1. Mai – Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen. Kampf für Frieden und Sozialismus.

праздником 1мая

Das menschliche Denken hatte viele Mühseligkeiten, Qualen und Wandlungen durchzumachen, bevor es zu dem wissenschaftlich ausgearbeiteten und begründeten Sozialismus gelangte. Die westeuropäischen Sozialisten hatten sehr lange in der Wüste des utopischen (unerfüllbaren, nicht zu verwirklichenden) Sozialismus umherzuirren, bis sie sich den Weg bahnten, bis sie die Gesetze des gesellschaftlichen Lebens erforschten und begründeten und aus ihnen die Notwendigkeit des Sozialismus für die Menschheit ableiteten.

Was haben all die Wissenschaftler nicht erkannt?

Europa hat seit Beginn des vorigen Jahrhunderts viele tapfere, selbstlose, ehrliche Männer der Wissenschaft hervorgebracht, die danach strebten, die Frage zu klären und zu beantworten, was die Menschheit von dem Übel erlösen kann, das mit der Entwicklung von Handel und Industrie immer stärker und schlimmer wird. Viel Stürme und viele Blutströme gingen über Westeuropa hinweg, damit Schluß gemacht werde mit der Knechtung der Mehrheit durch eine Minderheit, aber das Übel blieb dennoch bestehen, die Wunden blieben ebenso klaffend und die Schmerzen wurden mit jedem Tage immer unerträglicher.

Warum hat sich der Sozialismus nicht durchgesetzt?

Eine der Hauptursachen dieser Erscheinung hat man darin zu sehen, daß der utopische Sozialismus nicht die Gesetze des gesellschaftlichen Lebens klargestellt hat, sondern über dem Leben schwebte, in die Höhe strebte, während eine feste Verbindung mit der Wirklichkeit notwendig war. Die Utopisten steckten sich die Verwirklichung des Sozialismus als das nächste Ziel zu einer Zeit, da es für seine Verwirklichung im Leben keinerlei Boden gab, und – was in seinen Ergebnissen noch betrüblicher ist – sie erwarteten die Verwirklichung des Sozialismus von den Mächtigen dieser Welt, die sich, wie die Utopisten meinten, leicht von der Richtigkeit des sozialistischen Ideals überzeugen konnten (Robert Owen, Louis Blanc, Fourier u. a.). Diese Anschauung setzte sich über die reale Arbeiterbewegung und die Arbeitermassen hinweg, die die einzige natürliche Trägerin des sozialistischen Ideals sind. Die Utopisten konnten das nicht begreifen.

Was haben die Utopisten falsch gemacht?

Sie wollten das Glück auf Erden durch die Gesetzgebung, durch Deklarationen und ohne die Hilfe des Volkes (der Arbeiter) selbst schaffen. Der Arbeiterbewegung aber schenkten sie keine besondere Aufmerksamkeit und häufig leugneten sie sogar ihre Bedeutung. Infolgedessen blieben ihre Theorien lediglich Theorien, die an den Arbeitermassen vorbeigehen, in denen ganz unabhängig von diesen Theorien der große Gedanke reifte, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch den Mund des genialen Karl Marx verkündet wurde:

„Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein … Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

Aus diesen Worten wurde die jetzt auch für „Blinde“ offensichtliche Tatsache klar, daß für die Verwirklichung des sozialistischen Ideals die Selbsttätigkeit der Arbeiter und ihr Zusammenschluß zu einer organisierten Macht unabhängig von der Nationalität und dem Lande notwendig ist. Es war notwendig, diese Wahrheit zu begründen – was Marx und sein Freund Engels großartig getan haben –, um das feste Fundament der machtvollen sozialdemokratischen Partei zu legen, die heute als unerbittliches Schicksal über der bürgerlichen Ordnung Europas schwebt, und die sie zu vernichten droht, um auf ihren Trümmern die sozialistische Ordnung zu errichten. […]

Was ist die wichtigste Aufgabe der Gegenwart?

Nur die Arbeiterklasse ist eine zuverlässige Stütze der wahren Demokratie. … Um jedoch diese führende Rolle spielen zu können, muß sich die Arbeiterklasse zu einer selbständigen politischen Partei zusammenschließen. Dann werden ihr Verrätereien und Treubrüche ihres zeitweiligen Verbündeten, der „Gesellschaft“, im Kampf gegen den Absolutismus nichts anhaben können. Von dem Augenblick an, wo diese „Gesellschaft“ die Sache der Demokratie verrät, wird die Arbeiterklasse selbst, mit ihren eigenen Kräften, dieses Werk voranführen – die selbständige politische Partei wird ihr die hierzu notwendige Kraft verleihen.

J. Stalin

Quelle: J.W. Stalin „Die SP Rußlands und ihre nächsten Aufgaben“, in: Werke Bd.1, Dietz Verlag Berlin, 1950, S.10-27 (gekürzt. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)
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10 Antworten zu 1. Mai – Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen. Kampf für Frieden und Sozialismus.

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  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Der 1. Mai, Kampf- und Feiertag der Werktätigen – heute heißt er „Tag der Arbeit“, ich glaube, er hieß auch in der Nazizeit so. Heute ist er weder ein Kampf- noch ein Feiertag der Werktätigen. Die Arbeiterklasse, sofern überhaupt noch in den Gewerkschaften organisiert, wird von den rechten Gewerkschaftsführern zur „Sozialpartnerschaft“ mit dem Kapital gezwungen unter Strafe des Verlustes des Arbeitsplatzes und damit der Lebensgrundlagen. Meiner Ansicht nach gibt es nicht viele Arbeiter in der BRD mehr, die sich überhaupt noch dieses Datums bewusst sind. Ja, die DGB-Gewerkschaften veranstalten am 1. Mai Kundgebungen, auf denen vor allem Themen wie der Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen Waffenlieferungen und ansonsten Schönwetterpoesie vorherrschend sind.

    Ich war am 1. Mai bei den Demos in der DDR immer dabei, egal, welches Wetter herrschte. Wir Älteren wussten noch, wie wichtig dieser Tag für uns, für die Werktätigen der DDR, war. Bei vielen Jüngeren sah es nach meiner Erfahrung schon anders aus. Sie waren in die DDR hineingeboren und hatten nicht allzuviel Verbindungen zu den Kämpfen der Arbeiterklasse, die sich den 1. Mai als Kampf- und Feiertag erstritten hatte. Und was sie in der Schule hörten, war für so einige sowieso nur Propaganda.

    So jedenfalls habe ich die letzten Demos zum 1. Mai erlebt. Die Quittung kriegten wir dann. Ich höre noch die Reden, dass der FDGB nur noch eine Art Touristikbetrieb darstellte. Erst als der Betrieb aufgelöst werden sollte, zeigte die Gewerkschaft, dass sie noch kämpfen kann. Allerdings blieben die angestrebten Ergebnisse aus. Auch das war eine Quittung.

    Und gerade heute, wo der Klassenkampf das Wichtigste für uns ist, gerade heute eine Arbeiterklasse, die sich ihrer Kraft nicht bewusst ist. Gerade heute, wo der Klassenkampf der Herrschenden tobt. Ja, der 1. Mai heute, im Jahre 2022. Illusionen sind nicht angebracht.

    • sascha313 schreibt:

      Du hast recht, der 1.Mai wurde schon bei den Nazis umbenannt. in „Tag der Arbeit“. Ich habe lange gesucht, um ein passendes Bild zu finden. Sogar bei den Russen gibt’s da nach 1970 nur wenig aussagekräftige Postkarten. Da hieß es dann nur noch „мир, труд, май“, sinnloserweise „Frieden (Welt), Arbeit, Mai“

  3. Erfurt schreibt:

    Die BRD-Gewerkschaften marschieren Seite an Seite mit den Vertretern des Finanzkapitals. Die stellen sich dann vors Mikrofon und labern stundenlang nur Scheiße so wie Rammeloff gestern in Erfurt.

    • Harry56 schreibt:

      Gen. Erfurt, was wunderst du dich da überhaupt, scheinst dich beinahe künstlich zu empören. Der 1. Mai wurde vom NS- Regime 1933 zum gesetzlichen Feiertag als „Tag der Deutschen Arbeit“ eingeführt. Am 1. Mai 1933 marschierten dann Massen an „Deutschen „Gewerkschaftlern“ zusammen mit NSDAP, viele „Sozialdemokraten“, SA, SS etc… zusammen, um die „Deutsche Arbeit“ (für Bourgeoisie und bürgerliche Staatsmaschine!) zu feiern.

      Ein weiteres widerwärtiges Kapitel der deutschen Geschichte seit August 1914! Seit der Gründung der westdeutsch- „alliierten“ BRD feiern die neuen deutschen BRD – „Gewerkschaften“ (quasi „demokratische“ Nachfolger der NSDAP – DAF) den 1. Mai als „Tag der Arbeit“, damals wie heute, die Lohnabhängigen, die Proletarier, den mächtigen Kapitaleignern, dem Besitzbürgertum (Bourgeoisie) als immer verfügbare möglichst günstige(!)Ware Arbeitskraft feilbietend.

      Ist dieses uralte Schema nicht durchsichtig genug, müssen wir uns über diesen immer wieder gleichen Zirkus nach bald 100 Jahren noch immer „empören“ ? Warum beteiligt sich die erdrückende Masse der heutigen Proleten an diesen verlogenen Kundgebungen der BRD-„Gewerkschaften“ am 1. Mai seit Ewigkeiten nicht mehr?

      Weil sie im Grunde wissen, dass es außer hohlen Phrasen, „Bier & Bockwust“ dort nichts gibt von realer Bedeutung für sie. „Bier & Bockwurst“ bekommen die Proletarier auch auf allen bürgerlichen Maifesten, OHNE dort hohle Phrasen von gekauften Gewerkschaftsbonzen, „hauptamtlichen“ Sesselfurzern über sich ergehen lassen zu müssen.

      Völlig un-empörte Grüße!

  4. roprin schreibt:

    Keiner geht auf die Straße. Nicht mal zum 1. Mai. Geht es allen noch zu gut? Spürt niemand, wie nah der Krieg bereits vor unserer Tür steht? Gibt es kein Solidarverhalten mehr mit anderen Völkern? Sollte unsere „Regierung“ nicht endlich zum Teufel gejagt werden? Wäre es nicht höchste Zeit Leute wie Soros, Gares, Musk und alle „Superreichen“ endlich zu enteignen und zum Teufel zu jagen? Politik ist keine „Sache der Politiker“, nein, sie geht uns alle an! Sollen unsere Kindeskinder zurück in die Eiszeit gebombt werden?
    Den Kriegstreibern muß das Handwerk gelegt werden. Aber was ist? – Selenski und sein in der BRD tätiger Botschafter dürfen täglich mehr Waffen einfordern. Bald bekommt er Nuklearwaffen geliefert. Und alles nur für die USA, die schon längst einen begrenzten Atomkrieg in
    (Ost-)Europa wollen. Aber nein, niemand geht zum 1. Mai auf die Straße mit einer roten Fahne und geballter Faust.

    • Erfurt schreibt:

      hi Roprin,

      die Frage ob es den Menschen zu gut geht ist nicht richtig. Ich denke, so wie es ist, das ist das Egebnis jahrzehntelanger Unterdrückung. Insbesondere die Politik der letzten beiden Jahre (Corona!) hat die Menschen extrem verängstigt und verunsichert. Zu Rameloffs Rede in Erfurt gab es nicht eine Protestnote, nicht einmal einen Pfiff! Auch in dieser Zurückhaltung zeigt sich die allgemeine Verängstigung.

      Viele Grüße.

      • Harry56 schreibt:

        Der bürgerliche Parlamentarismus ist die perfekteste Form von Diktatur der Bourgeoisie, weil die Reichen und Mächtigen immer diese Diktatur indirekt ausüben, die wirklich Mächtigen sich so immer hinter einer jeweiligen „Politik“ verstecken können, bei Unmut im „Volk“ mal eben schnell neue politische „Zugpferde“ (Parteien, Politiker)in die politische Manege einführen können.
        Vor längerer schrieb mal ein kluger Mensch, die Politik ist die Unterhaltungs-Branche der Finanzindustrie. Nicht ganz falsch!

        Soz. Gruß

  5. Hanz29 schreibt:

    Hallo Sascha, wahrscheinlich hast Du das schon geplant? Nach der Seite zum 1 Mai wäre vielleicht eine Seite für den 8. Mai 2022 gut, auf der die Feiern in Moskau (und anderswo?) verlinkt werden, die dann Deine Leser leicht finden und (nochmal) anschauen können?
    Da Viele in Deutschland unterdessen Krieg mit Computerspielen verwechseln, wären ein paar Fotos oder ein Filmausschnitt (Doku) von Deutschland 1945 vielleicht als eine gute Erinnerung nicht verkehrt?

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