Der Alltag, der Imperialismus und die Moral…

rushhourWenn uns die herrschende Klasse heute vorgaukeln will, die Menschen hätten in Deutschland noch nie so einen hohen Lebensstandard gehabt wie heute, noch nie sei die Arbeitslosigkeit auf so einem niedrigen Niveau gewesen wie heute, so ist das eine glatte Lüge. Es sei „Jammern auf hohem Niveau“, sagen die einen, die hochbezahlten Angestellten, die in den Büros und Kanzleien, diejenigen, die pünktlich um Vier nach Hause gehen, die in den Redaktionen und Amtszimmern… Doch fragen sie mal eine Mutter, die zwei oder drei Kinder zu versorgen hat und nicht weiß, wo sie am Monatsende das Geld hernehmen soll. Oder fragen sie mal einen Monteur oder Kraftfahrer, einen der Hunderttausend Pendler, die schon vor Sonnenaufgang über die Landstraßen hetzen und erst bei Anbruch der Dunkelheit zurückkehren, um dann todmüde ins Bett zu fallen, denn der nächste Tag verläuft genauso… Fragen Sie mal einen Lehrer, wenn die Hälfte der Kollegen erkrankt ist und nur noch vier Tage in der Woche Unterricht stattfindet – fragen Sie ihn mal, wie er sich fühlt!

Eine tiefe Krise

Der Imperialismus ist von einer tiefen moralischen Krise erfaßt. Als Bestandteil der alle Bereiche dieser Ausbeuterordnung erfassenden, allge­meinen Krise ist sie unüberbrückbar und bringt die sich ständig verschär­fenden Widersprüche des staatsmonopolistischen Kapitalismus in beson­ders brutaler und antihumaner Weise zum Ausdruck.

Der moralische Verfall

Der moralische Ver­fall des imperialistischen Systems äußert sich in der Degradierung der Werktätigen zu bloßen Objekten der Ausbeutung und Manipulierung, in der durch aggressive Politik und Kriegshysterie ständig anwachsenden Bru­talisierung des öffentlichen Lebens, in der umfassenden Kriminalisierung, in der Kinderfeindlichkeit und der Isolierung der Alten und Kranken, in der Verherrlichung von Horror, Pornographie und Rauschgift.

Gleichgültigkeit

Die zwi­schenmenschlichen Beziehungen werden von der Jagd nach Profit und der Gleichgültigkeit gegenüber den Lebensinteressen der Werktätigen be­stimmt; in dieser Gesellschaft hat die Bourgeoisie, wie Marx und Engels im „Manifest der Kommunistischen Partei“ schrieben, „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen, als das nackte Interesse, als die gefühllose ,bare Zahlung’“.


Wo liegen die Ursachen?

Die Quellen imperialistischer Unmoral liegen weder im technischen Fortschritt noch in der Natur des Men­schen begründet, wie bürgerliche Ideologen behaupten. Sie liegen vielmehr in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen, in der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, in der antagonistischen Klassenspaltung. Moralische Appelle fruchten da wenig. Der moralische Verfall im imperia­listischen System, der sich deformierend auf die Werktätigen auswirkt, kann nur durch eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse beseitigt werden, so wie sie sich in den sozialistischen Ländern vollzogen hat.

Was ist der Ausweg aus der Krise?

Die Entwicklung des Sozialismus bringt jedoch nicht automatisch den Sieg der sozialistischen Moral mit sich. Nur durch eine systematische, geduldige, verständnisvolle Erziehung, die von der marxistisch-leninisti­schen Partei, vom sozialistischen Staat, von allen gesellschaftlichen Organi­sationen in Politik, Wissenschaft und Kultur, in Schule und Elternhaus geleistet werden muß, kann sich schließlich die qualitativ neue, die soziali­stische Moral durchsetzen.


Die Monopolbourgeoisie…

monopolbourgeoisie391

Wer anders als die Arbeiterklasse
sollte sie stürzen?

Quelle: Staatsbürgerkunde, Klasse 11/12, Dietz Verlag Berlin, 1979, S.505 und S. 391.
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14 Antworten zu Der Alltag, der Imperialismus und die Moral…

  1. R.R. schreibt:

    Danke!
    Die Fragen, die z.B. Talkshow Moderatoren ihren Studiogästen stellen sind so grenzenlos dumm, daß einem dazu gar nichts mehr einfällt, außer auf den roten Knopf zu drücken.
    Aber letztendlich passt das alles ja auch in die Landschaft der Propagandamedien einer politisch rückständigen Gesellschaft die von der Unwissenheit ganzer Völker lebt.
    Und auch ein Bundesbürger der, infolge mangelhafter Geschichtskenntnisse an Parteiprogramme glaubt ist eine Stütze dieses Systems — Nur ist ihm das nicht klar! (Erich Weinert, Emil Pelle)
    Schöne Grüße

  2. Ulrich Schliz schreibt:

    Es ist klar, dass das kapitalistische System schon durch seinen blosen Charakter solche Zustände erzeugt. Zusätzlich bin ich der Meinung, dass es nicht nur diese dem System innewohnende Entwicklung ist, sondern, dass das auch mit Mitteln der Massenpsychologie (PSY-OP) bewusst von bestimmtem Kräften mit wissenschaftlichen und kriminellen gefördert wird. Weltweit! Und soll mir hier keiner mit „Verschwörungstheoretiker“ oder anderen Biedermannausreden kommen.

  3. Atomino schreibt:

    Auch ein blindes Huhn folgt dem Korn. je blinder, desto folgsamer. Traurig, dass ich erst jetzt, über 30 Jahre nach meinem Schulabschluss realisiere, was uns damals zu vermitteln versucht wurde. Aber ich bin unendlich dankbar darüber, eine materialistische Weltsicht durch den polytechnischen Unterricht vermittelt bekommen zu haben. Die Klassengegner haben das natürlich auch drauf, mit ihren eigenen Waffen (und Schulbüchern) . Aber der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, auf dialektischer Ebene. Es sei denn, wir rotten uns selber aus. Das wäre dann die sogenannte absolute Wahrheit. Wenn es niemanden mehr gibt, der über Sinn und Irrsinn noch nachdenken kann.Kapitalismus tötet !

    • R.R. schreibt:

      Hi Atomino,
      Resignation heißt ja nicht, sein Klassenbewusstsein aufzugeben. Aber die meisten Ossis unserer Altersklasse können sich kaum vorstellen, wie dumm Bundesbürger sind. Die sind politisch genauso zurückgeblieben wie die ganze Rebublik. Von Klassen haben die keine Ahnung, geschweige denn von Klassenkampf.

      PS: Atomino, war das nicht der lustige kleine Kobold aus der Frösi, der uns über die verschiedenen Nutzungsarten der Atomenergie aufgeklärt hat 😉

  4. Atomino schreibt:

    „Die Forderung, die Illusion über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf.“

    soviel wahres dran. Marx bezog sich zwar auf die Religion, aber gerade heuer, wo mit billiger (Flüchtlings) Polemik ganze Länder stramm rechts marschieren, gewinnt das ganz neue Bedeutung. Deutschland braucht und benutzt seine Flüchtlinge, um von den wirklichen Problemen abzulenken.
    Wie erzeugen wir ein neues, klares Klassenbewusstsein in diesem Heer aus abgehängten, verzweifelten und auch schon reichlich resignierten ?

    • sascha313 schreibt:

      Tja, eine Antwort gibt es da wohl kaum. Fakt ist allerdings, daß die heutigen Umstände ebenfalls ein Klassenbewußtsein erzeugen, je mehr das Proletariat sein Erfahrungen mit dem (ohnehin notwendigen) Klassenkampf macht.

    • Sicher gibt es auf dieses Wie? keine formelhafte Antwort. Da ich jedoch erkenne, dass Marx und Engels, Liebknecht d. Ä., Lenin, Luxemburg, Liebknecht d. J,, Stalin, Mao uva. dieses Problem auch hatten, empfehle ich regelmäßig Was tun? von Lenin zu lesen, da sich Lenin in diesem Handbuch bereits mit all den zerstörerischen Strömungen innerhalb des Sozialismus auseinandergesetzt hatte, die es auch heute noch gibt und mehr Schaden in unseren Reihen anrichten, als es sich die Kapitalisten auch nur hätten träumen lassen.

      Mit anderen Worten wir alle – auch ich müssen uns standig der eigenen Klasse bewusst bleiben, damit wir nicht selbst zum Opfer all der Strömungen werden, wie: Ökonomistentum, Reformismus, Revisionismus, Opportunismus, Trotzkismus, Liberalismus usw.

      Und was das Wie angeht, dazu äußert sich Lenin in seinem Handbuch auch:

      Eine eigene Zeitung (heute würde er sicher das Internet dafür nutzen), Aufklärung durch Handzettel (heute würde auch er darauf nicht verzichten), Agitation, aber vor allem Enthüllungen – nicht nur über die weltbewegend großen Verbrechen des Kapitalismus, sondern die scheinbar unbedeutenden des tagtäglichen Lebens und zwar in allen gesellschaftlichen Bereichen, seien es die Sanktionen bei Hartz IV., sei es, dass es einem fast unmöglich ist sein Recht durch Klage bei einem Gericht durchzusetzen, weil die Verfahren derart teuer sind, dass wenn man sie verliert schon nahezu daran pleite geht, sei es das betrügerische Rentensystem in das die Arbeiterklasse hier über 40% der Bruttolohnsumme (inklusiv der Beiträge, die über verschiedene Steuern indirekt „Ökosteuer“etwa) bezahlt, um am Ende des Arbeitslebens 48% des letzten Nettos => in Wirklichkeit jedoch nur 28% auf seine eigenen Beiträge erhält; nicht bezahlbarer Wohnraum, kein entsprechender Wohnraum für Familien mit vielen Kindern, viel zu hohe Fahrtkosten im ÖPNV und Fernverkehr, absurd hohe Kosten für Energie … ein weites Feld, die Menschen über das System aufzuklären und dadurch ein Bewusstsein für die eigenen – die Arbeiterklasse – zu schaffen!

    • II.
      Wie erzeugen wir ein neues, klares Klassenbewusstsein in diesem Heer aus abgehängten, verzweifelten und auch schon reichlich resignierten ?

      Das mag sich hart anhören, aber bei resignierten Menschen — die zudem meistens an einer Stoffwechselerkrankung, die mit Depression bezeichnet wird (weil nur auf das Äußere, aber nicht auf die Ursache geschaut wird) — hilft nur eine medikamentöse Behandlung, die von einer Therapie begeleitet werden sollte: Sie sind dem Klassenbewusstsein sonst so gar nicht mehr zugänglich.

      Bei den Verzweifelten verhält es sich sehr ähnlich.

      Die Abgehängten sind dem weitaus zugänglicher, da es bei ihnen möglich ist, sie überhaupt noch aufklären zu können, obwohl auch diese Menschen derart von der kapitalistischen Propaganda in ihrem Denken verblödet wurden, dass es kein Leichtes ist: Da braucht es so geduldige Menschen wie hier unseren Genossen “Sascha“, der sich auch von all den Angriffen — selbst von denen, die sich für Kommunisten oder Sozailisten halten — nicht beeindrucken lässt und seit Jahren – trotz aller Anfeindungen – von denen er wenig mitbekommt, weil er etwa aus guten Grunde auf FB verzichtet, Aufklärung betreibt.

      Doch liegt bei den Abgehängten ein großes Plus vor: Sie wissen, wem sie ihre Abgehängtheit zu “verdanken“ haben und können daher nicht mehr vom Kapitalistischen System erneut überzeugt werden. Ja, selbstverständlich scheuen verbrannte Kinder das Feuer, weshalb es nicht leicht ist, ihnen den Sozialismus nahezubringen.

      Ach, um keine Mißverständisse aufkommen zu lassen: Ich gehörte selbst zu dem Heer der abgehängten, verzweifelten und auch schon reichlich [mehr als] resignierten Menschen, der 50 Jahre – also fast mein ganzes Leben – an der Stoffwechselerkrankung “Depression“ gelitten hatte.

  5. Atomino schreibt:

    Es ist doch kein Klassenbewusssein mehr. Nur noch ein Treten nach den schwächeren. Lasse mich gerne korrigieren, um ein wenig Hoffnung zu schöpfen.

    Atomino

  6. Atomino schreibt:

    ich nehme die ganze Sache relativ locker, auch wenn da viel Verzweiflung mitspielt.
    „Das stärkere Geschlecht ist das schwächere wegen der Schwäche des strärkeren für das schwächere“. Die Sklaven haben auch uhre Unterdrücker überlebt und der Triumph wird unser. Mögen die morschen Gebeine in ihren milliardenschweren „Unternehmungen“ sich vor Angst in die Hosen scheißen. Wir sind eure Totengräber. Und manchmal schmunzeln wir sogar dabei. Lohnsklaven aller Länder, verständigt euch !

    • sascha313 schreibt:

      Bien dit! Gut gesagt! Aber woher schöpfen wir unseren historischen Optimismus? Ich denke, auch die Gesellschaft ist den allgemeinsten Gesetzmäßigkeiten der Dialektik unterworfen. Auch sie wird sich verändern. Nur – daß wir als Menschen eben beeinflussen können, wohin die Geschichte führt. Kein Autofahrer würde sagen: „Is mir doch, egal wohin die Karre fährt“.

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