Antikommunistische Hetze auf RT Deutsch

rtNun könnte man sagen: Wir haben es ja schon immer gewußt: RT ist ein antikommunistischer Hetzsender, ein Sprachrohr der russischen Globalisten und Fälscher der sowjetischen Geschichte! Immerhin beziehen sich die Meinungsmacher von RT bei ihren Veröffentlichungen auf ein „breites Meinungsspektrum“, was wohl ihre Weltoffenheit bezeugen soll, und sie erklären: „Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.“ Ach, nein? Da ist man ja fein raus! Da kann man locker unwahre Behauptungen und dreiste Lügen verbreiten und sich dabei auch noch auf die „Meinungsfreiheit“ berufen. In der DDR war nach Paragraph 92 (1) StGB faschistische Hetze verboten und wurde mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis zehn Jahren bestraft. Doch worum geht es? Wieder einmal geht es um die Sowjetunion, genauer gesagt: um Stalin. Was sind das eigentlich für Geschichtsfälschungen? Lügen müssen selbstverständlich entlarvt werden. Das aber unterläßt der Sender…

Schon seit langem schwelt der (angebliche) „Historiker-Streit“ um die Bewertung des Großen Vaterländischen Krieges, und erst recht um die Rolle Stalins in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg bis zu seiner Ermordung im Jahre 1953. Daß es sich bei den Fälschern nicht in jedem Falle um Historiker handelt, sei dahingestellt. Nun hat RT mit seinem Hetzartikel wieder einmal Öl aufs Feuer gegossen. Ein türkischer „Historiker“, dessen Namen bisher noch niemand kannte, meldet sich zu Wort und erklärt in reißerischer Manier: „Wer Stalin immer noch zuschreiben will, daß er den Krieg gewonnen hat, verewigt seine Lüge.“ – Niemand hat behauptet, daß Stalin „den Krieg gewonnen hat“. Logisch, daß sich aus einer solchen falschen Prämisse nicht die Wahrheit ableiten läßt. Doch was war der Anlaß für eine solche Schmiererei? Um dieser Frage nachzugehen, bedarf es tieferer Kenntnisse der historischen Zusammenhänge.

Dr. Asatar Bair sagt die Wahrheit…

Asatair BairIn einem Kommentar auf Twitter schrieb Dr. Asatar Bair, ein Professor für Ökonomie und Statistik am Riverside College in San Francisco:

„Die Leute sagen, ich idolisiere Stalin. Das ist nicht wahr, ich vertrete eine faire und ausgewogene Ansicht. Der Mann war weder ein Erlöser noch ein Heiliger, sondern ein sehr erfolgreicher Revolutionär und leistete einen bedeutenden Beitrag zur marxistischen Theorie.  Und man sagt, er sei ein guter Zuhörer und Mitdenker in Diskussionen gewesen.“

Was hier Prof. Bair sagt, ist absolut nicht zu beanstanden. Nach allem, was wir über die Sowjetunion wissen, trifft seine Aussage 100%ig zu. Doch allein dieser Kommentar löste in dem tiefschwarzen Sumpf der Antikommunisten in den USA eine Art „Shitstorm“ aus, verteilt über alle möglichen Gazetten, so wie bei einem läufigen Kater der Urin. Kübel voller Gülle ergossen sich über den unbotmäßigen Ökonomie-Professor, der es gewagt hatte, über Stalin einige positive Tatsachen zu berichten, denen man außer Verleumdungen nun wahrlich nichts entgegenzusetzen hat.

Im Land der Idioten

Für die dummen und dumm gebliebenen US-Amerikaner ist der Name Stalin immer noch ein Schreckgespenst, so als erschiene in den geweihten Hallen einer Kirche der dreigeschwänzte Teufel höchstpersönlich. In fetten Schlagzeilen war schon  2017 irgendsoein Jonathan Turley, ein – wie er sich selber nennt – „landesweit anerkannter Rechtsgelehrter“, über Stalin hergefallen, um ihn öffentlich „zur Sau“ zu machen. Und ein Californisches Wurstblatt stimmt in den Chorus der Stalinhasser ein. Ja – es gehört schon viel Mut dazu, in einem bildungsmäßig so rückständigen Land wie den USA die Wahrheit zu sagen. Nun dauerte es nicht lange, da meldete sich der „landesweit anerkannte Rechtsgelehrte“ mit einem haßerfüllten Kommentar erneut zu Wort. Und schon am nächsten Tag greift RT beflissen diese Lügen auf, um nun auch die deutschen Leser damit zu infiltrieren:

„Er [der geschmähte Professor Dr. Asatar Bair – N.G.] hat versucht, Argumente für die – nach seinen Worten – Erfolge Stalins als Staatsführer zu liefern, insbesondere im Hinblick auf den sowjetisch-deutschen Krieg von 1941 bis 1945. Hier nun, weshalb das völlig falsch ist. So falsch wie verkehrt. Und warum dies auf einer Fehleinschätzung basiert, mit einer langen, dunklen Geschichte, die endlich enden muß.“

Die Sowjetunion unter Stalin

Was war da eigentlich „so falsch wie verkehrt“? Weil Stalin ein guter Zuhörer war oder weil er Mitdenker in Diskussionen war? Nein, weit gefehlt! Mit Entschlossenheit und unerschütterlicher Klarheit setzte Stalin den Leninschen Kurs des sozialistischen Aufbaus fort und – geliebt vom Volk und verehrt von den einfachen Menschen – wurde Stalin zum leuchtenden Vorbild und Vordenker beim Aufbau des Sozialismus in der jungen Sowjetunion. Mit einfachen, ungekünstelten Worten fand Stalin den Zugang zu den Herzen der Menschen. Und sie wußten, daß es nicht die Zarenherrschaft sein kann, nicht die Macht der Kulaken und nicht der Terror der weißgardistischen Banden, sondern einzig und allein die Macht des Proletariats im Bündnis mit den Bauern, die sie aus Not und Unterdrückung in eine lichte Zukunft führen würde. Davon zeugten die Ergebnisse:

Planwirtschaft

Quelle: Klaus Hesse

Der Aufbau des Sozialismus in der UdSSR

Sogar Dürreperioden, die 1932/33 allein in den USA zu großen Hungersnöten und Millionen Toten geführt hatten, überwandten die Menschen in der Sowjetunion mit grenzenloser Zuversicht und in kollektiver Einmütigkeit. Das Analphabetentum war längst überwunden und die Jugend bevölkerte die Universitäten. Das war die Sowjetmacht! So wurde nicht nur die Umzingelung des aufstrebenden sozialistischen Landes durch die USA, Deutschland, Großbritannien und andere imperialistische Staaten überwunden, sondern auch die Inventionskriege der Achsenmächte und der Terror der Konterrevolution im Lande siegreich beendet. Heroische Leistungen vollbrachten die Arbeiter und Bauern dieses freien Landes zu Ehren der Sowjetmacht und zu ihrem eigenen Nutzen. Und Schande über all jene, die den sozialistischen Aufbau zu sabotieren versuchten – sie durften ihre Untaten durch gemeinnützige Arbeit wieder gutmachen. Arbeit formt den Menschen. Ein Glück, daß es auch dafür Arbeitsmöglichkeiten gab!

Siehe auch: „Wirtschaftswunder“: Der erste Fünfjahrplan der Sowjetunion (1928-1933)

Der Neid und der Haß der USA-Imperialisten

Die US-amerikanischen Imperialisten schäumten vor Wut, denn binnen weniger Jahre hatte die Sowjetunion unter der Führung der Kommunistischen Paretei, an dessen Spitze Stalin stand, etwas was erreicht, woran die Imperialisten in ihren kühnsten Träumen nicht zu denken wagten. Aus einem Land des hölzernen Hakenpflugs, mit dem die russischen Bauern einst den Boden aufkratzten, war ein leistungsfähiges sozialistisches Industrieland geworden. Mit stählernen Traktoren wurden riesige Ackerflächen bearbeitet, aus Grusinien kamen die Südfrüchte und Forscher wie Mitschurin züchteten im kalten Norden wertvolles Obst. Landwirtschaftliche Kolchosen versorgten die Menschen im gesamten Land – von Minsk bis Wladiwostok und von Sewastopol bis Mumansk – mit Nahrungsmitteln. Neue Wohnsiedlungen entstanden, Hunderte leistungsfähiger Industriebetriebe und landwirtschaftliche Genossenschaften wuchsen aus dem Boden. Und so stand die Sowjetunion im Vergleich zu den USA und anderen kapitalistischen Staaten da:

Tabelle Stalin 12-211

Quelle: Stalin, Rechenschaftsbericht an den XVI. Parteitag. Werke Bd. 12, S. 211

Eine antikommunistische Dreckschleuder

Das Geschrei war noch nicht verklungen, da sekundierte diesen Dummköpfen jener bisher gänzlich unbekannte türkische Speichellecker – er heißt übrigens Tarik Cyril Amar – auf RT in seiner englischsprachigen Ausgabe mit folgender Äußerung:

„Stalin’s mistakes before and during the war against Nazi Germany were terrible and too numerous to be fully spelled out.“

Bereits 4 Tage später erschien derselbe Artikel bei RT dann auch auf Deutsch. Darin heißt es:

„Stalins Fehler vor und während des Krieges gegen Nazi-Deutschland waren schrecklich und zu zahlreich, um sie vollständig aus der Geschichtsschreibung zu tilgen.“]

Nun wollen wir einmal sehen, was dieser halbgewalkte türkische „Historiker“ schreibt. Welche Begriffe verwendet dieser Geschichtsfälscher, um die Sowjetunion in den Dreck zu ziehen?

  • Er verleumdet die Sowjetunion als „ethnisch gesäubertest Sklavenimperium“.
  • Er lügt: „der Beitrag der einzelnen Bürger, die in den Fabriken und an der Front litten, wurde stark heruntergespielt, an ungeheurlichsten durch das massive Kleinrechnen der Zahl der sowjetischen Opfer“.
  • Er lügt auch hier: „Die Bürger sahen sich einer Staatsführung gegenüber, die zu einer schrecklichen Enttäuschung geworden war“.
  • Und er lügt weiterhin: „Anstatt die Toten … wirklich zu ehren, forderte man die Überlebenden auf, Stalins weise Strategien zu lobpreisen“.

Und welche Lügen verbreitet er über Stalin?

  • „Bei allem Gerede über ,Stalins Erfolge‘, war es die Sowjetunion, die Nazi-Deutschland bezwungen hat, nicht wegen Stalins hartem Führungsstil – sondern trotzdem.“ – Dieser junge Mann, der sich „Historiker“ nennt und nie einen Krieg miterlebt hat, weiß nichts von der Härte eines Krieges und erst recht nichts von der Grausamkeit der Faschisten.
  • „Stalins Beitrag (oder Nichtbeitrag) zum Sieg über den Faschismus“ – Schon diese Wortwahl zeigt, daß  dieser türkische „Historiker“ nicht die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion kennt, geschweige denn studiert hat.
  • „…war es Hollywood, das einige der unaufrichtigsten prostalinistischen Propagandafilme aller Zeiten drehte“ im Gegenteil: es war die aufrichtigste Verehrung und Bewunderung aller Menschen der Welt gegenüber den heldenhaften Völkern der Sowjetunion und gegenüber der klugen und weitsichtigen Führung Stalins vor und während des Krieges. Es ist auch bekannt, daß die USA schon seit langem versuchen, den Sieg der Sowjetunion kleinzureden, um den sogenannte D-day als den eigentlichen Wendepunkt des Krieges zu bezeichnen. Nachdem die westlichen Alliierten die Eröffnung der zweiten Front über drei Jahre hinausgezgögert hatten, um die Sowjetunion zu schwächen, griffen sie erst Ende 1944 in den Krieg ein, und sie nutzen die harten Kämpfe der Roten Armee gegen die Nazis, um sich ungerechtfertigte Vorteile zu verschaffen und  weit über die vereinbarten Zonengrenzen bis nach Torgau und ins Vogtland vorzustoßen. Das Ziel war es, die Industriegebiete im Osten Hitlerdeutschlands zu besetzen und auszuplündern, bevor die Rote Armee vorrücken konnte.
  • „…tat der kommunistische Staatsführer, was er konnte – und das war viel – , um der einfachen Bevölkerung der Sowjetunion eine persönliche Teilhabe am Sieg zu stehlen.“Es ist unzweideutig zu verstehen, was der Autor mit einer „persönlichen Teilhabe am Sieg“ meint. Die USA haben es vorgemacht, indem sie als „Sieger“ Güterzüge voller Industrieausrüstungen in Richtung Westen transportierten und ihren Soldaten die Ausplünderung der ohnehin von den anglo-amerikanischen Bombern zuvor verwüsteten mitteldeutschen Städte erlaubten. Während die USA nur unerhebliche Verluste erlitten, sorgte die Partei- und Staatsführung der Sowjetunion dafür, daß die Bevölkerung in den besetzten Gebieten und in Berlin nicht verhungerte. Außerdem leistete die Sowjetunion nach dem Ende des Krieges, trotz hoher eigener Verluste, der sowjetischen Besatzungszone uneigennützige Hilfe. Im Westen Deutschlands „lösten“ die USA und die westlichen Besatzungsmächte dieses Problem durch Kapitalexport, durch Wiedererrichtung des deutschen Imperialismus, Militarisierung des Westzonen und durch Rehabilitierung faschistischer Offiziere, Beamter, Richter und anderer Mitglieder der Nazipartei.
  • „Stalin wurde als militärisches Genie entthront“. – Das ist völliger Unsinn! Wie in allen sozialistischen Kollektiven war es üblich, militärische Entscheidungen gemeinsam zu beraten. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung in militärischen und politischen Fragen war Stalin bestens geeignet, als Oberster Befehlshaber die Strategie der sowjetischen Verteidigung und der siegreichen Befreiung Europas vom Faschismus zu leiten. In keinem Orchester kann es zwei Dirigenten geben! Dieser türkische „Historiker“ hat nicht begriffen, daß es ohne die kluge Führung Stalins und den selbstlosen Einsatz der sowjetischen Menschen an der Front, im Hinterland und bei den Partisaneneinheiten während des Großen Vaterländischen Krieges nicht möglich gewesen wäre, einen derart überlegenen und brutalen Feind, wie das faschistische Deutschland nicht nur aufzuhalten, sondern schließlich sogar vernichtend zu schlagen. Es war der Sieg einer üpberlegenen Gesellschaftsordnung über den Imperialismus. Keineswegs wurde der Sieg Sowjetunion „der Niederlage aus dem Rachen entrissen“.
  • „Stalins Fehler vor und während des Krieges gegen Nazi-Deutschland waren schrecklich und zu zahlreich, um sie vollständig aus der Geschichtsschreibung zu tilgen.“

Und der Antikommunist Amar nennt folgende „Fehler“ Stalins:

  1. „Stalin dezimierte das sowjetische Offizierskorps.“Eine Lüge. Wohl aber wurden in der Sowjetunion feindliche gesinnte Kräfte aus der Armee entfernt und verurteilt: Zum Beispiel der Verräter Blücher und der Reichswehragent Tuchatschewski.
  2. „Er mischte sich in militärische Fragen ein, die er nicht verstand, etwa, wie man Panzerverbände am besten einsetzt.“Unsinn! Stalin war kurz nach Beginn des faschistischen Überfalls zum Obersten Befehlshaber ernannt worden. Im Morgengrauen des 22. Juni 1941 hatten 190 Divisionen Hitlerdeutschlands und seiner Verbündeten mit 3.700 Panzern, 4.900 Flugzeugen sowie 50.000 Geschützen ohne Kriegserklärung die Sowjetunion überfallen. Der Zeitraum zwischen dem Abschluß des Nichtangriffsvertrages (Ende August 1939) und dem heimtückischen Überfall der Wehrmacht auf die UdSSR hatte einfach nicht ausgereicht, um den faschistischen Truppen wirksam zu widerstehen. Stalin wußte sehr wohl, wie man de Widerstand gegen die Faschisten und die Befreiung vom Faschismus zu organisieren hatte, und jeder einzelne Soldat, Offizier, General und Partisan handelte in gleicher Weise mutig und verantwortungsbewußt.
  3. „In der internationalen Poilitik interpretierte er den spanischen Bürgerkrieg auf bizarre Weise als einen weiteren Ort, an dem der Schatten des Trotzkismus zu bekämpfen sei.“ – Auch das ist eine „unwahre Tatsachenbehauptung“ (eine LÜGE).Während des Bürgerkrieges in Spanien waren die Trotzkisten auf jede Weise bestebt, die Faschisten weißzuwaschen. Nach dem Sturz der republikanischen Regierung beteiligten sie sich aktiv an der Organisation des Militärputsches zum Sturz der Volksfrontregierung. Die kameradschaftliche Hilfe der Sowjetunion gegenüber den Republikanern erklärten sie für ein „imperialistisches Streben der Sowjets, sich auf der Pyrenäenhalbinsel zu behaupten“. Nach der Niederlage der Revolution schworen die spanischen Republikaner, sich an Trotzki zu rächen, den gerechterweise als Handlanger des Faschismus betrachteten. Einer von denen tötete dann auch Trotzki 1940 in Mexiko. (Siehe hier).
  4. „Darüberhinaus war er federführend in der wahnsinnigen Praxis innerhalb der Komintern, andere Sozialisten als ,Sozialfaschisten‘ zu beschimopfen und damit eine breite antifaschistische Koalitioion zu sabotieren.“Der sozialdemokratische Bürgermeister Rudolf Heublein hatte am 16. Juli 1933 erklärt: „Jeder der klar sieht, muß sich sagen, entweder das große Werk der Regierung [der Nazi-Regierung! – N.G.] gelingt, oder Deutschland ist endgültig verloren und versinkt im Bolschewismus. Ein Arbeiten gegen die heutige Staatsführung wäre ein Verbrechen am Volk und Vaterland. Dies zu erkennen und auszusprechen ist für mich als bisherigen Sozialdemokraten eine vielleicht bittere, aber notwendige Erkenntnis.“ – Damit leisteten die rechten sozialdemokratischen Führer eine direkte Unterstützung des Faschismus! Zurecht wurde das von der KPD als „Sozialfaschismus“ gegeißelt! (Siehe hier) Auch folgendes Zitat Ernst Thälmanns sagt darüber etwas aus. Genosse Thälmann begnügte sich nicht mit einer harten Kritik an den Schwächen Rosa Luxemburgs, sondern er zog zugleich Schlußfolgerungen für die Partei und stellte ihr die Aufgabe, die Überreste des Luxemburgismus in der Partei schonungslos zu bekämpfen, weil diese Überreste einer Entwicklung der Partei zur Partei neuen Typus hemmend im Wege standen.: „Heute, wo die Komintern besteht, wo in der Sowjetunion unter der proletarischen Diktatur der Sozialismus verwirklicht wird, würde jeder Versuch einer Erneuerung des Luxemburgismus und jeder Überrest des Luxemburgismus niemals eine Brücke zum Marxismus-Leninismus bilden können, sondern stets einen Übergang zum Sozialfaschismus, zur Ideologie der Bourgeoisie, wie wir es am besten bei den Brandleristen sehen.“ [Ernst Thälmann, „Der revolutionäre Ausweg und die KPD“, S.71]
  5. „In den ersten Tagen des Zusammenbruchs … hätte Stalin beinahe aufgegeben. Er zog sich auf eine seiner Datschen zurück. … Doch bat man ihn auf die Kommandobrücke zurückzukehren, was er auch tat.“ – Eine lächerliche Verunglimpfung Stalins! Zu keiner Zeit während des Beginn des faschistischen Überfalls hatte Stalin Moskau verlassen. Selbst dann nicht, als die Hitlerwehrmacht bis weit nahe an die Stadtgrenzen Moskaus vorgerückt waren. Zwecks rascher Mobilisierung aller Kräfte der Völker der UdSSR wurde auf Beschluß des Obersten Sowjets und des Rates der Volskommisare am 30. Juni das Staatliche Verteidigungskomitee gebildet, in dessen Hand sich die ganze Machtfülle des Staates konzentrierte. Zum Vorsitzenden wurde J. Stalin ernannt. Am 3. Juli 1941 richtete Stalin über den Rundfunk einen Aufruf an das Sowjetvolk, in dem er die harte Wahrheit der entstandenen militärischen Lage schilderte und alle Sowjetmenschen aufforderte, alle Kräfte für die Zerschmetterung der faschistischen Eindringlinge einzusetzen.
  6. „Danach mischte er sich jedoch weiterhin in militärische Entscheidungen ein und verursachte kostspielige Fehler.“ – Auch das ist dummes Zeug! Stalin hatte bereits aus den Interventionskämpfen und bei der Befreiung von Zarizyn 1918, in Perm, Petrograd und an der Südfront wesentliche militärische Erfahrungen gesammelt und Erfolge erzielt. Stalins Name ist untrennbar mit dem Aufbau der Roten Armee verbunden.
  7. „Stalin akzeptierte stillschweigend das Fachwissen seiner Generäle, die es besser wußten als er, solange sie politisch unterwürfig blieben“ Das ist nichts als dummer Kinderglaube von jemandem, der nichts von der Sache versteht. Auf solchen banalen Unsinn lohnt es sich nicht näher einzugehen!

Wer ausführlichere Antworten sucht, dem sei das Buch von Ludo Martens „Stalin anders betrachtet“,erschienen 1998 im Zambon Verlag, bestens empfohlen. Hier als Download:

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Zum Schluß

Offenbar hat das Schreiben eines solchen Hetzartikels auf RT das intellektuelle Niveau des Verfassers Tarik Cyril Amar bei weitem überfordert, denn außer ein paar dummdreister Sprüche und die einfältige Wiederholung altbekannter Lügen findet sich darin nichts Neues. Wir haben in den letzten Jahren Dutzende wissenschaftliche Beiträge verschiedener Historiker gelesen und veröffentlicht, wir kennen die sowjetische Memoirenliteratur, doch der Name eines „Wassili Grossmann“, den der Verfasser des Schmähartikel  als den (angeblich!) „größte(n) Schriftsteller des Krieges“ lobt, ist uns bisher noch nicht begegnet. Und wir werden auch den Dreck eines Solzhenizyn nicht lesen.

Was war nun das „Erfolgsgeheimnis“ Stalins? Es gibt keins. Stalin war ein sowjetischer Mensch, ein Kommunist, wie es Hunderttausende andere in der Sowjetunion gab. Es ist sicherlich einzusehen, daß ein solcher Führer nicht die Liebe seines ganzen Volkes auf sich gezogen hätte, wenn er nicht eine von Grund auf ehrliche und aufrichtige Persönlichkeit gewesen wäre. Der Haß auf Stalin kam aber stets von der anderen Seite – von den Feinden der Sowjetmacht, von den Antikommunisten, von der Bourgeoisie.  Und darüber muß man sich nicht wundern! Denn die Sowjetunion wäre eine fette Beute für die geldgierigen und profitgeilen Imperialisten der USA, Deutschlands, Großbritannien und Frankreichs gewesen. Doch zu deren Leidwesen kam es genau andersherum: Die Sowjetunion besiegte den Faschismus, und nicht die USA oder sonstwer. Und der genialen Führung Stalins war es zu verdanken, daß der faschistische Blitzkrieg bereits im Schnee vor Moskau endete.

(Und wer Lust hat, den ganzen ideologischen Dreck zu lesen, der auf RT verbreitet wird – hier ist der Link: https://de.rt.com/meinung/120107-wer-stalin-immer-noch-zuschreiben-will-dass-er-den-krieg-gewonnen-hat-verewigt-seine-luege/ )
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38 Antworten zu Antikommunistische Hetze auf RT Deutsch

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Mir ist es schon eine ganze Weile aufgefallen, dass man auf RT neben wirklich guten Beiträgen auch eine ganze Menge Boulevardnachrichten, Beiträge nach der Devise Einerseits-Andererseits und allerhand anderen Müll zu lesen kriegt. Das hat sich in letzter Zeit sehr verstärkt.

    Zu fragen wäre, ob dies eine „Vorleistung“ sein könnte für den Fernsehsender, der Ende des Jahres anlaufen soll. Bis jetzt gibt es ja nichts als Hetze und Verleumdung dagegen. Ob diese Haltung von RT allerdings eine kluge Entscheidung ist, wäre zu bezweifeln. Natürlich ist RT das Sprachrohr Russlands in der BRD. Und natürlich kann ich von einem kapitalistischen Russland nicht erwarten, dass es bewusst ausscheren will aus der Weltsicht des Kapitals.

    Bekannt ist mir die Sendephilosophie des geplanten Senders nicht, aber ich nehme an, dass sie eine Zwischenposition zum Westen einnehmen wird, die der Strategie Putins entspricht, es mit dem Westen sich nicht zu verderben, eher sozusagen gegen den Stachel zu löcken. Wirkliche Kritik, die an die Grundfesten der „Wertegemeinschaft“ geht, ist nicht zu erwarten. Insofern hat dieser obige antikommunisfjsche Beitrag eine Anbiederungsfunktion, will mir scheinen.

    • sascha313 schreibt:

      So ist es, Hanna. Das russische Marionetten-Regime schwimmt ganz auf der politischen Linie der US-amerikanischen Globalisten. Nur aus „Rücksicht“ auf die eigenen Bevölkerung wurden in Rußland Beiträge über die Erfolge der Roten Armee bisher nicht verboten.

    • sascha313 schreibt:

      Putin scheint sich ja für sehr klug zu halten, aber er ist ein Falschspieler und Hasardeur.

  2. Erfurt schreibt:

    KenFM (Ken Jebsen) ist da auch nicht anders. Erst letzte Woche wurde auf einer seiner Seiten die DDR dermaßen mit Dreck beworfen, daß ich mir einen Kommentar nicht verkneifen konnte in dem ich die Fakten klarstellte und denen ihre Lügen widerlegte. Daß mein Kommentar gar nicht erst veröffentlicht wurde, bestätigt meine Vermutung wer hinter Ken Jebsen steckt.

    Schönen Sonntag.

  3. dersaisonkoch schreibt:

    Ein mancher Kommentar bei RT – Deutsch (ich liebe das direkte Wort und keine komischen Umschreibungen) haben mein Innerliches einsehen lassen müssen, Kommentare sind an diesem Ort…der Ruf in eine Mülltonne…:-))) Bei der Offenbarung faschistischem Gedankengutes durch deren Helfer und ihrem Darminhalt, kann man auch nicht von Redefreiheit sprechen.

    • sascha313 schreibt:

      Freilich – hinter der „Redefreiheit“ (sowie hinter dem mißbräuchlichen Gebrauch der Begriffe „Freiheit“, Demokratie“, „Rechtsstaat“ und „Solidarität“) versteckt sich die Fratze des Antikommunismus!

  4. sischramme schreibt:

    RT-Deutsch und KenFM sind nunmal Diener des Kapitalismus mit allen negativen Folgen wie das Verdrehen von Tatsachen und dreiste Lügen über den Sozialismus und Kommunismus. Der einzige Ausweg aus diesem gerade erlebten Wahn der Plandemie soll mit der Fratze des Antikommunismus, danke Sascha, verstellt werden.

  5. Ich weiß ja nicht, ob sich jemand die ARTE-Sendungen über China anschaut:
    Die CPC und Xi Jinping werden einem da als „kommunististeisches Ungeheuer“ und Xi Jinping als neuer BÖSER Stalin verkauft!

    • sascha313 schreibt:

      Ich bin mir nicht so sicher, ob der Spruch: „Meines Feindes Feind ist mein Freund!“ zutreffend ist…

    • Erfurt schreibt:

      Natürlich gucken wir das. Weil es immer wieder eine Herausforderung ist, in diesen Sendungen die Propaganda zu erkennen. Besser gesagt, besteht die Herausforderung darin, Anderen Lesern und Zuschauern überzeugend rüberzubringen, was in den Originalartikeln gelogen oder eben nur Propaganda ist und woran man das erkennt.

      100 Jahre kommunistische Partei in China, nun das mag sein. Aber die Bilder die dazu auf arte gezeigt wurden waren Archivaufnahmen aus einer Zeit in der es die sozialistische Staatengemeinschaft noch gab!

      Genau das ist eine der üblichen Vorgehensweisen, also Filmberichte dadurch zu fälschen daß sie mit ganz anderen Kommentaren verbunden werden. Denn daß man einer kommunistischen Partei in einem Staat China was sich dem US-Kapital immer weiter öffnet, wo Menschen extrem ausgebeutet werden, eine dermaßen Publicity im Fernsehen einräumt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es sei denn, man stellt die Kommunisten und deren Führer als Despoten und Diktatoren dar und genau das ist ja das Ziel dieser und ähnlicher Propagandasendungen.

      Wobei die kommunistische Partei Chinas, sollte es eine Solche überhaupt noch geben, bestenfalls illegal tätig wird.

      Freundschaft!

      • Harry56 schreibt:

        Was für eine Rolle spielt es, wie sich eine Partei nennt, was für Symbole sie verwendet?
        Gab es nicht auch mal bei uns eine Partei in vergangenen Zeiten, welche sich in einem Atemzug sozialistisch, national, deutsch und gar Arbeiterpartei nannte, ein „sozialistisches Deutschland“ laut verschiedener „Führerreden“ mit einen Staatsflagge auf knallroten Hintergrund verkörpern wollte?
        Es kommt immer auf die konkrete Politik einer Partei an, insbesondere, wenn sie quasi als Staatspartei fungiert, die „Seele“ aller Staats(Macht!)organe bildet.
        Man darf niemals rein ideologisch – beinahe schon rein theologisch! – an derartige Dinge herangehen,

        Soz. Grüße!

      • „Denn daß man einer kommunistischen Partei in einem Staat China was sich dem US-Kapital immer weiter öffnet, wo Menschen extrem ausgebeutet werden, eine dermaßen Publicity im Fernsehen einräumt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es sei denn, man stellt die Kommunisten und deren Führer als Despoten und Diktatoren dar und genau das ist ja das Ziel dieser und ähnlicher Propagandasendungen.
        Wobei die kommunistische Partei Chinas, sollte es eine Solche überhaupt noch geben, bestenfalls illegal tätig wird.“

        Mit deinem letzten Satz BESTÄTIGST du, daß die CIA-Propaganda selbst bei den wenigen verbliebenen Sozialisten in unserem Land TIEF in die Hirne EINGEBRANNT hat. … und eine Analyse dazu erstickt wurde.

        Ich fnde es traurig, daß auch du die kapitalistischen Propaganda gegen China wiederholst!

        Die kommunistische Partei Chinas hat sich nicht dem „US-Kapital“ *geöffnet*; sondern benutzt – wie von Marx vorhergesehen, die Waffen, die der Kapitalismus entwickelt, gegen den Kapitalismus selbst! … — einfach mal bei Lenin nachlesen, wie man den Kapitalismus nutzen muß, um dem Sozialismus zum Sieg zu verhelfen, damit die Kommunistische Gesellschaft WIRLICHKEIT WIRD und nicht als obszöne Utopie als irrational und Spinnerei VERFLUCHT wird!!!

        Würde bereits ein INDEX für Ausbeutung eingeführt? China würde auf dem letzten Platz von Ausbeutung und Armut stehen, denn Armut GIBT es eigentlich überhaupt nicht mehr in China!!! während sie überall in den kapitalisch UNTERDRÜCKTEN Staaten zunimmt!

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Beim Thema China frage ich ernstlich: Wie wollen sie eigentlich ihre selbstgeschaffene Bourgeoisie wieder loswerden? Vorausgesetzt, der chinesische Kapitalismus ist ein listiger Schachzug von Xi, um den Kapitalismus mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Denn dass da nichts mehr von Sozialismus oder gar Marxismus-Leninismus eine Rolle spielt, das kann der Dümmste nicht übersehen. Und was die Armut angeht, so war das eine Armut, die China nur auf ihrem Weg in eine „lichte Zukunft“ gehindert hätte, das Menschenpotential hätte brachgelegen.
    Und Chinas Vorteil ist eben, dass es über anderthalb Milliarden Menschen verfügt. Anderthalb Milliarden kluge Köpfe, die in Armut niemals genutzt werden könnten. Wobei dies nur die eine Seite ist, ich will ja China nicht seine Menschlichkeit absprechen, aber ich denke, man hatte sich was dabei gedacht.

  7. Bevor Xi Jinping am 15. November 2012 zum Generalsekretär der KP-China gewählt und am 14. März 2013 vom Nationalen Volkskongress zum neuen Staatspräsidenten der Volksrepublik China ernannt wurde, hatte sich sicher unter der Ära von Deng Xiaoping und dessen Nachfolgern eine Art Bourgeoisie gebildet, die jedoch durch die Antikorruptionskampagne von Xi Jinping seit Ende November 2012 diszipliniert wurde: bis in die höchsten Spitzen von Partei und Staat wurde diese „Bourgeoisie“ gegen die es ja immer leicht ist, sie der Korruption zu überführen, „entmachtet“: Ganz sauber und rechtsstaatlich vor den öffentlichen Gerichten verhandelt und je nach Schwere der Korruption verurteilt.
    „Bis Ende Oktober 2016 wurde gegen 80 hochrangige Funktionäre die Todesstrafen mit Bewährung für zwei Jahre verhängt und allein gegen mehr als eine Millionen Parteimitglieder Strafermittlungsverfahren eingeleitet.“ (China Radio International, 21. Oktober 2016)

    Aber vielleicht bin ich ja der Dümmste, der sich einfach nicht dem China-Nieder- und Runtermachen und der antikommunistischen Propaganda gegen China beugt und deshalb nicht einzusehen vermag, daß der Sozialismus und der Marxismus-Leninismus keine Rolle mehr in der KP-Ch und China im allgemeinen spielen soll.
    Ohne das China am Sozialismus und die KP-Ch am Marxismus-Leninismus festhalten würde, erginge es China und der KP-Ch wie es der ehemaligen UdSSR und all den ehemaligen sozialistischen Ländern und kommunistischen Parteien ergangen ist: sie würde zerfallen, untergehen und vom Kapitalismus gefressen werden.
    Ich bleibe dabei: China ist ein sozialistischer Staat und die KP-Ch ist eine marxistisch-leninistische kommunistsche Partei, die – ähnlich wie die KPdSU unter Stalin die Sowjetunion zu einer Weltmacht befördete – China zur heute mächtigsten Nation auf Erden gemacht hat, gegen die sich die EU und die USA wie Zwerge, wenn auch immer noch gefährliche Zwerge, ausnehmen, die noch immer ein Drittel der Menschheit mit sich in der Abgrund reißen können.

  8. Ulrike Spurgat schreibt:

    Lieber Sascha, kannst du bitte auf die herausragenden Artilkel von L. Pribytkowa zu „China“ hinweisen ?
    Es sind sehr wichtige Artikel !

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauhuchanam, deine Meinung, dass China ein sozialistischer Staat ist und die KP China eine marxistisch-leninistische Partei, will dir ja niemand nehmen. Die Frage ist ja, woran du das festmachen willst. Du musst dich nicht scheinheilig bedauern (vielleicht bin ich ja der Dümmste …),
    sondern solltest überprüfen, inwieweit China und insbesondere die KP China sich bei der Entwicklung der Wirtschaft auf den Marxismus-Leninismus stützt. Das aber machst du nicht, du verlässt darauf, dass China mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen das kapitalistische Führungsland USA in Bedrängnis gebracht hat und dass China eine Partei verfügt, die sich kommunistisch nennt. Das aber ist kein Zeichen dafür, dass China noch ein sozialistisches Land ist. Gib dich nicht zu schnell zufrieden, wenn du glaubst, du hättest einiges begriffen. Versuch mal den Zweifel an deine eigene Erkenntnis anzusetzen, vielleicht hilft es, dahinter zu kommen, wo deine Theorie noch wackelt.

    • Liebe Hanna,
      ich mache die Frage, ob die KP China eine marxistisch-leninistische Partei ist, daran fest, ob es a) noch andere Parteien oder gar b) ein Parlament gibt oder c) die Justiz oder Banken und Industrien („die Wirtschaft“) „unabhängig“ von der KP-Ch etwas zu melden haben und die Politik bestimmen; mit anderen Worten, ob die KP China ihren Führungsanspruch über die Gesellschaft und die verschiedenen Teilaspekte der Gesellschaft aufgegeben und sich dem Kapitalismus unterworfen hat und sich das Geld von der BIZ (BIS) in Basel zuteilen lässt oder weiterhin unhabhängig davon, den Wechselkurs ihrer eigenen Währung festlegt und selbstverständlich daran, wer über die Produktionsmittel herrscht und nicht, wer sie auf dem Papier teilbesitzt.

      Insofern es mich betrifft und insoweit es mir mit den Informationen, die mir überhaupt über China zur Verfügung stehen, habe ich viele Jahre überprüft, inwieweit China und insbesondere die KP China sich bei der Entwicklung der Wirtschaft auf den Marxismus-Leninismus stützt. Mein eigenes Ergebnis ist, daß die chinesischen Genossen das Wirtschaftskonzept Lenins a) besser verstanden haben als all die sozialistischen Theoretiker im Westen und b) die Witschaftstheorie Lenins sich in der Praxis – nämlich in der chinesischen Wirklichkeit – bewiesen hat!
      Als die Volksrepublik China 1949 gegründet wurde, war China – auch wenn die KPCh den Krieg gegen Japan und den von außen aufgezwungenen Bürgerkrieg gewonnen hatte – eine semi-feudale und semi-koloniale Gesellschaft, die vom ausländischen Kapital, deren Banken und der Börse in Shanghei abhängig wa.
      China – zwar auf dem Papier bereits ein sozialischer Staat – der mit einer Bevölkerung, die zu 80 % aus Analphabeten und Bauern und 40 % vom imperialistischen Japan 200 Millionen Opium-Abhängig gemachten Menschen bestand, der von der größten Hungerskatastrophe der bisherigen Weltgeschichte stand und das Leben von 500 Millionen Menschen bedrohte, gelang es dank der KPCh die „Bewährungsprobe“ nicht in der Theorie, sondern der Praxis zu bestehen. Das ist bei den Chinesen derart tief verankert, daß der Sozialismus, der China ja nicht von außen aufgezwungen wurde, eine „innerlich-kulturelle“ immanente Identität billdet.

      Für mich ist der Sozialismus eine Übergangsstufe zum Kommunismus, die wohl – nach meiner Sicht – noch mindestens tausend Jahre mit großen Erfolgen und Niederlagen einhergehen wird, den ich nicht dogmatisch betrachte, sondern der sich auf die jeweils gegebenen Herausforderungen prakmatisch einzustellen hat.
      Wo sich der Sozialismus jedoch nicht anpasst, sondern sich dem Kapitalismus unterwirft, ist es um ihn geschehen — da helfen dann auch keine noch so klugen Theorien, die schönsten Dogmen und genialsten Analysen nichts mehr.

      Ich kann nicht erkennen, daß sich die KPCh dem Kapitalismus unterworfen hat und einfach nicht erkennen, da China die Witschaftstheorie Lenins weiterhin in der Praxis umsetzt, daß es deswegen kein sozialistisches Land mehr sei.

      Ganz echt? Ich weiß nicht, woher die Leute den Unsinn aufgeschnappt haben, daß China jetzt auch kapitalistisch sein, nur weil es da auch Multimillionäre und sogar Milliardäre gibt oder Unternehmen die Rechtsform einer GmbH oder AG angenommen haben. Nur weil eine Firma oder ein VEB die Rechtsform einer GmbH oder AG annimmt hat das noch lange nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern ist lediglich eine Frage der Haftung, wenn mal etwas schief geht, wozu man Menschen eben nicht in die Haftung nehmen darf.

      (Nebensächlich: Ich beschäftige mich mit China seit 47 Jahren; leider erst seit sieben Jahren mit dem Kommunismus (B), Sozialismus und revisionistischen Sozialdemokatismus, der einem den Kapitalismus als soziale Marktwirtschaft verkauft und behauptet, daß China kein sozialistischer, sondern heute auch ein kapitalistischer Staat sei.)

      • sascha313 schreibt:

        Ich denke, wir sollten die Diskussion über die „chinesische Frage“ hier endlich beenden, denn weder die Verkünder des „chinesischen Sozialismus“, noch die Feinde des „chinesischen Kommunismus“ hatten bisher die Chance, den chinesischen Kapitalismus aus nächster Nähe kennenzulernen. Ich kenne eine Dame, die hat 7 Jahre in China als Deutschlehrerin für das sogenannte „Goethe-Institut“ der BRD gearbeitet. Sie ist begeistert von China. Vom chinesischen Kapitalismus hat sie allerdings nichts erzählt. Offenbar wußte sie auch nichts darüber. Solches oberflächliches Geschwätz ist nutzlos und hat hier auch nichts zu suchen! Im übrigen halte ich mich an den Beitrag von Ljubow Pribytkowa vom Dezember 2010. Auch wenn er über 10 Jahre alt ist, Harry – der Kapitalismus ist in der Welt schon über 150 Jahre alt und hat sich in seinem Wesen nicht geändert. In Rußland gab es im Oktober 1993 ja wenigstens den Versuch, die Konterrevolution zu stürzen. In China gab es das nicht, obwohl China damals genauso vom Revisionismus zersetzt war!

      • Erfurt schreibt:

        Nein, hier muß ich einhaken: GmbH oder AG, das ist nicht nur die Frage der Haftung. Denn die Frage ist immer wieder diese hier: In wessen Händen sich die Produktionsmittel befinden. So ist die BASF auch nicht das Einzige Deutsche Unternehmen was in China produzieren lässt und andersherum bringen chinesische Unternehmen ihr Kapital nach Deutschland. Die Verschmelzung von Industriekapital auf internationaler Ebene über die Chinesische Mauer hinweg ist also in vollem Gange und das ist ja das was den modernen Kapitalismus ausmacht.

      • sascha313 schreibt:

        völlig korrekt! … „in wessen Händen sich die Produktionsmittel befinden“. Um nichts anderes geht es!

      • Lieber Genosse Erfurt,
        auf dem Papier — also gesetzlich (legal) und rechtlich (JUS) — befanden sich die Produktionsmittel der UdSSR und den durch den Sieg Roten Armee im Osten Europas entstanden sozialistischen Staaten in den Händen der Diktatur des Proletariats.

        Praktisch und Tatsächlich befanden sich die Produktionsmittel unter der Kontrolle der jeweiligen KPs der jeweiligen sozialistischen Staaten.

        In der Volksrepublik China — warum nennt sie sich nicht „sozialistisch“ – ebensowenig, wie sich die DDR ja auch nicht *Sozialistische Volks-Republik* nannte ??? —
        befinden sich die Produktionsmittel RECHTLICH !!! in den Händen der Diktatur des Proletariats.
        !!! Faktisch und Praktisch – und damit auch ganz WIRKLICH – befinden sich die Produktionsmittel in China jedoch – wie vormals in der UdSSR, der DDR und anderer sozialistischer Staaten – unter der zentralen Planwirtschaft und KONTROLLE einer kommunistischen Partei — in unserem Falle befinden sie sich also in den Händen der KPCh – einer von Grund auf marxistisch-leninistischen Partei, weshalb China nicht bloß theoretisch – sondern ganz praktisch – als sozialistischer Staat zu bezeichnen ist.

        Sorry, wir können doch nicht an den weiterhin bestehenden kulturellen, traditionellen, religiösen, philosophischen und familären Gegebenheiten in China oder der vom Kapitalismus übernommenen Arbeitsteilung festmachen, ob ein Staat „kapitalistisch“ oder „sozialistisch“ ist.

        Denn wenn wir uns auf einen derartigen Sophismus einlassen, können wir uns auch gleich gehackt legen; Marx in der Pfeife rauchen, Lenin vergessen und uns gleich dem Dualismus und dem damit verbundenen Nihilsmus zum Opfer darbringen.
        Oder – wie es Paulus formulierte: „Ist aber Christus nicht körperlich von den Toten wieder Lebendiger geworden, dann sind wir die bedauernsten Menschen und glauben den größten Unfug; denn wenn er nicht auferstanden ist, sind wir verführte Menschen und reden wider das LEBEN und die Wahrheit LÜGEN.“
        Das kann man 1:1 auf die Philosophie des Marxismus – den Dialektischen Materialismus – übertragen: Haben sich Marx, Engels und Lenin in der Grundannahme von der Materie geirrt — dann kann man das alles als absurde Ideen oder Erfindungen irrender Menschen abtun.

        Aber: „Die Lehre von Karl Marx ist ewig, weil sie wahr ist!“ – Lenin

  10. dersaisonkoch schreibt:

    Bei der NÖP in der jungen Sowjetunion stand die Frage, wie die Sowjetunion mit den Schäden des Krieges und mit der Umwandlung eines Agrarlandes in ein Land umgeht, welches sich selbst mit allen Gütern versorgen kann. In welchem Ausmaß gestalte ich die industrielle Revolution und wer führt das in welchem Bündnis. Genau das setzt China um. China hat sicher Erfolg dabei. Sonst wären die Imperialisten nicht derart verhetzt und konfus:-)) Von den militärischen Drohungen mal abgesehen.
    China ist in dem Sinne zunächst ein sozialistischer Staat. Egal, wie das Kommunisten weltweit verstehen oder sehen. Bei Genossin Pribytkowa sehe ich auch gewaltige Fehleinschätzungen.
    Es steht für mich außer Frage, mit welchen Mitteln und in welchem Umfang die Industrierevolution vollzogen wurde. In Jedem Fall war die Führung in der Hand der KP. Auch das Militär und die Banken. Dazu sollte man sich mit der Produktion direkt befassen. Größtenteils sind die Mehrheitsverhältnisse so gestaltet, dass sie mindestens 51% in chinesischer Hand sind. Ich weiß auch, es gibt jetzt das Gesetz, andere Mehrheiten zu zulassen.
    China hat uns bewiesen, technologische Importe (abschauen/lernen/nachahmen) auszunutzen und verbessert/entwickelt, der Welt als eigenes Know How zu präsentieren. Und genau das ist die Revolution.Wir reden vom bevölkerungsreichsten Land der Erde, nicht von 200 oder 300 hundert Millionen Menschen. Selbstverständlich bedarf es einer gesteuerten kapitalistischen Revolution vor einer sozialistischen.

    • Erfurt schreibt:

      Was verstehst Du denn unter Mehrheitsverhältnissen?

      • dersaisonkoch schreibt:

        Die Mehrheitsverhältnisse im Firmenbesitz und in der Anteilsverteilung.
        Die meisten (ausländischen) Firmen in China haben lediglich einen maximalen Anteil von 49%.

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Lieber Saisonkoch, was meinst du, warum sich das bundesdeutsche Kapital so danach reißt, in China zu produzieren und zu handeln? Doch wegen der großzügigen Bedingungen, die ihm dieser riesige Markt bei den niedrigen chinesischen Löhnen bietet, einverstanden bis hierhin? In China herrschen kapitalistische Produktionsverhältnisse. Hältst du sie für ein Zeichen von Sozialismus? Ja, den Chinesen geht es heute besser als noch vor einigen Jahren, China ist auf dem Weg, den USA nicht nur auf technischem Gebiet den angemaßten Weltrang streitig zu machen. Zwischen den USA und China bestehen enge Beziehungen, wer hätte das gedacht? Die sind wie siamesische Zwillinge, sie kommen nicht voneinander los, einer braucht den anderen, China hält mehrere Dollarmilliarden und macht den USA die Leitwährung streitig, die USA dagegen brauchen China als Feind. So etwas verbindet. Hast du dich nicht gewundert, was der chinesische Medizinprofi Gao beim Event 201 zu suchen hatte? Es gibt eine enge Zusammenarbeit zwischen China und den USA, lieber Saisonkoch. Deine Vorstellung, Xi würde wie Lenin im revolutionären Russland in China die NÖP einführen, entbehrt jeder Grundlage.
      Und endet auf chinesischer Seite bestimmt nicht im Sozialismus.
      Das ist die Art ihrer Beziehung.

      • dersaisonkoch schreibt:

        Wir stellen mal Folgendes fest: In der DDR als auch im gesamten sozialistischen Staatenbund, wird für Kapitalisten produziert. Auf Gestattung. Ja; das ist für Kapitalisten billiger. Aber gleichzeitig exportieren die Kapitalisten ihre Ideen, ihre Know How und nicht selten Technik.

      • sascha313 schreibt:

        Im Sozialismus sei „…für Kapitalisten produziert“ worden? Nee, in erster Linie für das eigene Volk, für wen sonst!

    • Erfurt schreibt:

      Da bleibt aber immer noch die Frage, welche Interessen ein westlicher Unternehmer verfolgt der Kapitalanteile an einem sozialistischen Unternehmen hält. Und was es dem Sozialismus für Vorteile bringt, Dividenten an Privatpersonen zu zahlen. Also für mich ist das alles Andere als schlüssig und mit der Idee eines souveränen Sozialismus nicht vereinbar. MFG

      • dersaisonkoch schreibt:

        Der souveräne Sozialismus oder der Aufbau des Kommunismus (ich meine damit die klassenlose Gesellschaft) bedarf zwingend der industriellen Revolution für die kommende Unabhängigkeit. Natürlich sind diese Methoden eine Form der Gratwanderung. Eine reife, geschlossene Arbeiterschaft (Proletariat) kann damit umgehen. Es geht um Mehrheiten. Und in China stützt die Mehrheit der Gesellschaft dieses Vorgehen. Der Aufbau des Sozialismus ist gelebte Überzeugungsarbeit. So lange China dafür sorgt, die Machtzentrale (die Reihen der Genossen) sauber zu halten, ist daran nichts Verwerfliches.

      • sascha313 schreibt:

        Das ist – es sei gestattet, das zu sagen – nur eine Meinung. Weiter nichts!

  11. Ulrike schreibt:

    Lieber Sascha, kannst du bitte diese ermüdende, wenig fruchtbare Diskussion beenden ?
    Brillant, wie L. Pribytkowa die losen Enden von revolutionärer Geschichte mit einem Wissen über diese konkret in den Zusammenhang stellt. Immer am Volk, und immer mit einem Klassenstandpunkt.
    Die materialistische Dialektik beherrscht sie mit einer Tiefe, die die Unterscheidung zulässt, weil sie erkennbar bleibt. Und das macht sie zu einer wahrhaftigen Schreiberin der Arbeiterklasse in der Welt. Sie ist ein Teil, und das ist spürbar.
    Der neue Artikel „Zar“ ist in seiner historischen Aufarbeitung eine Klasse für sich.
    „Die Wahrheit ist immer konkret.“ (Lenin)

    • sascha313 schreibt:

      In aller Konsequenz! … auch ich bin’s leid, diese endlosen Belehrungen und „Richtigstellungen“ und biblischen „Fehlerkorrekturen“ von „Juchanhaumadrauf“ zu veröffentlichen und wieder richtigzustellen! Danke für die Ermahnung.

  12. dersaisonkoch schreibt:

    @Hanna, ich wollte noch Folgendes zu den Dollarmilliarden sagen.
    Sagt Dir ( ich nehme an, Du bist eine Genossin) der Begriff Handelsbilanz Etwas?
    Wenn ein Land sehr viel exportiert, ist es praktisch gezwungen, in Höhe des überschüssigen Erlösanteils, Anleihen oder Gegenwerte des jeweiligen Handelspartners (Land z.b.) zu erwerben.
    Damit wird der Handel gedeckt:-))
    Mit dem Absprung der Sowjetunion und dem gesamten sozialistischen Ostblock, waren die übrigens sozialistischen Staaten praktisch gezwungen, neue Handelswege einzurichten und aufzubauen.
    Als deutsche Kommunistin, nur mal nebenbei, blickst Du und auch ich, auf Erfahrungen zurück, die uns von einer Kritik in der Hinsicht, völlig frei stellen. Einfach deswegen, weil wir unfähig waren, die Errungenschaften zu verteidigen:-)) Also, gehen wir lernen. Und das tut mir und auch Dir gut!

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Saisonkoch, nein, ich bin keine Kommunistin, ich bin in keiner Partei. Aber ich habe 40 Jahre lang in der DDR gelebt, und ich habe für diese, meine DDR gearbeitet, so gut ich konnte. Das nur dazu.
    Ich versichere dir, ich habe in den letzten 30 Jahren sehr viel gelernt, obwohl ich vorher bereits eine Menge wusste über das Leben in einem kapitalistischen Staat. Ich habe am 3. Oktober 1990 nicht gejubelt, da wurde ich nämlich arbeitslos, und ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen. Aber was kann ich tun? Wir sind unorganisiert, die Arbeiterklasse, wenn man das Wort von Marx bedenkt, ist nichts, so wie sie dahinlebt und sich mit dem Staat mehr oder weniger zu arrangieren versucht. Das ist das Elend.

    Was aber China angeht, so spielt das für meine Sicht auf China keine Rolle, aus welchem Grunde es Staatsanleihen usw. der USA hält. Wichtig ist, dass mit dem Handel und der Produktion in China selbst auch die kapitalistische Ideologie nach China gekommen ist. China ist, wenn es um eine wirkliche Erneuerung der Welt geht, für diese Idee verloren. Das ist mein Problem mit China.
    Dass sich die ehemals sozialistischen Staaten neue Handelswege suchen mussten, liegt in der Natur der Sache, wenn die ursprünglichen Bedingungen nicht mehr vorhanden sind, muss nach anderen Bedingungen gehandelt werden, ist doch klar. Das ist nicht der Vorwurf, der China zu machen ist, aber wenn aus einem so großen Land wie China, das immerhin dem sozialistischen Lager angehörte, plötzlich ein kapitalistisches Land wird, ist das kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt.

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