Die Klassengesellschaft

BidstrupHerluf Bidstrup (1912-1988) war ein hochbegabter und politisch engagierter dänischer Zeichner und Karikaturist. Als überzeugter Kommunist zeichnete er sich durch eine erstaunliche Klarheit des Strichs und seine Fähigkeit aus, die ganze Bandbreite der Emotionen seiner Figuren mit nur einem oder zwei Details sehr genau wiederzugeben. Von 1936 bis 1945 war er Zeichner für das Regierungsorgan „Social-Demokraten“ und nach 1945  für die KP-Zeitung „Land og Folk“. Bücher mit Bidstrups Zeichnungen wurden in der UdSSR in großer Zahl veröffentlicht. Er war als fortschrittlicher Künstler in der UdSSR sehr bekannt, weil er in seinen Karikaturen den kapitalistischen Westen anprangerte. Sein treffsicheren politischen Karikaturen und vergnüglichen Bildergeschichten machten ihn auch in der DDR zu einem beliebten Künstler. Für sein umfangreiches Schaffen wurde er in der Sowjetunion mit dem Rotbannerorden und mit dem Orden für Völkerfreundschaft geehrt.

Bidstrup Metamorphose
Metamorphose der Klassengesellschaft.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Wesen des Kapitalismus als sozioökonomisches System nicht verändert. Er basiert auf der gleichen Ausbeutung des Menschen durch den Menschen durch wirtschaftlichen Zwang zur Arbeit. Die Lohnarbeit für die Klasse, die die Produktionsmittel besitzt, ist nach wie vor die einzige Quelle für den Lebensunterhalt der großen Mehrheit der Weltbevölkerung. Eine Zeichnung des dänischen Karikaturisten Herluf Bidstrup veranschaulicht dieses Phänomen, das trotz allen technischen und technologischen Fortschritts über die Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Aber natürlich ist der „Marxismus veraltet“!

Siehe auch: https://art-dot.ru/herluf-bidstrup/

Klassengesellschaft: Bezeichnung für die in antagonistische Klassen gespaltenen Gesellschaftsformationen. Während die Eigentümer der Produktionsmit­tel in den Klassengesellschaften auch die politische Macht ausüben, wird die Mehr­heit des Volkes ökonomisch aus­gebeutet und politisch unter­drückt. Der Klassenkampf ist die Haupttriebkraft der Entwick­lung der Klassengesellschaft. Die Geschichte hat drei Klassengesellschaften hervorgebracht: die aus der Auflösung der Urgesell­schaft hervorgegangene Skla­venhalterordnung, den Feuda­lismus, den Kapitalismus. Der Kapitalismus ist die historisch letzte Form der Klassengesellschaft. In ihm ent­wickeln sich alle Voraussetzun­gen für den Übergang zum Sozia­lismus. Obwohl in der sozialisti­schen Gesellschaft noch zwei Klas­sen, die Arbeiterklasse und die Klasse der Genossenschafts­bauern, existieren, ist sie keine Klassengesellschaft mehr, weil diese Klassen nicht mehr in einem antagonistischen Verhältnis zueinander stehen und ihr sozialökonomischer Boden das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln ist, das allgemeine Volkseigentum und das genossenschaftliche Eigen­tum. Im Prozeß des umfassenden Aufbaus des Kommunismus wer­den durch den Übergang des ge­nossenschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln in allge­meines Volkseigentum auch diese beiden Klassen aufgehoben. Der Kommunismus ist eine klassen­lose Gesellschaft von sozial gleichgestellten Menschen.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1967, S. 333.

Klassengesellschaft

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