Die Lüge vom angeblichen „Holodomor“ in der Ukraine. Auszug aus dem Buch „Ein anderer Blick auf Stalin“ von Ludo Martens

Харьков (1932)Geschichtsfälscher in dem USA, insbesondere auch in der faschistisch regierten Ukraine nach dem Putsch von 2014, behaupten, in den Jahren 1932-1933 sei die Ukraine von einer schweren Hungersnot heimgesucht worden, es habe mehrere Millionen Tote gegeben. Darüber wurden im Internet massenhaft Lügen verbreitet über einen angeblichen „Holodomor“ und Stalins „Schuld am Hungertod von Millionen Menschen“. Erfundene Zahlen und gefälschte Statistiken sollen das angeblich „belegen“. Doch die Wirklichkeit ist eine völlig andere. Gehen wir der Sache auf den Grund und beginnen wir gleich damit, die Mythen zu widerlegen. Links das Bild eines deutschen Studenten, aufgenommen im Jahre 1932 in der Stadt Charkow in der Sowjetischen Ukraine.

Warum wird immer wieder versucht, die Sowjetunion zu beschuldigen?

Wo immer es möglich ist, wird der Sozialismus mit Schmutz beworfen, damit die ohnehin durch die Desinformation gezielt verdummte Bevölkerung in den USA, in der BRD und anderen kapitalistischen Ländern nicht auf die Idee kommt, daß der Sozialismus doch besser für’s arbeitende Volk wäre, als das privatkapitalistische Ausbeutersystem, bei dem der gesellschaftliche Reichtum sich lediglich auf den Konten einiger weniger Millionäre und Milliardäre häuft, während die große Masse der Bevölkerung leer ausgeht. Schon das Goebbelssche Nazi-Propagandaministerium ließ hunderte Broschüren drucken und veranstaltete Ausstellungen, die „beweisen“ sollten, in welcher finsteren Armut die Menschen in der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution 1917 lebten.

Hier sind weitere Bilder aus der Sowjetukraine (1932)

Ukraine 1932

Quelle: https://humus.livejournal.com/3562322.html?view=comments


Erst wenn man die Dinge im Zusammenhang sieht, kann man die historischen Vorgänge erkennen und bewerten. Hier ein Auszug aus dem Handbuch über die UdSSR von 1971:

Die schweren Jahre nach der Oktoberrevolution 1917

Interventen der USA des Deutschen Reiches, Großbritanniens, Japans u.a., sowie Weißgardisten und konterrevolutionäre Einheiten hatten die Sowjetunion überfallen. Es herrschte ein Krieg gegen die imperialistischen Interventen…

Ende Oktober 1920 wurden die Wrangel-Verbände zerschlagen, die zeitweilig besetzten Gebiete befreit. Am 12.November wurden die Reste der Weißgardisten aus Simferopol, am 15.November aus Sewastopol und am 16. aus Kertsch vertrieben. Die Beendigung der Interventionskriege gab der Ukraine die Möglichkeit zum Wiederaufbau der Industrie, des Verkehrswesens, der Landwirtschaft. Be­sondere Aufmerksamkeit galt dem Donezbecken, wohin qualifizierte Kader und industrielle Ausrüstungen aus Moskau, Petrograd und anderen Städten entsandt wurden.

Die Gründung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Am 13.Dezember 1922 wandte sich der VII. Gesamtukrainische Sowjet­kongreß an die Völker der RSFSR, der Belorussischen und der Trans­kaukasischen SSR mit dem Vorschlag zur Gründung einer Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Diesem· Vorschlag wurde entsprochen, und am 30. Dezember 1922 erfolgte auf dem 1. Unionskongreß der Sowjets der Beitritt der Ukrainischen SSR zur UdSSR.

Wiederaufbau der Sowjetunion nach dem Krieg

Nachdem die Ukraine 1925/26 ihre Volkswirtschaft wiederhergestellt hatte, nahm sie gemeinsam mit den übrigen Sowjetrepubliken Kurs auf die Industrialisierung. Allein zwischen 1926 und 1929 wurden 408 Industrie­betriebe neu errichtet, 421 rekonstruiert, 1927 begann der Bau des Dnepr­Wasserkraftwerkes, 1929 der Nowo-Kramatorsker Maschinenfabrik und anderer Industriegiganten. 1931 wurde das Charkower Traktorenwerk, 1932 das Dnepr-Kraftwerk in Betrieb genommen.

Revolutionäre Umgestaltung der rückständigen Landwirtschaft

Ende der 20er Jahre begann auch die revolutionäre Umgestaltung der Landwirtschaft. Am 1.Februar 1930 waren 31%, Ende 1932 fast 70% der Bauernhöfe (mit rund 80 % der Ackerfläche) zu Kollektivwirtschaften vereinigt. Die Kollektivie­rung, die unter den Bedingungen schärfster Klassenkämpfe vor sich ging, wurde in der Ukraine von den Komitees der Dorfarmut vorangetrieben, in denen rund 1,5 Mill. Klein- und Mittelbauern vertreten waren.

Die Stadt Kiew – die neue Hauptstadt der Ukraine

Eine bedeutende Rolle im sozialistischen Aufbau der Ukraine spielten S. W. Kossior. (damals Erster Sekretär des ZK der Ukrainischen KP), W.P. Satonski, A.P. Ljubtschenko, G.I. Petrowski, P.P.Postyschew, N.A. Skryp­nik, K.W.Suchomlin, M. M. Chatajewitsch, W.J. Tschubar, M.J. Tschuwyrin, A. G. Schlichter, 1. E. Jakir und andere angesehene Partei- und Staats­funktionäre. 1934 wurde die Hauptstadt der Ukrainischen SSR von Charkow nach Kiew verlegt.

Der industrielle Aufschwung in der Sowjetunion

In der Periode des 2. Fünfjahrplans wurden in der Ukraine neue Erfolge der Industrie, insbesondere des Kohlenbergbaus und des Hüttenwesens, erzielt. Die Arbeiter der Ukraine wurden zu Initiatoren der Stachanow-Bewegung (so benannt nach dem Bergarbeiter des Donezbeckens A.G. Sta­chanow, der 1935 das 14fache seiner Norm in der Kohlenförderung er­reichte). Im Ergebnis der Erfüllung des 2. Fünfjahrplanes erreichte die ukrainische Industrie einen Produktionsstand, der dem des gesamten vorrevolutionären Rußland gleichkam.

Entwicklung einer modernen Landwirtschaft

Zugleich siegte die Kolchosordnung: 1937 waren 96,1% der Bauernhöfe mit 99,7% der Anbaufläche in Kolchosen vereinigt. Der wirtschaftliche Aufschwung war verbunden mit einer Kultur­revolution. Das Analphabetentum wurde völlig beseitigt; in beträchtlichem Maße stieg die Zahl der Hoch- und Fachschulen, der allgemeinbildenden Schulen, der wissenschaftlichen Forschungsinstitute, Bibliotheken, Theater usw.

Die neue (Stalinsche) Verfassung: Die durch den Aufbau des Sozialismus eingetretenen Veränderungen fanden ihren Niederschlag in der neuen Verfassung der Ukrainischen SSR von 1937.


Die Eingliederung der Westukraine in die UdSSR und der Schutz der ukrainischen Bevölkerung nach dem faschistisch-deutschen Überfall auf Polen im Jahre 1939

Von den Erfolgen des Sozialismus in der Sowjetukraine ging ein revolutio­nierender Einfluß auch auf die Westukraine aus. Unter Führung der KP der Westukraine (die zur KP Polens gehörte) entwickelte sich eine Befreiungsbewegung für die Errichtung der Sowjet­macht und den Anschluß an die Ukrainische SSR. Nach dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen übernahm im September 1939 die Sowjetarmee den Schutz der westukrainischen Bevölkerung. Am 1.No­vember 1939 wurde vom Obersten Sowjet der UdSSR ein Gesetz über die Eingliederung der Westukraine in die UdSSR und ihre Wiedervereinigung mit der Ukrainischen SSR angenommen, 1940 wurde auch die Nordbuko­wina mit der Ukraine wiedervereinigt, die jahrzehntelang von Rumänien okkupiert worden war.

Der verbrecherische Überfall Nazideutschlands auf die UdSSR

Das friedliche Aufbauwerk des ukrainischen Volkes wurde durch den Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion unter­brochen. Schon am ersten Kriegstag (22.Juni 1941) entbrannten heftige Kämpfe an den Westgrenzen der Ukraine. Mit 57. Divisionen und 13 Bri­gaden sowie 1 300 Flugzeugen setzte der Angriff der faschistischen Heeres­gruppe „Süd“ ein. Gemeinsam mit allen Völkern der Sowjetunion erhob sich das ukrainische Volk gegen die faschistischen Eroberer. Unter den Millionen Ukrainern, die in den Reihen der Roten Armee kämpften, waren 236.000 Kommunisten, d.h. 45% des gesamten Mitgliederbestandes der KP der Ukraine. Über 2 Monate lang (bis zum 19.September 1941) vertei­digten die Sowjettruppen und Kämpfer der Volkslandwehr die ukraini­sche Hauptstadt Kiew gegen den Ansturm der faschistischen Armeen, die hier fast 100.000 Soldaten verloren. 73 Tage lang (5. August bis 16. Oktober 1941) wurde Odessa heldenhaft verteidigt. 250 Tage lang hielten die See­leute der Schwarzmeerflotte und Truppenteile der Belagerung Sewastopols durch die Faschisten stand.

Völkermord der Deutschen in der Ukraine

Um die schlimmsten Folgen aus der drohenden Okkupation abzuwenden. wurden Millionen Menschen zusammen mit ihren Betrieben und Einrich­tungen, ebenso Getreidevorräte, Vieh usw. nach dem Osten evakuiert. 1942 war die gesamte Ukraine von den Faschisten okkupiert, die hier ein Schreckensregime errichteten: 4,5 Mill. Menschen wurden getötet, mehr als 2 Mill. zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Die Ukraine wurde in 3 Teile zerrissen: ein Teil der Westgebiete wurde dem sog. polnischen Generalgouvernement angegliedert; das Territorium zwischen Dnestr und Bug nahmen die rumänischen Besatzer für ein eigenes Gene­ralgouvernement in Beschlag: aus dem übrigen Gebiet wurde ein Reichs­kommissariat unter Leitung des berüchtigten Henkers Koch gebildet.

Energischer Widerstandskampf  der sowjetischen Bevölkerung

Unter Führung der Kommunisten wurde über die Ukraine ein weites Netz von Untergrundorganisationen gespannt: 23 illegal wirkende Oblastkomi­tees, 650 Stadt- und Rayonkomitees, über 4.300 Grundorganisationen der Partei und viele Komsomolorganisationen (wie die Gruppe „Partisanen­funke“ im Dorfe Krymka, Oblast Nikolajew, oder die legendäre „Junge Garde“ in Krasnodon). 1941/42 entfaltete sich die Massenbewegung der Partisanen.

Quelle: Handbuch – Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S,820-822.


Der Lüge von der ukrainischen Hungersnot („Holodomor“)

In der Ukraine ist der Mythos sehr verbreitet, daß Stalin alles absichtlich arrangiert habe, um die armen Ukrainer zu töten. Das ist in der Tat absolut nicht der Fall. 1932 wurde in der Ukraine (sozusagen „unter Stalin“) von der Arbeiterklasse des Landes das Dnjepr-Wasserkraftwerk gebaut, um die Ukraine mit Strom zu versorgen.

Dneproges

Wäre es für Stalin von Vorteil gewesen, die Ukrainer zu töten, wenn er sie mit Strom versorgte? Nein, natürlich nicht! Mit solchen primitiven Anschuldigungen, die immer wieder in den westlichen Massenmedien verbreitet werden, versuchen insbesondere die USA von den eigenen Problemen abzulenken. Darüber hatten wir bereits berichtet (siehe hier: „Holodomor auf amerikanische Weise“)

Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache

Eine weitere Tatsache ist, daß eine Hungersnot eine Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Ukraine gehabt haben müßte. Doch das ist nicht der Fall: Im Jahr 1926 betrug die Bevölkerung der Ukraine 29 Millionen Menschen, 1959 waren es 37 Millionen Menschen. So gab es unter der Regierungszeit Stalins (1924-1953) einen Bevölkerungszuwachs von etwa 8 Millionen – trotz der enormen Verluste während des 2. Weltkriegs!

Einen „Holodomor“ hat es in der Ukraine nie gegeben!


Ilja Polonski

Wo war die wirkliche „Hungersnot“ und wer hat sie organisiert?

10. März 2019

Der Vorwurf einer „Hungersnot“ ist ein beliebtes Thema der sowjetfeindlichen, antirussischen Propaganda, wie sie von den USA und durch das faschistische Regime in der Ukraine verbreitet werden. Angeblich habe die Sowjetunion, die von Geschichtsfälschern kurzerhand mit dem heutigen Rußland gleichgesetzt wird, in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik eine künstliche Hungersnot erzeugt, die zu kolossalen menschlichen Opfern geführt habe. Die Hungersnot der frühen 1930er Jahre, wenn man es so nennen will, fand auch in der Westukraine statt. Dort gibt es sogar eigens eingerichtete Museen, die sich mit der Geschichte der „Hungersnot“ beschäftigen. Aber Moment mal! In den Hungerjahren 1931-1932 hatte die Westukraine nichts mit der Sowjetunion und mit der zu ihr gehörenden Ukrainischen SSR zu tun.

Die Westukraine – eine Region unter fremder Herrschaft

Das Gebiet der heutigen Westukraine war unter mehreren osteuropäischen Staaten aufgeteilt. Die Gebiete der heutigen Regionen Lemberg (Lwów), Iwano-Frankowsk (Stanisławów), Ternopol (Tarnopol), Wolhyn (Wołyń) und Równo gehörten bis 1939 zu Polen. Das Gebiet der Region Transkarpatien (Zakarpatská oblast) war von 1920 bis 1938 ein Teil der Tschechoslowakei. Die Region Tschernowitz (Cernăuți) gehörte bis 1940 zu Rumänien. Somit war keine der Regionen der heutigen Westukraine Teil der sozialistischen Sowjetunion. Wenn wir jedoch die Veröffentlichungen der damaligen Presse, einschließlich der polnischen, tschechoslowakischen und sogar der amerikanischen Presse analysieren, wird deutlich, daß das Problem des Hungers in Galizien, Transkarpatien und der Bukowina weitaus akuter war als in den Regionen der Sowjetukraine. Wer hat also die Westukrainer ausgehungert?

Die „amerikanischen“ Ukrainer und ihre Zeitungen

Die ukrainischsprachige Zeitung „Ukrainische Tagesnachrichten“ («Українські щоденні вісті») wurde damals in den USA herausgegeben und richtete sich an die große ukrainische Diaspora, die in den Vereinigten Staaten lebt. Die große Mehrheit der „amerikanischen“ Ukrainer stammte aus der Westukraine, insbesondere aus Galizien. Und sie waren verständlicherweise sehr an den Ereignissen in ihrem historischen Heimatland interessiert. Die Nachrichten von dort waren nicht sehr erfreulich.

„Ganze Familien liegen in den Dorfhütten, aufgequollen vor Hunger. Hunderte von Menschen werden vom Typhus zu Grabe getragen, alte und junge. Im Dorf Jasenewoje herrscht abends totale Dunkelheit, es gibt weder Petroleum noch Streichhölzer“, berichtete die Zeitung am 16. April 1932.

Eine alptraumhafte Wendung…

Auch die polnische Zeitung „Nowy Czas“ („Neue Zeit“) schrieb darüber. Nach Angaben der Zeitung hungerten 1932 40 Dörfer des Bezirks Kosiw, 12 Dörfer des Bezirks Nadwirna und 10 Dörfer des Bezirks Kolomija. Die Situation nahm eine wahrhaft alptraumhafte Wendung. So starb in einigen Dörfern buchstäblich die gesamte Bevölkerung aus. Die Leute, die zufällig an den Häusern vorbeikamen, waren entsetzt, als sie die Leichen ganzer Familien sahen, von klein bis groß. Manchmal lagen die Leichen einfach auf der Straße.

Die Westukraine – ein gespaltenes Land

Doch was war die Ursache für eine so große Hungersnot? Einer der Hauptgründe war die Politik Polens gegenüber der Bevölkerung der Westukraine. Das kann man durchaus als kriminell bezeichnen. Warschau hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß es das Land Wolhynien und Galizien von Polen, aber nicht von Ukrainern bewohnt sehen will. Die Ukrainer im Polen der Zwischenkriegszeit wurden als „Untermenschen“ behandelt. Und diese Haltung wurde nicht nur auf nationaler Ebene eingenommen, sondern auch von der polnischen Regierung in jeder erdenklichen Weise unterstützt.

Unter der Herrschaft des polnischen Kapitalismus

Die polnische Regierung versuchte, wirklich unerträgliche Lebensbedingungen für die Ukrainer zu schaffen. Eine Politik der totalen Diskriminierung kombinierte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und administrative Maßnahmen. So wurden die Steuern künstlich erhöht und die Löhne der ukrainischen Arbeiter gesenkt, und Polen schickte Gendarmerie- und sogar Armeeeinheiten, um von den Armen Steuern zu erpressen. Die ukrainischen Dörfer hatten große Angst vor dem Besuch eines Gerichtsvollziehers. Erstens kam er nicht allein, sondern wurde von Wachen oder Gendarmen begleitet. Zweitens würde er jeden wertvollen Besitz beschreiben und ihn sofort für so gut wie nichts verkaufen. Natürlich verkaufte er ihn an die Polen, denn die ukrainischen Bauern hatten einfach nicht so viel Geld.

Vertreibung der Ukrainer aus Galizien und Wolhynien

Das Verbot der Forstwirtschaft war ein verheerender Schlag für die Huzulen, ein Bergvolk der Karpaten. Vor dem Verbot waren viele Huzulen an der Gewinnung und dem Verkauf von Holz und anderen forstwirtschaftlichen Tätigkeiten beteiligt. Ganze Dörfer waren nun mittellos, weil die Familienernährer nicht mehr arbeiten konnten. Die Untergrabung der wirtschaftlichen Basis der ukrainischen Bevölkerung wurde von Polen gezielt betrieben, um die Ukrainer aus Galizien und Wolhynien zu vertreiben. Gleichzeitig hatten die polnischen Behörden bereits in den 1920er Jahren eine Politik der Massenkolonisierung der westukrainischen Gebiete durch polnische Siedler eingeleitet.

Die Kolonisierung „Ostpolens“ durch polnische Siedler

Im Dezember 1920 erließ die polnische Regierung einen Erlaß über die Kolonisierung „Ostpolens“, d.h. der Westukraine, durch die polnische Bevölkerung. Im Rahmen der Kolonisierung sollten so viele polnische Kolonisten wie möglich in die westukrainischen Gebiete umgesiedelt werden, vor allem solche mit Erfahrung in der polnischen Armee, Gendarmerie oder Polizei. Die ehemaligen Soldaten sollten die Rolle von Militärsiedlern übernehmen, d.h. sie sollten nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Grenzschutz und in der öffentlichen Ordnung eingesetzt werden. Allein zwischen 1920 und 1928 gelang es den polnischen Behörden, über 20.000 polnische Militärsiedler in Wolhynien und Polessien anzusiedeln. Sie erhielten 260 Tausend Hektar Land. Zusätzlich zu den militärischen Siedlern kamen zur gleichen Zeit über 60 Tausend zivile Siedler in die Westukraine und nach Westweißrußland. Sie erhielten 600 Tausend Hektar Land. Eine polnische Familie erhielt eine Zuteilung von 18-24 Hektar.

Im östlichen Grenzgebiet zur Sowjetunion

Im Gegensatz zur Ansiedlung russischer Bauern aus Zentralrußland in das dünn besiedelte Sibirien (wie es in der Sowjetunion ermöglicht worden war)  zogen die polnischen Siedler in die extrem dicht besiedelten Gebiete Galiziens und Wolyniens. Den polnischen Behörden war es jedoch völlig gleichgültig, wie sich diese Umsiedlung auf die lokale Bevölkerung auswirken würde. Außerdem hoffte Warschau, daß die große Zahl polnischer Kolonisten „die lokale ukrainische Bevölkerung in Schach halten“ würde. Von den Kolonisten wurde auch erwartet, daß sie die polnische Grenze zur Sowjetunion verteidigen.

Nationale Konflikte in der kapitalistischen Westukraine

Außerdem kam es häufig zu Konflikten zwischen polnischen Kolonisten und ukrainischen Bauern. Die lokalen Behörden und die Polizei stellten sich jedoch aus offensichtlichen Gründen immer auf die Seite ihrer polnischen Landsleute und nicht auf die der galizischen Landwirte. Dies verschaffte den Kolonisten ein Gefühl der Straffreiheit und erlaubte ein willkürliches Verhalten gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Die galizischen Bauern ihrerseits litten unter dem Mangel an freiem Land. Außerdem wurden sie durch Steuern und Verbote für ihre forstwirtschaftlichen Aktivitäten erdrückt.

Massenhafte Auswanderung aus Galizien nach Amerika

Die galizischen Bauern befanden sich in einer verzweifelten Lage, denn in den Städten gab es keine Arbeit für sie, und sie waren nicht an industrielle Arbeit gewöhnt. Erschwerend kam hinzu, daß die Polen ihr Land verpachteten, was es den galizischen Bauern unmöglich machte, ihre letzte Chance auf einen Lebensunterhalt zu nutzen. Dies führte zu einem Massenexodus von Westukrainern in die Vereinigten Staaten und nach Kanada. Die Auswanderung der Galizier erreichte in den 1920er und 1930er Jahren ihren Höhepunkt.

Hungersnöte und Epidemien – und ein unterdrücktes Volk

Aber wer kann es sich leisten, so weit weg zu fahren? Alleinstehende junge Menschen oder junge Paare, in der Regel ohne Kinder. Ältere Menschen, Kranke, Menschen mittleren Alters und kinderreiche Familien blieben in ihren Heimatdörfern. Sie waren es, die am meisten unter der Hungersnot litten und den größten Teil der Opfer ausmachten. Auf die Hungersnot folgten Epidemien von Typhus und Tuberkulose. Die soziale Lage der ukrainischen Bauern war einfach schrecklich, aber die polnischen Behörden ignorierten dieses Problem einfach. Außerdem unterdrückten sie jeden Versuch, gegen ihre Politik in der Westukraine zu protestieren, rigoros. So wurden ukrainische Aktivisten verhaftet, zu langen Haftstrafen oder sogar zum Tode verurteilt. So wurden zum Beispiel drei Bauern wegen eines Aufstandes in der Wojewodschaft Lwów zum Tode verurteilt. Und solche Urteile waren an der Tagesordnung.

Unter der Herrschaft der polnischen Pans…

Im Einklang mit der sozialen und wirtschaftlichen Unterdrückung verfolgten die polnischen Behörden auch eine kulturelle Diskriminierung. In dem Bestreben, die ukrainische Bevölkerung vollständig zu assimilieren, begannen die polnischen Behörden, die ukrainische Sprache aus den Schulen zu tilgen. Kindern auf dem Land war es verboten, Ukrainisch zu sprechen. Wenn Lehrer Ukrainisch hörten, mußten sie die Kinder bestrafen. In den Hungerjahren wurden diese Bußgelder für viele Familien zu einer unerträglichen Belastung. Daher war es einfacher, ein Kind, das kein Polnisch sprach, ganz von der Schule zu nehmen, als für es Bußgelder zu zahlen.

Der tschechoslowakische und rumänische Kapitalismus

In anderen Regionen der heutigen Westukraine, die in der Zwischenkriegszeit Teil der Tschechoslowakei und Rumäniens waren, war die Situation nicht einfacher. So begannen die tschechoslowakischen Behörden nach dem Vorbild Polens mit der Umsiedlung von rund 50.000 tschechischen Kolonisten nach Transkarpatien, darunter vor allem auch ehemalige Soldaten. Eine ukrainische Emigrantenzeitung wies auch darauf hin, daß die Kinder in den Berggebieten von Transkarpatien aufgrund der Wirtschaftspolitik der tschechoslowakischen Behörden gezwungen waren, mit wenig mehr als ein paar Haferflocken Brot und ein paar Kartoffeln pro Tag auszukommen. Die Bevölkerung hat kein Geld, und Eigentum wird für fast nichts verkauft, nur um etwas zu essen zu kaufen.

Hunger und Krankheiten in Transkarpatien und in der Bukowina

Auch in Transkarpatien begannen Tuberkulose- und Typhusepidemien, die zusammen mit der Hungersnot die Bevölkerung zu Tausenden dezimierten. Die tschechoslowakischen Behörden haben jedoch keine wirklichen Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern. In Rumänien, zu dem auch die Bukowina (das heutige Czernowitzer Gebiet in der Ukraine) gehörte, war die Situation noch schlimmer als in der Tschechoslowakei. Zu der schrecklichen Hungersnot kam noch ein höheres Maß an nationaler Unterdrückung hinzu. Die Rumänen, die überhaupt keine Slawen sind, behandelten die lokale ukrainische Bevölkerung noch schlechter als die polnischen und tschechischen Behörden. Aber nicht nur die Bukowina, sondern auch Bessarabien war von der Hungersnot betroffen. Im Herbst 1932 waren die Brotpreise bereits um 100 Prozent gestiegen. Die rumänischen Behörden sahen sich sogar gezwungen, den Eisenbahnverkehr mit den hungernden Regionen des Landes einzustellen, und jeder Versuch einer Protestkundgebung wurde von der Polizei und den Truppen gewaltsam unterdrückt.

Die Lügen der USA und Hitlerdeutschlands über die Sowjetunion

Informationen über die Hungersnot in den ukrainischen Regionen Polens, der Tschechei (gemeint ist die Tschechoslowakische Republik) und Rumäniens wurden in der amerikanischen und deutschen Presse veröffentlicht. Dies war die Grundlage für den Mythos einer Hungersnot in der Ukrainischen SSR, der Mitte bis Ende der 1930er Jahre von den Vereinigten Staaten von Amerika auf der einen und Hitlerdeutschland auf der anderen Seite aufgebauscht wurde. Es lag im Interesse der USA und Deutschlands, die UdSSR als einen möglichst schrecklichen Staat darzustellen, um dem Rest der Menschheit die angebliche Bösartigkeit des sozialistischen Wirtschaftsmodells zu demonstrieren. Und die wirtschaftlichen Probleme, die tatsächlich auftraten, wurden von der westlichen Presse in unglaublichem Ausmaß übertrieben. Viele der Hungergeschichten stammten jedoch aus Polen, der Tschechoslowakei und Rumänien.

Douglas Tottle schreibt über Betrug, Hunger und Faschismus

Bereits 1987 veröffentlichte der Journalist Douglas Tottle sein Buch „Betrug, Hunger und Faschismus. Der Mythos des Völkermordes in der Ukraine von Hitler bis Harvard“ („Fraud, Famine and Fascism. Myth about Genocide in Ukraine from Hitler to Harvard“siehe unten als pdf). Darin enthüllt der Autor die Wahrheit über zahlreiche Fälschungen, die in den späten 1930er Jahren auf Initiative der USA und Deutschlands organisiert wurden. So argumentierte Tottle, daß die um die Welt gegangenen Fotos von hungernden Kindern anderthalb Jahrzehnte vor der „Hungersnot“ aufgenommen wurden – während des Intzerventionskrieges, der Rußland erschütterte und tatsächlich zu der Hungersnot führte.

Der Rußland-Haß der Faschisten in den USA und in der Ukraine

Die moderne antirussische Propaganda der USA und der faschistischen Ukraine hat jedoch weiterhin behauptet, die Hungersnot habe in der Ukrainischen SSR stattgefunden. Vergleicht man jedoch die Entwicklung der Sowjetukraine, die sich zu einer der wohlhabendsten und wirtschaftlich am weitesten entwickelten Unionsrepubliken entwickelte, mit der der völlig verarmten Westukraine in den 1920er und 1930er Jahren, seien es die polnischen, tschechoslowakischen oder rumänischen Gebiete, so fallen alle Mythen der westlichen Propaganda sofort in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Fragen – und die notwendigen Antworten…

Wo sind die Industrieanlagen, Universitäten und Institute, Krankenhäuser und Sanatorien für Kinder und Arbeiter, die von den polnischen, tschechischen oder rumänischen Behörden in den 1920er und 1930er Jahren in der Westukraine eröffnet wurden? Warum verließen so viele Menschen Galizien und Transkarpatien, Bukowina und Bessarabien in jenen Jahren, obwohl sie nicht zu den „schrecklichen Sowjets“ gehörten, dort keine Kollektivierung stattfand und man nichts zu befürchten hatte? Die Antworten auf diese Fragen liegen auf der Hand, und sie sind keineswegs zugunsten der modernen ukrainischen Propaganda und ihrer westlichen Auftraggeber.

Quelle: https://topwar.ru/155189-gde-byl-podlinnyj-golodomor-i-kto-ego-organizoval.html
(Übersetzung und Bearbeitung: Florian Geißler – Kommunisten-Online)

Es gab nach dem ersten Weltkrieg in der Sowjetunion (und nicht nur dort) tatsächlich eine Hungersnot. Es war die Folge des Krieges und der jahrzehntelangen zaristischen Mißwirtschaft.

Die Lüge vom „Holodomor“ 1931/32 in der Ukraine wurde von den Geheimdiensten in den USA erfunden und sollte ablenken vom Hungermord in den USA (siehe hier: „Holodomor auf amerikanische Weise“).


Die Hungersnot in der Sowjetunion im Jahre 1921.

Darüber lesen wir in der Großen Sowjet-Enzyklopädie von 1952:

Hunger 1921

Hunger 1922


Ludo Martens

Die Kollektivierung und der „ukrainische Holocaust“

Die Lügen über die Kollektivierung sind für die Bourgeoisie zu einer mächtigen Waffe in ihrem psychologischen Krieg gegen die Sowjetunion geworden.

Verleumderische Erfindungen über Stalin

Wir analysieren die Entwicklung einer der „populärsten“ verleumderischen Erfindungen über Stalins angeblichen Holocaust gegen das ukrainische Volk. Diese außergewöhnliche Verleumdung wurde von Hitler geschaffen. Bereits 1926 hatte er in „Mein Kampf“ darauf hingewiesen, daß die Ukraine zum deutschen „Lebensraum“ gehöre. Die von den Nazis in den Jahren 1934-1935 gestartete Kampagne über den bolschewistischen „Völkermord“ in der Ukraine sollte die geplante „Befreiung“ der Ukraine in den Köpfen der Menschen vorbereiten. Wir werden sehen, wie diese Lüge, die ihre Nazi-Schöpfer überlebt hat, zu einer Waffe der USA wurde. So entstanden die Erfindungen über die „Millionen von Opfern des Stalinismus“.

Der faschistische Pressekönig Hearst lügt

Am 18. Februar 1935 begannen amerikanische Zeitungen, die im Besitz von Hearst waren, mit der Veröffentlichung einer Reihe von Artikeln von Thomas Walker (Hearst war zu dieser Zeit bereits ein großer Pressemagnat und stand den Nazis positiv gegenüber). Der große Reiseliebhaber und Journalist Walker, der damals in den Hearst-Publikationen auftauchte, durchquerte innerhalb weniger Jahre die Sowjetunion. Am 25. Februar lautete eine Schlagzeile in der Chicago American:

„Sechs Millionen sterben an der sowjetischen Hungersnot: Die Ernte der Bauern wird konfisziert. Die Bauern und ihr Vieh verhungern.“

Auf der Doppelseite eine weitere Schlagzeile:

„Reporter riskiert sein Leben, um Fotografien zu erhalten, die den Tod durch die Hungersnot zeigen.“

Und ganz unten auf der Seite:

„Hungersnot ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. [1]

Die Lügen amerikanischer Zeitungen werden entlarvt

Zur gleichen Zeit arbeitete Louis Fisher in Moskau für die amerikanische Zeitung „The Nation“. Die sensationelle Meldung eines ihm völlig unbekannten Kollegen machte ihn sehr neugierig. Er stellte eigene Nachforschungen an und präsentierte die Ergebnisse den Lesern der Zeitung:

“Wie uns mitgeteilt wurde, ist Herr Walker ,im letzten Frühjahr nach Rußland gekommen‘, d.h. im Frühjahr 1934. Er sah die Hungersnot. Er hat die Opfer der Hungersnot fotografiert. Er erhielt herzzerreißende Augenzeugenberichte über die verheerende Hungersnot. Jetzt ist die Hungersnot in Rußland eine ,heiße‘ Nachricht. Warum hat Herr Hurst diese Sensationsartikel zehn Monate lang zurückgehalten, bevor er sie veröffentlichte?
Ich konsultierte die sowjetischen Vertreter in Moskau, die mir offizielle Informationen gaben. Thomas Walker war einmal in der Sowjetunion. Am 29. September 1934 erhielt er vom sowjetischen Konsulat in London ein Transitvisum. Er reiste am 12. Oktober 1934 (nicht im Frühjahr 1934, wie er behauptet) mit dem Zug von Polen über den Grenzübergang Negoreloe in die UdSSR ein. Am dreizehnten war er in Moskau. Er blieb in Moskau vom dreizehnten, einem Samstag, bis zum Donnerstag, dem achtzehnten Oktober, und bestieg dann den transsibirischen Zug, der ihn am 25. Oktober 1934 an die sowjetisch-mandschurische Grenze brachte…
Mister Walker konnte in den fünf Tagen zwischen dem 13. und dem 18. Oktober mindestens ein Drittel der Punkte, die er aus eigener Anschauung ,beschrieb‘, nicht physisch besucht haben. Ich vermute, daß er lange genug in Moskau blieb, um von verbitterten Ausländern das ukrainische ,Lokalkolorit‘ zu erhalten, das er brauchte, um seinen Artikeln eine falsche Plausibilität zu verschaffen.“

Es gab 1932/33 keinen „Hungermord“ in der Ukraine

Fisher hatte einen Freund, Lindsay Parrott, ebenfalls ein US-Amerikaner, der Anfang 1934 in der Ukraine war. Von der in der Hearst-Presse erwähnten Hungersnot hat er nichts mitbekommen. Im Gegenteil, die Ernte von 1933 war bemerkenswert. Fisher brachte es auf den Punkt:

„Die Hearst-Publikationen und die Nazis begannen immer enger zusammenzuarbeiten. Aber ich habe nicht bemerkt, daß die Hearst-Presse Herrn Parrots Geschichten über die blühende sowjetische Ukraine gedruckt hat. Mr. Parrott ist der Korrespondent der Hearst-Publikationen in Moskau.“ [2]

Unter einem Bild, das ein kleines Mädchen und ein „froschähnliches“ Kind zeigt, beschriftete Walker es:

„HORRIBLE – in der Nähe von Charkow, in einer typischen Bauernhütte mit schmutzigem Boden und Strohdach und dem einzigen Möbelstück, einer Bank, lebt ein sehr dünnes Mädchen mit ihrem zweieinhalbjährigen Bruder (Bild oben). Dieses kleine Kind krabbelt auf dem Boden herum wie ein Frosch, sein kleiner Körper ist durch den Mangel an Nahrung so deformiert, daß er nicht einmal mehr einem Menschen ähnelt.“ [3]

Der kanadische Journalist Douglas Tottle deckt die Wahrheit auf

Douglas Tottle, ein kanadischer Gewerkschafter und Journalist, fand in einer Veröffentlichung von 1922 über die damalige Hungersnot ein Foto eben dieses „Froschkindes“, datiert auf das Frühjahr 1934. Ein weiteres Foto von Walker wurde als Foto eines österreichischen Soldaten bei einem toten Pferd identifiziert, das während des Ersten Weltkriegs aufgenommen wurde. [4]

Tottle - Famine  Tottle9

Armer Walker: Seine Berichte waren gefälscht, seine Fotos ebenfalls, sogar sein Name war erfunden. Sein richtiger Name war Robert Green. Er ist aus dem Staatsgefängnis von Colorado geflohen, nachdem er zwei der acht Jahre, die ihm vom Gericht zugestanden worden waren, abgesessen hatte. Anschließend reiste er in die Sowjetunion, um seine lügenhaften Reportagen zu verfassen. Nach seiner Rückkehr in die USA wurde er verhaftet und gestand vor Gericht, daß er keinen einzigen Schritt in die Ukraine unternommen hatte.

Der USA-Multimillionär Hearst trifft sich mit Hitler

Der Multimillionär William Randolph Hearst traf sich im Spätsommer 1934 mit Hitler, um ein Abkommen zu unterzeichnen, das vorsah, daß Deutschland Nachrichten von Hearsts International News Service kaufen sollte. Zu dieser Zeit hatte die nazistische Presse bereits eine Propagandakampagne über die „Hungersnot in der Ukraine“ gestartet. Hearst hat das Thema dank seines großartigen Rechercheurs Walker umgehend aufgegriffen. [5] Derartige Reportagen erschienen auch in der Hearst-Presse.

Ein weiterer gelogener „Bericht“ über die Sowjetunion

Da war zum Beispiel der Schreiberling Fred Beale. Als amerikanischer Arbeiter, der nach einem Streik zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt wurde, floh er 1930 in die Sowjetunion und arbeitete zwei Jahre lang in der Traktorenfabrik in Charkow. 1933 schrieb er ein kurzes Buch mit dem Titel „Foreign Worker at the Soviet Tractor Plant“, in dem er die Arbeit des sowjetischen Volkes schmeichelhaft beschreibt. Ende 1933 kehrte er in die USA zurück, wo ihn Gefängnis und Arbeitslosigkeit erwarteten. 1934 begann er, über die Hungersnot in der Ukraine zu schreiben, und schon bald wurde seine Haftzeit erheblich verkürzt. Als im Juni 1935 sein „Augenzeugenbericht“ von Hearst veröffentlicht wurde, entlarvte ein anderer amerikanischer Arbeiter, J.Wolyniec, der fünf Jahre lang in der gleichen Traktorenfabrik in Charkow gearbeitet hatte, die Lügen, die den Text durchzogen. Obwohl Beale mehrere Gespräche beschrieb, die er mitgehört hatte, stellte Wolyniec fest, daß Beale weder Russisch noch Ukrainisch konnte. Im Jahr 1948 bot Beale der äußersten Rechten seine Dienste als Zeuge gegen den Kommunismus vor der McCarthy-Kommission an.

Ein Buch aus Hitlerdeutschland

Im Jahr 1935 veröffentlichte Dr. Ewald Ammende ein Buch mit dem Titel „Kann Rußland verhungern?“ (der englische Titel des Buches lautet A Man’s Life in Russia). [6] Als Quellen dienten ihm die deutsche Nazipresse, die italienische faschistische Presse, die ukrainische Emigrantenpresse sowie „Reisende“ und „Experten“, die er ohne nähere Details zitierte. Er veröffentlichte Fotografien, die er als „die wichtigsten Quellen für die tatsächlichen Lebensbedingungen in Rußland“ [7] bezeichnete. Darunter befanden sich auch die Fotos von Dr. Ditloff, der bis August 1933 Leiter der deutschen Landwirtschaftskonzession DRUSAG im Nordkaukasus gewesen war. Ditloff erklärte, daß die Fotos im Sommer 1933 aufgenommen worden seien, „und sie zeigen die Bedingungen… in der Zone de Hungers“ [8] (siehe Zeitungsausschnitt unten)

Die gefälschten Fotos eines Nazi-Agenten

Angesichts der Tatsache, daß er zu dieser Zeit ein Beamter der Nazi-Regierung war, wie konnte er frei vom Nordkaukasus in die Ukraine reisen, um die passenden Motive zu finden? Sieben Fotos von Ditloff, darunter ein „Froschbaby“, wurden von Walker veröffentlicht. Ein anderes Foto zeigt zwei skelettartige Jungen, ein Symbol für die Hungersnot in der Ukraine 1933. Dasselbe Foto wurde in der Fernsehserie „Rußland“ von Peter Ustinov gezeigt: Jene Aufnahme stammte aus einer Dokumentation über die Hungersnot von 1922! Weitere Fotos von Amende wurden am 18. August 1933 in der Nazi-Zeitung „Völkischer Beobachter“ veröffentlicht. Diese Fotos wurden auch in Büchern gefunden, die datiert sind auf das Jahr 1922.

Vom Kardinal in Wien zum Ehrensekretär ernannt

Ammende arbeitete 1913 an der Wolga. Während des konterrevolutionären Interventionskrieges (1917-1918) bekleidete er einen Posten in den pro-deutschen sozialrevolutionären Regierungen von Estland und Lettland. Anschließend kollaborierte er mit der Skoropadsky-Regierung, die im März 1918 von der deutschen Armee in der Ukraine an die Macht gebracht worden war. Er gab an, zwischen 1921 und 1922 an humanitären Hilfsaktionen beteiligt gewesen zu sein, weshalb er mit Fotos aus dieser Zeit vertraut sei. Ammende war viele Jahre lang Generalsekretär des so genannten Europäischen Nationalkongresses, der mit der Nazipartei verbündet war und dem auch Gruppen von Emigranten aus der Sowjetunion angehörten. Ende 1933 wurde Ammende zum Ehrensekretär des intereuropäischen und interreligiösen Komitees zur Unterstützung der russischen Hungergebiete unter dem Vorsitz des profaschistischen Kardinals Innitzer von Wien ernannt. Ammende war somit eng mit der antisowjetischen Kampagne der Nazis verbunden.

Akademische Würden für faschistische Lügenpropaganda

Als Reagan Anfang der achtziger Jahre seinen antikommunistischen Kreuzzug startete, hielt es der Harvard-Professor James Mace für angebracht, Amendes Buch unter dem Titel „A Man’s Life in Russia“ neu zu veröffentlichen. Das war im Jahr 1984. Auf diese Weise erhielten all die Nazi-Lügen und gefälschten fotografischen Beweise, einschließlich Walkers Pseudo-Reportagen aus der Ukraine, die „akademische Anerkennung“, die mit dem Namen Harvard verbunden ist.

Rechtsextremistische ukrainische Emigranten in den USA

Im Jahr zuvor hatten rechtsextreme ukrainische Emigranten in den USA ein Buch mit dem Titel „Die große Hungersnot in der Ukraine. Der unbekannte Holocaust“ veröffentlicht. Und in diesem Buch entdeckte Douglas Tottle Fotos aus den Jahren 1922-1923. So ist das Foto auf dem Umschlag des Buches dem „Newsletter of the Nansen International Rescue Committee of Russia“, Nr. 22, Genf, 30. April 1922, S. 6. [9]

Völkermord der Nazis in der Sowjetunion wird verharmlost

Der weltweite neonazistische Revisionismus betreibt eine „Umschreibung“ der Geschichte, vor allem um die barbarischen Verbrechen gegen die Kommunisten und die Sowjetunion zu rechtfertigen. Erstens leugnen sie die Verbrechen, die sie an den Juden begangen haben. Die Neonazis leugnen die Existenz der Vernichtungslager, in denen Millionen von Juden ermordet wurden. Dann erfanden sie Schrecken über einen angeblich von Stalin und den Kommunisten verübten „Holocaust“. Mit dieser Lüge rechtfertigen sie die grausamen Verbrechen, die von den Nazis in der Sowjetunion begangen wurden. Und dabei haben die Revisionisten im antikommunistischen Kampf die volle Unterstützung von Reagan, Bush, Thatcher und Konsorten.

Quelle:
Людо Мартенс: «Другой взгляд на Сталина (Запрещенный Сталин)» стр. 72-75 (Übersetzung: Florian Geißler – Kommunisten-Online)

[1] Douglas Tottle, Fraud, Famine and Fascism: The Ukrainian Genocide Myth from Hitler to Harvard (Toronto: Progress Books, 1987), pp. 5–6. 218
[2] The Nation 140 (36), 13 March 1935, quoted in Tottle, op. cit. , p. 8.
[3] Tottle, op. cit. , p. 9.
[4] James Casey, Daily Worker, 21 February 1935, quoted in Tottle, op. cit. , p. 9.
[5] Tottle, op. cit. , pp. 13, 15.
[6] Ibid. , pp. 19–21.
[7] Ibid. , pp. 23–24.
[8] Ibid. , p. 25.
[9] Ibid. , pp. 4–31.

Dokumente bezeugen, wie die Sowjetmacht die Bevölkerung in der Ukraine mit Lebensmitteln versorgte: https://varjag2007su.livejournal.com/3264111.html

P.S. der von Ludo Martens, aber auch von Polonski und anderen, immer wieder verwendete Begriff des „Bürgerkriegs“ in der Sowjetunion ist irreführend. Es handelt sich nicht um einen Krieg der Bürger der Sowjetunion untereinander, sondern um eine Klassenauseinandersetzung zwischen  der revolutionären Arbeiterklasse, der Bauern und Soldaten mit den konterrevolutionäre Einheiten der Weißgardisten und der Interventen der USA, des Deutschen Reiches, Großbritanniens, Frankreichs, Japans u.a.


pdfimage Ludo Martens – Ein anderer Blick auf Stalin Kap5

pdfimage  Douglas Tottle – Fraude-Famine-and-Fascism


„Tatarennachrichten über die Sowjetunion“ – Die Lügenkampagne des Herrn Ammende.

330718 Rote Fahne Tatarennachricht


Stalin über die Agrarproduktion

Rede auf der Konferenz marxistischer Agrarwissenschaftler am 27. Dezember 1929

  • Kann man sagen, daß sich unsere kleinbäuerliche Wirtschaft nach dein Prinzip der erweiterten Reproduktion entwickelt? Nein, das kann man nicht sagen. Unsere kleinbäuerliche Wirtschaft weist in ihrer Masse nicht nur keine alljährlich erweiterte Reproduktion auf, sondern sie ist im Gegenteil nur selten imstande, selbst die einfache Reproduktion zu bewerkstelligen.
  • Kann man unsere sozialisierte Industrie in beschleunigtem Tempo weiterentwickeln angesichts einer solchen landwirtschaftlichen Basis, wie sie die kleinbäuerliche Wirtschaft bildet, die zur erweiterten Reproduktion unfähig ist, dabei aber den vorherrschenden Faktor in unserer Volkswirtschaft darstellt? Nein, das kann man nicht.
  • Kann man für mehr oder weniger lange Zeit die Sowjetmacht und den sozialistischen Aufbau auf zwei verschiedenen Grundlagen basieren: auf der Grundlage der vereinigten sozialistischen Großindustrie und auf der Grundlage der völlig zersplitterten und äußerst rückständigen bäuerlichen kleinen Warenwirtschaft? Nein, das ist unmöglich. Das muß über kurz oder lang mit einem vollständigen Zerfall der ganzen Volkswirtschaft enden.

Wo ist nun der Ausweg?

Der Ausweg liegt darin, die Großproduktion in der Landwirtschaft zu entwickeln, die Landwirtschaft zur Akkumulation, zur erweiterten Reproduktion fähig zu machen und auf diese Weise die landwirtschaftliche Basis der Volkswirtschaft umzugestalten.

Wie kann man aber die Großproduktion in der Landwirtschaft entwickeln? Dazu gibt es zwei Wege. Es gibt den kapitalistischen Weg, der darin besteht, daß durch das Eindringen des Kapitalismus in die Landwirtschaft Großbetriebe entstehen, ein Weg, der zur Verelendung der Bauernschaft und zur Entwicklung kapitalistischer Betriebe in der Landwirtschaft führt. Diesen Weg lehnen wir ab, als einen Weg, der mit der Wirtschaft der Sowjetunion unvereinbar ist.

Es gibt einen anderen Weg, den sozialistischen Weg, der darin besteht, daß man Kollektiv- und Sowjetwirtschaften in der Landwirtschaft schafft und fördert, den Weg, der zur Vereinigung der kleinen Bauernwirtschaften zu großen Kollektivwirtschaften führt, die mit den Errungenschaften der Technik und der Wissenschaft ausgerüstet sind und die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln, da diese Wirtschaften die erweiterte Reproduktion bewerkstelligen können. Die Frage steht demnach so: entweder jener oder dieser Weg, entweder zurück zum Kapitalismus oder vorwärts zum Sozialismus. Irgendeinen dritten Weg gibt es nicht und kann es nicht geben.

Quelle:
J. Stalin: „Fragen des Leninismus“, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.337.


Die Regionen der Ukraine heute:
Ukraine Regionen

Die Gebiete der heutigen Regionen Lemberg (Lwów), Iwano-Frankowsk (Stanisławów), Ternopol (Tarnopol), Wolhyn (Wołyń) und Równo gehörten bis 1939 zu Polen. Das Gebiet der Region Transkarpatien (Zakarpatská oblast) war von 1920 bis 1938 ein Teil der Tschechoslowakei. Die Region Tschernowitz (Cernăuți) gehörte bis 1940 zu Rumänien. Somit war keine der Regionen der heutigen Westukraine Teil der sozialistischen Sowjetunion. Das gelb als Ruina (ukr. Руїна) gekennzeichnete Gebiet sowie Ushgorod und Tschernowzy (früher Bukowina) werden heute zur Westukraine gerechnet. Moldawien (früher Bessarabien) mit der Hauptstadt Chișinău (russ. Kischinjow) gehört nicht zur Ukraine.
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8 Antworten zu Die Lüge vom angeblichen „Holodomor“ in der Ukraine. Auszug aus dem Buch „Ein anderer Blick auf Stalin“ von Ludo Martens

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Dies LÜGE (Holodomor) funktioniert weiterhin
    … und damit kann man bis Heute Zig-Millionen von
    Menschen einer Massen-Hypnose Unterwerfen

  2. Weber Johann schreibt:

    „Schaut fleißig in die Vergangenheit, dort findet Ihr alle Rätsel erklärt.“
    Maxim Gorki

    Hier der Artikel von Ammende, in der österreichischen Zeitung „Reichspost“ vom 16.7.1933:

    „Der Massenmord schreitet durch Rußland“
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19330716&seite=1&zoom=28

    Anmerkung: Schon das dieser Ammende von Rußland und nicht von der Sowjetunion schreibt, zeigt welch Geistes Kind er war.

    „Die rote Fahne“, Österreich vom 18.7.1933:
    Tatarennachrichten über die Sowjetunion
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=drf&datum=19330718&seite=2&zoom=33&query=„Ammende“&ref=anno-search

    „Die rote Fahne“, Österreich vom 19.7.1933:
    Ammende der Fälschung überführt
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=drf&datum=19330719&seite=3&zoom=33&query=„Ammende“&ref=anno-search

    Auf der gleichen Seite ein wichtiger Beitrag:

    Hitler als „kleineres „Übel“
    Die Erklärung eines SPD Bürgermeisters
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=drf&datum=19330719&seite=3&zoom=33&query=„Ammende“&ref=anno-search

    Entnommen aus dem Buch „Ereignisse und Erlebtes“ von Albert Norden, Dietz Verlag Berlin 1981
    Politisches Wirken in der Emigration

    „…..Was diese Arbeit betrifft, so gründeten wir im Mai 1944 die Halbmonatszeitschrift »The German American«, als deren Herausgeber der linkssozialistische ehemalige preußische Justizminister Dr. Kurt Rosenfeld fungierte…..
    Dabei mußten wir uns auch mit dem rechtssozialdemokratischen Flügel der deutschen Emigration auseinandersetzen.
    Ihr geistiger Kopf und ständiger Leitartikler in der New-Yorker »Neuen Volkszeitung« war Friedrich Stampfer, ehemaliger Chefredakteur des Zentralorgans der SPD, »Vorwärts«. Jetzt forderte er, und mit ihm sozialdemokratische Parlamentarier der Weimarer Republik, daß die Westmächte nicht Hitler und seine Armeen vernichten, sondern ein Bündnis mit Deutschland schließen sollten, um gemeinsam einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu führen.“

    Zwei wichtige Quellen, um die Vorgänge, die aktuell sich in der Ukraine abspielen, verstehen zu können.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für die interessanten Ergänzungen!!! Das ist wirklich eine Überraschung – ich kannte das noch nicht! Und solche „Tatarennachrichten“ werden ja auch von dem faschistischen „Bühnendarsteller“ Selenski und seinen US-amerikanischen Drahtziehern und von den gleichgeschalteten deutschen Medien heute wieder verbreitet… Da kann man nur sagen: Alles Lüge! Schlimm ist auch, daß jetzt diese Nachrichten auf fruchbaren Boden fallen und (genau wie in der Nazizeit) zu Russenhaß und Volksverhetzung führen.

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