Sándor Petőfi: Hängt die Fürsten auf

Hängt die Fürsten auf

Lamberg erdolcht, Latour gehenkt am Strick!
Nun, schön und gut, doch ist’s ein Meisterstück?
Gewiß, das Volk zeigt endlich, was es kann,
doch hängt’s auch noch ein paar, was wäre dann?
Es ändert nichts an der Geschichte Lauf!
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Streift man das Laub vom Baum, hat’s einen Sinn?
Nicht lange währt’s, dann ist er wieder grün!
Mäht‘ man das Gras auch bis ans End der Welt,
was nützte das? Stets wuchert’s neu im Feld.
Reißt aus die Wurzeln, nehmt die Müh in Kauf!
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Habt ihr noch nicht gelernt, daß Haß, nur Haß
den Königen gebührt? Voll ist ihr Maß!
Könnt ich verteilen meinen Haß an euch,
der mir die Brust zersprengt, ich tät’s sogleich!
Wer sich zu hassen scheut, zahlt ewig drauf!
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Verderbt sind sie, ihr Herz ist kalt und leer,
schon niederträchtig von der Mutter her,
ihr Lasterleben spricht dem Volke Hohn.
Schwarz ist die Luft von ihrem Atem schon.
Noch aus dem Grab stinkt diese Pest herauf.
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Ein blutiges Schlachtfeld ist das Vaterland,
wo nur der Tod stets reiche Ernte fand.
Hier ist ein Dorf, dort eine Stadt zerstört!
Kein Ort, wo man nicht Klageschreie hört.
Wer trägt die Schuld? Hört meine Antwort drauf:
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Der Helden Opfer bliebe ungerächt,
wenn ihr die Fürstenkronen nicht zerbrecht.
Schlägt man das Untier nicht gleich gänzlich tot,
hebt’s neu die Stirn, von vorn beginnt die Not.
Umsonst wär Blut und Tod! – Drum strömt zuhauf!
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!

Nachsicht zu üben, edel ist’s fürwahr;
wer sie an Fürsten übt, der ist ein Narr!
Will keiner außer mir der Henker sein,
werf ich die Leier weg und wag’s allein…
Nichts andres wendet der Geschichte Lauf!
Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!


Petőfi Sándor

Szöveggyűjtemény

AKASSZÁTOK FÖL A KIRÁLYOKAT!

Lamberg [1] szivében kés, Latour [2] nyakán
Kötél, s utánok több is jön talán,
Hatalmas kezdesz lenni végre, nép!
Ez mind igen jó, mind valóban szép,
De még ezzel nem tettetek sokat
Akasszátok föl a királyokat! [3]

Kaszálhatd [4] a fűt világvégeig,
Holnap kinő az, ha ma lenyesik.
Tördelheted le a fa lombjait,
Idő jártával ujra kivirít;
Tövestül kell kitépni azokat
Akasszátok föl a királyokat!

Vagy nem tanúltad még meg, oh világ,
Gyülölni méltóképen a királyt?
Oh, hogyha szétönthetném köztetek
Azt a szilaj veszett gyülöletet,
Mitől keblem, mint a tenger, dagad!
Akasszátok föl a királyokat!

Szivöknek minden porcikája rosz,
Már anyja méhéből gazságot hoz,
Vétek, gyalázat teljes élete,
Szemétől a levegő fekete,
S megromlik a föld, melyben elrohad
Akasszátok föl a királyokat!

Ezerfelé bús harcmező a hon,
Arat rajt a halál irtóztatón,
Itt egy falu, amott egy város ég,
Százezerek jajától zúg a lég;
S halál, rablás mind a király miatt–
Akasszátok föl a királyokat!

Hiába ömlik, hősök, véretek,
Ha a koronát el nem töritek,
Fejét a szörny ismét fölemeli,
S akkor megint elől kell kezdeni.
Hiába lenne ennyi áldozat?
Akasszátok föl a királyokat!

Mindenkinek barátság, kegyelem,
Csak a királyoknak nem, sohasem!
Lantom s kardom kezembül eldobom,
A hóhérságot majd én folytatom,
Ha kívülem rá ember nem akad
Akasszátok föl a királyokat!

(Debrecen, 1848. december.)

[1] Lamberg Ferenc gróf (1791-1848) altábornagy, 1848. szeptember 25-én a király a törvényeket megkerülve kinevezte a magyarországi haderők főparancsnokává, szeptember 28-án a Lánchídon fölismerték és a pesti nép végzett vele.
[2] Baillet von Latour gróf (1780-1848) császári táborszernagy, 1848. áprilisától osztrák hadügyminiszter, akit október 6-án – a második bécsi forradalom kitörésének napján – a felkelők lámpavasra húztak fel.
[3] a vers megírására föltehetően Ferenc József egyoldalúan bejelentett 1848. december 2-i trónralépése adott ösztönzést.
[4] kaszálhatod.

Quelle: Magyar irodalom


petfi-sandorPetõfi [‚pεtø:fi], Sándór, 1.1.1823 – 31.7.1849 (gefallen im Freiheitskampf), ungarischer Nationaldichter; verlieh als erster der Hoffnung und Sehnsucht und den Bestrebungen des Volkes in der ungarischen Literatur gültigen Ausdruck. Mit Petõfis volkstümlich-realistischer Dichtung, die den Auftakt zur ungarischen bürgerlich-demokratischen Revolution 1848/49 gab, erlangte die ungarische Literatur Weltruf. In deutschen Übersetzung erschienen u.a. «Held János» (1958) und Auswahlbände «Gedichte» (1973), «Prosa» (1977).

Quelle: BI Universal-Lexikon (5 Bde.), Bd.4, S.185.

Quelle des Gedichts: Schätze der ungarischen Dichtkunst, Bd.V

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7 Antworten zu Sándor Petőfi: Hängt die Fürsten auf

  1. giskoe schreibt:

    „Freiheit und Liebe
    sind all mein Streben!
    Für meine Liebe
    könnt‘ ich das Leben,
    doch für die Freiheit
    die Liebe selbst geben.“

    Danke für diese Worte Petöfis

  2. Ulrich Schliz schreibt:

    SCHARF!!!!!!

  3. Einar Schlereth schreibt:

    Heute braucht man nur ein Wort ändern: Hängt die Einprozenter auf!

  4. „Habt ihr noch nicht gelernt, daß Haß, nur Haß
    den Königen gebührt? Voll ist ihr Maß!
    Könnt ich verteilen meinen Haß an euch,
    der mir die Brust zersprengt, ich tät’s sogleich!
    Wer sich zu hassen scheut, zahlt ewig drauf!
    Zerschlagt die Throne, hängt die Fürsten auf!“

    Nur den Königen? Nicht auch den Tschandalas (Priester, Pfaffen) und Verbrechern (Philsophen des Rechts)?

    Aber beiseite: Der Haß ist eine Emotion und Emotionen sind ganz schlechte Ratgeber!

    • sascha313 schreibt:

      So ist es Georg. Alexander Petõfi war ein junger und doch auch lebenserfahrener ungarischer Dichter und Revolutionär, der im ungarischen Freiheitskampf 1949 gefallen ist. Einer der berühmtesten ungarischen Freiheitshelden!

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