, so betonte er, noch vieler Jahrzehnte des revo­lutionären Kampfes, um nicht nur die Verhältnisse zu ändern, sondern auch um die Arbeiter „selbst zu ändern und zur politischen Herrschaft zu befähigen“ [18].

Zentralbehörde schließt „die Ungeduldigen“ aus

Die Zentralbehörde beschloß angesichts des starken Einflusses, den die Fraktion in London ausübte, die Leitung des Bundes der Kommu­nisten nach Deutschland, und zwar nach Köln, zu verlegen. [19] Mit ihren scheinrevolutionären Phrasen fand die Fraktion bei den Bundesmit­gliedern im Ausland, die ungeduldig auf eine baldige Erhebung in Deutschland warteten, größeren Anhang. In Deutschland jedoch stand der Bund der Kommunisten fest zu Marx und Engels. Entsprechend den in London gefaßten Beschlüssen, wurde in Köln eine neue Zentralbehörde gebildet. [20] Zu den Kölner Bundesmitglie­dern, die der neuen Zentralbehörde angehörten oder sonst eine füh­rende Rolle spielten, gehörten Dr. Hermann Becker, Heinrich Bürgers, Dr. Roland Daniels, Ferdinand Freiligrath, Karl Otto und Peter Ger­hard Röser. Die Zentralbehörde schloß die Willich-Schapper-Gruppe aus dem Bund aus und teilte dies in einer Ansprache im Dezember 1850 allen Gemeinden des Bundes mit.

Zentralbehörde: eine rege politisch-organisatorische Arbeit

Sie entfaltete unter der An­leitung von Karl Marx und Friedrich Engels eine rege Tätigkeit. Die Zentralbehörde entsandte Emissäre, darunter Friedrich Leßner, Peter Nothjung und Joseph Weydemeyer zu den Kreisen und Gemeinden, um die abgerissenen Verbindungen wiederherzustellen und die Orga­nisation politisch und ideologisch zu festigen. Es wurden neue Statuten angenommen. Man bereitete die Herausgabe einer Zeitschrift vor und organisierte die Verbreitung des „Manifestes der Kommunistischen Partei“ und anderer revolutionärer Schriften und ebenso die Vertei­lung von Flugblättern. Es gelang sogar, im Frühjahr 1851 das erste Heft einer Sammlung von Marx‘ Arbeiten herauszubringen. Zu Anfang des Jahres 1851 war bereits ein merkbarer Aufschwung in der politi­schen Aktivität des Bundes festzustellen.

Der Verfolgungsfeldzug gegen die Arbeiterbewegung

Der Kampf, den die Arbeiter und vor allem die Mitglieder des Bundes der Kommunisten gegen die herrschende Reaktion führten, ließ die Regierungen erkennen, daß sie es hier mit dem festen Kern der demokratischen Bewegung zu tun hatten. Sie begannen einen förm­lichen Verfolgungsfeldzug gegen die Arbeiterbewegung, der schließ­lich, 1852, seinen Höhepunkt im Kölner Kommunistenprozeß fand.

Im Laufe des Jahres 1850 wurden die meisten der noch bestehenden Arbeitervereine durch Verordnungen und durch rücksichtslose Polizei­maßnahmen unterdrückt. Vor allem die Bestrebungen der Arbeiter, sich über die lokalen Vereine hinaus in größerem Maßstab zusammen­zuschließen, erweckten die Furcht der Machthaber. Die preußische Re­gierung erließ eine Verordnung, durch die es den Vereinen verboten wurde, „mit anderen Vereinen gleicher Art zu gemeinsamen Zwecken in Verbindung“ [21] zu treten. In Sachsen wurde die Arbeiterverbrüde­rung verboten. Schließlich unterdrückten die Regierungen auch fast alle Unterstützungsvereine, die von Arbeitern aufgebaut worden waren. In Berlin wurde zum Beispiel 1853 der sogenannte Gesundheitspflege­verein verboten, eine von den Arbeitern selbst getragene Organisation zur Versorgung der Kranken, die mehrere tausend Mitglieder zählte.

Verordnungen, Erlasse und der Ausbau der Geheimpolizei

Die reaktionären Regierungen begnügten sich bei ihren Unterdrük­kungsmaßnahmen nicht mit Verordnungen und Erlassen. Besonders in Preußen wurde die Geheimpolizei stark ausgebaut. Überall wurden Spitzel und Agenten angeworben, die sich durchweg aus den übelsten, oft sogar offenkundig kriminellen Elementen rekrutierten.

Als im Auftrage der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten der Schneider Peter Nothjung Norddeutschland bereiste und im Mai 1851 von Berlin aus Leipzig aufsuchte, wurde er bei einer Ausweis­kontrolle verhaftet. Dabei fielen der Polizei einige wichtige Doku­mente in die Hände. Eine Haussuchungs- und Verhaftungswelle von bislang unbekanntem Ausmaß ging durch ganz Deutschland, Jeder, auf den nur entfernt der Verdacht fiel, mit den Kommunisten in Ver­bindung zu stehen, wurde verhaftet oder mußte Haussuchungen oder endlose Verhöre über sich ergehen lassen. Am folgenreichsten war jedoch, daß sich unter den Verhafteten fast die ganze Kölner Zentral­behörde befand.

Staatsanwaltschaft findet keine Gründe für eine Anklage

Die Staatsanwaltschaft mußte allerdings bald fest­stellen, daß sich auf dem beschlagnahmten Material keine begründete Anklage aufbauen ließ. Daraufhin setzte die preußische Regierung ihre Geheimpolizei in Bewegung. Lockspitzelei, Diebstahl von Doku­menten im Ausland; Fälschungen, Meineide – nichts gab es, was nicht aufgeboten wurde, um belastendes Material gegen die Angeklagten zu fabrizieren, die weiter in Haft bleiben mußten. Zu den Kölner Ange­klagten, zumeist leitende Bundesmitglieder, gehörten unter anderen der Herausgeber Dr. Hermann Becker, der Journalist Heinrich Bür­gers, der Arzt Dr. Roland Daniels, der Arzt Dr. Abraham Jacobi, der Schneider Friedrich Leßner, der Schneider Peter Nothjung, der Che­miker Karl Otto und der Zigarrenmacher Peter Gerhard Röser.

…plötzlich taucht ein gefälschtes „Protokollbuch“ auf

Als schließlich im Herbst 1852 der Prozeß stattfand, wurde ein von der Geheimpolizei gefälschtes „Protokollbuch“‘ über interne Beratun­gen der „Partei Marx“ vorgelegt. Karl Marx, der in London rastlos tätig war, um alle Polizeiintrigen zu entlarven, wies sofort nach, daß in dem ganzen „Beweisstüch“ nicht ein wahres Wort stand. Trotzdem erreichte die Regierung, daß sich in dem Gerichtshof eine knappe Mehrheit bereit fand, sieben der elf Angeklagten zu Festungsstrafen bis zu sechs Jahren zu verurteilen. [22]

Der gescheiterte „Kölner Kommunistenprozeß“

Sofort nach dem Prozeß schrieb Karl Marx seine „Enthüllungen über den Kommunisten-Prozeß zu Köln“, In diesem Werk deckte er die politischen Hintergründe des Prozesses auf und stellte die preu­ßische Polizeiwirtschaft in ihrer ganzen Niedertracht bloß. Es war eine Anklageschrift gegen das herrschende System in Preußen und seine Handlanger.

Der Kölner Kommunistenprozeß von 1852 war der erste großan­gelegte Versuch der Reaktion, die Klassenbewegung der Arbeiter da­durch aufzuhalten, daß man sie ihrer revolutionären Partei beraubte.


Schon für diesen ersten Versuch war kennzeichnend, daß die herrschen­den Klassen vor keinem Mittel der Unterdrückung zurückschreckten. Auch zeigte sich hier bereits, daß die Reaktion mit ihrem antikommu­nistischen Feldzug nicht bloß die Kommunisten treffen wollte, sondern überhaupt jede Bewegung für den gesellschaftlichen Fortschritt. Es dauerte nicht mehr lange, bis jede fortschrittliche Stimme in Deutsch­Jand erstickt war.

Die gesetzmäßige Entwicklung ist nicht aufzuhalten

Eine weltbewegende, von der modernen Gesellschaft hervorge­brachte Kraft wie die Arbeiterbewegung konnte durch Verfolgung und Unterdrückung gehemmt und sogar vorübergehend zurückgeworfen werden, sie war jedoch in ihrer gesetzmäßigen Entwicklung durch nichts aufzuhalten. Zwar war die Arbeiterklasse noch nicht genügend entwickelt, ihre Bewegung nicht breit genug, um der Partei den not­wendigen Rückhalt zu bieten, die von den Regierungen veranstaltete Hetzjagd zu überstehen. Aber es vergingen keine zehn Jahre, da be­gann die Arbeiterklasse von neuem, und nun schon mit größerer Macht, ihre Glieder zu regen.

Eine neue organisatorische Form – die Kommunistische Partei

Unmittelbar nach dem Prozeß zog Karl Marx die Schlußfolgerung aus einer faktisch schon eingetretenen Sachlage. Auf seinen Antrag löste sich die Bundesorganisation in London auf und erklärte – wie Marx an Engels berichtete – „die Fortdauer des Bundes auch auf dem Kontinent für nicht mehr zeitgemäß“ [23]. Beim Wiederaufleben der Arbeiterbewegung und der Herausbildung einer Massenpartei zeigte es sich dann auch, daß eine solche Partei nun neuer organisatorischer Formen bedurfte.

Die wissenschaftlich begründete Strategie und Taktik

Das letzte Kapitel der ruhmreichen Geschichte des Bundes der Kommunisten, der ersten Partei der deutschen und internationalen Arbeiterklasse, war abgeschlossen. Im Bund der Kommunisten hatte sich zum ersten Male der wissenschaftliche Kommunismus mit einer kleinen, aber fortgeschrittenen Organisation der Arbeiterklasse ver­schmolzen. Diese revolutionäre Vorhut hatte unter der Führung von Karl Marx und Friedrich Engels ihre große Prüfung im Feuer der Re­volution mit Ehren bestanden. Sie hatte im offenen revolutionären Kampf und ebenso bei der illegalen Arbeit keine Schwierigkeiten und Opfer gescheut. Im Bund der Kommunisten wurden zum erstenmal wichtige Prinzipien der von Karl Marx und Friedrich Engels begrün­deten Lehre von der Partei des Proletariats verwirklicht und erprobt. Er befolgte eine wissenschaftlich begründete Strategie und Taktik und beruhte auf revolutionären Organisationsprinzipien. Der Bund der Kommunisten war das erste historische Beispiel einer revolutionären Partei der Arbeiterklasse. Seine Grundsätze und Erfahrungen waren für die ganze weitere Geschichte der Arbeiterbewegung von großer Bedeutung.


Die historische Bedeutung des Bundes der Kommunisten

Manche Geschichtsschreiber der Geschichte der Arbeiterbewegung suchen die historische Bedeutung des von Karl Marx und Friedrich Engels gegründeten Bundes der Kommunisten zu leugnen. Sie geben vor, der Bund habe keine Spuren hinterlassen. In Deutschland sei erst durch Ferdinand Lassalle die eigentliche Arbeiterpartei geschaffen worden. In Wirklichkeit war es der vom Bund der Kommunisten ge­legte Samen, der dann zu Anfang der sechziger Jahre aufging. Deutlich lassen sich die Verbindungslinien verfolgen, die durch die Nacht der schwärzesten Reaktion vom Bund der Kommunisten zur späteren Ar­beiterbewegung hinüberführen. Auch nachdem der Bund seine Tätig­keit eingestellt hatte, wirkten viele seiner Mitglieder in Deutschland und im Ausland nach besten Kräften für die Sache fort, der sie sich verschworen hatten. Als der neue Aufschwung einsetzte, da waren auch sie wieder auf dem Plan. Der Bund der Kommunisten erwies sich als aus­gezeichnete Schmiede revolutionärer Kader. Neben Karl Marx und Friedrich Engels standen Mitglieder des Bundes der Kommunisten wie Johann Georg Eccarius, Friedrich Leßner, Wilhelm Liebknecht, Georg Lochner, Karl Pfänder, Joseph Weydemeyer noch lange Zeit an hervor­ragender Stelle in der deutschen und internationalen Arbeiterbewe­gung, vor allem auch in der L Internationale.

[1] Friedrich Engels: Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten. In: Karl Marx/ Friedrich Engels: Werke, Bd.21, Berlin 1962, S.220.
[2] W. I. Lenin: Gegen den Boykott. (Aus den Notizen eines sozialdemokratischen Publizisten.) In: Werke, Bd.13, Berlin 1963, S.24.
[3] Karl Marx: Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850. In: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Bd.7, Berlin 1964, S.31.
[4] Ebenda, S.33.
[5] Ebenda.
[6] Ebenda, S.89/90.
[7] Marx an Joseph Weydemeyer, 5. März 1852. In: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Bd.28, Berlin 1963, S.507/508.
[8] Marx an Ludwig Kugelmann, 12. April 1871. In: Karl Marx: Briefe an Kugelmann, Berlin 1952, S.124.
[9] Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. In: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Bd.8, Berlin 1960, S.202.
[10] Ebenda, S.204.
[11] Marx an Engels, 16. April 1856. Io: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Bd.29, Berlin 1963, S.47.
[12] Karl Marx/Friedrich Engels: Ansprache der Zentralbehörde an den Bund vom März 1850. In: Marx/Engels: Werke, Bd.7, S.244.
[13] Ebenda, S.245.
[14] Ebenda, S.248/249.
[15] Ebenda, S.249.
[16] Karl Marx/Friedrich Engels: Revue. Mai bis Oktober [1850]. In: Ebenda, S.440.
[17] Karl Marx: Enthüllungen über den Kommunisten-Prozeß zu Köln. In: Marx/Engcls: Werke, Bd.8, S.412.
[18] Ebenda.
[19] Dokument Nr.45.
[20] Dokument Nr.46.
[21] Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung ge­fährdenden Mißbrauchs des Versammlungs- und Vereinigungsrechtes vom 11. März 1850. ln: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 1850, Berlin o.J., S.279.
[22] Dokument Nr.47.
[23] Marx an Engels, 19. November 1852, In: Marx/Engels: Werke, Bd.28, S.195.

Quelle: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (1849-1871). Kapitel II, S.9-21. (Zwischenüberschriften eingefügt. – N.G.)

pdfimage  Der Bund der Kommunisten

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17 Antworten zu Der Bund der Kommunisten

  1. traurig —
    ich habe das „zu spät *erkannt*
    Ich habe den Kommunismus NIE gehaßt !!!
    Bis mich N.G: aka *sascha313* über die
    marxistisch-leninistsche Philosophie
    AUFKLÄRTE !!!

  2. Erfurt schreibt:

    Dem Bündnis mit den Bauern kommt eine besondere Bedeutung zu weil

    1. Bauern Besitzer von Produktionsmitteln sind,
    2. Nahrungsmittel produzieren.

    In der DDR wurden bezüglich (1) nur die Junker gemäß der Alliiertenbeschlüsse von Potsdam enteignet. Alle anderen Bauern durften ihre Ländereien behalten unter der Bedingung diese als Genossenschaftsanteile in die LPGn einzubringen und damit die Nutzungsrechte an diese abzutreten. Nur dadurch war es möglich, der volkswirtschaftlichen Rolle, der Befriedigung von Bedürfnissen und der Versorgung mit Nahrungsmitteln gerecht zu werden. Andernseits wäre eine Planwirtschaft nicht möglich gewesen.

    So wurd’s in der DDR gemacht (aus meinen Erinnerungen). Landwirte heute haben nicht die Versorgung zum Ziel sondern Profite.

    • sascha313 schreibt:

      …stimmt. Und heute ist deutlich zu sehen, daß landwirtschaftliche Betriebe immer unrentabler werden, daß immer mehr Lebensmittel importiert werden, ja daß sogar kleine landwirtschaftliche Betriebe mit administrativen Mitteln zum Aufgaben gezwungen werden. Das führt zu einer schlechteren Qualität und unkontrollierbaren Einflüssen durch vertrahlte, präparierte und zu mit Giftstoffen kontaminierten Lebensmitteln. Und für Spargel und Erdbeeren holt man sich Billigkräfte aus Rumänien oder Polen.

      • Erfurt schreibt:

        Ja, man muss sich das mal durch den Kopf gehen lassen: Bauern kämpfen um ihr Überleben, grüne Kreuze auf den Äckern. Und damit deren Produkte bezahlbar bleiben dürfen Erntehelfer nur einen geringen Lohn bekommen. Bzw. WIR sollten bereit sein, mehr für Landwirtschaftliche Produkte auszugeben uswusf. Zur gleichen Zeit diskutiert der Bundestag über Schmerzen beim Kastrieren von Schweinen und ob man Hähnchen weiter schreddern sollte nur weil sie das Schicksal ereilt hatte nie im Leben Eier legen zu können. Warum wurden sie denn erst produziert? Wäre doch die Frage! Und wieviel €€ WIR für ein Schnitzel bezahlen interessiert die Börsenmakler nicht im Geringsten! Und einen Bauern der mit einem 500000-EURO-Traktor tonnenweise Glyphosat verspritzt auch nicht. Der fährt sein Getreide an die Rampe, das Geschäft hat er schon bei der Aussaat gemacht. So läuft das. Alltag im Westen.

        Schönes Wochenende.

      • sascha313 schreibt:

        Ja, das ist ein, schon bald ins Extreme angewachsenes Fiasko. Mit gesunder Ernährung hat das oft nicht mehr viel zu tun. Die DDR-Äpfel sahen vielleicht nicht immer besonders schön aus, aber sie waren nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund – wenig gespritzt und sorgsam gärtnerisch aufgezogen. Aber heute? Supertolle Äpfel, einzeln verpackt, harte Schale, keine Flecken, werden nichtmal mehr braun beim Aufschneiden. Was soll da noch drin sein?

  3. dersaisonkoch schreibt:

    Siehe Saisonarbeiter:-))

  4. dersaisonkoch schreibt:

    Hat dies auf Der Saisonkoch rebloggt und kommentierte:
    Heute reden wir mal von Saisonarbeitern.

  5. Rolf schreibt:

    … Stimmt!
    Das muss man den Ost- wie West-Bauern auch immer unter ihre Nase reiben!
    Den „Junkern (gemäß der Alliiertenbeschlüsse von Potsdam)“ natürlich auch.

    Rolf

    • Erfurt schreibt:

      Ja Rolf, man muss denen heute auf den Kopf zusagen daß sie NICHT die Versorgung zum Ziel haben. Und genau das trifft die, weil man die damit an der Ehre packt!

      Wie stolz doch die Jugendlichen in der DDR waren wenn sie mit 16 einen Mähdrescher fahren durften! Vom Volk fürs Volk, DAS! hat sich gerechnet!

      Schönes Wochenende.

  6. Harry56 schreibt:

    Erfurt schreibt:
    3. Juli 2021 um 10:43

    „Wie stolz doch die Jugendlichen in der DDR waren“… na klar 1989/90 „Westgeld“, „Westautos“ etc…, „Rübermachen“… Schmore mal schön weiter in deiner wohl rein altersbedingsten (vielleicht schon senilen?) Schwärmerei für längst vergangene Zeiten. Opas hatten schon in der Antike diese Rechte! 🙂

    Vielleicht nochmals aufrüttende Grüße an dich und ähnlichen Mumien hier! 🙂

    • Erfurt schreibt:

      Ähm ja, im Prinzip ist ja jeder stolz auf seine Arbeit. Insbesondere wenn damit erzeugte gesellschaftliche Erträge sichtbar werden. Und auch dann, wenn das weiter zurückliegt 😉

  7. Harry56 schreibt:

    Na ja, wie es gewesen sein mag,…, vielleicht trifft das auf die 1950er und 1960er Jahre zu, aber in den 80ern?
    Wir müssen bei allen Dikussionen, Gesprächen zum Thema DDR gut achtgeben, nicht als Nostalgiker, nur noch rückwärtsgewande Fossilien zu erscheinen.

    In diesen Sinne beste soz. Grüße! 🙂

    • sascha313 schreibt:

      So ist es, Harry! Doch bei aller Zurückhaltung müssen wir der längst überdrüssigen DDR-feindlichen Verleumdungskampagne (auch nach über 30 Jahren noch!) ein buntes und positives DDR-Bild entgegen-setzen. Nutzlose Fehlerdiskussionen sind da nicht angebracht! Wer sonst kann das tun, wenn nicht wir!
      Apropos „stolz“: Wer nichts hat, worauf er stolz sein kann in seinem Leben, der ist wirklich zu bedauern. Ich bin heute mehr denn je stolz darauf, in der DDR gelebt und gearbeitet zu haben. Und was haben wir doch alles geleistet! Wir waren ein Kollektiv, waren glücklich, hatten Erfolge – nichts war umsonst!

    • Erfurt schreibt:

      Nun Harry, wenn ich ein Ziel für die Kinder der Zukunft formulieren müsste, ich würde mir für deren Kindheit, Jugend und späteres Leben genau DAS! wünschen was mir die DDR ermöglicht hat. Ziele klar definieren, das hat mit Nostalgie nichts zu tun. Und noch etwas gehört zu meinen jüngsten Erfahrungen: Festhalten ist besser als Loslassen. Fossile sind etwas Totes, WIR hingegen sind auch für unser Alter noch sehr lebendig und damit meine ich, daß WIR nicht die Opas sind die vom Krieg erzählen, sondern Fachleute sind mit fundiertem Wissen und Erfahrungen.

      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Sehr interessant fand ich da z.B. auch die Gedanken der von den spanischen Franco-Faschisten zum Tode verurteilten Guerilleros über verlorene Freunde; und dann dies:

        „Ein solches Leben aber löscht der Tod nicht aus, weil im Kampfe um die Freiheit keiner allein steht und jedes Opfer weiterlebt und seine Erfüllung findet in den Mitkämpfern!“

  8. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    „Kapitalismus – das ist Lohnsklaverei, Ausbeutung und Unterdrückung der riesigen Mehrheit durch eine winzige Minderheit. Solange es den Kapitalismus gibt, wird es keine Freiheit geben. Der Staat bestimmt, was Recht und Gesetz ist, und er bestimmt auch, was mit unserem Geld geschieht. Denn der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse. Und die herrschende Klasse – sind die Kapitalisten. Es ist eben nicht das Volk, der angebliche „Souverän“, und auch nicht das Parlament, und erst recht nicht der Wähler.“

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