BRD – ein „Sklavenhalterstaat“

201699_600Daß die Lohnsklaverei in der BRD gewaltige Ausmaße angenommen hat, läßt sich nicht bestreiten. Davon betroffen sind im Grunde alle lohnabhängig Beschäftigten. Deren Anzahl wird laut Statistik mit etwa 43 Millionen Menschen angegeben. Hier werden Löhne gezahlt, die oft sogar weniger als ein Zehntel des durch deren Arbeit erzielten Gewinns betragen. Den „bescheidenen Rest“ stecken sich die Unternehmer in die Taschen. Insbesondere aber betrifft die Lohnsklaverei jenes Fünftel aller Erwerbstätigen, die im Niedriglohnsektor zu arbeiten gezwungen sind, nicht zu vergessen die sogenannten „Ehrenamtlichen“, denen man eine Entlohnung vorenthält und ohne die es vor allem im sozialen Bereich zappenduster aussähe.

Und wenn heute im Bundestag über die Einführung einer „elektronischen Fußfessel“ diskutiert wird, die man tatsächlichen oder auch nur vermuteten Straftätern anlegen will, um vor einem Attentat sicher zu sein, so gilt das für Hartz-IV-Empfänger schon lange. Da gibt es nämlich eine behördliche Fußfessel, die beschönigend „Residenzpflicht“ genannt wird. Das wiederum betrifft knapp 4½ Millionen Menschen in der BRD. Wie sich doch die Zeiten gewandelt haben!

Zurück in die Sklaverei!

War der Staat der DDR, als Staat des Volkes, ein Fürsorgestaat für über 16 Millionen Bürger und gab es 9,2 Millionen Arbeitsplätze, so ist der Staat der BRD ein Sklavenhalterstaat. In ihm ist nicht nur die kapitalistische Lohnsklaverei vorherrschend: Die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ der BRD ist nichts anderes als ein Feigenblatt zur Verschleierung des wahren Charakters des Staates der BRD als Sklavenhalterstaat. Die Lohnsklaverei erstreckt sich über die „Besitzer“ von Arbeitsplätzen hinaus auf diejenigen, die keinen Arbeitsplatz haben. Im Artikel 11 (1) des Grundgesetzes wird das „Recht auf Freizügigkeit“ verbürgt. Die bundesdeutsche Praxis beweist, daß dies keineswegs für alle der Fall ist. Entgegen dem Grundgesetz gibt es für Hartz-IV-Bertoffene eine „Residenzpflicht“. Diese beinhaltet, daß sich ALG-II-Empfänger in ihrer Wohnung aufzuhalten haben. Das ist für den Hartz-IV-Sklaven die behördliche Fußfessel, Diese dient den Kontrollmöglichkeiten durch Hausbesuche oderTelefonanrufe.

Telefonkontrolle bei ALGII-Empfängern

Peter Clever, der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit gab bekannt, daß 170.000 von 390.000 ALG-II-Empfängern bei einer Telefonkontrolle trotz bis zu zehn Anrufen nicht erreicht wurden. Gegenüber diesen 170.000 wird der Generalverdacht ausgesprochen: „Bist du nicht zu Hause, dann bist du ein Parasit“. Ihnen wird Schwarzarbeit unterstellt. So benötigt der Langzeitarbeitslose offenbar selbst für das Verlassen seiner Wohnung die ausdrückliche Genehmigung der Arbeitsvermittlungsagentur. Das gilt genauso, wenn er eine Reise unternehmen oder ein paar Tage Urlaub vom tristen Alltag seines Nichtgebrauchtwerdens machen möchte. Was bleibt da noch von der Freizügigkeit oder der Reisefreiheit in alle Welt? Um den „Parasiten“ des „Sozialstaates“ besser auf die Schliche zu kommen werden 5.000 der unkündbaren aber überflüssigen Beamten der Telekom zur Bundespolizei versetzt, um dort als Überwacher der Hartz-IV-Empfänger zu fungieren.

Zwangsverfügungen in einen „angemessenen“ Wohnraum

Die Infamie geht noch weiter. Für Betroffene, deren Wohnraum zu groß ist, oder deren Wohnung sich in einem Stadtviertel mit zu hohem Quadratmeterpreis befindet, bedeutet die bestehende Residenzpflicht zur Seßhaftigkeit noch lange nicht, in ihrem bisher vertrauten Wohngebiet weiter verbleiben zu dürfen und führt Hartz IV zum Freihalten vornehmer Viertel von sozialen Unterschichten, also zu Hartz-IV-freien Zonen. So wächst in den verschiedenen Wohn bezirken der Städte zusammen, was zusammen gehört, Reich zu Reich und Arm zu Arm.

Mündiger Staatsbürger – oder Untertan?

Die Fürsorge in der DDR ging so weit, daß jeder Haftentlassene einen Arbeitsplatz und eine Wohnung erhielt. Für Hartz-IV-Empfänger wären selbst dies paradiesische Zustände. Wer als Normalbürger der BRD versucht, in Streitfällen sein Recht zu erhalten, kann dies eventuell mit einem teuren Anwalt erreichen. Das selbst für Juristen schier undurchdringliche Paragraphengestrüpp ist nicht von selbst gewuchert, der Dschungel von Gesetzen, Regeln und Verordnungen ist Bestandteil des Sklavenhalterprinzips. Es ist so angelegt, daß der Normalbürger, der sein Recht bekommen möchte, im Regelfall auf der Strecke bleibt. Der „mündige“ Staatsbürger der BRD ist, wenn er allein auf sich selbst angewiesen ist, im Grunde genommen nichts anderes als ein hilfloser, von Angst erfüllter Untertan. Er ist das Ausbeutungsobjekt der herrschenden Klasse, er ist in seiner Untertänigkeit, Hilflosigkeit und Ängstlichkeit das Fundament für die parasitäre Lebensweise der herrschenden Klasse der Kapitalisten und ihrer Sklaventreiber und Steigbügelhalter.

Ein ideologischer Klärungsprozeß…

Daß ehemalige DDR-Bürger, Miterbauer und aktive Mit- und Ausgestalter der sozialistischen Lebensweise, von diesem System der „Moderne“ des Imperialismus nicht begeistert sind und nostalgisch werden, Heimweh nach der sozialistischen Lebensweise, nach ihrem Lebensniveau, ihrem Lebenstandard haben, ist normal. Der politisch-ideologische Klärungsprozeß wird sie zweifellos früher oder später über trauriges Heimweh hinweg zur Erkenntnis kommen lassen, daß schon einmal durch die Einheit der Arbeiterklasse unter der Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei und deren kluge Bündnispolitik der revolutionäre Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus auf deutschem Boden gelang. Das Programm der KPD(B) beinhaltet den Beweis der Notwendigkeit sowie die Mittel und Methoden, wie der Weg dort hin zu beschreiten ist.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.15-16. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


(P.S. Der letzte Satz trifft leider nicht mehr zu. Die KPD (B) wurde von Trotzkisten zersetzt. Sie hat sich infolge von unsäglichen Streitereien, gegenseitigen Beschuldigungen und Intrigen aufgelöst. Auch den Ernst-Thälmann-Verlag gibt es heute nicht mehr.)

pdfimages  Die BRD – Ein Sklavenhalterstaat

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14 Antworten zu BRD – ein „Sklavenhalterstaat“

  1. Harry 56 schreibt:

    Ein sehr guter und richtiger Text, so sieht es in diesem spätkapitalistischen Ausbeutersystem der akuellen wirklich BRD aus.
    Aber nicht nur Arbeitslose, auch Millionen von Noch-Beschäftigten, ebeso Millionen armer alter Menschen können auf diese widerwärtige BRD – „Demokratie“ im Grunde nur noch schei…!
    Und, im übrigen kapitalistischen Europa und übriger Welt sieht es nicht besser aus.

  2. Thomas Muenzberg schreibt:

    Etwas zu kurz in der Analyse: der Sklavenhalter war Besitzer des „Dings“ Sklave. Und so wie heute Maschinen, Autor, Computer … liebevoll gewartet werden, so wurden sie, da meist teuer, nicht nur am leben gehalten.
    Das ist im Kapitalismus anders: da werde ich zwar an Fesseln gekettet, aber in denen zu verhungern, zu erfrieren, einfach zu verrecken ist schon lange nichts Besonderes mehr. Die Liste der Helfershelfer ist lang und jeder froh, (noch) nicht selbst verrecken zu müssen, verrecken noch selbst exekutieren zu dürfen.

    • sascha313 schreibt:

      Das soll auch keine vollständige und umfassende Analyse sein.
      Und weil wir wissen, daß die Sklaverei (nach Marx) eine historische Produktionsweise ist, steht das Wort „Sklavenhalterstaat“ auch in Anführungszeichen. Das konnte man übrigens in der DDR schon im Lexikon für Kinder („Von Anton bis Zylinder…“, Der Kinderbuchverlag, Berlin, S.301f.) lernen. Und daß die Sklavenhalter ihre Sklaven „liebevoll“ am Leben hielten, ist eine Lüge der Ausbeuterklasse.

      (Übrigens: Wir verwenden hier auch nicht solche lügenhaften Begriffe wie „Nationalsozialismus“! In der DDR sagten wir dazu Faschismus!)

      • Thomas Muenzberg schreibt:

        „Von Anton bis Zylinder – das Lexikon für Kinder“ Das fehlt noch in meiner Online-Bibliothek (www.dkponline-bibliothek.de). Danke Sascha für die Erinnerung daran. Doch ich wollte darauf hinweisen, dass die Lohnsklaverei und ihre Folgen: bitterste Armut über Kontinente, Krieg, Elend noch unendlich fürchterlichere Verhältnisse schafft, als die Sklaverei der Antike. Subtiler, ja, manchmal, noch … .

  3. ropri schreibt:

    In diesem Staat ist jeder so frei, wie er Geld besitzt. Ohne Geld keine Freiheit…

  4. giskoe schreibt:

    Hat dies auf giskoes gedanken rebloggt.

  5. Pingback: BRD – ein „Sklavenhalterstaat“ – das Erwachen der Valkyrjar

  6. Harry 56 schreibt:

    Was an diesem BRD – „Sklavenhalterstaat“ ebenso auffäliger und auffälliger wird ist die Tasache, dass sich neben den in den verschiedensten Bereichen zu den unterschiedlichsten Konditionen sich tummelnden modernen Lohnsklaven ein immer mehr anschwellendes inländisches und natürlich zunehemd ausländisches Lumpenprolearaiat hinzugesellt
    Im Alten Rom nannte man dieses Plebejer.
    Während normale kleine Lohnempfänger und „Bürger“ (aller Nationalitäten übrigens!) selbst bei kleinsten „Ordnungswidrigkeiten“ in kleinlichster und gehäßgster Weise überschüttet werden mit „Bußgeldern“ aller Art, bis hin zu Kontopfändungen und gar Erzwingungshaft, wird zeitgleich die öffentliche Ordnung und Sicherheit durch international vagabundierendes, von diesem Regime sogar öffentlich eingeladenen Lumpenproletariat zusehens mit Duldung und Unterstützung des „toleranten liberalen“ Kapitalisten-Staates abgeschafft.
    Die Sicherheit alter Menschen, schwacher Menschen, Frauen und Kindern vor Gewalt und Verbrechen aller Art spielt offenbar keine Rolle mehr.
    Und dazu steht geschlossen in einer Art „Nationaler(BRD)Front“ die gesamte im BRD – Bundestag, in den Landtagen herumlümmelnde Einheits -Mischpoke aus CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne und, zunehmend sogar an der Spitze dieses politischen Sumpfes die „sozialistische“ Linkspartei.
    Doch wo bleiben nur wirkliche Kommunisten, die diese Dinge klar sehen und ebenso klar benennen?
    Und das macht schon etwas traurig….

    Beste soz. Grüße an Alle hier!

    • Doed schreibt:

      Plebejer waren keine Lumpenproletarier, sondern das einfache Volk, welches nicht zum Adel gehörte und dadurch anfangs keine politische Rechte hatte.

  7. Rheinlaender schreibt:

    Ich kenne genug Menschen, die durch H4 übelst gedemütigt sind. Einige sogar zum kapitalistisch erwünschten, also VERORDNETEN Selbstmord. Problem : Diese werden durch H4 zum Hungern, Frieren im Winter … und zum Müll Fressen bzw Pfandflaschen sammeln verurteilt. Problem : Die Not wächst schneller, als die weggeworfenen Pfand Flaschen oder die sogenannten TAFELN mit Gammelfraß zunehmen.
    Im Sommer beobachte ich sogar Rentner, die Fleisch, Brot und Wurst Abfälle einer Grillparty einsammeln. Obwohl die vorher oft im Papierkorb mit Hundekot, Ungeziefer und Zigaretten Asche waren. Ausschluss vom gemeinschaftlichen Leben wie Kino, Kneipe, Sport, Urlaubsreise … Dieses bedeutet Vereinsamung und führen zwangsläufig zu schweren körperlichen sogenannten psychischen Krankheiten und zum Selbstmord auf Raten!
    Wenn ich mich mit Wessis – egal ob arm oder reich unterhalte – kommt seit 40 Jahren immer die Lüge: Dem BRD Sozialhilfe Empfänger geht es besser, als einem durchschnittlichen Menschen in der DDR. Diese hetzerische Lüge wird aber immer WENIGER geglaubt.

    Ich finde das Video von 2016 https://youtu.be/ZcTQm1TMgr8 mit Katrin
    Rohnstock und Dr. Klaus Blessing für verblendete Wessis sehr gut. In 2010 hatte sich Dr. Klaus Blessing https://www.youtube.com/watch?v=ZcTQm1TMgr8 auch nicht verbiegen lassen.

    (Siehe auch: https://www.youtube.com/watch?v=kp5CU3OB2UU)

    • Doed schreibt:

      VIelleicht geht es einem West-Sozialhilfeempfänger mit kunterbunten Sachen aus China und Bier aus dem Supermarkt besser, dass er kaufen kann. Kulturell wird er jedoch vor den Fernseher geschoben, wo er sich schön von Bertelsmann (RTL, Vox, n-tv) bilden lassen kann. Kneipen, Bücher, Sportveranstaltungen, Konzerte und Theater sind ganz andere Dinge von Wert, an denen der DDR-Bürger teilhaben konnte.

  8. Rheinlaender schreibt:

    DanDanke Doed für die Antwort. Als Geschenk gibt es das Video von thefinishbolshevik über „libärtere Anarchisten“ und deren Konzentrationslager in Spanien https://www.youtube.com/watch?v=hbDuogV1Ono . Ja, die ach so netten, freiheitsliebenden und antikommunistischen Anarchisten sind alles andere als anti autoritär.
    Zu Armutsrentner, Hartz4, Geringeverdienern, chronisch Kranken oder Behinderten : Wenn ich nur mittelmässiger Raucher bin, gehen schon 100 Euro für Billigst Zigaretten weg. Dann nochmals 100 Euro für Strom / Internet / Telefon. Dann weit über 50 Euro für Kleidung, Friseur, Hygieneartikel, Stühle /Kochtöpfe, Computerzubehör, Farbe / Tapeten / Bodenbelag für die längst überfällige Wohnungsrenovierung … Da bleibt nicht mehr für Lebensmittel oder pharmaeutischen Artikeln wie Schmerztabletten, Anti Schuppen Salben … Erst recht kann man nicht mehr Kneipe, Feste, Kino, Schimmbad Besuche oder gar eine Reise machen.
    Auch wenn es kleinbürgerlich klingt : Das Argument, dass es dem Deutschen immer noch zu gut geht, um sich zu wehren, ist erwiesenermaßen falsch. Der Deutsche scheint irgendwie zu feige zu sein und würde sich wohl eher umbringen, als aufzumucken. Da tritt er vor seinem „Freitod“ wohl eher angst- und hasserfüllt kräftig nach unten. Aus Feigheit sucht er also die Schuld bei sich selbst. Das ist zur Zeit einmalig auf der ganzen Welt ! Leider ist der letzte Satz ca. 1990 durch französische Armutsforscher belegt worden.

    • Doed schreibt:

      Hallo,
      dankeschön für das Video. Allerdings sehr anstrengend durch die Lautstärkeunterschiede der Schnitte. Er hat ja einiges an Material. Interessant fande ich das Video zu Nordkorea.
      Die Auseinandersetzung mit dem Anarchismus ist heutzutage wohl wichtiger denn je. Sehr sehr viele junge Leute fühlen sich diesem näher, als zum Marxismus. Dabei unterrstützt der Anarchismus ohne zu es zu wollen, den liberalen Staat den wir haben, der immer mehr und mehr unbedeutend wird und alle seine Macht den Unternehmen überträgt. Den Staat einfach zu vernichten/entmachten, ändert nichts an der Macht der Konzerne bzw. deren Verhältnis zu den Lohnabhängigen.

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