Wir müssen über das Geld reden…

WiedervereinigungWir müssen wieder einmal über das Geld reden. Einerseits, weil schon seit mindestens 30 Jahren immer wieder von einem drohenden Zusammenbruch des Finanzwesens in der Welt die Rede ist. Andererseits, weil sich heute niemand mehr so richtig vorstellen kann, was da eigentlich auf uns zukommt. Wenn man sich an den Ereignissen der Weltwirtschaftskrise von 1928/29 orientiert, dann läßt sich leicht erraten, vor welchen Schwierigkeiten das heutige imperialistische Deutschland steht. Daß dies natürlich auch auf die gesamte Weltwirtschaft zutrifft, ist nicht verwunderlich. Mit der Beseitigung des Sozialismus, insbesondere mit den feindlichen Übernahme der DDR war klar, daß sich der Machtbereich und damit die Illusion einer Verewigung des kapitalistischen Ausbeutersystems ins schier Grenzenlose steigern würde. Damit waren auch die Tore zum erneuten Faschismus sperrangelweit geöffnet. Die Entscheidung kann man mit wenigen Worten beschreiben: SOZIALISMUS oder ENDE DER MENSCHHEIT – denn die Barbarei haben wir heute schon…

In der Funktion als Maß der Werte mißt das Geld die in den Produkten vergegenständlichte gesellschaftliche Arbeit.

Der Wert des Geldes

Das Geld als Maß der Werte

Die Funktion als Maß der Werte kann nur von einer Geldware ausgeübt werden, die selbst einen Wert hat, d.h. in der gesellschaftliche Arbeit vergegen­ständlicht ist. Diese Geldware ist heute überall das Gold. Nur das Gold funk­tioniert als Maß der Werte. Dabei muß das Gold selbst nicht körperlich vor­handen sein. Die Gleichsetzung des Wertes einer Ware mit dem Wert eines bestimmten Quantums Gold erfolgt nur ideell, in der Vorstellung. Jedem Funktionieren von realem Geld, welher Art das Geld auch immer ist, geht das Funktionieren des Geldes als Maß der Werte voraus, wobei das Gold in ideeller Form als Wertmaß dient.

Maßstab der Preise

Der Wert einer Ware wird durch ihren Preis ausgedrückt. Ein bestimmtes Goldquantum wird als Maßeinheit festgesetzt, es bildet den Maßstab der Preise, an dem die Goldquanten, die den Wert der einzelnen Waren darstellen, gemessen werden. Als Maßstab der Preise dient das Geld zum Vergleich der im Preis ausge­drückten Werte der Waren. Das als Maßstab der Preise fixierte Goldgewicht mißt die Goldquanta, die den Wert der einzelnen Waren ausdrücken. Maßstab der Preise ist ein gesetzlich fixiertes Goldgewicht. Dieses Goldgewicht erhält als Währungseinheit eines Landes einen Geldnamen. … Gold ist in allen Währungen Maß der Werte, der Goldgehalt der Währungen ist der Maßstab der Preise, der den Wert der Währungen ökonomisch bestimmt. Die Tatsache, daß das Geld einen Wert hat, muß der Ausgangspunkt für alle Untersuchungen über die Währung sein. So selbstverständlich diese Tatsache auch ist, glauben dennoch die Theoretiker des Kapitalismus nach wie vor alle Ursache zu haben, sie leugnen zu können.

Die Geldmengentheorie

Die Vertreter der klassischen Geldmengentheorie, insbesondere David Hume und Charles Montesquieu, gründeten ihre Theorie darauf, daß das Geld keinen Wert hat. Im Kampf der aufkommenden Industriebourgeoisie gegen den Merkantilismus, der bekanntlich im Gold die einzige Verkörperung des Reich­tums sah, d.h. also den Wert des Goldes als allgemeines Äquivalent hervorhob, entstand die Geldmengentheorie. Ihre Vertreter sahen das Geld nur als Zirku­lationsmittel an. Nur aus der Zirkulation, so meinten sie, ergäbe sich der Wert des Geldes. Hieraus folgerte Hume seine Behauptung, daß die Warenpreise (PW) eine Funktion der umlaufenden Geldmenge (M) seien, also PW = F(M), wobei Hume von der Goldzirkulation ausging. Der Wert des Geldes steige also bei Vergrößerung der Warenmenge, d.h. bei fallenden Preisen, und um­gekehrt. Auch David Ricardo war ein Vertreter der Geldmengentheorie. Er erkannte zwar richtig, daß auch Gold und Silber, wie alle Waren, einen Wert haben: Er behauptete aber, da auch er von der Zirkulation ausging, daß Gold bzw. Silber in der Zirkulation einen Wert ausdrücken können, der von ihrem eigenen Wert abweiche.

Die Fehlerhaftigkeit der Geldmengentheorie

Karl Marx hat das Wesen des Geldes eingehend analysiert und im Geldumlauf­gesetz die objektiven ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Geldumlaufs dar­gelegt. Die Analyse des Geldes führte zu der Erkenntnis, daß das Geld einen Wert hat, und daß infolgedessen die zirkulierende Geldmenge eine Funktion der Warenpreise ist, also

M = F (PW).

Dabei hat Marx die Geldmengentheorie kritisiert und ihre Fehlerhaftigkeit nachgewiesen.

„Die Illusion, daß umgekehrt die Warenpreise durch die Masse der Zirku­lationsmittel und letztre ihrerseits durch die Masse des in einem Lande befindlichen Geldmaterials bestimmt werden, wurzelt bei ihren ursprünglichen Vertretern in der abgeschmackten Hypothese, daß Waren ohne Preis und Geld ohne Wert in den Zirkulationsprozeß eingehn, wo sich dann ein aliquoter Teil des Warenbreis mit einem aliquoten Teil des Metallbergs austausche.“ [1]

Warum wird die Geldmengentheorie nach wie vor benutzt?

Doch die Geldmengentheorie entspricht nach wie vor den Klasseninteressen der Bourgeoisie. Deshalb finden sich, wie auch früher schon, immer wieder National­ökonomen, die diese Theorie — verschiedenartig variiert – zur „Rechtfertigung“ des Kapitalismus benutzen. Die modernen Geldtheoretiker sprechen zwar dem Münzgeld, d.h. der körperlich zirkulierenden Geldware Gold, den Wert nicht ab. (Abgesehen davon, daß die ökonomische Kategorie des Wertes von ihnen nicht richtig dargestellt wird, d.h. also, daß sie nicht die aufgewendete gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit als Grundlage des Wertes einer Ware erkennen, sondern vielmehr die verschiedenartigsten idealistischen Definitionen geben, so z.B. vom „Bedürfnis“ ausgehen usw. Das sei aber nur nebenbei erwähnt.)

Die „Rettung“ der Geldmengentheorie

Geld hat wohl einen Wert, sagen die modernen bürgerlichen Geldtheoretiker, aber es ist ja gar nicht mehr das Gold, das als Geld zirkuliert. Und das Papier­geld oder auch die Banknoten, die jetzt umlaufen, haben mit dem Gold nichts mehr zu tun. Der Wert des Papiergeldes ist nur gegeben, weil es als allgemein anerkanntes Verrechnungszeichen für die Waren von allen angenommen wird. Mit anderen Worten, die bürgerlichen Wirtschaftswissenschaftler haben das Geld vom Golde gelöst und damit die Geldmengentheorie vor der objektiven Wirklichkeit „gerettet“. Und sie brauchen diese „Rettung“, um den Kapitalismus zu „retten“, seine Widersprüche zu verschleiern und zu „rechtfertigen“. Die hekanntesten neueren Verfechter der Geldmengentheorie sind Irving Fisher [2] und John Meynard Keynes [3]. Auch Hilferding [4] begeht den Fehler, von der Zirkulation des Geldes auszugehen, und kommt so zu Schlußfolgerungen, bei denen er den Wert des Geldes vernachlässigt.

Der Wert des Geldes

Die schon von Marx als abgeschmackt bezeichnete Hypothese, daß Geld ohne Wert in den Zirkulationsprozeß eingeht, wird hier auf höherer Ebene erneut vorgebracht. Die hürgerlichen Ökonomen verstehen nicht, daß das Geld nur deshalb als Geld fungieren kann, weil es einen Wert hat und daß die Geldzeichen nur deshalb als Geld fungieren können, weil sie als Stellvertreter des Goldes dieses in der Zirkulation ersetzen. Bürgerliche Geldtheoretiker, „beweisen“ mit diesen Theorien nicht nur die Notwendigkeit der sogenannten monetären Konjunkturpolitik der modernen kapitalistischen Staaten. Sie stellen darüber hinaus sogar fest, daß das Geld in den sozialistischen Ländern inflatorisch sei, keinen Wert habe, ja sogar, daß es gar kein Geld geben könne. [5] Im Gegenteil: Die Verbindung des Geldes mit dem Wert ist der Ausgangspunkt, um die ökonomischen Kategorien des Geldes in den sozialistischen Ländern bewußt auszunutzen.

Wodurch wird der Wert des Geldes bestimmt?

Die Funktion als Maß der Werte ist die grundlegende Funktion des Geldes, ohne die es in seinen anderen Funktionen nicht wirken kann. Der Wert des Geldes ist bestimmt durch den Wert der Geldware, die ihm zugrunde liegt. Geldware ist für alle modernen Währungen das Gold. Der Wert des Goldes ist also sowohl der historische als auch der logische Ausgangspunkt für die Bestimmung des Wertes einer Währung.

Das Geldumlaufgesetz

Der Geldumlauf unterliegt objektiven ökonomischen Gesetzmäßigkeiten, die Marx im Geldumlaufgesetz formuliert hat. Diese Gesetzmäßigkeiten gelten allgemein, also auch bei reinem Papiergeldumlauf. Alle Versuche der bürger­lichen Ökonomen, die objektiven ökonomischen Gesetze zu leugnen, das Geld­umlaufgesetz außer acht zu lassen oder zu „widerlegen“, sind vergebliche Versuche, deren Aufgabe nur sein kann, die Widersprüche des modernen Kapitalismus zu verdecken und die brutalen Methoden der Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter, der Ruinierung der kleinen Kapitalisten zu „rechtfertigen“.

Was ist eigentlich das Papiergeld wert?

Das Geldumlaufgesetz kann, wie Marx schreibt, ,,auch so ausgedrückt werden, daß bei gegebner Wertsumme der Waren und gegebner Durchschnittgeschwin­digkeit ihrer Metamorphosen, die Quantität des umlaufenden Geldes oder des Geldmaterials von seinem eignen Wert abhängt“. [6] Bei Papiergeldumlauf vertritt die umlaufende Papiergeldmenge stets die Menge Geld, die eigentlich zirkulieren müßte, d.h., auch jede Papiergeldeinheit ver­tritt eine bestimmte Menge Gold in der Zirkulation, jede Papiergeldeinheit hat einen bestimmten Goldgehalt – unabhängig davon, ob ein solcher Gold­gehalt der Währungseinheit festgesetzt ist oder nicht und unabhängig davon, wie hoch dieser Goldgehalt gesetzlich festgelegt ist. Der Goldgehalt des Papiergeldes, der Ausdruck des Wertes des Papiergeldes ist, ist ökonomisch bedingt. Soll der Goldgehalt, also der Wert einer Währungseinheit bei Papiergeld­zirkulation erhalten bleiben, so ist „die Ausgabe dcs Papiergelds auf die Quan­tität zu beschränken…, worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold … wirklich zirkulieren müßte“ [7].

Die kapitalistische Inflation – Entwertung des Papiergeldes

Wird mehr Papiergeld ausgegeben – wie das in den kapitalistischen Ländern geschieht –, so verkörpert die Gesamtmenge stets die zur Zirkulation not­wendige Goldmenge, d.h., der Wert der Währungseinheit sinkt. Das Geld wird entwertet. Diese Entwertung nutzen die Monopolisten aus, um die Lasten ihrer staatlichen Ausgaben, vor allem ihre Rüstungsausgaben, auf die Werktätigen abzuwälzen und sie so zusätzlich auszubeuten. Entwertung des Geldes bedeutet steigende Preise, bedeutet in der allgemeinen Krise des Kapitalismus Inflation.

Warum gibt es im Sozialismus keine Inflation?

Das von Marx formulierte Gesetz der Papiergeldzirkulation gilt auch für den Umlauf der Geldzeichen der sozialistischen Währung. Es gilt allgemein, wo das Gold in der Zirkulation und als allgemeine Ware der Kontrakte durch Geldzeichen vertreten wird und das Gold nur noch als Maß der Werte funktioniert. Es galt auch für die DDR-Mark der Deutschen Notenbank. Als sozialistische Währung unterschied sich diese von den Papierwährungen der kapitalistischen Länder vor allem durch ihre Planmäßigkeit, d.h. durch die bewußte Ausnutzung ihr Gesetze des Geldumlaufs, darunter auch des Gesetzes der Papiergeldzirkulation, durch den Staat.

Das Geld im Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus

Die Festsetzung der planmäßigen Kosten der volkseigenen Betriebe und die Feststellung der Rentabilität, die Senkung der Selbstkosten und die Durch­setzung eines strengen Sparsamkeitsregimes erfolgt auf Grund der staatlichen Kontrollziffern durch das Rechnungswesen der volkseigenen Betriebe. Die klare und eindeutige Festlegung dieser Kennziffern im sozialistischen Rechnungs­wesen steht in krassem Gegensatz zu der Verschleierung der Gewinne und der Erfassung der Kosten, wie sie im Rechnungswesen der kapitalistischen Betriebe in dere BRD praktiziert wird. In beiden Fällen wird das Geld in seiner Funktion als Maß der Werte ausgenutzt. Aus dem Unterschied in dem Inhalt und der Bedeutung der beiden Arten des Rechnungswesens folgt eindeutig der völlig andersgeartete Inhalt der Funktion des Geldes als Maß der Werte.

Die unterschiedliche Wirkung des Wertgesetzes

Im Kapitalismus dient das Geld als Maß der Werte zur spontanen Berechnung der gesellschaftlichen Arbeit, welche nach den Worten Lenins hinter dem Rücken des Warenproduzenten erfolgt. Das Geld als Maß der Werte wirkt im Kapitalismus spontan, der Wert aller Waren wird über die Preisschwankungen auf dem Markt festgelegt. Darin kommt die regulierende Wirkung des Wertgesetzes zum Ausdruck.

In der volkseigenen Wirtschaft wirkt das Wertgesetz dagegen nur in bestimmten Grenzen regulierend. Durch die bewußte Anwendung des Wertgesetzes bildet sich der Wert aller Waren planmäßig, wobei die technisch und ökonomisch begründeten Normen ausgenutzt werden. Der Wert der Waren drückt sich in den festen Planpreisen aus. In der gesamten Volkswirtschaft der DDR funktionierte das Geld als Maß der Werte. Es wurde als Mittel zur planmäßigen Festsetzung der Preise ausgenutzt.

Das Vorherrschen des sozialistischen Sektors der Wirtschaft in der DDR wirkte sich dahin aus, daß die für den Kapitalismus charakteristische spontane Festsetzung des gesellschaftlichen Arbeitsaufwandes, d.h. des Wertes der Waren, selbst im privatkapitalistischen Teil unserer Wirtschaft weitgehend eingeengt ist. Auch hier diente die DDR-Mark über die Preisfestsetzungen zur Bestimmung des gesellschaftlichen Wertes.

Warum stimmen Preise nicht immer mit dem Wert der Waren überein?

Wenn wir bisher vom Wert der Waren gesprochen haben, so immer unter der stillschweigenden Annahme, daß der Wert einer jeden einzelnen Ware in ihrem Preis genau zum Ausdruck kommt. Wir wissen aber, daß dies nicht der Fall ist, daß die Preise vom Wert abweichen können und im allgemeinen auch abweichen. Im Kapitalismus ist das ein spontaner Prozeß. Im modernen Kapitalismus ist es den Monopolen infolge ihrer uneingeschränkten Beherrschung des Marktes möglich, Preise festzusetzen, die über den Wert der Waren hinausgehen.

In der sozialistischen Wirtschaft war die Spontaneität der Preisbildung ersetzt durch die planmäßige Preisfestsetzung. Grundlage für die Planpreise war der Wert der Waren. Abweichend vom Wert konnten die Preise aber höher oder niedriger festgesetzt werden, um den Verbrauch auch auf bestimmte Artikel zu lenken oder bei anderen Artikeln einzuschränken. Die Preispolitik wurde damit zu einem wichtigen Hebel zur Durchsetzung des Gesetzes der planmäßigen, proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft durch die bewußte Anwendung des Wertgesetzes. Auch hierbei funktionierte das Geld als Maß der Werte.

Quelle: Zimmermann/Fraas/Rätzer: Geld und Kredit in der Deutschen Demokratischen Republik. Lehrbuch. Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1957, S.138-145 (gekürzt)

Die Weltwirtschaftskrise 1928 und die Folgen

Eine Periode der relativen Stabilisierung

Die Stabilisierung der deutschen Währung im Jahre 1923 fiel zeitlich zu­sammen mit dem Beginn der Periode der relativen Stabilisierung des Kapitalis­mus. In dieser Periode begann der deutsche Imperialismus erneut seine Ex­pansion auf dem Weltmarkt. Er wurde daran zwar beträchtlich gehindert durch die Verpflichtungen zu weiteren Reparationszahlungen, die übrigen imperia­listischen Mächte konnten aber sein erneutes Vordringen nicht völlig verhin­dern. Im Gegenteil, sie mußten mit Deutschland verhandeln. Ausdruck dieser Verhandlungen war der Locamo-Pakt von 1924, in dem Deutschland vor allem freie Hand gelassen wurde zur Expansion nach dem Osten. Deutschland sollte als imperialistischer Wall gegen die sozialistische Sowjetunion die Errungen­schaften der Arbeiterklasse in der Sowjetunion beseitigen helfen.

Wie war die finanzielle Lage im Deutschen Reich?

Um die finanziellen Auswirkungen der Reparationszahlungen auf die deutsche Währung auszugleichen, wurden Deutschland verschiedene Anleihen gewährt. Aus Mitteln der Dawes- und Young-Anleihen, aus dem schwedischen Streich­holz-Monopol u.a. flossen Deutschland Gold und Devisen aus dem Ausland zu. Im Innern kam es zu einer Belebung in allen Wirtschaftssphären. So konnte für die Reichsbanknoten erneut eine Deckung festgelegt werden. Es wurde bestimmt, daß diese zu 40 Prozent durch Gold und Devisen und zu 60 Prozent durch Warenwechsel zu decken seien.

Der deutsche Imperialismus auf dem Vormarsch

In dieser Zeit setzte sich auch der Konzentrations- und Zentralisationsprozeß des Bankkapitals weiter fort. Neben der Einbeziehung vieler kleiner und mitt­lerer Banken in die Großbanken ist hier vor allem die Fusionierung der Darmstädter Bank und der Nationalbank zur Darmstädter- und Nationalbank (Danatbank) zu erwähnen, die bereits 1922 stattfand, sowie die Fusionierung der Deutschen Bank mit der Discontogesellschaft. Eine relativ stabile Währung und die weitere Zentralisation des Bankkapitals waren die wesentlichen Züge des Geld- und Kreditwesens in der Periode der relativen Stabilisierung des Kapitalismus. Das änderte sich mit dem Einbruch der Weltwirtschaftskrise grundlegend.

Die beginnende Weltwirtschaftskrise

Die lang- und vor allem kurzfristigen Auslandsanleihen, die zu 50 Prozent aus den USA kamen, flossen in immer stärkerem Maße ins Ausland zurück. Die Mittel dieser Anleihen waren aber in der Produktionssphäre angelegt und konnten nicht immer sofort flüssig ge­macht werden. Die Geldkrise brach aus, als am 12. Juli 1931 die Danatbank nicht mehr in der Lage war, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Sie schloß ihre Schalter. Das gesamte deutsche Finanzkapital wurde von diesem Zusammenbruch betroffen. Am 14. und 15. Juli waren sämtliche Banken in Deutschland geschlossen. In diesen beiden Tagen griff das Reich ein, um auf Kosten der Steuerzahler die Verluste der Monopolbanken zu decken. Die Dresdner Bank war selbst ebenfalls nahezu zahlungsunfähig. Sie übernahm die Danatbank, nachdem sie vom Reich gestützt worden war. Das Aktien­kapital der Dresdner Bank wurde von 100 Millionen RM um 300 Millionen RM erhöht, die Aktien übernahm das Reich als Vorzugsaktien und stellte dafür Schatzanweisungen zur Verfügung, um die Liquidität der Dresdner Bank wiederherzustellen.

Finanzmanipulationen zur Rettung der Reichsmark

Von den 100 Millionen RM alten Aktienkapitals wurden 33,3 Millionen RM Aktien, die im Besitz der Bank waren, eingezogen, die restlichen 66,7 Millionen RM wurden 10 : 3 zusammengelegt auf 20 Millionen RM. Die 300 Millionen Vorzugsaktien des Reiches wurden sofort in 200 Millionen Stammaktien umgewandelt, 100 Millionen RM stellte das Reich der Bank kostenlos zur Ver­fügung. Das Aktienkapital der Bank betrug also nach dieser Manipulation 220 Millionen RM, wovon 200 Millionen RM Aktien dem Reich gehörten. 300 Millionen RM Schatzanweisungen stellten die Liquidität der Bank wieder her.

Entwertung der deutschen Währung

1932 wurde das Aktienkapital der Dresdner Bank auf 150 Millionen RM herabgesetzt, und 1939 kaufte die Dresdner Bank aus „stillen Reserven“ die Aktien des Reiches zurück. Die Bank wurde „reprivatisiert“, d.h., die Gewinne flossen wieder in private Taschen, die Verluste waren dagegen auf Kosten der Steuerzahler „sozialisiert“ worden. Der Bankenkrach 1931 leitete die chronische Entwertung der deutschen Währung ein, die für alle kapitalistischen Währungen in der zweiten Phase der allgemeinen Krise des Kapitalismus typisch ist.

Es kracht an allen Ecken und Enden…

Die allgemeine Krise des Kapitalismus ist eine allseitige Krise, die auch das gesamte kapitalistische Währungssystem erfaßt. Die Ursachen der Währungskrise des Kapitalismus sind die Verschärfung der Widersprüche zwischen dem Umfang der Produktion und den Möglichkeiten der Konsumtion im Inneren der einzelnen kapitalistischen Länder, die ein Ausdruck des Widerspruchs zwischen Arbeit und Kapital sind; ferner die Zerrüttung der internationalen wirtschaftlichen Beziehungen als Folge der ungleichmäßigen Entwicklung der kapitalistischen Länder, die sich in der Unmöglichkeit offenbart, die Zahlungs­bilanzen auszugleichen. Dies ist Ausdruck des Widerspruchs zwischen den imperialistischen Mächten.

Ein finanzielles Desaster

So war der Bankenkrach 1931 in Deutschland nichts Isoliertes, er beschränkte sich nicht allein auf Deutschland. Er war die spezifisch auf Deutschland zutreffende Erscheinung, infolge der die Goldkernwährung beseitigt und durch die Papierwährung ersetzt werden mußte. Parallele Erscheinungen dazu waren die Kurs­senkungen einer Reihe abhängiger Agrarländer im Sommer 1931, die Auf­hebung der Einlösungspflicht für die englischen Banknoten im September 1931, die Dollarabwertung im Januar 1934 und die Abkehr der sogenannten Goldblockländer Frankreich, Italien usw. vorn Goldstandard im Jahre 1936.

Die Reichsmark schwimmt davon…

Die unmittelbare Folge der Zahlnngseinstellung der Danatbank war dle Auf­hebung des freien Devisenverkehrs, der seit 1924 auf der Grundlage der Gold­kernwährung in Deutschland wieder bestand. Die Reichsbank hatte bis zuletzt versucht, durch Interventionen den freien Devisenverkehr aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zwecke mußte sie von Ende Mai bis Mitte Juli 1931 fast 2 Mil­liarden RM Gold und Devisen abgeben. Am 15. Juli 1931 wurde die Devisen­bewirtschaftung eingeführt. Damit war die Reichsmark zu einer reinen Papier­währung geworden. Die Devisenbewirtschaftung ist ein Instrument der in den Händen der Monopole befindlichen kapitalistischen Staaten geworden, um der wirtschaftlichen Aggres­sion anderer Staaten zu begegnen oder auch selbst im Außenhandel aggressiv aufzutreten. Die Methoden der Devisenbewirtschaftung wechselten dabei häufig entsprechend der gegebenen Situation.

Faschistische Ausplünderung fremder Länder

Besonders der faschistische deutsche Staat verstand es, mit Hilfe der Devisenbewirtschaftung – in Verbindung mit zahlreichen anderen Maßnahmen – abhängige Länder auszuplündern und den Außenhandel völlig für die Rüstungswirtschaft auszunutzen. Kennzeichnend da­für ist Schachts „Neuer Plan“ von 1934. Sein Inhalt war kurz gesagt: Über­wachung der Einfuhr bei forcierter Ausfuhr. Eingeführt wurden nur noch Roh­stoffe, die für die Rüstung notwendig waren, dagegen wurde die Einfuhr von Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern fast völlig unterbunden. Dabei gingen aber die Devisenbestände der Reichsbank immer weiter zurück.

Totalitäre Kontrolle des Bankwesens

Der Zusammenbruch der Goldkernwährung mit dem Moment der Zahlungsein­stellung zog aber auch innerhalb Deutschlands eine Entwicklung nach sich, die dem Finanzkapital eine weitere Ausdehnung seiner Herrschaft über das Geld­und Kreditwesen brachte. Der deutsche Faschismus bemächtigte sich 1933 auch des Geld- und Kreditsystems, um im Interesse des Monopolkapitals diesem den Maximalprofit sichern zu helfen. Ausdruck dieser Tatsache ist das Reichsgesetz über das Kreditwesen vom 3. Dezember 1934 [8] mit den Änderungen von 1935, 1938, 1939 und 1944.

Die Ereignisse von 1931 wurden zum Anlaß genommen, um durch staatliche Bestimmungen die Liquidität der Banken zu sichern, damit solche Zusammen­brüche sich nicht wieder ereignen. Dabei wurde von vornherein auf die angebliche „Überbesetzung“ des Kreditwesens hingewiesen, die die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen würde. Ein Untersuchungsausschuß für das Bankwesen nannte in seinem Bericht folgende Aufgaben, die das Kreditwesengesetz zu lösen habe:

,,1.Beaufsichtigung aller Kreditinstitute,
2.Unterwerfung aller Kreditinstitute unter einen Genehmigungszwang,
3.Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität,
4.Trennung von Geldmarkt und Kapitalmarkt und damit Besicherung des Spargeschäfts,
5.SichersteIIung eines geordneten Zahlungsverkehrs,
6.Überwachung des Kreditgeschäfts und weitgehende Publizität,
7.zweckmäßige Zusammensetzung des Aufsichtsrats“. [9]

Das ist die offene Sprache der Faschisten, die im Interesse des Monopolkapitals das gesamte Geld- und Kreditwesen reglementieren.

Das Kreditwesengesetz brachte die volle Herrschaft der Großbanken über den gesamten Geld- und Kreditverkehr. Sie übten die Aufsicht aus (Pkt.7) über alle Kreditinstitute. Sie gewannen somit Einblick in die Geschäftstätigkeit der kleineren Banken (Pkt.6) und hatten auf diese Weise die Möglichkeit, sie zu lenken und evtl. zu stören oder gar niederzukonkurrieren. AIIe Banken wurden der Aufsicht unterworfen (Pkt.1); Neugründungen (auch Eröffnung von Filialen) waren genehmigungspflichig (Pkt.2), wobei besonders die „Eignung der Leiter“ eingehend geprüft wurde.

Die Schulden des faschistischen Staates

Mit dem Kreditwesengesetz schuf sich der faschistische Staat das Instrument, mit dem das deutsche Geld- und Kreditwesen im Interesse seines Auftraggebers, des Finanzkapitals restlos beherrschte. Die Großbanken konnten im Verein mit der Reichsbank unbehindert die Kriegsvorbereitungen – und später die Kriegsführung – finanzieren und die Lasten auf die werktätige deutsche Bevölkerung abwälzen.
Als die Faschisten in Deutschland die Macht an sich rissen, war die Weltwirtschaftskrise bereits wieder im Abklingen. Der faschistische Staat mußte seinen Finanzbedarf zunächst über den Staatshaushalt decken, dessen Einnahmeseite (in der Hauptsache Steuern und Zölle) begrenzt war. Das Haushaltsdefizit wurde gedeckt durch lang- und kurzfristige Schulden des faschistischen Staates. Die Schulden des Staates konnten eingehen in die Deckungsmasse für die in Umlauf gegebenen Banknoten, soweit sie lombardfähig waren.

Das „Wunder“ des deutschen Autobahnbaus

Zur Finanzierung der Autobahnbauten wurde in den ersten Jahren der faschistischen Herrschaft die „Gesellschaft für öffentliche Arbeiten“ geschaffen. Auf diese Gellschaft wurden sogenannte Öffa-Wechsel gezogen, die von der Gesellschaft eingelöst und über den Staatshaushalt finanziert wurden. Diese Wechsel wurden als erstklassige Warenwechsel anerkannt und zur Deckung des Geldumlaufs zugelassen. Damit trat eine Ausweitung des Banknotenumlaufs ein.

1935 wnurde die „Gesellschaft für öffentliche Arbeiten“ aufgelöst und die „Metallurgische Forschungsgesellschaft“ gegründet. Auf diese Gesellschaft mußten die Unternehmen, die Rüstungsaufträge hatten, Wechsel ziehen, die sogenannten Mefo-WechseL

Bis 1939 wurden diese Wechsel aus dem Staatshaushalt gedeckt über die regu­lären staatlichen Einnahmen und durch die lang- und kurzfristige Reichsschuld. Diese Wechsel konnten von der Reichsbank als Deckungsmasse für das um­laufende Geld verwendet werden. Der kurzfristige Staatskredit konnte dagegen zunächst nicht als Deckungsmasse fungieren.

Die juristische Fixierung der Finanzmachenschaften

Im Juni 1939 erfolgte insofern eine Änderung, als der tatsächliche Zustand juristisch fundiert wurde. Jetzt konnten kurzfristige Schulden des deutschen Staates in die deckungsfähige Masse der Reichsbank eingehen. Der faschistische Staat hatte nun die Möglichkeit, die Inflation zu forcieren, ohne an die früher gültigen Rechtsnormen gebunden zu sein. Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang die kurzfristigen Schatzwechsel. Auf dieser Grundlage entwickelte sich die kurzfristige Schuld außerordentlich rasch. Sie betrug 1940 bereits 17,7 Milliarden und im Mai 1945 225,5 Milliarden RM. Bei Fälligkeit wurden die kurzfristigen Schulden in langfristige Schulden umgewandelt, so daß auch die langfristige Schuld des Reiches anwuchs.

Die Finanzierung des Krieges ist gesichert!

Mit diesen Methoden führte der Faschismus eine lautlose Kriegsfinanzierung durch, d.h., er finanzierte sich zunächst durch kurzfristige Verschuldung. Die Umwandlung in langfristige Schulden vollzog sich durch Ausgabe von Anleihen, die nicht öffentlich zur Zeichnung aufgelegt wurden. Mit Hilfe dieser Anleihen zog der Staat vielmehr die Mittel aller Finanzinstitute an sich, d.h., er raubte die Banken, Versicherungsgesellschaften, die Anstalten der Sozialversicherung sowie die Sparkassen aus und zog auf diese Weise die Mittel der Werktätigen an sich. Die Reichsanleihen, die von diesen Institutionen gezeichnet werden mußten, wurden mit dem Untergang des faschistischen Staates wertlos.

Die Reichsanleihen dienten zugleich – neben den kurzfristigen Mefo-Wechseln – als Grundlage der Banknotendeckung. So erhöhte sich der Geldumlauf vor dem zweiten Weltkrieg und während seiner Dauer beträchtlich. Von 8 Mil­liarden RM 1933 stieg er auf 12,2 Milliarden RM 1939 und wuchs dann wäh­rend des Krieges besonders rapid; 1943 betrug er 33,7 Milliarden RM und 1945 über 60,0 Milliarden RM.

Die verschleierte Inflation des faschistischen Deutschlands

Die faschistische Geld- und Kreditpolitik führte zu einer Inflation, die in ihren Ausmaßen kaum hinter der von 1914 bis 1923 zurückstand. Sie wies jedoch gegenüber dieser bedeutende Unterschiede auf, die das Wesen einer Inflation verschleierten. Die wichtigsten Unterschiede waren:

  • Erstens: Die Inflation erfolgte bei zwangsweisem Lohn- und Preisstop in Ver­bindung mit einer Rationierung aller Konsumtionsmittel für die Bevölkerung. Das ermöglichte den Kapitalisten, die Löhne zu drücken. Infolge der Ratio­nierung und der ständig zurückgehenden Versorgung der Bevölkerung konnten die Arbeiter durch zusätzliche Verdienste – Überstundengelder – ihren Lebensstandard nicht erhöhen. Es entstand ein ständig steigender Geldüberhang, der einerseits zur Bildung eines schwarzen Marktes führte, andererseits zur Ab­schöpfung dieses Geldüberhangs durch die verschiedensten Methoden, wie das „eiserne Sparen“, „Volkswagenfinanzierung“ usw., wodurch wieder Mittel für die Rüstungsfinanzierung beschafft wurden. Die Spareinlagen stiegen z.B. von 1931 bis 1944 um das 9,5fache.
  • Zweitens: Während des Krieges wurden die besetzten Gebiete schamlos aus­gelündert. Der faschistische Staat forderte von den besetzten Ländern Besatzungskosten, die Wirtschaft erzwang Lieferungen, die Monopole rückten hinter den Truppen her und rissen die wertvollsten Produktionsmittel an sich, jüdische Betriebe wurden zwangsweise „arisiert“ usw. Hinzu kam die Aus­plünderung durch die einzelnen Soldaten, die große Mengen von Konsumtionsmitteln in die Heimat schickten. Durch all dies wurde die Warenmenge in Deutschland erhöht und damit die Inflation bis zu einem gewissen Grade gemindert.
  • Drittens: Es wurde ein sogenannter Dividendenstop in Höhe von 6 Prozent fest­gesetzt. Dividenden, die 6 Prozent überschritten, sollten in Staatspapieren angelegt und der Erlös dieser Staatspapiere sollte wiederum zur Kriegsfinanzierung benutzt werden. Die Folge dieser Maßnahme war, daß die Monopole ihre stillen Reserven erhöhten und die nicht ausgeschütteten Gewinne in Sachwerten anlegten. So erhielten sie die Möglichkeit, die Folgen der Inflation von sich ab­uwenden.
    In Westdeutschland wurde dies nach der Währungsreform offenbar. Während Bargeld wie auch Spareinlagen im Verhältnis 10 : 0,6 umgewertet wur­den, konnten die Monopole ihr Aktienkapital durch Offenlegung dieser stillen Reserven nicht selten 1 : 1 oder gar noch günstiger umstellen.

Das Ende der faschistischen Dikatatur

Mit dem Zusammenbruch des Faschismus im Jahre 1945 wurde die monetäre Situation, in der sich Deutschland befand, offenbar. Die Inflation, bis dahin versteckt gehalten durch die Methoden der lautlosen Kriegsfinanzierung, wurde jedem deutlich. Der Geldumlauf war auf über 60 Milliarden RM gestiegen, die Verschuldung des Reiches betrug 225,5 Milliarden RM. Demgegenüber stand die Vernichtung fast aller materiellen Werte und eine völlig daniederliegende Produktion.

Quo vadis, Germania?

Jetzt galt es, dieses Erbe zu übernehmen und das vom Faschismus hinterlassene Chaos durch eine neue Ordnung zu beseitigen. Deutschland mußte sich entscheiden, das Geld- und Kreditwesen entweder noch einmal zu Lasten der Werk­tätigen neu zu gestalten oder aber die Monopolherren und Junker endgültig zu verjagen und gemeinsam mit allen Werktätigen in deren Interesse ein völlig neues Geld- und Kreditwesen aufzubauen.

Die Spaltung Deutschlands

Beide Wege wurden in Deutschland gegangen. Dementsprechend war auch die Währungspolitik verschieden. Im Westen wurden erneut alle Lasten auf die Werktätigen abgewälzt, die Überwindung der Inflation durch die Währungsreform 1948 zeigte wiederum alle Merkmale der Ausbeutung und Neuverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der herrschenden Monopole und zu Lasten der Werktätigen. Das Finanzkapital hatte sich erneut gefestigt und war dabei, die letzten Reste einer vorübergehenden Dezentralisierung zu beseitigen, um die Herrschaft über die westdeutsche Wirtschaft und den westdeutschen Staat un­umschränkt ausüben zu können.

Im Osten unseres Vaterlandes dagegen wurden die Monopole entmachtet, es gab sie nicht mehr. Das deutsche Volk hatte selbst die Macht übernommen und baute unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei einen Staat auf, in dem auch das Geld- und Kreditwesen einen neuen fortschrittlichen Inhalt er­hielt, der vorbildlich war für ein demokratisches Deutschland.

Es entstand die Deutsche Demokratische Republik – 40 Jahre in Frieden, Freiheit und Demokratie! Ein Leben in einer Gesellschaft ohne Krisen, ohne Ausbeutung – ein menschenwürdiges Leben!

Quelle: Zimmermann/Fraas/Rätzer: Geld und Kredit in der Deutschen Demokratischen Republik. Lehrbuch. Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1957, Seite 34-40 (leicht bearbeitet; gekürzt)

[1] Karl Marx, Das Kapital, Berlin 1953, Bd. I, S, 128f. (abgeschmackt = geschmacklos, albern)
[2] Fisher, Die Kraft des Geldes, Jena 1926.
[3] Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, München und Leipzig 1938.
[4] Hilferding, Das Finanzkapital, Dietz Verlag, Berlin 1955.
[5] vgl. hierzu die Ausführungen bei Kohlmey, Das Geldsystem der DDR, Berlin 1956, S. 87 und 141.
[6] Karl Marx, Das Kapital, Berlin 1953, Bd. 1, S.128.
[7] ebd. S.133.
[8] vgl. RGBl. S.1203
[9] Pröhl, Reichsgesetz über das Kreditwesen, Kommentar, 2. Aufl.1939, S.7f.

pdfimage Wir müssen über Geld reden

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10 Antworten zu Wir müssen über das Geld reden…

  1. Guenter Storm schreibt:

    sehr gut formuliert und erklärt

  2. dersaisonkoch schreibt:

    Hat dies auf Der Saisonkoch rebloggt und kommentierte:
    Und passend zu Nicaragua, erzählt Euch Genosse Sascha mal etwas von dem Blendwerk Eurer Ausbeuter. Oder gibt es unter meinen Lesern, Leute, die etwa gerecht entlohnt werden für ihre Arbeit?
    Vergesst dabei nicht, was Ihr für Schule, Gesundheit, Urlaub, Steuern, Miete, Energie usw. abdrückt:-))

  3. Erfurt schreibt:

    Zu den Lügen die uns täglich aufgetischt werden gehören natülich auch die Märchen über die Steuer. Aktuelle Schlagzeile Biontech sorgt für Mehreinnahmen. Die Stadt Marburg kann offenbar mit Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro an Gewerbesteuern rechnen.

    Hinzu gesellt sich das Märchen von den Arbeitsplätzen. Aber wir denken mal nach. Worin nochmal bestehen die Ziele dieses Unternehmens? Richtig: Pofite! Und es ist ein Privatunternehmen, das heißt daß diese Profite nicht an die Allgemeinheit fallen sondern in privaten Taschen landen. Von da aus fließt ein Teil dieser Profite zurück in den großen Kreislauf des Kapitals wo sämtliche Instanzen die da mit drinhängen allesamt ebenfalls privater Natur sind. Und ja, auch Städte und Gemeinden verfolgen private Ziele, denn sie sind Teil des Staatsapparates der nur eine einzige Aufgabe hat, nämlich die Macht der herrschenden Klasse zu sichern, also die bestmöglichsten Bedingungen dafür zu schaffen daß Private Unternehmen Profite machen.

    Ach wie oft haben wir im Staatsbürgerkundeunterricht gegähnt bei diesem Thema. Aufgewachsen in der Obhut eines Staates dem solche Dinge fremd waren, war unser Gähnen sogar berechtigt. Ach! Wer hätte das gedacht: Im Westen nichts Neues. Wir sollten öfter mal darüber nachdenken!

    Schöne Grüße 😉

    • sascha313 schreibt:

      So ist es! Auch die kapitalistische Theorie von der „Geldschöpfung“ ist ein solcher Unsinn und eine Ablenkung von der allgemeinen Krisensituation, die begründet liegt im Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Vielleicht muß man erst ein paar Erfahrungen mit dem Kapitalismus gemacht haben – und zwar aus Sicht der werktätigen Klasse -, um verstehen zu können, daß Geld die in den Produkten vergegenständlichte gesellschaftliche Arbeit ist und nicht aus dem Nichts heraus „geschöpft“ werden kann… Je tiefer diese Erkenntnis ist, desto interessanter wird es!

      • Erfurt schreibt:

        Danke Sascha. Wir sollten uns auch von der Vorstellung lösen daß der Preis einer Ware etwas mit dem Inhalt oder dessen Qualität zu tun hat. Gerade in diser Hinsicht haut man uns ja dermaßen die Taschen voll daß die Nähte platzen. Lieferkettengesetz, Fairtrade usw. daß ist alles Schwachsinn zum Quadrat und – nein, nein und nochmals nein, unsere Umwelt und Klima sind nicht deswegen in Gefahr, weill wir T-Shirts für 99 Cent kaufen, sondern weil kriminelle Unternehmer bei der Herstellung dieser T-Shirts Menschen brutalst ausbeuten.

        In Fakt werden diese Nickies doch nicht produziert, damit wir was zum Anziehen haben! Erst gestern kam in der Sendung panorama ein Beitrag zu diesem Thema. Die Moderator-Tusse stellte eingangs die Frage, ob die vielen Schuhe etwa des Umsatzes wegen in dieser Unzahl produziert werden. Und keine 5 Minuten später zeigt man uns in beeindruckender Art und Weise, daß Turnschuhe gar nicht in den Geschäften landen sondern ohne Umschweife direkt im Schredder. Daran sehen wir doch, daß Profite gar nicht beim Verkauf einer Ware entstehen, sondern bereits an einer ganz anderen Stelle, nämlich bei der Produktion, also da wo man Menschen ausbeutet!

        Und natürlich auch bei den Spekulationsgeschäften um Produkte jedwelcher Art was die Containerstaus auf den Weltmeeren belegen. Von wegen Lieferketten! Warentermingeschäfte sind es die dahinterstecken! Da wird geschachert und gepokert, was das Zeug hält und der Staat hat da überall seine schmutzigen Finger drin. Und uns erzählt man dann rund um die Uhr, daß Fleisch essen der Umwelt schadet und daß wir doch bitte den Müll trennen sollen.

        Euch allen ein schönes Wochenende 😉

  4. Erfurt schreibt:

    Die Sache mit den Vorschießen von Kapital über die Marx ebenda schreibt, ist praktisch die Grundökonomie des Kapitalismus. I.d.R. darf hierzulande ein Bauherr erst beginnen, wenn die Finanzierung steht. Daß mit dem Produkt bereits gehandelt wird noch bevor es fertiggestellt wurde, ist eine ganz andere Geschichte. Diese Spekulationgeschäfte sind jedoch notwendig um die Preise in die Höhe zu treiben. Von daher geht es nur darum den Baubeginn soweit wie möglich hinauszuzögern.

    Und natürlich werden dabei die Käufer von Eigentumswohnungen getäuscht, mit Versprechungen gelockt und ein Wohnungskauf als ein Steuersparmodell beworben. Was gleichermaßen heißt daß es dabei gar nicht darum geht das Bedürfnis Wohnen zu befriedigen.

    Und oft genug wird eine Baufirma plötzlich und unerwartet in dem Moment insolvent wenn der Bau beginnen soll. D.h., daß ein Teil derer die die Vorfinazierung mitgetragen haben, dumm aus der Wäsche gucken.

    MFG

  5. Pingback: Wir müssen über das Geld reden… — Sascha’s Welt | Schramme Journal

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