Klaus Trostorff: Buchenwald – Erinnerung und Mahnung

Nationale Mahn - und Gedenkstatte Buchenwald_2Klaus Trostorff, der Direktor der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald in der DDR in Weimar, im Bezirk Erfurt, war selbst ein antifaschistischer Widerstandskämpfer und KZ-Häftling in Buchenwald. Was er sagte, das hatte Gewicht. Er sprach als Kommunist und schließlich als einer, der diese finsterste Zeit der deutschen Geschichte überlebt hatte, zu den Lehrern und Erziehern der DDR auf dem VIII. pädagogischen Kongreß 1978. Nebenbei bemerkt: Von wegen eine „tausendjährige deutsche Erfolgsgeschichte“, wie das von den Nazis und einigen anderen Anhängern rechter Parteien in der BRD immer wieder behauptet wird! Und was Klaus Trostorff sagte und was er vertrat, hebt sich gewaltig ab von dem, was da heute in dem bundesdeutschen Lügentempel „Hohenschönhausen“ von einigen gekauften Subjekten an infamen Verleumdungen über die DDR zelebriert wird…

Im Frühjahr 1945, als die faschistischen Armeen, der faschistische deutsche Staat zerschlagen waren, sich die Tore der Konzentrationslager und der Zuchthäuser öffneten, als zahlreiche Genossen aus der Emigration wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten, war es eines der dringendsten Anliegen der überlebenden, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, alles zu tun, um nie wieder auf deutschem Boden Faschismus zuzulassen.

Das Vermächtnis von Buchenwald

Die 21.000 Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald, die sich am 11. April 1945 in einem bewaffneten Aufstand selbst befreiten, hinterließen der Nachwelt ein Vermächtnis:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Dieses Ziel haben wir, die wir Buchenwald überlebten, haben unsere Genossen aus Sachsenhausen, Mauthausen, Auschwitz, Brandenburg oder wo sie auch immer unter dem faschistischen Terror gefoltert und gepeinigt wurden, tatkräftig verfolgt. Nie wieder zuzulassen, daß es Faschismus in unserem Land gibt, hieß vor allem, die Schuldigen zu bestrafen und zu entmachten – das ist bei uns mit aller Konsequenz geschehen.

In der DDR war der Faschismus ein für allemal beseitigt

Aus den Worten vieler Besucher aus dem Ausland höre ich oft, daß sie erkannt haben, daß in unserer Republik Faschismus nicht mehr denkbar ist. Ja, diese historische Leistung, die ein Stück unserer nationalen Würde ist, haben wir erreicht, indem wir das Fundament des Faschismus, den Imperialismus, beseitigten. Wir haben sie bewirkt durch die konsequente Politik unserer Partei, durch die Veränderungen, die sich in den Menschen vollzogen, durch unser ganzes Leben.

Die DDR war ein antiimperialistischer Friedensstaat

Die antifaschistischen Widerstandskämpfer unseres Landes haben sich dafür von der ersten Minute an eingesetzt, sie sind heute, wo es noch immer geht, aktiv an vielen Brennpunkten der Entwicklung unserer Gesellschaft tätig. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, daß unser Staat – die DDR – ein antiimperialistischer Friedensstaat ist, ein sozialistisches Land, das in unzerstörbarer Freundschaft mit der Sowjetunion verbunden ist, ein Staat, der aktiv für die Verwirklichung der Prinzipien der friedlichen Koexistenz, für Frieden und Entspannung eintritt.

Wider das Vergessen!

Wir dürfen aber einer menschlichen Schwäche, der Vergeßlichkeit, nicht die geringste Chance lassen. Erfüllung des Vermächtnisses, Kampf gegen den Faschismus, heißt zugleich, die Wahrheit wachzuhalten über seine gestrigen und heutigen Verbrechen und vor allem über seine Ursachen. Wer kürzlich den so beeindruckenden Chile-Film von Heynowski und Scheumann sah, der weiß: Noch immer ist es so, daß faschistische Barbarei eingesetzt wird, wenn der Imperialismus befürchtet oder erkennt, daß er mit anderen Mitteln seine Macht nicht mehr behaupten oder wiedererringen kann.

Alte und neue Nazis in der BRD

Wir beobachten mit tiefer Sorge, daß politische Aktivitäten alter und neuer Nazis in der BRD nicht nur geduldet, sondern oft auch gefördert werden. In diesem Staat ist nichts geschehen im Sinne des Schwures von Buchenwald. Im Gegenteil, antifaschistische Widerstandskämpfer werden dort mehr und mehr diffamiert, ihre Kinder und Angehörigen, wenn sie sich politisch im antifaschistischen Sinne betätigen, dürfen nicht Lehrer, nicht Erzieher der Jugend sein.

Nazismus und SS-Traditionen gehört zum Bild in der BRD

Wir hören mit Schrecken von zunehmenden Aktivitäten der SS-Verbände und neonazistischen Organisationen. Wir sind empört über die Forderung von Strauß, alle NS- und SS-Verbrecher mit einem Schlage durch eine Generalamnestie zu rehabilitieren.
In dieses bundesdeutsche Bild paßt die Durchführung von Disziplinarverfahren gegen Angehörige der Bundeswehr, die an einer Kranzniederlegung im ehemaligen Konzentrationslager Dachau teilgenommen haben. In dieses Bild paßt der Entscheid des Amtsrichters Kunisch aus Frankfurt (Main), ein Verfahren gegen einen gewissen Schönborn abzulehnen, der einen bekannten Antifaschisten, einen ehemaligen Buchenwald-Häftling, in der Öffentlichkeit in gröbster Weise beleidigte und ihm sogar einen Mord andichtete. Die Ablehnung wird mit den Worten begründet, Schönborn habe „in Wahrnehmung allgemeiner, berechtigter Interessen“ gehandelt.

Was die BRD-Zeitungen schon selbst beschrieben…

Die Zeitung der SPD „Vorwärts“ schrieb kürzlich selbst: „Die Glorifizierung und Mystifizierung des Kriegsgeschehens, die weitgehend unpolitische Darstellung des NS-Staates, Führerkult und Verharmlosungstendenzen haben verheerende Auswirkungen auf junge Menschen.“

Ursachen nennt der „Vorwärts“ aber nicht, er will ja wohl nicht das eigene Nest beschmutzen, sonst müßte er nämlich im gleichen Atemzug erwähnen, daß im sozialdemokratisch regierten Nordrhein-Westfalen eine Lehrerin zur Anhörung beim Regierungspräsidenten in Arnsberg bestellt wird, weil sie laut Eintragung im Klassenbuch allzuoft das Thema Faschismus, insbesondere der Faschismus in Deutschland, behandelt habe.

Das Erbe der Antifaschisten – in der DDR verwirklicht

In unseren Schulen dagegen – und das entspricht ja dem Charakter unseres Staates – sind Ziel und Inhalt des antifaschistischen Widerstandskampfes, das Erbe so hervorragender Kommunisten wie Ernst Thälmann, Albert Kuntz. Theodor Neubauer, Katia Niederkirchner, Robert Siewert oder Mathias Thesen wichtiger Bestandteil der politischen, der kommunistischen Erziehung.

Antifaschistische Widerstandskämpfer in Schulen und Jugendkollektiven

KdAW_DDRViele unserer Kameraden haben über die zahlreichen Kontakte der Schulen zu Kreis- und Bezirkskomitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer dabei mitgewirkt. Große Aufmerksamkeit wird dem Wirken von Namensträgerkollektiven und besonders jenen Schulkollektiven geschenkt, die den Namen eines Widerstandskämpfers tragen wollen. In allen Bezirken sind da Fortschritte sichtbar. Während 1975 in Berlin nur 55 Schulen Namen antifaschistischer Widerstandskämpfer trugen, sind es jetzt 122. Die gleiche erfreuliche Tendenz gibt es in den Jugendbrigaden der Industrie und Landwirtschaft und in der Armee.

Hilfe und Unterstützung bei der Erziehung der Jugend

Von unseren Bezirks- und Kreiskomitees haben wir erfahren, daß unsere Kameraden nach Maßgabe ihrer Kräfte auch in der letzten Zeit sehr viel geleistet haben, um die Arbeit der Pädagogen bei der kommunistischen Erziehung zu unterstützen. Durch die optimistische und lebensnahe Vermittlung ihrer Erfahrungen im Kampf gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg, durch die Verbindung mit den Aufgaben von heute haben sie mitgeholfen, kommunistische Denk- und Verhaltensweisen zu entwickeln, das marxistisch-leninistische Geschichtsbewußtsein zu vertiefen.

Den antihumanen Charakter des Imperialismus darstellen

Viele unserer Kameraden haben aus ihren Erfahrungen in Zuchthäusern oder Konzentrationslagern anschaulich und eindrucksvoll das menschenfeindliche Wesen und den antihumanen Charakter des Imperialismus dargestellt. Sie halfen, das Verständnis für politische und ökonomische Zusammenhänge der Entstehung des Faschismus zu vertiefen. Rolle und Schuld der herrschenden Klasse im Nazi-Deutschland an den furchtbaren Verbrechen wurden durch die Erläuterung des Prinzips „Vernichtung durch Arbeit“ deutlich gemacht. So finden die Schüler vielfältige erkennbare Bezüge zur heutigen Politik des Imperialismus.

Die Arbeitsgemeinschaften „Junge Historiker“ in der DDR

Zahlreiche enge Kontakte gibt es mit Arbeitsgemeinschaften „Junge Historiker“. Besonders gut sind die Ergebnisse dann, wenn sich die Aufträge konkret auf den örtlichen Widerstandskampf beziehen und unter ständiger Anleitung eines Lehrers stehen wie an der Karl-Marx-Oberschule in Ruhla. Bewährt hat sich auch die Übergabe von Forschungsaufträgen an Arbeitsgemeinschaften „Junge Historiker“, wie das durch das Kreiskomitee in Eisenach geschah.

Biografien antifaschistischer Widerstandskämpfer

Das Bezirkskomitee Leipzig beschloß im Zusammenwirken mit dem Bezirksschulrat, bis zum 30. Jahrestag der DDR weitere 250 Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpfer ausarbeiten zu lassen. Das werden Beispiele über das hervorragende Wirken, den Mut und die Opferbereitschaft von Antifaschisten in Spanien, in der Roten Armee, im Maquis, in Zuchthäusern und Konzentrationslagern, in der Illegalität oder Emigration, die gut geeignet sind, der Jugend Leitbilder, weltanschauliche und moralische Überzeugungen zu vermitteln und schöpferische Aktivitäten zur weiteren Erforschung des Lebens und Wirkens antifaschistischer Kämpfer zu wecken. Da werden sicher auch viele neue beeindruckende Beispiele internationaler Solidarität bekannt, die heutiges Verhalten bestimmen können.

DDR: Faschismus mit der Wurzel ausgerottet

In zunehmendem Maße werden die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen besucht und die dort vermittelten Lehren, die sich aus der Geschichte des antifaschistischen Widerstandes ergeben, für die politische Erziehungsarbeit genutzt. Diese Gedenkstätten – entstanden durch Beschlüsse der Regierung der DDR – wurden vor der internationalen Öffentlichkeit zum Symbol, daß mit der DDR ein sozialistischer deutscher Staat entstanden ist, in dem Faschismus und Militarismus mit ihren Wurzeln ausgerottet sind, in dem das Vermächtnis der antifaschistischen Widerstandskämpfer in Ehren erfüllt, in dem die Millionen Opfer des deutschen Faschismus in tiefer Ehrfurcht geehrt werden.

Schüler der 8.Klasse besuchten die Mahn- und Gedenkstätte

Allein nach Buchenwald kommen jährlich etwa 140.000 Schüler aus unserem Land. Die meisten von ihnen sind Schüler der achten Klassen, die sich auf die Jugendweihe vorbereiten. Das ist auch in Sachsenhausen, Ravensbrück und anderen Gedenkstätten so. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, gerade diese Schüler gut und gründlich auf diese Besuche in den Nationalen Mahn- und Gedenkstätten vorzubereiten, weil die Erlebnisse dann besser in den Gesamtprozeß der Erziehung eingeordnet, weil dann auch Bewährungssituationen geschaffen werden können.

Erwartungen auch an die Lehrer und Erzieher

Wir haben natürlich auch zu berücksichtigen, daß Zehntausende unserer Lehrer junge Menschen sind, die, so wie ihre Schüler, in den Sozialismus hineingeboren wurden und nicht mehr aus eigenem Erleben das Entstehen der Deutschen Demokratischen Republik kennengelernt haben. Aber gerade von ihnen, die ja alle Mitglieder der FDJ waren, erwarten wir, daß sie den Schülern den Kampf um das Entstehen, Wachsen und Werden unseres sozialistischen Vaterlandes verstandes- und gefühlsmäßig gleichermaßen nahebringen. Die übergroße Mehrheit unserer jungen Lehrer widmet sich dieser Aufgabe mit großer Einsatzbereitschaft. Sie brauchen jedoch kameradschaftliche und konkrete Hilfe, um sich selbst das Erbe des antifaschistischen Widerstandskampfes immer tiefer und fester anzueignen und es an ihre Schüler weiterzugeben.

Eine hohe Qualität der Unterrichtsführung

Nicht nur die jungen Lehrer brauchen und wünschen diese Unterstützung. Auch langjährig tätige Lehrer haben es immer wieder mit neuen Schülergenerationen zu tun, die geistig reifer und politisch anspruchsvoller werden. Das erfordert von jedem Lehrer eine höhere Qualität der Unterrichtsführung, seiner Bildungs- und Erziehungsarbeit. Das gilt auch für die Vermittlung des Erbes des antifaschistischen Widerstandskampfes. Die Lehrerkurse in Buchenwald, die wir seit 16 Jahren in den Winterferien durch­führen, dienen in erster Linie diesem Ziel. In den Schulen, in der FDJ und der Pionierorganisation wird eine bedeu rsarne Arbeit im Sinne des Schwures von Buchenwald geleistet.

Gegen Verfälschung und Verharmlosung des Faschismus

Wir werden diese Arbeit mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften weiter fördern. Wir werden aber auch weiter unsere Stimme erheben gegen die Unterschätzung oder Verniedlichung des Neofaschismus in der Bundesrepublik, gegen die Verfälschung des Widerstandskampfes, wie sie in Schulbüchern und in zahllosen Beiträgen der Massenmedien der BRD verstärkt erscheinen. Dort wird doch gelehrt, daß der Widerstandskampf sich keinesfalls gegen das imperialistische System richtete, sondern nur gegen Hitler und einige Nazigrößen und nur das Wirken einzelner Generale und Beamter war. Und weil es in das Konzept antikommunistischer Manipulierung paßt, wird das Heldentum kommunistischer Kämpfer verunglimpft oder ganz totgeschwiegen.

Mahnung an alle Lehrer und Erzieher

Wir aber werden die historische Wahrheit weitergeben und keinen dieser oft noch namenlosen Helden vergessen. Die Mahnung Julius Fuciks, „ich möchte, daß sie alle euch immer nahe bleiben, wie Bekannte, wie Verwandte, wie ihr selbst“, soll in uns stets lebendig bleiben. Jeder, der mit der kommunistischen Erziehung der jungen Generation betraut ist, sollte die Erkenntnis aufnehmen und weitergeben, daß das Vermächtnis der Helden des Widerstandes vor allem darin besteht, die Gegenwart wachsam zu verfolgen und aktiv zu beeinflussen.

Vorbereitung auf die kommunistische Zukunft

Die weitere Erforschung des antifaschistischen Widerstandskampfes, die Vermittlung der Lehren und Erfahrungen dieser Zeit an Schüler und Lehrer, auch an Lehrerstudenten, ist darum ein wichtiger Bestandteil des politischen Erziehungsauftrages in jedem Pädagogenkollektiv. In der DDR ist das Vermächtnis der Opfer bewahrt. In Denkmälern, in Dokumentationen, in Romanen und Gedichten, in Schulbüchern – in den Herzen der heute Lebenden, im Handeln der Jugend. Es zu erfüllen, die Jugend auf die kommunistische Zukunft vorzubereiten, ist eine große Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Quelle:
Ministerrat der DDR, Ministerium für Volksbildung (Hrsg.): VIII. Pädagogischer Kongreß der Deutschen Demokratischen Republik. Protokoll. Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1979, S.603-607. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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8 Antworten zu Klaus Trostorff: Buchenwald – Erinnerung und Mahnung

  1. Prinz Rupi schreibt:

    Leider zeigt die Realität, dass in der DDR der Faschismus leider nicht mit der Wurzel ausgerissen wurde. Der latente Faschismus, der sich auch in den Pegida- und AfD-Anhängern spiegelt, zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit, Hass auf Andersdenkende, Engstirnigkeit und Intoleranz doch sehr viel tiefer wurzeln.

    • sascha313 schreibt:

      Sie haben Unrecht. Der Faschismus wurde in der DDR mit allen Wurzeln ausgerottet. Erst nach 1990 kam das nationalistische und reaktionäre Gesindel wieder in die okkupierte DDR zurück, ließ sich die enteigneten Besitzungen wieder „rückübertragen“ und die ehemaligen Nazis und deren Anhänger kauften reihenweise Immobilien in den neuangeeigneten Bundesländern auf. Ein Beispiel: allein in der thüringischen Kleinstadt Kahla wurden 11 Häuser von der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ aufgekauft. Engstirnigkeit, Haß und Fremdenfeindlichkeit waren in der DDR völlig unbekannt, da der Sozialismus auf kollektiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung, und nicht auf Mißtrauen, Neid, Konkurrenz und Egoismus beruht, wie das in der kapitalistischen BRD schon immer der Fall war. Die Wahlergebnisse der AfD beweisen eigentlich nur, wie gering das Vertrauen der Bewohner solcher Gebiete in die angeblichen „großen Volksparteien“ ist, die ohnehin niemals „Volksparteien“, sondern nur Lobbyvereinigungen der Großkonzerne waren. Von der Entindustrialisierung und Ausplünderung der DDR wollen wir hier gar nicht erst reden. Das ist ein Extrakapitel!

      • Ruprecht Frieling schreibt:

        Pardon, ich dachte Sie beherrschen das Idiom der DDR-Bevölkerung, Sir 😉
        „Mosis“ wurden landläufig Mosambikaner genannt, während „Fischis“ der Slang für Vietnamesen war. Das ist offensichtlich nur wenigen Wessies (sic!) bekannt.

  2. Johann Weber schreibt:

    Müssen wir denn immer diese Auswürfe (SED, Stasi ist Schuld an den Neonazis in Ostdeutschland) der DDR-Aufarbeitungsindustrie übernehmen? Gehen wir auf eine Internet-Reise. Hier nur 4 Beispiele woher die Neonazis kamen und dann seit der Wiedervereinigung genug Zeit hatten ihr Unwesen zu treiben.

    Berliner Zeitung vom 3. Januar 1985:
    Aufmarsch von Neonazis der BRD unter Polizeischutz
    Demokratische Kräfte verhinderten Hetzkundgebung

     Bonn. PPA.  Mit Duldung der Behörden und unter dem Schutz von Polizei und Bundesgrenzschutz kam es am Silvestertag in Hilders/Rhön in unmittelbarer Grenznahe zur DDR zu einer der größten Neonazi-Zusammenrottungen im abgelaufenen Jahr in der BRD.
     Am Aufmarsch der neofaschistischen „Wiking-Jugend“ in der osthessischen Rhöngemeinde sowie am provokatorischen „Mahnfeuer“ direkt an der Staatsgrenze der DDR beteiligten sich Schlägertrupps der verbotenen „Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten“(

    Neues Deutschland vom 29. Dezember 1989:
    Auf der Pressekonferenz wurde bestätigt, daß nun auch neofaschistische Organisationen wie die berüchtigte 
    Wehrsportgruppe Hoffmann, die NPD und besonders die von den USA aus operierende NSDAP (AO) in der DDR wirksam werden.

     Sympathieerklärungen für die „Republikaner“ (REP) werden augenblicklich vielfältig registriert. „Infolge der vielgestaltigen kommunikativen Verbindungen rechtsextremer Gruppen des Auslandes“, sagte Oberstleutnant Wagner, ,,kann allerdings zur Zeit nicht davon ausgegangen werden, daß sich alle existenten Gruppen als potentielle Zellen künftiger DDR-Republikaner verstehen könnten.“ Mit aktionsbezogener Kooperation müsse allerdings quer durch die differenzierten Gesamtszene gerechnet werden. Die gegenwärtige Situation in der DDR biete günstige Voraussetzungen und Bedingungen für neonazistisch ausgerichtete Gruppierungen, ihre Strukturen zu verbessern und ihre personelle Stärke zu vergrößern.“

    Neues Deutschland vom 21. Dezember 1989
    Die Bedrohung ernst nehmen
     SS-Mann Schönhuber tönt aus der Hauptstadt seiner Bewegung. Lauthals, wie es seiner Leibstandarten-Vergangenheit entspricht. Seine neonazistische Partei der das braune Hemd schon immer näher war als der “republikanische“ Oberwurf, will bereits „tonnenweise“ Material in die DDR geschleust haben. Es gebe „intakte Gruppen“ und „Dutzende von Aufnahmen“. Bei aller offensichtlichen Großmäuligkeit – Blindheit auf unserem rechten Auge wäre verhängnisvoll. Die Bedrohung der Demokratie muß ernst genommen werden. Dabei sind klare Rechtsgrund-Sätze das eine. Die neue Verfassung sollte die Verpflichtung zum Antifaschismus bekräftigen. Ich bin gegen ein politisches Strafrecht, mit einer Ausnahme: Offener und verdeckter Faschismus gehören auch weiterhin verboten. Die Neonazis als Trittbrettfahrer des Demokratisierungsprozesses in unserem Lande? Allein der Gedanke ist unerträglich. wie kann dem wirksam begegnet werden? [….]“

    Neues Deutschland vom 4. Januar 1990
    VP beschlagnahmte REP-Flugblätter – Illegaler Vertrieb in Leipzig
     Leipzig ND). In den Januartagen (1. und 2. 1.) wurde in Leipzig Werbematerial der „Republikaner“ verteilt. Neben Postkarten mit dem Konterfei von Franz Schönhuber wurden auch Mützen, Feuerzeuge, Kugelschreiber, Aufkleber, Aufnäher, Programme, Handzettel, Plakate und auch Zeitungen dieser BRD-Partei an verschiedenen Stellen der Messestadt zu unterschiedlichen Zeiten abgelegt. Zum Teil wurden auch Jugendliche angesprochen, die das Propagandamaterial verteilen sollten. Mehrere Leipziger Bürger informierten daraufhin die Volkspolizei, die das Material sicherstellte. Es handelte sich dabei u. a. um etwa 5000 Flugblätter und Handzettel, rund 150 Plakate und an die 500 Zeitungen der „Republikaner“.“

  3. Rolf schreibt:

    Leider muss man sich in Zukunft mit immer mehr ungebildeten Menschen auseinandersetzen. Schließlich leben wir jetzt in einer „Bildungsrepublik“. Vor allem die Bereiche Geschichte, Politik, Menschheit sind hiervon betroffen. Jeder glaubt in seiner „eigenen kleinen Welt“ das absolute Wissen zu besitzen. Das wird auch in den vielen kommunistischen Strömungen sichtbar. Wir sollten uns davon nicht verwirren lassen und unseren Weg – den Weg der Wahrheit – weiter gehen.

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