Vorbereitung auf die Revolution. Die April-Thesen Lenins. Sieg der proletarischen Revolution. Anhang: Der Ukrainekrieg

RewoluzijaNach dem Scheitern der ersten bürgerlichen Revolution in Rußland („Blutsonntag“) im Januar 1905 zogen die russischen Kommunisten ernste Konsequenzen. Im Jahre 1912 fand in Prag unter strengster Konspiration eine allrussische Parteikonferenz statt. Die Arbeit der Konferenz wurde von W.I. Lenin geleitet. J.W. Stalin befand sich zu dieser Zeit in der Verbannung. Auf dieser Prager Konferenz geschah etwas ganz Entscheidendes. Die Menschewiki wurden aus der Partei verjagt und die Bolschewiki formierten sich als selbständige Partei. Die Konferenz wählte das Zentralkomitee der Partei. Ihm gehörten Lenin, Stalin, Ordshonikidse, Swerdlow, Kalinin, Spandarjan und andere an.  Es wurde ein Zentrum zur praktischen Leitung der revolutionären Arbeit in Rußland (Russisches Büro des ZK) mit Genossen Stalin an der Spitze geschaffen. Stalin entfloh aus der Verbannung und kam illegal nach Petrograd, um das Russische Büro des ZK zu leiten.

Prag 1912

Siehe:  Die Vertreibung der charakterlosen Scheißkerle und die Erneuerung der Partei


Die Verschärfung der Widersprüche des Kapitalismus

Die kapitalistischen Monopole beseitigten die Konkurrenz keineswegs, sondern machen sie im Gegenteil nur noch erbitterter. Um des Profits willen greifen die Monopolisten zu den unglaublichsten Machenschaften, sie arbeiten mit Betrug und direkter Prellerei, Explosionen und Brände in den Bergwerken und Fabriken, Eisenbahnzusammenstöße, Diebstahl von Dokumenten, Progrome – mit einem Wort, alles Erdenkliche wird in Gang gesetzt, um die Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. In der Periode des Imperialismus verschärft sich der Kampf der kapitalistischen Monopole um Absatzmärkte, Rohstoffquellen, billige Arbeitskräfte usw. besonders stark im internationalen Maßstab.

Erschießungen, Streiks…  – die erste Ausgabe der „Prawda“ erscheint

Die Ereignisse zeigten, daß nur die Bolschewiki die damalige Lage richtig eingeschätzt hatten. In Rußland begann ein neuer revolutionärer Aufschwung. Im April 1912 schossen die zaristischen Henker auf die streikenden Arbeiter der Lena-Goldfelder in Sibirien. Diese Erschießungen versetzten das ganze Land in Erregung. Das Proletariat Rußlands antwortete darauf mit Massenstreiks. Demonstrationen und Kundgebungen. Es erhob sich eine mächtige Welle der Arbeiterbewegung. Nachdem nun die Kommunistische Partei (Bolschewiki) ihre Reihen von den Reformisten und Opportunisten gesäubert hatte, gründeten Lenin und Stalin die Kampfzeitung der Arbeiter, die „Prawda“ („Wahrheit“). Die erste Nummer der „Prawda“ erschien am 22. April (5. Mai) 1912. Das war ein wahrer Festtag für die Arbeiter. Seitdem wird der 5. Mai alljährlich als Festtag der bolschewistischen Presse begangen.

Der erste Weltkrieg zur Neuaufteilung der Welt

Im Sommer 1914 begann der erste Weltkrieg. In diesem Krieg stießen zwei Gruppen imperialistischer Staaten aufeinander. An der Spitze der einen Gruppe stand Deutschland; zu dieser Gruppe gehörten ferner Österreich-Ungarn, die Türkei und andere Länder. An der Spitze der anderen Gruppe standen England, Frankreich und Rußland, die die sogenannte Entente bildeten. 1915 schloß sich Italien der Entente an, und 1917 traten die USA in den Krieg ein. Insgesamt nahmen am ersten Weltkrieg 33 Staaten teil. Der Krieg brachte der Menschheit Not und unermeßliche Leiden. 74 Millionen Menschen wurden  von ihrer friedlichen Arbeit fortgerissen und zu einander bekämpfenden Armeen einberufen, 10 Millionen fielen auf den Schlachtfeldern, 20 Millionen wurden verwundet und verstümmelt, eine große Anzahl von Städten und Dörfern fiel der Zerstörung anheim und Hunderttausende wurden obdachlos.

Die zweite bürgerlichen Revolution imFebruar 1917

Die zaristische Regierung war bemüht, den beginnenden Aufstand mit Waffengewalt zu unterdrücken. Aber die Waffen befanden sich in den Händen der Soldaten, und die Soldarten schlossen sich den Arbeitern an. Am 27. Februar (12. März) 1917 hatte die Revolution in Rußland gesiegt. Nach dem Sturz des Zarismus trat die bolschewistische Partei aus der Illegalität heraus und begann ihre Kräfte zu sammeln und zu festigen. J.W. Stalin kehrte aus der fernen Turuchansker Verbannung nach Petrograd zurück und machte sich sogleich an die Leitung der Parteiarbeit. Die bolschewistische Zeitung „Prawda“, die vor Beginn der Weltkriegs von den zaristischen Behörden verboten worden war, erschien von neuem. Das war die erste Etappe. Vor der bolschewistischen Partei stand nun die Frage: Wie soll man weiterhin handeln, wie die Revolution weiterentwickeln? Alle bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien waren bestrebt, die Revolution aufzuhalten und den Kapitalismus zu retten. Die Bolschewiki waren der Ansicht, daß die Revolution nicht auf halbem Wege stehenbleiben durfte, sie mußte vorwärtsschreiten, zum Sieg des Sozialismus. Es war notwendig zur zweiten Etappe, sozialistischen Revolution, überzugehen.

Lenin kehrt nach Petrograd zurück

In der Nacht des 3. (16.) April 1917 kehrte W.I. Lenin aus dem Ausland nach Petrograd zurück. Er wurde auf dem Finnländischen Bahnhof von Tausenden Arbeitern, Soldaten und Matrosen empfangen. Die ersten Worte, mit denen sich Lenin nach den langen Jahren des Exils an die Arbeiter und Bauern Rußlands wandte, waren den Aufgaben des Kampfes für den Sieg des Sozialismus gewidmet. Bereits am zweiten Tage nach der Ankunft in Petrograd am 4. (17.) April 1917, verlas Lenin auf einer Versammlung der Bolschewiki seine Thesen „Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution“. Sie sind unter dem Namen Aprilthesen in die Geschichte eingegangen. Lenin lehrte, daß die Sowjets die zweckmäßigste Form der revolutionären Macht sind. „Alle Macht den Sowjets!“ – war die Hauptlosung der Bolschewiki.


Aus Lenins Aprilthesen

  1. In unserer Stellung zum Krieg, der von sei­ten Rußlands auch unter der neuen Regie­rung. … – infolge des kapitalistischen Charakters dieser Regierung – unbedingt ein räube­rischer imperialistischer Krieg bleibt, sind auch die geringsten Zugeständnisse an die „revolutio­näre Vaterlandsverteidigung“ unzulässig … In Anbetracht dessen, daß breite Schichten der revolutionären Vaterlandsverteidiger aus der Masse es zweifellos ehrlich meinen…, daß sie von der Bourgeoisie betrogen sind, muß man sie besonders gründlich, beharrlich und geduldig über ihren Irrtum … aufklären … Organisie­rung der allerbreitesten Propaganda dieser Auf­fassung unter den Fronttruppen. Verbrüderung.
  2. Die Eigenart der gegenwärtigen Lage in Rußland besteht im Übergang von der ersten Etappe der Revolution, die infolge des ungenügend entwickelten Klassenbewußtseins und der ungenügenden Organisierthcit des Prole­tariats der Bourgeoisie die Macht gab, zur zwei­ten Etappe der. Revolution, die die Macht in die Hände des Proletariats und der ärmsten Schichten der Bauernschaft legen muß…
  3. Keinerlei Unterstützung der Provisorischen Regierung, Aufdeckung der ganzen Verlogenheit aller ihrer Versprechungen…
  4. Aufklärung der Massen darüber, daß die Sowjets der Arbeiterdeputierten die einzig mög­liche Form der revolutionären Regierung sind…
  5. Abschaffung der Polizei, der Armee, der Beamtenschaft (d.h. Ersetzung des stehenden Heeres durch die allgemeine Volksbewaff­ung)…
  6. Konfiskation aller Gutsbesitzerländereien. Nationalisierung des gesamten Bodens im Lande; die Verfügungsgewalt über den Boden liegt in den Händen der örtlichen Sowjets der Landarbeiter- und Bauerndcputierten…
  7. Sofortige Verschmelzung aller Banken des Landes zu einer Nationalbank und Errichtung der Kontrolle über die Nationalbank durch den Sowjet der Arbeiterdeputiertcn.
  8. …Übergang zur Kontrolle über die gesell­schaftliche Produktion und die Verteilung der Erzeugnisse durch den Sowjet der Arbeiter­deputierten.
Quelle: W.I. Lenin, Werke. Bd. 24, Berlin 1959, S. 3ff.

Warum scheiterte die Novemberrevolution in Deutschland?

Trotz ihrer großen und ernsten revolutionären Taten verkannten die Führer des linken Flügels der Arbeiterbewegung – wie Rosa Luxemburg und andere – die große Bedeutung der neuen Ideen Lenins und Stalins für den Kampf des Proletariats in der neuen Epoche, der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen. Sie unterließen es, eine revolutionäre Kampfpartei des Proletariats zu schaffen und die Partei mit der siegreichen Theorie des Leninismus auszurüsten. Sie folgten dem Beispiel der Bolschwiki nicht und blieben mit den opportunistischen Verrätern zusammen in einer Partei. Eine solche Partei war völlig untauglich für die Aufgabe, die Arbeiterklasse zum revolutionären Sturz des Kapitalismus und zur Aufrichtung der Diktatur des Proletariats zu führen. Sie geriet unter die Herrschaft der reformistischen Gehilfen der Bourgeoisie, während das Proletariat seiner wichtigsten Waffe, der revolutionären Kampfpartei, beraubt wurde. So kam es, daß beim Ausbruch des ersten Weltkrieges, als die Herrschaft des Kapitalismus bis in die Grundfesten erschüttert wurde, die Arbeiterklasse der Bourgeoisie ungerüstet gegenüberstand.


Warum war die Oktoberrevolution 1917 so erfolgreich?

J.W. Stalin schreibt:

Stalin Lehrgang

Quelle: Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) – Kurzer Lehrgang, Dietz Verlag Berlin, 1952, S. 279

Und hier noch einmal zusammengefaßt:

Stalin erfolgreich


ANHANG

Was sind die Ursachen des Krieges in der Ukraine?

Die Ungleichmäßgkeit in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder führt unvermeidlich zu einer Änderung ihres gegenseitigen Kräfteverhältnisses: Der weltweit größte imperialistische Räuber will zu einer noch größeren Beute gelangen, als er besitzt. Deshalb versuchen die USA schon seit langem das größe Land der Erde, Rußland, unter ihre Gewalt zu bekommen. Es begann 1990 mit der Zerschlagung der sozialistischen Staatengemeinschaft und setzte sich fort mit der Expansion der NATO bis an die Grenzen Rußlands. Dabei bedienen sich die USA als führende imperialistische Macht der faschistischen Ideologie. Sie beeinflußten und unterstützten die reaktionären Kräfte in der Ukraine, in Polen und in den baltischen Ländern.

Der faschistische Putsch in Kiew

2014 fand in Kiew ein faschistischer Putsch statt. Angeleitet und finanziert mit 5 Milliarden Dollar, beabsichtigte der USA-Imperialismus, die ukrainischen Neonazis gegen Rußland aufzuhetzen. Doch nach dem Putsch stimmten die Menschen im Donbass und auf der Krim in einem Referendum mit überwältigendem Mehrheit für ihren Austritt aus  der Ukraine und für ihre Unabhängigkeit. Während sich die Krim der Russischen Föderation anschloß, gründeten sich im Donbass zwei selbständige Republiken – die Donezker und Lugansker Volksrepublik. Daraufhin führte das Kiewer Regime unter der Regie der USA acht Jahre lang einen brutalen Krieg gegen die friedliebende Bevölkerung im Donbass, bis schließlich am 24. Februar 2022 Rußland zur Abwendung der von diesem Krieg ausgehenden Bedrohung und zur Verteidigung seiner eigenen, souveränen Interessen in diesen Krieg eingriff, den Donbass-Republiken zu Hilfe eilte und die faschistischen Kräfte Kiews in ihre Schranken wies. So begann die russische militärische Spezialoperation zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine.

Die ukrainische Aggression gegen Rußland

Angesichts der zunehmenden militärischen Angriffe der Ukraine wäre die Rettung der LVR und der DVR ohne das direkte und offene Eingreifen der russischen Armee nicht möglich gewesen, und dieses Eingreifen hätte nicht auf das Gebiet des Donbass beschränkt werden können. Dennoch setzte die Ukraine ihre Angriffe auf den Donbass unvermindert fort, bombardierte Wohnviertel, Schulen und Krankenhäuser. Die westlichen imperialistischen Staaten unterstützten das Kiewer Regime mit militärischer Ausrüstung, mit Waffen und Munition. Das faschistische Regime in Kiew begann einen hybriden Krieg, der mit einer massiven Medienpropaganda einherging. Äußerst gefährlich waren und sind auch die Angriffe der ukrainischen Armee mit Raketen und Drohnen auf das Saporosher Atomkraftwerk, das größte in Europa, wobei die ukrainischen Aggressoren eine atomare Katastrophe (mit weitaus größeren Ausmaßen als die Sabotage von Tschernobyl) provozierend in Kauf nehmen, um die Schuld anschließend Moskau in die Schuhe zu schieben. Der Kampfhandlungen werden nicht enden, solange der kollektive Westen die Ukraine mit Waffen und schwerem Kriegsgerät versorgt. Das Ende des Krieges kann nur die bedingungslose Kapitulation der Kiewer Regimes sein.
das war’s… 

pdfimage  Vorbereitung auf die Revolution

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15 Antworten zu Vorbereitung auf die Revolution. Die April-Thesen Lenins. Sieg der proletarischen Revolution. Anhang: Der Ukrainekrieg

  1. dersaisonkoch schreibt:

    Hat dies auf Der Saisonkoch rebloggt und kommentierte:
    Hier einige Tipps vom Genossen Lenin, wie Sie die kommende Zeit verbringen sollten. Die Reisefreiheit wird Ihnen so und so gewaltig eingeschränkt. Nicht wegen Verboten, sondern wegen der Preise für Energie und Treibstoffe. Vor ein paar Jahren wurde ich wegen genau dieser Vorhersage gewaltig ausgelacht:-))

  2. Wolfgang Schumann schreibt:

    soviel zu Rechten und Pflichten aus der UN Charta

    KAPITEL XVI
    Verschiedenes

    Artikel 102
    (1) Alle Verträge und sonstigen internationalen Übereinkünfte, die ein Mitglied der Vereinten Nationen nach dem Inkrafttreten dieser Charta schließt, werden so bald wie möglich beim Sekretariat registriert und von ihm veröffentlicht.
    (2) Werden solche Verträge oder internationalen Übereinkünfte nicht nach Absatz 1 registriert, so können sich ihre Vertragsparteien bei einem Organ der Vereinten Nationen nicht auf sie berufen.

    Artikel 103
    Widersprechen sich die Verpflichtungen von Mitgliedern der Vereinten Nationen aus dieser Charta und ihre Verpflichtungen aus anderen internationalen Übereinkünften, so haben die Verpflichtungen aus dieser Charta Vorrang.

    Artikel 104
    Die Organisation genießt im Hoheitsgebiet jedes Mitglieds die Rechts- und Geschäftsfähigkeit, die zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben und zur Verwirklichung ihrer Ziele erforderlich ist.

    Artikel 105
    (1) Die Organisation genießt im Hoheitsgebiet jedes Mitglieds die Vorrechte und Immunitäten, die zur Verwirklichung ihrer Ziele erforderlich sind.
    (2) Vertreter der Mitglieder der Vereinten Nationen und Bedienstete der Organisation genießen ebenfalls die Vorrechte und Immunitäten, deren sie bedürfen, um ihre mit der Organisation zusammenhängenden Aufgaben in voller Unabhängigkeit wahrnehmen zu können.
    (3) Die Generalversammlung kann Empfehlungen abgeben, um die Anwendung der Absätze 1 und 2 im Einzelnen zu regeln, oder sie kann den Mitgliedern der Vereinten Nationen zu diesem Zweck Übereinkommen vorschlagen.

    KAPITEL XVII
    Übergangsbestimmungen betreffend die Sicherheit

    Artikel 106
    Bis das Inkrafttreten von Sonderabkommen der in Artikel 43 bezeichneten Art den Sicherheitsrat nach seiner Auffassung befähigt, mit der Ausübung der ihm in Artikel 42 zugewiesenen Verantwortlichkeiten zu beginnen, konsultieren die Parteien der am 30. Oktober 1943 in Moskau unterzeichneten Viermächte-Erklärung und Frankreich nach Absatz 5 dieser Erklärung einander und gegebenenfalls andere Mitglieder der Vereinten Nationen, um gemeinsam alle etwa erforderlichen Maßnahmen zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit im Namen der Organisation zu treffen.

    Artikel 107
    Maßnahmen, welche die hierfür verantwortlichen Regierungen als Folge des Zweiten Weltkriegs in Bezug auf einen Staat ergreifen oder genehmigen, der während dieses Krieges Feind eines Unterzeichnerstaats dieser Charta war, werden durch diese Charta weder außer Kraft gesetzt noch untersagt

    Artikel 41
    Der Sicherheitsrat kann beschließen, welche Maßnahmen – unter Ausschluß von Waffengewalt – zu ergreifen sind, um seinen Beschlüssen Wirksamkeit zu verleihen; er kann die Mitglieder der Vereinten Nationen auffordern, diese Maßnahmen durchzuführen. Sie können die vollständige oder teilweise Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen, des Eisenbahn-, See- und Luftverkehrs, der Post-, Telegraphen- und Funkverbindungen sowie sonstiger Verkehrsmöglichkeiten und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen einschließen.

    Artikel 42
    Ist der Sicherheitsrat der Auffassung, daß die in Artikel 41 vorgesehenen Maßnahmen unzulänglich sein würden oder sich als unzulänglich erwiesen haben, so kann er mit Luft-, See- oder Landstreitkräften die zur Wahrung oder Wiederherstellung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen durchführen. Sie können Demonstrationen, Blockaden und sonstige Einsätze der Luft-, See- oder Landstreitkräfte von Mitgliedern der Vereinten Nationen einschließen

    Artikel 43
    (1) Alle Mitglieder der Vereinten Nationen verpflichten sich, zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit dadurch beizutragen, daß sie nach Maßgabe eines oder mehrerer Sonderabkommen dem Sicherheitsrat auf sein Ersuchen Streitkräfte zur Verfügung stellen, Beistand leisten und Erleichterungen einschließlich des Durchmarschrechts gewähren, soweit dies zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlich ist.
    (2) Diese Abkommen haben die Zahl und Art der Streitkräfte, ihren Bereitschaftsgrad, ihren allgemeinen Standort sowie die Art der Erleichterungen und des Beistands vorzusehen.
    (3) Die Abkommen werden auf Veranlassung des Sicherheitsrats so bald wie möglich im Verhandlungswege ausgearbeitet. Sie werden zwischen dem Sicherheitsrat einerseits und Einzelmitgliedern oder Mitgliedergruppen andererseits geschlossen und von den Unterzeichnerstaaten nach Maßgabe ihres Verfassungsrechts ratifiziert.

    Die in Artikel 53 und Artikel 107 enthaltenen sogenannten Feindstaatenklauseln wurden durch Resolution 49/58 der Generalversammlung vom 9. Dezember 1994 für „obsolet“ erklärt.

    Artikel 53
    (1) Der Sicherheitsrat nimmt gegebenenfalls diese regionalen Abmachungen oder Einrichtungen zur Durchführung von Zwangsmaßnahmen unter seiner Autorität in Anspruch. Ohne Ermächtigung des Sicherheitsrats dürfen Zwangsmaßnahmen auf Grund regionaler Abmachungen oder seitens regionaler Einrichtungen nicht ergriffen werden; ausgenommen sind Maßnahmen gegen einen Feindstaat im Sinne des Absatzes 2, soweit sie in Artikel 107 oder in regionalen, gegen die Wiederaufnahme der Angriffspolitik eines solchen Staates gerichteten Abmachungen vor- gesehen sind; die Ausnahme gilt, bis der Organisation auf Ersuchen der beteiligten Regierungen die Aufgabe zugewiesen wird, neue Angriffe eines solchen Staates zu verhüten.
    (2) Der Ausdruck “Feindstaat“ in Absatz 1 bezeichnet jeden Staat, der während des Zweiten Weltkriegs Feind eines Unterzeichners dieser Charta war.

    Obsolet: 1. nicht mehr gebräuchlich; nicht mehr üblich; veraltet. 2. überflüssig

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Wie wir ja wissen, werden heute Gesetzesänderungen im Handstreich vorgenommen, was deren Legitimität zumindest als fragwürdig erscheinen läßt. Anders gesagt: bestehende Gesetze und zwischenstaatliche Abkommen werden vorsätzlich durch die beteiligten imperialistischen Mächte ausgehebelt und wirkungslos gemacht. Das sind in jedem Falle einseitige Maßnahmen im Interesse des Imperialismus. Das ändert aber nichts an den Abmachungen.

      P.S. Der Begriff „obsolet“ ist hier irreführend. Genauso könnte man auch den Marxismus für „obsolet“ erklären, was freilich unsinnig ist.

      • Wolfgang Schumann schreibt:

        sascha, deine Antwort irreführend. Dein P.S. sowieso. Die Charta § waren es nicht, die die RF zur Erklärung aufgeführt hat, sondern gute Argumente aus dem Heute…

      • sascha313 schreibt:

        Ja, na klar. Sonst hätten die in Moskau ja nicht die alten Dokumente herauszusuchen brauchen. Siehe auch dazu die Erläuterungen des Juristen Juri Witaljewitsch Gordnenko: https://youtu.be/TYBu1tNLl3Q (russ.)

  3. Erfurt schreibt:

    Neulich in Weimar, da hatte ich wieder so eine Diskussion. Mein Gesprächspartner erzählte mir, was er alles für schreckliche Dinge in der DDR erleben musste und was für ein tolles System wir doch jetzt haben. So ganz nebenbei habe ich dann gefragt, wie es denn nur kommt, daß er seine Heizung nicht bezahlen kann und wir gerade eben in einer kalten Bude sitzen….

  4. roprin schreibt:

    „Es begann 1990 mit der Zerschlagung der sozialistischen Staatengemeinschaft und setzte sich fort mit der Expansion der NATO bis an die Grenzen Rußlands.“
    Und niemand aus dem damaligen sozialistischen Lager verteidigte unsere sozialistischen Errungenschaften. Heinz Keßler hatte man nach Afrika geschickt und die in der DDR verbliebenen Generäle erhielten keinen Befehl zum Eingreifen. Bedurfte es damals eines Befehles? Es ist unbegreiflich, daß ein einzelner Verräter (Gorbatschow) die Existenz aller sozialistischen Länder vernichten konnte.

    • sascha313 schreibt:

      …es war nicht ein einzelner Verräter, es war eine ganze Clique, darunter auch in der DDR! Das begann schon mit der Einmischung der Revisionisten in die Politik und in die Wirtschaft der DDR…
      Und der Oberbefehlshaber wäre Erich Honecker gewesen (der wohl keinen Ärger mit den Russen haben wollte?)

      • buecherfreund schreibt:

        Erich konnte sich aber auch nicht auf den Rückhalt seiner Bevölkerung stützen.

      • sascha313 schreibt:

        Es ist so, wie heute (und wie 1918) auch, auf die deutsche Bevölkerung kann man nicht zählen, wenn es um eine Revolution geht. Da müssen sich offenbar ganz andere und noch viel stärkere Motive entwickeln, um die Menschen in Bewegung zu setzen. In Rußland war das der Fall (1905: „Blutsonntag“; 1912: „Erschießung der streikenden Arbeiter der Lena-Goldfelder“). Und Lenin hatte eindeutig bewiesen, daß die Revolution auch in einem Land erfolgreich sein kann – und das war damals Rußland!

        P.S. Es gibt heute immer noch Trotzkisten und Zentristen, und die sind gefährlicher als die Faschisten, denn man erkennt sie nicht gleich und sie betrügen die protestierenden Arbeiter.

      • Wenn ich mich irren sollte, bitte ich um eine entsprechende Kritik: Soweit ich das – im Nachhinein – analysieren konnte, war das ZK der SED selbst schon von Kräften unterwandert, die Erich Honecker ‚loswerden wollten‘. Es fand ein „interner“ Putsch innerhalb des ZK der SED statt, der die „zu Honecker stehenden“ Mitglieder des ZK ‚wohl‘ auf dem falschen Fuß erwischend, vollkommen überrascht haben muß.

        Vor ein paar Monaten habe ich eine sogenannte „Dokumentation“ – freilich westlicher Machart – über den 40. Jahrestag der Gründung der DDR gesehen: An einem großen Tisch saßen Honecker, Gorbatschow und Mitglieder des Politbüros [mir fiel dabei auf, „wer da alles vom ZK der SED fehlte“]. Gorbatschow stand irgendwann nach seinem Geschwafel, das er dort wohl von sich gegeben haben mußte, auf … und so taten es alle anderen am Tisch sitzenden Mitglieder des ZK der SED auch. Wow!“ dachte ich: was für eine ‚kalte‘ Entmachtung – da sitzt er nun, von allen bösen Leuten allein gelassen und verlassen — gerade drehbuchmäßig!“ Und schon am 19. Oktober 1989 konnte die BILD-Dung mit der Schlagzeile auf der Titelseite aufwarten: https://picclick.de/Bild-Zeitung-Zeitung-BILD-vom-19-Oktober-1989-Schlagz-333856228530.html

        Lieber Sascha313,
        sieh es mir nach: Aber diesen ‚Abgang von Honecker‘ „prophezeite“ uns (meiner Frau und mir) [*A] ein *christlicher Missionar* [aus einer wohlhabenden ‚jüdischen‘ Familie aus Südafrika kommend], den wir im Oktober 1988 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, einem weiteren Ehepaar [Er aus einer wohlhabendem griechisch-orthodoxen / sie aus einer ‚jüdischen‘ Familie kommend] mit drei Kindern und einer Helferin bei uns aufgenommen hatten:

        „In einem Jahr wird Honecker gestürzt, die Mauer wird fallen und *BRD and DDR will be ‚united’*; Gorbatschow wird die Existenz der Sowjetunion beenden; es wird einen Militärputsch geben; Gorbatschow wird gefangen genommen und gestürzt …“

        [*A] Nein, es war keineswegs so, daß diese fünf ‚Erwachsenen‘ es nur mir und meiner Frau gesagt haben! Die sind monatelang überall in der BRD in den Großstädten umhergereist und haben die o. g. Aussagen verkündet! Reaktion der Hörenden: Ihr seid Nazis und SPINNER!!!

        Doch – bis heute ein wenig „sonderbar“ (für mich sonderbar): Jeden Sonntag – nach den Gottesdiensten, der verschiedenen Kirchen [in der Stadt Hamburg] – kamen bis zu 40 Mitglieder dieser verschiedenen Kirchen, unsere Familie besuchen — die wollten diesen *Juden-Christen*, den ich bei mir aufgenommen hatte wohl irgendwie nur *hören*! oder nur ‚mal gesehen haben‘??? — EGAL !!! Ich habe für unsere Besucher gekocht. Vielleicht sind die ja nur wieder-gekommen, weil mein Essen so lecker war? WAS Kann Ich Schon Wissen???

        … und Woche um Woche und tagtäglich kamen uns „Christen“ bis Februar 1989 besuchen — darunter echte „Theologen“ und die echten Offiziere DIE Phalanx des religiösen Christentums! … und *ihr* „Staatsschutz“ in Form von FÜNF Agenten, die mich und meinen Freund stundenlang in meiner Wohnung befragt haben!!! … über die die Sozialisten und Kommunisten scheinbar – und – meiner Ansicht nach – einfach GAR KEINE Ahnung haben!

        Wie lange soll ich Sascha313 noch lesen??? Warum gründen wir immer noch keine neue KP??? Wieso TUN wir Nicht, was LENIN gelehrt hat??? Weshalb wenden wir uns nicht „um Hilfe“ *AN* die CPCh??? Warum organisierst DU – Sascha313 … oder Erfurt, Harry, Fleiß usw. – keine neue KP in Deutschland? Ach ja! Es ist ja so viel schöner auf einem Wessi herumzuhacken, der keine Ahnung hat! … mit dem die meisten hier es nicht mal wagen, einen Diskurs zu beginnen!!!

  5. sascha313 schreibt:

    Lenin war 1917, als die Revolution begann, 47 Jahre alt, Stalin war 8 Jahre jünger. Und beide haben miterlebt, wie grausam der zum Imperialismus übergehende Kapitalismus sein kann und ist. Beide begannen bereits im Alter von etwa 23 Jahren, sich schriftlich zu politischen Fragen zu äußern. Doch wenn ich sehe, wie sich heute die meisten jüngeren Menschen diesen Alters verhalten, dann wird mir schwindelig bei soviel Verdrehtheit. Und hören sie auf uns Ältere? – sie werden es lernen müssen! Und wir müssen lernen, die richtigen Ratschläge zu geben, ohne „oberlehrerhaft“ zu sein.

    • hb schreibt:

      Die Menschen wachsen mit den Geschehnissen in ihrer gesellschaftlichen Umwelt. Da einfach vom Alter auszugehen, das ist zumindest zu kurz gedacht.
      Heute gibt es viele Menschen, die ihr Leben lang an die kapitalistischen Verhältnisse gebunden waren und sich eingeordnet haben, und das eben nicht nur äußerlich. Plötzlich aber, als der Kapitalismus seine wahre Fratze zeigt, gibt es so etwas wie eine Erleuchtung, auch bei ihnen. Viele sind es nicht, und es sind ältere Menschen. Thomas Röper hat zum Beispiel berichtet, dass er erst anlässlich des Maidan-Putsches „aufgewacht“ ist, bis dahin war er völlig ins kapitalistische System eingebunden.

      Und dass junge Menschen politisch völlig ahnungslos und desinteressiert sind, das liegt eben an den gesellschaftlichen Verhältnissen. Wir dürfen nicht vergessen, wie sehr die Bevölkerung unter den kapitalistischen Verhältnissen politisch manipuliert wurde. Es ist unsere Aufgabe, das zu ändern. Aber wird das getan? Ich versuche das mit Texten, Gedichten, die ich von Zeit zu Zeit
      in den literarischen Blogs, die ja größtenteils von Westdeutschen beherrscht sind, einstelle. Manchmal gibt es eine Diskussion, aber öfter wird gerade sie vermieden. Die Menschen haben Angst. Und jetzt, nachdem der Bundestag mit dem Paragraphen 130 der gesamten deutschen Bevölkerung einen Maulkorb verpasst hat (das Gesetz ist noch nicht in Kraft), wird die Situation noch erbärmlicher werden, als sie schon ist. Es wird gemunkelt und gelästert, aber noch gibt es keine Proteste, wie ich es wahrnehme.

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