Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, welche Bedeutung die Weltanschauung und die Überzeugungen eines Menschen für sein Verhalten haben. Gerade in Zeiten heftiger Klassen-auseinandersetzungen und Verlaufe militärischer Konflikte spielt die persönliche Einstellung eine entscheidende Rolle. Werfen wir also einen Blick zurück in die Geschichte. Es geht um die Zeit nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, von 1917 bis 1928. Während der ganzen Periode der von den herrschenden Kreisen der USA gelenkten bewaffneten Intervention gegen die neu entstandene Sowjetmacht, wie auch in den Jahren des Bürgerkriegs, wurde der junge sowjetische Feldherr Michail Frunse von der kommunistischen Partei wiederholt an äußerst wichtige und gefährdete Abschnitte geschickt. Frunse erfüllte stets ehrenvoll und siegreich die ihm übertragenen Aufgaben. Was war das Geheimnis der Überlegenheit der Roten Armee gegen den besser bewaffneten und gefährlichen Feind?
In einem Handbuch über „Militärpsychologie“ [1] der Sowjetunion finden wir eine einleuchtende Erklärung. Bereits in den ersten Vorschriften der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee, war mit Nachdruck auf die Entwicklung hoher moralischer und kämpferischer Eigenschaften hingewiesen worden. Das bewußte Handeln eines jeden Soldaten, sein Mut, seine Disziplin und die Bereitschaft für das Ganze und für seine Kampfgefährten sein Leben einzusetzen, gehören zu den wahren Tugenden eines Revolutionärs.
Über die Weltanschauung
Die Weltanschauung eines Menschen ist ein entscheidender psychologischer Grundzug seiner Persönlichkeit, das Hauptmotiv seines Handelns. Sie bestimmt seine politisch-moralische Ausrichtung und Geisteshaltung. Mit der Entwicklung der Weltanschauung vollziehen sich beim Menschen grundlegende qualitative Veränderungen. Dabei müssen wir unterscheiden zwischen der Weltanschauung einer bestimmten gesellschaftlichen Klasse und der Weltanschauung der jeweiligen Persönlichkeit, als ihrer subjektiven Widerspiegelung. Beide sind jedoch eng miteinander verbunden, denn die Weltanschauung der Persönlichkeit formt sich unter dem Einfluß der Weltanschauung einer bestimmten Klasse.
Was gehört zu einer Weltanschauung?
In der psychologischen Struktur der Weltanschauung der Persönlichkeit vereinen sich philosophische, politische, sozialökonomische, moralische, historische, militärische, rechtliche, ästhetische und andere Ansichten, Ideen und Überzeugungen. Die Ansichten sind die Brücke zwischen Wissen und Überzeugung. In ihnen kommt zum Ausdruck, in welchem Maße die Persönlichkeit ihre Umwelt versteht, ob sie mit bestimmten Erscheinungen der Wirklichkeit konform geht oder nicht.
Was sind die Merkmale einer Weltanschauung?
Die Weltanschauung der Persönlichkeit wird nach Inhalt, Systematik, Ganzheitlichkeit, logischer Konsequenz und Beweiskraft, dem Grad der Abstraktion und Konkretheit und der Wirksamkeit beurteilt. Sie ist wissenschaftlich (kommunistisch) oder unwissenschaftlich (bürgerlich, religiös). Der Inhalt der Weltanschauung beeinflußt die Besonderheiten der Entwicklung des Menschen. Im Sozialismus bringt die marxistisch-leninistische Weltanschauung die Interessen aller Werktätigen zum Ausdruck. Die Kommunistische Partei kämpft darum, daß diese Weltanschauung auch zu einer festen Überzeugung wird. Doch das geschieht nicht von heute auf morgen.
Das Geheimnis des Erfolgs
Die Entwicklung der Weltanschauung als entscheidendes Verhaltensmotiv ist ein dialektischer Prozeß. Die Praxis zeigt, daß sich die Weltanschauung je nach Umständen gleichmäßig, konstant, ohne größere Widersprüche oder aber konfliktreich, ungleichmäßig, mit Abweichungen über längeren Zeitraum entwickeln kann. FRUNSE wies wiederholt darauf hin, daß die Kampftechnik außer den rein materiellen, physischen Wirkungen ihres Einsatzes auch die Psyche der im Gefecht stehenden Menschen ganz erheblich beeinflußt. Der Erfolg wird nicht nur durch die physische Vernichtung des Gegners gesichert, sondern auch durch die psychische Einwirkung auf ihn, also dadurch, daß sein Widerstandswillen gebrochen wird. [2]
Strebungen und Überzeugungen
Die Stärke der Gerichtetheit einer Persönlichkeit erstreckt sich von unklaren, verschwommenen Neigungen, bewußt gewordenen Wünschen und aktiven Strebungen bis hin zu Überzeugungen. Der Krieg (auch der psychologische!) wirkt wie keine andere gesellschaftliche Erscheinung auf den Menschen ein und stellt die Festigkeit seiner ideologischen Überzeugungen auf eine harte Probe. Ein Mensch, dessen politisch-moralische und fachliche Seite der Gerichtetheit stabil ist, der in seinen Strebungen keine Widersprüche und Schwankungen kennt, ist am besten imstande, den verschiedenen Mitteln und Methoden der physischen, ideologischen und psychologischen Einwirkungen durch den Gegner zu widerstehen. (Bild 14)

Wie wichtig sind die Überzeugungen?
Die Überzeugungen sind mit dem Verhalten der Persönlichkeit enger verbunden als die Ansichten und die Weltanschauung und treten stets im Handeln des Menschen zutage; auf ihrer Grundlage bilden sich die inneren moralischen Stützen des Verhaltens einer Persönlichkeit aus. Die Überzeugungen bilden eine besondere „Legierung“ aus kognitiven, emotionalen und volitiven Komponenten und haben für die Persönlichkeit die Kraft der inneren Notwendigkeit.
„Eine Überzeugung“, schrieb DOBROLJUBOW, „ist erst dann wahr, wenn sie im Menschen verinnerlicht, mit seinem Fühlen und Wollen eins geworden ist und selbst dann in ihm fortlebt, wenn er gar nicht daran denkt.“ [3]
Die Erziehung des Willens
Mehr als zehn Jahre untersuchte B.M. TEPLOW, später führender sowjetischer Psychologe, Probleme der militärischen Tarnung aus psychologischer Sicht. Seine Untersuchungsergebnisse wurden im Großen Vaterländischen Krieg praktisch genutzt. Eine besonders wichtige Rolle im Klassenkampf spielen dabei aber auch seine psychologischen Erkenntnisse bei der Entwicklung von Willenshandlungen. Teplow schrieb:
„Der Wille drückt sich in der Überwindung von Schwierigkeiten aus, aber Schwierigkeiten überwinden kann ein Mensch nur, wenn er weiß, wozu er das tut. Deshalb ist die erste und entscheidende Vorbedingung für die Erziehung des Willens die Bildung der Weltanschauung, die Entwicklung der gesellschaftlichen Gefühle und auf dieser Grundlage die Erziehung des eigenen Pflichtgefühls.“ [4]
Die Weltanschauung der Arbeiterklasse
Die Hauptfrage der Weltanschauung ist identisch mit der Grundfrage der Philosophie. Es ist die Frage nach dem Verhältnis von Materie (Natur, Sein, objektive Realität) und Bewußtsein (Geist, Denken). Die Weltanschauung der Arbeiterklasse ist der Marxismus-Leninismus in der Einheit seiner Bestandteile: des dialektischen und historischen Materialismus, der politischen Ökonomie und des wissenschaftlichen Kommunismus. Sie ist theoretischer Ausdruck der grundlegenden Klasseninteressen der Arbeiterklasse und vermittelt dieser durch ihre Erkenntnisse und Normen eine umfassende Orientierung für das Denken, Verhalten und praktische Handeln, die mit den objektiven Gesetzmäßigkeiten der Welt übereinstimmt und die Arbeiterklasse befähigt, ihre historische Mission als Schöpfer der kommunistischen Gesellschaftsformation zu erfüllen. Dabei ist das materielle Sein das Primäre, d.h. das Sein bestimmt das Bewußtsein.
Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus
Die heute in der bürgerlichen philosophischen Weltanschauung zu beobachtende Geringschätzung der Wissenschaft, die Trennung von Naturwissenschaft und Gesellschaftsphilosophie in Fragen der Weltanschauung sind ein Ausdruck des Interesses der imperialistischen Bourgeoisie an der Verschleierung der tatsächlichen, durch die marxistisch-leninistischen Gesellschaftswissenschaften erforschten Gesetze der modernen kapitalistischen Gesellschaft. Die bürgerliche Weltanschauung der Gegenwart verbreitet überhaupt – als ideologischer Reflex des Niedergangs der kapitalistischen Gesellschaft im Weltmaßstab – Dekadenz, Irrationalismus, Antikommunismus, Weltuntergangsstimmung und Flucht in die Religion.[5] Und politisch neigt die machthabende Bourgeoisie zum Faschismus.

Es gibt keine Arbeiterklasse mit irgendwelchen Weltanschauungen. Die Weltanschauung wurde wurde schon längst gegen die jährliche Bonuszahlung eingetauscht.
Morgen ist der 1. Mai, ein Feiertag aller Werktätigen weltweit.
Dazu ein passender so typischer Marx – „Hammer“: Das Proletariat ist revolutionär – oder NICHTS !
Die „Arbeiterklasse“, also die erdrückende Masse aller heutigen Lohnabhängigen gibt es nach wie vor, mit oder ohne Weltanschauung.
So lange aber diese „Arbeiterklasse“ in ihrer Mehrheit die Lohnarbeit für die Kapitaleigner, den ganzen Kapitalismus als einzig mögliche „Welt“ auch für sich ansieht und dementsprechend sich weithin benutzen lässt, auf jede wirkliche gesellschaftliche Aktionen verzichtet, so lange bleibt sie natürlich in der Tat auch weiterhin – – NICHTS !
Allen einen schönen guten 1. Mai !
Danke, Harry!!! Dir auch!
Wie der Mensch die Welt sieht, bestimmt selbstverständlich seine Haltung gegenüber dem gesamten Leben. Das ist seine Welt-Anschauung. Entsprechend reagiert er, äußert er sich, handelt er. Wobei es nicht immer leicht ist, seiner Weltanschauung entsprechend zu handeln. Da kommt es auf Klugheit an, auf Kraft, Mut im Angesicht des Gegners und – sagen wir es mal so: auch auf eine gewisse Verschlagenheit. Man kann eine Wahrheit auch aussprechen, indem man sie verneint. Erst in diesem Fall setzt beim Gegenüber der Denkapparat ein, habe ich mehrmals festgestellt. Wenn es um die Wahrheit des Menschseins in der gegenwärtigen kapitalistischen Welt geht, bleibt es nicht aus, dass man zum Märtyrer werden kann. Aber gelebtes Leben, Erfahrung, politisches Wissen und der klare Klassenstandpunkt hilft, die schlagenden Argumente zu finden. Dann gibt es den Punkt, an dem es kein Zurück gibt, ist man der Mensch, der man ist, auch nicht geben wird.
Hat dies auf Der Saisonkoch rebloggt und kommentierte:
Man kann das kurz sagen, was uns der Genosse Sascha hier schreibt. Also, in Form des Manifestes: Die gesellschaftliche Intelligenz ist der Hebel zur Unterdrückung oder zur Befreiung. Und genau die, wird von Kapitalisten, Imperialisten, Faschisten mittels Medien so geformt, wie es eben im Schützengraben benötigt wird. Erpressung ist der Hauptbestandteil dieser Regierungsform. Wenn Sie Ihr Portemonnaie oder Ihr Konto anschauen, wissen Sie sofort, dass hinter Ihnen Leute lauern, die Sie genau um diesen Betrag zu erleichtern. Organisierte Verbrecher machen das nicht auf Einmal. Sie werden in wohl dosierten Raten bestohlen. Früher nannte man das Schutzgeld.
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Weltanschauung der Bourgeoisie? Ganz einfach: „Man“ gehört der gehobenen, besseren Schicht an, die sich selbstverständlich leistet, was sie für „notwendig“ hält, während die „Zubringer“ (Arbeiterklasse) mit ihrem Wenigen unten stehen, wo sie hingehören.
Allerdings sieht es fast so aus, als ob diese Schicht auch weggeschrumpft wird zugunsten einer der Superreichen, für die die traditionelle Bourgeoisie zusammen mit der Arbeiterklasse in der „Massen-Menschen- (vgl. Massentierhaltung) Haltung ihren Platz bekommt. („Neo-Feudalismus“ in Ermangelung eines passenderen Begriffs).
Weltanschauung? Auf Schritt und Tritt stoße ich auf Menschen, deren Weltanschauung darin besteht, immer und jederzeit mit der Regierung in Einklang zu sein und alles brav zu erfüllen, was diese ihnen vorgibt (vorlügt).
Gerade las ich zwei Artikel.
1. Auf apolut ein Gespräch mit Bernd Fleischmann, der sehr wesentliche Gründe dafür anführt, dass der CO2-Wahn keine Grundlage hat und mit Klima nichts zu tun hat.
2. Leserbriefe auf den Nachdenkseiten, von denen etliche mittels langer Rechnungen zu beweisen suchen, dass das E-Auto das Klima rettet (Lastwagen, Gasschiffe aus den USA und vieles Andere mehr das VIEL CO2 produziert, bleiben unerwähnt).
Heißt:
Die Menschen lassen sich erneut durch des Kaisers neue Kleider blenden und sehen nicht, dass es hier wiederum nur darum geht, gewaltige Geldströme zu kanalisieren, wie das schon bei Corona zu sehen war. Was das E-Auto nicht schafft, das schaffen dann die Wärmepumpen – eine weitere Augenauswischerei die gewaltige Geldmengen kanalisieren soll.
Und das ist nur ein Beispiel für die „Kanalisierung von Weltanschauung“ durch den Besitz der Medien durch eine Handvoll von Konzernen, die quasi die Welt besitzen, inklusive zahllose Regierungen und die genannten Medien.
Das alles verschiebt eine Diskussion von Weltanschauungen auf ein bisher nicht in dem Umfang bekanntes Feld.
Auch ein Aspekt von Weltanschauung: Gerade meldet RT, dass die Polen Kaliningrad nicht mehr so bezeichnen wollen, sondern mit irgendeinem komischen polnischen Namen. Natürlich besteht RT bzw. besteht Russland auf dem Namen „Kaliningrad“!
Mmmm…. schön…. aber was ist mit Leningrad passiert? Und mit Stalingrad?
Da haben sie doch glatt vergessen, auf den richtigen Namen – Leningrad, Stalingrad – zu bestehen.
…schlimm ist auch, daß mehr als die Hälfte der Einwohner sich gegen „Stalingrad“ entschieden haben. Scheiß-Demokratie! Warum stellt man solche Fragen, ohne für den Namen genügend Propaganda zu machen. Es wäre ein Signal gewesen für die ganze Menschheit, wenn man die Stadt wieder in Stalingrad umbenannt hätte. Schließlich war es Stalins Verdienst gewesen, daß den Nazis mit dem „Kessel“ die entschiedende Niederlage erteilt wurde.
Ja. Korrekt.
Ferner: „Stalingrad“ war und ist weltweit ein Begriff. Was ist Wolgograd? Unbekannt.
Da jammert jetzt u.a. RT über die Geschichtsklitterung – doch hat die bereits unter Chruschtschow begonnen und wächst sich seither immer mehr aus.
Wenn man da jammert, dann sollte man das vor dem Spiegel tun bzw. zu Hause aufräumen, ehe man sich bei den anderen (westlichen) Ländern beschwert. Die waren schließlich immer der Feind. Was will man da erwarten.
Da gibt es grundsätzlich ein Problem mit „Wählerei“. In den Schulen im Westen wurde immer ein „Klassensprecher“ gewählt. Hat man jemanden gewählt, der die Interessen der Klasse vertreten hätte? Nein – wer wurde meist gewählt? Der größte Klassenkasper.
Dto. könnte auch eine Belegschaft – könnte sie den „Boss“ wählen – einen wählen, der verspricht, die geringsten Anforderungen zu stellen, womit der Untergang des Betriebes gewählt wäre und eine gesellschaftliche Aufgabe außen vor bliebe.
„Wählen“ müsste also beschränkt werden auf die, die bezüglich der jeweiligen Frage ein klares Bewusstsein haben und weder den „lowest common denominator“ wählen, noch selbst nach Vorteilen zu greifen versuchen, sondern die – fortschrittlichen – Interessen der Gemeinschaft vertreten.
Leider hat sich selbst in der „Diktatur des Proletariats“ gezeigt, dass das Bewusstsein schwand und zugelassen wurde, dass sich zerstörerische Kräfte nach vorn / nach oben gearbeitet haben.
Das macht ein Fass von Fragen auf, die ich auch nicht beantworten kann –
u.a. die Frage, wie die wirklich geeigneten Leute gefunden und an entsprechende Stellen gebracht werden können.
Putin war für die zerstörte UdSSR (bei aller Kritik) ein Glücksfall. Ihm gelang es, zusammen zu halten, was sich zusammenhalten ließ und dies zu Gunsten der Menschen (auch hier lasse ich die Kritik mal weg) einzusetzen.
Ob sich so ein Glücksfall wiederholen lässt, wenn die Zeit kommt?
Ob sich in den Massen wieder ein Bewusstsein (der Arbeiterklasse), eine Elite der Arbeiterklasse aufbauen wird?
Man wird es sehen…
bei Stalingrad wars die Initiative von Chruschtschow. Bei Leningrad von Gorbatschow kurz vor Ende der UDSSR.