Die antifaschistisch-demokratische Umwälzung (1945-1949)

SEDNicht zu jeder Zeit und nicht in jeder historischen Situation gibt es solche günstigen Gelegenheiten für das werktätige Volk, sich aus eíner verzweifelten Lage zu befreien, wie 1945, nach der Zerschlagung des Faschismus durch die Sowjetarmee. Einerseits hatte die Kommunistische Partei, trotz beträchtlicher Verluste ihrer besten Mitglieder und führender Köpfe aus ihren Reihen, eine klare Vorstellung, wie der Kapitalismus zu überwinden war, andererseits stand dem Volk in der sowjetischen Besatzungszone die siegreiche und erfahrene Sowjetmacht zur Seite, ohne deren Hilfe es nicht möglich gewesen wäre, in einem Teil Deutschlands den Sozialismus zu errichten. Man kann heute mit Fug und Recht davon sprechen, daß diese historische Chance trotz aller Widrigkeiten mit großem Erfolg genutzt wurde und somit beispielgebend für künftige Generationen sein wird.

Kann man historische Ereignisse miteinander vergleichen?

Ja, man kann – aber es gibt einige grundsätzliche Dinge, die man dabei beachten muß. Aber lesen Sie selbst! Hier nun eine Zusammenfassung der Ereignisse nach 1945 im Osten Deutschlands:


Die Befreiung

Die letzte Entscheidungsschlacht des zweiten Weltkrieges in Europa endet­e am 2.Mai 1945 mit der Kapitulation der Reste der faschistischen Truppen in Berlin. Als auf dem schwer zerstörten Reichstagsgebäude die rote Fahne des Sieges gehißt wurde, waren der faschistische Staat und seine Armee in völliger Auflösung begriffen. Am 8.Mai 1945 mußten die Vertreter des Oberkommandos der Wehrmacht in Berlin-Karlshorst die Urkunde über die bedingungslose Kapitulation unterzeichnen.

Das Ende der faschistischen Diktatur

Der Sieg der Sowjetunion und ihrer Verbündeten in der Antihitlerkoalit­ion brachte die Befreiung des deutschen Volkes von der zwölfjährigen barbarischen Diktatur des faschistischen deutschen Imperialismus. Das seit 1871 bestehende Deutsche Reich, dessen herrschende Klassen zweimal angetreten waren, die Weltherrschaft zu erobern, ging unter, wie es entstanden war: in Eisen und Blut.

Die verheerende Hinterlassenschaft des 2. Weltkriegs

55 Millionen Tote, darunter allein 20 Millionen Sowjetbürger und 6 Millionen Polen, hatte der vom deutschen Imperialismus entfesselte zweite Weltkrieg gefordert. Unübersehbare Trümmer, Not und Elend, unermeßliche Leiden hatten die faschistischen Aggressoren den Völkern hinterlassen, unschätzbare materielle Werte waren vernichtet. Nie vorher in der Menschheitsgeschichte ­hatte es solch furchtbare Kriegsverheerungen und Verluste an Menschenleben gegeben. Auch das deutsche Volk hatte gewaltige Blutopfer und schwere Verwüstungen zu beklagen.

6,5 Millionen Männer und Frauen, Kinder und Greise waren auf den Schlachtfeldem und in den Bombennächten, in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern umgekommen. Die Industrieproduktion, das Transport- und Verkehrswesen, in vielen Gebieten auch die landwirtschaftliche Produktion lagen völlig darnieder. Viele Städte glichen riesigen Trümmerwüsten. Überall mangelt­e es am Notwendigsten; an Nahrung, Kleidung und Medikamenten, an Wasser, Strom und Gas. Ungezählte Men­schen zogen obdachlos auf den Landstraßen umher. Hungersnot und Seuchen drohten.

Die katastrophalen Folgen der faschistischen Ideologie

Nicht minder verheerend war die geistige Hinterlassenschaft des Faschismus. Mit dem Zusammenbruch des Faschismus war keineswegs seine Ideologie vernichtet. Chauvinismus und Antikommunismus beherrschten nach wie vor die Hirne zahlloser Menschen. Viele hatten den Lügen der Naziclique bis zuletzt Glauben geschenkt. Jetzt waren sie verzweifelt und hoffnungs­los.

„Wir fanden ein Volk in Agonie vor. Das ist die Wahrheit,“ be­richtete Anton Ackermann. „Es war vom Gift einer Verzweif­lung gelähmt, die einer Mischung der Schocks der Bombennächte und Kriegsereignisse, des eingebleuten Bolschewistenschrecks und dem Bewußtwerden eigener Mitschuld an all dem, was über Deutschland gekommen war, gleichkam.“ [1]

Eine einzigartige Chance zur Abschaffung des Kapitalismus

Die materiellen und geistigen Verwüstungen, die der Faschis­mus zurückließ, waren katastrophal. Aber mit der Niederlage des Faschismus bot sich dem deutschen Volk nunmehr die Chance, für immer mit der imperialistischen Vergangenheit zu brechen und den Weg der Demokratie und des Sozialismus zu gehen. Das ist jenen bürgerlichen Historikern entgegenzuhalten, die die Niederlage des Faschismus auf eine nationale Katastro­phe schlechthin reduzieren wollen.

Ein verändertes Kräfteverhältnis in der Welt

Die Chance, eine Wende in der deutschen Geschichte einzu­leiten, ergab sich zum einen aus der grundlegenden Verände­rung der internationalen Kräftekonstellation, die der zweite Weltkrieg, insbesondere die Befreiungstat der Sowjetarmee, zur Folge hatte: aus dem Erstarken des Sozialismus, vor allem dem Machtzuwachs und der gefestigten internationalen Autorität der Sowjetunion; aus der neuen Welle von Revolutionen, die zur Herausbildung eines aus mehreren Staaten bestehenden soziali­stischen Weltsystems führte; aus dem Aufschwung der nationa­len Befreiungsbewegung und der revolutionären Arbeiterbewe­gung in zahlreichen Ländern; aus der Schwächung des imperiali­stischen Systems, das in eine neue Etappe seiner allgemeinen Krise eintrat.

Die schwerste Niederlage des deutschen Imperialismus

Für das deutsche Volk war es von geschichtlicher Bedeutung, daß sich unter den Siegermächten, die nach der Befreiung die oberste Regierungsgewalt in Deutschland übernahmen, die so­zialistische Sowjetunion befand, die die gemeinsamen Beschlüs­se der Antihitlerkoalition mit aller Konsequenz verwirklichte. Die Lebensinteressen des ersten Arbeiter-und-Bauern-Staates der Welt stimmten mit denen des deutschen Volkes überein. Die Sowjetunion ließ den demokratischen Kräften des deutschen Volkes jedwede Hilfe zuteil werden. Das unterschied die Situa­tion grundsätzlich von der nach dem ersten Weltkrieg. Die Chance für eine geschichtliche Wende ergab sich zum an­deren aus dem Kräfteverhältnis in Deutschland selbst. Der deutsehe Imperialismus hatte die schwerste Niederlage seiner Ge­schichte erlitten. Seine militärische Macht war zerschmettert, sein politischer Herrschaftsmechanismus weitgehend funktions­unfähig, seine ökonomische Macht gelähmt.

Die Kommunistische Partei hat sich bewährt…

Hingegen hatte die Kommunistische Partei Deutschlands, der konsequenteste Gegner des deutschen Faschismus und Imperia­lismus, die schwerste Prüfung ihrer Geschichte in Ehren bestan­den. Sie hatte als einzige politische Kraft einen ununterbroche­nen und organisierten Widerstandskampf gegen die faschistische Diktatur geführt. Mit der KPD, obwohl sie viele ihrer Besten verloren hatte, verfügte die deutsche Arbeiterklasse am Ende des zweiten Weltkrieges über eine bewährte Partei mit großen Erfahrungen und kampferprobten Kadern, die sich umsichtig und gründlich auf die Arbeit im befreiten Deutschland vorberei­tet hatte.

Das unterschied die Situation ebenfalls grundlegend von der Lage nach dem ersten Weltkrieg. Die Kommunisten wa­ren fest entschlossen, die historische Chance zu nutzen, um auch im Geburtsland von Karl Marx und Friedrich Engels den Über­gang vom Kapitalismus zum Sozialismus einzuleiten. Sie wuß­ten, daß dies vor allem davon abhing, wie es gelang, die Partei zu festigen, die Arbeiterklasse zu mobilisieren und deren Einheit herzustellen. Nur so konnte die Arbeiterklasse zur führenden Kraft der gesellschaftlichen Entwicklung werden.

Der antifaschistische Widerstandkampf

Ein großer Aktivposten im Ringen um eine geschichtliche Wende war der aufopferungsvolle Kampf der antifaschistischen deutschen Widerstandsbewegung, an der die KPD den größten Anteil gehabt hatte. Zwar hatte es das deutsche Volk nicht ver­mocht, den Faschismus aus eigener Kraft zu stürzen oder einen wesentlichen eigenen Beitrag zu seiner Befreiung zu leisten, doch das Zusammenwirken von Kommunisten, Sozialdemokra­ten und bürgerlichen Hitlergegnem im antifaschistischen Wider­stand hatte den Boden bereitet für eine breite antifaschistische Volksfront nach dem Sieg der Antihitlerkoalition.

Wer waren nach 1945 die fortschrittlichen Kräfte?

Im engen Zusammenwirken mit den Stäben und Kommandan­turen der Roten Armee ergriffen Kommunisten, klassenbewußte Sozialdemokraten und Gewerkschafter, aus der Illegalität tre­tend, aus Konzentrationslagern und Zuchthäusern befreit, als erste die Initiative, bildeten Aktionsausschüsse und begannen den demokratischen Neuaufbau. Ihnen schlossen sich aufbau­willige Werktätige und bürgerliche Hitlergegner an. In einer Reihe von Orten hatten Widerstandsgruppen, an deren Spitze meist Kommunisten standen, schon vor der Befreiung die faschi­stischen Verwaltungen beseitigt und neue, demokratische Ver­waltungen, antifaschistische Ausschüsse und Aktivs gebildet. Durch mutige Aktionen konnte die kampflose Übergabe einiger Städte und Orte erzwungen, konnten Menschenleben und Sachwerte gerettet werden.

Welche Rolle spielte die Kommunistische Partei?

In Berlin, Sachsen und Mecklenburg wirkten von Walter Ulbricht, Anton Ackermann und Gustav Sobottka geleitete Grup­pen des Zentralkomitees der KPD, die schon vor Abschluß der Kriegshandlungen von der Parteiführung, die ihren Sitz in Mos­kau hatte, nach Deutschland entsandt worden waren. Im engen Kontakt mit dem Vorsitzenden der KPD, Wilhelm Pieck, sorg­ten sie gemeinsam mit den aus der Illegalität tretenden und aus den Konzentrationslagem befreiten Kommunisten für die Normalisierung des Lebens, bereiteten sie den Wiederaufbau der legalen Parteiorganisation vor und nahmen Verbindung zu Sozialdemokraten und bürgerlichen Hitlergegnern auf, um sie für den demokratischen Neuaufbau zu gewinnen. Im gleichen Sinne wirkten die noch im Exil tätigen Kommunisten.

Es gab keine „Stunde Null“…

Der Zusammenbruch des Faschismus war also keine „Stunde Null“, wie bürgerliche Historiker behaupten. Unter neuen, veränderten Bedingungen traten die Kommunisten gemeinsam mit klassenbewußten Sozialdemokraten und Antifaschisten aus allen Schichten des Volkes an, um jene Ziele zu verwirklichen, für die die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung seit hundert Jahren gekämpft, für die sie Opfer über Opfer gebracht hatte.


Die Formierung der Kräfte für die antifaschistisch-demokratische Umwälzung

Der Alliierte Kontrollrat

Nachdem das Deutsche Reich mit der totalen Niederlage des faschistischen Regimes aufgehört hatte zu existieren, entstanden entsprechend den Vereinbarungen der Antihitlerkoalition vier Besatzungszonen: eine sowjetische, eine amerikanische, eine britische und eine französische. Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte der vier Besatzungsmächte bildeten einen Alliierten Kontrollrat mit Sitz in der Hauptstadt Berlin.

Im Zusammenhang damit wurden Truppen der USA, Großbrittaniens und Frankreichs in den westlichen Verwaltungsbezirken stationioniert und eine Alliierte Militärkommandantur für Berlin gebildet. Der Kontrollrat sollte das Vorgehen der Besatzungsmächte koordinieren und die alle Zonen betreffenden Fragen regeln. Die Oberbefehlshaber übten in der jeweiligen Besatzungszone die oberste Gewalt aus. Sie sollten die gemeinsamen Beschlüsse der Antihitlerkoalition verwirklichen.

Die sowjetische Militäradministration

Am 9.Juni 1945 wurde die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) gebildet. Ihr Oberster Chef war Marschall G.K.Shukow, dem im April 1946 Marschall W.D.Sokolowski und Ende März 1949 Armeegeneral W.I.Tschuikow folgten. In ihrem Befehl Nr.2 vom 10.Juni 1945 gestattete die SMAD die Bildung und die Tätigkeit antifaschistisch-demokratischer Parteien und freier Gewerkschaften.

Die Kommunistische Partei ergreift die Initiative

Als erste Partei trat die KPD wieder an die Öffentlichkeit. In ihrem Aufruf vom 11.Juni 1945, den der Parteivorsitzende Wilhelm Pieck, sowie Anton Ackermann, Franz Dahlem, Walter Ulbricht und weitere führende Politiker im Namen des Zentralkomitees unterzeichnet hatten, legte sie ihr Aktionsprogramm für die antifaschistisch-demokratische Umwälzung dar. Ausgehend von den Lehren der Geschichte, erklärte die KPD:

„Keine Wiederholung der Fehler von 1918! Schluß mit der Spaltung des schaffenden Volkes! Keinerlei Nachsicht gegenüber dem Nazismus und der Reaktion! Nie wieder Hetze und Feindschaft gegenüber der Sowjetunion; denn wo diese Hetze auftaucht, da erhebt die imperialistische Reaktion ihr Haupt.“ [2]

Restlose Ausrottung von Faschismus und Militarismus

Die KPD forderte dazu auf, Faschismnus und Milkitarismus restlos zu vernichten, die Monopole und den Großgrundbesitz zu beseitigen Vertreter des werktätigen Volkes sollten die staatlichen und wirtschaftlichen Kommandohöhen übernehmen. Die KPD sprach sich dafür aus, eine parlamentarisch-demokratische Republik mit allen Rechten und Freiheiten für das Volk zu schaffen. Zur Überwindung der Kriegsfolgen machte sie konkrete Vorschläge für die Beseitigung von ­Hunger, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit und für Sicherung der sozialen Rechte der Werktätigen. Die KPD rief zum Zusammenschluß aller aufbauwilligen Kräfte unter der Führung der geeinten Arbeiterklasse auf.

Auf den Spuren der Leninschen Erkenntnisse

Der Aufruf der KPD zeigte, daß die Partei von der Leninschen Revolutionstheorie ausging, insbesondere von den Erkenntnisseen Lenins über den Zusammenhang zwischen dem Kampf um Demokratie und um den Sozialismus. Er hatte viele Gemeinsamkeiten mit den Aktionsprogrammen der Bruderparteien in zahlreichen anderen Ländern. In ihm fanden die Be­dschlüsse des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale im Jahre 1935 sowie der Brüsseler und der Berner Parteikonferenz der KPD in den Jahren 1935 und 1939 ihren Niedereschlag­.

Die antifaschistisch-demokratische Umwälzung

Die KPD richtete den Hauptstoß ihrer Politik gegen Faschismus und Militarismus und deren gesellschaftliche Grundlagen. Sie mobilisierte die Werktätigen für die Lösung der brennendsten ­Probleme mit dem Blick auf das große Ziel: Überwindung des ­Imperialismus, Schaffung antifaschistisch-demokrati­scher Verhältnisse, um auf diese Weise dem deutschen Volk den Weg zum Sozialismus zu öffnen. Die konsequente Durchführung der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung war unter den damaligen Bedingungen gleichbedeutend mit dem ersten und einzig möglichen Schritt in Richtung auf den Sozialismus.

Der Schriftsteller Thomas Mann bekennt sich zur KPD

Der Aufruf der KPD, der in allen Besatzungszonen rasch Verbreitung fand, gab vielen Menschen neue Hoffnung. In der „Deutschen Volkszeitung“, dem Zentralorgan der KPD, schrieb Thomas Mann am 16.Juni 1945:

„Das Unglück ist groß. Aber darum zu rufen: ,Mit Deutschland ist‘s aus!‘ ist törichter Kleinglaube. Deutschland kann leben und glücklich sein ohne Generalstab und Rüstungsindustrie. Es kann ohne sie sogar richtiger und ehrenhafter leben. Es kann auch leben und glücklich sein ohne die Gebietsteile in Ost und West, die ihm bei der Katastrophe des Kriegsreiches verlorengehen. Es bleibt auch ohne sie ein weites, herrliches, zu jeder Kultur fähiges Lan­d, das auf die Tüchtigkeit seiner Menschen sowohl wie auch auf die Hilfe der Welt zählen kann und dem, ist erst das Schwerste vorüber, ein neues, an Leistungen und Ansehen reiches Lebe­n vorbehalten sein mag.“

Welche Lehren zogen die deutschen Sozialdemokraten?

Die Mehrheit der Sozialdemokraten hatte aus bitteren Erfah­rungen die Lehre gezogen, daß ein neuer Weg beschritten werden müsse, daß insbesondere die Einheit der Arbeiterklasse das Gebot der Stunde sei. Von diesen Erkenntnissen war der Aufruf geprägt, den der von Otto Grotewohl und Max Fechner* geleitete Berliner Zentralausschuß der SPD am 15.Juni 1945 beschloß. Viele Forderungen des Aufrufs entsprachen dem Aktionspro­gramm der KPD oder kamen ihm nahe.

(NB. Max Fechner gehörte übrigens zu denen, die der DDR später in den Rücken fielen. Davon berichtete aus einem Augenzeugengespräch der Genosse Günther Ackermann)

Die Aktionsvereinbarungen von KPD und SPD

Die weitgehende Übereinstimmung in grundlegenden Zielen und Forderungen, ermöglichte es, am 19. Juni ein Aktionsabkommen zwischen den Führungen der KPD und SPD abzuschließen. Darin verpflichteten sich beide Parteien. beim antifa­schistisch-demokratischen Aufbau eng zusammenzuarbeiten. gemeinsame Veranstaltungen und Beratungen zur Klärung ideologischer Fragen durchzuführen. Den Empfehlungen des Abkommens folgend, entstanden nunmehr auf allen Ebenen – von den Grundeinheiten in Betrieben und Wohngebieten bis zu den Landesvorständen Aktionsausschüsse von KPD und SPD. Auch in zahlreichen Städten und Gebieten der Westzonen kam es zu Aktionsvereinbarungen zwischen Organisationen beider Parteien.

Der Beginn des antifaschistisch-demokratischen Neuaufbaus

Zu den Grundsätzen des antifaschistisch-demokratischen Neuaufbaus bekannten sich der Freie Deutsche Gewerkschafts­bund (FDGB), der zur Zeit seines 1.Kongresses im Februar 1946 schon über zwei Millionen Werktätige in seinen Reihen vereinte, die antifaschistischen Jugendausschüsse, aus denen im März 1946 die Freie Deutsche Jugend (FDJ) hervorging, die Frauenausschüsse, an deren Stelle im März 1947 der Demokra­tische Frauenbund Deutschlands (DFD) trat, und weitere Mas­senorganisationen. Besonders in den Gewerkschaften und in der FDJ, deren erste Vorsitzende die Kommunisten Hans Jendretz­ky und Erich Honecker waren, arbeiteten Kommunisten und Sozialdemokraten eng zusammen.

Welche Rolle spielten die anderen, bürgerliche Parteien?

Antifaschistisch-demokratische Forderungen erhoben auch die neugebildeten bürgerlich-demokratischen Parteien, die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD). In diesen Forderungen, die auf örtlicher Ebene teilweise noch entschiede­ner gestellt wurden, und im Wirken aufrechter Demokraten in CDU und LDPD, wie Otto Nuschke und Wilhelm Külz, sahen KPD und SPD die Basis für eine Zusammenarbeit, wenngleich reaktionäre Politiker, denen lediglich eine Art Neuauflage der Weimarer Republik vorschwebte, anfangs in den bürgerlich-de­mokratischen Parteien entscheidende Positionen innehatten.

Die Einheitsfront des demokratischen Blocks

Am 14.Juli 1945 beschlossen KPD, SPD, CDU und LDPD auf Initiative der Kommunisten die Bildung einer festen Ein­heitsfront. Bei Wahrung ihrer Selbständigkeit erklärten die vier Parteien den antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau und ein freundschaftliches Verhältnis zu allen Völkern zum gemein­samen Ziel. Koordinierungszentrum der Zusammenarbeit wur­de ein aus fünf Mitgliedern jeder Partei bestehender Zentraler Ausschuß. Es wurde vereinbart, daß Beschlüsse und Empfeh­lungen nur einstimmig verabschiedet werden sollten. Das Grün­dungskommunique empfahl, auf allen Ebenen Blockausschüsse zu bilden. In diesen Ausschüssen, die in der Folgezeit entstan­den, hatte die in Aktionseinheit handelnde Arbeiterklasse die führende Rolle inne.

Die Verwirklichung der führenden Rolle der Arbeiterklasse

Mit der Blockpolitik verwirklichte die KPD Grundsätze der Volksfrontpolitik, die vom VII. Weltkongreß der Kommunisti­schen Internationale entwickelt worden waren und von zahlrei­chen marxistisch-leninistischen Parteien in verschiedenen For­men angewandt wurden. Die Zusammenarbeit im Block der anti faschistisch-demokratischen Parteien trug wesentlich dazu bei, die führende Rolle der Arbeiterklasse durchzusetzen und die werktätigen Bauern, die Intelligenz sowie Teile der nichtmono­polistischen Bourgeoisie in die antifaschistisch-demokratische Umwälzung einzubeziehen. Sie schuf günstige Möglichkeiten, die fortschrittlichen Kräfte in den bürgerlich-demokratischen Parteien zu unterstützen und die reaktionären Politiker zu isolieren.

So begannen sich in der sowjetischen Besatzungszone die Kräfte für die antifaschistisch-demokratische Umwälzung zu formieren.


Die Potsdamer Beschlüsse

Anfang Juli 1945 nahmen die Truppen der vier Mächte die ge­meinsam festgelegten Besatzungszonen ein, nachdem Streitkräf­te der USA und Großbritanniens im Verlauf der Kriegshandlun­gen bis zur Elbe und zur Zwickauer Mulde vorgedrungen waren. Bei ihrem Rückzug aus den zeitweilig von ihnen besetzten Terri­torien des sowjetischen Besatzungsgebietes bemächtigten sich die amerikanischen Besatzungsbehörden einer großen Zahl von Maschinen und Ausrüstungen, Patenten und anderen Doku­menten. Die Tätigkeit der deutschen Antifaschisten war von ihnen gehemmt und unterdrückt worden.

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(NB. der violette Bereich, das sind die mitteldeutschen Industriegebiete um Halle, Leipzig, Jena bis Plauen, wurde komplett ausgeplündert. Eine Augenzeugin aus Plauen berichtete, daß mehrere lange Güterzüge mit dem Abzug der USA-Truppen nach Westen rollten)

Die Potsdamer Konferenz

Vom 17.Juli bis 2. August 1945 tagten in Schloß Cecilienhof bei Potsdam die Regierungschefs der UdSSR, J. W.Stalin, der USA, Harry S. Truman, und Großbritanniens, Winston Chur­chill. An die Stelle des letzteren trat nach dem Wahlsieg der La­bour Party Clement R. Attlee. Aufgabe der Konferenz war es, anknüpfend an die bisherigen Vereinbarungen der Antihitler­koalition, Grundlagen für eine stabile Friedensordnung in Europa zu schaffen. Dabei spielten die deutschen Probleme eine zen­trale Rolle.

Was wurde 1945 in Potsdam beschlossen?

Nach langwierigen, von der sowjetischen Delegation mit Prinzipienfestigkeit und Geduld geführten Verhandlungen beschloß die Konferenz grundlegende Maßnahmen zur Entmili­tarisierung, Entnazifizierung und Demokratisierung Deutsch­lands. Die Rüstungsindustrie und die Monopole sollten besei­tigt, eine Friedenswirtschaft sollte aufgebaut werden. Die Groß­mächte sicherten dem deutschen Volk ihre Unterstützung bei der Bildung eines einheitlichen demokratischen Staates zu. Sie erzielten grundsätzliche Einigung über die deutschen Ostgren­zen. Es wurde festgelegt, daß die deutsch-polnische Grenze ent­lang der Oder und der Lausitzer Neiße verlaufen solle, der nörd­liche Teil Ostpreußens mit Königsberg wurde der Sowjetunion zugesprochen. Beschlüsse über die Aussiedlung von Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn unterstrichen die Endgültigkeit dieser Regelung.

Potsdamer Beschlüsse

Die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse

Das deutsche Volk wurde verpflichtet, durch Reparationen einen Teil der von den faschistischen Aggressoren in seinem Na­men angerichteten Schäden wiedergutzumachen. Die faschisti­schen Hauptkriegsverbrecher sollten von einem Internationalen Militärgerichtshof der vier Mächte abgeurteilt werden. Das Verfahren wurde am 20.November 1945 in Nürnberg eröffnet und am 1.Oktober 1946 mit der Urteilsverkündung abgeschlossen. Gegen 12 Angeklagte lautete das Urteil: Tod durch den Strang.

Reaktionäre Kräfte blockieren das Potsdamer Abkommen

Die Potsdamer Beschlüsse, denen sich später, mit einigen Vorbehalten auch Frankreich anschloß, schuf, Grundlagen für den Kampf der deutschen Antifaschisten. Der Block der antifaschistisch-demokratischen Parteien in Berlin würdigte deshalb in einer gemeinsamen Erklärung diese Beschlüsse als Beginn eines neuen Weges. Führende Politiker der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokratie in den Westzonen lehnten dagegen von Anfang an die Potsdamer Vereinbarungen ab. Sie wandten sich vor allem gegen die Festlegungen über die Grenzen und die Reparationen und behaupteten, daß das Abkommen allein Sache der Besatzungsmächte und für deutsche Politiker nicht bindend sei – ein dem Völkerrecht kraß widersprechender Standpunkt, den bürgerliche Historiker, Staats- und Völkerrechtler dennoch bis heute vertreten.

Was waren die Gründe?

Die reaktionären Kräfte fürchteten vor allem die Beschlüsse über die Beseitigung der gesellschaftlichen Grundlagen des Faschismus und Militarismus, deren Verwirklichung ihre Pläne zur Wiederherstellung der Herrschaft des deutschen Imperialismus durchkreuzt hätte. Um davon abzulenken, verleumdeten sie die Potsdamer Beschlüsse in antikommunistischem Sinne.

„Wären diese Beschlüsse wirklich durchgeführt worden,“ schrieb Konrad Aden­auer später, „…wären auch die drei westlichen Zonen, also ganz Deutschland, kommunistisch geworden.“ [3]

Bruch des Potsdamer Abkommen durch die Westmächte

In der Politik der Sowjetunion und der deutschen Antifaschisten nahm das Potsdamer Abkommen eine zentrale Darstellung ein. Es bildete das grundlegende Dokument für den Kampf um die Schaffung einer stabilen Nachkriegsordnung in Europa und für die Regelung der deutschen Probleme. Es formulierte die Ziele, die die Hauptmächte der Antihitlerkoalition mit der Besetzung Deutschlands verfolgen wollten. Von den Westmächten hingegen wurden die Potsdamer Beschlüsse nur inkonsequent durchgeführt, bald mehr und mehr mißachtet und schließlich gänzlich sabotiert. Der Bruch des Potsdamer Abkommens war ein deutliches Signal dafür, daß die USA und ihre Verbündeten zur Politik des kalten Krieges gegen den Sozialismus übergingen.

Was waren die Folgen?

Die Abkehr von Potsdam ermöglichte die Neugruppierung der reaktionären Kräfte in den westlichen Besatzungszonen. Sie hatte zur Folge, daß die antifaschistisch-demokratische Erneuerung in diesen Zonen über erste Anfänge nicht hinauskam und daß sich bald die Gefahr einer Spaltung des Landes abzeichnete.

Mitschuld des deutschen Volkes und Wiedergutmachung

Die KPD hob hervor, daß die Verwirklichung der Potsdamer Beschlüsse dem deutschen Volk die Möglichkeit eröffnete, wieder seinen Platz unter den friedliebenden Völkern einzunehmen. Sie verschwieg auch nicht, daß das deutsche Volk einen Teil der Mitschuld an Faschismus und Krieg trug, und betonte seine Verpflichtung zur Wiedergutmachung. Unbeugsam, oft gegen den Strom schwimmend, erläuterten die Kommunisten, warum die territorialen Regelungen und die Umsiedlung von Deutschen, die Reparationen und Demontagen und andere mit Härten und Erschwernissen verbundene Festlegungen des Potsdamer Abkommens notwendig und gerechtfertigt waren.

KPD setzt sich für die Erneuerung in Deutschland ein

Die KPD war auch die einzige deutsche Partei, die im Sinne der Potsdamer Beschlüsse mit aller Konsequenz dafür eintrat, in allen Besatzungszonen antifaschistisch-demokratische Verhältnisse zu schaffen und so die Bildung eines einheitlichen demokratischen Staates möglich zu machen. Die antifaschistisch-demokratische Erneuerung in ganz Deutschland, erklärte die Anfang März 1946 in Berlin tagende Parteikonferenz der KPD, „schafft die Grundlage für die Einheit Deutschlands und für die Sicherung des Friedens.“ [4]

Die Restauration des Imperialismus in Westdeutschland

Die imperialistische Besatzungspolitik, die den reaktionären Kräften in den Westzonen Auftrieb gab und Gefahren für die Einheit des Landes heraufbeschwor, war für die Kommunisten ein Grund, noch energischer für die antifaschistisch-demokratische Umwälzung in allen Besatzungszonen einzutreten und alle separatistischen und partikularistischen Bestrebungen entschieden zu bekämpfen.

Quelle:
Werner Heitzer/Günther Schmerbach: Illustrierte Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik, Dietz Verlag Berlin, 1984, S.9-13.

[1] Die erste Stunde. Porträts.Hrsg. Fritz Selbmann, Berlin (1969), S.14.
[2] Dokumente und Materialien zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismusbeim ZKL der SED, Reihe III, Bd.1, Berlin 1969, S.16/17.
[3] Konrad Adenauer: Erinnerungen 1945-1953, Stuttgart (1965), S.89.
[4] Dokumente und Materialien… Reihe III, Bd.1, S.526.


Schlußfolgerungen

Warum konnte in der DDR der Sozialismus aufgebaut werden?

  1. Die Monopolherren, Nazifaschisten und Junker waren die Hauptschuldigen am Ausbruch des letzten Krieges. Sie wurden enteignet, damit sie ihre wirtschaftliche Macht nie wieder zum Schaden des Volkes mißbrauchen konnten.
  2. Die großen Betriebe und Anlagen der Monopolherren wurden Eigentum des Volkes. Die volkseigene Industrie bildete die Grundlage für die Entwicklung einer planmäßig gelenkten Wirtschaft, in der es keine Krisen, keine Arbeitslosigkeit und Verelendung der Werktätigen mehr gibt.
  3. Die Enteignung der Junker gab den Bauern das ihnen in den vergnagenen Zeiten geraubte Land zurück. Durch die Bodenreform erhielten viele Umsiedler eine neue Existenz und eine neue Heimat.
  4. Die Bodenreform sicherte die Ernährung und festigte das Bündnis zwischen den Werktätigen in Stadt und Land.
  5. Die Vereinigung der gegenseitigen Bauerhilfe (VdgB) und die Maschinenausleihstationen helfen dem Bauern, auf neue Art zu wirtschaften und seine Erträge zu erhöhen.
  6. Die antifaschistisch-demokratische Ordnung eröffnete auch dem Handwerk einen neuen Aufstieg.
  7. Mit der Verkündung des Zweijahresplanes begann der Aufbau einer planmäßig entwickelten Friedenswirtschaft, die den Werktätigen ständig steigenden Wohlstand sichert und einen wichtigen Beitrag im Kampf umd die Einheit Deutschlands und die Erhaltung des Friedes bedeutet.

Warum gelang es in Westdeutschland nicht, den Sozialismus aufzubauen?

  1. Durch die Saboteagepolitik der imperialistischen Mächte wurde die Schaffung von einheitlichen Verwaltungsorganen verhindert. Die Macht der Junker und Konzernherren wurde nicht gebrochen, der Militarismus nicht vernichtet.
  2. Entgegen dem Potsdamer Abkommen verfolgten die Westmächte 1946 die Abtrennung des Saargebietes und seine Eingliederung in das französische Wirtschaftsgebiet.
  3. Durch die Schaffung der Ruhrbehörde wurde das wichtigste Industriegebiet Deutschlands der Verfügungsgewalt der Imperialistne unterstellt.
  4. Die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshallplan verhinderte den Aufbau einer unabhängigen Friedenswirtschaft. Die Londoner Empfehlungen vom Juni 1948 trieben die Spaltung Deutschlands weiter vorwärts. Unter völliger Mißachtung der Potdamer Beschlüsse  wurde die Errichtung eines westdeutschen Separatstaates vorbereitet.
  5. Auf der Konferenz der Außenminister der UdSSR und der Volksdemokratien in Warschau im Juni 1948 erhoben die vertretenen Mächte scharfen Protest gegen die Ziele der Londioner Empfehlungen und zeigten den Weg, der die Wiederherstellung der Grundsätze von Potsdam ermöglicht hätte.
  6. Die Durchführung der separaten Währungsreform durch die Westmächte zerriß den wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Ost- und Westdeutschland.
  7. Die Gründung der Bonner Bundesrepublik (1949) und die Bildung der Adenauer-Regierung stellte einen weiteren entscheidneden Schritt in der Spaltungspolitik der Westmächte dar.
  8. Die völlige Abhängigkeit der sogenannten Bundesregierung von den Westmächten wurde durch das Besatzungsstatut und duch die Einrichtung der „Hohen Kommissare“ bestätigt.

Welche Lehren ergeben sich aus diesen Ereignissen?

  1. Der Imperialismus ist räuberisch und aggressiv. Das deutsche und internationale Monopolkapital wird immer versuchten, seine Macht zu behalten, und wenn nicht durch Betrug, dann auf gewaltsame Weise verlorene Positionen zurückzuerobern.
  2. Den Kapitalisten kann man niemals trauen. Sie werden das Volk immer betrügen und aus allen Besitztümern maximalen Profit herausschlagen. Die Bourgeoisie wird immer die Kosten der Krise auf das Volk abzuwälzen suchen.
  3. Die Macht des Kapitals beruht auf ihrem Eigentum an den Produktionsmitteln. Die Kapitalisten werden diese Macht immer mit betrügerischen Mittlen, mit äußerster Brutalität und notfalls mit militärischer Gewalt zu behaupten versuchen.
  4. Die Kommunisten werden von der Monopolbourgeoisie und vom internationalen Finanzkapital als die Hauptfeinde angesehen, da sie die entschiedensten Gegner jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung sind.
  5. Die internationale Arbeiterklasse ist, wie Karl Marx schon feststellte, die führende gesellschaftliche Kraft in einem revolutionären Prozeß. „Die Arbeiterklasse ist revolutionär oder sie ist nichts.“ (Briefwechsel zwischen Marx und Engels. Marx an Engels in Manchester, 18. Februar 1865. In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1965, Bd.31, S.77.)
  6. Erst die antifaschistisch-demokratische Einheitsfront und eine kluge Bündnispolitik mit allen fortschrittlichen Kräften des Volkes ermöglichen es, die volksfeindlichen Pläne des Imperialismus aufzuhalten und schließlich ganz zu Fall zu bringen. Spaltungsversuchen ist eine Abfuht zu erteilen.
  7. Die revolutionären Errungenschaften des Kampfes um die politische Macht müssen verteidigt werden; der Konterrevolution keine Chance!

Welche Rolle spielten die rechten Sozialdemokraten?

Die Rechtssozialisten – eine Agentur des Imperialismus

  1. Im Kampf gegen Frieden, Demokratie und Sozialismus stützten sich die Imperialisten auf die Rechtssozialisten. (heute: die Partei „Die Linke“) Die Rechtssozialisten sind Agenten der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung und treue Gehilfen der Imperialisten.
  2. Genau wie nach dem ersten Weltkrieg sind alles Anstrengungen der Rechtssozialisten auf die Rettung des Kapitalismus gerichtet. Sie preisen das bürgerliche System auf jede Weise und verleumden das sozialistische Sowjetland (heute: die DDR) und die Länder der Volksdemokratie.
  3. W.I. Lenin stellte fest. daß die Opportunisten bessere Verteidiger der Bourgeoisie sind als die Bourgeoisie selbst und daß sich ohne sie die Bourgeoisie nicht halten könnte. Genosse Stalin erklärte schon im Jahre 1927: „Der gegenwärtige Sozialdemokratismus ist eine ideologische Stütze des Kapitalismus“ (Stalin: „Fragen des Leninismus“, S.223)
  4. Die rechten Führer der SPD (heute auch: die Führer der Partei „DieLinke“) die Schumacher, Ollenhauer, Reuter und andere, zählen zu den aktivsten Agenten des in- und ausländischen Monopolkapitals. Im Auftrage von Wallstreet spalten und schwächen sie die Arbeiterbewegung, unterstützen die Spaltung und Zerstückelung Deutschlands, betreiben eine grenzenlose Hetze gegen die Sowjetunion (heute: gegen die DDR), schicken Saboteure  und Spione in die Deutsche demokratische Republik und tun alles, um Deutschland in einen neuen Krieg zu stürzen. …
  5. Die Politik Schumachers (heute: sämtlicher im Bundestag vertretenen Parteien) ist mit den USA-Imperialisten genau abgekartet. Schumacher will, wie seine Auftraggeber, den Krieg gegen die Sowjetunion (heute: den Krieg gegen das eigene Volk) und die Volksdemokratien, an dessen Beginn der deutsche Bruderkrieg stehen würde. Schumacher will möglichst viele amerikanische Soldaten auf westdeutschem Boden und eine möglichst starke Armee haben. …
  6. Die rechten Sozialisten treten gegenwärtig  nicht nur als die Agenten der Bourgeoisie ihrer eigenen Länder auf, sondern zugleich auch als Agenten des amerikanischen Imperialismus.

Literatur:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht. Schuljahr  V. Teil, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1952, S.48 u. 68.
Lehrbuch für die politischen Grundschulen. Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.317-318.


Sehen wir, was Stalin über den Faschismus gesagt hat?

Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokratie stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, die Kampforganisation der Bourgeoisie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Sozialdemokratie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Ebensowenig liegt Grund zu der Annahme vor, die Sozialdemokratie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Kampforganisation der Bourgeoisie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Diese Organisationen schließen einander nicht aus, sondern ergänzen einander. Das sind keine Antipoden, sondern Zwillingsbrüder. Der Faschismus ist der nicht ausgestaltete politische Block dieser beiden grundlegenden Organisationen, der unter den Verhältnissen der Nachkriegskrise des Imperialismus entstanden und auf den Kampf gegen die proletarische Revolution berechnet ist.

Das schrieb Stalin im September 1924 in Nr. 11 der Zeitung „Bolschewik“ zur Einschätzung der internationalen Lage. (Quelle: J.W. Stalin, Werke. Bd. 6. Dietz Verlag Berlin, 1952, S. 253.)


Ein Brief von Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger vom 14. Oktober 1949 an den Präsidenten der neugegründeten Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck:

Brief_Mann

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3 Antworten zu Die antifaschistisch-demokratische Umwälzung (1945-1949)

  1. Erfurt schreibt:

    Danke für Stalins Worte die hier sehr gut passen!!

    • sascha313 schreibt:

      Ja, mir ist das aufgefallen weil sich bürgerliche Kritiker darüber aufgeregt haben, wieso man die Sozialdemokraten mit den Nazis vergelichen kann. Die Rolle der rechten Sozialdemokraten in der BRD ist hinlänglich bekannt. Nicht zu unrecht sprach auch Ernst Thälmann vom Sozialfaschismus. Dennoch war die Vereinigung von KPD und SPD ein richtiger Schritt um die Einheit der Arbeiterklasse wieder herzustellen.

      • Erfurt schreibt:

        Abusch schreibt in „Der Irrweg einer Nation“ daß sich die SPD stets als Vertreter der bürgerlichen Klasse zeigte und das nicht erst seit 1914 als die SPD die Kredite für den 1. Weltkrieg bewilligte. Und er schreibt auch, daß die SPD eine erhebliche Mitschuld trägt an der Errichtung der Hitlerdiktatur. Nicht nur Noske und seine Staatspolizei, sämtliche Ämter der Weimarer Republik befanden sich in den Händen der SPD. Und in der Reichstagswahl 1933 stellten sich die verbliebenen SPD-Abgeordneten geschlossen hinter Hitler.

        Und ja, natürlich war die Vereinigung ein wichtiger Schritt in Richtung Einheit. Was ja auch der Name der resultierenden Partei zum Ausdruck brachte. Es geschah zum richtigen Zeitpunkt, nämlich als es darauf ankam sämtliche antifaschistische Kräfte zu bündeln. Als Antwort auf die Pläne der westlichen Alliierten die bereits mit ihren Atombomben manifestierten daß sie nicht im Geringsten daran dachten sich an die Beschlüsse zu halten die sie in Jalta und in Potsdam selbst unterschrieben hatten.

        Noch 1950 schrieb Alexander Abusch ebenda: Staatsmänner der UNO gaben ihr Versprechen….

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