Der große Vaterländische Krieg (UdSSR, 1965 – synchronisiert)

Dieser Film entstand in einer Zeit, als der Chruschtschowistische Antikommunismus begonnen hatte, die historischen Ereignisse umzudeuten und zu verfälschen. Dennoch ist dieser Film ein bedeutendes Heldenepos auf den Mut und die Standhaftigkeit der Völker der Sowjetunion bei der Zerschlagung des Hitlerfaschismus. Schon die ersten Sätze in diesem Film sind eine Lüge: „…aber Stalin und einige seiner engsten Mitarbeiter mißachteten die alarmierenden Signale.“ – Der Überfall auf die UdSSR war ursprünglich für das Frühjahr 1941 vorgesehen, verzögerte sich jedoch wegen der Ereignisse auf dem Balkan.

Aus dem kurzen historischen Abriß „Der Große Vaterländische Krieg“, erschienen im Militärverlag der DDR (1975):

„Da die Sowjetregierung die Kriegsgefahr klar erkannte, bemühte sie sich mehr als jede andere Regierung um die Erhaltung des Friedens und war bereit, gegen die Aggression aufzutreten. Als Grundlage für Verhandlungen zwischen der UdSSR, Großbritannien und Frankreich unterbreitete sie folgende Vorschläge:

  • Abschluß eines Abkommens über gegenseitige, auch militärische Hilfe im Falle einer Aggression in Europa gegen einen der vertragschließenden Staaten mit einer Laufzeit von 5 bis 10 Jahren;
  • Erweisung jeder, auch militärischer Hilfe für die osteuropäoschen Länder, die zwischen der Ostsee, dem Schwarzen Meer und den Grenzen der UdSSR liegen;
  • Erörterung und Festlegung der Umfangs und der Form der militärischen Hilfe, die jedem der drei vertragsschließenden Staaten erwiesen werden sollte, in kürzester Zeit;
  • keine Aufnahme von Verhandlungen und kein Friedensschkluß mit dem Aggressor, gesondert durch einen einzelnen Staat und ohne das gemeinsame Einverständnis der drei Staaten.

Dies war ein ernsthafter Schritt der Sowjetunion, durch gemeinsame Anstrengungen der drei Länder der faschistischen Aggression entgegenzuwirken und den zweiten Weltkrieg abzuwenden.“  (S.30f.)

Die Kommunistische Partei leistete eine bedeutende Arbeit zur Vorbereitung und Erziehung der militärischen Kader. Am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges besaßen die Offiziere der sowjetischen Streitkräfte hohe moralisch-politische und soldatische Eigenschaften. (S.74) …

Die politische und militärische Erziehungsarbeit der Partei im Geiste des Sowjetpatriotismus, der freudnscahft zwihen den Völkjern der UdSSR und des unerschütterlichen Galubens an die Ideen des Kommunismus hinterließ tiegfe Spuren im Denken und Fühlem der angehörigen der sowjetische Streiträfte. (S.76f.) …

Zwar wurde viel getan, um dem Aggressor allseitig gewappnet entgegentreten zu können, jedoch bei weuitem nicht alles. Besonder schwerwiegende Folgen hatte es, daß die volle Kampfbereitschaft der Truppen der Grenzmilitärbezirke und der Garnisonen der besfestigten Räume, die von der ersten Minute des gegnerischen Überfalls an den Kampf aufnehmen mußten, verspätet hergestellt wurde. Dies hing in hohem Maße damit zusammen, daß man sich bei der Einschätzung des möglichen Zeitpunkts des Überfalls des faschistische Deutschlands irrte. (S.77) …“

Quelle: P.A.Shilin (Red.): „Der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion“ (2 Bde.), Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin, 1975, 1.Halbbd.,

(Danke für den Hinweis auf diesen bedeutsamen Film an FHecker:
https://wordpress.com/read/feeds/18909596/posts/2883469816)

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15 Antworten zu Der große Vaterländische Krieg (UdSSR, 1965 – synchronisiert)

  1. dersaisonkoch schreibt:

    Hat dies auf Der Saisonkoch rebloggt und kommentierte:
    Der Große Vaterländische Krieg

    Ich habe dazu zwei Beiträge von Sascha und von Karovier eingelegt.
    Karovier behandelt das in einer Folge.

    Warum bringe ich diese Beiträge gerade heute?

    Ganz einfach: Heute bekommen wir bewiesen, warum die eingeleitete, bürgerliche Konterrevolution unter Chruschtschow eben der falsche Weg war.
    Russland ist heute Teil der kapitalistischen Welt.
    Führt das etwa dazu, dass an Russlands Grenzen keine faschistischen Armeen stehen?
    Wird dem bürgerlichen Russland nicht mit Krieg gedroht?
    Wird nicht über Rußland gelogen wie es Goebbels bereits tat?

    Mit etwas Gehirn werden Sie selbst entscheiden können, warum gerade sozialistische Länder als wehrhaft, fortschrittlich und sozial gelten. Oder sind Sie lieber ein Sklave, der nach 90-Stunden-Arbeitswochen um eine Minimalrente mit 70 bettelt. Dann sind Sie sicher ein guter Vegetarier, der betend seinem Muskelschwund zuschaut:-))

  2. Pingback: Der große Vaterländische Krieg (UdSSR, 1965 – synchronisiert) – Der Saisonkoch

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Hab vielen Dank, Sascha, für den Film von Roman Karmen. Ich glaube, es war Stalin, der nach dem Sieg sagte: „Jetzt wird es 70 Jahre Frieden geben.“ Er hatte ziemlich gut gerechnet. Heute steht die NATO an Russlands Grenzen und übt „ihren“ Krieg. Und die deutsche Bundeswehr immer dabei. Was wird werden?

    • sascha313 schreibt:

      Das ist interessant! Kannst Du Dich noch erinnern, wo Stalin das gesagt haben könnte? Man muß kein Hellseher sein, aber die Geschichte bewegt sich immer in Zyklen; der Lernprozeß überspringt manchmal ganze Generationen!

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Erschlag mich, Sascha, ich kann es dir nicht sagen, ich habe es in einem Buch zum Großen Vaterländischen Krieg gelesen. Und dieser Ausspruch hat sich bei mir sehr stark eingeprägt, aber ich habe es wirklich vergessen, in welchem Buch ich das gelesen habe, ich habe ja zu diesem Thema sehr viel gelesen. Vielleicht gibt die Recherche im Internet was her. Wenn ich was finde, melde ich mich.

      • sascha313 schreibt:

        😉 Danke, Hanna!

      • Joachim schreibt:

        Es ist aber auch zu ärgerlich. Es sollten 16 Bände der Stalin-Werke herausgegeben werden. Doch nur 13+2 gibts bisher, bei den letzteren Beiden weiß man nicht ob sie authentisch sind. Gibts Aufzeichnungen/Unterlagen zum fehlenden Band? Es muß doch einen Grund gehabt haben zu sagen daß es 16 Bände sein werden.
        Vielleicht kann man bei Ljubow Pribytkowa oder anderen nachfragen? Der Band müßte doch ein Bestseller werden..

      • sascha313 schreibt:

        Bei solchen Neuausgaben muß man vorsichtig sein. Ich habe eine Russische Ausgabe (Reprint) der Geschichte der KPdSU (B), allerdings mit fast 40 Seiten Roj Medwedjew-Scheiß hintendran… Ansonsten aber sehr gut, weil Reprint!

        Es gibt auch russ. Stalin-Neuausgaben (15.1 und 15.2 sind z.B. Telegramme, Briefe usw – das ist i.O..). Allerdings sind auch schon eine ganze Reihe von offensichtlichen Fälschungen im Umlauf – so z.B. die Kossolapow-Ausgabe, in der das gefälschte „Gespräch Stalins mit A. Kollontaj“ (nach Trusch) enthalten ist. (Siehe: https://sascha313.wordpress.com/2019/05/20/und-noch-so-eine-faelschung-eines-stalin-zitats/)

        Die beiden in Dortmund erschienen Bände 14 und 15 sind m.W. Nachdrucke von DDR-Ausgaben aus Broschüren.

  4. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Sehr wohltuend … wo es ja sonst nur noch faschistoide Propaganda gibt.

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Ach, Sascha, ich habe Stalin-Zitate im Internet gefunden, darunter ganz offensichtlich viele gefälschte, aber dieses eine nicht. Nun weiß ich nicht weiter. Vielleicht weiß Pribytkowa das?

  6. Pingback: Der große Vaterländische Krieg (UdSSR, 1965 – synchronisiert) — Sascha’s Welt – karovier blog

  7. Schon die ersten Sätze in diesem Film sind eine Lüge: „…aber Stalin und einige seiner engsten Mitarbeiter mißachteten die alarmierenden Signale.“ und: „Die Rote Armee wurde nicht in volle Gefechtsbereitschaft versetzt.“
    Ich habe keine Ahnung, warum solche Lügen über Stalin verbreitet werden – ich denke mir meinen Teil dazu.
    Was ich nach meiner Analyse der Verteidigung der Sowjetunion aber gerne mal sagen möchte, ist, daß Stalin wirklich der bisher größte Verteidigungsstratege in der bisherigen Militärgeschichte gewesen ist.
    Die Konsequenzen dieser Strategie sind zwar aus menschlicher Sicht „grausam“ gewesen – aber jede andere Verteidigung hätte den Untergang der Sowjetunion bis Ende 1941 bedeutet: Moskau, Leningrad und Stalingrad wären nämlich in die Hände der Faschisten gefallen, was das Ende der Sowjetunion bedeutet hätte.
    Denn wären Moskau und Leningrad tatsächlich wie geplant von den Faschisten erobert worden, hätte Stalingrad zwei, maximal drei Wochen später das gleiche Schicksal erlitten.
    Nur weil eben Moskau und Liningrad standhielten, mußten die Faschisten ihren Feldzug gegen Stalingrad um fast ein Jahr verzögern — ein Jahr in dem Stalin und die Rote Armee Zeit hatten, sich auf den sowieso geplanten Angriff auf Stalingrad vorzubereiten, was ohne die geniale Verteidigungsstrategie Stalins niemals möglich gewesen wäre. … Und Stalin wußte, wenn es den Faschisten gelingt, Stalingrad zu nehmen, würde sich der Erfolg der Verteidigung Moskaus und Leiningrads in eine totale Niederlage wenden. …
    Die Verteidigungsstrategie Stalins erinnert mich immer an eine Kernaussage von Clausewitz: „Wer alles verteidigen will, verteidigt nichts!“

    Und deshalb war es seitens Stalin richtig, so zu tun, „als ob er und einige seiner engsten Mitarbeiter die alarmierenden Signale mißachtet hätten und so getan wurde, als ob die Rote Armee nicht in volle Gefechtsbereitschaft versetzt.worden sei.2 —
    Das, was von den Unwissenden bis heute als Fehler und Schwäche Stalins gelogen wird, war in Wahrheit eine geniale Kriegslist, eine grandiose Falle, um den Feind – 1941 immerhin die größte Militärmacht der Welt – derart zu täuschen, daß dieser vom Hochmut geblendet, blind seinem Untergang entgegen gehen mußte. … und um so etwas zu erkennen und gegen das was scheinbar logisch zu tun ist, auch noch in die Tat umzusetzen:
    Wahrlich! Dazu muß man einfach ein Genie sein. Der Sieg der Sowjetunion ist der Beweis, daß Stalin ein Genie war – und zwar ein, wenn nicht gar das größte Genie – jedenfalls, was das militär-strategische Denken angeht, ohne daß die Sowjetunion bis Weihnachten 1941 untergegangen wäre.

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Sehe ich auch so! Es ist natürlich nicht so einfach, die umfangreichen und bedeutsamen Vorbereitungen der sowjetischen Partei- und Staatsführung auf den bevorstehenden Überfall auf einen kurzen Nenner zu bringen, Doch darüber gibt es zahlreiche militärwissenschaftliche Analysen hervorragender sowjetischer Fachleute. Die zweibändige Ausgabe von 1975 über den Großen Vaterländischen Krieg von 1975 ist da sehr ausführlich.

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