+++ Jewgeni Prigóshin +++ Евгений Пригожин +++

Shenja Prigoshin

Der Embraer-135 Business Jet (EBM-135BJ), der am 23. August in der Region Twer abstürzte, begann um 17:46 Uhr Moskauer Zeit mit der Übertragung von Flugdaten. Um 18:10 Uhr stieg der Jet auf 28.000 Fuß (ungefähr 8,5 km). Der Flug in dieser Höhe dauerte bis 18:19 Uhr. Dann verlor das Flugzeug chaotisch an Höhe an (das maximale Niveau betrug ca. 30.000 Fuß (9,2 km) und sank erneut ab, woraufhin es zu einem „plötzlichen vertikalen Absturz“ kam. In etwa 30 Sekunden fiel das Flugzeug aus einer Höhe von 28.000 Fuß (8,5 km) um mehr als 8.000 Fuß (2,44 km). Die Datenübertragung endete um 18:20 Uhr MEZ, zu diesem Zeitpunkt befand es sich auf einer Höhe von 19,7 Tausend Fuß (etwa 6 km).

⚡ Wer war an Bord des abgestürzten Embraer Legacy 600-Flugzeugs?

Passagiere:

  1. Jewgeni Prigoshin (62 Jahre).
  2. Dmitri Utkin (53), Kommandeur der „Wagner-Gruppe“. Zuvor diente er als Offizier der GRU-Spezialeinheiten, wo er den Rang eines Oberstleutnants innehatte.
  3. Valeri Tschekalow, der Sstellvertretender Prigoshins in der „Wagner“-Einheit. Er war früher im Geschäft tätig.
  4. Jewgeni Makarjan (38 Jahre), ein Kämpfer der „Wagner“-Einheit. War früher in der Wirtschaft tätig. Im Juli wurde er wegen seiner Verbindungen zu Prigoshin durch die USA mit Sanktionen belegt.
  5. Sergej Prospin (44), Aufklärer der Granatwerfereinheit.
  6. Alexander Totmin (30 Jahre), nahm an militärischen Operationen im Sudan teil. Mitglied des PMC „Wagner“. Vermutlich Prigoshins Sicherheitsmann.
  7. Nikolaj Matusejew – vermutlich ein ehemaliger Kämpfer einer Spezialeinheit, die in Syrien gekämpft hat.

Besatzung:

  1. Alexej Lewshin, Kommandant des Flugzeugs Embraer Legacy 600.
  2. Rustam Karimow ist Co-Pilot des Embraer Legacy 600.
  3. Kristina Raspopowa (39) ist Flugbegleiterin des Embraer Legacy 600.

Wer war Jewgeni Prigoshin?

Jewgeni Prigoshin war der Gründer und Geschäftsführer der von der russischen Regierung finanzierten privaten militärischen Einheit, die sich nach dem Komponisten Richard Wagner benannte, vermutlich, weil sie wie ein gut eingespieltes Orchester unter seinem „Dirigat“ bei schwierigsten militärischen Operationen u.a. in Afrika bei der Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegung in Mali (dank der „Wagner“-Truppen ist Mali heute vom französischen Kolonialismus befreit und die Kolonialmacht Frankreich ist nach über 140 Jahren aus Mali vertrieben!), und in Syrien bei der Liquidierung der vom USA-Imperialismus gesteuerten und bewaffneten Taliban-Terroristen und der Befreiung des weltberühmten historischen Museumskomplexes von Palmyra eingesetzt worden war. In entscheidendem Maße war die „Wagner“-Armee auch unter der Führung des Generals Surowokin bei der Vernichtung ukrainisch-faschistischer Truppen und der Befreiung von Artjomowsk (Bachmut) beteiligt. Hier kam es zu schweren, verlustreichen Kämpfen, da die militärische Führung im Kreml unter Minister Schojgu nicht bereit war, die erforderlichen Mengen an Munition zu liefern und Rückzugswege verminen ließ. Das allein ist schon ein Kriegsverbrechen, wofür Schojgu hätte zur Verantwortung gezogen werden müssen.

Stattdessen wurde General Surowikin abgesetzt und an seine Stelle trat der im Westen hochgelobte General Gerassimow.  Mehr noch zu dem was zuvor geschah. Russische Truppen saßen in der Nähe von Kiew, Charkow und Cherson in der Falle und waren gezwungen, sich zurückzuziehen. Raketen- und Hubschrauberrouten öffneten sich für Angriffe tief im Inneren Rußlands. Die Versorgung der mobilisierten Truppen, die Ausbildung und der Einsatz scheiterten. Und das, obwohl die Situation unter großen Opfern und Blutvergießen korrigiert worden war. Der gescheiterte Chef wurde von Schojgu an die Spitze der Militärischen Spezialopperation berufen. Somit war der Sieg in Artjomowsk (Bachmut) in erster Linie der Wagner-Armee zu verdanken. (siehe: https://dzen.ru/a/Y8ag0JMvPjmxJ40P)

Jewgeni Prigoshin war bei seinen Soldaten und im russischen Volk sehr beliebt – er war einer von ihnen. Als Prigoshin seinen „Marsch der Gerechtigkeit“ in Richtung Moskau nach Rücksprache und durch die Vermittlung des belorussischen Präsidenten Lukaschenko abbrach, wurden von Seiten seiner Feinde Rufe laut, Prigoshin zu verhaften und zu bestrafen, was jedoch Präsident Putin ablehnte. Stets hatte der dreifache Held Rußlands, Jewgeni Progoshin, sich als ein wahrer russischer Patriot erwiesen. So erklärte Lukaschenko im Sinne der Beistandsverpflichtung beider Länder sich bereit, die „Wagner“-Einheiten in Belarus aufzunehmen, damit sie sich auf weitere Aufgaben vorbereiten und zugleich die militärischen Kräfte Belarußlands mit ihren Erfahrungen bei der Ausbildung unterstützen konnten. Der schwelende Konflikt innerhalb der militärischen Führung Rußlands kam zum Ausbruch, nachdem einen Tag zuvor General Surowikin von seinen Aufgaben als Kommandeur der Luftverteidigung entbunden wurde und sein Stellvertreter in diese Funktion eingesetzt worden war.

Der Abschuß des Flugzeuges EBM-135BJ war ein langgeplantes Verbrechen, wofür seine Hintermänner und Organisatoren zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Der ehemalige Chef der Flugabwehrraketentruppen, Oberst Sergej Chatylew, äußerte sich einmal darüber, ob ein Luftverteidigungssystem versehentlich ein Zivilflugzeug abschießen kann, wie folgt*:

„Das System ist so konzipiert, daß der Betreiber des Luftverteidigungssystems ein ziviles Flugzeug auf dem Radar leicht identifizieren kann: Es hat eine bestimmte Größe und Form, Höhe und Fluggeschwindigkeit; es bewegt sich nicht. Aufgrund dieser Merkmale geht der Betreiber davon aus, daß es sich bei diesem Ziel um ein ziviles Flugzeug handelt. Darüber hinaus ist die Identifizierung und Unterscheidung solcher Objekte der wichtigste Schritt in der Ausbildung eines jeden Flugabwehrschützen. In neuen Systemen und überhaupt wird das Radar dem Bediener automatisch ein Signal geben, daß sich ,Zivilisten‘ in seinem Verantwortungsbereich befinden. Unsere Luftverteidigungsmannschaften im ganzen Land sind kontinuierlich dort im Einsatz, wo die Zivilluftfahrt fliegt. Im Zweifelsfall kontaktiert die Besatzung umgehend das Bezirkskommando und klärt alle notwendigen Details. Es ist unmöglich, ein solches Ziel versehentlich zu treffen.“

* Chatylews Kommentar steht nicht im Zusammenhang mit dem Absturz des Privatflugzeuges von E. W. Prigoshin, er gab ihn im Zusammenhang mit dem Absturz eines anderen Flugzeugs im Jahr 2015 ab. Aus dem Kommentar können Sie verstehen, wie die Luftverteidigungskräfte zivile Flugzeuge sehen. Chatylew war von 2007-2009 Chef der Flugabwehrraketentruppen.

Der Leiter des PMC „Wagner“ Jewgeni Prigoshin:

ShenjaShenja war ein einfacher Mensch. Sehr geradlinig, charismatisch und bodenständig. Obwohl er sich niemals als Kommunist bezeichnet hätte, doch er handelte wie ein solcher. Offen und ehrlich und prinzipientreu. Wir verneigen uns vor dem Helden!

„Ich bin sehr philosophisch, was mein zukünftiges Leben angeht. Ich habe in ein paar Tagen Geburtstag, und meine Verwandten fragen mich, ob ich Geburtstag habe oder nicht. Ich sage: Weiß der Teufel, ich sage es euch morgen früh. Wenn ich lebe und gesund bin, dann werde ich Geburtstag haben.“


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16 Antworten zu +++ Jewgeni Prigóshin +++ Евгений Пригожин +++

  1. roprin schreibt:

    Die sind doch tatsächlich zu allem fähig! Ich bin entsetzt und tieftraurig!

  2. kaki1310 schreibt:

    Ich weiß nicht, ob man bei diesem Post auf „like“ klicken sollte. Ich hoffe, dass man das Video, möglichst in deutscher Übersetzung, zu lesen oder zu hören bekommt.

    • sascha313 schreibt:

      Nein ein „like“ ist das nicht. Wir sind schockiert über dieses Verbrechen. Es handelt sich dabei zweifellos um eine 5. Kolonne, die im Untergrund die Bemühungen der russischen Regierung um die Entnazifizierung und Entmilitarisierung der Ukraine zu sabotieren versucht. Die Namen dieser Verbrecher sind bekannt, dazu gehören u.a. Schojgu, Gerassimow, der Intendant des Fernsehsenders „Russia One“, der ehemalige russ. Kulturminister und Verhandlungsführer bei den Minsker Gesprächen und andere Agenten des westlichen Imperialismus („иноагенты“).

      • Thomas Artesa schreibt:

        Mag ja alles so sein – aber dennoch sollte man vorsichtig argumentieren mit solchen Schnellschüssen. Jetzt fehlt wirklich ein Stalin, der konsequent die Fäden in der Hand hält und kein Putin (klar auch er hat natürlich seine lobenswerten Verdienste), der vielleicht mit den falschen Leuten am Tisch sitzt. Aber dennoch – wichtig eben nur, dem Westen kein russisches Bild des Zwistes zu vermiteln. Nur gemeinsam kann Russland die Ukro- und NATO-Nazis bekämpfen.

      • roprin schreibt:

        Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, daß Prigoshin lebt. Nein, er saß nicht mit im Flugzeug. Evtl macht er Pause bei seiner Familie. Aber eher vermute ich ihn in Afrika. Dort gibt es eine Menge zu tun.

      • sascha313 schreibt:

        Mag sein. Doch leider ist die Korruption in Rußland immer noch sehr verbreitet und die 5. Kolonne hat ihr Netzwerk… Dabei ist der Weißgardist Strelkow-Girkin eine eher unbedeutende Gestalt. Und einige иноагенты kehren jetzt „reumütig“ zurück. Mit solchen Leuten wird es immer Probleme geben. Von einer revolutionären Situation kann also nicht die Rede sein. Die KPRF wird immer eine reaktionäre Rolle spielen…

  3. D. Krüger schreibt:

    ….es ist schon eine eigenwillige Spezialoperation….🥴

  4. sascha313 schreibt:

    Sicher, Prigoshin war ein Patriot. Lenin: „Der Patriotismus ist eins der tiefsten Gefühle, das durch die jahrhunderte- und jahrtausendelange getrennte Existenz der verschiedenen Vaterländer eingewurzelt ist.“ Der Patriotismus steht im Gegensatz zum bürgerlichen Nationalismus. Die Arbeiterklasse ist als einzige die am meisten patriotische Klasse der Gesellschaft. Was ist ein Revolutionär?

    Zunächst: „Eine Revolution ist eine grundlegende Umwälzung im Leben der Gesellschaft, die im allgemeinen durch den Übergang der politischen Macht aus den Händen einer reaktionären in die einer progressiven Klasse und durch die Beseitigung einer überlebten und die Errichtung einer neuen, höheren Gesellschaftsformation charakterisiert ist. … Soziale Revolutionen sind in der antagonistischen Klassengesellschaft eine gesetzmäßige Erscheinung, die mit Notwendigkeit aus dem Konflikt zwischen den sich entwickelnden Produktivkräften und den überlebten Produktionsverhältnissen hervorgeht. Dieser Konflikt ist die soziale Grundlage des Klassenkampfes zwischen den aufstrebenden und den reaktionären Klassen, welche die überlebten Produktionsverhältnisse und die darauf beruhende soziale und politische Ordnung mit allen Mitteln, insbesondere der Staatsgewalt, verteidigen.“ (Kl.pol.WB, Bln. 1967, S.563)

    War Prigoshin ein Revolutionär? Oder: „Revolutionär“? Viele Fragen sind offen: Klassenkampf? revol. Situation? revolutionäre (kommunist.) Partei? die Arbeiterklasse? die 5. Kolonne? die russ.Oligarchen? War es vielleicht der Versuch einer „Revolution von oben“? Das allerdings entzöge einer revolutionären Massenbewegung den Boden… Warum erinnert mich das alles ein bißchen an Bismarck?

  5. Erfurt schreibt:

    Hintergrund ist vermutlich der, daß diese Truppen von afrikanischen Völkern (Niger!) um Hilfe gebeten wurden weil ein Angriff der NATO da unmittelbar bevorsteht. MFG

    • Erfurt schreibt:

      Wenn der Krieg in Niger u.a. afrikanischen Staaten ausbricht, werden die Söldner ganz sicher nicht verkünden wer sie beauftragt hat. Und auch in den hiesigen Staatsmedien wird man nicht sagen daß die NATO/USA/Privatiers da irgendwie beteiligt ist. Vielmehr wir man hier behaupten, daß wieder irgendein fiktiver afrikanischer Religionsverein dabei ist sein eigenes Terrorregime zu bekämpfen. MFG

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