Botschaft von Julius Fučiks Leben und Werk

fucikbildJulius Fučik (1903-1943) war ein tschechischer Kulturpolitiker und Schriftsteller. Seine Reportagen über die Sowjetunion, ebenso wie seine Literaturkritiken, förderten den sozialistischen Realismus. Weltberühmt wurde seine „Reportage unter dem Strang ge­schrieben“, ein „Denkmal zum Ruhme des Lebens, geschrieben an der Schwelle des Todes“ (Pablo Neruda). Zwölf Bände seiner Werke wurden postum von G.Fučiková herausgegeben. Sie enthalten u.a. politische Studien, Schriftstellerporträts „Reportagen aus der bourgeoisen Republik“ und Briefe. Julius Fučik wurde am 8.9.1943 von der Gestapo ermordet. Sein Name wird uns und allen fortschrittlichen Menschen der Welt für immer unvergessen bleiben. In der Einleitung zu einem Sammelband der Erinnerungen an ihren langjährigen Lebensgefährten und Kampfgenossen Julius Fučik schreibt Gusta Fučiková:

Botschaft von Julius Fučiks Leben und Werk

Julius Fučik ist den fortschrittlichen Menschen in aller Welt nahe und wird von ihnen geliebt. Unsterblich ist sein letzter Kampf, der in die revolutionäre Geschichte der Menschheit eingegangen ist durch die „Reportage unter dem Strang ge­schrieben“. Wie dieses Werk eine ständig lebendige Bot­schaft ist, so haben auch seine politischen und literarischen Arbeiten aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ihre Lebendigkeit bewahrt. Sie vermitteln ein tiefgründiges und plastisches Bild dieser Zeit.

Wertvolle Dokumente aus der Zeit des Kampfes gegen den Faschismus

Daher sammelte ich nach der Herausgabe der „Reportage unter dem Strang geschrieben“ die Artikel, die Aufsätze über Theater und Literatur und die Reportagen von Julius Fučik, die über Jahrzehnte in Dutzenden von kulturpolitischen Zeitschriften, in den Zentralorganen der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei wie auch in illegalen Flug­blättern verstreut waren. So erschienen nach und nach zwölf Bände mit Arbeiten von Julius Fučik. Es sind vor allem die beiden Bände Reportagen aus der UdSSR, die heute ein wertvolles Dokument sind, da sie die schweren, aber sieg­reichen Jahre des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion widerspiegeln.

…gegen die einheimischen Verräter und Kapitulanten

Weiterhin enthalten die Bände kulturpoli­tische Beiträge und Reportagen von den Kämpfen an unserer innenpolitischen Front, von den Kämpfen gegen den auf­marschierenden Weltfaschismus und vor allem gegen den Hitlerfaschismus, von den Kämpfen für die Verteidigung dar Republik und um das Bündnis unserer Republik mit der Sowjetunion wie auch von den Kämpfen gegen die einheimi­schen Verräter und gegen die Kapitulanten, die sich dem Münchener Abkommen widerstandslos unterwarfen. Das sind Werke von Julius Fučik, in denen bereits jene ausge­prägte kommunistische Überzeugungskraft und Wahrhaftig­keit glüht, die dann in seiner letzten Reportage – der „Repor­tage unter dem Strang geschrieben“ – zur hellen Flamme auflodert.

Übersetzungen in 89 Sprachen und in 260 Auflagen

Seit dem Erscheinen der „Reportage unter dem Strang geschrieben“ erhielt ich im Laufe der Zeit Tausende von Brie­fen aus der ČSSR, aus anderen sozialistischen Staaten und aus fernen Ländern (das Buch ist bisher in 89 Sprachen und in 260 Auflagen in Europa, Lateinamerika, Asien, Austra­lien und Afrika erschienen) mit der Bitte, ich solle mehr über Julius Fučik schreiben.

Das kämpferische Leben eines tapferen Kommunisten

In zahlreichen literarischen Gesprächen in unserem Land, in der Sowjetunion und bei Treffen mit Jugendlieben in der Deutschen Demokratischen Republik, auf Kuba und in ande­ren sozialistischen Ländern erzählte ich über das Leben Julius Fučiks. Daraus und aus dem jahrelang gesammelten Material entstanden die – hier zusammengefaßten – zwei Bücher Er­innerungen, in denen ich mich bemühe, das Leben, den Cha­rakter und die Arbeit Julius Fučiks nachzuzeichnen, da ich das Glück hatte, ihm über Jahre so nahe zu sein. Ich versuche, sein Leben, das Leben eines wunderbaren, kämpferischen und tapferen Kommunisten zu verdeutlichen, dessen Wort uns auch heute im Kampf gegen den Krieg, für eine Welt des Friedens und des Sozialismus, für die Freundschaft zwischen den Völkern und für unsere kommunistische Zukunft Hilfe.

Gusta Fučiková


„Ich wurde in der Zeit der Tschechoslowakischen Republik Kommunist, weil ich mich mit den damaligen Verhältnissen nicht abfinden konnte noch wollte. Ich bin überzeugt, daß nach diesem Krieg eine andere Zeit anbricht. Es wäre unsinnig, wenn dann die gleichen Menschen an der Spitze stünden, die während der Republik an der Macht waren. Damit dies nicht geschehe, habe ich in der Illegalität gekämpft. Mit anderen Worten, meine illegale Tätigkeit ist als Vorbereitung für einen künftigen tschechischen sozialistischcn Staat zu verstehen.“

(Julius Fučik auf eine Frage des
faschistischen Untersuchungsrichters des
„Volksgerichtshofes“ am 20. Mai 1943)

Quelle:
Gusta Fučiková: Mein Leben mit Julius Fučik, Dietz Verlag Berlin, 1976, S.5-7 (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.; Zeichnung: Max Švabinský)

 


Siehe auch:
Julius Fučik: Unter dem Banner des Kommunismus

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2 Antworten zu Botschaft von Julius Fučiks Leben und Werk

  1. roprin schreibt:

    Julius Fučik und so viele seiner Kampfgefährten haben ihr Leben gelassen, weil sie für bessere Zeiten kämpften, für den Sozialismus. Verräter wie Gorbatschow, Gysi und andere haben das Werk unzähliger Kommunisten mit einem Streich zerstört. Es gilt: diese Verräter zu bestrafen. Hier bin ich für die Todesstrafe!

    • sascha313 schreibt:

      Der Nürnberger Prozeß war ein wichtiger Meilenstein in der jüngeren Weltgeschichte. Wenn man das Vorwort des Juristen Prof.Dr. P.A. Steiniger liest, erkennt man, mit welchem Verantwortungsbewußtsein und mit welch gründlichem Bedenken sich die Rechtsgelehrten den Fragen von Schuld und Sühne genähert haben und Entschlüsse fassen konnten. Sie haben es sich nicht leicht gemacht. Das trifft zu einem nicht geringen Teil auch auf die westlichen Rechtswissenschaftler zu. Und man muß konstatieren: die Urteile von Nürnberg hatten im Großen und Ganzen Bestand. Auch wenn am Ende in einigen Punkten keine Einigkeit hergestellt werden konnte.

      So kritisierte bspw. am 1. August 1946 das sowjetische Mitglied des Internationalen Militärgerichtshofes, der Generalmajor der Justiz L.T. Nikitschenko, daß das Oberkommando der Hitlerschen Wehrmacht nicht ebenfalls (wie SS und Polizei) zu einer verbrecherischen Organisation erklärt worden war. Ein fataler Fehler! So konnten z.B. Schreibtischmörder wie Gehlen und tausende andere blutbefleckte Nazi-Generale und Offiziere ungeschoren davonkommen. Immerhin – ein Meilenstein war gesetzt.

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