Wie werden Hetzartikel im Westen produziert?

Hetze AachenSchauermärchen haben Tradition, wenn es darum geht den Kommunismus, die Sowjetunion, Andersdenkende, und heute pauschal auch die DDR, als totalitär oder gar als nazifreundlich zu verleumden. Das anonyme Denunziantentum erlebt eine neue Blütezeit. Wenn in einem solchen Staat in den Gesetzblättern der Begriff „Volksverhetzung“ einen Extra-Paragraphen für sich beansprucht, ist das ganz gewiß ein Zufall. Für die eigenen Hetzschriften und die volksfeindliche Propaganda der bürgerlichen Massenmedien gilt ein solcher Paragraph freilich nicht. Warum? Weil der Staat das Machtinstrument der herrschenden Klasse ist. Da haben die staatlich bestallten Schreiberlinge völlige Narrenfreiheit, Haß und Hetze zu verbreiten.

 Warum? Weil das alte, verfaulende und aus allen Poren schmutz- und bluttriefende kapitalistische System nichts Besseres hervorzubringen weiß, als Beschimpfungen, Lügen und Verleumdungen – in der Hoffnung, den unberatenen Leser über die tatsächlichen Verhältnisse täuschen zu können. Die DDR-Zeitung „Neues Deutschland“ vom 21. Juli 1948 berichtete über folgenden Fall:

Wie man Antisowjethetze fabriziert

Köln, 20. Juli 1948 (ND). Die sozialdemokratische Zeitung „Aachener Nachrichten“ brachte vor einigen Tagen einen Hetzartikel m der „Leidensgeschichte“ der angeblich aus russischer Gefangenschaft geflohenen ehemaligen Schwesternhelferinnen des DRK, Anneliese Mager und Elisabeth Otto, 22 und 23 Jahre alt. Sie kommen angeblich direkt aus der Sowjetunion und verbrachten vier Jahre „als Zwangsarbeiterinnen in einem Bergwerk in Nikolajew unter grauenhaften Lebensbedingungen“.

„Anneliese hat nur noch ein Auge“, schildert die Zeitung, „das andere wurde ihr mit dem Gewehrkolben ausgeschlagen. Elisabeths rechte Wange ist in der Nähe des Mundes mit langen Narben bedeckt. Es sind die Messerstiche eines sowjetischen Offiziers, erklärte sie. Beide wollten sich nicht von den Russen mißbrauchen lassen. Es half ihnen nichts. Zu Beginn dieses Jahres gelang ihnen die Flucht. Anneliese spricht fließend russisch. Elisabeth spielte die Taubstumme. Russische Militärfahrzeuge (!) waren in der Hauptsache ihre Transportmittel. In der Ostzone hingen bereits ihre Bilder auf dem zuständigen Bürgermeisteramt (?). Nun irren sie durch Aachen. Sie suchen ein Unterkommen und eine Arbeitsmöglichkeit. Niemand hilft ihnen.

Die Frage: „Wie wurden Sie in der Sowjetunion behandelt?“ erübrigt sich beim Anblick ihrer Gesichter. Dieses ist die andere Seite. Das zwiefache und unverständliche Antlitz Rußlands sieht uns an. Wen werden wir anklagen die Russen oder das System? Jedoch bereits wenige Tage später konnte die Kölner „Volksstimme“ diese plumpe Schwindelgeschichte als wüste Hetze entlarven. Die polizeilichen Untersuchungen der Angelegenheit ergaben nämlich, daß es sich bei den beiden von den „Aachener Nachrichten zitierten jungen Mädchen um Landstreicherinnen handelt, wie sie auf den Straßen der Westzonen leider nicht selten sind. Während die eine wegen einer syphilitischen Erkrankung in ein Krankenhaus übergeführt werden mußte, wurde die andere vor den Schnellrichter gestellt.

Ihre in den „Aachener Nachrichten“ wiedergegebenen Schauermärchen haben sie nur aufgetischt, um Mitleid zu erwecken und um ihre Identität zu verschleiern. Das „ausgeschlagene“ Auge der Anneliese entpuppte sich als Folge einer Granatverwundung, die sie sich als Flakhelferin zugezogen hatte. Elisabeth ist Rheinländerin, die sich von ihrem Manne entfernt hat und bei irgendeiner dunklen Angelegenheit am Munde verletzt wurde. Beide sahen nie ein russisches Bergwerk. Sie lernten sich in Worms kennen und vagabundierten seitdem gemeinsam umher. Spekulierend auf die Einfältigkeit und Empfänglichkeit gewisser Westzonenbewohner für Antisowjethetze wandten sie ihren Schwindel gewinnbringend an.

Neues Deutschland, 21. Juli 1948.
Hier der Originalartikel:
480721 ND Antisowjethetze
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7 Antworten zu Wie werden Hetzartikel im Westen produziert?

  1. Johann Weber schreibt:

    Sascha313 vielen Dank, dass Du dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt hast. Diese Hetze gegen die DDR, gegen die Sowjetunion, die sich bei uns (Alt-BRD) schon in der 3. Bundestagssitzung am 22.9.1949 abspielte, darf nie in Vergessenheit geraten. Das trifft natürlich auf die gesamte DDR-Hetze, die nun schon 74 Jahre geführt wird. Leider auch in den ostdeutschen Bundesländern willig übernommen wurde, wenn nicht gar in deren Geschichtsbüchern Einzug gehalten hat.

    Das „Neues Deutschland“ vom 22. September 1959 berichtete darüber:

    Der Fälscher auf dem Kanzlerstuhl
    Heute vor zehn Jahren verbündete sich Adenauer im Bundestag mit Strolchen und Gaunern gegen den Frieden…
    An jenem 22. September 1949 sprach Max Reimann, Vorsitzender der KPD, die damals noch nicht von einem „von den Freiheitsrechten“ schwafelnden, die Freiheit vergewaltigenden Kanzler verboten war, im Bundestag.
    Max Reimann sagte u. a.: „Wir wollen in Frieden und Freundschaft mit allen Völkern leben und besonders mit den Völkern des Ostens und Südostens. Gerade die Revision stört nicht nur unser Verhältnis gegenüber Polen, sondern bedeutet in der endgültigen Konsequenz den Krieg. Das darf nicht sein, die Oder-Neiße-Grenze ist die Grenze des Friedens.

    Viel mehr durfte der Abgeordnete Reimann sein „Recht der freien Meinungsäußerung“ nicht in Anspruch nehmen, denn diesem Appell zum Frieden folgten sofort — wobei sich der inzwischen als größter Flegel der Bundesrepublik bezeichnete jetzige Kriegsminister Strauß hervortat — tumultartige Störversuche und Zwischenrufe der Kanzlerleute.

    Und gerade in dem Augenblick, da Strauß wieder einmal sein „Aufhören! Abtreten!“ brüllte, öffnete sich eine nur für Abgeordnete bestimmte Tür des Plenarsaals. Sie, sonst stets von Sicherheitsbeamten geschützt, gab zwei Strolchen in zerfetzter Kleidung und Holzpantinen den Weg frei, die sich stracks zur Rednertribüne begaben und unter Hinweis auf ihren verwahrlosten Zustand in den Saal riefen, sie seien so und soeben aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft gekommen.

    Ohrenbetäubender zustimmender Lärm bei der CDU/CSU-Fraktion zeigte deren Einverständnis mit dieser für den uneingeweihten vom Himmel gefallenen „Antwort“ auf die zum Frieden mit der Sowjetunion mahnenden Worte Reimanns. Als in diesem Augenblick der KPD-Abgeordnete Renner die Feststellung der Organisatoren der Provokation verlangte und dazwischen rief: „Gestern abend ist besprochen worden, daß dieser Mann hier dieses Theater vorzuspielen hat“, zerstörte der plumpe Strauß das Konzept einer Regie, die sich wohl Besseres ausgerechnet hatte: „Ihr sollt die Erfolge eurer Politik sehen!“

    Später wurde nachgewiesen: Der eine Siegfried Kluger — war ehemaliger Fürsorgezögling und Kriegsgefangener in — Ensland. Der andere — Tilo Wagner war ebenfalls nie in sowjetischer Gefangenschaft gewesen, sondern 1947 nach Westberlin geflüchtet, als er in Erfurt wegen eines Diebstahls gesucht wurde. Im Flüchtlingslager klaute er weiter. Das waren die Verbündeten Adenauers und Strauß schon damals bei der Gründung der „Bundesrepublik“

    Lassen wir über die Vorgeschichte der Provokation Prof. Albert Norden berichten, der in seinem Buch „Fälscher“ schreibt: „CDU-Abgeordnete hatten die beiden Gauner aufgespürt und am Vorabend des 22. September in die Kantine des Bundestages eingeladen. Hier trat Adenauer zu ihnen: „Ihr seid Gäste und habt Essen und Trinken frei!“ . . .

    Am anderen Morgen wurden die beiden Lumpen für ihre Vorstellung vor der Weltöffentlichkeit so ausstaffiert, wie sich eben der kleine faschistische Moritz „Rußland-Heimkehrer“ vorstellte.

    Die Eintrittskarten in den Bundestag händigte ihnen der damalige CDU-Bundestagspräsident Köhler auf Ersuchen Adenauers aus. Der Bonner Korrespondent der offiziellen britischen Reuter-Agentur sprach unmittelbar nach dem Skandal mit den beiden, die ihm ihre Einlaßkarten zeigten: Sie trugen die persönliche Unterschrift Adenauers und berechtigten, zum Unterschied von den  üblichen für die Zuhörertribünen bestimmten Ausweisen ausdrücklich zum Betreten des Sitzungssaales. Als sie ihr Pensum absolviert hatten, erhielten sie vom Bundeskanzleramt
    je 50 D-Mark und wurden von Kopf bis Fuß neu eingekleidet. Zahlreiche CDU Abgeordnete drängten sich gratulierend um das unheilige Paar und veranstalteten eine Geldsammlung, deren beträchtlichen Ertrag die beiden schmunzelnd kassierten.“

    Mit einer üblen Fälschung und Lüge also trat der Adenauer-Staat ins Leben. Er ist sich selbst treu geblieben, und zwischen Adenauer und den beiden Bundestagsstrolchen, dem Schwindler Jädicke, dem Nachrichtenfälscher Stephan und ähnlichem Gelichter bestehen nur Unterschiede in der Gehaltsgruppe. Behauptete Adenauer nicht erst jüngst in seinem Schreiben an Chruschtschow, es gebe keinen Revanchismus in seinem Staat? Sprach er nicht erst vorgestern wieder von Freiheit, obwohl die KPD und viele Friedensorganisationen verboten sind? Sprach er nicht von freier Meinungsäußerung, obwohl gegen Kommunisten und Friedenskämpfer, gegen Hagemann, gegen Wegner, gegen Agartz, gegen verständigungsbereite Sozialdemokraten und Gewerkschafter Hexenjagden organisiert werden? Papier und Rundfunkwellen sind geduldig.

    Und so berichtet die „Mittelbayerische Zeitung“ über diese Bundestagssitzung:

    Mittelbayerische Zeitung vom 24.9.1949

    Kriegsgefangene gegen Reimann
    ap. Bonn. Zwei deutsche Rußland-Heimkehrer, die während der Debatte über die Regierungserklärung in den Plenarsaal des Bundestages gelangten, unterbrachen die Rede des kommunistischen Abgeordneten Max Reimann. Nachdem Reimann das Haus durch seine Ausführungen über die Beibehaltung der Oder—Neiße-Grenze in helle Aufregung gebracht hatte, erschienen die beiden Heimkehrer in ihren zerschlissenen Uniformen im Saal und gingen auf das Rednerpult zu. Einer der Heimkehrer stieg auf das Rednerpodium und deutete auf seine zerschlissene Kleidung. Er erklärte, er wurde von den Russen bei Stalingrad gefangengenommen und sei erst vor kurzem entlassen worden. „Kein Heim und nichts zu essen“, rief er aus. „Und dann soll man diesen Mann in dieser Weise reden hören. Wenn ich ihn kriegen könnte, würde ich ihm den Hals umdrehen.“ Im Plenarsaal herrschte helle Aufregung. Mit dem Ausruf: „Das ist eine organisierte Propagandademonstration“ lief der kommunistische Abgeordnete Heinz Renner zum Rednerpult. Reimann stand inzwischen bewegungslos da. Bundestagspräsident Köhler rief unter ständigem Schwingen der Glocke das Haus zur Ordnung und wandte sich an Reimann mit den Worten: „Die Mehrheit des Hauses hat durch diese Demonstration gezeigt, daß es die Oder—Neiße-Linie nicht als endgültige Grenze betrachtet.“ Die beiden Heimkehrer wurden darauf aus dem Saale geleitet

  2. Johann Weber schreibt:

    Noch zwei Beispiele:
    Entnommen aus der Niederbayerischen Zeitung vom 30. Juli 1948
    „KZ mitten in Berlin
    Berlin, 28. Juli (MZ-g.m.). Mitten Im Berliner Stadtgebiet, in der Freienwalder Straße In Hohenschönhausen befindet sich ein von den Sowjets eingerichtetes Konzentrations- Lager, wie der „Sozialdemokrat“ von entlassenen Häftlingen erfahren hat. Die Zustände dieses Lagers entsprechen völlig den der Nazi-KZ’s. Nach der Einlieferung werden die Häftlinge nackt verhört und solange mißhandelt, bis sie die gewünschten Geständnisse ablegen. In besonderen Strafzellen, die nur 45X45 cm groß sind und einen ausgerundeten Zementfußboden besitzen, müssen die Gefangenen mehrere Tage stehend zubringen, nachdem sie 2 Liter Tee zu trinken erhielten. Es Ist ihnen verboten, ihre Notdurft außerhalb der Zelle zu verrichten, so daß sie bald in eigenem Unrat stehen. Die normale Arbeitszeit beträgt 15 Stunden bei mangelhafter Verpflegung. Täglich sollen 30-40 Todesfälle zu verzeichnen sein. Wer entlassen wird, erhält vorher Sonderverpflegung und eine Geld- entschädigung von 1-3000 DM, sowie ein Lebensmittelpaket. Dafür muß eine Schweigeverpflichtung unterzeichnet werden.“

    Entnommen aus der Niederbayerischen Zeitung vom 10. August 1948
    „Lieber in ein NAZI KZ….
    Berlin, 8. August (MZ – g. m.). Mehrere aus den Zwangslagern der Ostzone entlassene Internierte, berichteten auf einer Freiheit-Kundgebung in Berlin über ihre Erlebnisse als politische Gefangene der SMA. Danach bestehen insgesamt 13 Zwangslager in der sowjetischen Besatzungszone, darunter so berüchtigte wie Buchenwald und Sachsenhausen. Ein Häftling, der lange in einem Nazi-KZ gewesen war, erklärte: «Lieber 6 Jahre Sachsenhausen unter den Nazis, als 6 Wochen in diesem neuen Jammerlager.“ Männer, Frauen und Kinder zwischen 12 und 82 Jahren befinden sich in dem Lager Mühlberg. Schläge und Vergewaltigungen gehörten ebenso zur Tagesordnung wie etwa 20—30 Todesfälle täglich. In den Internierungslager der Ostzone sind vor allem im Winter 1945/46 viele tausend Häftlinge verstorben, wie die jetzt entlassenen Internierten übereinstimmend berichten. Die Toten wurden in Massengräbern beigesetzt, ohne daß Verstorbenenlisten geführt wurden. Die Entlassenen haben Dutzende und Hunderte von Namen und Anschriften der Toten auswendig gelernt, um die Familienangehörigen benachrichtigen zu können.“

    Sind das nicht bekannt menschenverachtende Hetzartikel?

    Folgender Artikel bringt Klarheit, wer und warum solche grauenhafte Hasspropanda täglich in den Zeitungen in der Alt-BRD erschienen sind. Ich stelle mir die Frage: „Hat sich seit dem 9.10.1989 daran etwas geändert?

    Berliner Zeitung vom 10. August 1960:
    „Ich wurde gefoltert!“
    Sensationsberichte — und wie sie gemacht werden
    Von HORST CZERNY
    Als ich kürzlich mit der U-Bahn von Stadtmitte zum Bahnhof Friedrichstraße fuhr, saß neben mir ein älterer, ehrenwerter Herr, offensichtlich ein westberliner Pensionär, der aufmerksam eines der sattsam bekannten Revolverblätter studierte. Sein Gesichtsausdruck verriet Unmut, was sicherlich von dem Artikel herrührte, dessen fette Balkenüberschrift sofort ins Auge fiel: „In den Klauen des SSD!“ (Bonner Bezeichnung für die Sicherheitsorgane der DDR). Seine Begleiterin, die eifrig mitlas, flüsterte ihm zu: „Da sieht man’s wieder“.
    Dasselbe sagte ich mir auch ….
    Im Jahre 1948 war ich Volontär der „Niederbayerischen Nachrichten“ in Straubing, einer Tageszeitung auf „Christlich-bürgerlicher Grundlage“. Ich wollte Redakteur werden, und ich war der Meinung, in dieser Redaktion auf dem richtigen Dampfer zu sitzen.
    Meine Meinung änderte sich bald; genauer: an jenem Tage, da ich einsehen mußte, daß die Liebe zur journalistischen Wahrheit sich in der westzonalen Presse keiner sonderlichen Pflege erfreut. An jenem Tage nämlich kam unser Chef vom Dienst, Dr. Karl-Heinz Lange, heute Chefredakteur der „Bayerischen Staatszeitung“ in München, in die Redaktion und verkündete atemlos, er habe soeben vom Oberbürgermeister und vom amerikanischen Stadtkommandanten eine ordentliche Standpauke zu hören bekommen. Der Grund: „Seit acht Tagen haben wir keine einzige Zeile gegen die Ostzone gebracht. Man verdächtigt uns schon kommunistenfreundlich zu sein. Für die morgige Nummer brauchen wir einen Knüller. Hat einer was in petto?“

    Mein damaliger Kollege Oscar Hatz hatte etwas. Und mit dem „Knüller“, den er für die nächste Ausgabe schrieb, hat er sein Meisterstück geliefert, das ihn befähigt, heute bestens dotierter Mitarbeiter des berüchtigten „Radio Freies Europa“ zu sein.
    Der Artikel trug vielversprechende Überschrift „Ich wurde vom SSD gefoltert!“ Darin war von einem beklagenswerten Tropf die Rede, der angeblich aus einem nichtigen Anlaß in der damaligen sowjetischen Besatzungszone verhaftet und grausam zugerichtet worden war: Beamte der Sicherheitsorgane hätten ihm glühenden Draht in die Fußsohlen getrieben, seinen armen Rücken mit Stahlruten bearbeitet und was es an dergleichen Torturen mehr gibt, die uns aus den mittelalterlichen Hexenprozessen geläufig sind,
    Der Artikel erregte ungeheures Aufsehen, aber jeder in der Redaktion wußte, daß er von Anfang bis Ende erstunken und erlogen war. Hatz machte auch kein Hehl daraus. Zudem kannten wir alle das „Opfer“: Ein junger wendiger Mann namens Hans-Jürgen Wischnewski war von Berlin nach Straubing gekommen und brauchte dringend Geld: denn man schrieb Juli 1948, und die sogenannte Währungsreform war erst ein paar Wochen alt.
    Auf Kosten der Redaktion wurden ihm fünfzig Mark ausgehändigt, dazu ein Anzug und ein paar Schachteln Zigaretten. Und da besagter Wischnewski nun schon als „Opfer des Polizeistaates der Zone“ eingeführt war, gab man ihm auch einen Posten — er durfte die Gelder des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Straubing verwalten. Indes, diese Tätigkeit währte nicht lange, weil bald darauf etliche Hundertmarkscheine fehlten. Jahrelang war es dann still um den wendigen jungen Mann aus Berlin. Heute ist er Bundestagsabgeordneter der SPD und gehört zu jenen wüsten Hetzern in der rechten SPD-Führung, die die wahren Interessen unseres Volkes mit Füßen treten.
    Der Oscar Hatz aber hat diese Art von Journalismus zum geschäftlichen Prinzip erhoben. Er lebt heute ausschließlich von „Knüllern“ solcher und ähnlicher Beschaffenheit, und er verfaßt sie am laufenden Band für „Radio Freies Europa“, für die „Isarpost“ in Landshut und für das Nürnberger „8-Uhr-Blatt“.
    Geld stinkt nicht, und die Wahrheit gehört nun einmal nicht zum Handwerkszeug geschäftstüchtiger Scribenten der Westzone.

  3. Johann Weber schreibt:

    Nachtrag:
    Ich könnte hunderte solcher menschenverachtender Hetzartikel, gegen die DDR, gegen die Sowjetunion, usw. liefern.

  4. Johann Weber schreibt:

    Zum Abschluss:

    Zur Gründung der DDR am 7.10.1949 hetzte die Wochenzeitung „die Zeit“ in einer sehr schlimmen Art und Weise:

    „Moskaus Bastard-Regierung
    Von Tgl.–,
    6. Oktober 1949,
    Der stellvertretende sowjetrussische Außenminister Gromyko hat den Botschaftern der Westmächte in Moskau eine ausführliche und durchaus scharfe Note übergeben, in der die Errichtung des westdeutschen Bundesstaates als ein Verstoß gegen das Potsdamer Abkommen und als die Krönung einer von langer Hand geplanten gegen Sowjetrußland, gerichteten Kriegsvorbereitung bezeichnet wird. Die Note endet mit einer auf typisch Moskauer Weise verklausulierten Erklärung, daß nämlich durch die Aufstellung der Bonner Regierung eine Lage entstanden sei, die die Erfüllung der Verpflichtungen – aus dem Potsdamer Abkommen von 1945 „zu außerordentlicher Bedeutung erhöbe“. Drohende Noten des Kremls pflegen dunkel und undeutlich auf eine „neue Lage“ hinzuweisen, ohne sie im einzelnen zu definieren; so geschah es im Falle Belgrad, so geschieht es im Falle Bonn. Um so unmißverständlicher ist regelmäßig die befohlene Begleitmusik. Auch diesmal hat sie prompt eingesetzt. Die Ebert, Ulbricht, Grotewohl, Pieck sowie Hitlers Generale Müller und Lenski haben laut die Einsetzung einer Sowjetzonenregierung verlangt, selbstverständlich – und dies wurde ihnen auch von ihren russischen Herren Semjonow und Tulpanow bereits gewährt – ohne daß Wahlen abgehalten werden, vor denen nun einmal deutsche wie russische Kommunisten eine erklärliche Scheu haben.

    Daß sich in der Sowjetzone durch die offizielle Einsetzung einer Regierung an den vorhandenen Machtverhältnissen irgend etwas Wesentliches ändem könnte, ist nicht anzunehmen. Die Zentralverwaltung des Innern, die Deutsche Wirtschaftskommission und das Politbüro der SED haben bisher nach Karlshorster Anweisungen diktatorisch geherrscht und werden dies weiter tun, auch wenn sich irgendwelche Verwaltungsorgane in Zukunft als Regierungsstellen bezeichnen sollten. Anders allerdings verhält es sich mit den auswärtigen Beziehungen. Zu Rußland und den Kominformländern zwar dürften sie bleiben, wie sie sind, wenn auch hier vielleicht die bereits Vorhandenen Bindungen andere Namen erhalten, etwa durch „Staatsverträge“ ersetzt werden könnten. Anders aber verhält es sich mit den Beziehungen zum deutschen Westen.

    Bisher, solange die Behörden der Sowjetzone sich selbst als von der Besatzungsmacht ernannte zentrale Verwaltungsstellen bezeichneten, konnten von den westdeutschen Regierungen mit ihnen Verhandlungen geführt und gewisse Verabredungen getroffen werden. Sobald es aber diesen Sowjetverwaltungen einfällt, sich Deutsche Regierung zu nennen, dann besteht für alle westdeutschen Stellen die Pflicht, die Legitimität dieser Regierung nachzuprüfen. Ist sie nicht aus freien Wahlen hervorgegangen, kann sie unmöglich anerkannt werden. Damit aber stellt sich von selbst die Frage, mit welcher Instanz der Sowjetzone wir dann noch verhandeln und Verträge abschließen können. Mit den kommunistischen Diktatoren doch wohl keinesfalls, denn das hieße ja, sie anerkennen. Daß dies aber niemals geschehen darf, soviel sollten wir aus der Hitler-Zeit gelernt haben. Im Gegenteil, solange in der Sowjetzone nicht freie Wahlen durchgeführt werden, hat jede deutsche Regierung im Westen die: Pflicht, alles, zu tun, um die kommunistischen Usurpatoren von Karlshorsts Gnaden zu stürzen.
    Tgl.“
    https://www.zeit.de/1949/40/moskaus-bastard-regierung

    Seit 10. März 1952 lag die Stalin-Note auf dem Tisch. In der Fraktionssitzung der FDP vom 1. April 1952 wurde folgendes protokolliert:

    „1. April 1952: Fraktionssitzung – Teil 1
    ADL, Bestand Wolfgang Mischnick, A40-735. Überschrift: »Kurzprotokoll Nr. 180 der
    Fraktionssitzung am 1. 4. 1952«. Zeit: 10.15–18.15 Uhr. Vorsitz: Euler. Anwesende
    Fraktionsmitglieder: 43.

    Dr. v. Rechenberg führt zu dem SPD-Antrag aus, daß seines Erachtens die Freiheit vor Einheit gehe, ja daß sie geradezu die Prämisse für sie sei. Solange die Russen in der Ostzone seien, gebe es seines Erachtens keine Freiheit und keine Einheit. Er lehne den Begriff »Wiedervereinigung mit der Ostzone« ab. Die Ostzone müsse befreit und uns angegliedert werden. Man dürfe solche Unterschiede nicht unberücksichtigt lassen.
    Man müsse aber den Mut haben, die Dinge darzustellen, wie sie sind.“
    https://fraktionsprotokolle.de/fdp-01_1952-04-01-t1015_EP.xml?action=search&view=page&odd=fraktionsprotokolle.odd

    Im Sozialdemokratischen Pressedienst vom 15.9.1961 gab die SPD folgende menschenverachtende Meldung an die Empfänger dieses Pressedienstes:

    „Ulbrichts »Volkszählung der 99%“
    Von Stephan Thomas, Leiter des Ostbüros der SPD
    […] unter den Bedingungen des Massenterrors ist Pankow gezwungen, die „Volkswahlen“ als KZ-Wahlen, hinter der Schandmauer um Berlin unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Der Widerstand hat die Demonstration Ulbrichts in ihr Gegenteil verkehrt; sie zeugen eindeutig und ohne Einschränkung gegen das Regime des Terrors.“

    Klicke, um auf 610915.pdf zuzugreifen

    Ich habe an den SPD-Spitzenpolitiker Eppler geschrieben und gefragt: Warum verwendete damals die SPD-Führung dieses Begriff „KZ-Wahlen“?
    Steht der Begriff „KZ“ nicht für die Massenvernichtung, begangen von Nazideutschland ?
    Hatten die Verantwortlichen in der Baracke, keine Skrupel mit diesem Begriff gegen die Menschen in der DDR zu hetzen ohne daran zu denken, dass Tausende von Genossinnen und Genossen in den KZ´s vernichtet wurden?

    Er hat mir wie folgt geantwortet: „..das war der Kalte Krieg. Ich fand, dass auch wir oft den richtigen Ton verfehlten, vor allem Stephan Thomas. Später wurde das Ostbüro aufgelöst.“

  5. dortmunder09 schreibt:

    Hallo Sascha
    Ich habe mal eine für mich sehr wichtige Frage an dich. Du hast ja auch in der ehemaligen DDR gelebt meine Frage an dich: Wieso und warum ist die DDR zusammengebrochen? Warum gibt es die DDR nicht mehr? Und warum haben die Menschen in der DDR den Zusammenbruch nicht verhindert? Wenn doch so viele Leute ein gutes Leben in der DDR hatten,warum haben diese Leute dann nichts gegen den Zusammenbruch getan?

    Ich habe leider nie in der DDR gelebt,ich bin im Ruhrgebiet in Dortmund aufgewachsen. Hier im Westen haben sie uns beigebracht das die DDR ein böser Staat ist,der sein Volk unterdrückt. Ich habe diese Propaganda nie geglaubt!! Ich bin Sohn von Kroatischen Gastarbeiter,und meine Eltern haben mir immer erzählt das die DDR nicht viel anders wie das ehemalige Jugoslawien war.

    Mich würde aber interessieren,warum das DDR Volk nichts gegen den Zusammenbruch unternommen hat. So lieber Sascha,,ich wünsche dir ein Frohes Weihnachtsfest,und würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    LG: Damir

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Damir! Auch Dir ein gesundes und hoffentlich friedlicheres Neues Jahr. Die DDR ist nicht „zusammengebrochen“, wie die bürgerlichen Massenmedien ständig wiederholen. Sie wurde mutwillig zerstört. Die Geschichte der Zerstörung des Sozialismus beginnt aber nicht erst 1990 sondern schon im Jahre 1953 mit der Ermordung Stalins. Die Menschen in der DDR wurden sozusgaen „ausgetrickst“. Das fing 1980 mit Gorbatschow an, der uns von der sowjetischen Führungs-Clique als „Reformer“ verkauft wurde und endete mit einem „Deal“. Im Zuge dessen wurden die Staatsfeinde der DDR und die „Gorbatschowisten“ mit Krenz und Co. an die Macht gebracht und westliche Usurpatoren (Besatzer) übernahmen ohne Waffengewalt die Macht in der besetzten DDR.

      Mit Jugoslawien ist das etwas komplizierter. Tito war ein Antikommunist, wurde aber von Chruschtschow „rehabilitiert“ und als „lieber Genosse Tito“ in Moskau mit allen Ehren empfangen. In der Sowjetunion gab es noch ein Referendum gegen die Aufteilung und Zerschlagung der Sowjetunion. Doch am Ende gelang es den sowjetischen Kommunisten nicht, dieses revisionistische Gesindel unter Gorbatschow und Jelzin zu liquidieren. Such mal in den bisherigen Beiträgen – dazu gibt es zahlreiche Erklärungen. Suche mal nach „Enver Hoxha“, „Tito“ und „Chruschtschow“! (rechts oben Suchbegriff eingeben!)

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