Der Koreakrieg und die Folgen

Seoul_1951

USA-Okkupanten in Seoul 1951

Manchmal muß man die Verbrechen des USA-Imperialismus wieder in Erinnerung rufen. Wir haben erfahren, was Faschismus ist. Wir wissen, was in der Nazizeit geschah. Und wir wissen auch, daß einige der Hauptkriegsverbrecher vom Nürnberger Gericht dafür zur Verantwortung gezogen wurden. Sie wurden zum Tode durch den Strang verurteilt. Doch damit war die Geschichte nicht zuende. Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus flüchteten eine große Anzahl Nazi- und Kriegsverbrecher in den Westen (und u.a. mit Hilfe der katholischen Kirche über die „Rattenlinie“ nach Südamerika). Und das Morden ging weiter. Die Liste der USA-Kriegsverbrechen ist lang: Hiroshima/Nagasaki, Philippinen, Vietnam, Korea – und in jüngster Zeit: Bosnien, Irak, Libyen, Syrien – um nur einiges zu nennen. Die herrschende Klasse, das sind die Besitzer der Produktionsmittel, es sind die Milliardäre und Multimilliardäre, von denen es in jedem kapitalistischen Land einige gibt. Auch in der BRD. Sie sind die Schuldigen! Doch die Verantwortlichen wurden bisher nicht bestraft. Hier nun einige Fakten über den Koreakrieg:

Der Koreakrieg

Drei Jahre dauerte dieser Krieg. Vier Millionen Menschen mußten ihn mit dem Leben bezahlen, davon fast drei Millionen Koreaner, fast eine Million Chinesen. Auch 33.629 Amerikaner starben während der Kämpfe, einige hunderttausend wurden verwundet. Unter den Verwundeten befand sich auch der Sohn des Allen Welsh Dulles. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung, verlor das Gedächtnis, siechte in einem Sanatorium dahin.

Korea litt schwer

Der Chef der Luftstreitkräfte für den Fernen Osten, General Emmer O’Donnell, erklärte im «Mac-Arthur-Hearing» beinahe triumphierend: «Fast die gesamte Halbinsel (ist) ein einziger großer Schutthaufen. Alles ist zerstört. Nichts Nennenswertes ist stehengeblieben … Es gab in Korea keine Ziele mehr.» Der General irrte sich. Bis zum letzten Tag des Krieges wurde vor allem die KDVR bombardiert. Über eine Million Einsätze flogen die «Thunderjet», die «Panther», die «Skyraider». Sie warfen soviel Bomben ab, wie während des zweiten Weltkrieges in Europa abgeworfen worden waren. Das bereits Zerstörte wurde immer wieder aufs neue zerstört.

Die USA verloren ihren ersten Krieg

Der Krieg verbrauchte eine Menge amerikanischer Generale. Einer nach dem anderen erlitt Niederlagen und mußte gehen: Der großsprecherische MacArthur, das «strategische Genie» Ridgway, der «Durchreißer» Mark W. Clark, der «Haudegen» Maxwell D. Taylor, der «Dandy» van Fleet. Sie begriffen nicht, daß die verachteten Koreaner nicht nur standhielten, sondern sie das Laufen lehrten. Sie erhielten von den Soldaten der Koreanischen Volksarmee und den chinesischen Volksfreiwilligen handfeste Lektionen. Das «Zurückrollen des Sozialismus» fand nicht statt. Die USA hatten ihren ersten Krieg verloren.

Die Folgen der Niederlage

Die Niederlagen brachten auch für andere Konsequenzen. Trygve Lie, der Generalsekretär der Vereinten Nationen und Vertrauensmann der USA, trat von seinem Amt zurück. Er konnte die Kritik nicht mehr ertragen. Mißachtung der UN-Charta, Dienstmann des Außenministers der USA, Verwandlung des Generalsektetariats in eine Filiale des Weißen Hauses … das waren noch die zahmsten Vorwürfe gegen Lie. Die Situation in der UNO veränderte sich, die «amerikanischen Jahre» waren vorbei. So. verließ er den seiner Meinung nach «unmöglichsten Posten der Welt».

fotosUSA

Südkorea blieb okkupiert

Präsident Truman wurde abgewählt. Sein Gegner, General Dwight D. Eisenhower, gewann die Wahlen, weil er den Amerikanern versprach, den Krieg in Korea so schnell wie möglich zu beenden. Li Syng Man, der «schreckliche alte Mann», der noch kurz vor dem Waffenstillstand im Juli 1953 zu einem neuen «Marsch nach Norden» aufgerufen hatte, konnte sich noch einige Jahre mit amerikanischer Unterstützung halten. Dann jagte ihn der Volkszorn der Südkoreaner davon. Wohin ging er? Dorthin, wo er hergekommen war: in die USA. Genauer gesagt: Er ließ sich wieder auf Hawaii nieder. Die Amerikaner, die in Südkorea blieben, sorgten für ihm ebenbürtige Nachfolger.

Die Kriegsgewinnler in den USA

Doch es gab auch Leute, die meinten: «Korea war ein Segen. Es mußte einfach ein Korea geben, entweder hier oder sonstwo.» Dieser Ausspruch stammt von General James. van Fleet, einem der Niederlagengenerale. Er dachte dabei wohl an seinen Chef, den Verteidigungsminister Louis Johnson, einen Vertreter der Flugzeugindustrie. Aber der Profit kam auch anderen zugute.Der Dulles-Klient Rockefeller verdiente unter anderem an der Hubschrauberfirma Piasecki, deren Aktien in den Kriegsjahren von 2 auf 30 Dollar stiegen. Im übrigen ließ sich in den Ausgaben des «Wallstreet-Journals» dieser Jahre ständig ablesen, wer am Korea-Krieg verdiente.

  • General Motors erhielt einen Millionen-Auftrag für die Herstellung von leichten Panzern;
  • Willys, der Jeep-Hersteller, mußte seine Produktion vervierfachen;
  • die International Harvester Comp .. hatte plötzlich reichlich Aufträge für Panzerspähwagen.
  • Die Gewinne von General Electric verdoppelten sich.
  • Die Gewinne von Standard Oil, der United Steel Corporation, von Du Pont, dem Sprengstoffhersteller, stiegen steil nach oben.
  • Die US Army kaufte schon in den ersten Kriegsmonaten für zwei Milliarden Dollar «Metallwaren»; hinter dieser harmlosen Bezeichnung verbargen sich Panzer und Geschütze. Die Gesamtsumme belief sich bei Kriegsende auf rund 18 Milliarden Dollar.

Das «Wallstreet-Journal» hatte schon recht, wenn es seinen Lesern mitteilte: «Der Krieg in Korea ist ein außerordentlich einträgliches Busineß für die USA-Monopole.»
Ein Segen war der Krieg auch für gewisse andere Leute. Großbritannien erhöhte sofort sein Rüstungsbudget auf 3,6 Milliarden Pfund. Die britische Rüstungsindustrie jubelte.

Die Kriegsgewinnler in der BRD

Die westdeutsche Zeitschrift «Capital» gab etwas später zu: «1950 kurbelte der Korea-Krieg die deutsche Nachkriegskonjunktur an – zu solch behendem Lauf, daß sich die Welt über die (west)deutsche Wirtschaft wunderte.» So sprachen jene, für die der Krieg in Korea ein Segen war. Aber er hatte auch Folgen, die jene Leute nicht gern sahen…

Friedensbewegung: Das Volk ging auf die Straße…

So entstand eine Friedensbewegung, wie es sie noch nie gegeben hatte. Ihre Aktivitäten richteten sich vor allem gegen die Kriegspläne der NATO, gegen die Remilitarisierung in der BRD, gegen die Reaktivierung ehemaliger faschistischer Generale, gegen, Atomtod und Kriegstreiberei. Die internationale Friedensbewegung hatte wesentlichen Anteil, daß am 27. Juli 1953 in Panmundschom am 38. Breitengrad, an dem der Überfall begann, der Waffenstillstand unterzeichnet wurde. Ein Sieg, der Geschichte machte.

Quelle:
Kurt Rückmann: Die geheimen Regisseure. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik. 1988, S.105-108.

Siehe auch:
Die Hintergründe des Koreakrieges 1950-1953
Braucht Nordkorea Atomwaffen?
Alltag in der KVDR
Korea – Land der Morgenfrische

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7 Antworten zu Der Koreakrieg und die Folgen

  1. Weber schreibt:

    Hier drei Pressemeldungen aus DDR-Zeitungen aus den Jahren 1950/51:

    Westmächte für Atombombe
    „Carlo (ADN). Auf der 21. Jahreskonferenz des Internationalen Roten Kreuzes in Monte Carlo, an der Vertreter von 57 Nationen teilnahmen, wurde der Antrag der Sowjetunion, die Anwendung von Atombomben sowie bakteriologischen und chemischen Waffen zu ächten, von den Vertretern der Westmächte abgelehnt.“
    Neues Deutschland, Do. 19. Oktober 1950

    oder:
    Italiens Volk über USA-Pestkrieg empört
    Kundgebungen in Livorno und Mailand / Protest an UN-Sicherheitsrat
    Rom (ADN Der bakteriologische Krieg der USA-Imperialisten in Korea hat unter dem italienischen Volk eine Welle der Empörung hervorgerufen. Kulturschaffende von Turin forderten den UN-Sicherheitsrat auf, diejenigen, die das Abkommen über das Verbot der Anwendung bakteriologischer und chemischer Waffen verletzen, zu bestrafen. Die Gewerkschaftsorganisationen von Neapel haben im Namen ihrer Mitglieder gegen die bakteriologische Kriegführung Protest erhoben. In Livorno, Mailand und anderen Städten des Landes fanden Kundgebungen statt, auf denen die Werktätigen ihrer Entrüstung über dieses neue Verbrechen der USA-Imperialisten Ausdruck verliehen. Der Protestbewegung schlössen sich Ärzte, Juristen, Wissenschaftler und Kulturschaffende des Landes an.

    Prag (ADN). In Schreiben an die Organisation der Vereinten Nationen und an den Weltfriedensrat protestierten tschechoslowakische Wissenschaftler, die kürzlich in Brno zu einer Konferenz zusammengekommen waren, gegen die bakteriologische Kriegführung der amerikanischen Interventen in Korea.
    Neues Deutschland, Do. 13. März 1952

    oder:
    „New York (R. Eig. Ber.). „Wall Street Journal“ das Organ der Hochfinanz der USA. veröffentlicht eine Übersicht über die Reingewinne einiger amerikanischer Trusts und Monopole für das Jahr 1951. Folgende Firmen sind die großen amerikanischen Korea- Kriegsgewinnler (Reingewinn in Milliarden Dollar): General Motors 7,46, Standard Oil of New Jersey 3,86. U.S.Steel Comp. 3,52, Du Pont 1,63. Diese monopolkapitalistischen Unternehmungen sind die Haupt-Waffenlieferanten für die USA-Interventionstruppen in Korea. Standard Oll und Du Pont liefern die Füllungen für Napalmbomben und chemische Waffen.“
    Berliner Zeitung, Do. 18. September 1952

  2. Pingback: Der Koreakrieg und die Folgen – – Sascha Iwanows Welt –

  3. Weber Johann schreibt:

    Nachtrag:
    Wenigen sind solche Meldungen bekannt:

    Was geht in Korea vor?
    NZ Berlin (EF). Einer Verlautbarung des Innenministeriums der Koreanischen Volksrepublik zufolge haben am Sonntag früh Truppenkontingente Südkoreas, das bekanntlich außer 100 000 Mann Truppen ein für seine Verhältnisse viel zu großes Polizeikontingent von 500 000 Mann unterhält, die am 38. Grad nördlicher Breite entlanglaufende Demarkationslinie zwischen dem freien Korea und dem nordamerikanisch dirigierten Südkorea überschritten und sind in nordkoreanisches Gebiet eingefallen. Nordkoreanischer Grenzschutz schlug die eingedrungenen südkoreanischen Kontingente in harten Kämpfen über die Demarkationslinie zurück. Südkorea wurde von der nordkoreanischen Regierung verständigt, daß sich diese die Fortsetzung der Angriffe auf ihr Gebiet nicht gefallen lassen werde.

    Die nordamerikanische Presse nahm bisher von der Verlautbarung der nordkoreanischen Regierung keine Kenntnis, beeilte sich vielmehr, den Tatbestand auf den Kopf zu stellen und Nordkorea eines Angriffs auf Südkorea zu bezichtigen. Man mobilisierte sogar den Sicherheitsrat der UNO. Es ist bemerkenswert, mit welcher Vorsicht der Sicherheitsrat, der ohne Beteiligung des sowjetischen Delegierten tagte, auf den USA-Antrag auf Verurteilung der Volksrepublik Korea reagierte. Bevor es zur Abstimmung über jenen Antrag kam, zogen sich die Delegierten zunächst für zwei Stunden zurück, um den Text der Resolution wesentlich zu verändern. Sie forderten schließlich mit 9 gegen 0 Stimmen die Feuereinstellung in Korea, lehnten jedoch die vom USA-Vertreter gewünschte Formulierung, daß Nordkorea Südkorea angegriffen habe ab. Die in Korea weilende UN-Kommission hat in ihrem Bericht mit keinem Wort erwähnt, daß die Kämpfe in Korea auf eine Aggression von Seiten Nordkoreas zurückzuführen sind.

    Es ist sehr aufschlußreich, daß MacArthur, der USA-Oberkommandierende in Japan, auf ein angeblich erst am Sonntag an ihn gerichtetes Ersuchen Südkoreas um Waffenhilfe bereits am Montag bekanntgab, daß die angeforderten Waffen nebst Munition bereits nach Südkorea verladen würden! In den USA lauft die Presse auf Hochtouren, um eine Kriegspsychose zu entfachen,
    Neue Zeit, Di. 27. Juni 1950

    Oder:

    USA-Überfall scheitert durch „schlechte Moral“
    Partisanen des Friedens kämpfen in Korea gegen USA-Söldner / Volksrepublik schon am 23. Juni beschossen
    Phoengjan(ADN/AP/DPA). Die Truppen der südkoreanischen Marionettenregierung, die am frühen Morgen des Sonntags überraschend in das Gebiet der Volksrepublik Korea einfielen, wurden durch Abteilungen des Grenzschutzes und der Volksarmee nach Südkorea zurückgeworfen. Die Panzerspitzen der ihnen nachdrängenden Einheiten der Volksrepublik standen Montag, nach südkoreanischen Angaben, in den Vororten von Söul, der Hauptstadt Südkoreas. [..]

    Phoengjang (ADN). Bereits zwei Tage vor dem provokatorischen Angriff der südkoreanischen Truppen auf das Gebiet der Volksrepublik Korea belegte südkoreanische Artillerie die Provinz Hwang Hai in Nordkorea mit Granaten, meldet die koreanische Zentrale Nachrichtenagentur am Montag. So wurde die Ortschaft Dai Dong Ku im Bezirk Bek Sng (unleserlich) am 23. Juni mit Artillerie und Granatwerfern beschossen. Auch die Ortschaft Ka (??) Ga Ku im gleichen Bezirk lag am 23. und 24. Juni mehrere Stunden unter Geschützfeuer. Durch die Artilleriegeschosse wurden eine Person getötet und 19 Personen verwundet. Die Bildung eines Militärausschusses unter Leitung des Vorsitzenden des Ministerrats, Kim Ir Sen, hat — wie die Agentur „New China News Agency“ meldet — der ständige Ausschuß der Obersten Volksversammlung beschlossen.

    Über die auf Betreiben der USA-Regierung für Sonntagabend einberufene Sitzung des Rumpfsicherheitsrates berichtet der Telepress-Korrespondent bevor es zur Abstimmung über den amerikanischen Antrag kam zogen sich die Delegierten zunächst für zwei Stunden zurück um den Text der Resolution wesentlich zu verändern. Offensichtlich kamen ihnen die von der amerikanischen Presse veröffentlichten Mitteilungen über die Ereignisse in Korea, doch etwas verdächtig vor, so daß sie wohl die Feuereinstellung in Korea forderten, die von dem USA-Vertreter gewünschte Formulierung jedoch, daß Nordkorea Südkorea angegriffen habe, ablehnten.
    Berliner Zeitung, Di. 27. Juni 1950

  4. sascha313 schreibt:

    Danke, Johann! In westdeutschen Zeitungen hat man das wohl auch nicht finden können. Und „fake news“ gab es auch schon damals! Die USA sind stets für ihre Lügen bekannt. Verantwortlich sind die Gangster-Kartelle der USA-Monopolbourgeoisie. Auch heute quatschen einfache Arbeiter diese Lügen nach, weil es im Radio so gesagt wurde….

  5. Pingback: Korea: Ein historischer Moment | Sascha's Welt

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