Warum war die Oktoberrevolution so erfolgreich? Was müssen wir heute tun, um den Kapitalismus zu überwinden?

ЛенинWer sich heute darüber beklagt, daß die Deutschen so passiv und politisch desorientiert sind, und wer darüber rätselt, warum die DDR-Bürger sich während der Konterrevolution 1990 und danach vom kapitalistischen Westen über den Tisch ziehen ließen, der sollte sich einmal Gedanken darüber machen, warum die Oktoberrevolution in Rußland 1917 gelang, die Novemberrevolution 1918 in Deutschland scheiterte – und warum nach 1990 die DDR zerschlagen wurde und der Kapitalismus gewann. Was waren die Grundbedingungen für den Erfolg der Bolschewiki in Rußland? Und was müssen wir heute tun, um den Kapitalismus endgültig zu überwinden?

W.I. Lenin

Der Erfolg der Oktoberrevolution

Sicherlich sieht jetzt schon fast jeder, daß die Bolschewiki die Macht keine 2½ Monate, geschweige denn 2½ Jahre hätten behaupten können ohne die strengste, wahrhaft eiserne Disziplin in unserer Partei, ohne die vollste und grenzenlose Unterstützung der Partei durch die gesamte Masse der Arbeiterklasse, d.h. durch alle denkenden, ehrlichen, selbstlosen, einflußreichen Menschen dieser Klasse, die fähig sind, die rückständigen Schichten zu führen oder mit sich fortzureißen.

Was verstehen wir unter der Diktatur des Proletariats?

Die Diktatur des Proletariats ist der aufopferungsvollste und schonungsloseste Krieg der neuen Klasse gegen einen mächtigeren Feind, gegen die Bourgeoisie, deren Widerstand sich durch ihren Sturz (sei es auch nur in einem Lande) verzehnfacht und deren Macht nicht nur in der Stärke des internationalen Kapitals, in der Stärke und Festigkeit der internationalen Verbindungen der Bourgeoisie besteht, sondern auch in der Macht der Gewohnheit, in der Stärke der Kleinproduktion. Denn Kleinproduktion gibt es auf der Welt leider noch sehr, sehr viel; die Kleinproduktion aber erzeugt unausgesetzt, täglich, stündlich, elementar und im Massenumfang Kapitalismus und Bourgeoisie. Aus allen diesen Gründen ist die Diktatur des Proletariats notwendig, und der Sieg über die Bourgeoisie ist unmöglich ohne einen langen, hartnäckigen, erbitterten Krieg auf Leben und Tod, einen Krieg, der Ausdauer, Disziplin, Festigkeit, Unbeugsamkeit und einheitlichen Willen erfordert.

Ich wiederhole, die Erfahrungen der siegreichen Diktatur des Proletariats in Rußland haben denen, die nicht zu denken verstehen oder nicht in die Lage kamen, über diese Frage nachzudenken, deutlich gezeigt, daß unbedingte Zentralisation und strengste Disziplin des Proletariats eine der Hauptbedingungen für den Sieg über die Bourgeoisie sind.

Was ist eigentlich Bolschewismus?

Davon wird häufig gesprochen. Es wird aber lange nicht genug darüber nachgedacht, was das bedeutet, unter welchen Bedingungen das möglich ist. Sollte man nicht lieber die der Sowjetmacht und den Bolschewiki gezollten Beifallskundgebungen häufiger mit einer sehr ernsten Analyse der Ursachen verknüpfen, die bewirkten, daß die Bolschewiki die für das revolutionäre Proletariat notwendige Disziplin scharfen konnten? Als Strömung des politischen Denkens und als politische Partei besteht der Bolschewismus seit dem Jahre 1903. Nur die Geschichte des Bolschewismus in der ganzen Zeit seines Bestehens vermag befriedigend zu erklären, warum er imstande war, die für den Sieg des Proletariats notwendige eiserne Disziplin zu schaffen und sie unter den schwierigsten Verhältnissen aufrechtzuerhalten.

Was was sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Sieg?

Und da taucht vor allem die Frage auf: wodurch wird die Disziplin der revolutionären Partei des Proletariats aufrechterhalten? wodurch wird sie kontrolliert? wodurch gestärkt?

  1. durch das Klassenbewußtsein der proletarischen Avantgarde und ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre Selbstaufopferung, ihren Heroismus.
  2. durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den nichtproletarischen werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen.
  3. durch die Richtigkeit der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen.

Ohne diese Bedingungen kann in einer revolutionären Partei, die wirklich fähig ist, die Partei der fortgeschrittenen Klasse zu sein, deren Aufgabe es ist, die Bourgeoisie zu stürzen und die ganze Gesellschaft umzugestalten, die Disziplin nicht verwirklicht werden. Ohne diese Bedingungen werden die Versuche, eine Disziplin zu schaffen, unweigerlich zu einer Fiktion, zu einer Phrase, zu einer Farce.

Langes Bemühen  – hart erarbeitet!

Diese Bedingungen können aber anderseits nicht auf einmal entstehen. Sie werden nur durch langes Bemühen, durch harte Erfahrung erarbeitet; ihre Erarbeitung wird erleichtert durch die richtige revolutionäre Theorie, die ihrerseits kein Dogma ist, sondern nur in engem Zusammenhang mit der Praxis einer wirklichen Massenbewegung und einer wirklich revolutionären Bewegung endgültige Gestalt annimmt.

Welche Besonderheiten gab es in Rußland?

Wenn der Bolschewismus in den Jahren 1917—1920 unter unerhört schweren Bedingungen die strengste Zentralisation und eine eiserne Disziplin schaffen und erfolgreich verwirklichen konnte, so liegt die Ursache dafür ganz einfach in einer Reihe historischer Besonderheiten Rußlands. Einerseits ist der Bolschewismus im Jahre 1903 auf der festen Grundlage der marxistischen Theorie entstanden. Daß aber diese – und nur diese – revolutionäre Theorie richtig ist, haben nicht nur die internationalen Erfahrungen des ganzen 19. Jahrhunderts, sondern insbesondere auch die Erfahrungen mit den Irrungen und Wirrungen, mit den Fehlern und Enttäuschungen des revolutionären Denkens in Rußland bewiesen.

Der Marxismus – die einzig richtige, revolutionäre Theorie

Im Laufe ungefähr eines halben Jahrhunderts, etwa von den vierziger und bis zu den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, suchte das fortschrittliche Denken in Rußland, unter dem Joch des unerhört barbarischen und reaktionären Zarismus, begierig nach der richtigen revolutionären Theorie und verfolgte mit erstaunlichem Eifer und Bedacht jedes „letzte Wort“ Europas und Amerikas auf diesem Gebiet. Den Marxismus als die einzig richtige revolutionäre Theorie hat sich Rußland wahrhaft in Leiden errungen, durch ein halbes Jahrhundert unerhörter Qualen und Opfer, beispiellosen revolutionären Heldentums, unglaublicher Energie und hingebungsvollen Suchens, Lernens, praktischen Erprobens, der Enttäuschungen, des Überprüfens, des Vergleichens mit den Erfahrungen Europas.

Dank dem vom Zarismus aufgezwungenen Emigrantenleben verfügte das revolutionäre Rußland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über eine solche Fülle von internationalen Verbindungen, über eine so vortreffliche Kenntnis aller Formen und Theorien der revolutionären Bewegung der Welt wie kein anderes Land auf dem Erdball.

Reiche theoretische Grundlagen und praktische Erfahrungen

Anderseits hatte der Bolschewismus, der auf dieser granitnen theoretischen Grundlage entstanden war, eine fünfzehnjährige (1903-1917) praktische Geschichte hinter sich, die an Reichtum der Erfahrung nicht ihresgleichen kennt. Denn kein anderes Land hatte in diesen 15 Jahren auch nur annähernd soviel durchgemacht an revolutionärer Erfahrung, an rapidem und mannigfaltigem Wechsel der verschiedenen Formen der Bewegung: der legalen und illegalen, der friedlichen und stürmischen, der unterirdischen und offenen, der Zirkelarbeit und der Massenarbeit, der parlamentarischen und der terroristischen Form der Bewegung.

In keinem anderen Lande war in einem so kurzen Zeitraum ein solcher Reichtum an Formen, Schattierungen und Methoden des Kampfes aller Klassen der modernen Gesellschaft konzentriert gewesen, und zwar eines Kampfes, der infolge der Rückständigkeit des Landes und des schweren Jochs des Zarismus besonders schnell heranreifte und sich besonders begierig und erfolgreich das entsprechende „letzte Wort“ der amerikanischen und europäischen politischen Erfahrungen zu eigen machte.
Quelle:
W.I. Lenin: Der „linke Radikalismus“ – die Kinderkrankheit des Kommunismus. In W.I. Lenin: Werke, Dietz Verlag Berlin,  1966, S. 8-10.

Warnend schrieb der Historiker Dr. sc. Kurt Gossweiler:

Gossweiler21Jh

*es erübrigt sich sicher zu sagen, daß der Kommunismus nicht das geringste zu tun hat mit dem
faschistischen Plan des „Great Reset“ der imperialistischen Gates-Soros-Rockefeller-Schwab-Mafia
Sicher – die Situation ist heute eine andere als zu Lenins Zeiten. Doch wenn wir die Ratschläge Lenins nicht beherzigen und uns stark machen im den Kampf für den Sozialismus, werden alle diese Diskussionen über Veränderungen in der Gesellschaft und über die Zukunft der Menschheit insgesamt nutzlos sein. Wichtige Hinweise enthält vor allem der Beitrag Kurt Gossweilers:

Kurt Gossweiler

Die Doppelstrategie des Imperialismus

Den Kampf gegen die revolutionäre Arbeiterbewegung führt die Bourgeoisie schon seit den Zeiten von Marx und Engels auf den Linien einer Doppelstrategie, deren eine Linie der offensive Kampf mit allen Mitteln bis zur brutalen Verfolgung und Unterdrückung ist, deren andere Linie der Versuch der inneren Zersetzung und Aufweichung mit den vielfältigsten Mitteln – Korruption, Erpressung, Entfachung innerer Auseinander-setzungen, Einschleusung von Agenten und anderes mehr – ist.

Wie bekämpfte die Weltbourgeoisie den Sozialismus?

Mit der gleichen Doppelstrategie bekämpfte die Weltbourgeoisie die Sowjetmacht vom ersten Tage ihrer Existenz an. Eine Doppelstrategie ist dies, weil sie den Kampf ständig auf beiden Linien führt, wobei je nach den Umständen die eine oder andere den Vorrang hat. Auf die Interventionskriege folgte die Phase der Anerkennung der Sowjetunion mit den Versuchen der Sabotage des wirtschaftlichen Aufbaus und der Förderung der inneren Opposition, auf das Scheitern der Strategie, die Sowjetunion durch Nazideutschland umbringen zu lassen, erst der Kalte Krieg, dann die Politik des “Wandels durch Annäherung”, vom DDR-Außenminister Otto Winzer völlig zutreffend als “Konterrevolution auf Filzlatschen” gekennzeichnet. Aber nie setzte die Bourgeoisie nur auf die eine Linie, immer wurde die gerade dominierende strategische Linie ergänzt durch parallel laufende Aktivitäten auf der zweiten Linie.

Mit Gewalt ist der Sozialismus nicht besiegbar!

Es war keinesfalls Zufall, daß der Imperialismus stets scheiterte, wenn er auf die Linie der Konfrontation und Gewalt als Hauptlinie setzte: so unwahrscheinlich dies auch sowohl 1918-1920 wie 1941-45 zunächst erschien – der sozialistische Staat erwies sich selbst unter den ungünstigsten Ausgangspositionen immer als stark und unbesiegbar, wenn seine Feinde ihn offen und frontal angriffen. Der Sozialismus erlag dem Imperialismus nicht im offenen Kampf, nicht der bewaffneten Konterrevolution, sondern der Filzlatschen-Konterrevolution. Deren Geschichte muß erst noch geschrieben werden. (…)

Der Wandel in der Politik des Imperialismus

In den Jahren 1945 bis 1947 unternahmen die imperialistischen Politiker der USA und Englands das nicht ganz einfache Geschäft, der eigenen Bevölkerung im Westen das tief sitzende Gefühl der Freundschaft und Bewunderung für die Sowjetunion auszutreiben und an seine Stelle Furcht und Feindschaft treten zu lassen, wie sie bisher mit vollem Recht gegenüber Hitlerdeutschland empfunden und gepflegt wurden. Den Startschuß dafür gab der alte Sowjethasser Winston Churchill (der während des Zweiten Weltkrieges, wenn er von Stalin sprach, gerne die Worte “my friend Joe” benutzt hatte), in einer Rede, die er am 5. März 1946 in Fulton, USA, hielt, einer Rede, die nicht zu Unrecht als die Eröffnung des Kalten Krieges in die Geschichtsbücher eingegangen ist. In dieser Rede übernahm er ein Goebbels-Wort vom “Eisernen Vorhang”, um die Notwendigkeit zu begründen, an die Stelle der Antihitlerkoalition mit der Sowjetunion nunmehr ein zweiseitiges Bündnis USA-England treten zu lassen, da “auf die Russen am meisten das Argument der Stärke” wirke. (1)

Der Marshall-Plan und das neue Feindbild des USA-Imperialismus

Auf diese Rede folgte der Marshall-Plan 1947, die Gründung der NATO 1949, der erste Versuch des militärischen Roll-Back gegen Nord-Korea 1950 und am 27. Januar 1953 eine Rede des frischgebackenen neuen Außenministers der gerade ins Amt getretenen Eisenhower-Administration, John Foster Dulles, in der die Sowjetunion als der gefährlichste Feind der USA in deren ganzer Geschichte an die Wand gemalt wurde: “Wir haben Feinde”, führte er aus, “die unsere Vernichtung planen. Diese Feinde sind die sowjetischen Kommunisten und ihre Verbündeten in anderen Ländern….Diese Bedrohung hat einen todernsten Charakter. Präsident Eisenhower hat erst vor kurzem erklärt, daß die Vereinigten Staaten in größerer Gefahr schweben als jemals zuvor in ihrer Geschichte.” (2) Dies also ist das Schreckensbild, das Eisenhower und Dulles im Januar 1953 von der Sowjetunion und ihren Verbündeten malten. (…)

Die militärische Patt-Situation der Großmächte

Das tatsächliche Verhältnis gegenseitiger Abschreckung oder eines militärischen ‘Patt’ ist zuerst von Churchill erkannt worden, als er die Resultate des Versuchs mit der Wasserstoffbombe erfuhr. Bald darauf wurde vom Präsidenten die Schlußfolgerung hieraus in seiner berühmten Erklärung gezogen, daß es keine Alternative zum Frieden gibt. Diese Erklärung, der die Russen seither beipflichten, war es, die zur Genfer Konferenz führte und ihr Herzstück war. Wenn es aber keine Alternative zum Frieden gibt, so kann niemand an die Schwelle des Krieges in dem Sinne schreiten, daß er mit einem Kriege droht. Wenn der Krieg keine Alternative ist, so ist jeder, der mit einem Kriege droht, entweder ein Verrückter oder ein Bluffer. Wenn der Krieg keine Alternative ist, dann müssen strittige Fragen durch einen Ausgleich beigelegt werden. (…) Alles, was wir aber in der Tat zu erlangen in der Lage waren, war ein Friede auf der Basis des militärischen Status Quo. Beide Seiten hatten einen Frieden ohne Sieg zu akzeptieren. (…)

Die „Konterrevolution auf Filzlatschen“

Doch je nachdrücklicher sich die Situation des militärischen Patt bestätigte und je mehr Signale aus dem sozialistischen Lager kamen, daß dort ein Prozeß des “inneren Wandels” vor sich ging, um so sicherer mußte die Politik der “Konterrevolution auf Filzlatschen”, auf die Eisenhower und Churchill nach dem Tode Stalins vorsichtig abwägend eingeschwenkt waren, zur dominierenden Linie imperialistischer Strategie im Kampf gegen den Sozialismus werden. Daher war der XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 Ausgangspunkt für die Durchsetzung der “indirekten Strategie” der imperialistischen Mächte gegen die Sowjetunion zur Hauptlinie in der Doppelstrategie des Imperialismus gegen den Sozialismus. Der Bruch, der dort mit der bolschewistischen Vergangenheit, mit der marxistisch-leninistischen Theorie vollzogen wurde, überstieg sicherlich selbst die kühnsten Hoffnungen, die man sich in den westlichen Führungsstäben des antikommunistischen Kampfes gemacht haben mochte.

Quelle: https://kurt-gossweiler.de/die-antisozialistische-doppelstrategie-des-imperialismus-und-der-historische-wechsel-von-der-konfrontationspolitik-zur-schliesslich-erfolgreichen-indirekten-strategie-september-1997/ (Stark gekürzt)

Schon 1912 hat Lenin diese charakterlosen Scheißkerle – die Revisionisten – aus der Partei vertrieben. Das tat Stalin auch. Und daß nach der Ermordung Stalins und insbesondere nach dem berüchtigten XX.Parteitag der KPdSU der moderne Revisionismus erneut in der kommunistischen Bewegung Einzug halten konnte, war letztlich die Ursache für die Zerstörung des Sozialismus im Weltmaßstab. Siehe dazu auch:

Beachte auch folgende pdf-Datei:

Dieser Beitrag wurde unter Bildung und Erziehung, Für den Frieden, Internationale Solidarität, Marxismus-Leninismus, W.I. Lenin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Warum war die Oktoberrevolution so erfolgreich? Was müssen wir heute tun, um den Kapitalismus zu überwinden?

  1. Erfurt schreibt:

    Die Menschen der jungen UdSSR haben recht schnell begriffen, daß
    – Wohnungen gebaut werden, damit Menschen wohnen können und nicht der Profite wegen,
    – Lebensmittel nicht der Profite wegen produziert werden, sondern damit Menschen was zu Essen haben,
    – Kleidung produziert wird, damit Menschen was zum Anziehen haben usw.

    Genau deswegen war die Oktoberrevolution so erfolgreich! Das heißt daß sich die Abschaffung der kapitalistischen Produktionsweise unverzüglich und für jeden sofort spürbar auswirkt und nicht erst Jahre später! Und wenn wir heute was tun wollen, dann müssen wir genau DAS! ersteinmal den Menschen begreiflich machen, vor allem denen, die trotz Coronazirkus immer noch glauben, daß sie hier im Kapitalismus mit Heizung, Lebensmitteln, Strom und Wasser usw. und auch gesundheitlich versorgt werden!

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      Genau das isses!

      • Erfurt schreibt:

        Danke Sascha. Sinn und Zweck der Staatspropaganda ist es, genau dieser Erkenntnis entgegenzuwirken. Und wie erfolgreich die Propaganda ist, erkennt man dann an den Beiträgen hier wie auch in anderen Foren.

        MFG

    • Wie kann denn den Menschen begreiflich gemacht werden, daß „sie hier im Kapitalismus NICHT mit Heizung, Lebensmitteln, Strom und Wasser usw. und auch gesundheitlich versorgt werden“? Das ist doch nun einmal die Lebenswirklichkeit in diesem Land: Mit alldem werden die Menschen versorgt. Ich erhalte das sogenannte „Bürgergeld“. Ehrlich? So gut ging es mir noch nie.

      • sascha313 schreibt:

        Kann man solcherlei „Schweigegeld“ als „Einkommen“ bezeichnen, oder sollte man das eher als eine Art von Korruption auffassen?

      • Lieber sascha313,
        man kann solcherlei Zahlungen sowohl als „Schweigegeld“ als auch als „Einkommen“ bezeichnen und in einem gewissen Sinne darf es jedoch auch als eine Art von Korruption aufgefasst werden.

        Ist denn nicht die ganze abscheuliche Lohnsklaverei etwas anderes als Korruption?

      • sascha313 schreibt:

        Ja, natürlich. Ich denke aber nicht, daß Not und Ungemach die Auslöser für Proteste sind. Es ist immer das Klassenbewußtsein, das Menschen dazu treibt, das Joch abzuwerfen…

      • Vielleicht Auslöser von Protesten, aber sicher nicht Auslöser einer Revolution.

        „Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen“. – Lenin

        Die Zusammenfassung auf Wikipedia finde ich sehr treffend:

        Revolutionäre Situation
        Eine Revolutionäre Situation ist in den Begriffen des Leninismus bzw. Marxismus-Leninismus Auslöser einer Revolution, in der sich die „offene Empörung ausgebeuteter Massen“ Bahn bricht. Notwendigerweise gehören zu einer solchen Situation objektive Merkmale, die nicht künstlich durch eine Partei oder Gruppe herbeigeführt werden können, sondern eine Folge der Verarmung, Ermordung oder Entrechtung sehr großer Bevölkerungsteile oder sogar der Bevölkerungsmehrheit seien. Der Begriff ist Bestandteil der Revolutionstheorie.

        Als Beispiele gelten für Lenin:

        die Vorgeschichte der Pariser Kommune, die zu einer bürgerlich-demokratischen Revolution führte
        die Situation im Deutschen Reich gegen Ende des Ersten Weltkriegs mit der Folge der Novemberrevolution
        die politische Lage im Russischen Reich vor der Oktoberrevolution

        Hauptmerkmale
        Die drei „objektiven Merkmale“ einer revolutionären Situation sind nach Lenin:

        „Die Unmöglichkeit für die herrschenden Klassen, ihre Herrschaft in unveränderter Form aufrechtzuerhalten; diese oder jene Krise der ‚Spitzen‘, Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riß erzeugt, durch den die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten Klassen hervorbricht.“

        „Verschärfung der Not und des Elends der unterdrückten Klassen über das gewohnte Maß hinaus.“

        „Beträchtliche – aus den angeführten Ursachen sich herleitende Steigerung der Aktivität der Massen, die durch die Verhältnisse der Krise zur […] selbständigen historischen Aktion herangezogen werden.“

        Außerdem entwickelte Lenin in seinem Werk Was tun? auch eine Lehre von den „subjektiven Merkmalen“ der revolutionären Situation, durch welche eine sich objektiv anbahnende Revolution beschleunigt werden könne: z. B. durch den Aufbau einer proletarischen Partei, die bereit sei, die Führung zu übernehmen. Diese seine Lehren setzten Lenin und die Bolschewiki in die Praxis um, siehe Russische Revolution und Oktoberrevolution.

      • Erfurt schreibt:

        Kein kapitalistischer Unternehmer der Welt hat die Absicht Menschen zu versorgen. Und auch nicht der Staat welcher die Profitinteressen dieser Privatunternehmer vertritt. Wenn das so wäre daß Wohnungen gebaut würden um Menschen mit Wohnraum zu versorgen gäbe es nämlich keine Obdachlosen. Unterdessen jedoch gibt es Obdachlose, genauso wie es in der BRD Menschen gibt die verhungern und erfrieren, Menschen denen man Wasser und Strom abgestellt hat, ergo ist der Begriff „Versorgung“ nichts weiter als eine Propagandalüge. Denn der Kapitalismus nährt sich von diesem ganzen Elend und davon daß Menschen ausgebeutet und unterdrückt werden. Und auch Mindestlohn, Bürgergeld, Sozialhilfe usw. ändern daran gar nichts, ganz im Gegenteil!

        Das Verständnis für diesen Sachverhalt muß jedoch jeder selber aufbringen.

Kommentar verfassen