Ein historischer Rückblick: Wie und warum wurde Deutschland gespalten?

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Die Unkenntnis über historische Tatsachen ist in der BRD heute groß. Die Massenmedien tragen dazu bei, die Unwissenheit zu vergrößern und mit Falschinformationen und Lügen zu durchsetzen, was die Erkenntnis der Hintergründe unmöglich machen soll. Doch das hat eine lange Tradition. Schon kurz nach dem Ende des Krieges kündigte sich mit der berüchtigten Rede Churchills 1946 in Fulton (USA) die verbrecherische Absicht der Westmächte an, den Krieg gegen die Sowjetunion fortzusetzen – einen Krieg, bei dem der deutsche Faschismus kläglich gescheitert war. Doch nun mit anderen Mitteln: mit ideologischer Diversion, Spionage, Sabotage und Manipulation. Gezielt sabotierten die imperialistischen Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich die Einhaltung des Potsdamer Abkommens, das getroffen worden war, um Deutschland nach der Zerschlagung des Faschismus den Weg in eine friedliche Zukunft ohne kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung des werktätigen Volkes zu ermöglichen. Und so verlief die Geschichte nach 1945 bis zur Gründung der DDR…

Am 8. Mai kapitulierte Hitlerdeutschland bedingungslos. So endete der Krieg, in den die Faschisten Deutschland gestürzt hatten, mit der völligen Niederwerfung Deutschlands. Durch die Vernichtung Hitlerdeutschlands befreite die Sowjetunion die Völker Europas von der faschistischen Barbarei und rettete die Zivilisation der Welt. »Die Sowjetunion«, so führte Genosse Stalin am 9. Mai 1945 aus, »feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten.« [1]

Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg
Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik

Am 5. Juni 1945 unterzeichneten die Bevollmächtigten der UdSSR, der USA, Englands und Frankreichs in Berlin die Deklaration über die Niederlage Deutschlands und die Übernahme der Regierungsgewalt in Deutschland durch die Regierungen der vier Mächte. Bereits vorher, im Mai 1945, hatten die Vertreter der Regierung der UdSSR, der USA, Englands und Frankreichs in der Europäischen Konsultativkommission in London ein Abkommen über den Kontrollmechanismus in Deutschland unterzeichnet, nach dem die Grundforderungen der bedingungslosen Kapitulation verwirklicht werden sollten. Die Grundlage dieses Abkommens bildeten die im Februar 1945 auf der Krimkonferenz von den Regierungsoberhäuptern der UdSSR, der USA und Englands angenommenen Prinzipien.

Die vier Besatzungszonen

Das Abkommen sah vor, daß die oberste Gewalt in Deutschland durch die Oberbefehlshaber der bewaffneten Streitkräfte der UdSSR, der USA, Englands und Frankreichs, und zwar durch den jeweiligen Oberbefehlshaber in seiner Besatzungszone, nach den Instruktionen der entsprechenden Regierungen ausgeübt wird. Fragen, die das gesamte Deutschland betreffen, sollten gemeinsam entschieden werden. Zu diesem Zweck wurde in Deutschland als oberstes Kontrollorgan der Kontrollrat geschaffen. Für die gemeinsame Verwaltung des Gebietes von »Groß-Berlin« wurde die interalliierte Kommandantur ins Leben gerufen. die sich aus dem sowjetischen, dem amerikanischen, dem englischen und dem französischen Sektorenkommandanten als Vertretern der Besatzungsmächte zusammensetzte. Am 26. Juli 1945 wurde Deutschland durch den Beschluß der Europäischen Konsultativkommission für die Zeit bis zum Abschluß eines Friedensvertrages in vier Besatzungszonen eingeteilt: in eine östliche (sowjetische), eine nordwestliche (britische), eine südwestliche (amerikanische) und eine westliche (französische) Zone.

Für eine friedliche Zukunft Deutschlands

Durch die denkwürdigen Siege der Sowjetunion, die zur Zerschlagung des Hitlerstaates führten, war das deutsche Volk von der faschistischen Herrschaft befreit worden. Die Sowjetunion sicherte dem deutschen Volk die Erhaltung seiner nationalen Selbständigkeit und eröffnete ihm den Weg zur Freiheit und Demokratie. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD), die auf Befehl des Oberbefehlshabers der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland gebildet wurde, schuf alle notwendigen Bedingungen für den Aufbau eines friedliebenden, demokratischen Deutschland. Die Kommunistische Partei Deutschlands stellte sich an die Spitze des Blocks der antifaschistischen demokratischen Parteien und Organisationen, der auf ihre Initiative hin im Juli 1945 geschaffen wurde.

Das Potsdamer Abkommen

Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 fand in Potsdam eine Konferenz (Berliner oder Potsdamer Konferenz) der drei Mächte – UdSSR; USA und England – statt, auf der die politischen und ökonomischen Prinzipien einer koordinierten Politik in bezug auf das besiegte Deutschland für die Zeit der gemeinsamen Kontrolle festgelegt wurden. In den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz wurden die Ziele der Besetzung Deutschlands wie folgt formuliert: völlige Entwaffnung und Entmilitarisierung, Liquidierung der gesamten deutschen Kriegsindustrie, Vernichtung der faschistischen Parteien und das Verbot jeglicher nazistischen und militärischen Tätigkeit oder Propaganda, Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage, Bestrafung der Kriegs- und Bestrafung der Kriegs- und Naziverbrecher usw. Die Regierungsoberhäupter der drei Mächte verpflichteten sich, Deutschland während der Besatzungszeit als ein wirtschaftliches und politisches Ganzes zu betrachten.

Reparationen und die Festlegung der Oder-Neiße-Grenze

Im Interesse der Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit legte die Potsdamer Konferenz eine neue Ostgrenze für Deutschland fest. Die Oder-Neiße-Grenze wurde zur Freundschaftsgrenze zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk. Die Potsdamer Konferenz entschied auch die Frage der deutschen Reparationszahlungen. Die Frage der Kontrolle des Ruhrgebiets wurde dem Rat der Außenminister übertragen, der durch Beschluß der Potsdamer Konferenz zur Vorbereitung von Friedensverträgen und zur Regelung von territorialen Fragen, die mit der Beendigung des Krieges in Europa entstanden waren, gebildet wurde. Den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz schloß sich im September 1945 auch Frankreich an.

Der allierte Kontrollrat wacht über die Einhaltung des Abkommens

Die Durchführung des Potsdamer Abkommens wurde dem Kontrollrat übertragen. Im Oktober 1945 beschloß der Kontrollrat, die Nationalsozialistische Partei, ihre Gliederungen und die durch sie kontrollierten Organisationen als gesetzwidrig zu erklären. Gleichzeitig setzte er alle Gesetze außer Kraft, die politischen und diskriminierenden Charakter trugen und auf die sich das faschistische Regime stützte; das waren die Gesetze über die Geheime Staatspolizei, die Gestapo, sowie die antisemitischen und andere Rassengesetze. Der Kontrollrat erließ ein Gesetz über die Bestrafung von Personen, die sich der Kriegsverbrechen sowie der Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hatten. Durch das Kontrollratsgesetz vom 25. Februar 1947 wurde der Preußische Staat – dieses Bollwerk des Militarismus und der Reaktion – aufgelöst.

Die Westmächte verletzen das Potsdamer Abkommen

Die herrschenden Kreise der USA, Englands und Frankreichs, die mit ihrer Politik Deutschland gegenüber antidemokratische Ziele verfolgten, gingen schon kurze Zeit nach der Potsdamer Konferenz dazu über, das Abkommen offen zu verletzen. Sie stellten es sich zur Aufgabe, die Selbständigkeit des deutschen Staates zu beseitigen, ihn in kleine Provinzen aufzuteilen, die reaktionären, militaristischen und revanchelüsternen Elemente, die den zweiten Weltkrieg entfesselt hatten, lebenskräftig zu erhalten und mit ihrer Hilfe Westdeutschland in eine Kolonie und in ein strategisches Aufmarschgebiet gegen die UdSSR und die Länder der Volksdemokratie zu verwandeln.

Nur die Sowjetregierung hielt und hält sich streng an die Potsdamer Beschlüsse und tritt entschlossen für die nationale Einheit Deutschlands ein. Stalin führte dazu aus: »Kurz gesagt, die Politik der Sowjetunion in bezug auf das deutsche Problem beschränkt sich … auf die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands. Ich glaube, daß die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands eine der bedeutendsten Garantien für die Errichtung eines stabilen und dauerhaften Friedens bildet.« [2]

In der sowjetischen Zone geschieht eine demokratische Umgestaltung

Unterstützt von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland, haben die antifaschistischen Kräfte in Ostdeutschland eine umfassende demokratische Umgestaltung vollzogen. Im Herbst 1945 wurde auf Initiative der KPD mit der Durchführung der demokratischen Bodenreform begonnen. Die erfolgreiche Durchführung der Bodenreform beendete die jahrhundertealte Herrschaft der junkerlichen Großgrundbesitzer, die von jeher eine Stütze der Reaktion und des Militarismus waren.

Von großer Bedeutung für die Umgestaltung der deutschen Wirtschaft auf einer friedlichen demokratischen Grundlage war die in der sowjetischen Besatzungszone durchgeführte Entmilitarisierung der Industrie, die Beseitigung der Monopole und Beschlagnahme des Besitzes der Nazi- und Kriegsverbrecher, zu denen alle Großkapitalisten gehörten, die Hitlers verbrecherische Pläne finanziert und unterstützt hatten. Die enteigneten Vermögenswerte wurden den Organen der Selbstverwaltung und damit dem deutschen Volke übergeben. Durch diese Maßnahmen wurde in den wichtigsten Wirtschaftszweigen ein starker volkseigener Sektor geschaffen. Die demokratische Umgestaltung förderte das Ansteigen der Industrieproduktion. Im Interesse der Werktätigen wurden der achtstündige Arbeitstag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und andere demokratische Gesetze eingeführt. Bereits im Jahre 1947 war die Arbeitslosigkeit völlig beseitigt. Gleichzeitig mit den Reformen auf dem Gebiet der Wirtschaft wurde. die Entnazifizierung erfolgreich durchgeführt. Im Frühjahr 1946 wurde das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule angenommen.

Die historische Vereinigung von KPD und SPD zur SED

Von gewaltiger Bedeutung für das politische Leben in Deutschland war die Vereinigung der bei den Arbeiterparteien, der Kommunistischen und der Sozialdemokratischen Partei, zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 21.und 22. April 1946. Diese Vereinigung wurde auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus vollzogen. Die Schaffung der SED bedeutete einen Umschwung in der Arbeiterbewegung Deutschlands und bildete ein festes Fundament für die endgültige Überwindung der Spaltung der Arbeiterklasse im Lande, die durch die verräterische Politik der rechten Sozialdemokraten hervorgerufen worden war. Die Gründung der SED verstärkte die führende Rolle der Partei der demokratischen Aufbau Ostdeutschlands sowie deren Einfluß unter den werktätigen Massen. Die von der Bevölkerung der sowjetischrn Besatzungszone gewählten Landtage arbeiteten 1946 demokratische Verfassungen für die Länder aus. Mit Unterstützung der sowjetischen Militärbehörden erstarkten die Kräfte der deutschen Demokratie in der sowjetischen Besatzungszone.

Wie die Westmächte das verfluchte Nazireich wieder aufrichteten

Die Imperialisten der Vereinigten Staaten von Amerika, Englands und Frankreichs ließen unter Verletzung des Potsdamer Abkommens in ihren Besatzungszonen die deutschen Monopole, die die Inspiratoren und Initiatoren der Hitleraggression gewesen waren, unangetastet. Die anglo-amerikanischen und französischen Imperialisten ließen auch den Großgrundbesitz bestehen. Die Kommissionen zur Entnazifizierung der westlichen Zonen Deutschlands waren durchsetzt mit faschistischen Elementen und wurden zu Kommissionen der Rehabilitierung faschistischer Verbrecher. Führende Nazis wurden von den amerikanischen Imperialisten amnestiert. Das hatte eine verstärkte Zersetzungstätigkeit der nazistischen Elemente zur unmittelbaren Folge.

Die westlichen Besatzer verfolgten Kommunisten und Antifaschisten

Die westlichen Besatzungsmächte verfolgen die Anhänger der demokratischen antifaschistischen Bewegung und stützen sich in ihrer Politik auf die westdeutsche Reaktion, die sich um die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD) Westdeutschlands konzentriert. Die USA, England und Frankreich verboten in ihren Besatzungszonen die Gründung und Tätigkeit der SED und unterstützten mit allen Mitteln die von Schumacher geführten rechten Sozialdemokraten, die Schuld an der Spaltung der Arbeiterbewegung in Westdeutschland tragen. In den westdeutschen Ländern wurden antidemokratische Verfassungen angenommen, die von föderalistischen Bestrebungen durchsetzt sind.

 Wie die Einheit Deutschland durch die Westmächte hintertrieben wurde

Um die Spaltung Deutschlands voranzutreiben, nahm die britsche Militärverwaltung, ohne den Kontrollrat davon in Kenntnis zu setzen, im Dezember 1945 alle Kohlengruben und im August1946 die Stahlindustrie im Ruhrgebiet unter ihre Verwaltung. Die Sowjetunion  forderte wiederholt eine Viermächtekontrolle über die Industrie des  Ruhrgebietes, um das Ruhrgebiet aus einem Kriegsarsenal in eine Quelle des Wohlstandes der europäischen Völker und an erster Stelle des deutschen Volkes zu verwandeln. Im Dezember 1946 trennte die französische Militär­verwaltung durch einseitige Handlungen das Saargebiet von Deutschland los und gliederte es faktisch im März 1950 Frankreich an. Am 2. Dezember 1946 wurde das anglo-amerikanische Abkommen über die Bildung der vereinigten amerikanisch-britischen Zone, der sog. Bizone, unterzeichnet, der später, im Jahre 1948, auch die französische Zone angeschlossen wurde.

Auf diese Weise wurden die westlichen Gebiete Deutschlands vom übrigen Deutschland losgetrennt. Damit begannen die herrschenden Kreise der USA und Englands offen eine Politik der Spaltung Deutschlands zu betreiben. Das Abkommen über den Zusammenschluß der westlichen Besatzungszonen erleichterte es den amerikanischen Monopolisten, die deutsche, Wirtschaft unter ihren beherrschenden Einfluß zu bringen.

Die Sowjetunion versucht, die Spaltung Deutschlands zu verhindern

Auf der Moskauer Tagung des Außenministerrates im Jahre 1947 (März-April) wie auch auf den vorhergehenden Tagungen, trat der Außenminister der UdSSR, Molotow, konsequent gegen die durch die anglo-amerikanischen Imperialisten betriebene Spaltung Deutschlands auf, wobei er betonte, daß die Spaltung den Grundinteressen des deutschen Volkes widerspricht. Molotow unterbreitete folgende Vorschläge der sowjetischen Delegation: »1. Die politische Struktur Deutschlands muß demokratischen Charakter tragen … 2. Als ersten Schritt zuur Bildng einer provisorischen deutschen Regierung, gemäß dem Beschluß der Potsdamer Konferenz, deutsche Zentralverwaltungen für Finanzen, Industrie, Verkehrswesen, Post-und Fernmeldewesen und Außenhandel zu schaffen.« [3]

Die anglo-amerikanischen Besatzer setzen ihre Separatmaßnahmen fort

Trotz nachdrücklicher Forderung der UdSSR, ein einheitliches, demokratisches, friedliebendes Deutschland zu schaffen, setzten die Westmächte ihre Separat­maßnahmen zur politischen und wirtschaftlichen Spaltung des Landes fort. Im Mai 1947 schlossen die anglo-amerikanischen Besatzungsmächte ein Ab­ kommen über die Bildung eines deutschen Zweizonen-Wirtschaftsrates und nahmen, in engem Kontakt mit den Anhängern einer deutschen Revanchepolitik, Kurs auf die Schaffung eines reaktionären westdeutschen Staates.

Die demokratischen Kräfte in Deutschland sind gegen eine Spaltung

Die Politik der anglo-amerikanischen Imperialisten in Westdeutschland rief den energischen Widerstand der demokratischen Kräfte hervor. Der II. Parteitag der SED vom 20. bis 24. September 1947 nahm eine Resolution über den Kampf um die Demokratie und Einheit Deutschlands an. Das im November 1947 angenommene Manifest der SED forderte die Durch­ führung eines Volksentscheids über die Frage der Einheit Deutschlands, die Schaffung von zentralen gesamtdeutschen Verwaltungsorganen, die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und denAbschluß eines Friedens, vertrages, der dem deutschen Volke einen gebührenden Platz unter den Völkern der Welt sichert. Anfang Dezember 1947 fand unter der Losung: »Für Einheit und gerechten Frieden!« der erste Deutsche Volkskongreß statt. Auf dem Kongreß waren 2215 Delegierte, darunter die Vertreter einiger westdeutscher Länder, anwesend. Das vom Kongreß angenommene Manifest rief die Deutschen auf, die Sache der Herstellung der Einheit Deutschlands selbst in die Hand zu nehmen. Der Kongreß spielte eine wichtige Rolle beim Zusammenschluß aller fortschrittlichen, demokratischen Kräfte des deutschen Volkes im Kampf um die Einheit Deutschlands, Die Volkskongreßbewegung erfaßte das gesamte Volk. Von Ende 1947 bis Anfang 1948 wurden in den Betrieben, Städten und Dörfern der sowjetischen Besatzungszone ständige Komitees der Volkskongreßbewegung gebildet. In München, Bremen und anderen westdeutschen Städten fanden Kongresse des Kampfes für Einheit und ge­rechten Frieden statt.

Die imperialistischen Westmächte lehnen einen Friedensvertrag mit Deutschland ab

Auf der Londoner Tagung des Rates der Außenminister im Jahre 1947 (Nov.-Dez.) machte die sowjetische Delegation den Vorschlag, daß die Regierungen der vier Mächte innerhalb von zwei Monaten dem Rat der Außenminister Ent­würfe vorlegten, die als Grundlage für den Abschluß eines Friedensver­trages mit Deutschland dienen sollten. Die Delegationen der USA, Englands und Frankreichs lehnten es jedoch ab, diesen Vorschlag zu prüfen.

Das Ruhrgebiet kommt unter imperialistische Verfügungsgewalt

Auf der Londoner Separatkonferenz vom 23. Februar bis 1. Juni 1948 faßten die USA, England und Frankreich Beschlüsse, die auf eine weitere Spaltung Deutschlands gerichtet waren. Die Regierungen der drei Westmächte verwandelten Westdeutschland in ein Anhängsel des aggressiven anglo-amerikanischen Block-und Bündnissystems gegen die UdSSR und die Länder der Volksdemokratie und bezogen es in die Aktionssphäre des sog. Marshallplanes ein. Sie arbeiteten ein Projekt der »internationalen Kontrolle über das Ruhrgebiet«, das sog. Ruhrstatut (Dezember 1948 bis Januar 1952) aus mit dem Ziel, das industrielle Herz Deutschlands aus dem Verband des übrigen Deutschland herauszulösen und die Herrschaft der USA über das Ruhrgebiet noch fester zu gestalten.

Eine separate Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen

Um für eine schnellere Spaltung Deutschlands völlig freie Hand zu haben, machten die Regierungen der USA, Englands und Frankreichs am 20. März 1948 der Tätigkeit des Kontrollrats ein Ende. Am 18. Juni 1948 führten die Westmächte in den Westzonen Deutschlands eine separate Währungsreform durch. Auch in den Westsektoren von Berlin wurde die Sonderwährung eingeführt in der Absicht, die Wirtschaft der Ostzone zu lähmen und Berlin zum Hauptstützpunkt der Zersetzungsarbeit gegen die demokratischen Kräfte Ostdeutschlands zu machen. Gleichzeitig begannen die Westmächte, die normalen. Handelsbeziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland zu stören.

Schutz der Ostzone vor einer Desorganisation durch die Westmächte

Auf der Außenministerkonferenz der acht Länder, die am 23. und 24. Juni 1948 in Warschau stattfand, wurde die Verschwörung des anglo-amerikanischen und französischen Imperialismus zur Umwandlung Westdeutschlands in einen Aggressionsherd entlarvt und ein Programm zur Schaffung eines einheitlichen, demokratischen und friedliebenden Deutschland verkündet. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland stützte sich auf die demokratischen Kräfte des deutschen Volkes und führte in der Zeit vorn 23. bis 28. Juni 1948 eine demokratische Währungsreform durch. Außerdem traf sie eine Reihe von Maßnahmen, durch die sie die Interessen der Ostzone Deutschlands schützte und deren Wirtschaft vor der Gefahr einer Desorganisation bewahrte, wie sie von den anglo-amerikanischen Imperialisten durch die separate Währungsreform in Westdeutschland heraufbeschworen wurde.

Der 2. Deutsche Volkskongreß von 1948 fordert die Einheit Deutschlands

Der Verstoß gegen das Potsdamer Abkommen, der in der Spaltung Deutschlands und anderen antidemokratischen Maßnahmen der Westmächte zum Ausdruck kam, veranlaßte die fortschrittlichen demokratischen Kräfte des deutschen Volkes, mit der SED und der KPD an der Spitze, die Bewegung zur Herstellung der Einheit Deutschlands und seine Umgestaltung in einen demokratischen und friedliebenden Staat zu verstärken. Der 2. Deutsche Volkskongreß, der im März 1948 in Berlin stattfand, verkündete die Notwendigkeit des Kampfes für eine einheitliche, demokratische deutsche Republik und forderte die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, entsprechend den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz. Der Kongreß beschloß, im ganzen Lande eine Volksbefragung über die Einheit Deutschlands durchzuführen, und beauftragte den von ihm gewählten Deutschen Volksrat, einen Entwurf für eine gesamtdeutsche demokratische Verfassung auszuarbeiten. Auf Initiative der SED wurde ein Zweijahrplan zur Wiederherstellung und Entwicklung der Friedenswirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone für die Jahre 1949 und 1950 ausgearbeitet und angenommen.

Für Westdeutschland wurde ein koloniales »Besatzungsstatut« erlassen

Die herrschenden Kreise der USA, Englands und Frankreichs führten im Jahre 1949 auf Beschluß der Washingtoner Konferenz der Außenminister der USA, Englands und Frankreichs einseitige Veränderungen der Westgrenzen Deutschlands durch und zwangen Westdeutschland das koloniale »Besatzungsstatut« auf. Dieses »Statut« verfolgte das Ziel, das Besatzungregime auf unbegrenzte Zeit aufrechtzuerhalten und den Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland zu hintertreiben. Um ihre imperialistische Politik in Westdeutschland zu bemänteln, beschlossen die Regierungen der USA, Englands und Frankreichs, einen separaten westdeutschen Staat zu schaffen. Die Verfassung dieses Staates wurde durch das koloniale »Besatzungsstatut« bestimmt. Am 23. Mai 1949 nahmen reaktionäre westdeutsche Politiker, entgegen den grundlegenden nationalen Interessen des deutschen Volkes, in Bonn die von den westlichen Besatzungsbehörden diktierte und am 12. Mai 1949 durch die Militärgouverneure der USA, Englands und Frankreichs bestätigte antidemokratische sog. Bonner Verfassung ohne Einschränkung an. Die sozialdemokratischen Führer, mit dem Verräter der Arbeiterklasse, dem Agenten des anglo-amerikanischen und westdeutschen Imperialismus Schumacher an der Spitze, halfen dem anglo-amerikanischen Imperialismus, Westdeutschland in eine Kolonie und einen Herd des Faschismus und der Revanche zu verwandeln, wobei sie die nationalen Interessen des deutschen Volkes verrieten.

Die imperialistischen Westmächte stellten sich gegen den Willen des deutschen Volkes

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands und die Kommunistische Partei Deutschlands sind die führenden Kräfte des deutschen Volkes in seinem Kampf gegen die anglo-amerikanischen Kriegsbrandstifter und ihre westdeutschen Helfershelfer, in seinem Kampf um die wirtschaftliche und politische Wiedervereinigung Deutschlands, den beschleunigten Abschluß eines Friedensvertrages und den Abzug der Besatzungstruppen. … Auf der Außenministerkonferenz in Paris im Jahre 1949 schlug die sowjetische Delegation erneut vor, unverzüglich mit der Ausarbeitung eines Friedensvertrages mit Deutschland zu beginnen und ein Jahr nach Abschluß des Frü~densvertrages die Besatzungstruppen abzuziehen. Sie beantragte ferner, auf der Grundlage der in der Ostzone und in den Westzonen bestehenden Wirtschaftsorgane einen gesamtdeutschen Staatsrat zu bilden, der ein Wirtschafts- und Verwaltungszentrum Deutschlands mit Regierungsfunktionen darstellen und der erste Schritt zur Bildung einer gesamtdeutschen demokratischen Regierung sein sollte. Weitere Vorschläge betrafen die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Kontrollrats sowie des vom August bis Dezember 1948 durch die amerikanischen und britischen Besatzungsmacht gespaltenen Gesamtberliner Magistrats u.a. Die Vertreter der USA, Englands und Frankreichs weigerten sich jedoch, diese Vorschläge anzunehmen.

Der separate westdeutsche Staat und später: Die Gründung der DDR

Am 20. September 1949 wurde auf Befehl der amerikanischen und der britischen Besatzungsmacht in Bonn eine separate westdeutsche Regierung der deutschen Revanchepolitiker, mit dem Erzreaktionär Adenauer an der Spitze, gebildet. Diese Regierungsbildung stellte die Vollendung der Spaltungspolitik der anglo-amerikanischen Imperialisten in Deutschland dar. Durch derartige verbrecherische Handlungen gegenüber Deutschland bedrohten die Regierimgen der USA, Englands und Frankreichs die Existenz der gesamten deutschen Nation. Der Deutsche Volksrat brachte den Willen der absoluten Mehrheit des deutschen Volkes zum Ausdruck, als er auf seiner 9. Tagung am 7. Oktober 1949 das Manifest der Nationalen Front des demokratischen Deutschland annahm und die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik sowie die Bildung ihrer Provisorischen Regierung verkündete. Der Volksrat proklamierte sich zur Provisorischen Volkskammer. Am 11. Oktober 1949 wurde auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden Kammern des Provisorischen Parlaments, der Volks- und der Länderkammer, Wilhelm Pieck einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik gewählt. Am 12. Oktober wurde aus Vertretern aller, politischen Parteien die Provisorische Regierung) der Deutschen Demokratischen Republik, mit Otto Grotewohl an der Spitze, gebildet. Infolge der Spaltungspolitik der anglo-amerikanisehen und französischen Imperialisten konnte ein demokratisches Regime nur im Osten Deutschlands errichtet werden.

Stalin: »Die Gründung der DDR ist ein Wendepunkt in der Geschichte!«

Bei seiner Einschätzung der hervorragenden internationalen Bedeutung der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik schrieb Stalin in seinem Begrüßungsschreiben an den Präsidenten der Republik, Wilhelm Pieck, und an den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl: »Die Gründung der friedliebenden Deutschen Demokratischen Republik ist ein Wendepunkt in der Geschichte Europas. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Existenz eines friedliebenden demokratischen Deutschlands neben dem Bestehen der friedliebenden Sowjetunion die Möglichkeit neuer Kriege in Europa ausschließt, dem Blutvergießen in Europa ein Ende macht und die Knechtung der europäischen Länder durch die Weltimperialisten unmöglich macht.« [4] Am 10. Oktober 1949 übertrug die Sowjetregierung der Provisorischen Regierung die Verwaltungsfunktionen, die vor der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland ausgeübt worden waren. An Stelle der SMAD wurde die Sowjetische Kontrollkommission gebildet, deren Aufgabe die Kontrolle der Durchführung des Potsdamer Abkommens und der anderen Deutschland betreffenden gemeinsamen Vierrnächtebeschlüsse ist. Die DDR. wurde zur festen Grundlage für ein einheitliches, unabhängiges, demokratisches und friedliebendes Deutschland. Sie festigte in starkem Maße den Willen des deutschen Volkes zum Kampf um ein einheitliches demokratisches Deutschland.

Quelle:
Große Sowjetenzyklopädie: Geschichte Deutschlands. Rütten & Berlin, 1955, S.105-115. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Zitate:
[1] И. Cталин, О Великой Отечественной войне Советского Союза (J. Stalin, Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion), 5. Aufl., 1950, S. 193; , deutsch: ebenda, Berlin 1951, S, 223. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
[2] »Правда« („Prawda“), Nr. 228, vom 25. September 1946, S.1; deutsch: „Tägliche Rundschau“, Nr. 223, vom 25. September 1946, S. 1.
[3] В.М. Молотов, Вопросы внешжей политики (W.M. Molotow, Fragen der Außenpolitik), Moskau 1948, S.417; deutsch: ebenda, Moskau 1949, S.428-429.
[4] »Правда« („Prawda“), Nr.287, vom 14. Oktober 1949, S.1; deutsch: „Tägliche Rundschau“, Nr.241, vom 14. Oktober 1949, S.1.

Siehe auch:
Das Potsdamer Abkommen
Geschichte: Die Wirtschaft der DDR im Jahre 1953

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14 Antworten zu Ein historischer Rückblick: Wie und warum wurde Deutschland gespalten?

  1. Lieber Sascha,

    meinen richtig großen Dank an dich für diese „Zusammenfassung“. Bisher musste ich meine Darstellung von Tatsachen aus den hier zugänglichen Quellen geradezu zusammen basteln.
    Sicher sind alle Dokumente reichlich vorhanden, aber wo finden, wenn man nicht weiß, wo man suchen soll? Als Erschwernis kommt dabei hinzu, dass die Quellen, die offen für jedermann nachlesbar sind – vor allem wikipedia – so geschrieben sind, dass es das innere Vorstellungsbild, das einem indoktriniert wurde, bedient also bestätigt.
    Für die meisten ungeübten Leser, die nicht einmal wissen, dass das eine gesagt oder geschrieben werden kann, aber sich der Sinn nur für die „Eingeweihten“ erschließt und etwas ganz anderes wirklich ausgesagt wird, ist es deshalb sehr schwer, dass kapitalistische Wesen und den Faschismus, der hier herrscht, zu erkennen.

    Und „alle“ machen dabei mit. Manchmal denke ich, in was für einem scheiß Film bin ich hier bloß gelandet? Da kann man sich manchmal wie der Letzte Mohikaner bei vorkommen.

    … und schau mal hier, da gab es eine Frage zum Bargeld (die kleinen „Geld“-, Gold- und Silber-Horter sind ständig in Panik …) das in Schweden angeschafft werden soll. Ich weiß gar nicht, wie viele Menschen das überhaupt noch wissen, dass es schon seit über 140 Jahren gar kein Bargeld mehr in Deutschland oder den USA gibt (LOL, ich hoffe, ich bin nicht der einzige, der das weiß):

    http://einarschlereth.blogspot.de/2014/10/organspenden-pro-und-contra.html?showComment=1415195233003#c2580029202282880349

  2. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Sexualunterricht für Jungs und Mädchen

  3. sascha313 schreibt:

    Da siehst Du wieder mal, Georg, wieviel Dir (bzw. Euch im Westen) entgangen ist und – ganz klar! – vorenthalten wurde. Es ist heute nicht immer einfach, an diese Originalquellen heranzukommen. Man müßte dazu in Archiven nachsuchen – aber wer hat die Zeit dazu, und weiß auch noch, wo er was suchen soll -, um dann nach mühevollen Stunden Sucherei zu einer Erkenntnis zu kommen. Es ist außerdem auch so, da bestimmte Leute bei bestimmeten Gelegenheiten sehr schnell solche Quellen aus dem Verkehr ziehen und vernichten. Zum Beispiel wurden in der DDR nach 1990 ganz gezielt sämtliche Allgemeinbildenden Bibliotheken „ausgeräumt“ (auch Betriebsbibliotheken und Gewerkschaftsbüchereien, Bibliotheken von Ferienheimen usw. usw. – und das waren Tausende solche Einrichtungen!) und dabei nicht nur alle politischen Bücher (und zwar alles was im Entferntesten mit dem Kommunismus zu tun hat, was auch Dokumentationen und wissenschaftliche Arbeiten betrifft), aber auch Belletristik und Weltliteratur (DDR-Schriftsteller, sowjetische Literatur .. sogar Thomas Mann!) aus den Regalen entfernt. Daher ist es ungeheuer verdienstvoll, wenn Menschen sich dieser Sache annehmen und bewahren, was bewahrenswert ist. Oder soll man z.B. ein DDR-Arbeitsgesetzbuch auf den Müll werfen! Es zeigt doch ganz klar, welche Rechte die Arbeiter in unserem Land hatten, und welche gewaltigen Vorzüge der Sozialismus hat!

  4. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg

  5. RHEINLAENDER schreibt:

    Interessanterweise wissen / wussten auch viele Wessis, dass die UdSSR ein neutrales Deutschland wollte und die USA die Spaltung. Der Vorteil für die UdSSR wäre sicher gewesen:
    1) Halbwegs fairer Reparationsausgleich
    2) Eine Bevölkerung, die tief bis in CDU Kreise (Aahlener Programm) den KAPITALISMUS für gescheitert und mörderisch / brutal erklärt hatte.
    3) Ein antikapitalistisches Deutschland, dass mit seinen Wirtschaftserfolgen auch andere Länder mitgerissen hätte. Die Hauptindustrie war nun mal in Westdeutschland und nach dem Krieg weiter entwickelt als vorher. Die Märchen von der Industriezerstörung waren schon immer entlarvt. Siehe aber „Das Märchen vom Wirtschsftsaufschwung“ bei youtube.
    Selbst USA machten anfangs und ganz offen deutsches Grosskapital für den Faschismus verantwortlich.

  6. sascha313 schreibt:

    Genau, RHEINAENDER, und das zuletzt genannte, sowie das „Ahlener Programm“ waren unvermeidlich die Folge des siegreichen Sozialismus. Im Falle des „Ahlener Programms“ ganz sicher auch der Versuch, die Arbeiterklasse im Westen zu betrügen… Aber – schon während des 2. Weltkrieges machten die Nazis mit den USA-Wirtschaftsbossen den Deal, der ihnen später ihr Fortbestehen und ihr Kapital sicherte.
    http://sascha313.blog.de/2012/02/25/verflechtungen-macht-12933229/
    und auch danach:
    http://sascha313.blog.de/2013/09/16/pluenderten-us-amerikaner-1945-leipzig-16402093/
    http://sascha313.blog.de/2012/08/05/geheime-tagebuch-mister-grow-14383719/

  7. Tobi schreibt:

    Wieder mal ein interessantes Thema danke 😉
    Schade das die Revisionisten in der Sowjetunion und DDR alles zerstört haben was Lenin und Stalin aufgebaut haben. Aber mal eine Frage die ich euch schon etwas früher schon stellen wollte: Es gibt seit längerer Zeit so ein Since-Fiction-Roman vom Ex-Kommunisten Christian von Dithfurt „Die Mauer steht am Rhein“ in der die Rede von einem wiedervereinigten sozialistischen Deutschland unter dem Namen „Demokratische Republik Deutschland (DDR)“ ist. Allerdings nur ein pro-kapitalistischer Propagandaroman. Aber klingt irgendwie interessant die Handlung. Nämlich wie dieses vereinte und sozialistische Deutschland zustande kam: Gorbatschow wird 1988 von Stalinanhänger gestürzt – genauer gesagt von Jegor Ligatschow – und Druck gegen die West-Imperialisten ausgeübt, sodass es am 03.10.1990 zur sozialistischen Einheit kommt.
    Naja was meinst du Sascha? Könnte sowas möglich gewesen sein oder nicht?

  8. sascha313 schreibt:

    Freut mich, Toby, wenn es ankommt. Also – erstmal: Mit dem Wenn und Hätte ist das immer so eine Sache. Die Geschichte wird von Menschen gemacht, und manchmal korrigiert die Realität eben solche „Theorien“, von denen man hinterher weiß, daß es Hirngespinste waren. Und zurecht landet sowas dann im Mülleimer. Damit braucht man keine Zeit zu verschwenden! Und dann – ein „Ex-Kommunist“??? Das hat es noch nie gegeben, Mitläufer dagegen gab es viele! Dithfurth war nie ein Kommunist, das kann man nachlesen.

    Es gibt einige Leute, die sich mit angeblichen oder tatsächlichen Insider-Kenntnissen schmücken. Das wird gerne gelesen. Vor allem von denen, die hinter jeder Geschichte ein Geheimnis oder eine Verschwörung vermuten, oder die gern private Geschichtchen der „Promis“ lesen. Wer aber solche Stories niederschreibt und rumerzählt mit dem Ziel, die DDR madig zu machen, in dem er alle möglichen Schwächen und Fehler herauspickt, um dann zu dem Ergebnis zu kommen: es war kein Sozialismus! – der ist kein Kommunist! Er gehört, wie Trotzki, Tuchatschewski, Kamenew, Chruschtschow, Gorbatschow, Wolkogonow, Peter Feist und andere, die heute auf der Gegenseite stehen, zu den Antikommunisten. Oder zur „5.Kolonne“. Es ist auch egal, ob derjenige nun unter sozialistischen Verhältnissen aufgewachsen ist oder im Westen. Und gleichfalls egal ist, wieviele Zitate er auch anführt, um seine Behauptungen zu „beweisen“.

    Wir wissen, daß es nach 1953/56 massive Entartungen und Abweichungen vom Sozialismus gab (die gab es auch schon früher – z.B. Kautsky, Ruth Fischer), damit muß man sich auseinandersetzen, was auch Lenin schon tat. Aber sich mit Renegaten auseinanderzusetzen, von denen man schon nach den ersten zwanzig Zeilen weiß, auf welche Seite sie einzuordnen sind, ist Zeitverschwendung. Vorausgesetzt ist natürlich immer, daß man die Sache aus der Sicht des dialektischen und historischen Materialismus sieht. Und das setzt wiederum voraus, daß man von Marx, Engels, Lenin, Stalin einiges gelesen und verstanden haben muß – daß man also wissenschaftlich herangeht. Da kann man viel Zeit sparen! Die Geschichte läßt sich nicht beliebig interpretieren. Sie ist geschehen, und das läßt sich nicht leugnen!

    • Tobi schreibt:

      Ja das stimmt, ich befasse mich viel zu sehr mit unnötiges Zeug wie „Was hätte passiert oder was wäre wenn?“ und damit soll Schulss sein! Nur das Problem es tut sich nix in Deutschland. Es gibt keine vereinte kommunistische Partei mit den Lehren des Marxismus-Leninismus und natürlich auch antirevisionistisch ausgerichtet. Das stört mich halt, dass die Volksmassen bei uns nicht revolutionär genug sind.
      Gruß Tobi

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