Lisa Fitz „Strategien der Manipulation“

fizManchmal ist es notwendig, den Menschen die Augen zu öffnen, ohne sie dabei zu beleidigen. In einer Diskussion sagte kürzlich wiedermal ein Gesprächspartner: „Ja, wir werden doch von allen Seiten belogen. Man weiß schon gar nicht mehr, wem man noch glauben soll!“ – Wirklich? Ist es tatsächlich so, daß wir nur noch von Lügnern umgeben sind. Wie sagte doch Bertolt Brecht mit den Worten seines Bösewichts Peachum im „Dreigroschenfinale“: „Natürlich hab ich leider recht, die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht. Wer wollt auf Erden nicht ein Paradies? Doch die Verhältnisse, gestatten sie’s? Nein, sie gestatten’s eben nicht.“ – Nun aber ist es absolut verwerflich, alle in einen Topf zu werfen – die Guten und die Bösen! Ein solcher Nihilismus schadet nicht nur dem Denken, sondern er entmutigt! Und Mut können wir alle gebrauchen in dieser Zeit, wo der Kapitalismus sich in all seiner Brutalität und Bosheit zeigt! – Die Kabarettistin Lisa Fiz, beständig wachsam und zum Nachdenken anregend, ließ uns wieder einmal aufhorchen, in dem sie uns verdeutlicht, wie wir manipuliert werden. Es geht um die 10 Strategien  der Manipulation. Gemeint sind Strategien zur Lenkung ganzer Bevölkerungen. Als Autor wird mancherorts ein gewisser Sylvain Timsit benannt, anderenorts endet eine Suche wiederum beim französischsprachigen interdisziplinären Journal Les cahiers psychologie politique und als Autor wird Noam Chomsky aufgeführt. In dem Beitrag von Heise wird das ausführlich erläutert. Hier nur in Kurzfassung:

„10 Strategien der Manipulation“

  1. Umlenkung der Aufmerksamkeit. Es geht um die Ablenkung von Wesentlichem, um „Brot und Spiele“ – wie es heißt. Die Mehrheit der Menschen muß beschäftigt werden – womit auch immer. Selbst wenn es unsinnig oder nutzlos ist.
  2. Der forcierte Zyklus von Problem, Reaktion und Lösung. Der Verursacher eines Problems präsentiert sich als „Retter in der Not“, indem er seine Lösung schon im Schubkasten hat, bevor er das Problem selbst hervorruft.
  3. Abstufung von Veränderungen: „Der Frosch muß langsam kochen“, so merkt er die Verschlimmerung nicht. Schockwirkungen sind zu vermeiden.
  4. Aufschub von Veränderungen: Schlimme Veränderungen werden zwar angekündigt, kommen aber nicht sofort. Und wenn sie dann kommen, werden sie als „alternativlos!“ hingestellt. Das Volk wird die Kröte dann schon schlucken!
  5. Anrede in Kindersprache: Will man unangenehme Inhalte verkünden, so wird oft auf die Kindersprache zurückgegriffen: „Sieh‘ mal, das verstehst du noch nicht! Aber es ist gut für dich!“
  6. Reflexionen durch Emotionen ersetzen: Das Denken wird durch Emotionalität ersetzt. Ein seriöses Brillengestell oder eine „mütterliche“ Ausstrahlung erzeugen eine gewisse Nachgiebigkeit: Es wird schon recht sein so…
  7. Ignoranzförderung: Es ist eine Methode der „Schamvermeidung“ – mit dem Ausspruch: „Da können wir ja doch nichts ändern!“ und „So sind die Verhältnisse eben…!“ werden unangenehme Lebensbedingungen ignoriert, werden die Menschen davon abgehalten, sich zur Wehr zu setzen…
  8. Durchschnittlichkeit propagieren: Es heißt: „Kümmere dich nicht um Politik, das machen andere!“ So werden Menschen kleingehalten, unterdrückt und in Ohnmächtigkeit verwiesen.
  9. Widerstand in schlechtes Gewissen überführen: Da wird erzählt: „Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt.“ Man muß auch mal bescheiden sein! Dann heißt es, der Mensch sei ein Egoist, gierig und faul. Und wer das nicht glaubt, der ist ein „Gutmensch“.
  10. Mehr Wissen über Menschen anhäufen, als diese es über sich selbst tun: Der gläserne Mensch, die Datensammelei oder „…die wissen sowieso schon alles über dich!“ Oder wie es bei Edward Bernays heißt: „Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken.“ (siehe: E. Bernays „Propaganda“, New York, Horace Liveright, 1928)  Internationale „Think Tanks“ und Werbeagenturen beeinflussen damit unsere Wünsche und Gedanken.
Siehe: https://www.heise.de/tp/features/10-Strategien-der-Manipulation-revisited-3400057.html?seite=all

Mehr von und über Lisa Fiz in der Juli-Ausgabe Nr. 2-22 des Heftes des Freidenker-Verbandes. (Lisa Fiz ist Beirats-Mitglied des Freidenker-Verbandes.)

pdfimage Lisa Fiz – Die Causa SWR und die Impftoten


Karl-Eduard von Schnitzler: „Aber wenn man beiden Seiten der Barrikade gleiche Möglichkeiten einräumt, gesteht man der Feindseite Wahr­heitsliebe, Glaubwürdigkeit und gute Absicht zu. Man zieht Schmutzkübel zum ernsthaften Vergleich heran. Man öffnet sein Ohr dem eigenen Todfeind.“

Siehe: Der 30. Januar 1933 – du mußt dich entscheiden!

Dieser Beitrag wurde unter Freiheit der Andersdenkenden, Kapitalistische Wirklichkeit, Massenmanipulation veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Lisa Fitz „Strategien der Manipulation“

  1. Pingback: Lisa Fitz „Strategien der Manipulation“ — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  2. hb schreibt:

    Unter Bezug auf Schnitzler: Das ist es doch. Die sogenannten Gutmenschen fordern es ja, dass beide Seiten gehört werden, als sei da ein Richter, der darüber entscheiden soll, wer nun eigentlich recht hat. Ohne zu bedenken, dass es eine objektive Wahrheit gibt, unabhängig von Meinungen. Wir sollen uns „in die andere Seite hineinversetzen“. Und so nehmen wir die Lüge als gleichwertig auf und können uns nur schwer an die Wahrheit halten. Und das ist die Absicht. So entsteht die Machtlosigkeit und Untätigkeit gegen die Lüge. Wer weiß eigentlich, dass dies Teil der bourgeoisen Propaganda ist? Nein, wir selbst sind die „Richter“ unserer Erkenntnisse.

    Aber zu Lisa Fitz: Sie hat nachgedacht und ist zu Schlüssen gelangt. Ein Mensch, der seinen Kopf aufgeräumt hat. Dass sie bei den Freidenkern ist, war mir neu. Aber auch bei ihnen kursiert der Slogan vom Hören beider Seiten, jedenfalls an der Basis. Entsprach nicht meinen Vorstellungen. Das hängt aber zusammen mit dem Zusammenschluss der ost- und westdeutschen Freidenker nach 1990 zu einem einheitlichen Freidenkerverband. Da gäbe es noch eine ganze Menge zu tun.

    Ich glaube, in der heutigen Zeit Kabarettistin zu sein, ist ein schwerer Stand. Doppelt anerkennenswert deshalb, dass Lisa Fitz die „Wahrheiten“ unserer Zeit, die von oben kommen, anklagt und die Wahrheit mit ihrer Kunst mitteilt.

  3. Karl-Eduard von Schnitzler: „Aber wenn man beiden Seiten der Barrikade gleiche Möglichkeiten einräumt, gesteht man der Feindseite Wahr­heitsliebe, Glaubwürdigkeit und gute Absicht zu. Man zieht Schmutzkübel zum ernsthaften Vergleich heran. Man öffnet sein Ohr dem eigenen Todfeind.“

    Da hat *Karl-Eduard von Schnitzler*
    Josef W. STALIN zitiert !!!

    Freilich nicht *direkt*!

    *Karl-Eduard von Schnitzler* HAT die Rede des Genossen STALIN, die er am 3. März 1937 gehalten hat in einem prägnanten Satz Genial zusammengefaßt!

    Einfach Hut ab! … vor dem „Sudel-Edel“,
    Wie ihn meine wirklich dumme und verstockte Mutter [selber 1961 mit 24 Jahren aus *Ost-Berlin* kommend!] MIR Gegenüber ein halbes Jahrhundert bezeichnet hat …

    Siehe die Rede des Genossen J. W. Stalin
    auf dem Plenum des ZK der KPdSU (b) vom 3. März 1937

    „Über die Mängel der Parteiarbeit“

    https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_ru&dokument=0022_sta&object=translation&l=de%5D und
    https://sascha313.wordpress.com/2021/06/06/der-30-januar-1933-die-einen-sagen-so-die-anderen-so-anhang-du-must-dich-entscheiden-diese-impfung-ablehnen/ ]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s