Die Neue Bourgeoisie (Beispiel: China)

KitajIn den Jahren 1989/90 nahm die größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit ihren Lauf. Die DDR wurde von der kapitalistischen BRD annektiert, die UdSSR – das erste sozialistische Land in der Welt – verschwand von den politischen Landkarten, Volksdemokratien lösten sich auf, nur in China und in ein paar wenigen kleinen Ländern wehte noch die rote Fahne der Arbeiterklasse, ob mit Hammer und Sichel – oder ohne. Die Weltbourgeoisie hofft bis heute, daß diese Fahnen eines Tages völlig verschwinden. Doch nun tauchen sie im Osten der Ukraine und in Rußland wieder auf. Aber wie ist das mit China? Befindet sich China auf dem Weg zum Sozialismus? Auch wenn es marxistische Analysen und verläßliche Daten darüber nur wenige gibt, wollen wir hier skizzenhaft einiges wiedergeben, was uns ein annäherndes Bild verschafft über die Lage in China und die Rolle der Neuen Bourgeoisie in der gegenwärtigen Weltpolitik.

Was verstehen wir unter der Neuen Bourgeoisie?

Das „Neue“ an der Neuen Bourgeoisie ergibt sich nicht aus neuen Verdiensten, neuer Moral, oder aus Veränderungen in den grundlegenden Klasseninteressen gegenüber der alten Bourgeoi­sie, sondern das Neue bezieht sich erstmal nur auf die Herkunft dieser Klasse. Sie ist nicht entstanden durch Entwicklung neuer Produktivkräfte im Kampf gegen die feudale Ordnung, sie ist nicht entstanden als Ableger einer schon vorhandenen bourgeoisen Klasse, sie ist entstanden aus der neuen Gesellschaft, der neuen Welt, dem Sozialismus. Hier auch nicht durch die Vertreter der noch alten Gesellschaft aus der vorsozialistischen Zeit, wie es sie immer noch innerhalb sozialistischer Gesellschaften gibt, sondern aus den Gestal­tern der sozialistischen Gesellschaft selbst, aus den Kräften, die die Bourgeoisie gestürzt und die Revolution durchgeführt haben, die den Aufbau erfolgreich durchgeführt haben.

Ein Vergleich von alter und Neuer Bourgeoisie

Die alte Bourgeoisie hat die alte Gesellschaft, den Feudalismus, abgeschafft, die Neue Bour­geoisie hat nicht die alte Gesellschaft, den Kapitalismus, abgeschafft, sondern die neue Gesell­schaft, den Sozialismus. Die Neue Bourgeoisie war somit niemals eine revolutionäre Klasse, wie die alte Bourgeoisie. Sie ist von Anbeginn an eine konterrevolutionäre Klasse. Die alte Bourgeoisie war eine produktive Klasse, in ihren Anfängen. Sie mußte und hat die Produktivkräfte entwickelt, um ihre Revolution machen zu können. Erst in ihrem Alter wurde sie in großen Teilen zu einer rein parasitären Klasse.

Die Neue Bourgeoisie – eine Nutznießer-Klasse

Die Neue Bourgeoisie ist vom Wesen her schon keine produktive Klasse, ihr Verdienst besteht ja nur in der Übernahme des ganzen Reichtums, den das Volk, und wenn man unbedingt will, auch die Bourgeoisie, zuvor erarbeitet haben. Sie ist eine Nutznießer-Klasse. Ihr Ziel ist die Konterrevo­lution für ein Leben auf Kosten des Volkes. Bei solch einer Zielsetzung ist die Entwicklung von Produktivkräften von vornherein sekundär, nachrangig. Das Parasitäre ist der Wesenskern. Die Neue Bourgeoisie hat daher in ihrem Entstehen eine rein negative Identität. Elemente einer solchen Klasse, der Neuen Bourgeoisie, entstanden folgerichtig im ersten sozi­alistischen Staat, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, zum ersten Mal in der Geschichte.


Stalin warnte vor Bürokratismus und Schädlingstätigkeit

Stalin sprach schon 1928 auf dem VIII. Kongreß des Kommunistischen Jugendverbandes von „neuen Bürokraten“ und zwar solchen „aus den Reihen der Kommunisten“ [1]

„Der kommunistische Bürokrat ist der gefährlichste Typ des Bürokraten. Warum? Weil er seinen Bürokratismus mit seiner Parteimitgliedschaft maskiert. Und solche kommunistischen Bürokraten gibt es bei uns leider nicht wenig.“

ebenso auf dem XVI. Parteitag der KPdSU [2]

„Die Sache wird dadurch noch kompliziert, daß, wie sich herausgestellt hat, ein Teil der Spezialisten der mit den früheren Unternehmern verbunden ist und vom Ausland aufgewiegelt wird, an der Spitze der Schädlingstätigkeit steht. Noch komplizierter wird die Sache durch den Umstand, daß eine ganze Reihe unserer als Wirtschaftler tätigen Kommunisten hierbei keine revolutionäre Wachsamkeit  gezeigt hat und sich häufig im geistigen Bann von Schädlingselementen befand.“

Die Konterrevolution in Jugoslawien

Über das Entstehen solcher bürgerlicher Elemente wird drastisch im Bericht an den XIX. Parteitag der KPdSU berichtet. Waren es in der KPdSU bis 1956 noch Elemente, oder Cliquen, die sich herausgebildet hatten, so hat sich das erste Mal in Jugoslawien aus solchen Elementen eine Klasse herausgebildet, eine „bürokratische Bourgeoisie“, die dort die Macht erobert hat und den Sozialismus zerschlagen hat. [3]

Die konterrevolutionäre Entwicklung in der Sowjetunion

Die gleiche Entwicklung vollzog sich dann in der Sowjetunion selbst mit dem Machtantritt von Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956. Auch hier übernahm eine „bürokra­tische Bourgeoisie“ die Macht, die ein paar Jahre später Staat und Partei vollständig usurpiert hat und die tragende Kraft wurde im „Staat des ganzen Volkes“ und der „Partei des ganzen Volkes“. Sie war damit zur Neuen Bourgeoisie geworden, bis 1989/90 diese Neue Bourgeoisie mit der Sowjetunion unterging und beide zusammen von der politischen Landschaft verschwanden, sich die Neue Bourgeoisie in der Sowjetunion auflöste in eine marodierende Bourgeoisie, d.h. eine, die nach geschlagener Schlacht sich noch sowohl an den Leichen wie den Überlebenden mit Raub und Mord gütlich tut.


China: Rückkehr zum Kapitalismus

In China versuchten derartige Kräfte mehrfach nach der revolutionären Gründung der VR China die politische Macht an sich zu reißen. So Mitte der 50er Jahre, Anfang der 60er Jahre, bis ab 1966 10 Jahre lang der Kampf gegen diese Kräfte, die den kapitalistischen Weg gehen wollen, die Hauptauseinandersetzung während der Großen Proletarischen Kulturrevolution war. [4] Bis die Neue Bourgeoisie 1978 die politische Macht in ihren Händen hatte.

Die Neue Bourgeoisie – eine Klasse ohne Geschichte

Kennzeichnen wir die mittlerweile untergegangene Neue Bourgeoisie in der UdSSR als die der ersten Generation, und die in China als die der zweiten Generation, dann sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellbar. Gemeinsames Ziel von beiden, ob in der UdSSR oder China – hierbei unterscheiden sie sich auch nicht von der alten Bourgeoisie – ist es, den Sozialismus zu verhindern, zu zerschlagen, zum Verschwinden zu bringen. Das haben beide geschafft, die einen vollständig, die anderen ebenso, allerdings unter Beibe­haltung der sozialistischen Fähnlein und sonstiger äußerlicher Kennzeichen. Dieses gemeinsame Ziel zu erreichen war eigentlich das einzig neue, was diese Neue Bour­geoisie wirklich bisher geschafft. Gemeinsam ist der Neuen Bourgeoisie in der UdSSR und China, daß sie eine Klasse ohne Ge­schichte sind.

Ein widerlicher, liederlicher Haufen von Neureichen

Sie müssen ihre Geschichte in der Zukunft schreiben, die eine, die ältere, die der ersten Generation, hat das schon verwirkt. Gemeinsam ist beiden, daß sie anfangs ein loser Haufen sind, ein loser Haufen von Neurei­chen, oder solchen, die es noch werden wollen, von Raubrittern, die sich verdingen, zusammen­rotten und wieder auseinander fallen. Ein widerlicher, liederlicher Haufen, unter jeder Fahne be­reit zum Raub, bei der Raubverteilung sich gegenseitig wieder aus dem Verkehr ziehend. Sie sind ein loser Haufen, weil sie sich zusammen gefunden haben nur um ihr gemeinsames Interesse, jeder will reich werden, auf Kosten des Volkes oder auf Kosten des anderen Neureichen, zu ver­wirklichen. Sie haben ein gemeinsames Interesse – das Volk auszuplündern.

Sie stehlen Reichtum, Erfahrungen und Wissenschaft des Volkes

In der Verwirkli­chung dieses Zieles sind sie dagegen untereinander spinnefeind, da geht es jeder gegen jeden. Jeder will reich werden, und sei es deswegen, weil der andere es nicht wird. Sie ziehen sich also gegenseitig an und stoßen sich allseitig voneinander ab. Sie sind nur vereint, weil sie einzeln nichts sind. Sie sind deswegen ein Haufen, der kein entwickeltes Klassenbewußtsein und keine Klassenre­geln kennt. Die einzige Möglichkeit bestand für sie darin, das Klassenbewußtsein und die Klas­senwissenschaft des alten, des von ihnen eroberten Sozialismus, einfach erstmal zu übernehmen, sich dahinter zu verstecken. Sie stehlen somit nicht nur den materiellen Reichtum, sondern auch das Wissen und die Erfahrungen, die Wissenschaft des revolutionären Volkes. Um das dann ihren Interessen anzupassen, gründlich zu verändern und zu vernichten. Ein entscheidender Unterschied liegt dann aber schon eben darin, daß die erste Generation vollständig unterging, die zweite sich noch entwickelt.


Ein Leben auf Kosten des Volkes

Es liegt im Wesen einer Neuen Bourgeoisie, daß sie im Kern nichts mehr für die Entwicklung ihres Landes tut, denn ihr eigentliches Ziel ist es, sich ein Leben auf Kosten des Volkes zu si­chern. Dazu benötigt man weniger neue Produktivkräfte, vielmehr verstärkt Polizeikräfte. Und so wurden in der Tat in der Sowjetunion in den Zeiten der Neuen Bourgeoisie kaum neue Entwicklung in Gang gebracht, und wenn, dann waren es meist nur Fertigstellungen von schon in sozialistischen Zeiten begonnenen technischen Vorhaben. Spätestens seit der Breshnew-Zeit war es damit vorbei.

Der Verfall der DDR in den 1980er Jahren

Ebenso war es in der DDR, wo seit den Zeiten Honeckers keine richtungsweisenden Neuigkeiten mehr entstanden sind, sondern man eher den Eindruck hatte, die Führung der DDR wolle ein Klein-Westdeutschland herausbilden, mit all den Sachen, die man dort hat, nur ein biß­chen kleiner, und ihren Wesensunterschied zum kapitalistischen Westen nur noch darin sah, nun wirklich nicht so bösartig zu sein, wie eine deutsche Bourgeoisie. Das war der Untergang, weil der Klassenunterschied zu verschwinden begann.

Die Täuschung der Beraubten in China

In China haben die Kräfte der Neuen Bourgeoisie genau auf diese geschichtliche Entwicklung reagiert. Sie haben gesehen, daß sie das Volk mit der Zukunft locken müssen, und wenn es eine kapita­listische ist, dann eben mit einer kapitalistischen, aber einer mit Zukunft! Und vielleicht einer ausschließlich ökonomischen Zukunft. Sie zwangen die Beraubten zu glauben, daß sie, die Räu­ber, und nur sie, die Revolution fortführen können, sichern können, und daß das nur gelingen kann, wenn die Beraubten sich weiter mit vollem Einsatz berauben lassen, um die Ökonomie auf neue Höhen zu führen, um dem Sozialismus das Überleben zu sichern: Modernisierung hieß die Zukunft, Reform und Öffnung waren und sind die Parolen.

Die marodierende erste Generation der Neuen Bourgeoisie

Ein weiterer Unterschied bestand darin, daß die erste Generation der Neuen Bourgeoisie, weil sie nichts mehr zu bieten hatte, dem Volke immer mehr Zugeständnisse zu machen gezwungen war, um ein Aufbegehren zu verhindern. Die Folge war, daß die Herrschenden den Reichtum des Landes auffraßen, den Beherrschten auch ein bißchen Teilhabe zukommen lassen mußten, bis alle Ressourcen aufgezehrt waren. Eine Deakkumulation fand statt, das Land oder die Länder implodierten.

Die kapitalistische Akkumulation und ein bescheidener Wohlstand

In China hat die zweite Generation der Neuen Bourgeoisie genau entgegengesetzt gehandelt. Nach dem Aufbegehren 1989 hat sie die werktätigen Massen so brutal in die Ausbeutungsma­schinerie gezwungen, durch Hunger, Gefängnis, Polizei und Armee, um den Prozeß einer kapita­listischen ökonomischen Entwicklung erzwingen zu können, und hat erst im dritten Jahrzehnt allmählich das Leben der Werktätigen minimal zu erleichtern sich bereit gefunden. Im vierten Jahrzehnt konnten sie die Stufe eines bescheidenen Wohlstand im Volk verkünden und einläuten. Die Akkumulation war erfolgt, der Prozeß des Aufholens und Überholens konnte beginnen.

Kapitalistische Strukturen und ein „geschützter Weltmarkt“

Die Kräfte der Neuen Bourgeoisie erster Generation hatten kapitalistische Mechanismen in ih­rer Gesellschaftsordnung eingeführt, soweit es irgendwie in dem alten Rahmen möglich war, sie mußten und konnten nicht zu vollständig entfalteten kapitalistischen Produktionsverhältnisse übergehen, – so gab es offiziell niemals privates Eigentum an Produktionsmitteln in der UdSSR und den meisten Ländern der Volksdemokratie –, sie mußten sich nicht dem Weltmarkt stellen, sie hatten ihren politisch und ökonomisch erzwungenen, geschützten Weltmarkt im Bereich des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe.


China: Die Welt ist unser Feld!

Für China gab es das nicht. Bis 1989, im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens, hat sich die zweite Generation der Neuen Bourgeoisie in China im wesentlichen noch so verhalten wie die erste Generation in der Sowjet­union. Sie haben schon einiges Neue ausprobiert, dann aber auf Grund eben dieser Ereignisse dieses Jahres eine totale Wende vollzogen. Es ist in China damit das erste Mal in der Geschichte, daß eine Neue Bourgeoisie, die zweite Generation, gezwungen ist, auf breiter Basis Produktivkräfte zu entwickeln. Um ihr Überleben zu sichern, weil sie damit für eine Weile das Leben des Volkes garantieren kann. Die zwei Jahrzehn­te um die Jahrtausendwende waren dann Jahre des Tastens, des Probierens, der Konsolidierung, der Grundsteinlegung, der Akkumulation für eine solche Entwicklung. Für sie gab es nur den Schlachtruf: Unser Feld ist die Welt!

Kapitalismus oder Untergang…

Vielleicht liegt hierin sogar mit ein Grund dafür, daß sie, im vierten Jahrzehnt ihres Überle­bens, als einzige in der Welt ein echtes Interesse daran haben, – wenn es denn so sein sollte, die Kernfusion zu einer erfolgreichen, praktischen Nutzung zu führen: Weil sie damit im Stande wären im Land die Energieprobleme zu lösen, d.h. im Land sich eine Zeit relativer Ruhe sichern könnten; weil sie gegenüber dem imperialistischen Gegner bestehen, ja ihn ausstechen könnten; weil sie ihre Herrschaft mit derartigen Einzelleistungen ein Stück zu rechtfertigen in der Lage wären: Sie könnten dem Anspruch, daß der Sozialismus die Gesell­schaftsordnung der Zukunft ist, wenigstens in Teilen gerecht werden dieser Anspruch wird ihnen gegenüber immer noch gestellt. Und falls es in der Tat dazu kommen sollte, dann hätte dieser gigantische Raubzug gegen Mensch und Natur durch die Neue Bourgeoisie in China wenigsten noch einen gewissen Nutzen gehabt.

Hat China sein Ziel erreicht?

Die Neue Bourgeoisie der ersten Generation ähnelt daher in ihren Grundzügen eher dem rein parasitären Charakter der alten Bourgeoisie, die Neue Bourgeoisie zweiter Generation ähnelt in manchen Zügen eher der alten Bourgeoisie in deren noch aufstrebender Zeit. Raubritter sind beide. Diese neue Klasse, die zweite Generation in China, hat ein Minimalziel schon erreicht, sie mußte noch nicht abdanken, weder auf Grund innerer Widersprüche und Kämpfe, noch auf Grund des imperialistischen Drucks.


Was hält diese Neue Bourgeoisie zweiter Generation über ihren unzähmbaren Drang nach Reichtum hinaus zusammen?

Im Inneren:
• die drohende Revolution,
• der Zwang, das Land im Raub entwickeln zu müssen, d.h. kapitalistisch werden zu müssen,
• ihre bodenlose Unerfahrenheit,
• ihr möglicher Untergang.
Von Außen:
• die Zerschlagung der UdSSR, ihr früheres Schutzschild,
• die immerwährende Drohung, daß die alten imperialistischen Mächte nur darauf warten, China wie auf der Schlachtbank zu zerschlagen und in Hackfleisch zu verwandeln.

Quelle:
Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (Hrsg.): „Der Sozialismus – der Untote des 21. Jahrhunderts. Über Wirken und Werden der Leute, die 4 Jahrzente lang in China den kapitalistischen Weg gehen konnten (China 1978-2017)“, München 2918, S.31-35.

Anmerkungen
[1] J. Stalin: „Rede auf dem VIII. Kongreß des Kommunistischen Jugendverbandes“. In: Werke, Dietz Verlag Berlin, 1954, Bd. 11, S.63ff.
[2] J. Stalin, a.a.O. Bd. 12, S. 287ff.
[3] Die Poemik über die Generallienie …in dem Abschnitt: „Ist Jugoslawien ein sozialistischer Staat?“
[4] Siehe hierzu die Sondernummer der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ (KAZ), herausgegeben vom Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD, München 1981. Diese Ausgabe bietet eine ausführliche Darstellung der Kämpfe gegen die Leute, die den kapitalistischen Weg gehen in China, in der Zeit der Großen Proletarischen Kulturrevolution.

Inzwischen hat die Welt sich verändert. China ist wirtschaftlich und militärisch stärker geworden, hat sich während der „militärischen Spezialoperation“ Rußlands in der Ukraine deutlich auf die Seite Rußlands gestellt. Wobei nach acht Jahren Krieg im Donbasse und während der gescheiterten Einigungsverhandlungen zwischen den neugegründeten Volksrepubliken und dem Kiewer faschistischen Regime auch Rußland wirtschaftlich und militärisch gewachsen ist. Der Krieg im östlichen Teil der Ukraine hat seit 2014 bereits Zehntausende unschuldige Opfer gekostet. Doch mit der immer weiter voranschreitenden Befreiung der von den ukrainischen Nazis geknechteten Bevölkerung wächst auch das internationale Ansehen Rußlands. Der von den USA und den kollektiven Westmächten geschürte Russenhaß und die Lügenpropaganda der westlichen Massenmedien beginnen allmählich im Sande zu verlaufen. Die militärischen Verluste des Kiewer Regimes sind allzu offensichtlich. Die großspurig vom Westen gegen Rußland verhängten Sanktionen schlagen auf ihre Urheber zurück. Die Energiekrise in Europa scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Doch die USA mit ihrem senilen Präsidenten an der Spitze führen ihre aggressive  Politik unvermindert fort, um den Krieg ins Endlose auszudehnen. Mit Waffenlieferungen an das Kiewer Regime sind somit wenigstens die Profite der Rüstungsindustrie für eine Weile gesichert. Doch die Welt braucht den Frieden, und der kann – wie schon 1945 – nur in der restlosen Zerschlagung des Faschismus bestehen; auch wenn Rußland ein kapitalistisches Land ist und der Weg zum Sozialismus nur in der Beseitigung der alten kapitalistischen Strukturen zu suchen ist. In einem Atomkrieg gäbe es keine Sieger.

ukronazisDas sind aktuelle Bilder aus der Ukraine.  Die Gefahr des wiedererstarkenden Faschismus in der Welt ist noch nicht gebannt! In einer empörenden Erklärung hat sich der ukrainische Botschafter in der BRD, Melnyk, für den Hitlerkollaborateur und Massenmörder Bandera ausgesprochen. Man muß doch die Frage stellen:

🇩🇪: Unterstützt Deutschland die Ukraine?
🇺🇸: Does the U.S.A. support Ukraine?
🇮🇱: ?האם ישראל תומכת באוקראינה
🇫🇷: La France soutient-elle l’Ukraine?
🇮🇹: L’Italia sostiene L’Ucraina?
🇵🇹 🇧🇷: Portugal e Brasil apoiam a Ucrânia?
🇸🇪: Stödjer Sverige Ukraina?
🇫🇮: Tukeeko Suomi Ukrainaa?


Ist China eine Bedrohung für die Welt?

China-Bedrohung

🇨🇳🇺🇸🌐 Die Bedrohung China?

„China bedroht unsere Sicherheit“
– das steht in der Resolution des NATO-Gipfels in Madrid.

Als Reaktion auf diese Aussage gewann bei den Chinesen eine Karte mit den Standorten von US-Militärstützpunkten in der Nähe von China stark an Popularität und wird im Internet dort breit geteilt.

💬 Man muß gar nicht viel dazu sagen, damit der Betrachter erkennt, für wen und durch wen die tatsächliche Bedrohung kommt…

Weder Rußland, noch China sind eine Bedrohung für die westliche Welt. Immer war es während des gesamten vorigen und auch in diesem Jahrhundert der Imperialismus (insbesondere der deutsche, britische und USA-Imperialismus), von dem die Kriegsgefahr in Europa ausging.


Siehe auch:
Wem nützt es, Rußland fälschlicherweise als „imperialistisch“ zu bezeichnen? (ein trotzkistischer Betrügertrick)

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9 Antworten zu Die Neue Bourgeoisie (Beispiel: China)

  1. Erfurt schreibt:

    Die Bourgeoisie war ist und bleibt eine Bedrohung für die ganze Menschheit. Egal ob alten oder neuen Typus. Denn innerhalb dieser Klasse tobt ein heftiger Kampf. Nicht weil Ressourcen etwa knapp werden, sondern wegen deren Neuaufteilung. Beim Öl wirkt sich das unmittelbar auf die Preise an den Tankstellen aus. Man sieht auch gerade in den letzten Tagen sehr viele Tanker auf dem Rhein. Auch an den Sonn- und Feiertagen.

    Wenn an der Börse der Ölpreis weiter fällt verschiebt sich die Produktion wieder zugunsten spekulativer Geschäfte (Warentermingeschäfte). Genauso konnten wir das bei Getreide und Ölsaaten feststellen, was dazu geführt hat das es zeitweise kein Mehl bzw. Rapsöl gab. Derzeit wird Mehl in den Verkaufsräumen wieder palettenweise bis unters Dach gestapelt.

    Ansonsten ist es ein interessanter Aspekt die Bourgeoisie hinsichtlich ihrer Rolle als Totengäber des Sozialismus zu betrachten.

    Schönen Sonntag.

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Die Bourgeoisie als herrschende Klasse ist unfähig, diese Widersprüche zu lösen. Sie schaufelt das eigene Grab…

      • Harry56 schreibt:

        Seltsam, lieber Gen. Sascha, ein kleiner Irrtum oder nur eher ideologisch gespeistes Wunschdenken ? Tatsächlich, unsere geliebte Bourgeoisie, sie schaufelt bis zum heutigen Tag, dem 5. Juli 2022
        , keinesfalls ihr eigenen Grab, sondern aktuell in Europa, aber auch sonstwo weltweit ganz munter die Gräber ihrer unzähligen weltweiten Untertanen, völlig unabhängig von ihrer Herkunft, Religion etc…
        Alle mörderischen Kriege der Bourgeoisie untereinander.., das Blut dafür zahlen nach wie vor die gekaufen vasallenhaften dienstbaren zumeist mittellosen Knechte dieser Oberklassen.
        Ganz aktuell, wer in aller Welt organisiert, finanziert, leitet bis in kleinste Details zum Beispiel die Operationen der so genannten „Ukrainischen Armee“ ( im Gunde reine NATO – Söldnertruppe) in diesen Tagen?
        Wer organisiert angebliche Corona- und Energiekrisen?
        Wer füllt sich hier schier maßlos beinahe schrankenlos die Taschen? „Todgeweihte“ etwa ?
        Tun die geliebten Bourgeoisien weltweit das denn alles nur für spätere schmucke Friedhofsgräber mit imposanten Grabsteinen?
        Vermeintlicher rein ideologischer rot – dickbäckiger „historischer Optimismus“ zur Schau gestellt, kann schnell ebenso lächerlich werden oder sein wie der beinahe kindliche Glaube der frühen Urchristen auf die in (damaliger) nächster Zeit erwartete Wiederkunft Christi.

        Ernüchternde soz. Grüße !

  2. Pingback: Die Neue Bourgeoisie (Beispiel: China) — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  3. hb schreibt:

    Ich erinnere mich noch an Kurt Gossweilers Bemerkungen zur Entwicklung in China, wo er der Ansicht war, dass China nach Lenins Konzept erst mal eine Neue Ökonomische Politik einführt, um als Ziel den Sozialismus zu erreichen. Und da habe ich mich gefragt, wenn das so sein sollte, wie will man dann in China seine Bourgeoisie wieder loswerden, wenn es denn Sozialismus werden sollte. Es hat nicht lange gedauert, dass mir klar wurde, dass es um Sozialismus gar nicht geht, auch wenn der ökonomische Aufstieg Chinas unter den Symbolen des Kommunismus geschieht. Das hat man in den USA ganz gut begriffen, die China als neuen Konkurrenten und somit Feind seiner eigenen Art sehen.

    Was aber nun die „neue Bourgeoisie“ angeht, so ist deren Hauptmerkmal, nämlich die Ausbeutung des Volkes, nicht zu übersehen. Ich würde da also nicht allzuviel Unterschied zur alten Bourgeoisie machen. Sie fügt sich ins Staatsgefüge ein, was ja ein Zeichen dafür ist, dass dieser Staat „ihr Staat“ ist, auch wenn die KP Chinas ihn leitet und organisiert, und das auf höchstem technischem Niveau.

    Übrigens, das Rätsel, warum China so drakonische Anti-Corona-Maßnahmen durchführt, löst sich in der Erklärung auf, dass China das Virus als Biowaffe des Westens gegen den Staat China ansieht. Also nicht so wie in den westlichen Staaten als ein Übel, das „über uns gekommen ist“ wie der Storch durch den Schornstein. Ein Virus also, das nicht naturgegeben ist, sondern eine menschliche Waffe im Rahmen der Bekämpfung des Konkurrenten China.

  4. Erfurt schreibt:

    PS: Ein Kanzler stellt sich heute vor sein Volk und erklärt, daß nicht alle den nächsten Winter überleben werden weil sie weder Heizung noch Lebensmittel noch Miete bezahlen können (*). Und daß auch das ganze nächste Jahr so wird. Und kommt sich dabei kein bischen komisch vor.

    *) Er hat das nicht wörtlich so gesagt. Aber das was er gesagt hat ergibt sinngemäß dasselbe.

    Und ein Wirtschaftsminister der vor ein paar Tagen noch seine Bürger zum panikartigen Kauf von Heizöl getrieben hat erklärt heute daß er nicht damit rechne daß die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben.

  5. hb schreibt:

    Scholz stellte sich heute in der Kanzler-Befragung im Bundestag den Fragen der Abgeordneten
    und antwortete. Was hat er denn geantwortet? Phrasen, ungeliebte Fragensteller von der AfD
    wurden als als erstes mal als Putin-Freunde bezeichnet, ehe aus seinem Munde das übliche mumienhafte Geschwall quoll, das wir von Scholz kennen – nicht Fisch, nicht Fleisch, viel Allgemeinkonkretes. Scholz wird es sicher als objektive Notwendigkeit bezeichnen, was er der Bevölkerung mit verrosteter Stimme verordnet. Aber Scholz zeigte Temperament, als er „unsere Freunde“ aus den USA erwähnte: Einigkeit, Einigkeit, Einigkeit! Röper schreibt, die Russen sagen: Die Deutschen tun uns leid, keinesfalls ironisch gemeint.

  6. Hanz29 schreibt:

    Ich kann mich hier nur Sascha anschließen mit: „Die Bourgeoisie als herrschende Klasse ist unfähig, diese Widersprüche zu lösen. Sie schaufelt das eigene Grab…“ und das wird sie tun, zu beiden Seiten des neu entstandenen Blocks West-Ost, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen. Wenn ich mich recht entsinne, schrieb schon Lenin, dass die Bourgeoisie (sinngemäß) DIE PEST ist, die alles zerstört und die deshalb zur Gänze und mit Stumpf und Stil ausgereutet werden muss – (ich würde ergänzen, s. Sascha) die das auf längere Sicht allerdings auch selbst bewerkstelligen wird, wenn auch mit gigantischen Opfern.

  7. Harry56 schreibt:

    Hanz29 schreibt:
    6. Juli 2022 um 13:47
    Ich kann mich hier nur Sascha anschließen mit: „Die Bourgeoisie als herrschende Klasse ist unfähig, diese Widersprüche zu lösen. Sie schaufelt das eigene Grab…“

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