Es gibt eine Zahl, die (fast) niemand kennt…

arbeitslosigkeitNun haben wir wieder einmal die Bestätigung dafür, daß der Kapitalismus unfähig ist, die sozialen Probleme der Menschen zu lösen. Im Gegenteil: Der Kapitalismus lebt von gnadenloser Ausbeutung großer Massen des Volkes, insbesondere der Klasse der Arbeiter und Angestellten, er schliddert von einer Krise in die nächste, bringt Kriminalität, Verbrechen und Kriege hervor, und er schafft massenhaft Armut. Und das nicht nur in den Ländern der Dritten Welt, sondern auch bei uns mitten in Europa.

Es gibt eine Zahl, die in den Medien fast nie genannt wird: Die eigentliche Anzahl derjenigen, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Denn diese Zahl zeigt sehr deutlich, daß einiges in Deutschland nicht richtig sein kann. Die Zahl der Erwerbslosen wird hingegen sehr häufig, vor allem im Zusammenhang steigender oder sinkender Zahlen. Im April 2016 waren rund 2,76 Menschen arbeitslos. Allerdings sind etwa 7,02 Millionen Menschen auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit). Darunter befinden sich gut 1,96 Millionen Kinder und Jugendliche. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz. Ganz einfach, nicht jeder, der auch auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen ist, ist im klassischen Sinne arbeitslos.

In Zahlen ausgedrückt: Rund 860.000 Menschen beziehen Arbeitslosengeld und fast 6,26 Millionen Betroffene leben in einer so genannten Bedarfsgemeinschaft. In diesen Haushalten leben 1,96 Millionen Kinder und Jugendliche. Etwa 95.000 sind sogenannte Doppelbezieher. Sie beziehen Arbeitslosengeld und zugleich Hartz IV, weil das ALG 1 nicht zum Lebensunterhalt ausreicht.

In den jeden Monat verkündeten Arbeitslosenzahlen werden viele Menschen nicht mitgerechnet. Wie kommt das? Sie gelten „rein aus statistischen Gründen“ nicht als arbeitslos. Sie haben entweder einen Ein-Euro-Job, nehmen an einer Weiterbildungsmaßnahme teil, sind krank gemeldet, oder überschreiten beim Erfassungstermin das 58. Lebensjahr. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Betroffenen dann nicht mehr als „Arbeitslose“.

Weiterhin nicht mitgezählt sind Aufstocker, die zwar einen Job haben, aber deren Lohn nicht ausreicht, um das Existenzminimum für sich oder die Familie zu sichern. Weiterhin werden diejenigen herausgerechnet, die eine Ausbildung machen, Angehörige pflegen, Kinder erziehen oder im Vorruhestand sind. Das Hartz-IV-System zählt über die Hälfte der erwerbsfähigen Arbeitslosen nicht zu den Arbeitslosen dazu. (sb)

 Quelle: gegen-hartz.de (Danke an Hölderlin-Blog für den Hinweis).
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