Maria Sacharowa: Die Situation im Donbass – Hintergründe und Vorgeschichte. Ein Lehrstück über politischen Journalismus

ForumPiter

25. Internationales St. Petersburger Wirtschaftsforum: Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ist am Mittwoch während einer Pressekonferenz am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg mit dem CNN-Journalisten Frederik Pleitgen über die Ukraine und die Ursachen für die heutige Situation aneinandergeraten. Bei dieser Gelegenheit klärt sie den Deutsch-US-amerikanischen Journalisten über die Vorgeschichte der militärischen Spiezialoperation Rußlands und die Hintergründe des Scheiterns der Minsker Gespräche auf.

Pleitgen war früher für das ZDF und RTL tätig und arbeitet heute beim US-amerikanischen Sender CNN. Über zwanzig Minuten widmete sie dem CNN-Reporter, sprach über die Ursachen des Ukraine-Krieges, die Kriege der USA und ihre Völkerrechtsbrüche, doch Pleitgen beharrte auf seiner Frage, ob Rußland das Völkerrecht mißachten würde. Sacharowa erklärte ihm geduldig, daß der Donbass seit acht Jahren militärisch bekämpft wird, Tausende Zivilisten starben und der Friedensprozeß über das Minsker Abkommen durch Kiew und Washington insgeheim boykottiert wurde. Rußland habe diese Gebiete, die sich in Referenden für ihre Unabhängigkeit aussprachen, als souverän anerkannt und ihnen militärische Partnerschaft zugesagt, um diesen Konflikt zu lösen. Es sei der Westen gewesen, der Kiew dazu brachte, Krieg gegen Rußland zu führen, und es seitdem mit massiven Waffenlieferungen flute. Man könne die ganze Vorgeschichte nicht auslassen, wenn man über diesen Konflikt und wie es dazu kam, sprechen will, sagte Sacharowa.
Das alles schien den westlichen Journalisten nicht zu beeindrucken. Pleitgen beharrte weiter auf seiner Frage. Wie der Zufall spielt, meldete sich ein Journalist aus dem Donbass zu Wort und maßregelte Pleitgen. Daraufhin schlug Sacharowa Pleitgen vor, einfach mal mit ihm, einem Menschen aus der Ukraine ein Interview zu führen, damit dieser ihm schildern könne, wie schlimm das Leben dort die letzten acht Jahre gewesen ist. Sie wisse aber schon jetzt, dass selbst wenn er ein solches Interview führe, dieses vom Sender niemals ausgestrahlt werden würde, weil es der US-amerikanischen Erzählung widerspricht. Pleitgen dürfe sowieso nicht die Wahrheit sagen, denn sonst würde er sofort gecancelt werden, weshalb er daran überhaupt nicht interessiert sei.

Hier ist das Transkript dieses Gesprächs:

Frederik Pleitgen (CNN-Reporter): „Ja, ich bin immer noch bei CNN. Manches ändert sich nie. Ich habe drei Fragen…

Maria Sacharowa (Sprecherin des russ. Außenministeriums) : Hoffen wir das Beste.

F. Pleitgen: So hoffen wir beide das Beste. Und wir beide sind auch lange dabei, richtig? Als erstes: Sie sprachen viel vom Völkerrecht. Und wir befinden uns hier auf einem Internationalen Wirtschaftsforum, das auf internationalen Regeln in einer auf Regeln basierenden intenationalen Gemeinschaft beruht, die wiederum auf Achtung deer Grenzen von Ländern und der Achtung der Souveränität beruht.

Der Präsident der Russischen Föderation hat am Donnerstag erklärt, daß er die spezielle Militäroperation Rußlands, die Invasion in die Ukraine, mit dem vergleicht, was Peter der Große im Großen Nordischen Krieg getan hat, und sagte, daß Rußland nach seiner Einschätzung Gebiete zurückerobert, die rechtmäßig Rußland gehören, und diese stärkt. Ist das nicht ein Eingeständnis eines schweren Verstoßes gegen das Völkerrecht?

Warum eine solch pathetische Frage…?

M. Sacharowa: Wissen Sie, das ist eine Reihe von Klischees und ein wunderbares Beispiel für Ihre Propagandaarbeit. Haben Sie jemals versucht, mit solchem Pathos eine Frage über die Anerkennung der angeblichen Souveränität des Kosovo zu stellen, zum Beispiel an den US-Außenminister oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten?

Gehen Sie doch mal mit dem gleichen Pathos zu einem Briefing im Außenministerium bzw. im Weißen Haus und sagen Sie genauso schön und bildhaft, daß Sie oder wir in den USA… Sie sind ja ein amerikanischer Journalist. …daß wir hier Foren veranstalten, die auf internationalem Recht und Normen beruhen, die die Achtung der Grenzen souveräner Staaten implizieren, und mit welcher Begründung wir, die USA, jahrelang abscheuliche Verbrechen im Kosovo vertuscht haben, einschließlich des Handels mit menschlichen Organen, und schließlich den Banditen, die dort das Sagen hatten, den Titel eines souveränen Staates verliehen, wenn ich das so sagen darf, entgegen der Resolution des UN-Sicherheitsrates und entgegen dem Willen Belgrads und des serbischen Volkes, ohne den einen oder anderen zu fragen – niemanden?

…und wer fragt eigentlich die USA?

Wann werden Sie anfangen, so mit Ihren politischen Führern und Vertretern zu sprechen? Oder gibt es solche Fragen nur an uns? Wir haben keine Probleme mit dem Völkerrecht. Wir haben es verteidigt und verteidigen es in der Praxis, entgegen dem, wie sie in den USA das handhaben.

Ich kann Ihnen dazu eine Antwort geben. Schauen wir uns dazu das Jahr 2014 an, da gab es ein Referendum, das vor dem Hintergrund eines verfassungswidrigen Staatsstreichs stattgefunden hat. Es gab einen rechtmäßig gewählten Präsidenten, Viktor Janukowitsch, der ungeachtet der Art und Weise, wie er behandelt wurde, von der westlichen Gemeinschaft anerkannt wurde. Er war ihr bester Freund bis Ende 2013, bis er sich plötzlich die Frage stellte, was er mit den beiden integrativen Staatengemeinschaften, West und Ost, tun sollte, mit denen er bereits in der GUS teilnahm und zu deren EU-Beitritt er aufgerufen wurden. Er forderte einen Aufschub von bis zu sechs Monaten, um diese Prozesse zu harmonisieren. Am nächsten Tag wachte er als rücksichtsloser „Verbrecher“, als „furchtbarer Beamter“ auf. Alle EU-Mitglieder hatten die Kommunikation mit ihm eingestellt, obwohl er in der Woche zuvor noch Stargast auf einem anderen EU-Forum war. Er wurde auf schreckliche, blutige Weise gestürzt, mit den Opfern auf dem Majdan, mit Hilfe von Kämpfern, mit Hilfe von US-amerikanischem Geld und politischer Unterstützung durch die EU. Ihre Regierung hat das alles persönlich getan. In diese Ereignisse waren hochrangige Vertreter des USA-Außenministeriums persönlich involviert, die sich nicht nur in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einmischten, sondern auch die politischen Prozesse leiteten, die sich dort mit Unterstützung der Militanten zusammenbrauten.

Der faschistische Putsch in der Ukraine

Die Gebiete der Ukraine, in denen die rechtmäßig demokratisch gewählte Regierung des Volkes verblieben ist, haben der sogenannten „Regierung“, die durch diesen Staatsstreich an die Macht kam, nicht die Treue geschworen. Sie haben beschlossen, diese rechtlich und international anerkannte Staatsmacht beizubehalten und nicht diesen Betrügern zu gehorchen. Sie begannen, diese Macht des Volkes irgendwie zu verteidigen und erhielten die volle Unterstützung des Volkes. Auf der Krim wurde ein Referendum abgehalten. Wie haben Sie versucht, es zu blockieren! …sie haben dennoch ein Referendum abgehalten und Rußland hat sie unterstützt. Donezk und Lugansk haben ebenfalls ein Referendum abgehalten. Lassen Sie uns die Dinge offen ansprechen!

Sie nannten sie „Separatisten“…

Die westliche Gemeinschaft hatte Gelegenheit, sich auf dem Verhandlungsweg zu beweisen, um die territoriale Integrität der Ukraine und den ukrainischen Staat selbst zu erhalten. Wir haben das Minsker Maßnahmepaket vorgestellt und die Entscheidung des Referendums lediglich zur Kenntnis genommen. Gemeinsam mit der westlichen Gemeinschaft, vertreten durch Berlin und Paris, begannen wir mit der Arbeit auf der Verhandlungsebene. Acht Jahre lang schauten wir diesem Chaos zu. Acht Jahre lang sind dort Menschen getötet worden. Acht Jahre lang haben wir zugesehen und in den letzten Jahren registriert, wie sich dort Streitkräfte aller Couleur aufbauten, es wurden Zivilisten und Freiwillige ermordet, Menschen die im Widerstand waren – Sie haben sie „Separatisten“ genannt – , und zwar diejenigen, die die Minsker Vereinbarung unterzeichnet haben, in denen es heißt, daß die DVR und LVR Teil der Ukraine sind.

Der Völkermord der Ukraine im Donbass

Aber Sie nannten sie trotzdem weiterhin „Separatisten“. Was für ein Status? Sie wollten innerhalb der Ukraine leben und haben es auch versucht. Und sie haben ihnen immer noch vorgeworfen, sie seien „Separatisten“, selbst nachdem die Zahl der Toten auf über 13.000 gestiegen war. Das waren nicht einfach Kämpfe, es geht um Massengräber und die Tötung von Kindern. Und diese Spirale drehte sich bis in den Himmel. Die NATO-Übungen im Schwarzen Meer nahmen stetig zu. Allein im Jahr 2021 waren es sieben, und nun dürften es neun sein. Auch die Zahl der auf Seiten der NATO beteiligten Kampfeinheiten (Waffen, Ausbilder, Soldaten) hat sich vervielfacht. Es war uns klar, wohin das alles führen würde. Daraufhin erkannten wir das Offensichtliche an und akzeptierten, daß die Anerkennung der erklärten Unabhängigkeit der DVR und LVR der einzige Weg war, den Strom des Todes zu stoppen und deren Sicherheit auf ihren eigenen Wunsch hin zu gewährleisten.

Wovon sprechen Sie überhaupt? Zeigen Sie mir, wo dieses Völkerrecht nicht beachtet wurde! Die Resolution und unsere Erklärungen, die wir im UN-Sicherheitsrat gemacht haben, waren es ebenfalls. Vergleichen Sie diese Logik mal mit jener der NATO- und EU-Gemeinschaft, als sie einige ihrer Operationen durchführten. Erklären Sie, wo die logische Kette unterbrochen wurde!

Der Konflikt wird vom Westen eskaliert

Jetzt gibt es Waffenlieferungen, auch aus sowjetischer Produktion, an die Ukraine. Dies verstößt gegen alle von den westlichen Ländern eingegangenen Verpflichtungen, die diese Lieferungen fördern. Heute habe ich in meinem Telegram-Kanal die entsprechenden Unterlagen dazu veröffentlicht. Lesen Sie sie! Aber Sie haben gar kein Interesse daran, was sich wirklich abspielt. Also heben Sie sich dieses Pathos für US-amerikanische Politiker und Regierungsbeamte auf und stellen Sie diese Fragen an zukünftige Präsidentschafts- und Kongreßkandidaten. Verlangen Sie auf die gleiche Weise eine Antwort!

F. Pleitgen: Das beantwortet die Frage allerdings nicht wirklich, und ich muß Sie nicht daran erinnern, daß die Berichterstattung über den Krieg der USA im Irak und auch den Krieg der USA, insbesondere der Krieg der USA in Afghanistan in den US-Medien extrem kritisch war, wie Sie sich vielleicht als Beobachterin dieser Entwicklung erinnern. Aber die große Frage ist: Ist die Rückeroberung und Stärkung von Territorien anderer Länder nicht ein Verstoß gegen das Völkerrecht? Und wenn Sie nach Gremien fragen, die dies verurteilt haben, dann ist es zum Beispiel die Generalversammlung der Vereinten Nationen, wo mehr als 140 Länder dies verurteilt haben.

M. Sacharowa: Mir war schon klar, daß das Thema gleich wieder von vorne losgeht. Das ist etwas anderes. – Darf ich fragen, was die Rechtsgrundlage für die Invasion des Irak war? Gab es eine? Sie haben mit dem Irak angefangen. Gibt es eine rechtliche Grundlage für die Invasion des Irak? Erklären Sie mir die Invasion des Irak! – Es ist keine Übersetzung da, ja?

Pleitgen stellt sich dumm…

F. Pleitgen: Wir reden jetzt nicht über den Irak. Die Russische Föderation hat den Einmarsch in den Irak als völkerrechtswidrig kritisiert. Wo ist jetzt der Unterschied? Sie sind in ein souveränes Land eingedrungen, darum geht es.

M. Sacharowa: Wissen Sie, was ein Referendum ist?

F. Pleitgen: Hat es in Kiew ein Referendum gegeben?

M. Sacharowa: Ja, es gab ein Referendum in Donezk und Lugansk. Sie lassen das einfach aus.

F. Pleitgen: Das wurde von den Vereinten Nationen nicht anerkannt. Was Sie genau wissen.

M. Sacharowa: Aah, es geht Ihnen also gar nicht um den Willen des Volkes. Sondern darum, wer es anerkannt hat oder nicht. Verstehe ich Ihre Logik richtig?

F. Pleitgen: Natürlich müssen die Länder von der Internationalen Gemeinschaft anerkannt sein. Dazu sind die Vereinten Nationen da und deshalb wurden die Vereinten Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die Frage, die bleibt, es geht um Land erobern und stärken.

Man braucht viel Geduld mit Provokateuren

M. Sacharowa: Von welchen Territorien sprechen wir, die wir erobert und uns einverleibt haben?

F. Pleitgen: Nun, zum Beispiel die gesamte Region um das Asowsche Meer. Die Invasion in Richtung Kiew, die unternommen wurde und die russische Armee zurückgedrängt wurde, große Teile von Lugansk und Donbass, ähm der Oblast Donezk, die unter der Kontrolle der ukrainischen Armee waren, die Region Cherson und so viel mehr … die Krim.

M. Sacharowa: Gebiete von Donezk und Lugansk?

F. Pleitgen: Ich spreche nicht nur von Donezk und Lugansk. Wie Sie wissen, sind Ihre Truppen zum Beispiel auch nach Kiew vorgedrungen. Sie versuchen Odessa und Mikolajew einzunehmen

M. Sacharowa: Halt noch einmal. Ich habe keine Informationen, daß wir in Kiew sind. Vielleicht haben Sie mehr Informationen. Sie sprachen von den Gebieten Donezk und Lugansk?

F. Pleitgen: Ich spreche von den Teilen der Gebiete Donezk und Lugansk, die nach internationalem Recht zur Ukraine gehören und von Ihrer Armee gehalten werden, zumindest in großen Teilen in Donezk zum Beispiel.

M. Sacharowa: Okay, ich erkläre es noch einmal. Wir haben die Territorien von Donezk und Lugansk, die wir als souveräne Staaten anerkannt haben…

F. Pleitgen: Die Oblast, die Teile der ukrainischen…

M. Sacharowa: …die wir als souveräne Staaten anerkannt haben. Dort wurden Referenden abgehalten, die – wie ich schon sagte – den Willen des Volkes widerspiegelten und einen Verhandlungsprozeß zur Wiedereingliederung dieser Regionen „unter ukrainischer Staatlichkeit“ eingeleitet haben, der vor acht Jahren in Gang gesetzt wurde. Diese acht Jahre der Verhandlungen wurden nicht eingeleitet, weil es der Ukraine gut ging. Sie begannen, weil die Ukraine aufgrund eines verfassungsfeindlichen Putsches in verschiedene Teile zu zerfallen begann. Die Krim hielt ein Referendum ab, wir erkannten es an und schlossen sie uns an.

Die Stimme des Volkes ist unüberhörbar

Die anderen Teile – Donezk und Lugansk – hielten Referenden ab, die Menschen gaben ihre Stimme ab, und wir gaben den westlichen Ländern die Gelegenheit, Verhandlungen über die Wiedereingliederung dieser Regionen in das gemeinsame Territoriun der Ukraine aufzunehmen. Wissen Sie das etwa nicht? Sie wußten nicht, worüber wir seit acht Jahren verhandeln? Sie kommen erst jetzt auf dieses Thema zu sprechen? Worum ging es dabei? Über die Frage, wie das Leben in der Ukraine unter Berücksichtigung der Interessen und Rechte dieser Gebiete – der DVR und LVR, dem Donbasse „neu beginnen“ kann. Leider sind die Verhandlungen nach acht Jahren zum Stillstand gekommen, nicht einmal wegen des Kiewer Regimes, sondern weil Washington, das dem Kiewer Regime im Nacken sitzt, eine solche Position vertritt. Das Ganze endete damit, daß die Vertreter Kiews (der Präsident, Vertreter der Ministerien und Abteilungen) in den letzten anderthalb Jahren erklärten, die Minsker Vereinbarungen seien nicht mehr gültig, entsprächen nicht der Situation im Land und sie würden nicht mehr daran gebunden fühlen, zumal sie nicht diejenigen gewesen seien, die sie unterzeichnet hätten. Die Kiewer Behörden haben also den Verhandlungsprozeß beendet.

Man muß sich zwingen, die Fakten zu begreifen. Es ist kompliziert, das verstehe ich. Wenn man nicht in Klischees redet, sondern sich auf Fakten stützt, ist das ein ziemlich schwieriger Prozeß. Aber dennoch gibt es sie, die Fakten. Bei den Verhandlungen ging es um die Wiedereingliederung von Donezk und Lugansk unter bestimmten Bedingungen, denen sowohl das Kiewer Regime als auch Donezk und Lugansk zugestimmt hatten. Die Mitglieder des Normandie-Formats waren als Vermittler.

Wer brachte die Gespräche zum Scheitern?

Und bei diesen Verhandlungen ging es nicht um die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen in Donezk und Lugansk. Bei diesen Verhandlungen ging es nicht um die humanitäre Komponente, etwa des Donbass, sondern bei diesen Verhandlungen ging es darum, wie diese Gebiete in die Ukraine integriert werden können. Ob dies gelingen würde oder nicht, hing von den Teilnehmern des Prozesses ab. Es hat nicht geklappt. Der Grund dafür war das Kiewer Regime, hinter dessen Rücken Washington agierte. Nun sollte man nicht so tun, als wäre das alles nicht passiert, und als hätte die Geschichte erst im Jahre 2022 begonnen. Das kann nicht sein. Es ist eine lange Geschichte mit einer ganz eigenen Logik.

Sie haben soeben über die UNO gesprochen, die auf bestimmten Prinzipien gegründet wurde. Aber welche Länder des „kollektiven Westens“ haben in ihrer Politik tatsächlich Respekt für die Gründungsprizipien der UNO gezeigt? Sie sagen, wir brauchen nicht über den Irak zu sprechen. Warum denn nicht?

Die Kriegsverbrechen des USA-Imperialismus

Man muß über den Irak sprechen. Die Länder der Koalition waren es, mit Ausnahme von Frankreich und Deutschland waren es vor allem NATO-Mitgliedstaaten – aber nicht nur, sowie die Ukraine. Heute erinnern sich nicht mehr viele Menschen daran, aber immerhin hat sich auch die Ukraine an der Invasion des souveränen Staates beteiligt. Vielleicht ist das der Anfang des Weges der Mißachtung der UNO, ihrer Charta und ihrer Gründungsprinzipien? Deshalb mögen Sie es auch nicht, wenn man über den Irak spricht. Aber sie haben damit begonnen. Wie sieht es mit den Erinnerungen an Libyen aus? Warum lachen Sie jetzt? Das gefällt Ihnen wohl nicht? Es ist unangenehm, was?

F. Pleitgen: Wir können gern über den Irak und Libyen diskutieren. Wir können eine Diskussion über Afghanistan führen, wir können über vieles diskutieren, aber jetzt gerade haben wir eine Invasion der Ukraine. Da Sie die Sprecherin des russischen Außenministeriums sind, das gerade in die Ukraine einmarschiert. Sie sollten sich also daran erinnern, daß es Wladimir Selenski und seine Regierung waren, die die Minsker Gespräche wieder aufnehmen wollten, die die Minsker Gespräche wiederbeleben wollten. Und wenn Sie von Donezk und Lugansk sprechen, dann bin ich mir nicht sicher, ob ein Angriff auf Charkow zum Beispiel zur Befreiung von Donezk und Lugansk gehört, wie Sie es nennen würden.

Also noch einmal meine Frage, und ich weiß nicht, warum Sie nicht bereit sind, sie zu beantworten. Wenn der russische Präsident – und das ist seither im russischen Fernsehen zum neuen Mantra für das, was in der Ukraine vor sich geht, geworden – sagt, was in der Ukraine vor sich geht, ist die Rücknahme von Land, das eigentlich russisch ist, und die Stärkung des Landes. Könnten Sie mir das bitte erklären? Was bedeutet das? Wo hört es auf? Und ist das nicht ein Verstoß gegen das internationale Recht, das internationale Recht nach dem zweiten Weltkrieg? Da Sie von Konzepten sprechen, die etwa 300 Jahre zurückliegen.

Wer die Wahrheit nicht hören will…

M. Sacharowa: Sie behaupten, daß ich Ihre Frage nicht beantworte, dabei gefällt Ihnen nur nicht, wie ich antworte. Aber ich tue es. Vielleicht deckt sich das nicht mit Ihrer Auffassung von einer Antwort. Das heißt aber nicht, daß ich nicht antworte. Wir können mit Ihnen noch einmal die grundlegenden Prinzipien durchgehen. Das internationale Recht (Völkerrecht) ist kein Buffet, aus dem man sich einfach das heraussuchen kann, was einem gefällt und was man möchte. Das Völkerrecht beinhaltet Rechte und Pflichten für alle. Eines der größten Länder der Welt hat erklärt, daß es sich als besonders außergewöhnlich betrachtet und sich dem Völkerrecht nicht unterwerfen will. Warum verlangen Sie von allen anderen, daß sie sich mit dieser Situation abfinden?

F. Pleitgen: [unverständlich]

M. Sacharowa: Nein, es ist Amerika [USA], das behauptet, es sei außergewöhnlich. Wir haben gesagt, das dies ein falsches Konzept ist und niemand das Recht hat, sich vom Völkerrecht auszuklammern. Gleichzeitig haben wir darauf hingewiesen, daß die USA und eine Gruppe von NATO-Ländern versuchen, das internationale Rechtssystem zu zerstören, indem sie dies in der Praxis und in der Theorie praktizieren. Und es gibt eine Reihe von Beispielen, die dies offensichtlich beweisen und besagen, daß das Völkerrecht in diesem System einfach nicht mehr existieren kann, weil es angegriffen wird, und es gibt konkrete Beispiele für diese Angriffe. Da war die Bombardierung Belgrads, die Invasion des Irak, die Zerstörung Libyens.

Sie wollen nicht darüber sprechen. Aber ich werde Ihnen noch etwas sagen, und zwar, daß US-amerikanische Truppen sich jetzt auf dem Territorium von Syrien befinden. Werden Sie sich darüber Gedanken machen, was die amerikanischen Truppen in Syrien tun? Niemand hat sie eingeladen, nicht die einzelnen Regionen dieses Landes, nicht die Regierung in Damaskus, nicht die Bürger, aber US-Truppen sind dort. Stellen Sie sich die Frage: Halten Sie sich an das Völkerrecht? Erst dann haben die USA das Recht, auch andere aufzufordern, diese Frage zu beantworten. Oder betrachten Sie das Völkerrecht als Instrument Ihrer eigenen Politik und…

F. Pleitgen: Sie räumen also ein, daß Sie das Völkerrecht mißachten.

M. Sacharowa: …und meinen, Sie hätten das Recht, moralische Urteile über alle anderen zu fällen? Auf die Frage, was die US-amerikanischen Truppen im Irak [in Syrien] tun, gibt es nur eine Antwort.

F. Pleitgen: Nein, ich stelle die Fragen.

M. Sacharowa: Sie stehlen dem syrischen Volk Ressourcen, die die USA benötigen. – Sie fragen mich nach den Ereignissen in Donezk umnd Lugansk auf dem Territorium der Ukraine. Ich habe Ihnen erklärt, daß die Verhandlungen aufgrund der Haltung des Kiewer Regimes seit acht Jahren kein konkretes Ergebnis zur politischen Lösung des Konflikts, der durch einen Staatsstreich im Jahre 2014 entstanden ist, erbracht haben. Leider kam es 2014 zu einer offensichtlichen Krise, die dazu führte, daß Donezk und Lugansk erklärten, sie seien souveräne Gebiete. Die Russische Föderation trug dem Umstand Rechnung, daß acht Jahre lang ein Blutbad stattgefunden hat, Zivilisten getötet worden sind und eine ganze Generation von Kindern in Kellern aufgewachsen sind…. Sie wollen das einfach nicht verstehen.

Warum Rußland dem Donbass geholfen hat…

Rußland beschloß, diese souveränen Gebiete anzuerkennen, empfing ihre Botschafter und begann, die Art von Hilfe zu leisten, diese Gebiete, diese Staaten von uns erbaten. Gleichzeitig begann der Westen, den Konflikt zu eskalieren, indem er immer mehr und mehr Waffen lieferte und das Regime in Kiew dazu brachte, Krieg gegen uns zu führen. Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären soll. Wenn Sie es nicht verstehen, dann sagen Sie es mir direkt, was genau Sie nicht verstehen.

F. Pleitgen: [unverständlich…]

M. Sacharowa: Ja, aber das ist jetzt kein Interview. Ich gebe Ihnen die Möglichkeit, später eine Frage zu stellen.

F. Pleitgen: [unverständlich…]

M. Sacharowa: Ich werde… Können Sie mich hören? CNN, so geht das nicht, hier ist doch nicht Amerika.

F. Pleitgen: [unverständlich…]

M. Sacharowa: Das sind seriöse Leute. Das sind russische Journalisten. Sie sollten besser vorsichtig sein. Ja, bitte.

Ein Journalist aus dem Donbass mischt sich ein

Ein Chefredakteur: Sehr geehrte Frau Sacharowa, vielen Dank für Ihre professionellen Antworten. Ich bin Chefredakteur der Zeitung „Gesellschaft und Ökologie“, die seit 23 Jahren in St.Petersburg erscheint und außerdem Vorsitzender der Union der Donbass-Bürger des St.Petersburger und Leningrader Gebietes…

M. Sacharowa: Na, also. Jetzt hat unser Freund aus den Vereinigten Staaten von Amerika die Gelegenheit mit jemandem zu sprechen, der einfach aus erster Hand berichten kann, was im Donbass geschieht.

Ein Chefredakteur: Völlig richtig. Vielen Dank an Sergej Viktorowitsch Lawrow für seine klare zivilgesellschaftliche Haltung, und den Kollegen von CNN empfehle ich, nach Lugansk und Donezk zu fahren, mit den einfachen Leuten zu sprechen, damit sie keine falschen Fragen stellen. Maria Wladimirowna, Sie haben mit den Leuten gesprochen…

CNN hat an der Wahrheit kein Interesse

M. Sacharowa: CNN kann es sich nicht leisten, denn diese CNN-Redaktion befindet sich in den USA. Sie werden niemals dorthin geschickt werden, denn dann müßten sie die Wahrheit sagen. – Und jetzt, Sie sind also ein Vertreter dieser Region, kein Einwohner von Moskau und St. Petersburg.

F. Pleitgen: [unverständlich…]

M. Sacharowa: Ich gebe Ihnen die Erlaubnis, daß Sie den Verteter des Donbass interviewen, der sich hier mit Ihnen in diesem Gebäude befindet und Ihr Journalistenkollege ist. Beginnen Sie mit ihm, sprechen Sie mit ihm. Sie werden dieses Material niemals zeigen dürfen. Sie wissen es besser als ich. Dieses Material wird nie auf CNN zu sehen sein. Denn dann wird man beginnen, bestellte Demonstranten um das Hauptquartier herum zu platzieren. Und sie werden anfangen, Sie zu canceln, so wie jeder andere der die Wahrheit zeigt, gecancelt wird. Welche Erlaubnis brauchen Sie, um einen Mann zu interviewen, der aus dem Donbass stammt? Sie brauchen keine Erlaubnis. Ich habe die Erlaubnis gegeben. Das hat er auch. Sprechen Sie mit ihm. Er wird Ihnen die Wahrheit sagen. Sie zeigen ja so gerne die einfachen Leute aus einer besrtimmten Region. Möchten Sie also das konkrete Leben eines einfachen Bürgers aus der Ukraine zeigen? Dies ist ein gewöhnlicher Bürger des Donbass. Ein Kollege von Ihnen, ja – sprechen Sie mit ihm….

Quelle: https://odysee.com/@RTDE:e/schlagabtausch-zwischen-cnn-und-sacharowa:e

(Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


Der sozialistische Journalist. Kampf mit gegnerischen Informationen

Journalismus

pdfimage Sacharowa – Situation Im Donbass Lehrstück – Kopie

Dieser Beitrag wurde unter Für den Frieden, Internationale Solidarität, Ukraine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu Maria Sacharowa: Die Situation im Donbass – Hintergründe und Vorgeschichte. Ein Lehrstück über politischen Journalismus

  1. Pingback: Maria Sacharowa: Die Situation im Donbass – Hintergründe und Vorgeschichte. Ein Lehrstück über politischen Journalismus — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  2. hb schreibt:

    Sehr informiert und sehr resolut, diese Frau. Nun ist Frau Sacharowa ja nur Sprecherin des Außenministeriums und nicht selbst Außenministerin.Wenn ich mir vorstelle, dass sie mit der Baerbock diskutieren würde – bei diesem Gedanken kriege ich schon das Lachen.

    Nun, der Name Pleitgen ist ein Begriff. Vater Pleitgen hat gegen die DDR gehetzt, Sohn Pleitgen übernimmt den Stafettenstab. Der Mann begreift gar nicht, dass er da nachplappert, was der Westen und seine Redaktion vorgeben und bestätigt wissen wollen. Von wirklichem Verstehenwollen der Situation in der Ukraine so weit entfernt wie Petersburg vom Nordpol. Der kann sich zwar leisten, die Sprecherin des Außenministeriums mit den bekannten CNN-Lügen zu nerven, nicht aber kann er sich leisten, mit dem Mann aus dem Donbass zu sprechen, denn dann kriegt er geballten Ärger, sobald er auch nur ansatzweise von den Toten des Donbass spricht, von denen ihm der Mann ganz bestimmt erzählen würde, von den acht schrecklichen Jahren.

    Ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Ausbildung der Journalisten heutzutage den Begriff „Wahrheit“ überhaupt nicht kennt. Die heutigen Journalisten sind gar nicht in der Lage, etwas mit diesem Begriff anzufangen. Und das Väterchen wird ihm schon beigebracht haben, worauf es ankommt, um nach oben zu kommen. Bücken und Treten, immer hübsch auf Linie bleiben, das ist die Erfolgsspur. Das ist ja alles nicht neu, das war schon zu Zeiten Mark Twains Usus. Noch einer der Medienhuren, ich habe heute das BBC-Interview mit Lawrow bei Röper gelesen, das gleicht sich in diesem Milieu. Wobei anzunehmen ist, diese Herrschaften glauben tatsächlich, was man ihnen eingehämmert hat – über Russland, die Ukraine, die USA als dem „außergewöhnlichen“ Staat. Es sieht so aus, als ob es bei denen jetzt ans Eingemachte ginge. Gut so.

    • Harry56 schreibt:

      hb, ja, ja, du sagst es…, Papa Pleitgen-Senior, ein übelster Hetzer gegen die DDR, ARD -Büttel, Berufshetzer gegen „Mauer & Stacheldraht“, trotz der Tatsache, dass „zu seiner Zeit“ in den 1970/1980er Jahren Millionen von Bürgern der DDR und der BRD, ausgestattet mit ordentlichen Reisedokumenten, kontrolliert bei Grenzübergängen in beide Himmelsrichtungen ein- und ausreisen konnten. Dieser heutige USA/Nato- Lügner Pleitgen- Junior ganz wie sein Berufshetzer- („Göbbels“)- Papa in vergangenen Zeiten.
      Aber die charmante kluge „Mascha“ aus Moskau hält diesem abscheulichen verlogenen verkommenen Ekel- Paket gut entgegen! BRAVO ! 🙂

      Soz. Gruß!

    • Harry56 schreibt:

      Jau Jau, was willst du hier immer noch? Naive Leute hier abstauben, damit du endlich auf deinem erbärmlichen eigenen Blog („Muss man Wissen“) User herüberziehen kannst, um so mit Unterstützung solcher leichtgläubiger Narren für dich und deine Baggage im Internet ein leichtes quasi ergaunertes Einkommen erzielen zu können? Bist du von einem Christoph Hörstel inspiriert!? Bleibe einfach auf deinem Narren- Blog, ok?

  3. Weber Johann schreibt:

    hb schreibt: „Ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Ausbildung der Journalisten heutzutage den Begriff „Wahrheit“ überhaupt nicht kennt.“

    Den Begriff „Wahrheit“ hat es bei uns in der BRD seit Anbeginn noch nie gegeben. Was es gab, einen menschenverachtenden Antikommunismus, eine Hetze gegen die Menschen in der DDR bzw. im gesamten Ostblock, bis heute. Hier Beispiele, von Hunderttausenden. Wenn ich mich so umhöre, es wird so getan als ob die „Wahrheit“ bis vor der Wende in der Alt-BRD fröhliche Urstände gefeiert hätte.

    Hamburger Abendblatt 7.10.1949

    5 Millionen Deutsche fehlen
    Eigener Bericht
    Hamburg, 7. Oktober
    „Aus unseren Unterlagen können wir ersehen, daß rund 5 Millionen Deutsche während russischer Kriegsgefangenschaft oder in Konzentrationslagern des Ostens verschwunden sind,“ erklärte Dr. Rainer Hildebrandt, Leiterder Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, während einer Pressekonferenz in Hamburg.
    Der in Berlin lizenzierte Bund will außer seinen neuen Westzonenzweigstellen in Göttingen und Bremen zwei Büros in den Hauptflüchtlingslagern Uelzen und Gießen einrichten. Dort sollen die Flüchtlinge erfaßt werden, die in die Westzonen geflohen sind. Außerdem soll von dort aus auch allen Unmenschlichkeiten nachgegangen werden, die in den Westzonen begangen worden sind.
    Heute, um 20 Uhr, spricht Dr. Rainer Hildebrandt in der Universität über den Widerstandskampf In der Ostzone.“

    Anmerkung: „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) war eine von Adenauer finanzierte Alt-BRD-Terrororganisation, brandgefährlich für die Menschen in der DDR.

    So sah die Wirklichkeit aus:

    „Neues Deutschland“ 6. Mai 1950
    UdSSR entließ alle Kriegsgefangenen
    Mitteilung der TASS M 939 063 deutsche Kriegsgefangene heimgekehrt
     Moskau (ADN). In der TASS-Meldung vom 4. Januar 1949 wurde darauf verwiesen, daß die überwiegende Mehrheit der deutschen Kriegsgefangenen bereits bis Ende 1948 aus der Sowjetunion nach Deutschland repatriiert worden war und daß die Repatriierung der dort verbliebenen Kriegsgefangenen nach einem von der Sowjetregierung bestätigten Plan durchgeführt und im Laufe des Jahres 1949 abgeschlossen werden sollte.
     Die Nachrichtenagentur TASS ist ermächtigt, mitzuteilen, daß die letzte Gruppe von 17 538 Kriegsgefangenen bereits nach Deutschland zurückgeführt worden ist.
     Damit ist die Repatriierung der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion nach Deutschland bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt vollständig abgeschlossen worden.
     Insgesamt sind seit der Kapitulation Deutschlands 1 939 063 deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion nach Deutschland repatriiert worden, darunter 58 103 deutsche Kriegsgefangene, die in den Jahren 1947 bis 1949 unter Kriegsgefangenen anderer Nationalitäten, die sich in der Sowjetunion befanden, festgestellt wurden.
     Auf dem Territorium der Sowjetunion sind 9.717 deutsche Kriegsgefangene verblieben, die wegen schwerer Kriegsverbrechen verurteilt worden sind, und 3815 Personen, gegen die gerichtliche Untersuchungsverfahren wegen Kriegsverbrechen laufen, sowie vierzehn auf Grund von Erkrankungen zeitweilig zurückgestellte Kriegsgefangene, die nach Beendigung der ärztlichen Behandlung repatriiert werden.“

    Oder:
    „Passauer Neue Presse“ vom 12.8.1950
    Kommunistische Kinderverschickung

    Bonn (dpa). Das Bundesinnenministerium in Bonn hat aus zahlreichen westdeutschen Großstädten Mitteilungen erhalten, daß kommunistische Agenten für einen Kindererholungsaufenthalt in der Sowjetzone werben. Die kommunistischen Agenten treten an minderbemittelte Eltern heran und bieten ihren Kindern einen 14-tägigen Erholungsaufenthalt in einem nicht genannten Ort in der Sowjetzone für nur 14 DM an.
    Angeblich würde die Versorgung der Kinder von Jugendorganisationen der Sowjetzone getragen. Von den Stadtjugendämtern in Münster wurden bisher 70, in Bonn und Düsseldorf je 40 und in Aachen 14 Kinderanmeldungen für Erholungsfahrten in die Sowjetzone gemeldet. Das Bundesinnenministerium plant in Zusammenarbeit mit den Landesjugendämtern bestimmte Gegenmaßnahmen. In Bonn-Beuel haben bereits 36 Eltern die Anmeldung ihrer Kinder wieder zurückgezogen. Die kommunistischen Agenten behaupten bei ihrer Werbung, daß sich insbesondere die katholische Jugendfürsorge in der Sowjetzone um die Unterbringung der Kinder bemühe. Auch würden katholische Jugendfürsorger die Transporte begleiten. Westdeutsche Jugendämter haben jedoch festgestellt, daß die von den kommunistischen Agenten genannten katholischen Jugendführer bereits seit längerer Zeit aus den katholischen Organisationen ausgeschlossen worden sind.

    Katholische Jugend warnt
    Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend warnte alle Eltern im Bundesgebiet, ihre Kinder zu den 14-tägigen Sowjetzonen-Ferienlagern anzumelden, für die von der kommunistischen „Freien Deutschen Jugend“ geworben wird.“

    • Harry56 schreibt:

      Danke, Weber Johann! Diese Geschichten, Tatsachen können uns auch heute noch viel über den heutigen Staat BRD sagen! G.W. F. Hegel sagte mal in einem seiner Werke, wir können eine Sache nur verstehen, wenn wir das Werden dieser Sache verstanden haben.
      Entschuldige, manchmal war ich etwas vorlaut, dachte, du lebst nur noch in der Vergangenheit, bist schon ein halb totes Fossil. SORRY! Ja, die heutige in meinem Augen so abscheuliche BRD, sie nahm wirklich ihren Anfang in genau jenen frühen Zeiten, aus denen du immer wieder interessante Zeitungsartikel wiedergibst.
      Dieses heutige Ungeheuer BRD, sich 1990 nochmals durch das Auffressen der DDR gemästet, ist eine gigantische Gefahr, sowohl innerhalb als auch außerhalb dieses Staatsgebildes BRD, besonders innerhalb Europas! (siehe nur Ukraine!)
      In diesem Sinne, Johann, wir dürfen dieses neue (BRD) Ungeheuer, gerade heute wieder in voller Frontstellung gegen das heutige Russland, niemals unterschätzen, weder seine Heuchelei, noch seine akute Gefährlichkeit, wenn auch zur Zeit noch als US- Vasall !

      Soz. Gruß an dich!

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Wer einmal in einem Kinderferienlager der DDR, oder in einem Betriebsferienlager war, der wird diese schöne Zeit nie (!) vergessen!

  4. sascha313 schreibt:

    Danke für diese aufschlußreichen Beispiele. Diese faschistische Hetze der Westmedien ist einfach nur unerträglich – bis heute! Und der Mister Pleitgen, dieser arrogante Schnösel, ist einfach nur widerlich. – Ich bewundere die Geduld und die korrekte Sachlichkeit der Sprecherin des russischen Außenministeriums…

  5. Hanz29 schreibt:

    Noch 2016, am Anfang ihrer Karriere, führte Maria Sacharowa bei einer ihrer Pressekonferenzen vor, wie schön sie „Kalinka“ tanzen kann, etwa hier:

    Da war sie noch ganz von der Hoffnung durchdrungen (der Illusion, leider), dass Russland in Gemeinschaft mit dem Rest der Welt, also auch dem Westen, eine wunderbare, friedliche Zukunft bevorstünde, wie sich das etwa auch im Vergnügen des Tanzes ausdrückt.
    Traurig, was sie seither hat lernen müssen 🙂 Aber gelernt hat sie !!! Und wie…. Von damals bis heute habe ich ihre Auftritte verfolgt – mit zunehmender Bewunderung.

    • sascha313 schreibt:

      Keine Frage! Marija Wladimirowna ist nicht nur eine elegante Tänzerin, eine stilbewußte und gutaussehende Frau, sondern – mehr als das: sie ist klug, kompetent und redegewandt, und sie hat (immer noch!) ein sowjetisches Herz und und einen nüchternen Verstand. Man kann den Kapitalismus in Rußland ohne eine Revolution nicht überwinden. Das weiß sie auch. Nur wäre es verführt, solche Gedanken auszusprechen, solange das Proletariat nicht darum zu kämpfen bereit ist. Besser gesagt, solange die Kommunisten keine Klarheit haben und selbst keine führende Rolle spielen..

      • Erfurt schreibt:

        Also ich nehme mal an es ist das Proletariat was da seit 8 Jahren im Donbass für von der faschistischen Ukraine unabhängige Volksrepubliken kämpft.

      • sascha313 schreibt:

        …schwer auszumachen, wer da kämpft, denn die Bevölkerung ist vielschichtig und die Klasseneinteilung ist nicht so ohne weiteres erkennbar. Es entsteht freilich auch immer wieder mit jedem kleinen, neuen „Unternehmer“ neuer Kapitalismus…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s