Die deutschen Nazis ließen sich die Deportation griechischer Juden von Griechenland ins KZ Auschwitz auch noch BEZAHLEN …

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Herbert Shenkman – ein Überlebender der Nazideportationen (Foto: Zug der Erinnerungen)

Gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Zug der Erinnerung“ und der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki fordern wir von der Deutschen Bahn AG und ihrer Eigentümerin, die verzinsten Fahrtkosten für die Massendeportationen aus Griechenland nach Auschwitz und Treblinka in vollem Umfang, ohne Umwege und unverzüglich an die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki zurückzuerstatten.

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…eine Fahrkarte nach Auschwitz – die Deutsche Bahn kassierte ab!

In eigener Sache
25.04.2015
KÖLN
Vor zehn Jahren unterstützte german-foreign-policy.com eine kleine Bürgerinitiative, die sich dem Vergessen der Deutschen Bahn AG entgegenstellte. Daraus wurde der „Zug der Erinnerung“. Unsere journalistische Arbeit half mit, das größte deutsche Staatsunternehmen zu einer Auseinandersetzung mit der Geschichte zu zwingen: die Geschichte einer millionenfacher Beihilfe zum Massenmord auf dem europäischen Schienennetz. Es war (und ist) die Geschichte deutscher Hegemonie auf dem Kontinent und der dabei in Kauf genommenen fürchterlichen Konsequenzen.

Um vor der deutschen Hegemonie zu warnen, ist german-foreign-policy.com gegründet worden. Dieser selbst gestellte journalistische Auftrag gilt erst recht, seitdem Deutschland Europa erneut dominiert, ohne das Erbe der vergangenen Versuche abzutragen. Beispielhaft für diese Weigerung und erschreckend zugleich ist das deutsche Vorgehen in Griechenland. Die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki muß vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Deutschland klagen (und wird dort abgewiesen), weil Berlin das erpresste Lösegeld für 10.000 griechische Juden aus Thessaloniki nicht zurückzuzahlen will. Damit nicht genug: Die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki muß sich an die deutsche Zivilgesellschaft wenden, um vom deutschen Staat noch viel weitergehende Schuldenpflichten einzufordern: die Gelder für die Tickets in den Tod, die 58.000 Menschen kaufen mußten, um mit der Bahn aus Griechenland nach Auschwitz deportiert und dort ermordet zu werden. Berlin hat diese Verbrechen keineswegs vergessen. Im Gegenteil. Der deutsche Staat, repräsentiert durch das Auswärtige Amt, will es sich bewußt offenhalten, von der Ahndung für diese Morde sowohl jetzt als auch in aller Zukunft als befreit zu gelten. Aus der juristischen Abwehr, die nicht nur der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki entgegenschlägt, steigt eine Drohung auf: Deutschland habe die Schuldenbillionen seiner hegemonialen Untaten nicht zu fürchten; Deutschland sei unverletzbar und stets in der Lage, wie ein Phönix aus der Asche von Auschwitz zu steigen. Die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki und der „Zug der Erinnerung“ stellen sich dieser Drohung entgegen. Unsere Redaktion will dabei mithelfen – so wie wir es vor zehn Jahren an ähnlicher Stelle taten.


Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Unterstützung: durch Zeichnung des Dringenden Appells(klicken Sie hier) und durch Vernetzung, damit die Warnung vor der deutschen Hegemonie konkret wird.

Die Redaktion

Die Deportation von über 58.000 griechischen Juden ließ sich Deutsche Bahn bezahlen und nahm Millionen ein. Die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki und der „Zug der Erinnerung“ fordern diese Gelder in einem Schreiben zurück: einschließlich der seit 1943 aufgelaufenen Zinsen sind es 89.455.280 EURO (in Worten: 89 Millionen 455 Tausend und Zweihundertundachtzig Euro). Bitte zeichnen Sie den folgenden Appell an die Deutsche Bahn AG, deren Eigentümerin Deutschland ist. –> hier

Diese Forderungen der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki sind völlig berechtigt. Aber man darf auch nicht vergessen, welche Opfer in der übrigen griechischen Gesellschaft zu verzeichnen waren. Man darf den antifaschistischen Widerstandkampf der Kommunisten Griechenlands und der anderen Patrioten, der antifaschistischen Widerstandskämpfer und Partisanen Griechenlands nicht vergessen. Man darf nicht die Kriegsverbrechen vergessen, nicht die Massenmorde und Plünderungen der deutschen Wehrmacht und nicht die Massaker der SS in Distomo und anderswo! Auch diese Schuld blieb bisher ungesühnt! Im Gegenteil: Nach wie vor weigert sich die deutsche Regierung, dies anzuerkennen und zu einer Wiedergutmachung beizutragen.   Auch das gehört zur deutschen Verantwortung für die eigene Geschichte!


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2 Antworten zu Die deutschen Nazis ließen sich die Deportation griechischer Juden von Griechenland ins KZ Auschwitz auch noch BEZAHLEN …

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Ein wenig Informationen über das Faschisten-Netzwerk zu denen ich auch Gustav Heinemann und Johannes Rau zähle. http://www.hagalil.com/archiv/2001/05/saloniki.htm

    Weitere Infos zu „Entschädigungen“ http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21813
    und hier mit mehr Details http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/am-tatort-des-vergessenen-verbrechens–81554246.html

    Also die Faschisten der BRD zahlten an die Faschisten in Griechenland 1960 wohl 115 Millionen DM, was als „Entschädigung“ für NS-Opfer getarnt wurde.

    Ich hatte in Südafrika einen Großunternehmer kennengelernt. Er war Grieche und wuchs als Kind und Jugendlicher in Hamburg Altona auf und lebte dort von den 1920-er bis in die 1950-er. Sein Vater war in den 1920-er Jahren aus Alexandrien nach Deutschland gekommen. In Hamburg Altona besaß er ein großes Grundstück mit vielen Mietshäusern, die im 2. Weltkrieg zerstört wurden. Jedenfalls ist dieser Grieche in den 1950-er vollkommen verarmt nach Südafrika ausgewandert, nachdem Verwandte von ihm dort ihm die Überfahrt ermöglicht hatten. Dieser Mann nun erhielt von der Freien und Hansestadt Hamburg Anfang der 1960-er Jahren für das Grundstück und die zerstörten Wohngebäude allein 50 Millionen DM „Entschädigung“ mit der er eine große Fabrik in Johannesburg baute und mit Maschinen aus der BRD ausstattete.

    Ich erwähne dies mal hier, um zu verdeutlichen, dass es im Kapitalismus nicht wirklich um „Geld“, Entschädigung oder Wiedergutmachung geht, sondern ob ein Opfer nach der hier herrschenden Philosophie RECHT einen Rechtsanspruch hat und hinter viel juristischem Geschwafel MUSS dann immer herauskommen, dass den Opfern „moralisch“ und „politisch“ „bedauerlich“ – so deren Floskeln – kein „Recht“ gesprochen werden kann, weil es gar keine Gesetze gibt, die derartige Verbrechen, wie sie ja auch in Griechenland massenhaft stattfanden, „rechtlich“ erfassen. Und ganz im Gustow kapitalistischer RECHTS-Denke dies auch möglichst bis in alle Ewigkeit so bleiben soll.

    Selbst die Zwangsanleihen die die Nazis von Griechenland erpressten und sich mittlerweile auf über 10 Milliarden belaufen oder die einige hundert Milliarden an Reparationen, die Griechenland RECHTLICH sogar per VERTRAG zustehen, sind für die BRD ja nur ein paar Peanuts. Aber die faschistische BRD – das heißt ihre Faschisten-Führer – ist dem VERTRAG mit Griechenland RECHTLICH ausgewichen: denn um den Vertrag, indem die Reparationen rechtlich verbindlich festgestellt wurden, erfüllen zu müssen, müsste die BRD anstelle des „Deutschen Reiches“ – mit dem sie doch rechtlich selbst IDENTISCH ist, einen Friedensvertrag machen, was jedoch niemals geschehen wird, denn daran kann für den Kapitalismus überhaupt gar kein Interesse bestehen, weil ja damit auch die Souveränität Deutschlands de facto hergestellt würde und die Ausbeutung Deutschlands und der Menschen, die hier leben und arbeiten, beendet wäre. …

    Aber das GG für die BRD führt nun einmal aus, dass die BRD ein „sozialer RECHTS-Staat“ sein soll, das kann aber nur ein kapitalistischer und faschistischer Staat sein, da das „RECHT“ selbst ein kapitalistisches, ein faschistisches ist
    und NULL mit Demokratie oder „Volk“ und „Vaterland“ zu tun hat, noch die Abschaffung der Klassen zum Ziel hat – solche Begriffe dienen alle nur zu Propaganda-Zwecken.

  2. Pingback: German Foreign Policy informiert über die Verbrechen deutscher Konzerne: „The Schenker Papers“ | Sascha's Welt

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